[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Applikationskamm sowie eine zugehöriges
Verfahren für die Behandlung keratinischer Fasern, vor allem menschlicher Haare, welches
erlaubt, in einem Anwendungsschritt das Haar zu behandeln, insbesondere zu colorieren
und bei Bedarf ggf. auch eine multitonale Färbung mit helleren ("highlights") oder
dunkleren ("lowlights") Partien (Strähnen) zu erzielen.
[0002] Im Laufe der Zeit und insbesondere unter Einwirkung von äußeren Einflüssen wie Licht
oder atmosphärischen Schadstoffen verliert oder verändert das Haar seine natürliche
Farbe und seinen Glanz bzw. Schimmer. Aus diesem Grund finden Haarfärbemittel breite
Anwendung, die entweder im Friseurbereich oder im Rahmen von Heimanwendungen genutzt
werden. Für permanente, intensive Färbungen mit entsprechenden Echtheitseigenschaften
werden sogenannte lang anhaltende Oxidationsfärbemittel verwendet. Für temporäre Färbungen
werden üblicherweise Färbe- oder Tönungsmittel verwendet, die als färbende Komponente
sogenannte direktziehende Farbstoffe ("Direktzieher") enthalten. Neben der Färbung
ist auch das Aufhellen der eigenen Haarfarbe oder das Blondieren der ganz spezielle
Wunsch vieler Verbraucher.
[0003] Bei der Haarfärbung - insbesondere bei der Haarfärbung im Rahmen einer Heimanwendung
- tritt das Problem auf, dass natürliche Farbnuancierungen vollständig überdeckt werden,
so dass multitonale Färbungen unter Umständen schwer zu realisieren sind.
[0004] Um dem Haar ein natürlicheres Aussehen zu verleihen, wurde bereits vorgeschlagen,
gefärbte Haare durch gezielte Anwendung lediglich bestimmter Haarpartien nur partiell
zu colorieren oder aufzuhellen. Die so behandelten Haarpartien ("Strähnen") werden
dabei mindestens anteilsweise gefärbt oder aufgehellt bzw. gebleicht, woraus insgesamt
eine multitonale Haarfarbe resultiert. Die Applikation des Färbemittels erfolgt dabei
in der Regel mit spezifisch gestalteten Applikationsvorrichtung beispielsweise einer
speziellen Bürste oder einem Pinsel, wobei die nicht zu behandelnden Haare gegebenenfalls
mit Aluminiumfolie oder einer sogenannten "Strähnchenhaube" vor der Färbebehandlung
geschützt werden. Dabei kann grundsätzlich durch den Einsatz entsprechend gestalteter
Applikationsvorrichtungen die optimale Wirkungsweise des jeweils verwendeten Behandlungsprodukts
unterstützt werden.
[0005] So beschreibt die
DE 19922092 beispielsweise eine Applikationsvorrichtung zur Strähnchenfärbung mit einem Produktbehälter
sowie einem damit verbundenen Auftragskopf. Am Auftragskopf sind neben Austrittsöffnungen
für die Ausgabe des Haarfärbemittels auch Führungszinken ausgebildet, die das Haar
während des Färbevorgangs kontrolliert an den Austrittsöffnungen vorbei führen. Der
hier beschriebene Auftragskopf ist spezifisch an den jeweiligen Behälter angepasst
und erstreckt sich mit seinen Austrittsöffnungen schräg zur Behälterlängsachse. Daraus
ergibt sich eine beschränkte Bewegungsfreiheit für die gesamte Applikationsvorrichtung
während der Haarfärbung, worunter auch die vielseitige Verwendbarkeit einer solchen
Vorrichtung leidet. Darüber hinaus ist eine Färbung insbesondere des Haaransatzes
nur eingeschränkt möglich.
[0006] Aus der
DE 102007049829 A1 ist ferner eine anders gestaltete Applikationsvorrichtung zum Aufbringen eines Haarproduktes
auf bestimmte Bereiche des Haars bekannt. Die dortige Applikationsvorrichtung besitzt
neben einem Griffabschnitt einen Kammabschnitt zur geordneten Aufnahme und Führung
der zu behandelnden Haarpartien. Darüber hinaus verfügt die Applikationsvorrichtung
über ein Applikationselement was getrennt vom Kammabschnitt am Griffabschnitt angeordnet
ist. Im Einzelnen sind Kammabschnitt und Applikationselement unter Einschluss eines
Winkels auf gleicher Höhe am Griffabschnitt angebracht, sodass mittels des Kammabschnittes
separierte Haarpartien oder Haarsträhnen im Anschluss dem Applikationselement zur
eigentlichen Haarbehandlung zugeführt werden können. Dazu wird die gesamte Applikationsvorrichtung
um seine Achse gedreht. Allerdings ist die Handhabung dieser Vorrichtung zur Selektion
sowie anschließenden Behandlung von Haarsträhnen ist nicht ganz einfach und gestattet
zudem keine vollständige Behandlung der gesamten Haarlänge, insbesondere bis zum Haaransatz.
[0007] Die
GB 2256586 A beschreibt darüber hinaus einen kammartigen Applikator zur Haarbehandlung, vor allem
Haarfärbung oder Haarbleichung, welcher zwischen den Kammzinken Bürstenelemente zur
eigentlichen Haarbehandlung aufweist. Dabei wird der Applikator mit seinen Kammzinken
und Bürstenelementen üblicherweise mehrfach in die flüssige Haarbehandlungssubstanz
getaucht, wodurch die Bürstenelemente jeweils eine Teilmenge der Haarbehandlungssubstanz
aufnehmen. Derart "beladen" wird der kammartige Applikator mit den Kammzinken sowie
Bürstenelementen durch die zu behandelnden Haarpartien gezogen. Dabei überträgt sich
die Haarbehandlungssubstanz von den Bürstenelementen auf das Haar. Ein derartiger
Applikator gestattet jeweils nur die Aufnahme einer sehr beschränkten Teilmenge der
Haarbehandlungssubstanz und führt somit zu einer stark diskontinuierlichen Anwendung,
was wiederum stark inhomogene Haarbehandlungsergebnisse nach sich zieht, vor allem
über die gesamte Haarlänge vom Haaransatz bis zur Haarspitze. Darüber hinaus sind
die dort gezeigten Kammzinken nur unzureichend geeignet für eine feine Selektion nur
sehr begrenzter Haarpartien oder Haarsträhnen.
[0008] Ausgehend davon besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Applikationsvorrichtung
zur Haarbehandlung mit einer Produktzusammensetzung anzugeben, welche besonders einfach
in der Verwendung ist und eine möglichst vollständige sowie gleichmäßige Behandlung
der gesamten Haarlänge erlaubt.
[0009] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Applikationskamm gemäß Patentanspruch 1. Danach
umfasst der Applikationskamm zur Behandlung von Haaren mit einer Haarbehandlungszubereitung
zunächst einen Griffabschnitt und mehrere mit dem Griffabschnitt verbundenen Zinken.
Dabei dient der Griffabschnitt der Handhabung durch den jeweiligen Nutzer während
die Zinken sowohl der Selektion der zu behandelnden Haarpartien oder Haarsträhnen
als auch deren anschließender Haarbehandlung dienen. Dazu verfügt der Applikationskamm
über zumindest zwei nebeneinanderliegende Innenzinken, welche jeweils auf einer Applikationskammseite
eine sich entlang der Längsrichtung der Innenzinken erstreckende rippenförmige Erhebung
aufweist. Die Erhebung ragt jeweils senkrecht zur Längsrichtung über die eigentliche
Kontur der Innenzinken hinaus, wodurch der eigentliche Anwendungsbereich des Applikationskamms
auf diesen Zwischenraum zwischen zwei nebeneinander liegenden Erhebungen begrenzt
wird, da die rippenförmigen Erhebungen die Funktion von Begrenzungswänden einnehmen.
Das Aufnahmevolumen für die Haarbehandlungszubereitung wird im Wesentlichen im Spalt
zwischen zwei nebeneinander liegenden Innenzinken ausbildet. Das so entstandene Aufnahmevolumen
gestattet die Aufnahme einer ausreichenden Menge an Haarbehandlungszubereitung, so
dass die gleichmäßige Behandlung der gesamten Haarsträhnenlänge vom Haaransatz bis
zur Haarspitze in nur einem Behandlungszyklus sichergestellt werden kann. Grundsätzlich
hat sich gezeigt, dass eine geringe Anzahl von Innenzinken zwischen 2-20, vorzugsweise
2-7 besonders vorteilhaft ist für die sehr feine Behandlung nur ganz bestimmter Haarpartien
oder Haarsträhnen. Vor allem beim Bleichen oder Färben von Haarsträhnen zeigt sich
dieser Vorteil, da hier nur ganz begrenzte Haarpartien erreicht werden sollen und
somit eine besonders exakte Haarbehandlung gefragt ist. Insofern ergibt sich die exakteste
Form der Haarbehandlung bei Verwendung eines Applikationskammes mit genau zwei Innenzinken.
Bei mindestens 3 Innenzinken ist zudem die jeweilige Breite der Innenzinken von Bedeutung.
Diese Innenzinkenbreite legt fest, wie weit die zu behandelnden Strähnen auseinander
liegen und bestimmt somit eine ausreichende Separierung der einzelnen Haarsträhnen.
In einem solchen Fall weisen die Innenzinken eine bevorzugte Breite zwischen 0,7 und
2 cm auf.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausführung des Applikationskamms erstreckt sich die rippenförmige
Erhebung jeweils in Längsrichtung des zugehörigen Innenzinkens ausgehend vom Zinkenfuß
bis über die 0,3-0,8 fache Länge des Innenzinkens erstreckt. Insofern ergibt sich
für die Innenzinken jeweils nahe der Zinkenspitze ein Abschnitt, welcher keine Erhebung
aufweist und vornehmlich der Selektion der zu behandelnden Haarsträhne dient, und
nahe dem Zinkenfuß ein zweiter Abschnitt, welcher die genannte Erhebung aufweist und
zur eigentlichen Applikation der Haarbehandlungszubereitung gedacht ist. Im Zuge der
Anwendung des Applikationskamms werden also die von Erhebungen freien Teile der Innenzinken
zur Selektion der zu behandelnden Haarsträhne genutzt, was eine sehr feine und exakte
Selektion ermöglicht.
[0011] Zur Verbesserung der Wirkungsweise des Applikationskamms ist vorgesehen, dass der
Spalt zwischen zwei Innenzinken eine definierte Breite im Bereich von 1-20mm, bevorzugt
1-5mm, aufweist, wobei die Spaltbreite am Spalteingang für die zu behandelnden Haare
größer ist als am Spaltausgang. Im Einzelnen bestimmen zwei nebeneinander liegende
Innenzinken einen dazwischen liegenden Spalt, durch den die zunächst selektierte Haarsträhne
im Zuge der eigentlichen Behandlung mit Haarbehandlungszubereitung geführt wird. Dabei
weist der Spalt einen Spalteingang mit größerer Spaltbreite und einen Spaltausgang
mit kleinerer Spaltbreite auf, so dass der Spaltquerschnitt im Wesentlichen eine trapezförmige
oder vergleichbare Gestaltung mit nicht ebenen seitlichen Begrenzungsflächen aufweist.
Der Spalt weist folgerichtig eine keilartige oder vergleichbare Gestaltung mit nicht
ebenen seitlichen Begrenzungsflächen auf, so dass er wie ein langgestreckter Trichter
wirkt. Während einer Anwendung des Applikationskammes wird die zu behandelnde Haarsträhne
durch diesen trichterartigen Spalt geführt bzw. gezogen, was einerseits ein besonders
anwendungsfreundliche Haarsträhnenführung garantiert und andererseits auch die gleichmäßige
Übertragung der Haarbehandlungszubereitung auf die Haarsträhne erleichtert. Darüber
hinaus ist die Spaltgeometrie gezielt an die physikalischen Eigenschaften der Haarbehandlungszubereitung,
vor allem deren Viskosität angepasst. Auf diesem Wege wird gewährleistet, dass die
auf den Applikationskamm einmal aufgebrachte Menge an Haarbehandlungszubereitung auch
stabil dort verbleibt und nicht etwa bereits vor der Applikationsanwendung beispielsweise
abtropft.
[0012] Eine weitere sinnvolle Ausführung der Applikationskamm erreicht man dadurch, dass
die Innenzinken eine Länge von 2-20cm aufweisen, vorzugsweise eine Länge von 5-8cm.
Auf diesem Wege wird besonders wirkungsvoll die Doppelfunktion der Innenzinken zur
Haarselektion sowie Übertragung der Haarbehandlungszubereitung realisiert. Darüber
hinaus ergibt sich zwischen den Innenzinken bzw. begrenzt durch die entsprechenden
rippenförmigen Erhebungen ein ausreichend langer Zwischenraum für die Aufnahme der
zugehörigen Haarbehandlungszubereitung.
[0013] Eine weiterentwickelte Variante des Applikationskamms sieht vor, dass die rippenförmige
Erhebung am zugehörigen Innenzinken im Querschnitt am Rippenfuß eine größere Breite
aufweist als am Rippengipfel. Insofern ergibt sich für jede derartige Erhebung im
Querschnitt eine trapezförmige bzw. vergleichbare Gestaltung. Im Endergebnis erzeugen
zwei benachbarte, derart gestaltete rippenförmige Erhebungen damit einen im Wesentlichen
keilförmigen bzw. vergleichbaren Zwischenraum mit nicht-ebenen seitlichen Begrenzungsflächen,
welcher das Aufnahmevolumen zwischen den Innenzinken begrenzt. Im Einzelnen dienen
die Erhebungen als seitliche Abgrenzung für die Haarbehandlungszubereitung, die sich
beim Durchziehen des Applikationskammes durch das Haar innerhalb des Innenzinkenspalts
im Bereich der Innenzinkenfüße sammelt. Dieser im Wesentlichen keilförmige Zwischenraum
zwischen den Erhebungen unterstützt so in der Anwendung des Applikationskammes eine
gleichmäßige und ergiebige Übertragung der Haarbehandlungszubereitung u. a. auch bei
langen Haaren.
[0014] Eine weitere Ausführungsform des Applikationskamms zeichnet sich dadurch aus, dass
die Höhe der rippenförmigen Erhebung in einem Wertebereich der 0,5-2 fachen Höhe des
zugehörigen Innenzinkens in Kämmrichtung liegt. Durch die erfindungsgemäße Höhe der
Erhebungen wird verhindert, dass Haarbehandlungszubereitung die Erhebungen übertritt.
Eine derartige Dimensionierung der Rippenhöhe bewirkt eine besonders zuverlässige
Abgrenzung des Anwendungsbereichs und sorgt demnach für eine gewünscht exakte Behandlung
nur bestimmter Haarpartien.
[0015] Eine alternative Ausgestaltung des Applikationskamms sieht vor, dass eine Erhebung,
welche zu beiden Seiten neben weiteren Innenzinken mit ihrerseits zugehörigen Erhebungen
liegt, im Querschnitt spiegelsymmetrisch ist. Insbesondere weist eine solche Erhebung
im Querschnitt am Rippenfuß eine größere Breite auf als am Rippengipfel. Auf diesem
Wege werden zu beiden Seiten dieser Erhebung, d. h. rechts und links davon, wie bereits
oben beschrieben, im wesentlichen keilförmig gestaltete Zwischenräume ausgebildet.
Eine solche Ausführungsform des Applikationskamms mit zumindest zwei nebeneinander
liegenden Aufnahmevolumina für Haarbehandlungsprodukt innerhalb der jeweiligen Innenzinkenspalte
gestattet unter anderem die Verwendung unterschiedlicher Haarbehandlungszubereitungen.
So kann beispielsweise in einem ersten Aufnahmevolumen eine Haarcolorationszubereitung
mit einem ersten Farbton und in einem zweiten Aufnahmevolumen eine dazu unterschiedliche
Haarcolorationszubereitung mit einem zweiten Farbton aufgenommen sein. Dies eröffnet
vorteilhaft die Möglichkeit der multitonalen Haarcoloration mittels des Applikationskammes
innerhalb nur eines Anwendungszyklus.
[0016] Eine weitere Applikationskammalternative ergibt sich dadurch, dass die Innenzinken
beidseitig, d. h. rechts und links, von jeweils mindestens einem Außenzinken umgeben
sind, wobei jeder Außenzinken die 0,3 - 1 fache Länge der Innenzinken aufweist. Dabei
dienen die Außenzinken grundsätzlich der verbesserten Selektion der zu behandelnden
Haarsträhne und führen insbesondere die nicht zu behandelnden Haarpartien in ausreichendem
Abstand an der eigentlichen Haarbehandlungszone, in der die Haarbehandlungszubereitung
während einer Anwendung auf das Haar übertragen wird, vorbei. Bevorzugt sind die Außenzinken
kürzer ausgeführt als die Innenzinken, um einerseits ein Einfädeln der zu behandelnden
Haarsträhne in die Haarbehandlungszone, d. h. den Spalt zwischen zwei Innenzinken
nicht zu behindern und andererseits die nicht zu behandelnden Haarpartien ausreichend
weit von dieser Haarbehandlungszone zu beabstanden. In diesem Zusammenhang ist es
weiterhin sinnvoll, die Außenzinken jeweils an ihrem Ende spitz zulaufend sowie an
ihrer Außenseite konvex gewölbt auszubilden. Dies verstärkt noch den vorteilhaften
Effekt durch die Außenzinken.
[0017] Darüber hinaus wird auch ein zugehöriges Verfahren zur Behandlung von Haaren mit
einer Haarbehandlungszubereitung unter Verwendung eines oben beschriebenen Applikationskamms
unter Schutz gestellt. Dieses Verfahren sieht die folgenden Verfahrensschritte vor:
- Befüllen wenigstens eines Zwischenraumes zwischen zwei benachbarten Erhebungen mit
einer geeigneten Menge an viskoser Haarbehandlungszubereitung
- senkrechtes Ansetzen des Applikationskamms an die zu behandelnde Haarsträhne sowie
auf die Kopfhaut,
- Selektion der zu behandelnden Haarsträhne und Einfädeln dieser Haarsträhne in den
Zwischenraum zwischen zwei Innenzinken,
- Durchziehen der zu behandelnden Haarsträhne ausgehend vom Haaransatz bis zur Haarspitze
durch den Zwischenraum zwischen zwei Innenzinken, wobei der Applikationskamm mit nach
unten gerichteten Zinken in senkrechter Position durch das Haar gezogen wird.
[0018] Gestartet wird ein derartiges Haarbehandlungsverfahren mit dem Aufbringen einer Teilmenge
der Haarbehandlungszubereitung auf den Applikationskamm, respektive das Aufnahmevolumen,
d. h. den Spalt zwischen zwei nebeneinanderliegenden Innenzinken. Dabei wird nicht
mehr an Haarbehandlungszubereitung aufgebracht als das Aufnahmevolumen im Spalt zwischen
zwei Innenzinken aufnehmen kann. Diese Menge an Haarbehandlungszubereitung reicht
in aller Regel aus während eines Behandlungszyklus die zu behandelnde Haarsträhne
vom Haaransatz bis zu den Haarspitzen vollständig und gleichmäßig mit Haarbehandlungszubereitung
zu versehen. Um das Aufbringen der Haarbehandlungszubereitung sowie die gesamte Anwendung
des Applikationskamms zu erleichtern weist die Haarbehandlungszubereitung bestimmte
Viskositätseigenschaften auf, die gewährleisten, dass die Haarbehandlungszubereitung
nach dem Aufbringen bis zur eigentlichen Anwendung ausreichend lang auf dem Applikationskamm
verbleibt. Insbesondere ist die Haarbehandlungszubereitung hinreichend viskos, so
dass u. a. ein Durchfließen durch den Spalt zwischen den Innenzinken wirksam verhindert
wird. Ferner ist auch ein Heruntertropfen der Haarbehandlungszubereitung vom Applikationskamm
ausgeschlossen. Die Haarbehandlungszubereitung hat insofern vorzugsweise eine gelförmige,
cremeförmige, pastöse oder entsprechend viskose Grundkonsistenz.
[0019] Als Folge der senkrechten Ausrichtung des Applikationskamms während der Anwendung,
d. h. mit nach unten gerichteten Zinken und nach oben gerichtetem Griffabschnitt,
wird der Applikationskamm im Wesentlichen von oben nach unten durch das Haar gezogen
und berührt zumindest anfänglich mit den Spitzen der Innenzinken die Kopfhaut. Auf
diesem Wege schiebt sich die zu behandelnde Haarsträhne im Zuge eines Anwendungszyklus
immer tiefer in den Spalt zwischen zwei benachbarten Innenzinken und zwar in Richtung
Innenzinkenfuß. So wird auch sichergestellt, dass die gesamte Haarlänge vom Haaransatz
bis zur Haarspitze gleichmäßig mit Haarbehandlungszubereitung versehen wird.
[0020] Während der Applikationskamm in senkrechter Position durch das Haar gezogen wird,
weisen dabei die rippenförmigen Erhebungen auf den Innenzinken vorzugsweise vom Kopf
weg, so dass sich für den Applikationskamm nur eine bevorzugte Anwendungsrichtung
beim Durchziehen durch das zu behandelnde Haar ergibt. Danach weisen die Erhebungen
während der Haarbehandlungsanwendung immer vom Kopf weg, sodass sich die Erhebungen
während des Durchziehens des Applikationskamms durch das Haar stets auf der Eintrittsseite
der zu behandelnden Haarsträhnen befinden.
[0021] Weiterhin erweist es sich als besonders sinnvoll eine Haarbehandlungszubereitung
mit einer dynamischen Viskosität im Bereich von 3000 - 5000 mPas (ermittelt gemäß
Brookfield; 20°C, Rotationsfrequenz = 4 min
-1; Spindel Nr. 5) zu verwenden. Viskositäten in diesem bevorzugten Wertebereich garantieren
die oben bereits erwähnten rheologischen Eigenschaften der Haarbehandlungszubereitung.
Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass die Haarbehandlungszubereitung während der
Anwendung des Applikationskamms ausreichend stabil auf diesem verbleibt und außerdem
ein gleichmäßiger sowie vollständiger Auftrag der Haarbehandlungszubereitung auf die
gesamt Haarlänge ermöglicht wird.
[0022] Ferner lässt sich das neuerungsgemäße Verfahren besonders vorteilhaft unter Verwendung
einer Haarfärbesubstanz als Haarbehandlungszubereitung einsetzen, vorzugsweise einer
Haarfärbesubstanz zur gezielten Coloration oder zum Bleichen einzelner Haarsträhnen
oder Haarpartien, welche anteilig Substanzen aus der Gruppe der Alkalisierungsmittel,
Verdickungsmittel , Tenside, gesättigte oder ungesättigte Alkohole mit 8 bis 20 C-Atomen
enthält.
[0023] Das neuerungsgemäße Haarbehandlungs-, insbesondere Haarcolorationsverfahren, gewährleistet
dabei eine vor allem schnelle und einfache Anwendung, welche durchaus auch unmittelbar
durch den Nutzer selbst erfolgen kann. Die exakte Form der Haarbehandlung nur ganz
bestimmter Haarpartien macht beispielsweise auch den Einsatz bekannter Strähnchenfolien
überflüssig, welche bislang üblicherweise bei konventionellen Strähnchencolorationen
oder beim Bleichen von Haarsträhnen genutzt werden. Damit ergibt sich ein entscheidender
Anwendungsvorteil. Darüber hinaus macht das neue Haarbehandlungsverfahren in der Regel
nachfolgende flächige Nachbehandlungsschritte des gesamten Kopfhaares überflüssig.
So kann beispielsweise im Falle einer neuerungsgemäßen Strähnencolorationsbehandlung
die aufwändige Nachbehandlung des gesamten Kopfhaares ggf. entfallen. Dies stellt
nicht nur eine Vereinfachung des Behandlungsverfahrens dar sondern reduziert auch
potentielle Haarschädigungen als Folge der gesamten Haarbehandlung. Außerdem verzichtet
das neue Haarbehandlungsverfahren, insbesondere im Falle der Haarcoloration im Wesentlichen
auf den Einsatz von Entwicklersubstanzen, so dass sich ein zusätzlicher haarschonender
Effekt ergibt. Alternativ können sich jedoch auch Haarcolorationsgesamtverfahren als
sinnvoll erweisen, bei den in einem ersten Schritt eine Strähnenbehandlung mittel
des erfindungsgemäßen Applikationskamms durgeführt wird. In einem zweiten Schritt
erfolgt eine flächige Colorationsbehandlung des gesamten Haarschopfes, um erst auf
diesem Wege zu den gewünschten Colorationseffekten im Haar zu gelangen.
[0024] Weitere Erfindungsmerkmale werden im Folgenden auch anhand der in den Figuren gezeigten
Ausführungsbeispiele erläutert.
[0025] Es zeigt:
Fig. 1 Eine erste Ausführungsform des Applikationskamms zur Haarbehandlung in zwei
Ansichten;
Fig. 2 Eine zweite Ausführungsform des Applikationskamms zur Haarbehandlung in zwei
Ansichten;
[0026] Die in den Figuren 1-2 abgebildeten Ausführungsbeispiele zeigen jeweils einen Applikationskamm
1, wie er vor allem für Haarcolorationsanwendungen geeignet ist. Ein solcher Applikationskamm
1 dient der Übertragung einer zunächst aufgenommenen Menge an Haarcolorationszubereitung
auf das zu behandelnde Haar. Dazu besitzt der Applikationskamm 1 einen Griffabschnitt
2 mit einer Mehrzahl unterschiedlich gestalteter Zinken. Über den Griffabschnitt 2
hält der jeweilige Nutzer im anwendungsfall den Applikationskamm 1, wobei der Griffabschnitt
2 neben der in den Figuren gezeigten Ausgestaltungsform bedarfsgerecht auch andere
geeignete Gestaltungen aufweisen kann, z. B. keinen geraden sondern vielmehr einen
abgewinkelten oder gebogenen Griffabschnitt 2.
[0027] Mit dem Griffabschnitt 2 verbunden sind zwei Gruppen unterschiedlich gestalteter
Zinken. Im Einzelnen sind dies zunächst Innenzinken 10, die innerhalb des Kammabschnitts
innen liegend jeweils mit ihrem Zinkenfuß 11 an den Griffabschnitt 2 angeschlossen
sind. Die Innenzinken 10 sind mit einer bevorzugten Länge von 5-8cm recht lang ausgeführt
und dienen grundsätzlich einerseits der Selektion der zu behandelnden Haarsträhne
und andererseits der Führung ebendieser Haarsträhne in die eigentliche Behandlungszone
3, in der die zugehörige Haarcolorationszubereitung auf das Haar übertragen wird.
Zur Gewährleistung einer exakten Haarselektion sind die Innenzinken 10 jeweils an
ihrer Zinkenspitze 12 spitz zulaufend ausgeführt. Auf diesem Wege kann die zu behandelnde
Haarsträhne mittels der Zinkenspitzen 12 pinzettenartig selektiert werden. Auf den
Innenzinken 10 ist jeweils eine entlang deren Längsrichtung ausgerichtete rippenförmige
Erhebung 20, 30 vorgesehen, welche senkrecht zur Längsrichtung über die Kontur der
Innenzinke 10 hinausragt. Grundsätzlich sind die Erhebungen 20, 30 nur auf einer Seite
des Applikationskamms 1 bzw. der jeweiligen Innenzinken 10 angeordnet. Im Einzelnen
weisen die Erhebungen 20, 30 bevorzugt eine Höhe im Wertebereich der 0,5-2 fachen
Höhe der Innenzinken 10 in Kämmrichtung 4 auf. Außerdem erstreckt sich jede rippenförmige
Erhebung 20, 30 ausgehend vom jeweiligen Innenzinkenfuß 11 bis über die 0,3-0,8 fache
Länge des Innenzinkens 10. Insofern erstrecken sich die rippenförmigen Erhebungen
20, 30 in ihrer Länge bewusst nicht bis zu den Innenzinkenspitzen 12 um die mittels
der Innenzinkenspitzen realisierte Haarselektionsfunktion des Applikationskamms 1
nicht zu störend zu beeinflussen. Durch die erfindungsgemäßen Abmessungen der Erhebungen
20, 30, definieren zwei im Wesentlichen parallel nebeneinander liegende Erhebungen
20, 30 einen abgegrenzten Anwendungsbereich für die zugehörige viskose Haarcolorationszubereitung.
Dabei wird in der Regel vor jedem Anwendungszyklus ein Strang oder eine Teilmenge
der bevorzugt gelartigen, pastösen, cremeartigen oder mit vergleichbaren rheologischen
Eigenschaften ausgestatteten Haarcolorationszubereitung in das im Spalt 13 zwischen
zwei Innenzinken 10 sich erstreckende Aufnahmevolumen 5 aufgebracht. Die Größe der
in das Aufnahmevolumen 5 verbrachten Teilmenge an Haarcoloration wird hierbei auf
die zu behandelnde Haarlänge abgestimmt, um eine vollständige sowie gleichmäßige Behandlung
der gesamten Haarlänge sicher zu stellen. Grundsätzlich erstrecken sich die Erhebungen
20, 30 nur zu einer Seite des Applikationskamms 1 und definieren damit gleichermaßen
die bevorzugte Anwendungsrichtung des Applikationskamms 1. Im Einzelnen wird der Applikationskamm
1 bevorzugt in Kämmrichtung 4 durch das zu behandelnde Haar gezogen, so dass sich
die Erhebungen 20, 30 stets zur Seite der in den Applikationskamm eintretenden Haare
erstrecken, d. h. vom jeweils vom Kopf des zu behandelnden Nutzers weg gerichtet sind.
[0028] Umgeben sind die Innenzinken 10 zu beiden Seiten von demgegenüber kürzer gestalteten
Außenzinken 40. Idealerweise haben die Außenzinken 40 die 0,3-0,8 fache Länge der
Innenzinken 10, ganz besonders bevorzugt 2/3 der Länge der Innenzinken10. So wird
durch die Außenzinken 40 die Selektionsfunktion der Innenzinken 10 nicht beeinträchtigt.
Im Einzelnen dienen die Außenzinken 40 der kontrollierten Führung der nicht zu behandelnden
Haarpartien während einer Anwendung des Applikationskamms 1. Hierbei beabstanden die
Außenzinken 40 die nicht zu behandelnden Haarpartien während einer Anwendung von der
eigentlichen Behandlungszone 3, indem sie die nicht zu handelnden Haarpartien weit
entfernt an der Behandlungszone 3 vorbei führen. Dazu sind die Außenzinken 40 an der
Außenzinkenspitze 42 jeweils spitz zulaufend gestaltet sowie an der Außenseite 44
konvex gewölbt. Dies erleichtert das Durchziehen des Applikationskamms 1 durch das
Haar und gewährleistet die gezielte Behandlung lediglich der gewünschten Haarsträhnen.
[0029] Die eigentliche Behandlungszone 3 des Applikationskamms 1, d. h. derjenige Bereich,
in dem die Haarbehandlungszubereitung, im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Haarcolorationszubereitung,
auf die zu behandelnden Haarsträhnen übertragen wird, ist im Zwischenraum zwischen
zwei benachbarten Innenzinken 10 ausgebildet. Im Einzelnen bilden zwei benachbarte
Innenzinken 10 jeweils einen im wesentlichen keilförmigen Spalt 13 aus, der am Spalteingang
14 eine größere Breite aufweist als am Spaltausgang 15. Dabei definiert der Spalteingang
14 bei Bewegung des Applikationskamms 1 in Kämmrichtung 4 den Eintrittsbereich der
zu behandelnden Haarsträhne und der Spaltausgang 15 deren Austrittsbereich aus dem
Innenzinkenspalt 13. Diese keilförmige Spaltgestaltung ermöglicht ein sehr anwendungsfreundliches
Durchziehen des Applikationskamms durch das Haar. Darüber hinaus erweist sich die
keilförmige Spaltgestaltung als vorteilhaft bei der Applikation der Haarbehandlungszubereitung
auf die zu behandelnde Haarsträhne. In diesem Zusammenhang hat es sich als besonders
sinnvoll erwiesen, wenn der keilförmige Spalt 13 zwischen zwei Innenzinken 10 eine
Breite zwischen 1-5 mm aufweist.
[0030] Im Zuge der Anwendung des Applikationskamms 1 innerhalb eines Anwendungszyklus zur
Haarcolorationsbehandlung wird zunächst eine Teilmenge an Haarcolorationszubereitung
in das Aufnahmevolumen 5 zwischen zwei benachbarten Innenzinken 10 aufgebracht. Die
Haarcolorationszubereitung besitzt dazu eine hinreichend viskose Grundkonsistenz,
um bis zumindest bis zur eigentlichen Applikationsanwendung auf dem Applikationskamm
1 zu verbleiben. Der derart mit Haarcolorationszubereitung versehene Applikationskamm
1 wird dann während eines Applikationszyklus in senkrechter Ausrichtung, d. h. mit
nach oben gerichtetem Griffabschnitt 2 und nach unten gerichteten Zinken 10, 40, auf
die Kopfhaut aufgesetzt. Dabei wird mittels der Innenzinkenspitzen 12 die zu behandelnde
Haarsträhne in den Spalt 13 zwischen den Innenzinken 10 selektiert bzw. eingefädelt.
Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die zu behandelnde Haarsträhne im Innenzinkenspalt
13 nahe der Innenzinkenspitzen 12. Neben der senkrechten Ausrichtung ist der Applikationskamm
auch so orientiert, dass die Erhebungen 20, 30 sowie auch das Aufnahmevolumen 5 vom
Kopf des Nutzers weg weisen. Im Anschluss wird der Applikationskamms 1 im Wesentlichen
von oben nach unten durch das Haar gezogen, wobei sich die selektierte Haarsträhne
innerhalb des Innenzinkenspalts 13 ausgehend von der Innenzinkenspitze 12 in Richtung
Innenzinkenfuß 11 bewegt und damit in die eigentliche Behandlungszone 3 vordringt.
In diesem Stadium des Applikationszyklus wird die zu behandelnde Haarsträhne unter
anderem durch die im Aufnahmevolumen 5 befindliche Haarcolorationszubereitung 3 bewegt,
wobei die Haarsträhne eine hinreichende Menge an Haarcolorationszubereitung mittransportiert.
Im Einzelnen wird die Haarsträhne während des Applikatiosnzyklus vom Haaransatz bis
zur Haarspitze durch die Behandlungszone 3 geführt, wobei sich die Haarcolorationszubereitung
gleichmäßig und vollständig auf die gesamte Haarlänge überträgt. In diesem Zusammenhang
erweist sich auch der keilförmige Spalt 13 zwischen den Innenzinken 10 als äußerst
hilfreich, da sich die mit der Haarcolorationszubereitung benetzte Haarsträhne entgegen
der Kämmrichtung 4 in Richtung der schmalsten Spaltbreite am Spaltausgang 15 bewegt.
Dies sorgt dafür, dass einerseits keine überschüssige Menge an Haarcolorationszubereitung
auf die Haarsträhne übertragen wird und andererseits die Kämmbewegung sehr kontinuierlich
sowie haarschonend erfolgen kann.
[0031] Wie schon angedeutet, sorgen die Außenzinken 40 währen des Applikationszyklus für
eine wirkungsvolle Beabstandung der nicht zu behandelnden Haarpartien von der Behandlungszone
3. Dazu werden die nicht zu behandelnden Haarpartien während der Anwendung entweder
in den Spalt 43 zwischen Außen- 40 und Innenzinken 10 oder aber an der Außenzinkenaußenseite
44 vorbei geführt. In jedem Falle wird für diese nicht zu behandelnden Haarpartien
ein unerwünschter Kontakt zur Haarcolorationszubereitung verhindert. Zur Gewährleistung
einer leichtgängigen Kämmbewegung ist es ferner sinnvoll auch den Spalt 43 zwischen
Außen- 40 und Innenzinken 10 keilförmig zu gestalten, d. h. wie auch beim Innenzinkenspalt
13 mit größerer Spaltbreite am Spalteingang und kleinerer Spaltbreite am Spaltausgang.
[0032] Figur 1 verdeutlich grundsätzlich eine erste Ausführungsform des Applikationskamms
1 mit rippenförmigen Erhebungen 20, die jeweils geradlinig sowie ebene Erhebungswände
21, 22 aufweisen. Dies stellt die einfachste Ausführung derartiger rippenförmiger
Erhebungen 20 dar. Die Erhebungen 20 aus Figur 1 sind verhältnismäßig hoch ausgeführt
und bilden somit eine zuverlässige Abgrenzung der Behandlungszone 3.
[0033] Figur 2 zeigt dem gegenüber eine zweite Ausführungsform des Applikationskamms 1 mit
rippenförmigen Erhebungen 30, wobei die dortigen Erhebungen 30 jeweils am Rippenfuß
33 eine größere Breite aufweisen als am Rippengipfel 34. Dies kann insbesondere dadurch
bewerkstelligt sein, dass zumindest eine der seitlichen Erhebungswände 31, 32, vor
allem die innenliegende 31, geneigt oder konkav gewölbt verläuft. Daraus ergibt sich
im Unterschied zur ersten Ausführungsform des Applikationskamms 1 ein im Wesentlichen
keilförmig gestalteter Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Erhebungen 30, welcher
entgegen der Kämmrichtung 4 spitz zuläuft und die keilförmige Gestaltung des Innenzinkenspaltes
13 im Grunde fortsetzt. Ein derartig keilförmiger Zwischenraum wirkt für die darin
aufgenommenen Haarpartien wie ein Trichter und sorgt so für eine möglichst vollständige
Ausschöpfung der zunächst im Aufnahmevolumen 5 befindlichen Haarcolorationszubereitung
im Verlauf eines Anwendungszyklus. Darüber hinaus unterstützt die keilförmige Gestaltung
des Zwischenraumes die leichtgängige Kämmbewegung des Applikationskamms 1 durch das
Haar.
[0034] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele des Applikationskamms 1 sind lediglich
mit zwei Innen- 10 und zwei Außenzinken 40 ausgeführt. Im Sinne der Erfindung sind
jedoch vor allem durchaus mehr als zwei Innenzinken 10 und auch mehr als zwei Außenzinken
40 denkbar. Je mehr Innenzinken 10 vorgesehen sind, desto größere Haarpartien lassen
mit nur einem Anwendungszyklus schnell behandeln, insbesondere colorieren. Je kleiner
die Anzahl der mindestens zwei Innenzinken 10 ist, desto exakter lassen sich definierte
Haarpartien oder Haarsträhnen behandeln, insbesondere colorieren. Darüber hinaus entstehen
bei der Anordnung von mehr als zwei Innenzinken 10 mindestens zwei parallel nebeneinander
liegende Aufnahmevolumina 5 für die Haarcolorationszubereitung. Auf diesem Wege können
unter Ausschöpfung mehrerer Aufnahmevolumina 5 großflächigere Haarpartien gleichzeitig
coloriert werden. Alternativ bietet sich auch die Möglichkeit innerhalb eines Anwendungszyklus
in zwei nebeneinander liegenden Aufnahmevolumina 5 gleichzeitig unterschiedliche Haarcolorationszubereitungen
aufzunehmen und zu applizieren. So können beispielsweise unterschiedliche Farbtöne
in nur einem Anwendungszyklus aufgetragen werden, um auf diesem Wege schnell und einfach
zu einer multitonalen Haarcoloration zu gelangen. Ferner ist es sinnvoll, wenn eine
Erhebung, welche zu beiden Seiten neben weiteren Innenzinken 10 mit zugehörigen Erhebungen
20, 30 liegt, im Querschnitt spiegelsymmetrisch gestaltet ist, vor allem mit breiterem
Rippenfuß 33. Insofern gelangt man zu einer ausführungsvariante vergleichbar zu Figur
2 mit im Wesentlichen keilförmigen Aufnahmezonen 5 zwischen zwei benachbarten Erhebungen
30.
[0035] Obwohl die in den Figuren 1-2 gezeigten Applikationskämme 1 vor allem für Haarcolorationsanwendungen
geeignet sind ist die erfinderische Idee selbstverständlich nicht darauf beschränkt.
Mittels eines erfindungsgemäßen Applikationskamms 1 lassen sie unterschiedlichste
Haarbehandlungszubereitungen zielgereichtet auf bestimmte Haarpartien aufbringen,
unter anderem auch Bleichpräparate, Stylingmittel, Haarpflegemittel oder Ähnliches.
Bezugszeichen
| 1. |
Applikationskamm |
40. |
Außenzinken |
| 42. |
Außenzinkenspitze |
| 2. |
Griffabschnitt |
43. |
Spalt |
| 3. |
Behandlungszone |
44. |
Außenzinkenaußenseite |
| 4. |
Kämmrichtung |
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| 5. |
Aufnahmevolumen |
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| 10. |
Innenzinken |
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| 11. |
Innenzinkenfuß |
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| 12. |
Innenzinkenspitze |
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| 13. |
Innenzinkenspalt |
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| 14. |
Spalteingang |
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| 15. |
Spaltausgang |
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| |
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| 20. |
Erhebung |
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| 21. |
Erhebungswand (innen) |
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|
| 22. |
Erhebungswand (außen) |
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| 30. |
Erhebung |
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| 31. |
Erhebungswand (innen) |
|
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| 32. |
Erhebungswand (außen) |
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| 33. |
Rippenfuß |
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| 34. |
Rippengipfel |
|
|
1. Applikationskamm (1) zur Behandlung von Haaren mit einer Haarbehandlungszubereitung
mit einem Griffabschnitt (2) und mit mehreren mit dem Griffabschnitt (2) verbundenen
Zinken (10, 40), gekennzeichnet durch zumindest zwei nebeneinanderliegende Innenzinken (10), welche jeweils auf einer Applikationskammseite
eine sich entlang der Längsrichtung der Innenzinken (10) erstreckende rippenförmige
Erhebung (20, 30) aufweist, welche senkrecht zur Längsrichtung der Innenzinke (10)
über dessen Kontur hinausragt.
2. Applikationskamm (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die rippenförmige Erhebung (20, 30) jeweils in Längsrichtung des zugehörigen
Innenzinkens (10) ausgehend vom Zinkenfuß (11) bis über die 0,3-0,8 fache Länge des
Innenzinkens (10) erstreckt.
3. Applikationskamm (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (13) zwischen zwei Innenzinken (10) eine Breite im Bereich von 1-20mm,
bevorzugt 1-5mm, aufweist, wobei die Spaltbreite am Spalteingang (14) für die zu behandelnden
Haare größer ist als am Spaltausgang (15).
4. Applikationskamm (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenzinken (10) eine Länge von 2-20cm aufweisen, vorzugsweise eine Länge von
5-8cm.
5. Applikationskamm (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Höhe der rippenförmigen Erhebung (20, 30) in einem Wertebereich der 0,5-2
fachen Höhe des zugehörigen Innenzinkens (10) in Kämmrichtung (4) liegt.
6. Applikationskamm (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die rippenförmige Erhebung (30) im Querschnitt am Rippenfuß (33) eine größere Breite
aufweist als am Rippengipfel (34).
7. Applikationskamm (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Erhebung (20, 30), welche zu beiden Seiten neben weiteren Innenzinken (10) mit
zugehörigen Erhebungen (20, 30) liegt, im Querschnitt spiegelsymmetrisch ist.
8. Applikationskamm (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenzinken (10) beidseitig von jeweils mindestens einem Außenzinken (40) umgeben
sind, wobei jeder Außenzinken (40) die 0,3 - 1 fache Länge der Innenzinken (10) aufweist.
9. Applikationskamm (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenzinken (40) spitz zuläuft und an seiner Außenseite (44) konvex gewölbt ausgebildet
ist.
10. Verfahren zur Behandlung von Haaren mit einer Haarbehandlungszubereitung unter Verwendung
eines Applikationskamms (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte:
- Befüllen wenigstens eines Aufnahmevolumens (5) zwischen zwei benachbarten Innenzinken
(10) mit einer geeigneten Menge an viskoser Haarbehandlungszubereitung,
- senkrechtes Ansetzen des Applikationskamms (1) an die zu behandelnde Haarsträhne
sowie auf die Kopfhaut,
- Selektion der zu behandelnden Haarsträhne und Einfädeln dieser Haarsträhne in den
Zwischenraum zwischen zwei Innenzinken (10),
- Durchziehen der zu behandelnden Haarsträhne ausgehend vom Haaransatz bis zur Haarspitze
durch den Zwischenraum zwischen zwei Innenzinken (10), wobei der Applikationskamm (1) mit
nach unten gerichteten Zinken (10, 40) in senkrechter Position durch das Haar gezogen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (20, 30) auf den Innenzinken (10) während der Applikationskamm (1)
in senkrechter Position durch das Haar gezogen wird vom Kopf wegweisen.
12. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 10-11, dadurch gekennzeichnet, dass die Haarbehandlungszubereitung eine Viskosität im Bereich von 3000-5000 mPas aufweist.
13. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 10-12, dadurch gekennzeichnet, dass die Haarbehandlungszubereitung eine Haarfärbesubstanz umfasst, vorzugsweise eine
Haarfärbesubstanz zu gezielten Coloration oder zum Bleichen einzelner Haarsträhnen.