HINTERGRUND
[0001] Die Erfindung betrifft ein Honverfahren zur Bearbeitung der Innenfläche einer Bohrung
in einem Werkstück mithilfe mindestens einer Honoperation gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1, sowie ein bei der Durchführung des Honverfahrens verwendbares Honwerkzeug
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 6. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet ist das Honen
von Zylinderlaufflächen bei der Herstellung von Zylinderblöcken oder Zylinderlaufbuchsen
für Hubkolbenmaschinen.
[0002] Die Zylinderlaufflächen in Zylinderblöcken (Zylinderkurbelgehäusen) oder Zylinderlaufbuchsen
von Brennkraftmaschinen oder anderen Hubkolbenmaschinen sind im Betrieb einer starken
tribologischen Beanspruchung ausgesetzt. Daher kommt es bei der Herstellung von Zylinderblöcken
oder Zylinderlaufbuchsen darauf an, diese Zylinderlaufflächen so zu bearbeiten, dass
später bei allen Betriebsbedingungen eine ausreichende Schmierung durch einen Schmiermittelfilm
gewährleistet ist und der Reibwiderstand zwischen sich relativ zueinander bewegenden
Teilen möglichst gering gehalten wird.
[0003] Die qualitätsbestimmende Endbearbeitung solcher tribologisch beanspruchbaren Innenflächen
erfolgt in der Regel mit geeigneten Honverfahren, die typischer Weise mehrere aufeinanderfolgende
Honoperationen umfassen. Das Honen ist ein Zerspanungsverfahren mit geometrisch unbestimmten
Schneiden. Bei einer Honoperation wird ein aufweitbares Honwerkzeug innerhalb der
zu bearbeitenden Bohrung zur Erzeugung einer Hubbewegung in Axialrichtung der Bohrung
mit einer Hubfrequenz auf und ab bzw. hin- und her bewegt und gleichzeitig zur Erzeugung
einer der Hubbewegung überlagerten Drehbewegung mit einer Umdrehungsfrequenz gedreht.
Die am Honwerkzeug angebrachten Schneidstoffkörper werden über ein Zustellsystem mit
einer radial zur Werkzeugachse wirkenden Zustellkraft an die zu bearbeitende Innenfläche
angedrückt. Beim Honen entsteht an der Innenfläche ein für die Honbearbeitung typisches
Kreuzschliffmuster mit sich überkreuzenden Bearbeitungsspuren, die auch als "Honriefen"
bezeichnet werden.
[0004] Mit steigenden Anforderungen an die Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit von Mobren
ist die Optimierung des tribologischen Systems Kolben/Kolbenringe/Zylinderlauffläche
von besonderer Bedeutung, um geringe Reibung, geringen Verschleiß und geringen Ölverbrauch
zu erreichen. Der Reibungsanteil der Kolbengruppe kann bis zu 35% betragen, so dass
der Reibungsreduzierung in diesem Bereich wünschenswert ist.
[0005] Es werden unterschiedliche Ansätze verfolgt, um die mechanischen Verluste eines Motors
zu reduzieren. Hierzu gehören u.a. die Nutzung thermisch gespritzter Zylinderlaufflächen,
die Verwendung beschichteter Kolbenringe, die Entwicklung besonders optimierter Honoberflächen
etc..
[0006] Eine Technologie, die für die Reduzierung der Reibung und des Verschleißes immer
mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Vermeidung bzw. Reduzierung von Zylinderverzügen
bzw. Deformationen des Motorblocks (Zylinderkurbelgehäuses) bei der Montage und/oder
im Betrieb. Nach einer konventionellen Honbearbeitung soll eine Zylinderbohrung typischerweise
eine Bohrungsform haben, die möglichst wenig, z.B. maximal wenige Mikrometer, von
einer idealen Kreiszylinderform abweicht. Während der Montage oder des Betriebs des
Motors kann es jedoch zu deutlichen Formfehlern kommen, die bis zu mehreren Hundertsteln
Millimeter betragen und die Performance des Motors verringern können. Die Ursachen
von Verzügen bzw. Deformationen sind unterschiedlich. Es kann sich um statische oder
quasi statische thermische und/oder mechanische Belastungen handeln oder um dynamische
Belastungen. Auch die Konstruktion und das Design von Zylinderblöcken haben Einfluss
auf die Neigung zu Deformationen. Die Dichtfunktion des Kolbenringpakets wird durch
solche schwer kontrollierbaren Deformationen typischerweise verschlechtert, wodurch
sich der Blow-by, der Ölverbrauch und auch die Reibung erhöhen können.
[0007] Um Probleme aufgrund von Verzügen bei der Montage oder in bestimmten Betriebszuständen
zu verringern, wurde beispielsweise in der
DE 28 10 322 C2 vorgeschlagen, den Motorblock für die Honbearbeitung mit Hilfe einer Spanneinrichtung
derart zu deformieren, dass die spätere Deformation durch den Zylinderkopf simuliert
wird. In dem verspannten Zustand, der dem später nach der Montage vorliegenden Zustand
entspricht, findet die Honbearbeitung zur Erzeugung einer kreiszylindrischen Bohrungsform
statt, die sich dann auch nach der Montage wieder einstellen sollte.
[0008] Eine andere Technologie, welche durch eine Invertierung der Zylinderverzüge (Erzeugung
einer Negativform des Fehlers) bei der Bearbeitung die Entstehung einer Idealform
nach der Montage oder im Betriebszustand des Motors gewährleisten oder annähern soll,
ist das sogenannte Formhonen. Dabei wird am unverspannten Werkstück mittels Honen
eine von der Kreiszylinderform definiert abweichende Bohrungsform erzeugt, z.B. eine
Kleeblattform. Solche Bohrungsformen sind in der Regel unsymmetrisch, weil auch die
Deformationen der Zylinderblocks in der Regel nicht symmetrisch sind. Im Betriebszustand
soll sich dabei eine möglichst ideale Kreiszylinderform ergeben, so dass das Kolbenringpaket
über den gesamten Bohrungsumfang gut abdichten kann. Verschiedene Varianten des Formhonens
werden beispielsweise in der
EP 1 790 435 B1 und in dem darin genannten Stand der Technik beschrieben.
[0009] Die
EP 1 321 229 A1, die die Basis für die Oberbegriffe der Ansprüche 1 und 6 bildet, beschreibt ein
Verfahren zur Herstellung einer Bohrung, die im unbelasteten Zustand eine Ausgangsform
aufweist und im Betriebszustand eine von der Ausgangsform abweichende Sollform. Bei
dem Verfahren wird die Verformung einer Bohrung zur Sollform im Betriebszustand ermittelt,
mittels der Sollform und der Verformung wird die Ausgangsform ermittelt und die Bohrung
wird mit einem Bearbeitungsverfahren in die Ausgangsform gebracht. Bei dem Ausführungsbespiel
ist die Ausgangsform der Bohrung in einem oberen Bereich weitgehen zylindrisch und
in einem unteren Bereich elliptisch. Die beiden Bereiche gehen in einen mittleren
Übergangsbereich ineinander über. Zur Bearbeitung kommt eine Honmaschine zum Einsatz
die ein bis vier Honsteine hat. Da sich die Bohrungsgeometrie im mittleren Bereich
zwischen dem zylindrischen und dem elliptischen Bereich kontinuierlich ändert, kommen
Honsteine mit sehr geringer axialer Streckung zum Einsatz.
[0010] Die internationale Patentanmeldung mit Veröffentlichungsnummer
WO 01/76817 A1 offenbart ein hydraulisch aufweitbares Honwerkzeug mit einer ringförmigen Schneidgruppe
am spindelabgewandten Ende des Honwerkzeugs. Die Schneidbeläge sind am Ende von nach
außen aufspreizbaren Zungen angebracht, die einstückig mit dem Werkzeugkörper ausgebildet
sind. Die Zungen werden bei der Zustellung zur Vergrößerung des wirksamen Außendurchmessers
nach außen aufgespreizt.
[0011] Die deutsche Offenlegungsschrift
DE 16 52 074 A1 offenbart ein Honwerkzeug mit einer Schneidgruppe, die aus zwei diametral gegenüberliegend
angeordneten Honsegmenten mit außenliegenden Rippen besteht, auf denen der Schneidbelag
sitzt.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0012] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gattungsgemäßes Honverfahren
und ein bei seiner Durchführung verwendbares Honwerkzeug bereitzustellen, die es erlauben,
Hubkolbenmaschinen herzustellen, die verbesserte Eigenschaften hinsichtlich Reibungsverlusten,
Ölverbrauch und Blow-by haben.
[0013] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung ein Honverfahren mit den Merkmalen
von Anspruch 1 bereit. Weiterhin wird ein Honwerkzeug mit den Merkmalen von Anspruch
6 bereitgestellt, welches im Rahmen des Honverfahrens verwendet werden kann.
[0014] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der Wortlaut
sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0015] Bei dem Honverfahren wird eine flaschenförmige Bohrung, d.h. eine Bohrung mit einer
Flaschenform, erzeugt. Eine "flaschenförmige Bohrung" hat direkt anschließend an einen
Bohrungseintritt einen ersten Bohrungsabschnitt mit einem ersten Durchmesser, entfernt
von dem Bohrungseintritt einen zweiten Bohrungsabschnitt mit einem zweiten Durchmesser,
der größer als der erste Durchmesser ist, und zwischen dem ersten und dem zweiten
Bohrungsabschnitt einen Übergangsabschnitt mit einem kontinuierlichen Übergang vom
ersten Durchmesser zum zweiten Durchmesser. Der erste Bohrungsabschnitt und der zweite
Bohrungsabschnitt haben in der Regel kreiszylindrische Grundform und liegen koaxial
zueinander. Der Übergangsabschnitt kann teilweise konisch ausgebildet sein und an
seinen den äußeren Bohrungsabschnitten zugewandten Enden jeweils mit geeigneten Radien
in die benachbarten Bohrungsabschnitte übergehen.
[0016] Bei geeigneter Auslegung der flaschenförmigen Makroform können wesentliche Vorteile
bezüglich Reibungsreduzierung, reduziertem Blow-by sowie reduziertem Ölverbrauch erzielt
werden. Weiterhin können sich Verbesserungen bei der Verschleißbeständigkeit des Kolbenringpakets
und positive Einflüsse auf die Geräuschentwicklung während des Betriebs ergeben. Im
relativ engeren ersten Bohrungsabschnitt nahe dem Bohrungseintritt, also im "Flaschenhals",
findet in einer Brennkraftmaschine ein wesentlicher Teil der Verbrennung statt. Ein
eventuelles hohes Ölangebot in diesem Abschnitt könnte zu Emissions- und Ölverbrauchproblemen
führen. In diesem engeren ersten Bohrungsabschnitt kann das Ringpaket der Kolbenringe
seine konventionellen Funktionen (insbesondere die Abdichtung gegen Verbrennungsgase
sowie das Abstreifen des Ölfilms in der Rückwärtsbewegung) aufgrund relativ hoher
Ringspannung gut erfüllen. Durch die Druckwellen der Verbrennung beschleunigt sich
der Kolben im ersten Bohrungsabschnitt und erreicht den Übergangsabschnitt mit sich
allmählich vergrößerndem Durchmesser. Im Übergangsabschnitt wird die Kolbenringspannung
durch die Vergrößerung des Durchmessers reduziert. Da hier jedoch bereits eine erhebliche
Kolbengeschwindigkeit vorliegt und der Innendruck im Zylinderraum nachlässt, werden
Blow-by, Ölverbrauchswert und Motorgeräuschemission nicht nachteilig beeinflusst.
Durch geeignete Radien zwischen dem Übergangsabschnitt und den daran angrenzenden
ersten und zweiten Bohrungsabschnitten kann ein sanfter Einlauf und Auslauf der Kolbenringe
am Übergangsabschnitt erreicht werden, so dass Ringverschleiß oder Motorfresser vermieden
werden können. In der Abwärtsbewegung erreicht das Ringpaket nach Durchlaufen des
Übergangsabschnitts beim Eintritt in den zweiten Bohrungsabschnitt seine niedrigste
Spannung, so dass dort, wo der Kolben seine maximale Geschwindigkeit erreicht, der
Reibungsverlust automatisch reduziert wird.
[0017] Im Rahmen des Honverfahrens, welches zu einer flaschenförmigen Bohrung mit einsatzoptimaler
Oberflächenstruktur führt, wird bei mindestens einer Honoperation ein für diesen Zweck
besonders taugliches Honwerkzeug verwendet, welches hier aufgrund seiner Konstruktion
auch als "Ringwerkzeug" bezeichnet wird. Ein "Ringwerkzeug" im Sinne dieser Anmeldung
hat mindestens eine ringförmige Schneidgruppe mit drei oder mehr um den Umfang des
Werkzeugkörpers des Honwerkzeugs verteilten, radial zustellbaren Schneidstoffkörpern,
die als in Umfangsrichtung des Honwerkzeugs relativ breite und in Axialrichtung des
Honwerkzeuges relativ schmale Honsegmente gestaltet sind. Die in Axialrichtung des
Honwerkzeugs gemessene axiale Länge der Honsegmente ist dabei kleiner als die in Umfangsrichtung
gemessene Breite und die axiale Länge des mit Schneidstoffkörpern ausgestatteten Schneidbereichs
ist kleiner als der wirksame Außendurchmesser des Honwerkzeugs.
[0018] Wenn mindestens drei Honsegmente vorgesehen sind, so können die Bearbeitungskräfte
über den gesamten durch radiale Zustellung verfügbaren wirksamen Außendurchmesserbereich
des Honwerkzeugs gut und relativ gleichmäßig über den Umfang verteilt werden. Es können
z.B. in einer Schneidgruppe genau drei, genau vier, genau fünf oder genau sechs Honsegmente
gleicher oder unterschiedlicher Umfangsbreite vorgesehen sein. Mehr als sechs Honsegmente
innerhalb einer Schneidgruppe sind zwar möglich, machen die Konstruktion aber komplizierter
und sind in der Regel nicht erforderlich.
[0019] Durch die radiale Zustellbarkeit (Verschiebung der Honsegmente in Radialrichtung
bei der Zustellung) kann erreicht werden, dass die Eingriffsbedingungen zwischen Schneidstoffkörper
und Bohrungsinnenfläche unabhängig vom eingestellten Durchmesser praktisch konstant
bleiben. Durch Vermeidung von Schneidstoffkörper-Verkippung während der radialen Zustellung
kann ungleichmäßiger Verschleiß vermieden werden.
[0020] Diese Maßnahmen können sich einzeln und in Kombination positiv auf die erzielbare
Oberflächenqualität auswirken, insbesondere bezüglich der Gleichmäßigkeit der Oberflächenqualität
über unterschiedliche Bohrungsabschnitte.
[0021] Die axiale Länge der Honsegmente kann z.B. bei weniger als 30% des wirksamen Außendurchmessers
des Honwerkzeugs liegen, insbesondere zwischen 10% und 20% dieses Außendurchmessers.
Bei Ringwerkzeugen für die Bearbeitung typischer Zylinderbohrungen in Motorblöcken
für PKW oder LKW kann die axiale Länge z.B. im Bereich von 5 mm bis 20 mm liegen.
Bezogen auf die Bohrungslänge einer zu bearbeitenden Bohrung liegt die axiale Länge
typischerweise bei weniger als 10% dieser Bohrungslänge. Werden die oberen Grenzen
deutlich überschritten, so leidet in der Regel die Möglichkeit zur axialen Konturverfolgung
bzw. Konturerzeugung. Außerdem sind geringe axiale Längen vorteilhaft, um einen ausreichenden
Flächendruck für die Bearbeitung zu erzeugen. Andererseits ist eine Mindestlänge in
Axialrichtung vorteilhaft, um zur Bearbeitung der Bohrungsenden einen Honüberlauf
zu ermöglichen und um eine Kippneigung des Honwerkzeugs zu begrenzen.
[0022] Ein derartiges Ringwerkzeug stellt eine Abkehr von konventionellen Konzepten der
Honwerkzeugauslegung dar, welche davon ausgehen, dass zur Erzielung geringer Formfehler
einer gehonten Bohrung Honwerkzeuge mit in Axialrichtung relativ langen, in Umfangsrichtung
dagegen relativ schmalen Honleisten verwendet werden sollten. Ein Ringwerkzeug ist
besonders gut an die Bearbeitung von flaschenförmigen Bohrungsformen bzw. allgemein
von Bohrungsformen mit in Axialrichtung signifikant variierendem Bohrungsdurchmesser
angepasst. In einer ringförmigen Schneidgruppe ist der Schneidstoff (gebundene Schneidkörner
geeigneter Körnung, Dichte und Härte) in einem axial relativ schmalen Ring konzentriert,
wobei typischerweise mehr als die Hälfte des Umfangs einer ringförmigen Schneidgruppe
mit Schneidmittel besetzt ist und dementsprechend wirksam zum Materialabtrag beiträgt.
[0023] Der Schneidbereich, in dem eine oder mehrere ringförmige Schneidgruppen liegen, ist
im Vergleich zum wirksamen Außendurchmesser des Honwerkzeugs in Axialrichtung kurz
bzw. schmal, wodurch die Erzeugung und/oder Verfolgung einer in Axialrichtung verlaufenden
Kontur möglich wird.
[0024] Eine ringförmige Schneidgruppe zeichnet sich im Vergleich zu konventionellen Honleisten
dadurch aus, dass in dem von der ringförmigen Schneidgruppe abgedeckten axialen Abschnitt
wesentlich mehr Kontaktfläche zwischen Schneidstoffkörpern und Bohrungsinnenfläche
existiert als in einem vergleichbar schmalen axialen Abschnitt eines konventionellen
Honwerkzeugs. Bei manchen Ausführungsformen sind an einer ringförmigen Schneidgruppe
mehr als 60% des Umfangs mit Schneidmittel belegt, eventuell sogar mehr als 70% oder
mehr als 80% des Umfangs des Honwerkzeugs.
[0025] Vorzugsweise ist eine Schneidgruppe derart in der Nähe eines spindelabgewandten Endes
des Werkzeugkörpers angeordnet, dass sich die Schneidgruppe ausschließlich in der
spindelabgewandten Hälfte des Werkzeugkörpers befindet. Wenn mehrere ringförmige Schneidgruppen
vorgesehen sind, kann diese Bedingung für alle Schneidgruppen gelten. Eine Anordnung
nahe am spindelfernen Ende ermöglicht u.a. Bearbetungen mit sehr geringem Honüberlauf.
[0026] Bei der Honbearbeitung kann die Hubposition des Honwerkzeugs innerhalb der Bohrung
als Leitgröße genutzt werden, um mit hoher örtlicher Auflösung den Anpressdruck bzw.
die Zustellkraft als Funktion der Hubposition der ringförmigen Schneidgruppe vorzugeben.
Dadurch ist es möglich, mit Hilfe einer zustellbaren ringförmigen Schneidgruppe eine
Bohrung mit axial veränderlicher Kontur zu erzeugen oder auch einer bereits vorher
erzeugten axial variierenden Kontur ohne unerwünschte Andruckkraftspitzen zu folgen.
Bei Verwendung eines Ringwerkzeugs kann in allen axialen Bereichen der Bohrung mit
im Wesentlichen gleicher Überdeckung gearbeitet werden, so dass bei Bedarf sehr gleichmäßige
Rauhigkeitsbilder bzw. Oberflächenstrukturen erzeugt werden können. Bei Verwendung
eines Ringwerkzeugs kann gegebenenfalls auch mit sehr geringem Honüberlauf an den
axialen Enden einer Bohrung gearbeitet werden, ohne dass Probleme mit ungleichmäßigem
Schneidkörperverschleiß auftreten.
[0027] Vorzugsweise wird mit einem elektromechanischen Schneidgruppen-Zustellsystem gearbeitet.
Im Gegensatz zu einer hydraulischen Aufweitung ist dadurch eine präzise Vorgabe des
Zustellwegs (Wegsteuerung) möglich, wodurch eine axiale Kontur gezielt erzeugt und/oder
eine vorgegebene axiale Kontur präzise verfolgt werden kann.
[0028] An dem Honwerkzeug können ein oder mehrere Sensoren eines Durchmessermesssystems
angeordnet sein, so dass eine in-prozess-Durchmessermessung möglich ist. Beispielsweise
können zwischen benachbarten Honsegmenten am Werkzeugkörper jeweils Messdüsen eines
pneumatischen Durchmessermesssystems angebracht sein. Hierdurch kann die Präzision
der erzielbaren Bohrungskonturen verbessert werden.
[0029] Durch Verwendung eines Ringwerkzeugs sind ein gleichmäßiger Verschleiß der Schneidstoffkörper
und sehr gute Formwerte sowie gleichmäßige Oberflächenrauheiten der Bohrung über die
gesamte Standzeit der ringförmigen Schneidgruppe gewährleistet.
[0030] Es sind unterschiedliche Ausgestaltungen von Ringwerkzeugen möglich, zwischen denen
ein Nutzer in Abhängigkeit von der zu bewältigenden Bearbeitungsaufgabe auswählen
kann.
[0031] Bei manchen Ausführungsformen hat das Ringwerkzeug eine einzige ringförmige Schneidgruppe,
deren Honsegmente über ein einziges gemeinsames Zustellsystem radial zugestellt bzw.
zurückgezogen werden können. Typischerweise hat die ringförmige Schneidgruppe drei
oder mehr gleichmäßig oder ungleichmäßige über den Umfang des Honwerkzeugs verteilte
Honsegmente, in der Regel nicht mehr als sechs. Vorzugsweise ist die einzige ringförmige
Schneidgruppe in der Nähe des spindelabgewandten freien Endes des Werkzeugkörpers
angeordnet, z.B. bündig mit der spindelabgewandten Stirnseite. Derartige Konstruktionen
sind besonders gut für die Bearbeitung von Zylinderbohrungen mit reduziertem Honüberlauf
geeignet. Derartige Einschränkungen bei der Bearbeitung ergeben sich beispielsweise
bei Sacklochbohrungen oder bei Zylinderbohrungen in Motorblöcken für Monoblock- oder
V-Motoren.
[0032] Es ist auch möglich, dass eine ringförmige Schneidgruppe zwei unabhängig voneinander
zustellbare Gruppen von Honsegmenten aufweist, wobei die Honsegmente der Gruppen in
Umfangsrichtung abwechselnd angeordnet sind. Hierdurch ist es möglich, die Vorteile
einer einzigen ringförmigen Schneidgruppe (beispielsweise hinsichtlich der Bearbeitung
von Bohrungen mit kurzem Honüberlauf) mit den Vorteilen einer Doppelzustellung zweier
voneinander unabhängiger Gruppen von Honsegmenten zu kombinieren. Mit einem derartigen
Werkzeug können zwei aufeinanderfolgende Honoperationen mit unterschiedlichen Schneidstoffen
ohne zwischengeschalteten Werkzeugwechsel durchgeführt werden. Die Honsegmente einer
Gruppe von Honsegmenten haben normalerweise den gleichen Schneidbelag, während die
Gruppen untereinander unterschiedliche Schneidbeläge haben, beispielsweise Diamantbeläge
unterschiedlicher Körnung.
[0033] Es ist auch möglich, dass ein Ringwerkzeug eine erste ringförmige Schnedgruppe und
mindestens eine zweite ringförmige Schneidgruppe aufweist, die axial versetzt zur
ersten ringförmigen Schneidgruppe angeordnet ist und unabhängig von der ersten ringförmigen
Schneidgruppe zugestellt werden kann. Auch hierdurch sind zwei aufeinanderfolgende
Honoperationen mit unterschiedlichen Schneidstoffen ohne zwischengeschalteten Werkzeugwechsel
möglich. Da die unterschiedlichen Schneidstoffe auf die mindestens zwei axial gegeneinander
versetzt liegenden ringförmigen Schneidgruppen verteilt sind, die jeweils einen großen
Teil des Umfangs des Honwerkzeugs abdecken können, sind hier in beiden Honoperationen
besonders hohe Abtragsleistungen bzw. relativ kurze Honzeiten möglich. Derartige Ringwerkzeuge
können für alle Bohrungen eingesetzt werden, die genügend Honüberlauf erlauben. Mit
zwei oder mehr ringförmigen Schneidgruppen ist auch eine Überbrückung von Pulsationsfenstern
oder Querbohrungen bzw. Bohrungsunterbrechungen jeglicher Art besonders einfach möglich.
Ein solches Ringwerkzeug hat vorzugsweise genau zwei ringförmige Schneidgruppen, wodurch
trotz einfachem Aufbau ein flexibler Einsatz möglich ist.
[0034] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist am Werkzeugkörper ein integriertes, mehrachsig
bewegliches Gelenk, z.B. ein Kugelgelenk oder ein kardanisches Gelenk, vorgesehen.
So können Positionsfehler der Maschine und/oder ein Kernversatz der Bohrung ausgeglichen
werden, ohne die Bohrungsposition zu verändern. Ausführungsbeispiele ohne Gelenk sind
auch möglich. Derartige Ringwerkzeuge können starr an eine Honspindel oder eine starr
mit der Honspindel gekoppelte Antriebsstange angekoppelt werden.
[0035] Die Flaschenform der Bohrung kann durch jedes geeignete spanabhebende Bearbeitungsverfahren
erzeugt werden, beispielsweise durch Feindrehen (Feinspindeln), also mit Hilfe eines
Bearbeitungsverfahrens mit geometrisch bestimmter Schneide, oder durch Honen. Daran
können sich eine oder mehrere Honoperationen anschließen, um zur endgültig gewünschten
Bohrungsgeometrie mit geeigneter Oberflächenstruktur zu gelangen.
[0036] Vorzugsweise wird zunächst durch Feindrehen oder Honen eine Bohrung mit kreiszylindrischer
Bohrungsform erzeugt und danach wird in einer Flaschenhonoperation durch Honen mit
axial variierendem Honabtrag eine flaschenförmige Bohrungsform erzeugt. Im Vergleich
zum Feindrehen können durch Honen Oberflächen mit besonders gleichmäßiger Oberflächenqualität
ohne umlaufende Spuren erzeugt werden. Zur Gleichmäßigkeit der Oberflächenqualität
trägt auch der Selbstschärfungseffekt der Schneidstoffkörper bei. Beim Honen ist eine
kontinuierliche Prozessüberwachung möglich.
[0037] Bei einer Verfahrensvariante wird bei der Flaschenhonoperation ein aufweitbares Honwerkzeug
mit mindestens einer ringförmigen Schneidgruppe verwendet, also ein Ringwerkzeug.
Dabei werden Honsegmente der Schneidgruppe in einem Abwärtshub entsprechend der Flaschenform
in Abhängigkeit von Hubposition, weg- und/oder kraftgesteuert radial nach außen zugestellt
und bei einem Aufwärtshub entsprechend der Flaschenform in Abhängigkeit von der Hubposition
radial zurückgezogen. Durch diese Bearbeitungsvariante ergibt sich im besonders schwierig
zu bearbeitenden Übergangsabschnitt von Anfang an ein relativ glatter Konturverlauf.
[0038] Alternativ ist es auch möglich, dass bei der Flaschenhonoperation ein aufweitbares
Honwerkzeug mit Honleisten verwendet wird, deren Länge mehr als 50% der Länge der
Bohrung beträgt. Die Länge der Honleisten kann beispielsweise zwischen 50% und 80%
der Länge der Bohrung betragen. Bei der Flaschenhonoperation wird dann in einer ersten
Phase das Honwerkzeug in einer ersten Hublage zwischen einem oberen und einem unteren
Umsteuerpunkt auf und ab bzw. hin- und her bewegt, um die Bohrung zunächst auf ihrer
gesamten Länge in eine kreiszylindrische Form zu bringen. Danach wird in einer zweiten
Phase der obere Umsteuerpunkt inkrementell, d.h. über mehrere Hübe hinweg, in Richtung
des unteren Umsteuerpunkts verändert, so dass sich die Hublänge allmählich reduziert.
Dadurch ergibt sich eine Verlagerung der Hublage in Richtung einer zweiten Hublage,
die im Bereich des zweiten Bohrungsabschnitts liegt. Danach wird in einer dritten
Phase das Honwerkzeug in der zweiten Hublage hin- und her bewegt. Bei dieser Verfahrensvariante
entsteht die Grundform des Übergangsabschnitts im Wesentlichen während der zweiten
Phase der allmählichen Hublagenverlagerung und Hubhöhenreduzierung, wobei gleichzeitig
und auch in der dritten Phase noch die Durchmesservergrößerung im zweiten Bohrungsabschnitt
erzeugt wird.
[0039] Wenn die Flaschenhonoperation mittels eines Honwerkzeugs mit relativ langen Honleisten
durchgeführt wird, kann im Übergangsabschnitt eine relativ raue Oberflächenstruktur
mit einem Profil ähnlich einem Sägeprofil entstehen. Um die erwünschte gleichmäßige
Oberflächenstruktur auch im Übergangsabschnitt zu erhalten, wird daher vorzugsweise
nach der Flaschenhonoperation eine Glatthonoperation zur Glättung des Bohrungsprofils
im Übergangsbereich durchgeführt, wobei bei der Glättungshonoperation ein Ringwerkzeug
verwendet wird, also ein aufweitbares Honwerkzeug mit mindestens einer ringförmigen
Schneidgruppe. Mit Hilfe des Ringwerkzeugs können Rillen oder Grate im Übergangsabschnitt
beseitigt und die Radien des Übergangsabschnitts verrundet werden.
[0040] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn bei der Glättungshonoperation die
Schneidstoffkörper der ringförmigen Schneidgruppe mit konstanter Zustellkraft an die
Innenfläche der Bohrung gedrückt werden. Dies wird bei manchen Verfahrensvarianten
dadurch erreicht, dass eine Honmaschine mit einem hydraulischen Zustellsystem für
das Ringwerkzeug verwendet wird. Die Verfolgung der Kontur der flaschenförmigen Bohrung
durch die Honsegmente des Ringwerkzeugs kann sich dabei schon aus der bauartbedingten
Nachgiebigkeit der hydraulischen Aufweitung ergeben.
[0041] Die Erfindung betrifft auch ein Honwerkzeug, welches besonders zur Durchführung des
Honverfahrens geeignet ist, aber auch bei anderen, nicht erfindungsgemäßen Honverfahren
verwendet werden kann.
[0042] Die Erfindung betrifft auch ein Werkstück mit mindestens einer Bohrung, die eine
gehonte Innenfläche aufweist, wobei die Bohrung eine flaschenförmige Bohrung ist,
die anschließend an einen Bohrungseintritt einen ersten Bohrungsabschnitt mit einem
ersten Durchmesser, entfernt von dem Bohrungseintritt einen zweiten Bohrungsabschnitt
mit einem zweiten Durchmesser, der größer als der erste Durchmesser ist, und zwischen
dem ersten und dem zweiten Bohrungsabschnitt einen Übergangsabschnitt mit einem kontinuierlichen
Übergang vom ersten zum zweiten Durchmesser aufweist, wobei das Werkstück unter Verwendung
eines erfindungsgemäßen Honwerkzeugs bearbeitet wurde.
[0043] Insbesondere kann es sich bei dem Werkstück um einen Zylinderblock oder eine Zylinderlaufbuchse
für eine Hubkolbenmaschine handeln. Bei der Hubkolbenmaschine kann es sich z.B. um
eine Brennkraftmaschine (Verbrennungsmotor) oder um einen Kompressor handeln.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0044]
Fig. 1 zeigt einen schematischen Längsschnitt durch eine flaschenförmige Zylinderbohrung
in einem Motorblock;
Fig. 2 zeigt in 2A einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Ringwerkzeugs
mit einfacher Aufweitung einer einzigen ringförmigen Schneidgruppe sowie in 2B einen
Querschnitt durch die Schneidgruppe;
Fig. 3 zeigt in 3A einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Ringwerkzeugs
mit doppelter Aufweitung einer einzigen ringförmigen Schneidgruppe sowie in 3B einen
Querschnitt durch die Schneidgruppe;
Fig. 4 zeigt in 4A einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Ringwerkzeugs
mit doppelter Aufweitung bei zwei übereinander angeordneten ringförmigen Schneidgruppen
sowie in 4B einen Querschnitt durch eine der Schneidgruppen;
Fig. 5 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine Bohrung, die mittels eines
Honwerkzeugs mit relativ langen Honleisten bearbeitet wird;
Fig. 6 zeigt schematisch die Hubposition eines Honwerkzeugs mit langen Honleisten
als Funktion der Honzeit t bei der Flaschenhonoperation.
Fig. 7 zeigt ein Messdiagramm eines abgerundeten Profils eines flaschenförmigen Zylinders
nach dem Einsatz eines Ringwerkzeuges.
Fig. 8 zeigt ein schematisches Diagramm, welches die Abhängigkeit der Hubposition
HP (durchgezogene Linie) und der Aufweitposition AP (gestrichelte Linie) als Funktion
der Honzeit t bei einem zweiten Ausführungsbeispiel zeigt.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0045] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele von Honverfahren und Honwerkzeugen beschrieben,
die im Rahmen von Ausführungsformen der Erfindung beider materialabtragenden Bearbeitung
von Werkstücken verwendet werden können, die eine oder mehrere Bohrungen aufweisen,
welche im fertig bearbeiteten Zustand die Makroform einer Flasche haben sollen.
[0046] Fig. 1 zeigt einen schematischen Längsschnitt durch eine solche flaschenförmige Bohrung
110 in einem Werkstück 100 in Form eines Motorblocks (Zylinderkurbelgehäuses) für
eine Brennkraftmaschine. Die Bohrung ist in Bezug auf ihre Bohrungsachse 112 rotationssymmetrisch
und erstreckt sich über eine Bohrungslänge L von einem im Einbauzustand dem Zylinderkopf
zugewandten Bohrungseintritt 114 bis zum Bohrungsaustritt 116 an gegenüberliegenden
Ende. Die Bohrung kann in drei aneinander angrenzende Abschnitte unterschiedlicher
Funktion unterteilt werden, die gleitend, d.h. ohne Bildung von Stufen oder Kanten,
ineinander übergehen.
[0047] Ein erster Bohrungsabschnitt 120 am eintrittsseitigen Ende hat einen ersten Durchmesser
D1 und eine erste Länge L1. Am gegenüberliegenden austrittsseitigen Ende erstreckt
sich über eine zweite Länge L2 ein zweiter Bohrungsabschnitt 130, dessen Innendurchmesser
(zweiter Durchmesser) D2 größer als der erste Durchmesser D1 ist. Zwischen dem ersten
Bohrungsabschnitt 120 und dem zweiten Bohrungsabschnitt 130 befindet sich ein teilweise
konischer Übergangsabschnitt 140, in dem ein kontinuierlicher Übergang vom ersten
Durchmesser zum zweiten Durchmesser erfolgt. Zwischen dem mittleren, im Wesentlichen
konischen Teil des Übergangsabschnitts und dem ersten Bohrungsabschnitt wird ein erster
Radius R1 gebildet, während zwischen dem Übergangsabschnitt und dem zweiten Bohrungsabschnitt
ein zweiter Radius R2 gebildet wird. Die Radien R1 und R2 können im Wesentlichen gleich
sein, es ist jedoch auch möglich, dass der erste Radius kleiner oder größer als der
zweite Radius ist.
[0048] Bei typischen Bohrungsgeometrien kann die erste Länge L1 beispielsweise zwischen
15% und 40% der Bohrungslänge L betragen. Die zweite Länge L2 ist typischerweise größer
als die erste Länge und liegt häufig zwischen 40% und 60% der Bohrungslänge L. Der
Übergangsabschnitt ist gegenüber den daran angrenzenden Bohrungsabschnitten normalerweise
relativ kurz. Typische dritte Längen L3 können im Bereich von 5% bis 20% der Bohrungslänge
L liegen. Auch Abweichungen von diesen geometrischen Verhältnissen sind möglich.
[0049] Der Durchmesserunterschied zwischen dem ersten Durchmesser D1 und dem zweiten Durchmesser
D2 liegt deutlich außerhalb der für die Honbearbeitung typischen Toleranzen, die für
eine Zylinderform in der Größenordnung von maximal 10 µm (bezogen auf den Durchmesser)
liegen. Bei einem Absolutwert des Innendurchmessers in der Größenordnung zwischen
70 mm und 150 mm kann der Durchmesserunterschied beispielsweise zwischen 20 µm und
90 µm liegen.
[0050] Die Radien R1, R2, die Längen der äußeren Bohrungsabschnitte und des Übergangsabschnitts
und der Tangentenwinkel T zwischen der Bohrungsachse und einer Tangente an den Übergangsabschnitt
können so optimiert sein, dass sich in typischen Betriebszuständen des Motors geringer
Blow-by, geringer Ölverbrauch und geringer Verschleiß der Kolbenringe ergeben.
[0051] Die Flaschenform der Bohrung führt dazu, dass die Bohrung im eintrittsnahen Bereich
vergleichsweise eng ist, so dass die Kolbenringe des in der Bohrung laufenden Kolbens
unter hoher Ringspannung an die Bohrungsinnenfläche 118 gedrückt werden. Dadurch wird
dort, wo die Verbrennung hauptsächlich erfolgt und hohe Drücke auftreten, eine zuverlässige
Abdichtung erreicht und der Ölfilm wird im Abwärtshub abgestreift. Der durch die Verbrennung
beschleunigte Kolben bewegt sich dann Richtung Bohrungsaustritt, wobei die Kolbenringe
zunächst den Übergangsabschnitt mit dem sich kontinuierlich erweiterten Innendurchmesser
und anschließend den zweiten Bohrungsabschnitt (teilweise) durchlaufen. Im Übergangsabschnitt
können sich die Kolbenringe allmählich entspannen, wobei die Abdichtung ausreichend
bleibt, weil die Druckdifferenz an den Kolbenringen sinkt. Zu Beginn des zweiten Bohrungsabschnitts
erreicht das Ringpaket seine niedrigste Spannung, so dass gerade im Bereich maximale
Kolbengeschwindigkeit Reibungsverluste durch verringerte Ringspannung reduziert werden.
Beim Aufwärtshub nimmt die Ringspannung dann wieder zu, sobald die Kolbenringe den
austrittsseitigen Radius des Übergangsabschnitts erreichen und diesen in Richtung
des ersten Bohrungsabschnitts durchlaufen.
[0052] Ein Feinbearbeitungsprozess, der eine solche Bohrung sowohl hinsichtlich der Makroform
(Flaschenform) als auch hinsichtlich der Oberflächenstruktur der tribologisch beanspruchten
Bohrungsinnenfläche in hoher Qualität wirtschaftlich erzeugen kann, umfasst bei Ausführungsformen
der Erfindung mindestens eine Honoperation, bei welcher ein Honwerkzeug besonderer
Konstruktion verwendet wird, welches in dieser Anmeldung auch als "Ringwerkzeug" bezeichnet
wird. Ein Ringwerkzeug hat mindestens eine ringförmig am Werkzeugkörper angebrachte
Schneidgruppe mit um den Umfang des Werkzeugkörpers verteilten Schneidstoffkörpern,
die mittels eines zugeordneten Zustellsystems in Radialrichtung zugestellt beziehungsweise
zurückgezogen werden können. Die Schneidstoffkörper sind als Honsegmente gestaltet,
deren Breite in Umfangsrichtung deutlich größer ist als ihre Länge in Axialrichtung.
Die für den Materialabtrag an Werkstück zuständigen Schneidstoffkörper sind in einer
axial relativ schmalen Zone (einem Ring der Schneidgruppe) konzentriert und nehmen
einen relativ großen Anteil des Umfangs des Honwerkzeugs ein. Dadurch können mit relativ
hoher Materialabtragsleistung Bohrungsformen erzeugt werden, bei denen in Axialrichtung
Bohrungsabschnitte unterschiedlicher Durchmesser aneinander angrenzen.
[0053] Fig. 2 zeigt in 2A einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Ringwerkzeugs
200 mit einer einzigen ringförmigen Schneidgruppe 220 und einfacher Aufweitung. Fig.
2B zeigt einen Querschnitt durch die Schneidguppe Das Ringwerkzeug 200 hat einen Werkzeugkörper
210, der eine Werkzeugachse 212 definiert, die gleichzeitig die Rotationsachse des
Ringwerkzeugs während der Honbearbeitung ist. Am spindelseitigen Ende des Ringwerkzeuges
(in Fig. 2A oben) befindet sich eine nicht näher dargestellte Kupplungsstruktur zum
Ankoppeln des Ringwerkzeuges an eine Antriebsstange einer Honmaschine oder einer anderen
Bearbeitungsmaschine, welche eine Arbeitsspindel hat, die sowohl um die Spindelachse
drehbar als auch parallel zur Spindelachse oszillierend hin- und her bewegbar ist.
[0054] Am spindelabgewandten Ende des Werkzeugkörpers (in Fig. 2A unten) befindet sich die
ringförmige Schneidgruppe 220, die mehrere (im Beispielsfall drei) gleichmäßig über
den Umfang des Werkzeugkörpers verteilte Schneidstoffkörper 220-1, 220-2, 220-3 aufweist,
welche mithilfe eines Schneidstoffkörper-Zustellsystems radial zur Werkzeugachse 212
nach außen zugestellt werden können, um die abrasiv wirkenden Außenseiten des Schneidstoffköpers
mit einer definierten Andrückkraft bzw. Anpresskraft an die Innenfläche einer zu bearbeitenden
Bohrung anzudrücken. Jeder der drei bogenförmig gekrümmten Schneidstoffkörper ist
als ein in Umfangsrichtung sehr breites, in Axialrichtung dagegen schmales Honsegment
gestaltet, welches ein Umfangswinkelbereich zwischen 115° und 120° abdeckt. Die Honsegmente
sind vom Werkzeugkörper entkoppelt und relativ zu diesem radial zur Werkzeugachse
212 verschiebbar. Der durch die Honsegmente gebildete Ring schließt am spindelabgewandten
Seite bündig mit dem Werkzeugkörper ab, so dass der Ring vollständig innerhalb der
spindelabgewandten Hälfte des Werkzeugkörpers am spindelabgewandten Ende des Ringwerkzeugs
sitzt.
[0055] Die axiale Länge LHS der Honsegmente liegt bei weniger 15%, insbesondere bei weniger
als 10% der Bohrungslänge L. Die Honsegmente sind ca. 4 mm bis 35 mm, insbesondere
ca. 10 mm hoch (in Axialrichtung), was im Beispielsfall zwischen 5% und 30%, insbesonder
zwischen 10% und 20% des wirksamen Außendurchmessers der Schneidgruppe entspricht.
Die axiale Länge LHS entspricht hier gleichzeitig der axialen Länge des gesamten Schneidbereichs
des Honwerkzeugs.
[0056] Jeder Schneidstoffkörper ist an einer Außenseite einer zugeordneten Tragleiste 224-1,
224-2 aus Stahl durch Löten befestigt. Alternativ kann der Schneidstoffkörper auch
durch Kleben oder mittels Schrauben befestigt werden, wodurch eine leichtere Auswechslung
möglich ist. Jede Tragleiste hat an ihrer Innenseite eine Schrägfläche, die mit einer
konischen Außenfläche eines axial verschiebbaren Zustellkonus 232 in der Weise zusammenwirkt,
dass die Tragleisten mit den davon getragenen Schneidstoffkörpern nach radial außen
zugestellt werden, wenn der Zustellkonus mittels einer maschinenseitigen Zustellvorrichtung
gegen die Kraft von Rückholfedern 234, 226, 228 in Richtung des spindelabgewandten
Endes des Ringwerkzeugs gedrückt wird. Bei entgegengesetzter Zustellbewegung werden
die Tragleisten mit den Honsegmenten mit Hilfe umlaufender Rückholfedern 226, 228
nach radial innen zurückgeholt. Die radiale Position der Schneidstoffkörper wird dadurch
spielfrei über die axiale Position des Zustellkonus 232 gesteuert.
[0057] Dieses Werkzeugkonzept ist besonders geeignet für die Bearbeitung von Zylinderbohrungen
mit reduziertem Honüberlauf, beispielsweise mit maximal 5 mm Honüberlauf. Derartige
Geometrien treten typischerweise bei Sacklochbohrungen oder im Monoblock - oder V-Motoren
auf.
[0058] In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel eines Ringwerkzeugs 300 gezeigt, welches ebenfalls
eine einzige ringförmige Schneidgruppe 320 aufweist, die am spindelabgewandten, stirnseitigen
Ende des Werkzeugkörpers 310 angeordnet ist. Fig. 3A zeigt einen Längsschnitt durch
das Ringwerkzeug, Fig. 3B einen Querschnitt durch die Schneidgruppe. Im Gegensatz
zum Ausführungsbeispiel von Fig. 2 handelt es sich aber um Honwerkzeug mit Doppelaufweitung.
Die ringförmige Schneidgruppe 320 hat zwei unabhängig voneinander zustellbare Gruppen
von Honsegmenten, wobei die Honsegmente der Gruppen jeweils in Umfangsrichtung abwechselnd
zueinander angeordnet sind. Eine erste Gruppe von Honsegmenten hat drei um jeweils
120° umfangsversetzt zueinander angeordnete erste Honsegmente 320-1. Jeweils dazwischen
sind drei zweite Honsegmente 320-2 einer zweiten Gruppe von Honsegmenten angeordnet.
Die erste Gruppe hat Schneidstoffkörper mit einem relativ groben Schneidbelag, während
die zweite Gruppe Schneidstoffkörper mit einem relativ dazu feineren Schneidbelag
aufweist. Zwischen unmittelbar benachbarten Honsegmenten sind jeweils axiale Führungsleisten
326 angeordnet. Zwischen dem Werkeugkörper 310 und der zur Ankopplung des Honwerkzeugs
an eine Arbeitsspindel o.dgl vorgesehenen Kupplungsstruktur 340 ist ein Kugelgelenk
350 vorgesehen, so dass das Honwerkzeug gegenüber der Honspindel in mehreren Achsen
begrenzt beweglich ist.
[0059] Die ersten Honsegmente können mit Hilfe eines ersten Zustellsystems radial zugestellt
werden. Zu diesem gehört eine zentrisch am Werkzeugkörper verlaufende erste Zustellstange
332-I, die am spindelabgewandten Ende einen konischen Abschnitt hat, der mit den Schrägflächen
von Tragleisten der ersten Gruppe von Honsegmenten zusammenwirkt. Ein zweites Zustellsystem
dient der Zustellung der zweiten Gruppe von Honsegmenten und weist ein rohrförmiges
Zustellelement 332-A auf, welches die Zustellstange 332-I umschließt und an ihrem
spindelabgewandten Ende eine konische Außenfläche hat, die mit Schrägflächen an den
Tragleisten der zweiten Honsegmente zusammenwirkt.
[0060] Mit Hilfe des ersten Zustellsystems können die drei Honsegmente der ersten Gruppe
von Honsegmenten aufgeweitet werden, um eine bestimmte Honoperation, beispielsweise
eine Glatthonoperation oder eine Strukturhonoperation, durchzuführen. Wird stattdessen
die andere Gruppe von Honsegmenten zugestellt, die eine andere Schneidbelagsorte aufweisen,
kann eine andere Honoperation, beispielsweise eine Entgrathonoperation oder eine Plateauhonoperation,
durchgeführt werden. Mit Hilfe des Ringwerkzeuges mit Doppelaufweitung können zwei
unterschiedliche Honoperationen nacheinander durchgeführt werden, ohne zwischenzeitlich
einen Werkzeugwechsel vorzunehmen oder eine andere Honspindel zur Bearbeitung zu nutzen.
[0061] Fig. 4 zeigt in 4A einen schematischen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines
Ringwerkzeugs 400 mit Doppelaufweitung, welches im Unterschied zum Ausführungsbeispiel
von Fig. 3 zwei ringförmige Schneidgruppen 420-1 und 420-2 aufweist, die axial versetzt
zueinander im spindelabgewandten Teil des Werkzeugkörpers 410 angebracht sind. Jede
der ringförmigen Schneidgruppe (Querschnitt in Fig. 4B) hat drei gemeinsame zustellbare
Honsegmente, die jeweils zwischen ca. 110° und 115° des Umfangs abdecken. Die axiale
Länge der Honsegmente ist demgegenüber klein und beträgt typischerweise weniger als
10% der Bohrungslänge und/oder zwischen 10% und 20% des wirksamen Außendurchmessers
des Honwerkzeugs im Bereich der Schneidstoffkörper. Zwischen benachbarten Honsegmenten
sind am Werkzeugkörper jeweils Messdüsen 440 eines pneumatischen Durchmessermesssystems
angebracht. Die Schneidgruppen liegen axial nahe beieinander, so dass der Schneidbereich
des Honwerkzeugs, im welchem die beiden ringförmigen Schneidgruppen liegen, in Axialrichtung
wesentlich kürzer ist als der wirksame Außendurchmessers des Honwerkzeugs.
[0062] Bei manchen Ausführungsformen sind die Schneidstoffkörper in Bezug auf den Werkzeugkörper
elastisch nachgiebig gelagert. Dadurch kann ggf. die Fähigkeit zur Konturverfolgung
bei Axialbewegung verbessert werden. Beispielsweise können zwischen den Trägerelementen
und den Schneidstoffkörpern Federelemente (z.B. Blattfedern, Spiraldruckfedern der
dergleichen) zwischengeschaltet sein. Es ist auch möglich, die Trägerelemente in sich
elastisch nachgiebig zu gestalten, z.B. indem an geeigneten Stellen Schwächungen des
Trägermaterialquerschnitts in Form von Schlitzen oder dergleichen konstruktiv vorgesehen
sind.
[0063] Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, unter Verwendung von einem oder mehreren
Ringwerkzeugen der in dieser Anmeldung beschriebenen Art flaschenförmige Bohrungen
mit einer gewünschten Oberflächenstruktur der Bohrungsinnenfläche herzustellen. Ein
erstes Ausführungsbeispiel wird im Zusammenhang mit den Fig. 5 und 6 beschreben.
[0064] Bei dieser Verfahrensvariante wurde zunächst ein konventionelles Honwerkzeug mit
axial relativ langen, schmalen Honleisten verwendet, um ausgehend von einer z.B. durch
Feinbohren vorbearbeiteten Bohrung eine gehonte Bohrung mit Kreiszylinderform zu erzeugen.
Die axiale Leistenlänge I betrug dabei ca. 1/2 bis 2/3 der gesamten Bohrungslänge
L. Bei einer ersten Honoperation (Vorhonen) wurde mit Diamantleisten vom Typ D107
gearbeitet, eine anschließende Zwischenhonoperation wurde mit feiner Körnung (Körnung
D54) durchgeführt. Dadurch wurde eine im Wesentlichen kreiszylindrische Bohrungsform
mit geringer Abweichung zur Idealform und mit einer relativ glatten Oberfläche (R
Z < 8 µm) hergestellt. Der eintrittsseitige und austrittsseitige Honüberlauf S betrug
dabei ähnlich wie bei konventionellen Verfahren ca. 1/3 der Leistenlänge. Der Honüberlauf
kann bei der Bearbeitung von V- oder Monoblockmotoren verkürzt werden.
[0065] Eine nachfolgende dritte Honoperation war als Flaschenhonoperation konzipiert. Mit
Hilfe einer Flaschenhonoperation wird durch axial variierenden Materialabtrag mit
geometrisch unbestimmtem Schneiden eine flaschenförmige Bohrungsform erzeugt. Dabei
wurde in der dritten Honoperation (Flaschenhonoperation) ebenfalls mit relativ langen
Honleisten mit Leistenlänge I = 2/3 L und einer speziellen Hubsteuerung gearbeitet,
die anhand von Fig. 6 erläutert wird. Fig. 6 zeigt schematisch die Hubposition HP
des Honwerkzeugs als Funktion der Honzeit t bei der Flaschenhonoperation. Nach dem
Einfahren des Honwerkzeuges verläuft die Bearbeitung der Zylinderlauffläche zunächst
von einem ersten Zeitpunkt t
1 bis zu einem zweiten Zeitpunkt t
2 mit der gleichen Hublänge in einer ersten Hublage genau wie bei der Bearbeitung einer
kreiszylindrischen Bohrung. Der Begriff "Hublage" bezeichnet hierbei den Bereich zwischen
dem oberen Umsteuerpunkt UO und dem unteren Umsteuerpunkt UU einer Hubbewegung. Jede
Verlagerung eines Umsteuerpunktes ändert somit auch die Hublage.
[0066] Ab einem definierten zweiten Zeitpunkt t
2 schaltet die Honmaschine automatisch auf eine inkrementelle Veränderung der Hublage
um und nach jedem Hub wird der obere Umsteuerpunkt UO inkrementell in Richtung des
unteren Umsteuerpunkts UU verändert. Die zeitliche Lage des zweiten Zeitpunkts t
2 kann beispielsweise über eine bestimmte Hubanzahl oder über eine vorgegebene Honzeit
oder über einen vorgegebenen Materialabtrag oder eine anderen auslösenden Parameter
definiert werden. Das Ausmaß des Inkrements IN, um das sich der obere Umsteuerpunkt
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Hüben verändert, kann ebenfalls nach Bedarf eingestellt
werden. Nach Abschluss der Hubverlagerungsphase zu einem dritten Zeitpunkt t
3 wird die Bohrung mit der erreichten, neuen dritten Hublage so lange gehont, bis der
zweite Bohrungsabschnitt den gewünschten Durchmesser erreicht und die Flaschenform
(vgl. Fig. 1) erzeugt ist.
[0067] Je nachdem, wie die inkrementelle Variation der Hubverlagerung und der zeitliche
Ablauf der Hubverlagerung vorgegeben werden, ergeben sich unterschiedliche Radien
und Tangentenwinkel im Übergangsabschnitt. Diese Parameter können daher über die Parameter
der Hubverlagerung vorgegeben werden. Die Flaschenhonoperation wird zweckmäßig mit
Honleisten durchgeführt, deren Schneidstoffkörner feiner sind als diejenigen beim
Vorhonen oder Zwischenhonen. Beispielsweise kann mit Diamantkörnern im Bereich D35
gearbeitet werden, um eine Flaschenform mit bereits relativ feiner Oberflächenstruktur
zu erhalten.
[0068] Bei der Erzeugung der Flaschenform mit Hilfe relativ langer Honleisten und inkrementeller
Hubverlagerung kann sich im Übergangsbereich eine relativ raue Oberflächenstruktur
mit kleinen Stufen ähnlich einem Sägeprofil ergeben. Derartige Strukturen sind in
der Regel unerwünscht. Um die erwünschte Oberflächenstruktur gleichmäßig auf der gesamten
Bohrungsinnenfläche inklusive dem Übergangsabschnitt und den daran anschließenden
Radien zu erhalten, wird daher bei dem hier beschriebenen Verfahren nach der Flaschenhonoperation
eine Verrundung der Radien und eine Glättung der Oberfläche mit Hilfe eines Ringwerkzeus
durchgeführt. Hier kann mit nochmals feineren Schneidmitteln gearbeitet werden, beispielsweise
im Bereich D10 bis D15, insbesondere D12. Die Auswahl eines geeigneten Ringwerkzeuges
(z.B. Einfachaufweitung, Doppelaufweitung mit zwei Schneidgruppen, angeordnet in einem
gemeinsamen Ring, oder Doppelaufweitung mit zwei Schneidgruppen, angeordnet in zwei
axial versetzten ringförmigen Schneidgruppen) hängt unter anderem vom Design des Zylinderblocks
ab. Die Werkzeugauswahl kann beispielsweise am Ausmaß der möglichen Honüberläufe und/oder
an der Lage und Größe von Querbohrungen orientiert sein. Wenn beispielsweise ein Zylinderkurbelgehäuse
eine große Querbohrung hat, ist es in der Regel sinnvoll, mit einem Ringwerkzeug mit
Einfachaufweitung (vgl. z.B. Fig. 2) zu arbeiten. In einem beispielhaften Prozess
wurde ein solches Ringwerkzeug mit einer ringförmigen Schneidgruppe eingesetzt, um
Rillen oder Grate, welche während der Bearbeitung der Flaschenhonoperation in dem
Übergangsabschnitt entstanden sind, zu glätten. Mit Hilfe des Ringwerkzeuges können
auch die Radien des Übergangsbereichs verrundet und die Oberflächenwerte so verändert
werden, dass sie im Wesentlichen identisch mit den Oberflächenwerten in den benachbarten
ersten und dritten Bohrungsabschnitten sind.
[0069] Fig. 7 zeigt hierzu ein Messdiagramm eines abgerundeten Profils eines flaschenförmigen
Zylinders nach dem Einsatz eines Ringwerkzeuges mit Einfachaufweitung in dem hier
dargestellten Prozess. Die Skalierung in der x-Achse des Diagramms (parallel zur Bohrungsachse)
beträgt 5 mm pro gezeigter Maßeinheit, in der y-Achse (in Radialrichtung der Bohrung)
beträgt eine Maßeinheit 10 µm.
[0070] Die Verwendung eines Ringwerkzeuges bringt hier nicht nur Vorteile im Hinblick auf
den glatten, kantenfreien Verlauf der Bohrungskontur in Axialrichtung. Da bei Ringwerkzeugen
der hier beschriebenen Art die Schneidstoffkörper einer ringförmigen Schneidgruppe
einen großen Teil des Umfangs des Honwerkzeugs (beispielsweise zwischen 70% und 80%)
einnehmen, ergibt sich außerdem beim Honen eine sehr gleichmäßige Überdeckung der
bearbeiteten Bohrungsinnenfläche bei allen axialen Positionen. Der Begriff "Überdeckung"
bezeichnet hierbei qualitativ die Gleichmäßigkeit der Verteilung von Honriefen über
die gesamte Bohrungslänge und den Umfang. Werden konventionelle Honwerkzeuge mit axial
relativ langen Honleisten verwendet, kann unter Umständen eine ungleichmäßige Rauheit
oder Welligkeit in der Bohrung generiert werden. Dieses Problem kann je nach Blockdesign
noch schärfer auftreten, wenn beispielsweise Motorblöcke mit kürzeren Honausläufen
bearbeitet werden müssen. Bei einem Honauslauf von nur wenigen Millimetern Länge kann
es zu einem ungleichmäßigen Verschleiß der langen Honleisten kommen, so dass die Bohrung
im unteren Umsteuerpunkt einen geringeren Durchmesser als im oberen Umsteuerpunkt
bekommen kann. Solche Probleme sind bei Verwendung konventioneller Honwerkzeuge (mit
langen Honleisten) zwar durch Wahl geeigneter Honparameter weitgehend zu vermeiden,
die Auslegung der entsprechenden Honprozesse ist aber relativ zeit- und kostenintensiv.
Häufig müssen mehrere Versuche durchgeführt werden, bis eine Honprozessauslegung so
optimiert ist, dass ungleichmäßige Bearbeitung mit langen Leisten vermieden wird.
Bei Verwendung eines Ringwerkzeuges können viele der konventionell auftretenden Probleme
vermieden werden. Zu den Vorteilen von Ringwerkzeugen gehören unter anderem:
- 1. Weil ein großer Anteil des Umfangs des Honwerkzeuges im Bereich einer ringförmigen
Schneidgruppe mit Schneidstoffkörpern besetzt ist, kann eine Bohrungsinnenfläche mit
Hilfe eines Ringwerkzeuges viel schneller strukturiert werden als mit Hilfe eines
Leistenwerkzeuges. Dadurch können ggf. Taktzeiten verkürzt werden.
- 2. Wird die Hublänge verstellt, um beispielsweise die Form zu korrigieren, ergeben
sich bei Verwendung von Ringwerkzeugen keine störenden Ungleichmäßigkeiten der Rauheitsverteilung,
da die Überdeckung auch bei veränderter Hublänge beibehalten wird.
- 3. Ringförmige Schneidgruppen verschleißen im Wesentlichen gleichmäßig, so dass unerwünschte
Konizitäten vor allem im Bereich des unteren Umsteuerpunkts bei Verwendung von Ringwerkzeugen
vermieden werden können.
- 4. Die Einrichtung einer Honmaschine für einen neuen Honprozess kann bei Verwendung
von Ringwerkzeugen viel einfacher und schneller als bei Verwendung konventioneller
Leistenhonwerkzeuge verlaufen. Die Überdeckung wird, bedingt durch die Werkzeugkonstruktion,
im Rahmen der Anforderungen ausreichend gleichmäßig sein.
[0071] Wird anstelle eines Ringwerkzeuges mit einfacher Aufweitung ein Ringwerkzeug mit
einem einzigen Schneidgruppenring und Doppelaufweitung (vgl. z.B. Fig. 3) für die
Strukturierung verwendet, wird es in der Regel erforderlich sein, die Hubanzahl gegenüber
der Verwendung eines einfach aufweitenden Ringwerkzeuges zu erhöhen, um eine gleichmäßige
Überdeckung zu gewährleisten. Die Vorteile von Ringwerkzeugen bleiben aber erhalten
und die erforderliche Hubanzahl für eine gleichmäßige Strukturerung der Bohrungsinnenfläche
wird immer noch geringer sein als die entsprechende Hubzahl bei Verwendung eines konventionellen
Honwerkzeugs mit langen Honleisten.
[0072] Bei Verwendung eines Ringwerkzeuges kann die Zustellkraft zweckmäßig mittels einer
hydraulischen Aufweitung ausgeübt werden, so dass die Oberfläche im Wesentlichen mit
konstanter Kraft bearbeitet werden kann. Die Verfolgung der in Axialrichtung variierenden
Kontur kann sich dann durch die Bauart bedingt allein schon durch die Nachgiebigkeit
der hydraulischen Aufweitung einstellen.
[0073] Nach der Glättung der Bohrungsinnenfläche und Verrundung der Radien mit Hilfe eines
Ringwerkzeuges können ein oder mehrere weitere Honoperationen nachgeschaltet werden,
um die endgültig gewünschte Oberflächenstruktur an der flaschenförmigen Bohrung zu
erzeugen.
[0074] Bei dem hier beispielhaft beschriebenen Prozess schließt sich zunächst eine fünfte
Honoperation an, die hier als "Spiralstrukturhonen mit Ringwerkzeug" bezeichnet wird.
Bei dieser Honoperation werden die axialen Geschwindigkeiten und die Drehzahl des
Honwerkzeuges so aufeinander abgestimmt, dass relativ große Honwinkel, beispielsweise
in der Größenordnung um 140°, erzeugt werden. Selbstverständlich können bei anderen
Verfahrensvarianten auch andere Honwinkel und/oder Rauheitsprofile erzeugt werden.
Das Spiralstrukturhonen ist in dem Beispielsfall so ausgelegt, dass praktisch kein
globaler Materialabtrag mehr erzielt wird, sondern lediglich in die nach dem Verrunden
sehr glatte Oberfläche mit Hilfe eines relativ grobkörnigen Schneidstoffkörpers mit
geringer Schneidkorndichte Riefen geeigneter Tiefe und Verteilung erzeugt werden.
Es können z.B. Schneidstoffkörper mit Schneidmittelkorndichte 1,25 bis 15 Vol. % und/oder
Korngröße 35 bis 200 µm verwendet werden (vgl. z.B.
DE 10 2005 018 277 A1).
[0075] Anschließend wird in einer sechsten und letzten Honoperation die vorher strukturierte
Oberfläche noch entgratet (Entgrathonen). Hierzu wird vorzugsweise ebenfalls ein Ringwerkzeug
mit feinen Schneidmitteln verwendet, beispielsweise das gleiche Ringwerkzeug, welches
auch für die vierte Honoperation (Verrundung der Radien und Glatthonen) verwendet
wurde. Hier kann mit unterschiedlichen Aufweitungsarten gearbeitet werden. Die Aufweitungsart
kann hydraulisch/hydraulisch, hydraulisch/mechanisch oder mechanisch/mechanisch ausgelegt
sein. Bei einer mechanischen Aufweitung kann z.B. kraftgesteuert über eine servomechanische
Aufweitung (hydraulic-like) oder positions- und kraftgesteuert gefahren werden.
[0076] Bei einer alternativen Verfahrensvariante wird bei der Flaschenhonoperation, also
bei der Erzeugung einer flaschenförmigen Bohrungsform aus einer vorher noch kreiszylindrischen
Bohrungsform, ein aufweitbares Ringwerkzeug verwendet. Hierzu ist vorgesehen, dass
die Steuerung des Aufweitungssystems für die radiale Zustellung der Honsegmente mit
der Steuerung für die Hubposition gekoppelt wird, damit das Ringwerkzeug den Übergangsabschnitt
mit dem sich verändernden Durchmesser genau generieren kann und auch im zylindrischen
ersten und zweiten Bohrungsabschnitt mit geeigneter Andrückkraft arbeitet (vgl. Fig.
8). Die Flaschenhonoperation kann als zweite Honoperation unmittelbar nach dem Vorhonen
vorgesehen sein und insoweit die zweite bis vierte Honoperation des ersten Ausführungsbeispiels
ersetzen. Die hubabhängige Steuerung der Aufweitung erfolgt dann so, dass die Honsegmente
der Schneidgruppe bei einem Abwärtshub entsprechend der Flaschenform in Abhängigkeit
von der Hubposition weg- und kraftgesteuert radial nach außen zugestellt und bei einem
Aufwärtshub entsprechend der Flaschenform in Abhängigkeit von der Hubposition im Bereich
des Übergangsabschnitts wieder radial zurückgezogen werden. So kann von Anfang an
ein glatter Konturverlauf im Übergangsabschnitt erreicht werden.
[0077] An der Honmaschine kann dies dadurch erreicht, dass bestimmte Hubbereiche entsprechend
den ersten bis dritten Bohrungsabschnitten im Steuerprogramm eingegeben werden, so
dass die Schneidgruppe durch weg- und kraftgesteuerte Aufweitung beim Abwärtshub ab
Ende des ersten Bohrungsabschnitts aufweitet. Beim Aufwärtshub fährt die Aufweitung
der Schneidgruppe dann ab Ende des dritten Bohrungsabschnitts zurück, so dass der
erwünschte programmierte flaschenförmige Zylinder generiert wird. Fig. 8 zeigt hierzu
beispielhaft ein schematisches Diagramm, welches die Abhängigkeit der axialen Hubposition
HP (durchgezogene Linie) und der radialen Aufweitposition AP (gestrichelte Linie)
als Funktion der Honzeit t beim Flaschenhonen mit Ringwerkzeug zeigt.
[0078] Ringwerkzeuge der hier beschriebenen Art können nicht nur zur Erzeugung bzw. Bearbeitung
von flaschenförmigen Bohrungen verwendet werden, sondern können auch ohne Modifikation
bei der Bearbeitung von Bohrungen mit anderer Geometrie erhebliche Vorteile bringen.
Beispielsweise ist es möglich, ein Ringwerkzeug mit Doppelaufweitung und einem einzigen
Schneidgruppenring identisch oder ähnlich dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 dazu
zu verwenden, an einer Bohrung eine Freiform mit einem unrunden Bohrungsquerschnitt
zu erzeugen. Dies wird üblicherweise als Formhonen bezeichnet. Beispielsweise kann
mit Hilfe des Ringwerkzeuges ein Bohrungsabschnitt mit Kleeblattform oder Ellipsenform
des Querschnitts erzeugt werden. Hierzu muss die Honmaschine die Möglichkeit besitzen,
das erste Zustellsystem und das zweite Zustellsystem gleichzeitig zu steuern, wobei
je nach Hubposition und Winkelposition der Schneidgruppe zu der Bohrung die Aufweitungen
mit unterschiedlicher Kraft/Position gesteuert werden müssen, so dass die Freiform
entstehen kann.
[0079] Es ist auch möglich, mit einem Ringwerkzeug eine Bohrungsform zu erzeugen und/oder
zu bearbeiten, die einen kegelstumpfförmigen Bohrungsabschnitt (Konusabschnitt) aufweist,
der relativ abrupt oder mit Übergangsradius in einen angrenzenden zylindrischen Bohrungsabschnitt
übergeht, ohne dass sich ein weiterer Bohrungsabschnitt anschließt. Dadurch kann z.B.
eine Bohrung mit Trichterform erzeugt werden, die einen eingangsseitigen zylindrischen
ersten Bohrungsabschnitt mit einem ersten Durchmesser hat, der sich in einem angrenzenden
zweiten Bohrungsabschnitt zum Bohrungsgrund hin konisch bis zu einem Maximaldurchmesser
vergrößert. Der Durchmesserunterschied zwischen dem zylindrischen ersten Bohrungsabschnitt
und dem Maximaldurchmesser im konischen zweiten Bohrungsabschnitt kann z.B. zwischen
ca. 20 µm und ca. 90 µm liegen. Die axiale Länge des zylindrischen ersten Bohrungsabschnitts
kann z.B. zwischen 20% und 80% der gesamten Bohrungslängeliegen.
[0080] Weiterhin ist es möglich, mithilfe eines Ringwerkzeugs in einer Bohrung einen tonnenförmigen
Bohrungsabschnitt, d.h. eine Ausbauchung in einer ansonsten weitgehend zylindrischen
Bohrung zu erzeugen. Die Ausbauchung kann etwa mittig oder aber in der Nähe eines
der Bohrungsenden liegen.
[0081] Bei Verwendung eines Ringwerkzeuges ist es auch relativ kostengünstig möglich, eine
Zylinderlauffläche so zu bearbeiten, dass im Bereich des oberen Totpunktes und/oder
im Bereich des unteren Totpunktes schmale Streifen mit anderen Oberflächenstrukturen
vorliegt als im mittleren Bereich höchster Kolbengeschwindigkeit. Diese Variante wird
hier als "Streifenhonen" bezeichnet. Ein hierzu geeignetes konventionelles Verfanren
und ein entsprechend angepasstes Honwerkzeug sind z.B. in der
DE 195 42 892 C2 beschrieben. Dort wird zusätzlich zu einer Honbearbeitung, die die gesamte axiale
Länge des Honwerkzeuges mit langen Honleisten bearbeitet, eine kurzhubige Honbearbeitung
mit Hilfe kurzer Honleisten durchgeführt, wobei diese Honbearbeitung nur den Bereich
des oberen Totpunktes bzw. des unteren Totpunktes abdeckt.
[0082] Bei Verwendung eines Ringwerkzeuges mit Doppelaufweitung und zwei axial versetzten
Schneidgruppen (vgl. z.B. Fig. 4) sind entsprechende Oberflächenbearbeitungen ebenfalls
möglich. Beispielsweise kann mit der ersten ringförmigen Schneidgruppe eine langhubige
Bearbeitung der gesamten Bohrungslänge durchgeführt werden, bevor dann beispielsweise
mit der zweiten Schneidgruppe im Bereich des oberen Totpunktes eine kurzhubige Bearbeitung
zur Erzeugung einer besonderen Struktur im Bereich des oberen Totpunktes durchgeführt
wird.
[0083] Bei entsprechender variabler Steuerung des Verhältnisses zwischen Hubfrequenz und
Drehfrequenz der Arbeitsspindel kann auf einfache Weise auch erreicht werden, ein
solches Streifenhonen mit unterschiedlichen Honwinkeln in unterschiedlichen axialen
Bohrungsabschnitten durchzuführen (vgl. z.B. Fig. 4 aus
DE 10 2007 032 370 A1).
1. Honverfahren zur Bearbeitung der Innenfläche einer Bohrung in einem Werkstück mithilfe
mindestens einer Honoperation, insbesondere zum Honen von Zylinderlaufflächen bei
der Herstellung von Zylinderblöcken oder Zylinderlaufbuchsen für Hubkolbenmaschinen,
wobei während einer Honoperation ein aufweitbares Honwerkzeug innerhalb der Bohrung
zur Erzeugung einer Hubbewegung in Axialrichtung der Bohrung auf und ab bewegt und
gleichzeitig zur Erzeugung einer der Hubbewegung überlagerten Drehbewegung gedreht
wird,
wobei eine von der Kreiszylinderform abweichende Bohrungsform erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet,
dass eine flaschenförmige Bohrung erzeugt wird, die anschließend an einen Bohrungseintritt
einen ersten Bohrungsabschnitt mit einem ersten Durchmesser, entfernt von dem Bohrungseintritt
einen zweiten Bohrungsabschnitt mit einem zweiten Durchmesser, der größer als der
erste Durchmesser ist, und zwischen dem ersten und dem zweiten Bohrungsabschnitt einen
Übergangsabschnitt mit einem kontinuierlichen Übergang vom ersten zum zweiten Durchmesser
aufweist,
wobei bei mindestens einer Honoperation ein Ringwerkzeug (200, 300, 400) verwendet
wird, das mindestens .eine ringförmige Schneidgruppe (220, 320, 420) mit drei oder
mehr um den Umfang eines Werkzeugkörpers verteilten, durch Verschiebung in Radialrichtung
bei der Zustellung radial zustellbaren Schneidstoffkörpern aufweist, die als in Umfangsrichtung
breite und in Axialrichtung schmale Honsegmente gestaltet sind, wobei eine in Axialrichtung
gemessene axiale Länge der Honsegmente kleiner als die in Umfangsrichtung gemessene
Breite und die axiale Länge des mit Schneidstoffkörpern ausgestatteten Schneidbereichs
kleiner als der wirksame Außendurchmesser des Honwerkzeugs ist.
2. Honverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst eine Bohrung mit kreiszylindrischer Bohrungsform erzeugt wird und danach
in einer Flaschenhonoperation durch Honen mit axial variierendem Honabtrag eine flaschenförmige
Bohrungsform erzeugt wird.
3. Honverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Flaschenhonoperation ein aufweitbares Honwerkzeug mit mindestens einer ringförmigen
Schneidgruppe verwendet wird, wobei Honsegmente der Schneidgruppe bei einem Abwärtshub
entsprechend der Flaschenform in Abhängigkeit von der Hubposition radial zugestellt
und bei einem Aufwärtshub entsprechend der Flaschenform in Abhängigkeit von der Hubposition
radial zurückgezogen werden.
4. Honverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Flaschenhonoperation ein aufweitbares Honwerkzeug mit Honleisten verwendet
wird, deren Länge mehr als 50% der Länge der Bohrung beträgt, wobei in einer ersten
Phase das Honwerkzeug in einer ersten Hublage zwischen einem oberen und einen unteren
Umsteuerpunkt auf und ab bewegt wird, danach in einer zweiten Phase der obere Umsteuerpunkt
inkrementell in Richtung des unteren Umsteuerpunkts verändert wird, so dass eine Verlagerung
der Hublage in Richtung einer zweiten Hublage im Bereich des zweiten Bohrungsabschnitts
erfolgt, und danach in einer dritten Phase das Honwerkzeug in der zweiten Hublage
auf und ab bewegt wird.
5. Honverfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Flaschenhonoperation eine Glättungshonoperation zur Glättung des Bohrungsprofils
im Übergangsbereich durchgeführt wird, wobei bei der Glättungshonoperation ein aufweitbares
Honwerkzeug mit mindestens einer ringförmigen Schneidgruppe verwendet wird, wobei
vorzugsweise bei der Glättungshonoperation die Schneidstoffkörper mit konstanter Zustellkraft
an die Innenfläche der Bohrung gedrückt werden.
6. Honwerkzeug, insbesondere zur Durchführung des Honverfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, mit einem Werkzeugkörper (210, 310, 410), der eine Werkzeugachse definiert,
mindestens einer an dem Werkzeugkörper angebrachten Schneidgruppe (220, 320, 420)
mit Schneidstoffkörpern zum materialabtragenden Bearbeiten der Innenfläche einer Bohrung,
und einem der Schneidgruppe zugeordneten Schneidgruppen-Zustellsystem zur Ausübung
einer radial zur Werkzeugachse wirkenden Zustellkraft auf die Schneidstoffkörper der
Schneidgruppe,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Honwerkzeug (200, 300, 400) als Ringwerkzeug ausgebildet ist und mindestens eine
ringförmige Schneidgruppe (220, 320, 420) mit drei oder mehr um den Umfang des Werkzeugkörpers
verteilten, durch Verschiebung in Radialrichtung bei der Zustellung radial zustellbaren
Schneidstoffkörpern (220-1, 220-2, 220-3) aufweist, die als in Umfangsrichtung breite
und in Axialrichtung schmale Honsegmente gestaltet sind, wobei eine in Axialrichtung
gemessene axiale Länge (LHS) der Honsegmente kleiner als die in Umfangsrichtung gemessene
Breite und die axiale Länge des mit Schneidstoffkörpern ausgestatteten Schneidbereichs
kleiner als der wirksame Außendurchmesser des Honwerkzeugs ist,
wobei das Ringwerkzeug (200, 300) eine einzige ringförmige Schneidgruppe (220, 320)
aufweist, die an einem freien Ende des Werkzeugkörpers (210, 310) angeordnet ist.
7. Honwerkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge der Honsegmente weniger als 30% des wirksamen Außendurchmessers
des Honwerkzeugs beträgt, insbesondere zwischen 10% und 20% dieses Außendurchmessers
und/oder dass die axiale Länge der Honsegmente im Bereich von 5 mm bis 20 mm liegt
und/oder dass die axiale Länge der Honsegmente weniger als 10% der Bohrungslänge der
zu honenden Bohrung beträgt.
8. Honwerkzeug nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als die Hälfte des Umfangs einer ringförmigen Schneidgruppe (220, 320, 420),
insbesondere mehr als 70% dieses Umfangs, mit Schneidstoffkörpern besetzt ist.
9. Honwerkzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schneidgruppe aus drei, vier, fünf oder sechs Honsegmenten besteht.
10. Honwerkzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidgruppe (220, 320, 420) derart in der Nähe eines spindelabgewandten Endes
des Werkzeugkörpers angeordnet ist, dass sich die Schneidgruppe ausschließlich in
der spindelabgewandten Hälfte des Werkzeugkörpers befindet.
11. Honwerkzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine ringförmige Schneidgruppe (320) zwei unabhängig voneinander zustellbare Gruppen
von Honsegmenten (320-1, 320-2) aufweist, wobei Honsegmente der Gruppen in Umfangsrichtung
abwechselnd angeordnet sind.
12. Honwerkzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass am Honwerkzeug ein oder mehrere Sensoren eines Durchmessermesssystems angeordnet
sind, wobei vorzugsweise zwischen benachbarten Honsegmenten am Werkzeugkörper jeweils
Messdüsen (440) eines pneumatischen Durchmessermesssystems angebracht sind.
13. Honwerkzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass am Werkzeugkörper ein integriertes, mehrachsig bewegliches Gelenk, insbesondere ein
Kugelgelenk (350), vorgesehen ist.
1. Honing method for machining the internal surface of a bore in a workpiece with the
aid of at least one honing operation, in particular for honing cylinder faces during
the production of cylinder blocks or cylinder liners for reciprocating piston engines,
wherein, during a honing operation, an expandable honing tool is moved up and down
within the bore in order to produce a reciprocating movement in the axial direction
of the bore and at the same time is rotated in order to produce a rotational movement
combined with the reciprocating movement,
wherein a bore shape deviating from the circular cylinder shape is produced, characterized in that
a bottle-shaped bore is produced, said bore having, following a bore inlet, a first
bore section with a first diameter, a second bore section with a second diameter,
which is larger than the first diameter, away from the bore inlet, and a transition
section with a continuous transition from the first to the second diameter between
the first and the second bore section,
wherein, during at least one honing operation, use is made of an annular tool (200,
300, 400) which has at least one annular cutting group (220, 320, 420) having three
or more cutting material bodies which are distributed about the circumference of a
tool body and radially infeedable by shifting in the radial direction during the infeeding,
and are designed as honing segments which are wide in the circumferential direction
and are narrow in the axial direction, wherein an axial length of the honing segments,
as measured in the axial direction, is smaller than the width measured in the circumferential
direction, and the axial length of the cutting region equipped with cutting material
bodies is smaller than the effective outside diameter of the honing tool.
2. Honing method according to claim 1, characterized in that first of all a bore having a circular-cylindrical bore shape is produced and then,
in a bottle honing operation, a bottle-shaped bore shape is produced by honing with
axially varying honing removal.
3. Honing method according to claim 2, characterized in that, during the bottle honing operation, use is made of an expandable honing tool having
at least one annular cutting group, wherein honing segments of the cutting group are
infed radially during a downward stroke in accordance with the bottle shape depending
on the stroke position and are radially retracted during an upward stroke in accordance
with the bottle shape depending on the stroke position.
4. Honing method according to claim 2, characterized in that, during the bottle honing operation, use is made of an expandable honing tool with
honing sticks, the length of which is more than 50% of the length of the bore, wherein,
in a first phase, the honing tool is moved up and down between an upper and a lower
reversing point in a first stroke position, then, in a second phase, the upper reversing
point is changed incrementally in the direction of the lower reversing point, and
therefore the stroke position is shifted in the direction of a second stroke position
in the region of the second bore section, and then, in a third phase, the honing tool
is moved up and down in the second stroke position.
5. Honing method according to claim 4, characterized in that, after the bottle honing operation, a smoothing honing operation for smoothing the
bore profile in the transition region is carried out, wherein, during the smoothing
honing operation, use is made of an expandable honing tool having at least one annular
cutting group, wherein preferably, during the smoothing honing operation, the cutting
material bodies are pressed at a constant infeed force on to the internal surface
of the bore.
6. Honing tool, in particular for carrying out the honing method according to any of
the preceding claims, with a tool body (210, 310, 410) which defines a tool axis,
at least one cutting group (220, 320, 420) which is attached to the tool body and
has cutting material bodies for the material-removing machining of the internal surface
of a bore, and a cutting-group infeed system, assigned to the cutting group, for exerting
an infeed force, acting radially with respect to the tool axis, on the cutting material
bodies of the cutting group,
characterized in that
the honing tool (200, 300, 400) is designed as an annular tool and has at least one
annular cutting group (220, 320, 420) having three or more cutting material bodies
(220-1, 220-2, 220-3) which are distributed about the circumference of the tool body
and radially infeedable by shifting in the radial direction during the infeeding,
and are designed as honing segments which are wide in the circumferential direction
and are narrow in the axial direction, wherein an axial length (LHS) of the honing
segments, as measured in the axial direction, is smaller than the width measured in
the circumferential direction, and the axial length of the cutting region equipped
with cutting material bodies is smaller than the effective outside diameter of the
honing tool, wherein the annular tool (200, 300) has a single annular cutting group
(220, 320) which is arranged at a free end of the tool body (210, 310).
7. Honing tool according to claim 6, characterized in that the axial length of the honing segments is less than 30% of the effective outside
diameter of the honing tool, in particular between 10% and 20% of said outside diameter,
and/or in that the axial length of the honing segments lies within the range of 5 mm to 20 mm, and/or
in that the axial length of the honing segments is less than 10% of the bore length of the
bore to be honed.
8. Honing tool according to claim 6 or 7, characterized in that more than half of the circumference of an annular cutting group (220, 320, 420),
in particular more than 70% of said circumference, is occupied with cutting material
bodies.
9. Honing tool according to any of claims 6 to 8, characterized in that a cutting group is composed of three, four, five or six honing segments.
10. Honing tool according to any of claims 6 to 9, characterized in that the cutting group (220, 320, 420) is arranged in the vicinity of a spindle-remote
end of the tool body in such a manner that the cutting group is located exclusively
in the spindle-remote half of the tool body.
11. Honing tool according to any of claims 6 to 10, characterized in that an annular cutting group (320) has two groups of honing segments (320-1, 320-2) which
are infeedable independently of each other, wherein honing segments of the groups
are arranged in an alternating manner in the circumferential direction.
12. Honing tool according to any of claims 6 to 11, characterized in that one or more sensors of a diameter measuring system are arranged on the honing tool,
wherein measuring nozzles (440) of a pneumatic diameter measuring system are in each
case attached to the tool body, preferably between adjacent honing segments.
13. Honing tool according to any of claims 6 to 12, characterized in that an integrated, multi-axially movable joint, in particular a ball and socket joint
(350), is provided on the tool body.
1. Procédé de rodage pour l'usinage de la surface intérieure d'un alésage dans une pièce
à l'aide d'au moins une opération de rodage, en particulier pour roder des surfaces
de glissement de cylindres lors de la fabrication de blocs de cylindres ou de chemises
de cylindre pour des machines à piston alternatif,
dans lequel pendant une opération de rodage on déplace vers le haut et vers le bas
un outil de rodage expansible à l'intérieur de l'alésage pour produire un mouvement
de translation dans la direction axiale de l'alésage et on le fait simultanément tourner
pour produire un mouvement de rotation superposé au mouvement de translation,
dans lequel on produit une forme d'alésage s'écartant de la forme cylindrique circulaire,
caractérisé en ce que
on produit un alésage en forme de bouteille, qui présente ensuite à une entrée d'alésage
une première partie d'alésage avec un premier diamètre, à distance de l'entrée d'alésage
une deuxième partie d'alésage avec un deuxième diamètre, qui est plus grand que le
premier diamètre, et entre la première et la deuxième parties d'alésage une partie
de transition avec une transition continue du premier au deuxième diamètre,
dans lequel lors d'au moins une opération de rodage on utilise un outil annulaire
(200, 300, 400), qui présente au moins un groupe de coupé annulaire (220, 320, 420)
avec trois, ou plus, corps en matière de coupe répartis autour du pourtour du corps
d'outil et pouvant s'approcher radialement par déplacement en direction radiale lors
de l'approche, qui sont configurés en forme de segments de rodage larges en direction
périphérique et étroits en direction axiale, dans lequel une longueur axiale des segments
de rodage mesurée en direction axiale est plus petite que la largeur mesurée en direction
périphérique et la longueur axiale de la zone de coupe équipée des corps en matière
de coupe est plus petite que le diamètre extérieur utile de l'outil de rodage.
2. Procédé de rodage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on produit d'abord un alésage avec une forme d'alésage cylindrique circulaire et
on produit ensuite une forme d'alésage en forme de bouteille lors d'une opération
de rodage de bouteille par rodage avec un enlèvement de rodage variable axialement.
3. Procédé de rodage selon la revendication 2, caractérisé en ce que lors de l'opération de rodage de bouteille on utilise un outil de rodage expansible
avec au moins un groupe de coupe annulaire, dans lequel on approche radialement des
segments de rodage du groupe de coupe lors d'une course descendante de façon correspondante
à la forme de bouteille en fonction de la position dans la course et on les retire
radialement lors d'une course ascendante de façon correspondante à la forme de bouteille
en fonction de la position dans la course.
4. Procédé de rodage selon la revendication 2, caractérisé en ce que lors de l'opération de rodage de bouteille on utilise un outil de rodage avec des
pierres de rodage, dont la longueur vaut plus de 50 % de la longueur de l'alésage,
dans lequel dans une première phase on déplace l'outil de rodage vers le haut et vers
le bas dans une première position de course entre un point d'inversion supérieur et
un point d'inversion inférieur, ensuite dans une deuxième phase on modifie le point
d'inversion supérieur de façon incrémentielle en direction du point d'inversion inférieur,
de telle manière qu'il en résulte un déplacement de la position de course en direction
d'une deuxième position de course dans la région de la deuxième partie d'alésage,
puis dans une troisième phase on déplace l'outil de rodage vers le haut et vers le
bas dans la deuxième position de course.
5. Procédé de rodage selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'après l'opération de rodage de bouteille on effectue une opération de rodage de lissage
pour le lissage du profil d'alésage dans la région de transition, dans lequel lors
de l'opération de rodage de lissage on utilise un outil de rodage expansible avec
au moins un groupe de coupe annulaire, dans lequel on applique de préférence lors
de l'opération de rodage de lissage les corps en matière de coupe avec une force d'approche
constante sur la surface intérieure de l'alésage.
6. Outil de rodage pour la mise en œuvre du procédé de rodage selon l'une quelconque
des revendications précédentes, avec un corps d'outil (210, 310, 410), qui définit
un axe d'outil, avec au moins un groupe de coupe (220, 320, 420) monté sur le corps
d'outil avec des corps en matière de coupe pour l'usinage avec enlèvement de matière
de la surface intérieure d'un alésage, et avec un système d'approche du groupe de
coupe associé au groupe de coupe pour exercer une force d'approche agissant radialement
à l'axe d'outil sur les corps en matière de coupe du groupe de coupe,
caractérisé en ce que
l'outil de rodage (200, 300, 400) est réalisé en forme d'outil annulaire et présente
au moins un groupe de coupe annulaire (220, 320, 420) avec trois, ou plus, corps en
matière de coupe (220-1, 220-2, 220-3) répartis autour du pourtour du corps d'outil
et pouvant s'approcher radialement par un déplacement en direction radiale lors de
l'approche, qui sont configurés en forme de segments de rodage larges en direction
périphérique et étroits en direction axiale, dans lequel une longueur axiale (LHS)
des segments de rodage mesurée en direction axiale est plus petite que la largeur
mesurée en direction périphérique et la longueur axiale de la zone de coupe équipée
des corps en matière de coupe est plus petite que le diamètre extérieur utile de l'outil
de rodage, dans lequel l'outil annulaire (200, 300) présente un seul groupe de coupe
annulaire (220, 320), qui est disposé à une extrémité libre du corps d'outil (210,
310).
7. Outil de rodage selon la revendication 6, caractérisé en ce que la longueur axiale des segments de rodage vaut moins de 30 % du diamètre extérieur
utile de l'outil de rodage, en particulier entre 10 % et 20 % de ce diamètre extérieur
et/ou en ce que la longueur axiale des segments de rodage se situe dans la plage de 5 mm à 20 mm
et/ou en ce que la longueur axiale des segments de rodage vaut moins de 10 % de la longueur d'alésage
de l'alésage à roder.
8. Outil de rodage selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que plus de la moitié du pourtour d'un groupe de coupe annulaire (220, 320, 420), en
particulier plus de 70 % de ce pourtour, est occupée par des corps en matière de coupe.
9. Outil de rodage selon l'une quelconque des revendications 6 à 8, caractérisé en ce qu'un groupe de coupe se compose de trois, quatre, cinq ou six segments de rodage.
10. Outil de rodage selon l'une quelconque des revendications 6 à 9, caractérisé en ce que le groupe de coupe (220, 320, 420) est disposé à proximité d'une extrémité du corps
d'outil éloignée de la broche, de telle manière que le groupe de coupe se trouve exclusivement
dans la moitié du corps d'outil éloignée de la broche.
11. Outil de rodage selon l'une quelconque des revendications 6 à 10, caractérisé en ce qu'un groupe de coupe annulaire (320) présente deux groupes de segments de rodage (320-1,
320-2) pouvant s'approcher indépendamment l'un de l'autre, dans lequel des segments
de rodage des groupes sont disposés en alternance en direction périphérique.
12. Outil de rodage selon l'une quelconque des revendications 6 à 11, caractérisé en ce qu'un ou plusieurs capteur(s) d'un système de mesure de diamètre est/sont disposé(s)
sur l'outil de rodage, dans lequel des buses de mesure (440) d'un système pneumatique
de mesure de diamètre sont respectivement placées sur le corps d'outil de préférence
entre des segments de rodage voisins.
13. Outil de rodage selon l'une quelconque des revendications 6 à 12, caractérisé en ce qu'il est prévu sur le corps d'outil une articulation intégrée, mobile selon plusieurs
axes, en particulier une articulation à rotule (350).