Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vergüten einer Fläche eines
Werkstücks, sowie eine entsprechende Vorrichtung. Ein derartiges Verfahren und eine
solche Vorrichtung kommen im Bereich der Bauelemente- und Möbelindustrie zum Einsatz.
Stand der Technik
[0002] Im Bereich der Bauelemente- und Möbelindustrie werden in zunehmenden Maße Spanplatten
eingesetzt, um eine weitere Kostenreduzierung bei der Produktion zu erreichen. Spanplatten
werden dabei üblicherweise in Pressen hergestellt. Zur Weiterverarbeitung der Spanplatten,
die als Halbzeug in definierten Größen geliefert werden, werden diese auf ein bestimmtes
Maß aufgeteilt. Vor der eigentlichen Oberflächenveredelung, insbesondere der Aufbringung
einer Beschichtung/Kantenmaterial in Schmalflächenbereichen, werden sie dann nochmals
maßhaltig bearbeitet.
[0003] Der Anteil der in diesem Bereich ebenfalls zum Einsatz kommenden MDF-Platten nimmt
eher ab. Allerdings haben Spanplatten gegenüber MDF-Platten den Nachteil, dass die
Schmalseiten der Werkstücke, in deren Bereich die Kernlage der Spanplatten freigelegt
ist, relativ porös sind und ggf. auch vergleichsweise große Poren aufweisen. Um Spanplatten
mit Blick auf Qualitätsanforderungen weiterverarbeiten zu können, beispielsweise ein
Kantenmaterial an einer Schmalfläche einer solchen Spanplatte anzubringen, ist es
deshalb erforderlich, die Schmalfläche des Werkstücks zu "glätten", also u.a. die
offenen Poren der Kernlage der Spanplatte zu schließen.
[0004] Zu diesem Zweck ist es bekannt, einen Schmelzkleber im Bereich der Schmalseite der
Spanplatte aufzutragen, der zumindest teilweise in die Poren eindringt und diese verschließt.
Allerdings hat die Verwendung des Schmelzklebers den Nachteil, dass die entstehende
Fläche relativ nachgiebig ist und eine Bearbeitung zum Erstellen einer definierten
Geometrie mit spanenden Werkzeugen zu Schwierigkeiten führt. Nach Aufbringen eines
Beschichtungsmaterials hat der Schmelzkleber ggf. den Nachteil, dass dieser, sofern
der Schmelzkleber nicht abgetragen wird, einen elastischen Körper zwischen der Kernlage
und dem Beschichtungsmaterial bildet.
[0005] Ein alternatives Verfahren ist deshalb der Einsatz von UV-Lack. Dabei kann die auf
diese Weise vergütete Fläche nach dem Aushärten des UV-Lacks spanend bearbeitet werden.
Allerdings ist der UV-Lack relativ teuer, sodass dessen Einsatz eher unwirtschaftlich
ist, insbesondere wenn Spanplatten als vergleichsweise preisgünstiges Material zum
Einsatz kommen.
[0006] Eine weitere Möglichkeit zum Verschließen der Poren der Kernlage einer Spanplatte
oder ähnlichem ist der Einsatz eines UV-Schmelzklebers, der ebenfalls wie der UV-Lack
nach dem Auftragen und Aushärten spanend bearbeitet werden kann. Doch auch das Rohmaterial
des UV-Schmelzklebers ist sehr teuer und führt dazu, dass der UV-Schmelzkleber keinen
wirtschaftlichen Durchbruch erreichte.
[0007] Als ein Dokument ist die
WO 2001/047683 A1 bekannt, die ein Flächenbehandlungsmittel mit einer filmbildenden Kunststoffzusammensetzung
und Füllelementen zeigt. In einer Ausführungsform wird ein Flächenbehandlungsmittel
in flüssiger Form bereitgestellt, das neben einer filmbildenden Kunststoffzusammensetzung
als Füllstoff Holzmehl enthält. Das Holzmehl wird in einem Bereich von 40-80 Volumen-%
bereitgestellt. Zur Aushärtung der filmbildenden Kunststoffzusammensetzung wird eine
UV-Aushärtung, eine Wärmeaushärtung oder Aushärtung mit einer Säure bevorzugt. In
einigen Beispielen handelt es sich bei der auszubildenden Kunststoffzusammensetzung
um eine zwar nicht flüssige, jedoch hochviskose Flüssigkeit.
Gegenstand der Erfindung
[0008] Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung bereitzustellen,
mit der ein abschnittsweise Poren aufweisendes Werkstück, wie eine Spanplatte, vor
der Weiterverarbeitung, insbesondere dem Aufbringen eines Beschichtungsmaterials,
vergütet werden kann. Das Verfahren bzw. die Vorrichtung soll kostengünstig umsetzbar
sein und eine verbesserte Umweltbilanz ermöglichen.
[0009] Der Gegenstand des Anspruchs 1 stellt ein entsprechendes Verfahren bereit. Weitere
bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen aufgeführt. Ferner
zielt die vorliegende Erfindung mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 10 auf eine Lösung
ab.
[0010] Der Einsatzbereich der vorliegenden Erfindung ist insbesondere im Bereich von Werkstücken,
die abschnittsweise porenbehaftete Werkstückoberflächen aufweisen, wie dies bei Spanplatten
im Bereich der an den Schmalseiten freigelegten Kernlage der Fall ist.
[0011] Auch wenn im Beispiel der Spanplatten die sogenannten Breitseiten bereits bei der
Herstellung mit jeweils einer Deckschicht versehen werden, ist die Erfindung nicht
auf die Anwendung bei derartigen Werkstücken beschränkt. Auch andere Abschnitte als
die Schmalseiten können ggf. Poren aufweisen und sollen dennoch in hoher Qualität
mit einem Beschichtungsmaterial versehen werden, so dass die erfindungsgemäße Vergütung
auch in diesen Bereichen zum Einsatz kommen kann.
[0012] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird ein bei einer Bearbeitung eines Halbzeuges
"anfallendes Material" mit einem Bindemittel zu einer aushärtbaren Masse vermischt.
Durch die Verwendung eines bei einer Bearbeitung eines Halbzeuges anfallenden Materials
wird ein effektives Recycling umgesetzt, insbesondere wenn das "anfallende Material"
in dem Bereich "erzeugt" wird, wo auch sein weiterer Einsatz erfolgt (Mischen mit
Bindemittel und Vergüten einer Werkstückfläche). In letzterem Fall findet demnach
nicht nur ein Recycling statt, sondern es können auch kurze Wege gewährleistet werden,
insbesondere wenn die Bearbeitung des Halbzeuges und die Vergütung einer Werkstückfläche
in unmittelbarer Nähe, ggf. in der gleichen oder einer benachbarten Fertigungsstraße
- bzw. der gleichen Maschine, erfolgen.
[0013] Ein Halbzeug ist im Möbel- und Bauelementebereich vorzugsweise eine Spanplatte, eine
HDF-Platte, eine MDF-Platte, eine Verbundplatte, eine Leichtbauplatte mit Wabenstruktur,
ein Sperrholzelement oder ein Laminatwerkstück. Beispielsweise kann es sich um ein
Türelement mit Verbundstruktur handeln.
[0014] Das "anfallende Material" umfasst rein bespielhaft Holzspäne oder -körner, wie sie
bei einer Fräs- oder Schleifbearbeitung einer Spanplatte entstehen. In diesem konkreten
Beispiel können je nach Werkstoffkonsistenz des Ausgangswerkstücks, dem das anfallende
Material entnommen wird, die Werkstoffanteile variieren: Eine Spanplatte enthält neben
holzbasierten Anteilen auch weitere Zusatzstoffe, die ebenfalls Eingang in das "anfallende
Material" finden können.
[0015] Um den Umweltgedanken weiter voranzutreiben, kann das oben genannte, bei einer Bearbeitung
eines Halbzeuges "anfallende Material" bei der Weiterverarbeitung solcher Halbzeuge
verwendet werden.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das bei einer Bearbeitung eines Halbzeuges
anfallende Material, bevorzugt Holzspäne oder -staub, vor dem Vermischen mit dem Bindemittel
aufbereitet, insbesondere zur Anpassung der Span- oder Korngröße gemahlen, zerkleinert
und/oder gesiebt. Auf diese Weise kann das anfallende Material für den Einsatz als
Füllstoff vorbereitet werden, so dass die zu vergütende Fläche hervorragende Oberflächeneigenschaften
erreicht.
[0017] Ferner ist es bevorzugt, dass die Fläche nach dem Aushärten der Mischung nachbearbeitet,
insbesondere spanend nachbearbeitet wird. Dies kann mit einem Fräser oder einer Schleifvorrichtung
durchgeführt werden. Auf diese Weise wird die Oberfläche der mit der aushärtbaren
Mischung versehenen Fläche nochmals verbessert.
[0018] In einer weiteren Variante zeichnet sich das Verfahren dadurch aus, dass auf die
Fläche ein spanend bearbeitbarer Lack aufgetragen wird, wobei die Auftragung bevorzugt
nach dem Aushärten der Mischung erfolgt. Somit stellt diese Variante einen weiteren
Vergütungsschritt bereit.
[0019] Ferner kann die auf die Fläche aufgetragene, aushärtbare Mischung vor dem Aushärten
mit einer Formgebungseinrichtung in Form gebracht werden. Auf diese Weise wird die
aushärtbare Mischung ggf. noch weiter in Poren der Fläche des Werkstücks gedrückt,
bzw. es wird eine zusätzliche Glättung erreicht.
[0020] Auch kann das Werkstück mit der zu vergütenden Fläche eine Spanplatte sein. Somit
wird die Wiederverwertung von Werkstoffen ermöglicht (anfallendes Material), die andernfalls
ggf. entsorgt werden, und zwar insbesondere bei gleichen oder ähnlichen Werkstückarten,
die bereits zur Gewinnung des anfallenden Materials dienen.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform ist das Bindemittel ein Klebstoff, insbesondere
ein Holzleim. Beispielsweise handelt es sich beim Klebstoff um PVAc (Polyvinylacetat),
einen Zweikomponentenklebstoff oder einen Klebstoff auf Basis eines Bio-Polymers.
Auch kann als Bindemittel extrudierbares Holzmaterial, beispielsweise unter Verwendung
von PP oder PE zum Einsatz kommen.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform wird die Mischung mittels elektromagnetischer Strahlung,
insbesondere mittels Mikrowelle, Laserstrahlung, IR-Strahlung, Plasma oder Heißluft
ausgehärtet. Auf diese Weise wird eine zügige Weiterverarbeitung der mit der aushärtbaren
Mischung versehenen Fläche möglich.
[0023] Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Vergütung einer Fläche
eines Werkstücks, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der zuvor
genannten Aspekte, welche Vorrichtung die Merkmale des Anspruchs 10 umfasst.
[0024] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung mit einer Aufbereitungseinrichtung zum
Aufbereiten des bei der Bearbeitung eines Halbzeuges anfallenden Materials ausgestattet,
insbesondere zum Anpassen der Span- oder Korngröße des anfallenden Materials durch
Mahlen, Zerkleinern und/oder Sieben.
[0025] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung ferner mit einer Nachbearbeitungseinrichtung
zum Nachbearbeiten, insbesondere spanenden Nachbearbeiten, der Fläche versehen, um
die mit der aushärtbaren Mischung versehene Fläche weiter zu vergüten.
[0026] Ferner kann die Vorrichtung mit einer Formgebungseinrichtung zum in Form bringen
der aufgetragenen Mischung ausgestattet sein. Auf diese Weise wird die aushärtbare
Mischung ggf. noch weiter in Poren der Fläche des Werkstücks gedrückt bzw. es wird
eine zusätzliche Glättung der erstellten Oberfläche erreicht. In einer Ausführungsform
handelt es sich bei der Formgebungseinrichtung um einen Gleitschuh.
[0027] Eine Einrichtung zum Auftragen eines spanend bearbeitbaren Lacks auf die Fläche ist
eine weiter optionale Komponente im Rahmen der Erfindung, wobei die Einrichtung separat
von der Auftragungseinrichtung vorgesehen sein kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0028]
- Fig. 1
- zeigt einen schematischen Verfahrensablauf gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung.
[0029] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform
beschrieben. Weitere in diesem Zusammenhang genannte Modifikationen bestimmter Einzelmerkmale
können jeweils miteinander kombiniert werden, um neue Ausführungsformen zu definieren.
Ferner sind das beschriebene Ausführungsbeispiel sowie die Modifikationen jedoch nicht
einschränkend zu betrachten und können im Rahmen der in den Ansprüchen dargelegten
Sachverhalte geeignet modifiziert werden.
[0030] Spanplatten werden üblicherweise in relativ großen Formaten von beispielsweise 5
x 2,5 m in Pressen hergestellt. Solche Spanplatten stellen Halbzeuge dar, die für
die weitere Verarbeitung aufgeteilt werden. Vor der eigentlichen Oberflächenveredelung,
beispielsweise dem Aufbringen eines Beschichtungsmaterials, werden die Plattenzuschnitte
nochmals maßhaltig bearbeitet. Dieses maßhaltige Bearbeiten wird auch als Formatieren
bezeichnet (siehe Schritt S1 in Fig. 1).
[0031] Das bei der Bearbeitung der Spanplatten anfallende Material, insbesondere Späne sowie
weitere in Spanplatten enthaltene Werkstoffe (nachfolgend auch als "anfallendes Material"
bezeichnet), werden im Rahmen der vorliegenden Ausführungsform aufbereitet (Schritt
S2), insbesondere auf eine definierte maximale Korngröße gebracht/zerkleinert, beispielsweise
gemahlen, getrennt oder gehäckselt, und/oder gesiebt. Durch das Sieben des bei der
Bearbeitung der Spanplatten anfallenden Material können Körner oder Späne, die bereits
für die Weiterverarbeitung geeignet sind, zügig herausgefiltert werden, während zu
große Körner oder Späne einer weitere Aufbereitung, bspw. einer Zerkleinerungsvorrichtung
zugeführt werden.
[0032] Auch können im Verfahrensschritt des Aufbereitens Inhaltsstoffe herausgefiltert werden,
da im Falle von Spanplatten und bei der Verwendung des beim Aufteilen der Spanplatten
anfallenden Materials ggf. höhere Holzanteile gewünscht sind. In einem Beispiel wird
das Material gemahlen und einem Wasserbad zugeführt, so dass die Holzkörner an der
Wasseroberfläche treiben, während schwerere Materialien im Wasser absinken.
[0033] Ferner kann das Aufbereiten in bestimmten Varianten der vorliegenden Ausführungsform
das Beimischen von Additiven umfassen, bspw. um das angefallene (Holz-)material biegsamer
zu machen.
[0034] Das auf die zuvor beschriebene Weise bereitgestellte und ggf. aufbereitete, anfallende
Material kann in einer weiteren Ausführungsform mit weiterem Holzmaterial vermengt
werden, beispielsweise Holzmehl oder weitere Holzspäne.
[0035] Alternativ oder zusätzlich ist es auch möglich, anstelle der Aufbereitung von bei
der Bearbeitung der Spanplatten anfallendem Material ein Material zu verwenden, das
extern produziert wird. Beispielsweise kann Sägemehl oder Schleifstaub zum Einsatz
kommen. Somit kann der Schritt S2 übersprungen werden. Allerdings kann auch dieses
Material zusätzlich einem der zuvor genannten Aufbereitungsschritte unterzogen werden.
[0036] In jeder der zuvor genannten Alternativen wird somit ein Material auf Holzbasis,
ggf. mit weiteren Anteilen, bereitgestellt, das somit in einem Speicher bereitgestellt
oder vorgehalten werden kann.
[0037] Dieses Material wird mit einem Klebstoff bzw. Haftmittel, insbesondere PVAC, vermengt
(Schritt S2), und zwar derart, dass das Material auf Holzbasis 50 Volumen-%, insbesondere
70 Volumen-%, besonders bevorzugt 80 Volumen-% oder mehr als Basismaterial einnimmt.
Das mit dem Klebstoff vermengte Material wird nachfolgend auch als "aushärtbare Mischung"
bezeichnet.
[0038] Anschließend wird die aushärtbare Mischung mittels Pumpen, beispielsweise mittels
Schneckenpumpen, durch eine Düse gepresst und auf die Schmalfläche einer Spanplatte
aufgetragen (Schritt S4). Ggf. wird das derart aufgepresste Gemisch, das zumindest
teilweise in die Poren der Spanplatte eindringt, mittels einem Schuh oder einer Rakel
in Form gebracht.
[0039] Nachfolgend wird die aushärtbare Mischung getrocknet bzw. ausgehärtet(Schritt S5).
Wird beispielsweise PVAC-Leim als Klebstoff für die aushärtbare Mischung verwendet,
kann dieser mittels einer Mikrowellen-Energiequelle relativ zügig ausgehärtet werden.
Auch eine Lufttrocknung ist nach der Aktivierung der aushärtbaren Mischung möglich.
[0040] Nach dem Aushärten wird die mit der aushärtbaren Mischung behandelte Fläche der Spanplatte,
insbesondere die Schmalseite, nochmals spanend bearbeitet und in eine definierte maßhaltige
Form gebracht (Schritt S6).
[0041] Ggf. ist es möglich, dass durch die schnelle Aushärtung der aushärtbaren Mischung
Poren in deren Gefüge entstehen. In diesem Fall kann nach dem Auftragen der aushärtbaren
Mischung sowie der ggf. spanenden Bearbeitung eine weitere Schicht aufgebracht werden.
So können auch konventionelle Veredelungsmaterialien verwendet werden, wie beispielsweise
UV-Lack, UV-Schmelzkleber oder Schmelzkleber. Allerdings konnte mit dem bereits durchgeführten
Verfahrensschritt (Auftragen der aushärtbaren Mischung) ein Verschluss der großen
Poren mit einem vergleichsweise kostengünstigen Füllmaterial erreicht werden, und
für die abschließende Oberflächenveredelung mit einem kostenintensiveren Material
ist eine deutlich geringere Menge zu verwenden.
[0042] In einem weiteren Verfahrensschritt wird nun ein Beschichtungsmaterial auf die vergütete
Fläche aufgebracht (Schritt S7).
[0043] Die vorliegende Erfindung hat somit den Vorteil, dass ein vergleichsweise kostengünstiger
Füllstoff (aushärtbare Mischung) für die verstärkt zum Einsatz kommenden Spanplatten
mit teilweise relativ großen Poren bereitgestellt wird. Dies führt zu möglichen Kosteneinsparungen
bei Verbesserung der Oberflächenqualität einer Schmalfläche der besonders porösen
Platten. Darüber hinaus ist auch auf den ökologischen Einsatz hinzuweisen, da zum
einen gezielt Holzmaterial als Füllstoff eingesetzt wird, und in der oben beschriebenen
Zielrichtung speziell auf wiederaufbereitetes Material gesetzt wird.
[0044] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf den Einsatz im Bereich von Spanplatten beschränkt,
sondern kann bei Werkstücken zum Einsatz kommen, die bedingt durch deren Herstellung
oder Weiterverarbeitung - vergleichsweise große Poren, Fehlstellten oder ähnliches
an einer Fläche aufweisen, die mit einer Veredelungsschicht, beispielsweise einem
Beschichtungsmaterial wie einem Kantenband zu versehen ist.
1. Verfahren zum Vergüten einer Fläche eines Werkstücks, wobei das Werkstück bevorzugt
zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen besteht,
mit den Schritten:
Bereitstellen eines bei einer Bearbeitung eines Halbzeuges anfallenden Materials,
bevorzugt Holzmaterial, insbesondere Holzspäne oder -staub,
Vermischen des anfallenden Materials mit einem Bindemittel zu einer aushärtbaren Mischung,
Auftragen der aushärtbaren Mischung auf die zu vergütende Fläche des Werkstücks, und
bevorzugt zumindest teilweise Aushärten der Mischung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das bei einer Bearbeitung eines Halbzeuges anfallende Material vor dem Vermischen
mit dem Bindemittel aufbereitet, insbesondere zur Anpassung der Span- oder Korngröße
gemahlen, zerkleinert und/oder gesiebt, wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche nach dem Aushärten der aushärtbaren Mischung nachbearbeitet, insbesondere
spanend nachbearbeitet, bspw. gefräst oder und/oder geschliffen, wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halbzeug eine Spanplatte, eine HDF-Platte, eine MDF-Platte, eine Verbundplatte,
eine Leichtbauplatte mit Wabenstruktur, ein Sperrholzelement oder ein Laminatwerkstück
ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Fläche ein spanend bearbeitbarer Lack, insbesondere UV-Lack, oder UV-Schmelzkleber,
aufgetragen wird, oder ein Kaschiermaterial, bevorzugt aus Papier bzw. eine Dünnkante,
oder Kunststofffolie aufgebracht wird, wobei die Auftragung bevorzugt nach dem Aushärten
der aushärtbaren Mischung erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf die Fläche aufgetragene, aushärtbare Mischung vor dem Aushärten mit einer
Formgebungseinrichtung in Form gebracht wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück mit der zu vergütenden Fläche eine Spanplatte ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ein Klebstoff, bevorzugt PVAc, insbesondere ein Holzleim, ein Zweikomponentenklebstoff,
ein Biopolymer mit einem Additiv oder extrudierbarer Holzwerkstoff ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung mittels elektromagnetischer Strahlung, insbesondere mittels Mikrowelle,
Laserstrahlung, IR-Strahlung, Plasma oder Heißluft ausgehärtet wird.
10. Vorrichtung zur Vergütung einer Fläche eines Werkstücks, insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Werkstück bevorzugt
zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen besteht,
mit
einer Speichereinrichtung zur Aufnahme eines bei einer Bearbeitung eines Halbzeuges
anfallenden Materials, bevorzugt Holzmaterial, insbesondere Holzspäne oder -staub,
einer Mischeinrichtung zum Vermischen des anfallenden Materials mit einem Bindemittel
zu einer aushärtbaren Mischung,
einer Auftragungseinrichtung zum Auftragen der aushärtbaren Mischung auf eine zu vergütende
Fläche des Werkstücks, und
bevorzugt einer Aushärteeinrichtung zum zumindest teilweisen Aushärten der aufgetragenen
Mischung.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, ferner mit einer Aufbereitungseinrichtung zum Aufbereiten
des bei der Bearbeitung des Halbzeuges anfallenden Materials, insbesondere zum Anpassen
der Span- oder Korngröße des anfallenden Materials durch Mahlen, Zerkleinern und/oder
Sieben.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 11, ferner umfassend eine Nachbearbeitungseinrichtung
zum Nachbearbeiten, insbesondere spanenden Nachbearbeiten, bspw. Fräsen oder Schleifen,
der mit der aushärtbaren Mischung versehenen Fläche.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, ferner mit einer Formgebungseinrichtung
zum in Form bringen der aufgetragenen Mischung.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, ferner mit einer Einrichtung zum Auftragen
eines spanend bearbeitbaren Lacks auf die Fläche, insbesondere UV-Lack, oder UV-Schmelzkleber,
oder einem Kaschiermaterial, bevorzugt aus Papier bzw. einer Dünnkante.