TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Agrarspritzen-Ventileinheit, eine mit einer
derartigen Agrarspritzen-Ventileinheit gebildete Agrarspritzen-Ventileinrichtung sowie
ein Verfahren zum Betrieb einer derartigen Agrarspritzen-Ventileinrichtung.
[0002] Agrarspritzen-Ventileinheiten und Agrarspritzen-Ventileinrichtungen dienen der Steuerung
oder Regelung (im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch unter "Steuerung" subsumiert)
der Ausbringung einer Agrarspritze beliebigen Einsatzzwecks und beliebiger Bauart.
Beispielsweise dient eine derartige Agrarspritze dem Ausbringen eines Fluids in der
Landwirtschaft oder dem Obst- oder Gemüseanbau, wobei es sich bei dem Fluid beispielsweise
um Wasser, Dünger, eine Insektizid oder ein beliebiges anderes Fluid oder Fluidgemisch
handeln kann.
STAND DER TECHNIK
[0003] Agrarspritzen finden Einsatz einzeln zur Ausbringung eines agraren Fluids auf eine
begrenzte Fläche oder mit einer Vielzahl von Agrarspritzen, die beispielsweise nebeneinander
an einem oder mehreren Sprühbalken gehalten sein können. Insbesondere aus Kostengründen
sowie ökologischen Gründen soll das Ausbringen des Fluids nur in den tatsächlich relevanten
agraren Flächen und auch hier nur mit einem erforderlichen Volumenstrom erfolgen.
Um lediglich ein Beispiel zu nennen, soll bei einem Sprühfahrzeug, welches sich mäanderförmig
über ein Feld bewegt, die Ausbringung des Fluids in den Randbereichen des Feldes,
beispielsweise bei einer Kurvenfahrt, unterbrochen werden. Möglich ist auch, dass
in Teilbreiten des Sprühbalkens, die keine Pflanzen oder kein Erntegut überfahren,
die diesen Teilbreiten zugeordneten Agrarspritzen temporär abgeschaltet werden sollen.
Während für die vollständige Abschaltung in dem Randbereich eines Feldes eine zentrale
Agrarspritzen-Ventileinheit in einer Zuführleitung zu sämtlichen Agrarspritzen in
eine Sperrstellung verbracht werden kann, erfordert die Deaktivierung von Teilbreiten
eines Sprühbalkens, das eine Zentralleitung des Sprühbalkens, an welche die Agrarspritzen
angeschlossen sind, segmentiert ausgebildet ist mit parallelen Segmenten, die separat
über den jeweiligen Segmenten zugeordnete Agrarspritzen-Ventileinheiten absperrbar
sind. Schließlich kann eine Ansteuerung einer Agrarspritzen-Ventileinheit auch zusätzlich
zu einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung in zumindest eine Zwischenstellung,
insbesondere kontinuierliche Zwischenstellungen, erfolgen, um bedarfsgerecht die Ausbringung
steuern zu können.
[0004] Mit modernen Agrarspritzen verbundene Problemstellungen sowie Lösungsansätze sind
den Druckschriften
DE 10 2009 001 532 A1 sowie
DE 696 25 914 T2 zu entnehmen. Demgemäß kann eine Veränderung einer Ausbringrate mit erforderlichen
Zwischenstellungen der Agrarspritzen-Ventileinheit wünschenswert sein je nach agrarem
Einsatzzweck, einer erwarteten Drift von Sprühtropfen in Folge eines Windes, der Geschwindigkeit
des Sprühfahrzeugs, der gewünschten Größe des Sprühbereichs der Agrarspritze, der
Höhe eines Sprühbalkens über dem Boden, einer gewünschten Tropfengröße oder einem
gewünschten Spektrum der Tropfengrößen, dem gewünschten fluidischen Fluss, einem gewünschten
Winkel eines Sprühkegels u. ä. Möglich ist auch, dass eine Steuerung der Ausbringrate
auf Grundlage von Informationen eines Global-Positioning-Systems erfolgen soll, indem
beispielsweise je nach Position auf dem Feld der Volumenstrom der Ausbringung vorgegeben
ist, beispielsweise auf Grundlage von positionsbezogenen Erntedaten der letzten Ernte.
[0005] Bekannt ist auch eine Beeinflussung eines Volumenstroms für die Ausbringung des agraren
Fluids über eine Steuerung der Förderleistung einer Pumpe für die Zuführung des Fluids,
eine Steuerung des Druckes in einer Zuführleitung, eine Beeinflussung eines Öffnungs-Querschnitts
einer Agrarspritzen-Ventileinheit oder einen Einsatz einer Agrarspritzen-Ventileinheit
in Ausbildung als pulsmoduliertes System (vgl.
DE 10 2009 001 532 A1 und
DE 696 25 914 T2), wobei im letztgenannten Fall über den sogenannten "Duty Cycle" und das Verhältnis
der kurzfristigen Öffnungszeiten des Ventils zu Schließzeiten des Ventils der zeitlich
gemittelte Volumenstrom variiert werden kann. Eine Wechselwirkung der Ausbringung
besteht auch zwischen der Agrarspritzen-Ventileinheit einerseits und einer der Agrarspritzen-Ventileinheit
nach geschalteten Spritz- oder Düseneinheit, aus welcher das Fluid in Richtung des
Ackerbodens oder des mit dem Fluid zu benetzenden Guts austritt.
[0006] Agrarspritzen-Ventileinheiten können als direkt gesteuerte Magnetventile ausgebildet
sein, bei welchen beispielsweise ein als Ventilteller ausgebildeter Ventilkörper,
der in einer Schließstellung zur Anlage an einen Ventilsitz kommt, mit einem elektromagnetischen
Aktuator direkt mechanisch verbunden ist. Hierbei sind die elektromagnetischen Aktuatoren
mit einer Spule und einem Im Inneren der Spule bewegten Anker gebildet, wobei der
bewegliche Anker mit dem Ventilkörper gekoppelt ist. Der elektromagnetische Aktuator
muss eine Öffnungskraft erzeugen, die abhängig ist von der Größe des Ventiltellers
sowie der Druckdifferenz zwischen einer Primärleitung und einer Sekundärleitung der
Agrarspritzen-Ventileinheit (vgl. die nicht vorveröffentlichte Patentanmeldung
DE 10 2013 101 460.7).
[0007] Die Druckschrift
DE 10 2011 000 921 B3 offenbart eine Agrarspritzen-Ventileinheit, welche als passives Überströmventil ohne
elektronische Steuerungsmöglichkeiten ausgebildet ist. Hierbei ist die Größe und Geometrie
eines Übertrittsquerschnitts zwischen der Primärleitung und der Sekundärleitung abhängig
von der Stellung eines Ventilkörpers. Der Ventilkörper ist in diesem Fall mit einem
Wiegekolben gebildet. Der Wiegekolben weist eine erste Kolbenfläche auf, die permanent
mit dem Druck in der Primärleitung beaufschlagt ist. Des Weiteren besitzt der Wiegekolben
eine entgegengesetzt zu der ersten Kolbenfläche wirkende zweite Kolbenfläche, welche
permanent mit dem Druck in Sekundärleitung beaufschlagt ist. Somit ist die Stellung
des Ventilkörpers und die Größe und Geometrie des Übertrittquerschnitts von der Druckdifferenz
in der Primärleitung und der Sekundärleitung abhängig. Für die Inbetriebnahme einer
Agrarspritze liegt in der Sekundärleitung kein Druck an, sodass sich mit einem Druckaufbau
in der Primärleitung eine schnelle Öffnung der Agrarspritzen-Ventileinheit ergibt.
Kommt es hingegen im Betrieb der Agrarspritze zu einer unerwünschten Verstopfung stromabwärts
der Agrarspritzen-Ventileinheit, staut sich das Fluid in der Sekundärleitung auf,
womit der die zweite Kolbenfläche beaufschlagende Druck sich dem Druck in der Primärleitung,
welcher die erste Kolbenfläche beaufschlagt, annähert. Auf diese Weise kann bei einer
Verstopfung automatisch eine Schließung des Agrarspritzen-Überströmventils herbeigeführt
werden, um einen weiteren Übertritt von Fluid von der Primärleitung in die Sekundärleitung
zu unterbinden.
[0008] Die Druckschrift
EP 2 227 949 A1 offenbart den grundsätzlichen Aufbau einer Feldspritzanlage mit dem gesamten fluidischen
Kreis und der Anordnung mehrerer Agrarspritzen-Ventileinheiten an einem Sprühbalken.
Hier finden Agrarspritzen-Ventileinheiten mit einer pulsweitenmodulierten Steuerung
der Bewegung eines Ventilkörpers Einsatz.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Agrarspritzen-Ventileinheit,
eine Agrarspritzen-Ventileinrichtung mit einer derartigen Agrarspritzen-Ventileinheit
sowie ein Verfahren zum Betrieb einer Agrarspritzen-Ventileinrichtung vorzuschlagen,
welche(s) hinsichtlich
- der elektrischen Leistungsaufnahme für die elektronische Steuerung,
- des Bauaufwandes,
- der Baugröße und der Kosten für das elektronische Bauelement,
- der Gewährleistung eines Auslaufschutzes und/oder
- eines rein passiven Betriebs ohne elektronische Ansteuerung der Agrarspritzen-Ventileinheit
verbessert ist.
LÖSUNG
[0010] Die Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche gelöst. Weitere bevorzugte erfindungsgemäße Ausgestaltungen sind den
abhängigen Patentansprüchen zu entnehmen.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0011] Die Erfindung betrifft eine Agrarspritzen-Ventileinheit, welche eine Primärleitung,
die insbesondere über eine Pumpe mit einem unter Druck stehenden Fluid versorgt wird,
und eine Sekundärleitung, über welche (insbesondere mit einer nachgeordneten Düsen-
oder Spritzeinheit einer Agrarspritze) Fluid ausgebracht wird. Zwischen der Primärleitung
und der Sekundärleitung sind ein Ventilkörper und ein Ventilsitz angeordnet, welche
ein Ventil bilden mit einem von der relativen Stellung zwischen Ventilkörper und Ventilsitz
abhängigen Übertrittsquerschnitt zwischen der Primärleitung und der Sekundärleitung.
Der Ventilkörper ist über eine Feder gegen den Ventilsitz beaufschlagt, womit eine
Schließstellung (oder zumindest eine Betriebsstellung mit einem reduzierten Übertrittsquerschnitt)
herbeiführbar ist. Der Ventilkörper ist mit dem Druck in der Primärleitung in Öffnungsrichtung
beaufschlagbar. Der Ventilkörper wird mit einem Überschreiten eines Schwellwerts des
Drucks in der Primärleitung von dem Ventilsitz weg bewegt (wobei der Schwellwert auch
von anderen Größen wie dem Druck in der Sekundärleitung abhängig sein kann). Auf diese
Weise gewährleistet das mit dem Ventilkörper und dem Ventilsitz gebildete Ventil eine
Art Überströmfunktion, welche beispielsweise genutzt werden kann, damit mit einer
Inbetriebnahme der Agrarspritze und damit der Agrarspritzen-Ventileinheit zunächst
durch die Feder eine Schließstellung des Ventils gewährleistet ist. Mit ansteigendem
Druck in der Primärleitung, insbesondere durch Aufnahme der Tätigkeit der Pumpe, wird
zunächst diese Schließstellung des Ventils beibehalten, bis ein Schwellwert des Drucks
in der Primärleitung überschritten wird. Dieses Überschreiten des Schwellwerts hat
zur Folge, dass das Ventil zumindest teilweise öffnet und sich ein sich vergrößernder
Übertrittsquerschnitt ergibt, über welchen das Fluid von der Primärleitung in die
Sekundärleitung strömen kann, von welcher dann das Ausbringen erfolgen kann. Die erläuterte
Überströmfunktion kann somit einerseits einen passiven Betrieb der Agrarspritzen-Ventileinheit
ermöglichen, was auch ohne jedwede elektronische Ansteuerung der Fall sein kann.
[0012] Erfindungsgemäß ist in der Agrarspritzen-Ventileinheit ein Haftmagnet vorgesehen,
über welchen der Ventilkörper bewegbar ist. Hierbei wird unter einem Haftmagneten
ein Elektromagnet verstanden, in welchem keine mechanische Bewegungsumsetzung erfolgt.
Vielmehr verfügt der elektrische Haftmagnet über eine Spulenwicklung und einen gegenüber
der Spulenwicklung nicht bewegbaren Kern. In der Richtlinie VDE 0580 sind derartige
Haftmagnete auch als "Lasthebemagnete" bezeichnet, welche aber als Lasthebemagnete
zu einem anderen Zweck, nämlich zum Festhalten von Lasten beispielsweise für Transportzwecke
und mit unter Umständen größeren Abmessungen genutzt werden.
[0013] Während grundsätzlich beliebige Querschnitts- und Bauformen eines Haftmagneten im
Rahmen der Erfindung einsetzbar sind, handelt es sich bei dem Haftmagnet insbesondere
um einen Topfmagneten, der im Wesentliche rotationssymmetrisch zu einer Längsachse
ausgebildet ist. In diesem Fall ist der Kern des Haftmagneten im Halblängsschnitt
in der Form eines liegenden U ausgebildet mit Anordnung der Spulenwicklung zwischen
den beiden Seitenschenkeln des U (vgl. auch Fig. 1). Hierbei kann der radial innenliegende
Seitenschenkel des U von einem durchgehenden zylindrischen Innenkern des Haftmagneten
ausgebildet sein. An den freien Endbereichen des U des Haftmagneten liegt der metallische
"haftende" Gegenstand in der Haftoder Haltestellung an. Für derart durch den zu haltenden
Gegenstand geschlossenes U ergibt sich ein geschlossener magnetischer Fluss, welcher
das Halten des zu haltenden Gegenstandes auch bei kleiner elektrische Leistungsaufnahme
ermöglicht.
[0014] Durch den erfindungsgemäßen Einsatz des Haftmagneten kann somit ein Halten eines
Gegenstandes, hier beispielsweise eines beweglichen Ventilkörpers oder eines beweglichen
Ventilsitzes oder eines hiermit mechanisch gekoppelten Körpers, in einer Betriebsstellung
des Ventils erfolgen mit einer unter Umständen drastisch reduzierten Leistungsaufnahme
gegenüber einem Elektromagneten mit im Inneren angeordnetem beweglichen Anker. Im
Rahmen der Erfindung eingesetzte Haftmagnete können als Zukaufteile kostengünstig
bezogen werden mit vielfältigen Abstufungen der elektrischen Leistungsaufnahme und
der Charakteristika der zwischen Haltemagnet und zu haltendem Gegenstand je nach Abstand
erzeugten Kraft. Des Weiteren kann ein derartiger Haftmagnet zuverlässig die haftende
Betriebsstellung auch bei kleiner elektrischer Leistungsversorgung gewährleisten.
Eine Auslegung derartiger Haftmagnete kann gemäß der Richtlinie VDE 0580 erfolgen.
Im Rahmen der Erfindung wird der Haftmagnet nicht ausschließlich für das Haften, also
die Aufrechterhaltung des zuvor erläuterten geschlossenen Flusses, verwendet. Vielmehr
wird im Rahmen der Erfindung der Haftmagnet über einen gewissen Stellbereich genutzt,
um eine eine Bewegung des Ventilkörpers veranlassende Kraft zu erzeugen. Erfindungsgemäß
findet mit dem Haftmagneten eine direkte elektromagnetische Steuerung Einsatz, ohne
dass eine elektropneumatische Vorsteuerung erforderlich ist.
[0015] Für eine Ausführungsform der Erfindung ist der Haftmagnet derart angeordnet, dass
der Haftmagnet mit einer Bestromung den Ventilkörper in Schließrichtung beaufschlagt.
Dies hat zur Folge, dass ohne Bestromung des Haftmagneten die passive Überstromfunktion
der Agrarspritzen-Ventileinheit wirksam ist. Darüber hinaus kann mit Bestromung des
Haftmagneten trotz einer Differenz zwischen den Drücken in der Primärleitung und in
der Sekundärleitung, welche an sich eine Öffnung des Ventils zur Folge hat, das Ventil
geschlossen werden oder bleiben. Auf diese Weise kann beispielsweise durch Bestromung
einzelner Haftmagneten von mehreren Agrarspritzen-Ventileinheiten an einem Sprühbalken
eine Teilbreitenabschaltung erfolgen oder mit Bestromung sämtlicher Haftmagneten der
Agrarspritzen-Ventileinheiten temporär das Ausbringen für den gesamten Sprühbalken,
beispielsweise bei einer Kurvenfahrt im Randbereich des Feldes, unterbunden werden.
[0016] Für einen alternativen Vorschlag ist der Haftmagnet derart angeordnet, das mit Bestromung
des Haftmagneten der Ventilkörper in Öffnungsrichtung beaufschlagt ist. Auf diese
Weise kann beispielsweise die Überströmfunktion mit Bestromung des Haftmagneten ausgelöst
werden, auch wenn an sich die Druckdifferenz zwischen dem Druck in der Primärleitung
und der Sekundärleitung nicht ausreichend ist, um das Ventil in die Öffnungsstellung
zu überführen.
[0017] Durchaus möglich ist, dass je nach Bestromungsrichtung des Haftmagneten der Ventilkörper
entweder in die Schließrichtung oder in die Öffnungsrichtung beaufschlagbar ist, wodurch
sich erweiterte Steuerungsmöglichkeiten ergeben.
[0018] Möglich ist, dass der Haftmagnet mit Bestromung eine auf den Ventilkörper wirkende
Kraft erzeugt, während der Haftmagnet ohne Bestromung keine Kraft auf den Ventilkörper
ausübt. Für einen weiteren Vorschlag der Erfindung findet aber ein Haftmagnet mit
"umgekehrter Betätigungsphilosophie" Einsatz. In diesem Fall ist der Haftmagnet mit
einem Permanentmagneten ausgebildet. Der Permanentmagnet übt auf den Ventilkörper
eine Permanentmagnetkraft aus, welche unabhängig von der elektrischen Beaufschlagung
des Haftmagneten wirkt. Um diese Permanentmagnetkraft mittels einer elektronischen
Steuerung auch reduzieren oder beseitigen zu können, ist mit der Bestromung des Haftmagneten
eine Elektromagnetkraft herbeiführbar, welche der Permanentmagnetkraft entgegengerichtet
ist.
[0019] Grundsätzlich kann die Ausübung und Übertragung einer Kraft auf den Ventilkörper
auf vielfältige Weise und direkt oder indirekt erfolgen. Für eine besondere Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen Agrarspritzen-Ventileinheit übt der Haftmagnet eine Elektromagnetkraft
auf einen Anker aus. Hierbei kann der Anker von dem Ventilkörper selber ausgebildet
sein, mit diesem starr verbunden sein oder mechanisch über einen geeigneten Übertragungsmechanismus
gekoppelt sein. Hierbei kann der Anker gezielt hinsichtlich seiner Geometrie und seines
Materials ausgebildet werden, um die gewünschte Charakteristik der von dem Haftmagnet
zu erzeugenden Elektromagnetkraft und/oder Permanentmagnetkraft, auch über den erforderlichen
Stellweg, hervorzurufen.
[0020] Möglich ist, dass der Anker in der Öffnungs- oder Schließstellung des Ventils an
dem Haftmagneten anliegt, sodass in der Öffnungs- oder Schließstellung die elektrische
Leistungsaufnahme reduziert oder minimiert ist. Wenn die andere Stellung ohne Bestromung
infolge einer Feder aufrecht erhalten wird, ist für das Halten in einer der beiden
Betriebsstellungen keine elektrische Leistung erforderlich und in der anderen Betriebsstellung
die reduzierte oder minimierte Leistung in der Haftstellung erforderlich. Auch für
den Wechsel von der Betriebsstellung, in welcher die Haftwirkung des Haftmangenten
genutzt wird, in die andere Betriebsstelllung ist keine Energie erforderlich - vielmehr
wird hierzu die Haftwirkung des Haftmagneten durch Beseitigung der elektrischen Beaufschlagung
beseitigt, womit dann die Feder die andere Betriebsstellung herbeiführt. Nur für den
Wechsel von der durch die Feder gesicherten Betriebsstellung in die mit der Haftwirkung
gesicherte Betriebsstellung ist kurzzeitig eine erhöhte elektrische Leistung erforderlich.
[0021] Für den Fall, dass der Anker in der Schließstellung an dem Haftmagneten anliegt,
ist es vorteilhaft, wenn in den Kraftfluss zwischen den Haftmagneten und den Ventilsitz
ein Feder- und/oder Dämpfungselement zwischengeschaltet ist. Dieses Feder- und/oder
Dämpfungselement kann ein etwaiges Anschlagen des Ankers an dem Haftmagneten federn
oder dämpfen, womit eine unerwünschte Geräuschentwicklung vermieden werden kann und
Beschädigungen des Anker des Haftmagneten und weiterer Bauelemente wie beispielsweise
einer gegenüber Stößen empfindlichen Steuereinheit vermieden werden können. Möglicherweise
ist ein Feder- und/oder Dämpfungselement hierbei im Bereich der Anlagefläche zwischen
Haftmagnet und Anker angeordnet. Befindet sich dieses Feder- und/oder Dämpfungselement
aber im Zentralbereich zwischen Anker und Haftmagnet für den magnetischen Fluss, kann
hierdurch der magnetische Fluss gestört sein. Ebenfalls möglich ist, dass das Feder-
und/oder Dämpfungselement in den mechanischen Übertragungsweg zwischen Anker und Ventilkörper
integriert ist. Ebenfalls möglich ist, dass das Feder- und/oder Dämpfungselement im
Bereich der Kontaktfläche zwischen Ventilkörper und Ventilsitz an dem Ventilkörper
oder dem Ventilsitz angeordnet ist. Ein etwaiges Feder- und/oder Dämpfungselement
kann darüber hinaus auch einen Toleranzausgleich vornehmen und eine Doppelpassung
vermeiden, sodass unabhängig von Fertigungstoleranzen für an den Haftmagneten anliegenden
Anker auch tatsächlich eine Schließstellung des Ventils erreicht ist. Je nach Fertigungsabweichungen
innerhalb des Toleranzbereiches ist damit das Feder- und/oder Dämpfungselement in
der Schließstellung unterschiedlich stark vorgespannt. sind die Fertigungstoleranzen
bekannt, kann über die gewählte Steifigkeit des Feder- und/oder Dämpfungselements
der Schwankungsbereich der Anpresskraft des Ventiltellers an dem Ventilsitz vorgegeben
werden.
[0022] Für die räumliche Anordnung des Ventilkörpers, des Ventilsitzes, des Ankers und es
Haftmagneten gibt es grundsätzlich vielfältige Möglichkeiten. Für einen besonderen
Vorschlag der Erfindung ist der Ventilsitz zwischen dem Anker und dem Haftmagneten
einerseits und dem Ventilkörper andererseits (bei einer Blickrichtung in Betätigungsrichtung
des Ventilkörpers) angeordnet. Unter Umständen erstreckt sich für diese Ausführungsform
von einem Ventilteller des Ventilkörpers ein Teilbereich des Ventilkörpers oder ein
Kopplungselement durch den Ventilsitz hindurch zwecks Ankopplung des Ankers, wodurch
sich veränderte Bauraumbedingungen ergeben. Unter Umständen ermöglicht diese Ausgestaltung
auch, dass mit Bestromung des Haftmagneten eine Kraft auf den Ventilkörper ausgeübt
wird, welche in Schließrichtung orientiert ist. Andererseits kann durch diese Ausgestaltung
ermöglicht werden, dass die Agrarspritzen-Ventileinheit mit einem Kopplungsbereich
oder einer Kopplungsebene ausgebildet ist, in welche die Primärleitung und die Sekundärleitung
münden und in welche sich der Ventilkörper erstreckt mit benachbarter Anordnung des
Ventilsitzes.
[0023] Durchaus möglich ist, dass der Haftmagnet je nach elektrischer Beaufschlagung lediglich
zur Beeinflussung der Ventilstellung genutzt ist. Für einen besonderen Vorschlag wird
der Haftmagnet multifunktional genutzt, in dem dieser über die Funktion der Erzeugung
einer Kraft zur Beeinflussung der Betriebsstellung des Ventils hinaus auch als Sensor
genutzt ist, welcher (unmittelbar oder mittelbar) die Betriebsstellung des Ventilkörpers
oder des mit diesem gebildeten Ventils erfasst. Dieser Ausgestaltung liegt die erfindungsgemäße
Erkenntnis zugrunde, dass die Stellung des Ventilkörpers korreliert mit der Größe
des Abstandes des Ankers von dem Haftmagnet. Je nach Größe des Abstandes zwischen
Anker und Haftmagnet ändert sich aber die magnetische Leitfähigkeit, der magnetische
Widerstand und die Flussdichte. Wird der Haftmagnet mit einer sich verändernden elektrischen
Größe, insbesondere einer Wechselspannung oder einem Wechselstrom beaufschlagt, ändern
sich die elektromagnetischen Größen des Haftmagneten je nach Abstand des Ankers von
dem Haftmagneten. Beispielsweise ergibt sich je nach Abstand eine Veränderung des
Stroms in dem Haftmagneten, der Spannung in dem Haftmagneten, der Impedanz des Haftmagneten
und/oder der Phasenverschiebung. Anhand der physikalischen Gegebenheiten kann eine
derartige Veränderung umgerechnet werden oder über ein Kennfeld umgewandelt werden
in einen Abstand des Ankers von dem Haftmagneten, womit letztendlich ein Sensor für
die Betriebsstellung des Ventilkörpers gebildet ist.
[0024] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung widmet sich der Kopplung der Agrarspritzen-Ventileinheit
mit den weiteren Bauelementen der Agrarspritze. Unter Umständen verfügt die Agrarspritze
über einen ebenen, insbesondere genormten Kopplungsbereich, über welchen einerseits
die Primärleitung mit dem unter Druck stehenden Fluid versorgt wird und in welchen
andererseits die Sekundärleitung mündet zwecks stromabwärtiger Ausbringung des Fluids.
Für eine derartige Ausgestaltung besitzt die Agrarspritzen-Ventileinheit einen im
wesentlichen ebenen Kopplungsbereich. Die Primärleitung und die Sekundärleitung münden
in diesen Kopplungsbereich, womit (unter Abdichtung) einerseits Fluid von der Zuführleitung
des anderen Bauelements zu der Primärleitung der Agrarspritzen-Ventileinheit übertreten
kann und andererseits Fluid von der Sekundärleitung der Agrarspritzen-Ventileinheit
zu der Abführleitung des anderen Bauelements gelangen kann. Möglich ist, dass sich
der Ventilkörper in den Kopplungsbereich erstreckt, wobei sogar möglich ist, dass
mit einer Bewegung des Ventilkörpers der Ventilkörper teilweise in die Abführleitung
des anderen Bauelements eintritt, welche dann einen entsprechend großen Querschnitt
besitzen muss. Möglich ist auch, dass, wenn die Agrarspritzen-Ventileinheiten noch
nicht mit der benachbarten Baueinheit montiert ist, über den Kopplungsbereich Bauelemente
in das Innere eines Gehäuses der Agrarspritzen-Ventileinheit einbringbar ist und/oder
im Inneren des Gehäuses der Agrarspritzen-Ventileinheit montierbar ist. Alternativ
oder kumulativ kann der Kopplungsbereich sowohl mit einer Trenn- und/oder Führungswandung
sowie einem Ventilsitzkörper gebildet sein, wobei vorzugsweise die Trenn- und/oder
Führungswandung und der Ventilsitzkörper den Kopplungsbereich mit begrenzen. Vorzugsweise
ist ein Strömungsquerschnitt der Primärleitung sowohl durch die Trenn- und/oder Führungswandung
als auch durch den Ventilsitzkörper begrenzt. Für diese Ausgestaltung besitzt beispielsweise
die Trenn- und/oder Führungswandung und/oder der Ventilsitzkörper eine Nut, welche
durch das andere Bauelement von der Trenn- und/oder Führungswandung und dem Ventilsitzkörper
im Querschnitt geschlossen wird. Dies stellt eine besonders einfache Herstellungsmöglichkeit
für die Primärleitung dar, wobei je nach Gestaltung der Kontur des Kontaktbereichs
zwischen Tenn- und/oder Führungswandung und Ventilsitzkörper auch abgewinkelte, gekrümmte
oder beliebig geformte Primärleitungen herstellbar sind.
[0025] Eine weitere Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe wird durch eine
Agrarspritzen-Ventileinrichtung bereitgestellt, die eine Agrarspritzen-Ventileinheit
aufweist, wie diese zuvor erläutert worden ist. Vorgeschlagen wird, dass die Agrarspritzen-Ventileinrichtung
mit einer Steuereinheit ausgestattet wird. Die Steuereinheit weist Steuerlogik auf,
mittels welcher der Haftmagnet als Sensor für eine Betriebsstellung des Ventilkörpers
betreibbar ist. Um lediglich ein die Erfindung nicht beschränkendes Beispiel zu nennen,
ist in der Steuereinheit oder einer zugeordneten Speichereinheit eine Charakteristik
abgelegt für eine Veränderung einer Impedanz oder einer Phasenverschiebung oder einer
anderen elektrischen oder magnetischen Größe von dem Abstand des Ankers von dem Haftmagneten.
Die Steuerlogik erzeugt ein elektrisches Testsignal, insbesondere eine Wechselspannung,
welche oder welches den Haftmagneten beaufschlagt. Schließlich ist die Steuerlogik
geeignet ausgebildet, um eine Veränderung der Impedanz, der Phasenverschiebung oder
einer anderen erfassten Größe je nach Abstand des Ankers von dem Haftmagneten auszuwerten
und ein binäres Signal (geschlossen/offen), ein digitales Signal oder ein analoges
Signal für den Abstand des Ankers von dem Haftmagneten zu erzeugen. Möglich ist, dass
die mit dieser Steuerlogik ausgestattete Steuereinheit in die Agrarspritzen-Ventileinheit
integriert ist, als Modul von außen an ein Gehäuse der Agrarspritzen-Ventileinheit
angesetzt ist oder extern von der Agrarspritzen-Ventileinheit angeordnet ist mit Kommunikation
zwischen der Steuereinheit und der Agrarspritzen-Ventileinheit über ein unidirektionales
oder bidirektionales Kabel, einen Kabelbaum o. ä. Möglich ist, dass eine gemeinsame
Steuereinheit für mehrere Agrarspritzen-Ventileinheiten zuständig ist, wobei diese
Steuereinheit in eine der Agrarspritzen-Ventileinheiten integriert sein kann oder
als Modul an dem Gehäuse der Agrarspritzen-Ventileinheit vorgesehen sein kann oder
als dezentrale Steuereinheit ausgebildet sein kann, welche dann beabstandet von den
Agrarspritzen-Ventileinheiten angeordnet sein kann.
[0026] Eine weitere Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe ist gegeben durch
ein Verfahren zum Betrieb einer Agrarspritzen-Ventileinrichtung der zuvor erläuterten
Art. Gemäß dieses Verfahrens erzeugt die Steuereinrichtung mit geeigneter Steuerlogik
je nach gewünschtem Durchfluss durch die Agrarspritzen-Ventileinheit ein elektrisches
Beaufschlagungssignal für den Haftmagneten, welches zu einer auf den Ventilkörper
wirkenden Kraft führt, welche eine Betriebsstellung des Ventilkörpers beeinflusst.
Möglich ist hierbei, dass das elektrische Beaufschlagungssignal als binäres Beaufschlagungssignal
ausgebildet ist, mittels dessen entweder die Öffnungsstellung oder die Schließstellung
herbeiführbar ist. Durchaus möglich ist aber auch, dass das elektrische Beaufschlagungssignal
abgestufte oder kontinuierliche Kräfte des Haftmagneten erzeugt, mittels welchem eine,
mehrere oder kontinuierliche Zwischenstellungen des Ventils herbeigeführt werden kann/können.
Hierbei kann das elektrische Beaufschlagungssignal von der Steuereinrichtung gesteuert
oder geregelt werden, insbesondere unter Nutzung des von dem Haftmagneten in seiner
Funktion als Sensor ermittelten Abstands des Ankers von dem Haftmagneten.
[0027] Des Weiteren wertet für diese erfindungsgemäße Lösung die Steuereinheit (oder eine
andere Steuereinheit) einen magnetischen Fluss, der von dem Abstand des Anker von
dem Haftmagneten abhängig ist, aus, was wie zuvor erläutert beispielsweise durch Erfassung
und Auswertung einer Impedanz, einer Phasenverschiebung o. ä. erfolgen kann. Die Auswertung
erfolgt, um den Abstand des Ankers von dem Haftmagneten zu ermitteln.
[0028] Die Ermittlung des Abstands des Ankers von dem Haftmagneten (und damit der Betriebsstellung
des Ventils) kann zu beliebigen Zwecken erfolgen. Um lediglich ein nicht beschränkendes
Beispiel zu nennen, kann der ermittelte Abstand für eine Regelung der Betriebsstellung
des Ventils herangezogen werden. Für eine besondere Ausführungsform der Erfindung
erfolgt die Auswertung des ermittelten Abstands des Ankers von dem Haftmagneten zur
Erkennung eines fehlerhaften Betriebszustandes der Agrarspritzanlage. Dies soll anhand
der folgenden nicht beschränkenden Beispiele erläutert werden:
- Bricht der Druck in der Primärleitung ein, insbesondere wegen einer Fehlfunktion einer
Pumpe oder einer Leckage in einer Zuleitung, äußert sich dies bei rein passiver Überstromfunktion
der Agrarspritzen-Ventileinheit darin, dass sich der Ventilkörper in Richtung der
Schließstellung bewegt, was damit verbunden ist, dass sich der Abstand des Ankers
von dem Haftmagneten verringert. Somit kann durch Auswertung des Abstands auf die
nicht ordnungsgemäße Versorgung der Primärleitung geschlossen werden.
- Ist die Stellung des Ventilkörpers auch von dem Druck in der Sekundärleitung abhängig,
führt eine Verstopfung der Sekundärleitung, eine Verstopfung einer stromabwärtigen
Leitung von der Sekundärleitung oder eine Verstopfung einer Spritz- oder Ausbringdüse
ebenfalls zu einer veränderten Stellung des Ventilkörpers, welche zu einem veränderten
Abstand des Ankers von dem Haftmagneten führt, sodass mittels der Auswertung des Abstandes
eine derartige Verstopfung erkannt werden kann.
- Das Entsprechende gilt für eine Behinderung einer Bewegung des Ventilkörpers, insbesondere
in Folge eines Verschleißes oder in Folge eines Fremdkörper im Führungsbereich des
Ventilkörpers oder zwischen dem Ventilsitz und dem Ventilkörper.
[0029] In bevorzugter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugt die Steuereinheit
ein nicht stationäres elektrisches Testsignal (bei welchem es sich insbesondere um
ein dynamisches Testsignal mit sich vorzugsweise periodisch änderndem Vorzeichen,
wie bspw. eine Wechselspannung, handelt). Mit diesem Testsignal wird der Haftmagnet
beaufschlagt. Von der Steuereinheit wird der Abstand des Ankers von dem Haftmagneten
über eine Veränderung des Stroms in dem Haftmagnete, der Spannung in dem Haftmagneten,
der Impedanz des Haftmagneten und/oder einer Phasenverschiebung in dem Haftmagneten
je nach Abstand des Ankers von dem Haftmagneten ermittelt.
[0030] Wird beispielsweise der Haftmagnet mit einem Testsignal in Form einer Wechselspannung
beaufschlagt, hat diese Wechselspannung zur Folge, dass der Anker und damit der Ventilkörper
mit einer oszillierenden, seine Richtung wechselnden Kraft von dem Haftmagneten beaufschlagt
werden. Um zu vermeiden, dass sich in Folge dieser Kraft die Betriebsstellung des
Ventilkörpers in einem unerwünschten Ausmaß verändert, gibt es insbesondere die folgenden
Möglichkeiten:
- Die Beaufschlagung mit dem elektrischen Testsignal erfolgt in der Haftstellung des
Ankers, in welcher der Anker ohnehin mit einer verhältnismäßig großen Haftkraft an
dem Haftmagneten gehalten ist, sodass eine kleinere oszillierende Kraft in Folge des
elektrischen Testsignals nicht zu dem Lösen des Ankers von den Haftmagneten führt.
- Ist der Haftmagnet ohne Permanentmagnet ausgebildet, wird in dieser Haftstellung das
nicht stationäre elektrische Testsignal dem elektrischen Beaufschlagungssignal überlagert,
welches die Haftstellung gewährleisten soll. Hierbei ist die Amplitude des elektrischen
Testsignals kleiner als das elektrische Beaufschlagungssignal. Ist hingegen der Haftmagnet
mit einem Permanentmagneten ausgebildet, wirkt in der durch den Permanentmagneten
gewährleisteten Haftstellung ausschließlich das elektrische Testsignal.
- Für beliebige elektrische Beaufschlagungssignale zur Herbeiführung einer gewünschten
Betriebsstellung des Ventils kann dem elektrischen Beaufschlagungssignal ein elektrisches
Testsignal überlagert sein. Hierbei ist vorzugsweise die Amplitude des Testsignals
(um Größenordnungen) kleiner als der Betrag des elektrischen Beaufschlagungssignals,
welches vorzugsweise nicht oszillierend ist und sein Vorzeichen nicht ändert, aber
für eine zeitlich veränderliche Betriebsstellung des Ventils auch kurvenförmig ausgebildet
sein kann oder sprungartig ausgebildet sein kann.
- Alternativ oder zusätzlich möglich ist, dass das elektrische Testsignal eine derartige
Frequenz besitzt, dass zwar das Testsignal einen Fluss durch den Haftmagneten und
den Anker bewirkt, welcher abhängig ist vom Abstand des Ankers von dem Haftmagneten.
Allerdings ist in Folge der Trägheit des Ankers und des Ventilkörpers das Ventil nicht
in der Lage, entsprechend dem hochfrequenten Testsignal und der hierdurch erzeugten
hochfrequenten Kraft des Haftmagneten eine signifikante Änderung oder Oszillation
der Stellung des Ventilkörpers herbeizuführen.
[0031] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibung genannten Vorteile von
Merkmalen und von Kombinationen mehrerer Merkmale sind lediglich beispielhaft und
können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend
von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden müssen. Ohne dass hierdurch
der Gegenstand der beigefügten Patentansprüche verändert wird, gilt hinsichtlich des
Offenbarungsgehalts der ursprünglichen Anmeldungsunterlagen und des Patents Folgendes:
weitere Merkmale sind den Zeichnungen - insbesondere den dargestellten Geometrien
und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung
und Wirkverbindung - zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher
Ausführungsformen der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche
ist ebenfalls abweichend von den gewählten Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich
und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen
dargestellt sind oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können
auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können
in den Patentansprüchen aufgeführte Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung
entfallen.
[0032] Die in den Patentansprüchen und der Beschreibung genannten Merkmale sind bezüglich
ihrer Anzahl so zu verstehen, dass genau diese Anzahl oder eine größere Anzahl als
die genannte Anzahl vorhanden ist, ohne dass es einer expliziten Verwendung des Adverbs
"mindestens" bedarf. Wenn also beispielsweise von einem Element die Rede ist, ist
dies so zu verstehen, dass genau ein Element, zwei Elemente oder mehr Elemente vorhanden
sind. Diese Merkmale können durch andere Merkmale ergänzt werden oder die einzigen
Merkmale sein, aus denen das jeweilige Erzeugnis besteht.
[0033] Die in den Patentansprüchen enthaltenen Bezugszeichen stellen keine Beschränkung
des Umfangs der durch die Patentansprüche geschützten Gegenstände dar. Sie dienen
lediglich dem Zweck, die Patentansprüche leichter verständlich zu machen.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0034] Im Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt in einem Längsschnitt eine Agrarspritzen-Ventileinheit in einer Schließstellung.
- Fig. 2
- zeigt in einem Längsschnitt die Agrarspritzen-Ventileinheit gemäß Fig. 1 in einer
Öffnungsstellung.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0035] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Agrarspritze 1 bei welcher ein Bauelement 2 über
einen Überwurfmutter 3 mit einer Agrarspritzen-Ventileinheit 4 verbunden ist. Das
Bauelement 2 weist eine Zuführleitung 5 auf, welche von einer Pumpe mit einem druckbeaufschlagten
Fluid versorgt wird, sowie eine Abführleitung 6, welche mit einer Ausbringöffnung
oder einer Spritz- und/oder Düseneinheit zum Ausbringen des Fluids verbunden ist.
Die Agrarspritzen-Ventileinheit 4 verfügt über einen im wesentlichen ebenen Kopplungsbereich
7, über welchen unter Abdichtung die Zuführleitung 5 mit einer Primärleitung 8 der
Agrarspritzen-Ventileinheit 4 und die Abführleitung 6 mit einer Sekundärleitung 9
der Agrarspritzen-Ventileinheit 4 verbunden ist. Der Kopplungsbereich 7 ist quer zu
einer Längsachse 10 der Agrarspritzen-Ventileinheit 4 orientiert und radial innenliegend
von der Überwurfmutter 3 angeordnet.
[0036] Die Agrarspritzen-Ventileinheit 4 weist ein Ventil 11 auf, welches hier als Überströmventil
12 ausgebildet ist. Des Weiteren weist die Agrarspritzen-Ventileinheit 4 einen Aktuator
13 auf.
[0037] Das Ventil 11 verfügt über einen Einsatz 14, welcher fest in einem Gehäuse 19 der
Agrarspritzen-Ventileinheit 4 gehalten ist und einen Ventilsitz 15 ausbildet. Für
das dargestellte Ausführungsbeispiel ist der Einsatz zweiteilig ausgebildet mit einer
Trenn- und/oder Führungswandung 16 und einem Ventilsitzkörper 17. Hierbei bildet die
Tenn- und/oder Führungswandung 16 radial außenliegend einen umlaufenden Ringbund 18
aus. Der Ringbund 18 ist über die Überwurfmutter 3, welche radial innen liegend mit
dem Bauelement 2 verschraubt ist und einen radial nach außen orientierten Ringbund
des Gehäuses 19 der Agrarspritzen-Ventileinheit 4 übergreift, zwischen Stirnseiten
des Bauelements 2 und des Gehäuses 19 der Agrarspritzen-Ventileinheit 4 verspannt,
womit die Trenn- und/oder Führungswandung 16 fixiert ist. Wie dargestellt kann zwischen
Trenn- und/oder Führungswandung 16 und Bauelement 2 eine Dichtung 20 zwischengeordnet
sein, welche im Kopplungsbereich die Zuführleitung 5 und die Primärleitung 8 nach
außen abdichtet. Die Trenn- und/oder Führungswandung 16 besitzt eine in Richtung der
Längsachse 10 orientierte Ausnehmung 21, in welcher unter Ausbildung der Primärleitung
8 der Ventilsitzkörper 17 aufgenommen ist. Im Kopplungsbereich 7 ist zwischen dem
Ventilsitzkörper 17 und dem Bauelement 2 radial innen liegend von der Zuführleitung
5 und der Primärleitung 8 ein weiteres Dichtelement 20 verspannt. Sowohl die Tenn-
und/oder Führungswandung 16 als auch der Ventilsitzkörper 17 besitzen eine durchgehende
Ausnehmung 22, 23, durch welche sich ein Ventilkörper 24 erstreckt. Hierbei ist der
Ventilkörper 24 hinsichtlich einer Bewegung in Richtung der Längsachse 10 in eine
Öffnungsrichtung 25 und eine Schließrichtung 26 durch die Ausnehmung 22 geführt. Ergänzend
erfolgt eine Abdichtung durch ein Dichtelement 27, welches zwischen dem Ventilkörper
24 und der Tenn- und/oder Führungswandung 16 wirkt. Die Abmessung der Ausnehmung 23
ist größer als der Querschnitt des Ventilkörpers 24 in dem sich durch die Ausnehmung
23 erstreckenden Teilbereich. Der Ventilkörper 24 bildet in dem dem Bauelement 2 zugewandten
Endbereich, welcher im Kopplungsbereich 7 angeordnet ist, einen Ventilteller 28 aus.
Auf der dem Ventilsitz 15 zugewandten Seite trägt der Ventilteller 28 ein Feder- und
Dichtelement 29. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel ist das Feder- und Dichtelement
29 mit einer Beschichtung des Ventiltellers 28 mit einem Elastomermaterial gebildet.
Der Ventilsitz 15 ist gebildet von dem die Ausnehmung 23 begrenzenden, den Ventilteller
28 zugewandten Absatz des Ventilsitzkörpers 17, da der Durchmesser der Ausnehmung
23 kleiner ist als der Außendurchmesser des Ventiltellers 28. Auf den Ventilkörper
24 wirkt in Schließrichtung eine Feder 30 ein. Ein Federfußpunkt der Feder 30 ist
abgestützt an der Trenn- und/oder Führungswandung 16, während der andere Federfußpunkt
der Feder 30 an dem Ventilkörper 24 abgestützt ist, hier mittelbar unter Zwischenschaltung
eines Ankers 31.
[0038] Der Anker 31 ist in Form eines liegenden T ausgebildet, wobei der Horizontalschenkel
des T ein Ankerteil 32 bildet, welches vertikal zur Längsachse 10 orientiert ist,
und der vertikale Schenkel des T ein koaxial zur Längsachse 10 orientiertes Befestigungsteil
33 bildet. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel ist der Ventilkörper 17 mit dem
dem Ventilteller 28 abgewandten Endbereich in das Befestigungsteil 33 des Ankers 31
eingeschraubt. Anders gesagt ist mit dem Anker 31 und dem Ventilkörper 24 in dem Längsschnitt
gemäß den Figuren stark vereinfacht eine Art H gebildet, wobei das Ankerteil 32 den
linken Vertikalschenkel des H bildet, der Horizontalschenkel des H von dem Befestigungsteil
33 und einem Teil des Ventilkörpers 24 gebildet ist und der rechte Vertikalschenkel
des H, der sehr viel kürzer ausgebildet ist als der von dem Ankerteil 32 gebildete
linke Vertikalschenkel des H, den Ventilteller 28 ausbildet. Der Einsatz 14 wird im
Bereich der Ausnehmungen 22, 23 von dem Horizontalschenkel des H durchsetzt.
[0039] Die Sekundärleitung 9 ist hier radial außenliegend von dem Ventilteller 28 und bei
Strömung von der Zuführleitung 5 zu der Abführleitung 6 für geöffnetes Ventil 11 stromabwärts
des Übertrittsquerschnitts zwischen dem Ventilteller 28 und dem Ventilsitz 15 gebildet.
Für das dargestellte Ausführungsbeispiel besitzt die Zuführleitung 5 einen Querschnitt
derart, dass der Ventilteller 28 mit einer Bewegung in Öffnungsrichtung 25 teilweise
in die Zuführleitung 5 eintreten kann.
[0040] Die Funktion des Ventils 11 ist ohne Wechselwirkung mit dem Aktuator 13 wie folgt:
Ohne Druckbeaufschlagung der Zuführleitung 5 und der Primärleitung 8 befindet sich
das Ventil 11 gemäß Fig. 1 in einer Schließstellung, da der Ventilteller 28 durch
die Feder 30 in Schließrichtung 26 beaufschlagt wird, sodass der Ventilteller 28 mit
dem Feder- und Dichtelement 29 dichtend an den Ventilsitz 15 gepresst wird. Mit Inbetriebnahme
der Agrarspritzanlage, insbesondere mit Aufnahme der Förderleistung einer Pumpe für
die fluidische Versorgung der Zuführleitung 5, steigt der von der Primärleitung 5
der ringförmigen Steuerfläche des Ventiltellers 28 zugeführte Druck, womit auf den
Ventilteller 28 eine fluidische Öffnungskraft wirkt. Ist die Abführleitung 6 druckbeaufschlagt,
wirkt der Öffnungskraft eine Schließkraft entgegen, welche durch den Druck in der
Abführleitung 6 an der Außenfläche des Ventiltellers 28 erzeugt wird. Mit Vergrößerung
des Drucks in der Zuführleitung 5 und der Primärleitung 8 vergrößert sich die Öffnungskraft.
Mit Überschreiten eines Schwellwerts des Drucks in der Primärleitung 8, welcher von
dem Druck in der Sekundärleitung 9 und der Abführleitung 6 sowie der Steifigkeit und
einer etwaigen Vorspannung der Feder 30 abhängig ist, reicht die Öffnungskraft aus,
um den Ventilkörper 24 in Öffnungsrichtung 25 zu bewegen, womit sich ein Übertrittsquerschnitt
zwischen dem Ventilteller 28 und dem Ventilsitz 15 ausbildet, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. In dieser Öffnungsstellung kann Fluid von der Zuführleitung 5 über
die Primärleitung 8, den zwischen dem Ventilteller 28 und dem Ventilsitz 15 gebildeten
Übertrittsquerschnitts zu der Sekundärleitung 9 und der Abführleitung 6 gelangen.
Entsprechend führt eine Reduzierung des Drucks in der Zuführleitung 5 zu einer Verringerung
der Öffnungskraft, womit mit Unterschreiten eines Schwellwertes das Ventil 11 automatisch
seine Schließstellung einnimmt.
[0041] Zusätzlich kann die Betriebsstellung des Ventils 11 beeinflusst werden über den Aktuator
13. Dieser verfügt über einen Haftmagneten 34, welcher in den Figuren lediglich schematisch
dargestellt ist. Der Haftmagnet 34 verfügt für sich über keinen Anker, sondern ist
mit einem starren Kern 35 gebildet, in welchen Windungen einer Spule 36 integriert
sind. Für die in Fig. 1 dargestellte Haft- oder Haltestellung, welche mit der Schließstellung
des Ventils 11 korreliert, liegt der Anker 31 mit der dem Einsatz 14 abgewandten Stirnfläche
an der Stirnfläche des Kerns 35 des Haftmagneten 34 an, womit sich (abgesehen von
der Trennfuge zwischen dem Kern 35 und dem Ankerteil 32) um den Halblängsschnitt der
Spule 36 ein geschlossener magnetischer Fluss durch den metallischen Kern 35 und das
Ankerteil 32 ergibt. Mit verhältnismäßig kleiner elektrischer Leistungsaufnahme der
Spule 36 kann somit das Ventil 11 unabhängig von dem Druck in der Zuführleitung 5
und der Primärleitung 8 in seiner Schließstellung gehalten werden. Befindet sich hingegen
das Ventil 11 in der Öffnungsstellung gemäß Fig. 2, kann eine Bestromung des Haftmagneten
34 genutzt werden, um den Anker 31 in Schließrichtung 26 auf den Haftmagneten 34 zu
zu bewegen, bis das Ventil 11 seine Schließstellung erreicht hat und das Ankerteil
32 an dem Kern 35 des Haftmagneten 34 anliegt. Für die Bewegung des Ankers 31 aus
der Öffnungsstellung ist infolge des Spalts 37 zwischen dem Ankerteil 32 und dem Kern
35 eine höhere elektrische Beaufschlagung der Spule 36 erforderlich als in der Schließstellung,
in welcher der Spalt 37 geschlossen ist.
[0042] Der Haftmagnet 34 ist in das Innere des Gehäuses 19 integriert. Für das dargestellte
Ausführungsbeispiel ist der Haftmagnet 34 mit einer quer zur Längsachse 10 orientierten
Wandung 38 des Gehäuses 19 verschraubt. Eine Montage des Haftmagneten 34, des Ankers
31, des Einsatzes 14 und des Ventilkörpers 24 erfolgt in dieser Reihenfolge von der
dem in montiertem Zustand dem Bauelement 2 zugewandten Seite. Ein Kabel 39, über welches
die elektrische Beaufschlagung der Spule 36 erfolgt, ist durch eine Ausnehmung 40
der Wandung 38 aus dem Gehäuse 19 herausgeführt. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel
ist der Ventilkörper 24 als eine Art Schraube ausgebildet, wobei der Ventilteller
28 den Schraubenkopf ausbildet. Auf der dem Ventilsitz 15 abgewandten Seite bildet
der Ventilteller 28 eine Angriffsfläche für ein Werkzeug, insbesondere einen Schraubendreher,
aus, welche die Verschraubung des Ventilkörpers 24 mit dem Anker 31 ermöglicht.
[0043] Ohne Bestromung des Haftmagneten 34 ist die Agrarspritzen-Ventileinheit 4 vereinfacht
gesagt ein übliches passives Überströmventil 12. Mit Betätigung des Haftmagneten 34
kann eine Schließstellung dieses Überströmventils 12 erzwungen werden. Die Leistungsaufnahme
des Haftmagneten 34 beträgt vorzugsweise 1 bis 5 Watt, insbesondere 2 bis 3 Watt.
[0044] Kommt es zur Verstopfung stromabwärts der Sekundärleitung 9, beispielsweise in Folge
einer Verstopfung einer Düsen- oder Spritzeinheit, hat dies zur Folge, dass sich in
der Primärleitung und der Sekundärleitung derselbe Druck einstellt, womit die auf
den Ventilteller 28 ausgeübte Kraft in Öffnungsrichtung reduziert wird, so dass sich
der Ventilkörper 24 und mit diesem der Anker 31 zumindest teilweise in Schließrichtung
26 bewegt. Somit hat der Anker 31 ohne Verstopfung eine andere Position als mit Verstopfung.
Liegt beispielsweise ein primärseitiges Drucksignal vor und ist in einer Steuereinheit
bekannt, welche Stellung der Ankers 31 mit funktionierender Agrarspritze 1 bei diesem
primärseitigen Druck einnimmt, kann durch Vergleich der über die Sensorfunktion des
Haftmagneten 34 ermittelten Position des Ankers 31 mit der bekannten Position des
Ankers 31 ohne Vorliegen einer Verstopfung durch die Steuereinheit ermittelt werden,
ob eine Verstopfung vorliegt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0045]
- 1
- Agrarspritze
- 2
- Bauelement
- 3
- Überwurfmutter
- 4
- Agrarspritzen-Ventileinheit
- 5
- Zuführleitung
- 6
- Abführleitung
- 7
- Kopplungsbereich
- 8
- Primärleitung
- 9
- Sekundärleitung
- 10
- Längsachse
- 11
- Ventil
- 12
- Überströmventil
- 13
- Aktuator
- 14
- Einsatz
- 15
- Ventilsitz
- 16
- Trenn- und/oder Führungswandung
- 17
- Ventilsitzkörper
- 18
- Ringbund
- 19
- Gehäuse
- 20
- Dichtelement
- 21
- Ausnehmung
- 22
- Ausnehmung
- 23
- Ausnehmung
- 24
- Ventilkörper
- 25
- Öffnungsrichtung
- 26
- Schließrichtung
- 27
- Dichtelement
- 28
- Ventilteller
- 29
- Feder- und Dichtelement
- 30
- Feder
- 31
- Anker
- 32
- Ankerteil
- 33
- Befestigungsteil
- 34
- Haftmagnet
- 35
- Kern
- 36
- Spule
- 37
- Spalt
- 38
- Wandung
- 39
- Kabel
- 40
- Ausnehmung
1. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) mit einem Primärleitung (8) und einer Sekundärleitung
(9), zwischen welchen ein Ventilkörper (24) über eine Feder (30) gegen einen Ventilsitz
(15) beaufschlagt ist, wobei der Ventilkörper (24) mit dem Druck in der Primärleitung
(8) in Öffnungsrichtung (25) beaufschlagbar ist und mit einem Überschreiten eines
Schwellwerts des Drucks in der Primärleitung (8) von dem Ventilsitz (15) weg bewegt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Haftmagnet (34) vorgesehen ist, über welchen der Ventilkörper (24) bewegbar ist
und/oder in einer Betriebsstellung gehalten werden kann.
2. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit Bestromung des Haftmagneten (34) der Ventilkörper (24) in eine Schließrichtung
(26) beaufschlagt ist.
3. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass mit Bestromung des Haftmagneten (34) der Ventilkörper (24) in eine Öffnungsrichtung
(25) beaufschlagt ist.
4. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftmagnet (34) mit einem Permanentmagneten ausgebildet ist, welcher auf den
Ventilkörper (24) eine Permanentmagnetkraft ausübt, wobei mit Bestromung des Haftmagneten
(34) eine Elektromagnetkraft herbeiführbar ist, welche der Permanentmagnetkraft entgegengerichtet
ist.
5. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftmagnet (34) eine Elektromagnetkraft auf einen Anker (31) ausübt.
6. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (31) in einer Öffnungs- oder Schließstellung an dem Haftmagneten (34) anliegt.
7. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (31) in der Schließstellung an dem Haftmagneten (34) anliegt, wobei in
den Kraftfluss zwischen den Haftmagneten (34) und den Ventilsitz (15) ein Feder- und/oder
Dämpfungselement (29) zwischengeschaltet ist.
8. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass in einer Betätigungsrichtung des Ventilkörpers (24) der Ventilsitz (15) zwischen
a) dem Anker (31) und dem Haftmagneten (34) und
b) dem Ventilkörper (24)
angeordnet ist.
9. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftmagnet (34) auch als Sensor für die Erfassung einer Betriebsstellung des
Ventilkörpers genutzt ist.
10. Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein im wesentlichen ebener Kopplungsbereich (7) vorhanden ist,
a) in welchen die Primärleitung (8) und die Sekundärleitung (9) mündet,
b) in welchen sich der Ventilkörper (24) erstreckt,
c) über welchen ohne Montage der Agrarspritzen-Ventileinheit (4) mit einer benachbarten
Baueinheit (2), welche eine mit der Primärleitung (8) und der Sekundärleitung (9)
der Agrarspritzen-Ventileinheit (4) zu koppelnde Zuführleitung (5) und Abführleitung
(6) aufweist, mindestens ein Bauelement in das Innere eines Gehäuses (19) der Agrarspritzen-Ventileinheit
(4) einbringbar und/oder im Inneren des Gehäuses (19) der Agrarspritzen-Ventileinheit
(4) montierbar ist und/oder
d) welcher mit einer Trenn- und/oder Führungswandung (16) sowie einem Ventilsitzkörper
(17) gebildet ist, wobei vorzugsweise ein Strömungsquerschnitt der Primärleitung (8)
sowohl durch die Trenn- und/oder Führungswandung (16) als auch durch den Ventilsitzkörper
(17) begrenzt ist.
11. Agrarspritzen-Ventileinrichtung mit einer Agrarspritzen-Ventileinheit (4) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinheit vorgesehen ist, welche mit Steuerlogik ausgestattet ist, mittels
welcher der Haftmagnet (34) als Sensor für eine Betriebsstellung des Ventilkörpers
(24) betreibbar ist.
12. Verfahren zum Betrieb einer Agrarspritzen-Ventileinrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine oder die Steuereinheit je nach gewünschtem Durchfluss durch die Agrarspritzen-Ventileinheit
(4) ein elektrisches Beaufschlagungssignal für den Haftmagneten (34) erzeugt, welches
eine Betriebsstellung des Ventilkörpers (24) beeinflusst und
b) eine Steuereinheit oder die Steuereinheit einen magnetischen Fluss, der von dem
Abstand des Ankers (31) von dem Haftmagneten (34) abhängig ist, auswertet, um den
Abstand des Ankers (31) von dem Haftmagneten (34) zu ermitteln.
13. Verfahren zum Betrieb einer Agrarspritzen-Ventileinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswertung des ermittelten Abstands des Ankers (31) von dem Haftmagneten (34)
zur Erkennung eines fehlerhaften Betriebszustandes einer Agrarspritzanlage, insbesondere
eine nicht ordnungsgemäße Funktion einer Pumpe, eine Verstopfung einer Leitung, eine
Behinderung der Bewegung des Ventilkörpers (24) und/oder eine Verstopfung einer Spritz-
oder Düseneinheit, erfolgt.
14. Verfahren zum Betrieb einer Agrarspritzen-Ventileinrichtung nach Anspruch 12 oder
13, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit ein nicht stationäres elektrisches Testsignal erzeugt, mit welchem
der Haftmagnet (34) beaufschlagt wird, und von der Steuereinheit der Abstand des Ankers
(31) von dem Haftmagneten (34) über eine Veränderung des Stroms in dem Haftmagneten
(34), der Spannung in dem Haftmagneten (34), der Impedanz des Haftmagneten (34) und/oder
einer Phasenverschiebung in dem Haftmagneten (34) ermittelt wird.
15. Verfahren zum Betrieb einer Agrarspritzen-Ventileinrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Testsignal einem stationären elektrischen Beaufschlagungssignal überlagert
ist.