[0001] Die Erfindung betrifft eine Schienenführung für eine Beschattungsvorrichtung, insbesondere
Tuchmarkise, gemäss Anspruch 1.
[0002] Bei aussenliegenden Beschattungsvorrichtungen mit flächigen Behängen, wie z.B. Tuch-
oder Vertikalmarkisen, besteht immer ein Problem durch Windbeaufschlagung des Behanges.
Aus diesem Grund sind Tuchmarkisen mit stabilen seitlichen Führungen vorgeschlagen
worden. So haben sich in den letzten Jahren sogenannte "Zip-Lösungen" etabliert, bei
welchen die Tuchmarkise, bzw. das Markisentuch mittels längsseitig befestigter Reissverschlusshälften
in zwei einander gegenüberliegenden Führungsprofilen geführt und gehalten ist. Insbesondere
ist das Markisentuch über die gesamte Höhe durchgehend unter Spannung gehalten, wodurch
eine Faltenbildung des Markisentuchs verhindert wird und die Markise auch stärkeren
Windbelastungen standhält.
[0003] Derartige ZIP-Lösungen umfassen in der Regel zwei Führungsschienen, die üblicherweise
zwei- oder mehrteilig ausgebildet und parallel zueinander beidseits des Markisentuchs
angeordnet sind. Im Innern einer jeweiligen Führungsschiene ist ein Führungsprofil
gehalten, welches normalerweise aus Kunststoff hergestellt und auf seiner Zugseite
mit Dämpfungselementen, z.B. aus Schaumstoff, gegen die Führungsschiene abgestützt
ist. Üblicherweise werden die Führungsschienen aus mindestens zwei Aluprofil-Elementen
hergestellt, die miteinander verschraubt sind.
[0004] Eine beispielhafte Führungsschiene für eine solche Zip-Lösung ist etwa aus der
EP-A-2631414 bekannt, die eine zweiteilige Führungsschiene für Senkrechtmarkisen mit einem einteilig
ausgebildeten Aufnahmeprofil und einem Trägerprofil offenbart, wobei das Aufnahmeprofil
mit dem Trägerprofil im montierten Zustand lösbar verbunden ist. Das Trägerprofil
dient der Befestigung des Aufnahmeprofils und wird mittels Schrauben beispielsweise
an einer Mauerleibung befestigt. Im Aufnahmeprofil ist ein Tuchführungseinsatz gehalten,
der eine C-förmige Nut aufweist, in welcher das Markisentuch längsseitig gehalten
ist.
[0005] Bei zwei- oder mehrteiligen Führungsschienen hat sich allerdings eine erhöhte Bruchanfälligkeit
gezeigt, insbesondere unter starker Belastung, wie etwa durch Windböen. Ausserdem
ist deren Herstellung und/oder Montage oftmals sehr aufwendig.
[0006] Eine Sonnenstore mit einer einteiligen Führungsschiene ist etwa aus der
CH-B1-702041 bekannt. Die Sonnenstore umfasst eine Stoffbahn mit randseitigen Verdickungen, wie
etwa Keder einer Reissverschlusshälfte, welche in ein Führungsprofil mit C-förmigem
Querschnitt hineinragen und darin gehalten sind. Das Führungsprofil ist in der einteiligen
Führungsschiene gehalten und mittels flexibler Schaumstoffkörper, die am Führungsprofil
befestigt sind, in Zugrichtung gegen die Führungsschiene abgestützt. Wie die Führungsschiene
allerdings an einem Gebäude montiert werden soll, ist in der
CH-B1-702041 nicht näher offenbart. Da bei einer Montage an einer Fensterleibung das Führungsprofil
nicht nach Befestigung der Führungsschiene in diese eingesetzt werden kann, ist eine
direkte Befestigung der Führungsschiene an der Leibung, d.h. ohne zusätzliches Halteprofil
oder zusätzliche Befestigungselemente, nicht möglich.
[0007] Ausserdem sind einteilige Führungsschienen zwar in Bezug auf deren Stabilität vorteilhaft,
allerdings muss das Führungsprofil inkl. den daran befestigten Dämpfungselementen
stirnseitig an einem Längsende der Führungsschiene in diese eingeschoben werden. Insbesondere
bei längeren Führungsschienen ist dies aufgrund des proportional zur Länge des einzuführenden
Führungsprofils zunehmenden Reibungswiderstands mit grossem Kraftaufwand verbunden
und in der Regel nur maschinell ab Werk möglich. Des Weiteren birgt ein solches endseitiges
Einführen des Führungsprofils die Gefahr, dass es durch Verkanten des Profils in der
Führungsschiene zu Beschädigung der am Profil befestigten Dämpfungselemente kommt.
[0008] Der Erfindung zu Grunde liegende technische Aufgabe ist es, eine Schienenführung
für eine Tuchmarkise mit einer vereinfachten, einteiligen Führungsschiene zur Aufnahme
und zum Halten eines Führungsprofils für das Markisentuch bereitzustellen, bei welcher
die Führungsschiene direkt an einer Gebäudewand befestigbar ist und der Fertigungs-
und Montageaufwand reduziert werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Schienenführung gemäss Anspruch 1. Bevorzugte
Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0010] Die erfindungsgemässe Schienenführung für eine Beschattungsvorrichtung, insbesondere
Tuchmarkise, umfasst eine einteilige Führungsschiene als Trägerelement, ein in der
Führungsschiene angeordnetes Führungsprofil zur Aufnahme eines längsseitig am Markisentuch
angeordneten Keders, sowie mindestens ein in der Führungsschiene gehaltenes elastisches
Halteelement zum Abstützen des Führungsprofils.
[0011] Die Führungsschiene umfasst eine durch einen Frontdurchlass offene Führungskammer
zur Aufnahme des Führungsprofils. Besagte Führungskammer ist im Querschnitt bevorzugt
C-förmig ausgebildet und ist durch eine hintere Abgrenzung, eine erste und eine zweite
Seitenwand sowie einen ersten und einen zweiten Frontsteg definiert: Die erste Seitenwand
ragt unter Bildung einer ersten Kante von der hinteren Abgrenzung ab, und weist eine
hinterschnittene Längsnut auf, während die zweite Seitenwand unter Bildung einer zweiten
Kante von der hinteren Abgrenzung abragt. Der erste Frontsteg ragt von der ersten
Seitenwand ab und der zweite Frontsteg ragt von der zweiten Seitenwand ab, wobei die
aufeinander zu verlaufenden Frontstege den Frontdurchlass begrenzen. Die hintere Abgrenzung
sowie die Seitenwände und die Frontstege sind bevorzugt eben ausgebildet und definieren
einen vorzugsweise rechteckigen Querschnitt für die Führungskammer.
[0012] Das elastische Halteelement ist als eigenständiges, einteiliges und profilförmiges
Bauteil ausgebildet und weist einen einen Federarm aufweisenden Dämpfungsteil mit
einem davon abragenden, einen Kopfteil tragenden Halsteil auf. Im montierten Zustand
durchgreift der Halsteil die Längsnut, so dass das Halteelement mittels des Kopfteils
an der ersten Seitenwand gehalten ist.
[0013] Das Führungsprofil befindet sich im montierten Zustand in der Führungskammer und
weist ein im Querschnitt C-förmiges Kedernutprofil mit mindestens einem ersten Haltesteg
auf. Das Kedernutprofil begrenzt eine Kedernut für den Keder und der erste Haltesteg
ragt seitlich, bevorzugt in Verlängerung einer der Kedernut gegenüberliegenden Rückwand
des Kedernutprofils, unter Bildung einer Haltekante vom Kedernutprofil ab.
[0014] Der Federarm liegt mit seinem freien Ende am zwischen sich und der hinteren Abgrenzung
sich befindenden Haltesteg an, so dass das Führungsprofil in Zugrichtung des Markisentuchs
federnd in der Führungsschiene gehalten ist. Der Begriff "federnd gehalten" bedeutet,
dass der Federarm in einer Ruheposition eine Federkraft ausübt, die der Zugkraft des
Markisentuchs entgegengesetzt ist. Nimmt die Zugkraft des Markisentuchs zu, beispielsweise
durch Windeinwirkung, so bewegt sich das Führungsprofil in Richtung der Zugkraft gegen
den Frontaldurchlass. Der Federarm wird dadurch elastisch deformiert oder gestaucht,
wodurch er der Zugkraft somit eine vergrösserte Federkraft entgegensetzen kann. Nimmt
die Zugkraft, z.B. bei Windstille, ab, so bewegt sich der Federarm soweit in Richtung
seiner Ruheposition zurück, bis die von ihm bewirkte Federkraft der entgegengesetzten
Zugkraftkomponente des Markisentuchs entspricht.
[0015] Die erfindungsgemässe Schienenführung zeichnet sich insbesondere durch eine hohe
Beständigkeit und eine einfache Montage aus. Dank der einteilig, bzw. in sich einteilig,
ausgebildeten Führungsschiene ist diese besonders stabil und bruchfest und zusätzlicher
Montageaufwand für ein Zusammensetzen der Führungsschiene entfällt.
[0016] Das Führungsprofil übernimmt im Betrieb die seitliche Führungs- und Haltefunktion
des Markisentuchs, indem der längsseitig am Tuch vorhandene Keder, beispielsweise
in Form von Krampen einer Reissverschlusshälfte, durch die Kedernut in das Kedernutprofil
hineinragt und darin gehalten ist.
[0017] Die erfindungsgemässe Schienenführung hat den grossen Vorteil, dass sowohl das Führungsprofil
als auch das mindestens eine elastische Halteelement eigenständige Bauteile sind und
somit einzeln eingesetzt oder ausgetauscht werden können.
[0018] Insbesondere sind die Dimensionen der Führungsschiene, des Führungsprofils und des
Halteelements so gewählt, dass das Führungsprofil und bevorzugt auch das elastische
Halteelement durch den Frontdurchlass hindurch in die Führungskammer einsetzbar ist,
bzw. sind. Anders als bei bekannten einteiligen Führungsschienen muss das Führungsprofil
somit nicht an einem Längsende der Führungsschiene in diese eingeschoben werden, sondern
kann frontal, bzw. vertikal zu seiner Montageendposition, in die Führungsschiene hineingebracht
werden.
[0019] Die erfindungsgemässe Schienenführung erlaubt somit ein einfaches Einsetzen oder
Austauschen des Führungsprofils, und bevorzugt auch des Halteelements, nach Montage
der Führungsschiene. Insbesondere kann die Führungsschiene direkt, d.h. ohne zusätzliches
Halte- oder Befestigungsprofil, an einem Gebäude, etwa einer Fensterleibung, befestigt
werden. Da das Führungsprofil und bevorzugt auch das mindestens eine elastische Halteelement
erst nach Befestigung der Führungsschiene in diese eingesetzt werden können, erlaubt
der Frontdurchlass einen freien Zugang ins Innere der Führungsschiene, um sie direkt
an der hinteren Abgrenzung, bzw. einer äusseren Bodenwand, an einer Gebäudewand zu
befestigen. Durch den Frontdurchlass können beispielsweise Befestigungsschrauben durch
Bohrungen in der hinteren Abgrenzung geführt werden. Insgesamt ermöglicht die erfindungsgemässe
Schienenführung somit eine sehr einfache Montage, da zunächst die Führungsschiene
alleine, ohne darin gehaltenes Führungsprofil, am gewünschten Ort, beispielsweise
einer Fensterleibung, befestigt und das Führungsprofil anschliessend durch den Frontdurchlass
in die Führungsschiene hineingebracht werden kann.
[0020] Das mindestens eine Halteelement ist bevorzugt mit dem Kopfteil voraus in die Längsnut
einführbar. Um die elastische Deformation des Kopfteils zu dessen Einführen in die
Längsnut zu erleichtern, weist das elastische Halteelement vorzugsweise ein Hohlprofil
auf. Das Hohlprofil ist besonders bevorzugt im Kopfteil selber oder im Bereich des
Halses lokalisiert.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der Dämpfungsteil einen Stützfuss, welcher
- im montierten Zustand - zur Abstützung des Halteelements, bzw. dessen Dämpfungsteils
an einer Rückseite des ersten Frontstegs vorgesehen ist. Eine Rückseite des Frontstegs
bedeutet in diesem Zusammenhang insbesondere eine Seite des Frontstegs, welche der
hinteren Abgrenzung zugewandt ist. Der Stützfuss ist bevorzugt keilförmig ausgebildet,
so dass er sich im montierten Zustand mit seinem breiten Ende an der Rückseite des
ersten Frontstegs abstützt.
[0022] Ausserdem umfasst der Dämpfungsteil bevorzugt eine an den Halsteil anschliessende
Schulter, mit welcher der Dämpfungsteil - im montierten Zustand - an der ersten Seitenwand
anliegt, bzw. abgestützt ist. Diese zweifache Abstützung des Halteelements über den
Stützfuss einerseits und die Schulter andererseits bewirkt, dass der Kopfteil lediglich
eine Haltefunktion ausübt und auch bei Zugbelastung des Markisentuchs, beispielsweise
bei Windeinwirkung, praktisch keine Belastung erfährt. Dadurch ist das Halteelement
über seinen Kopfteil nicht nur sicher an der Seitenwand gehalten sondern erlaubt eine
Kompensation der dynamischen Belastung bei Windstössen. Im Sinne einer erhöhten Stabilität
und Beständigkeit ist der Halsteil bevorzugt nur unwesentlich schmaler als die Breite
der Längsnut ausgebildet.
[0023] Zum Einführen des Kopfteils in die Längsnut wird vorzugsweise zunächst der Stützfuss
an der Rückseite des ersten Frontstegs positioniert, so dass der Kopfteil in Richtung
Längsnut zeigt. Dann wird das Halteelement gegen die erste Seitenwand gedrückt, bis
der Kopfteil unter elastischer Deformation die Längsnut passiert und der Halsteil
die Längsnut durchgreift. Das Halteelement wird insofern bevorzugt in die Führungsschiene
"eingeclipst".
[0024] Alternativ zur obigen "Einclips-Variante" kann das elastische Halteelement natürlich
auch in bekannter Art und Weise an einem längsseitigen Ende der Führungsschiene in
diese eingezogen werden. Bei dieser "Einzug-Variante" muss der Kopfteil die Längsnut
nicht zwingend passieren, sondern das elastische Halteelement kann bereits so eingezogen
werden, dass der Hals die Längsnut der ersten Seitenwand durchgreift. Da ein solches
Einziehen des Halteelements in die Führungsschiene im Vergleich zur "Einclips-Variante"
in der Regel mit einem grösseren Kraftaufwand verbunden ist, erfolgt ersteres normalerweise
maschinell ab Werk. Dadurch kann auch das Risiko einer Beschädigung des Halteelements
bei dessen Einzug verringert werden. Zum Einsetzen des elastischen Halteelements am
Ort der Montage oder zum Auswechseln des Halteelements, etwa bei einem Servicefall,
ist die "Einclips-Variante" hingegen klar bevorzugt.
[0025] Was das Einsetzen des Führungsprofils betrifft, so erfolgt dieses bei der Montage
der Schienenführung bevorzugt erst nach dem Einführen des elastischen Halteelements
in die Führungsschiene. Das Führungsprofil wird bevorzugt mit seiner Profillängsseite
voraus durch den Frontdurchlass in die Führungsschiene bzw. die Führungskammer eingebracht,
und zwar so, dass die Kedernut der zweiten Seitenwand zugewandt ist und der seitlich
vom Kedernutprofil abragende Haltesteg den Frontdurchlass zuletzt passiert. Das Führungsprofil
wird hierbei in Richtung der zweiten Kante bewegt und mit dieser in Anlage gebracht.
Durch Ausführen einer Kippbewegung um die Längsachse des Führungsprofils, wird der
erste Haltesteg in Richtung erste Kante bewegt, so dass die Kedernut nach der Kippbewegung
dem Frontdurchlass zugewandt ist.
[0026] Um die oben beschriebene Kippbewegung der Führungsschiene innerhalb der Führungskammer
zu ermöglichen sind deren Dimensionen so gewählt, dass - im Querschnitt der Führungsschiene
gemessen - die lichte Distanz (D1) zwischen der zweiten Kante und dem ersten Frontsteg
länger ist als die Breite (B) des Führungsprofils. Die Breite (B) des Führungsprofils
verläuft dabei in Verlängerung des Haltestegs durch die der Kedernut gegenüberliegende
Rückwand des Kedernutprofils. Als "lichte Distanz" versteht der Fachmann den kürzest
möglichen Abstand im freien Raum zwischen zwei Bauteilen.
[0027] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Federarm des Dämpfungselements
beim Einsetzen, insbesondere beim Kippen, des Führungsprofils durch den ersten Haltesteg
aus einer Ruheposition, bevorzugt wenigstens annähernd ohne Kompression, in Richtung
der ersten Seitenwand in eine ausgelenkte Position auslenkbar. Dies erlaubt, dass
zunächst das Halteelement in die Führungsschiene eingesetzt und anschliessend das
Führungsprofil in der Führungsschiene positioniert werden kann. Die Dimensionen der
Führungskammer, des Führungsprofils und des Federarms sind vorzugsweise so gewählt,
dass die lichte Distanz (D2) zwischen der zweiten Kante und dem Federarm in seiner
Ruheposition kürzer ist als die Breite (B) des Führungsprofils.
[0028] Insbesondere ist der Federarm beim Kippen des Führungsprofils soweit in Richtung
erste Seitenwand auslenkbar, dass der erste Haltesteg das freie Ende des Federarms
hintergreifen und der Federarm in Richtung seiner Ruheposition zurückfedern kann,
so dass im Betrieb der Federarm mit seinem freien Ende am ersten Haltesteg anliegt.
Dies bedingt, dass bei dieser Ausführungsform die lichte Distanz zwischen der ersten
und der zweiten Kante grösser ist als die Breite (B) des Führungsprofils. Ausserdem
ist die lichte Distanz zwischen der hinteren Abgrenzung und dem freien Ende des Federarms
in dessen Ruheposition grösser, als die Dicke des ersten Haltestegs.
[0029] Nach dem Einsetzen des Führungsprofils und des Halteelements in die Führungsschiene
liegt das freie Ende des Federarms im montierten Zustand bevorzugt im Bereich der
Haltekante am Haltesteg an. Dadurch wird eine stabile Abstützung des Führungsprofils
am Dämpfungselement ermöglicht.
[0030] Weiter ist der Federarm im montierten Zustand bevorzugt so ausgerichtet, dass seine
Längsachse mit der ersten Seitenwand in der Ruheposition des Federarms einen Winkel
zwischen 30° und 60° , insbesondere etwa 45°, definiert. Gemäss einer besonderes bevorzugten
Ausführungsform ist der Federarm soweit auslenkbar, dass er in einer vollständig ausgelenkten
Position an der ersten Seitenwand anliegt.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Kippbewegung des Führungsprofils in
der Führungsschiene im Wesentlichen ohne Kompression des Dämpfungselements möglich.
Bei dieser Ausführungsform ist die im Querschnitt der Führungsschiene gemessene lichte
Distanz (D3) zwischen der zweiten Kante und dem Stützfuss mindestens gleich lang,
besonders bevorzugt länger, wie die Breite (B) des Führungsprofils.
[0032] Um eine gute Dämpfung des Führungsprofils innerhalb der Führungsschiene zu ermöglichen,
ist der Stützfuss bevorzugt aus einem Material mit grösserer Shore-Härte gefertigt
als der Federarm. Damit erlaubt der Stützfuss eine stabile Abstützung des Führungsprofils
in Zugrichtung gegen die Führungsschiene und gleichzeitig eine gute Federung zum Auffangen
von ruckartigen Zugbelastungen des im Führungsprofil gehaltenen Markisentuchs, beispielsweise
bei Windeinwirkung.
[0033] Das Halteelement ist bevorzugt aus einem Elastomer, insbesondere aus einem Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), z.B. EPDM-Moosgummi, hergestellt. EPDM ist besonders witterungs- und alterungsbeständig
und weist eine gute Reissfestigkeit auf. Insbesondere in Bezug auf Sonnenlicht, Ozon
und Wassereinwirkung zeigt EPDM sehr gute Beständigkeitswerte.
[0034] Die Dichte des Materials im Bereich des Federarms beträgt bevorzugt 0.5 bis 0.8 g/cm
3, insbesondere 0.6 bis 0.7 g/cm
3, besonders bevorzugt 0.64 bis 0.66 g/cm
3. Die Dichte des Materials kann beispielsweise gemäss DIN 53479 gemessen werden.
[0035] Im Bereich des Kopfes und/oder des Stützfusses weist das Material bevorzugt eine
Härte von 65 bis 95, vorzugsweise 75 bis 85, besonders bevorzugt etwa 80 Shore A auf.
Die Härte des Materials im Bereich des Haltearms liegt vorzugsweise im Bereich von
35 bis 65, vorzugsweise 40 bis 60, besonders bevorzugt 45 bis 55 Shore A auf. Die
Härte von EPDM kann gemäss DIN 53505 gemessen werden.
[0036] Besonders bevorzugt sind der Stützfuss und der Federarm in einem Ko-Extrusionsverfahren
hergestellt, was den Herstellungsprozess des Führungsprofils vereinfacht.
[0037] Besonders bevorzugt ist das Führungsprofil auch nach dem Kippen, d.h. im montierten
Zustand, in der Führungsschiene bewegbar.
[0038] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Halteelement so gestaltet,
dass das Dämpfungsteil im Bereich des Federarms ein Hohlprofil mit einer der zweiten
Seitenwand zugewandten Frontwand und einer der ersten Seitenwand zugewandten Rückwand
aufweist. Zum Einsetzen des Führungsprofils in die Führungsschiene, insbesondere zur
Ausführung der oben beschriebenen Kippbewegung, ist bei dieser Ausführungsform nicht
primär der gesamte Federarm, sondern insbesondere die Frontwand in Richtung der ersten
Seitenwand auslenkbar. Der Federarm kann insofern so gestaltet sein, dass er bereits
in seiner Ruheposition mit seiner Rückwand an der ersten Seitenwand anliegt. Ausserdem
kann bei dieser Ausführungsform der Federarm und der Stützfuss aus demselben Material
gefertigt sein, da die Verformbarkeit der Frontwand nicht nur durch eine niedrige
Shore-Härte des Materials, sondern durch die im Vergleich zum gesamten Federarm geringere
Dicke gewährleistet werden kann. Besonders bevorzugt weist bei dieser Ausführungsform
das Material im Bereich des Kopfes eine Härte von 65 bis 95, vorzugsweise 75 bis 85,
besonders bevorzugt ca. 80 Shore A auf, während das Material im Bereich des Stützfusses
und des Haltearms eine geringere Härte aufweist, insbesondere eine Härte im Bereich
von 35 bis 65, vorzugsweise 40 bis 60, besonders bevorzugt 45 bis 55 Shore A.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die erste Seitenwand der Führungsschiene
eine Innenseitenwand und der Hinterschnitt ist durch eine zwischen der Innenseitenwand
und einer äusseren Seitenwand der Führungsschiene vorhandene Seitenkammer definiert.
Die Seitenkammer ist so bemessen, dass ausreichend Platz zur Aufnahme des Kopfteils
vorhanden ist, wenn dieser bei der Montage in die Längsnut eingeführt wird. Ebenso
kann die hintere Abgrenzung der Führungskammer eine Innenwand sein, die - bevorzugt
parallel - zu einer äusseren Bodenwand ausgebildet ist und sich zwischen der hinteren
Abgrenzung und der äusseren Bodenwand eine Bodenkammer befindet.
[0040] Wie eingangs erwähnt, ist die erfindungsgemässe Schienenführung beispielsweise an
der Leibung einer Gebäudeöffnung, insbesondere einer Fensterlaibung, befestigbar.
Die Befestigung der Führungsschiene erfolgt bevorzugt durch Verschrauben. Hierfür
sind beispielsweise in der hinteren Abgrenzung, bzw. der äusseren Bodenwand der Führungsschiene
Bohrungen zur Aufnahme von Befestigungsschrauben vorgesehen. Es versteht sich von
selbst, dass ein Monteur auch ohne weiteres zusätzliche Bohrungen setzen kann, sofern
sich dies bei der Montage als notwendig erweisen sollte.
[0041] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Schienenführung so gestaltet,
dass in der ersten und in der zweiten Seitenwand jeweils eine hinterschnittene Längsnut
ausgebildet ist, das Führungsprofil zwei Haltestege aufweist, die beidseitig vom Kedernutprofil,
bevorzugt in Verlängerung der der Kedernut gegenüberliegenden Rückwand des Kedernutprofils,
abragen, und die Schienenführung mindestens zwei in der Führungsschiene spiegelsymmetrisch
gehaltene elastische Halteelemente aufweist. Bei der Montage wird das Führungsprofil
mit einem seiner zwei Haltestege voraus in die Führungskammer hineingebracht und das
freie Ende des vorausgehenden Haltestegs mit der zweiten Kante in Anlage gebracht,
bevor die Kippbewegung ausgeführt wird. Die Breite (B) des Führungsprofils entspricht
dann der lichten Distanz (wiederum im Querschnitt gemessen) zwischen den beiden freien
Enden der zwei Haltestege. In Betrieb liegt dann das freie Ende des Federarms des
einen Dämpfungselements am ersten Haltesteg an, bevorzugt im Bereich der ersten Haltekante,
und das freie Ende des Federarms des anderen Dämpfungselements liegt am zweiten Haltesteg
an, ebenfalls bevorzugt im Bereich der zweiten Haltekante. Das Führungsprofil ist
somit in Betrieb auf beiden Seiten des Kedernutprofils an den zwei Haltestegen gegen
die Führungsschiene abgestützt und sicher gehalten.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform sind ausserdem an den freien Enden der Frontstege
nach Innen abragende Flanken ausgebildet, die zur Führung eines am Markisentuch befestigten
Fallstabs dienen.
[0043] Die Erfindung wird nachstehend anhand zweier Ausführungsbeispiele in Verbindung mit
den dazugehörigen Figuren näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine Schienenführung mit einer Führungsschiene und zwei darin
angeordneten elastischen Halteelementen gemäss einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- eine vergrösserte Darstellung eines Querschnitts durch eines der zwei elastischen
Halteelemente gemäss Fig. 1;
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch eine Schienenführung mit einer Führungsschiene und zwei darin
angeordneten elastischen Halteelementen gemäss einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;
und
- Fig. 4
- eine vergrösserte Darstellung eines Querschnitts durch eines der zwei elastischen
Halteelemente gemäss Fig. 3.
[0044] Die in den Figuren 1 und 3 dargestellten Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemässen
Schienenführung weisen jeweils eine einteilige Führungsschiene 1 als Trägerelement
auf, in welcher ein Führungsprofil 3 angeordnet ist. Wie in Fig. 3 gezeigt, dient
das Führungsprofil 3 zum Führen eines Markisentuchs 2 einer Tuchmarkise. Weiter sind
in der Führungsschiene 1 jeweils zwei gleich gestaltete, elastische, profilartige
Halteelemente gehalten. Die in den Figuren 1 und 3 gezeigten Halteelemente sind unterschiedlich
ausgebildet; eine erste Ausführungsform des elastischen Halteelements 5 ist in den
Figuren 1 und 2 gezeigt, während die Figuren 3 und 4 eine zweite Ausführungsform des
Halteelements zeigen, die fortan mit 5' bezeichnet wird.
[0045] Die in Fig. 1 und 3 gezeigten Schienenführungen umfassen jeweils ein Paar spiegelgleich
gestaltete elastische Halteelemente 5, 5'. Der Einfachheit halber wird nachfolgend
lediglich auf eines der jeweiligen Halteelement-Paare Bezug genommen: Das Halteelement
5, 5' ist als eigenständiges, einteiliges und profilförmiges Bauteil ausgebildet und
weist jeweils einen einen Federarm 7, 7' aufweisenden Dämpfungsteil 6, 6' mit einem
davon abragenden, einen Kopfteil 8, 8' tragenden Halsteil 9, 9' auf.
[0046] Die einteilige Führungsschiene 1 ist eine Profilschiene, die beispielsweise aus stranggepresstem
Aluminium gefertigt ist. Sie weist einen C-förmigen Querschnitt auf und definiert
so eine einseitig offene Führungskammer 10 zur Aufnahme des Führungsprofils 3. Die
Führungskammer 10 ist durch eine hintere Abgrenzung 11, eine unter Bildung einer ersten
Kante 12 von der hinteren Abgrenzung 11 abragende erste Seitenwand 13, eine unter
Bildung einer zweiten Kante 15 von der hinteren Abgrenzung 11 abragende zweite Seitenwand
17 sowie einen von der ersten Seitenwand 13 abragenden ersten Frontsteg 19 und einen
von der zweiten Seitenwand 17 abragenden zweiten Frontsteg 21 definiert und umfasst
einen von den aufeinander zu verlaufenden Frontstegen 19, 21 begrenzten Frontdurchlass
23. Die hintere Abgrenzung 11 und die beiden Frontstege 19, 21 sind im Wesentlichen
eben und parallel zueinander angeordnet, wobei die Frontstege 19, 21 rechtwinklig
von der jeweiligen Seitenwand 13, 17 abragen. Zur Führung eines am Markisentuch 2
befestigten, in Fig. 3 mit gestrichelten Linien angedeuteten Fallstab 53 ist an den
freien Enden der Frontstege 19, 21 jeweils eine nach Innen abragende Flanke 20 ausgebildet.
[0047] Die erste und die zweite Seitenwand 13, 17 sind als Innenseitenwände ausgebildet
und im Wesentlichen eben sowie parallel zueinander angeordnet. Sie ragen in einem
rechten Winkel von der hinteren Abgrenzung 11 ab und weisen jeweils eine hinterschnittene
Längsnut 25, 26 auf, die zur Verankerung eines jeweiligen Halteelements 5, 5' dient.
Parallel zu jeder der zwei Innenseitenwände 13, 17 ist eine jeweilige äussere Seitenwand
14, 18 angeordnet. Zwischen Innenseitenwand 13, 17 und dazugehöriger äusseren Seitenwand
14, 18 ist eine Seitenkammer 27, 28 vorhanden, welcher den Hinterschnitt der Längsnut
25, 26 in der jeweiligen Innenseitenwand 13, 17 definiert. Die Seitenkammer 27, 28
bietet ausreichend Platz zur Aufnahme des Kopfteils 8, 8' nach dessen Einführen in
die Längsnut 25, 26. Ebenso ist die hintere Abgrenzung 11 der Führungskammer 10 eine
Innenwand, zu welcher parallel eine hintere Aussenwand 31 ausgebildet ist. Eine zwischen
der hinteren Abgrenzung 11 und der hinteren Aussenwand 31 vorhandene Bodenkammer 33
dient der Aufnahme von Schraubenköpfen von Befestigungsschrauben, die zur Befestigung
der Führungsschiene 1 durch Bohrungen in der hinteren Aussenwand 31 eingeführt werden
können. Der besseren Übersicht halber, sind die Befestigungsschrauben und Bohrungen
in den Figuren nicht gezeigt.
[0048] Innerhalb der Führungsschiene 1, insbesondere in der Führungskammer 10, ist das Führungsprofil
3 angeordnet, welches, wie in Fig. 3 gezeigt, zur Aufnahme eines längsseitig am Markisentuch
2 befestigten, durch die Krampen einer Reissverschlusshälfte gebildeten Keders 34
vorgesehen ist. Das Führungsprofil 3 weist ein im Querschnitt C-förmiges Kedernutprofil
35 mit einer sich in Längsrichtung erstreckenden Kedernut 36 auf und umfasst weiter
einen ersten und einen zweiten Haltesteg 37, 38, die jeweils unter Bildung einer jeweiligen
Haltekante 39, 40 beidseitig vom Kedernutprofil 35, in Verlängerung einer der Kedernut
gegenüberliegenden Rückwand (45) des Kedernutprofils, abragen. Das in Fig. 3 gezeigte
Markisentuch 2 mit dem längsseitig befestigten Keder 34 ragt durch die Kedernut 36
in das Kederprofil 35 hinein und wird so entlang seiner Seitenkanten geführt.
[0049] Das Führungsprofil 3 ist mittels des Halteelements 5, 5' in der Führungsschiene 1
federnd gehalten. Das Halteelement 5, 5' selber ist in der Führungsschiene 1 fixiert.
Der Halsteil 9, 9' des Halteelements 5, 5' durchgreift die Längsnut 25 und das Halteelement
5, 5' ist mittels des Kopfteils 8, 8' an der ersten Seitenwand 13 gehalten. Um die
elastische Deformation des Kopfteils 8 zu dessen Einführen in die Längsnut 25 zu erleichtern,
weist das in Fig. 1 und 2 gezeigte elastische Halteelement 5 im Bereich des Halsteils
9 ein Hohlprofil 47 auf.
[0050] Der Dämpfungsteil 6, 6' umfasst weiter eine an den Halsteil 9, 9' anschliessende
Schulter 41, 41', mit welcher der Dämpfungsteil 6, 6' - im montierten Zustand - an
der ersten Seitenwand 13 anliegt. Ausserdem weist der Dämpfungsteil 6, 6' einen Stützfuss
42 auf, welcher - im montierten Zustand - zur Abstützung des Halteelements 5, 5',
bzw. dessen Dämpfungsteils 6, 6' an einer Rückseite 20 des ersten Frontstegs 19 vorgesehen
ist. Besagte Rückseite 20 des ersten Frontstegs 19 ist der hinteren Abgrenzung 11
zugewandt. Der Stützfuss 42 ist keilförmig ausgebildet und mit seinem breiten Ende
an der Rückseite 20 des ersten Frontstegs 19 abgestützt. Die zweifache Abstützung
des Dämpfungsteils 6, 6' über den Stützfuss 42, 42' einerseits und die Schulter 41,
41' andererseits bewirkt, dass der Kopfteil 8, 8' lediglich eine Haltefunktion ausübt
und auch bei Zugbelastung des Markisentuchs 2, beispielsweise bei Windeinwirkung,
praktisch keine Belastung erfährt.
[0051] Das freie Ende des Federarms 7, 7' liegt im Bereich der Haltekante 39 an jenem Haltesteg
37 an, der sich zwischen dem Federarm 7, 7' und der hinteren Abgrenzung 11 befindet
und nachfolgend als erster Haltesteg 37 bezeichnet wird. Mittels des Dämpfungselements
6, 6' wird so eine stabile, federnde Abstützung des Führungsprofils 3 auf seiner dem
Markisentuch zugewandten Seite an der Führungsschiene 1 gewährleistet.
[0052] Bei der Montage der Schienenführung wird das Halteelement 5, 5' bevorzugt in die
Führungsschiene 1 "eingeclipst": Dabei wird das elastische Halteelement 5, 5' durch
den Frontdurchlass 23 eingeführt und zwar so, dass der Kopfteil 8, 8' in Richtung
der Längsnut 25 in der ersten Seitenwand 13 zeigt. Dann wird vorzugsweise zunächst
der Stützfuss 42, 42' an der Rückseite des ersten Frontstegs 19 positioniert. In einem
nächsten Schritt wird das Halteelement 5, 5' gegen die erste Seitenwand 19 gedrückt,
bis der Kopfteil 8, 8' unter elastischer Deformation die Längsnut 25 passiert und
der Halsteil 9, 9' die Längsnut 25 durchgreift.
[0053] Über seinen Kopfteil 8, 8' ist das Halteelement 5, 5' somit sicher an der ersten
Seitenwand 13 gehalten, während die Schulter 41, 41' und der Stützfuss 42, 42' eine
stabile Abstützung des Halteelements 5, 5' in der Führungsschiene 1 und der Federarm
7, 7' eine Kompensation der dynamischen Belastung des Markisentuchs 2, etwa bei Windstössen,
erlaubt.
[0054] Zum Einsetzen des Führungsprofils 3 in die Führungsschiene 1 - nach dem Einsetzen
der elastischen Halteelemente 5, 5' - wird das Führungsprofil 3 mit seiner Profillängsseite
voraus durch den Frontdurchlass 23 in die Führungsschiene 1 bzw. die Führungskammer
10 hineingebracht, und zwar so, dass die Kedernut 36 der zweiten Seitenwand 17 zugewandt
ist. Nach dem Einführen des Führungsprofils 3 wird dieses durch Ausführen einer Kippbewegung
in der Führungsschiene 1 positioniert, wobei in der Endposition die Kedernut 36 dem
Frontdurchlass 23 zugewandt ist. Um besagte Kippbewegung der Führungsschiene 1 innerhalb
der Führungskammer 10 zu ermöglichen, ist - im Querschnitt der Führungsschiene 1 gemessen
- die lichte Distanz (D1) zwischen der zweiten Kante 15 und dem ersten Frontsteg 19
länger als die Breite B des Führungsprofils 3. Die Breite ist hierbei die lichte Distanz
zwischen den beiden freien Enden der beiden Haltestege 37, 38. Beim Einsetzen des
Führungsprofils 3 wird das freie Ende des vorausgehenden zweiten Haltestegs 38 mit
der zweiten Kante 15 in Anlage gebracht und anschliessend die Kippbewegung ausgeführt,
wodurch der erste Haltesteg 37 in Richtung erste Kante 12 bewegt wird.
[0055] Bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform des Halteelements 5 ist der Federarm
7 keilförmig ausgebildet, so dass seine Dicke in Richtung zum freien Ende hin abnimmt.
In seiner Ruheposition - im montierten Zustand - ist der Federarm 7 so ausgerichtet,
dass seine Längsachse L mit der ersten Seitenwand 13 einen Winkel von etwa 45° einschliesst.
Der Federarm 7 des Dämpfungselements 6 ist beim Abkippen des Führungsprofils 3 in
der Führungsschiene 1 durch den ersten Haltesteg 37 aus einer Ruheposition (mit durchgezogenen
Linien gezeigt) in Richtung der ersten Seitenwand 13 in eine ausgelenkte Position
auslenkbar (in Fig. 1 und 2 mit gestrichelten Linien angedeutet). Dies erlaubt zunächst
das Halteelement 5 in die Führungsschiene 1 einzusetzen und anschliessend das Führungsprofil
3 in der Führungsschiene 1 zu positionieren.
[0056] Die Dimensionen des Haltestegs 37 und des Federarms 7 sind so gewählt, dass die lichte
Distanz (D2) zwischen der zweiten Kante 15 und dem in seiner Ruheposition befindlichen
Federarm 7 kürzer ist als die Breite B des Führungsprofils 3, und der Federarm 7 soweit
in Richtung erste Seitenwand 13 auslenkbar ist, dass der Haltesteg 37 das freie Ende
des Federarms 7 im Zuge der Kippbewegung hintergreifen kann. Sobald der Haltesteg
37 das freie Ende des Federarms 7 hintergreift, kann letzterer in Richtung seiner
Ruheposition zurückfedern, worauf er mit seinem freien Ende am ersten Haltesteg 37
in Anlage gelangt.
[0057] Um die Kippbewegung des Führungsprofils 3 in der Führungsschiene 1 im Wesentlichen
ohne Kompression des Dämpfungselements 6, insbesondere des Stützfusses 41, zu ermöglichen,
ist die - im Querschnitt der Führungsschiene 1 gemessene - lichte Distanz (D3) zwischen
der zweiten Kante 15 und dem Stützfuss 41 mindestens gleich lang, bevorzugt länger,
wie die Breite B des Führungsprofils 3.
[0058] Der Stützfuss 42 ist aus einem Material mit grösserer Shore-Härte gefertigt als der
Federarm 7. Dies erlaubt eine stabile Abstützung des Führungsprofils 3 in Zugrichtung
gegen die Führungsschiene 1 (siehe Figur 1) und gleichzeitig eine gute Federung zum
Auffangen von ruckartigen Zugbelastungen des im Führungsprofil 3 gehaltenen Markisentuchs
2, beispielsweise bei Windeinwirkung.
[0059] Das Halteelement 5 ist aus einem Elastomer, insbesondere aus EPDM-Moosgummi, hergestellt,
wobei das Material des Halteelements 5 im Bereich des Federarms 7 eine Dichte von
0.65 ± 0.1 g/cm
3 und eine Härte von 50 ± 5 Shore A aufweist. Die Härte des Materials im Bereich des
Kopfes 8 und des Stützfusses 42 liegt hingegen im Bereich von 50 ± 5 Shore A.
[0060] Der Stützfuss 42 und der Federarm 7, 7' sind in einem Ko-Extrusionsverfahren hergestellt,
was den Herstellungsprozess des Halteelements 5, 5' vereinfacht.
[0061] Bei der in Figur 4 vergrössert gezeigten Ausführungsform des Halteelements 5' gemäss
Figur 3 weist der Dämpfungsteil 6' im Bereich des Federarms 7' ein Hohlprofil 48 mit
einer der zweiten Seitenwand 17 zugewandten Frontwand 49 und einer der ersten Seitenwand
13 zugewandten Rückwand 51 auf. Zum Einsetzen des Führungsprofils 3 in die Führungsschiene
1, bzw. zur Ausführung der oben beschriebenen Kippbewegung, ist zumindest die Frontwand
49 in Richtung der ersten Seitenwand 13 auslenkbar. Der Federarm 7' kann insofern
so gestaltet sein, dass er bereits in seiner Ruheposition mit seiner Rückwand 51 an
der ersten Seitenwand 13 anliegt.
[0062] Anders als bei der in Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsformen des Halteelements
5 kann der Federarm 7' und der Stützfuss 42' bei der in Fig. 2 und 4 gezeigten Ausführungsform
aus demselben Material gefertigt sein, da die Verformbarkeit des Federarms 7' nicht
primär durch eine niedrige Shore-Härte des Materials, sondern durch eine im Vergleich
zur Dicke des gesamten Federarms 7, 7' geringere Dicke der Frontwand 49 gewährleistet
wird.
[0063] Beispielsweise ist das Halteelement 5' ist aus einem Elastomer, insbesondere aus
EPDM-Moosgummi, hergestellt, wobei das Material sowohl im Bereich des Federarms 7'
als auch im Bereich des Kopfes 8' und des Stützfusses 42' eine Härte von 80 ± 5 Shore
A aufweist.
[0064] Nimmt die Zugkraft des Markisentuchs 2 zu, beispielsweise durch Windeinwirkung, so
bewegt sich das Führungsprofil 3 in Richtung der Zugkraft gegen den Frontaldurchlass.
Die Frontwand 49 und die Rückwand 51 des Federarms 7' werden dadurch elastisch deformiert,
bzw. gefaltet, wodurch die Federkraft zunimmt und der Federarm 7' der Zugkraft eine
somit vergrösserte Federkraft entgegensetzen kann.
1. Schienenführung für eine Beschattungsvorrichtung, insbesondere Tuchmarkise umfassend
eine einteilige Führungsschiene (1) als Trägerelement, ein in der Führungsschiene
(1) angeordnetes Führungsprofil (3) zur Aufnahme eines längsseitig am Markisentuch
(2) angeordneten Keders (34), sowie mindestens ein in der Führungsschiene (1) gehaltenes
elastisches Halteelement (5, 5') zum Abstützen des Führungsprofils (3),
wobei die Führungsschiene (1) eine durch eine hintere Abgrenzung (11), eine unter
Bildung einer ersten Kante (12) von der hinteren Abgrenzung (11) abragende, eine hinterschnittene
Längsnut (25) aufweisende erste Seitenwand (13), eine unter Bildung einer zweiten
Kante (15) von der hinteren Abgrenzung (11) abragende zweite Seitenwand (17) sowie
einen von der ersten Seitenwand (13) abragenden ersten Frontsteg (19) und einen von
der zweiten Seitenwand (17) abragenden zweiten Frontsteg (21) definierte, und durch
einen von den aufeinander zu verlaufenden Frontstegen (19, 21) begrenzten Frontdurchlass
(23) offene Führungskammer (10) zur Aufnahme des Führungsprofils (3) umfasst,
das elastische Halteelement (5, 5') als eigenständiges, einteiliges und profilförmiges
Bauteil ausgebildet ist und einen einen Federarm (7, 7') aufweisenden Dämpfungsteil
(6, 6') mit einem davon abragenden, einen Kopfteil (8, 8') tragenden Halsteil (9,
9') aufweist, wobei der Halsteil (9, 9') - im montierten Zustand - die Längsnut (25)
durchgreift und das Halteelement (5, 5') mittels des Kopfteils (8, 8') an der ersten
Seitenwand (13) gehalten ist,
das Führungsprofil (3) durch den Frontdurchlass (23) hindurch in die Führungskammer
(10) einsetzbar ist und ein im Querschnitt C-förmiges, eine Kedernut (36) für den
Keder (34) begrenzendes Kedernutprofil (35) und mindestens einen unter Bildung einer
Haltekante (39) seitlich vom Kedernutprofil (35) abragenden ersten Haltesteg (37)
aufweist,
und der Federarm (7, 7') - im montierten Zustand - mit seinem freien Ende am zwischen
sich und der hinteren Abgrenzung (11) sich befindenden ersten Haltesteg (37) anliegt,
so dass das Führungsprofil (3) in Zugrichtung des Markisentuchs (2) federnd in der
Führungsschiene (1) gehalten ist.
2. Schienenführung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfungsteil (6, 6') einen Stützfuss (42, 42') umfasst, welcher - im montierten
Zustand - zur Abstützung des Dämpfungsteils (6, 6') an einer Rückseite (20) des ersten
Frontstegs (19) vorgesehen ist.
3. Schienenführung gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfungsteil (6, 6') eine an den Halsteil (9, 9') anschliessende Schulter (41,
41') aufweist, mit welcher der Dämpfungsteil (6, 6') - im montierten Zustand - an
der ersten Seitenwand (13) anliegt.
4. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Halteelement (5, 5') durch den Frontdurchlass (23) hindurch in die
Führungskammer (10) einsetzbar und mit dem Kopfteil (8, 8') voraus in die Längsnut
(25) einführbar ist.
5. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Halteelement (5), bevorzugt im Bereich des Halsteils (9), ein Hohlprofil
(47) aufweist.
6. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seitenwand (13) der Führungsschiene (1) eine Innenseitenwand ist und der
Hinterschnitt durch eine zwischen der Innenseitenwand und einer äusseren Seitenwand
(14) der Führungsschiene (1) vorhandene Seitenkammer (27) definiert ist.
7. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Querschnitt der Führungsschiene (1) gemessen - die lichte Distanz (D1) zwischen
der zweiten Kante (15) und dem ersten Frontsteg (19) länger ist, wie die Breite (B)
des Führungsprofils (3).
8. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Federarm (7) beim Einsetzen des Führungsprofils (3) in die Führungskammer (10)
durch den ersten Haltesteg (37) aus einer Ruheposition, bevorzugt wenigstens annähernd
ohne Kompression, in Richtung der ersten Seitenwand (13) in eine ausgelenkte Position
auslenkbar ist.
9. Schienenführung gemäss Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachse (L) des Federarms (7, 7') in der Ruheposition mit der ersten Seitenwand
(13) einen Winkel zwischen 30° und 60°, bevorzugt etwa 45°, einschliesst und der Federarm
(7, 7') in einer vollständig ausgelenkten Position bevorzugt wenigstens annähernd
an der ersten Seitenwand (13) anliegt.
10. Schienenführung gemäss Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Federarm (7, 7') beim Einführen des Führungsprofils (3) soweit in Richtung erste
Seitenwand (13) auslenkbar ist, dass der erste Haltesteg (37) das freie Ende des Federarms
(7, 7') hintergreifen kann.
11. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die im Querschnitt der Führungsschiene (1) gemessene lichte Distanz (D3) zwischen
der zweiten Kante (15) und dem Stützfuss (42, 42') mindestens gleich lang ist, bevorzugt
länger ist, wie die Breite (B) des Führungsprofils (3).
12. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützfuss (42) aus einem Material mit grösserer Shore-Härte gefertigt ist als
der Federarm (7), wobei der Stützfuss (42) und der Federarm (7) bevorzugt in einem
Ko-Extrusionsverfahren hergestellt sind.
13. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsteil (6') im Bereich des Federarms (7') ein Hohlprofil (48) mit einer
der zweiten Seitenwand (17) zugewandten Frontwand (49) aufweist, und dass zumindest
die Frontwand (49) beim Einsetzen des Führungsprofils (3) in die Führungsschiene (1)
in Richtung der ersten Seitenwand (13) auslenkbar ist.
14. Schienenführung gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Federarm (7') und der Stützfuss (42') aus einem Material mit einer gleichen Shore-Härte,
bevorzugt eine Härte von 65 bis 95 Shore A, gefertigt sind.
15. Schienenführung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten und in der zweiten Seitenwand (13, 17) jeweils eine hinterschnittene
Längsnut (25, 26) ausgebildet ist, das Führungsprofil (3) einen ersten und einen zweiten
Haltesteg (37, 38) aufweist, die seitlich vom Kedernutprofil (35), bevorzugt in Verlängerung
einer der Kedernut (36) gegenüberliegenden Rückwand (45) des Kedernutprofils (35),
abragen,
und die Schienenführung mindestens zwei in der Führungsschiene (1) spiegelsymmetrisch
gehaltene elastische Halteelemente (5, 5') aufweist.