[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Garnen mit
mindestens einer Eintrittsöffnung und mindestens einer Austrittsöffnung für mindestens
ein Transportmittel, das das Garn durch die Vorrichtung transportiert, und mit Trennelementen
an der Eintrittsöffnung und der Austrittsöffnung zur thermischen Abschirmung, um den
Medienaustausch zur Umgebung zu minimieren.
[0002] Damit Textilien ihren Verwendungszweck erfüllen, und in Griff, Aussehen und Gebrauchsverhalten
die gewünschten Eigenschaften aufweisen, werden sie speziell bearbeitet. Neben der
Fasergewinnung, Garn- und Zwirnerzeugung sowie der Flächenbildung gibt es weitere
Verfahren, die die textilen Eigenschaften beeinflussen.
[0003] Je nach Verwendungszweck ist zum Beispiel eine größere Stabilität, mehr Volumen im
fadenförmigen Gut oder eine Erhöhung der Temperaturbeständigkeit erforderlich, um
nur einige Beispiele zu nennen. ,
[0004] Viele dieser Verfahren benötigen eine anschließende thermische Fixierung, die üblicherweise
mit überhitztem Dampf unter atmosphärischem Druck oder mit unter Druck stehendem Sattdampf
durchgeführt wird, um die wünschenswerten Eigenschaften dauerhaft zu stabilisieren.
Üblicherweise wird der Fixierungsprozess in der Textilindustrie als Thermofixierung
bezeichnet, im Bereich der Teppichgarnherstellung wird das Synonym Heatsetprozess
verwendet.
[0005] Im Bereich der Teppichgarnherstellung beispielsweise gibt es so genannte Straight
Set-Garne und Frieze-Garne. Während beim Straight Set-Garn die gerade linienförmige
Struktur der Einfachgarne oder der kablierten Garne bzw. Zwirne thermofixiert wird,
wird beim Frieze-Garn nach dem Kablierprozess das Garn durch Biegung/Stauchung dreidimensional
verformt und dieser Zustand dann durch thermische Behandlung dauerhaft fixiert. Zudem
führt die thermische Behandlung zu einem Schrumpfbauschen des Fadens, was eine Volumenerhöhung
des Fadens bewirkt.
[0006] Unter dem Begriff Faden sollen im Rahmen dieser Anmeldung alle linienförmigen Gebilde
verstanden werden. Dies können Garne, Zwirne aber auch Folienbändchen sowie schlauch-
und bändchenförmige Textilien und dergleichen sein. Zur Vereinfachung wird der Begriff
des Fadens gleichbedeutend für die möglichen Alternativen im Rahmen dieser Anmeldung
verwendet.
[0007] Die
DE 39 38 183 A1 offenbart eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Wärmebehandeln von Garnen. Zur besseren
Abdichtung der Vorrichtung ist an der Eintritts- und Austrittsöffnung eine Einlauf-Vorzone
vorgeschaltet sowie eine Auslauf-Vorzone nachgeschaltet. In die Vorzone sind außerdem
so genannte Garnklimasperren integriert, die den Dampf innerhalb der Vorrichtung so
umlenken, dass das Entweichen von dem überhitzten Dampf unterbunden wird. Durch das
Gegenstromprinzip soll auch eine gewisse Abdichtung entstehen, so dass keine Kaltluft
von außen in die eigentliche Fixierkammer einströmt. Zusätzlich sind im Bereich der
Eintrittsöffnung noch schmale Bleche angebracht, die ebenfalls den Eintritt von kalter
Außenluft erschweren sollen.
[0008] In der
DE 195 16 127 B4 wird ebenfalls eine Behandlungskammer zum kontinuierlichen Wärmebehandeln von Garnen
beschrieben. Im Bereich der Eintritts- und Austrittsöffnung gibt es hier jeweils so
genannte Belüftungssperren, die dem Abdichten der Behandlungskammer gegenüber der
Umgebungsluft dienen. Hier wird mittels Ventilatoren eine Gegenströmung erzeugt, die
vertikal nach oben geführt und abgesaugt wird.
[0009] Durch die
EP 1 055 763 A2 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Behandlung einer Warenbahn
mit Dampf zum Fixieren bekannt. Hier ist vor der Eintrittsrespektive Austrittsöffnung
eine Eingangs- respektive Ausgangsschleuse mit Absaugeinrichtung angeordnet. Darüber
hinaus werden durch Zwischenbleche beide Schleusen so gestaltet, dass sich lediglich
ein Spalt für die Warenbahn und gegebenenfalls für ein Transportband ergibt.
[0010] In der
US 2009/0188772 A1 wird eine weitere, alternative Maschine zur Wärmebehandlung von Garnen beschrieben.
Diese Maschine weist an Eingangs- und Ausgangsöffnung einen Dichtungskopf auf, der
zwei Walzen umfasst, die gegen die gegenüberliegenden Flächen des Transportbandes
drücken.
[0011] Eine weitere Variante einer Garnveredelungsanlage wird durch die
EP 2 221 404 A2 offenbart. Um einen Dampfaustritt aus dem Behandlungsraum zu vermeiden, werden die
Öffnungen für den Ein- und Austransport des Garnes weitestgehend durch eine Dampfsperre
verschlossen. Diese Dampfsperre beinhaltet eine drehbare Rolle, die auf dem auf dem
Transportband liegenden Garn aufliegt, zusätzlich eine Blechblende, die die Öffnung
weitestgehend verschließt, und so genannte Dichtlippen, die an der Unterseite des
Lasttrums sowie an Ober- und Unterseite des Leertrums angeordnet sind. Die Rolle kann
unterschiedliche Oberflächenformen aufweisen und ist im Bedarfsfall, wie bei Materialstau
oder zur Reinigung, über eine Mechanik zu öffnen.
[0012] Als nachteilig an den Vorrichtungen, die durch eine oder zwei Walzen das Fadengelege
zwischen sich und dem Transportband klemmen, erweist sich, dass an den Stellen, an
denen sich die abgelegten Fäden überkreuzen, Druckstellen in der Länge eines Garndurchmessers
entstehen, die mit fixiert werden. Diese Druckstellen beeinträchtigen die Garngleichmäßigkeit,
denn in diesem Bereich findet eine stärkere Komprimierung statt, was beispielsweise
beim Färben und damit im späteren Flächengebilde zu einem uneinheitlichen Warenbild
führt. Im späteren Endprodukt der textilen Fläche zeigen sich diese Stellen dann infolge
unterschiedlichen Lichtreflexionsverhaltens etwas heller. Dazu kommt es, wenn die
Fäden auf einem Transportband abgelegt werden. Entsprechend der Bandgeschwindigkeit
ergibt sich in der Praxis eine relativ hohe Belegungsdichte von mehreren Zentimetern
Dicke, so dass sich die Fäden zwangsläufig häufig überkreuzen. Das Transportband mit
den darauf liegenden Fäden durchläuft den Zwickel der Quetschwalzenpaare bzw. der
Walze auf dem Transportband, und ganz besonders an der Austrittsöffnung, durch die
die gerade durcherhitzten Fäden die Ausgangswalze(n) in die kühlere Atmosphäre durchlaufen,
wirkt sich dies negativ aus. Denn vor allem, wenn die Fäden noch nicht vollständig
abgekühlt sind, werden diese Deformationen bleibend eingeprägt und beim anschließenden
Abkühlen permanent fixiert. Überdies kann es dadurch zu Abplattungen der Fäden kommen.
[0013] Des Weiteren besteht bei Schlitzblenden und anders konstruierten schmalen Durchlässen
die Gefahr, dass sich die Fäden an der oberen Kante aufstauen können. Insbesondere
bei einer hohen Belegungsdichte der Fäden und der damit verbundenen hohen Belegungshöhe
kommt es zu Verschiebungen, Aufstauungen bis hin zu Umorientierungen der oberen Fadenlagen.
Dies führt bei der späteren Abnahme der Fäden vom Transportband zu Verhakungen. Außerdem
können die Fasermaterialien durch Reibung an den dichtenden Teilen beschädigt werden.
[0014] Hinzu kommt, dass Garnklimasperren, Belüftungssperren und dergleichen, nicht nur
konstruktiv aufwendig sind und die Kosten einer Vorrichtung zur Wärmebehandlung erhöhen,
sondern auch die Verwendung/der Betrieb derartiger Vorrichtungen ist kostenintensiv.
[0015] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung zur thermischen
Behandlung von Garnen vorzuschlagen.
[0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0018] Zur Lösung der Aufgabe sind, gemäß Anspruch 1, die Trennelemente derart angeordnet
und mit einer geringen Biegesteifigkeit gestaltet, dass eine Flächenlast auf das auf
dem Transportmittel, zum Beispiel einem Transportband, liegende Garn aufgebracht wird,
die nicht größer als 0,005 kg * cm
-2 ist.
[0019] Dadurch, dass an der Vorrichtung zur thermischen Behandlung nun die erfindungsgemäßen
Trennelemente an der Eintritts- und Austrittsöffnung angebracht sind, wird einerseits
der Dampfbereich noch ausreichend abgeschirmt, während andererseits die Flächenlast
sich in einer Größenordnung befindet, die nur eine geringe mechanische Belastung auf
die auf dem Transportmittel abgelegten Fäden ausübt. Die mechanische Belastung muss
dabei so gering sein, dass auch bei mehreren Zentimetern Belegungsdicke keine Druckstellen
der sich kreuzenden Fadenlagen entstehen, die sich später im Endprodukt negativ auswirken.
Anstelle von (Quetsch-) Walzen werden schonend berührende Abschirmelemente eingesetzt.
Dies wirkt sich positiv auf die Qualität der behandelten Fäden aus.
[0020] Ein weiterer Vorteil ist, dass die Eintritts- und Austrittsöffnungen nun nicht mehr
über Schlitzblenden oder ähnliches vor zu großem Energieverlust geschützt werden müssen.
Bei der erfindungsgemäßen Ausführung führt auch eine hohe Belegungsdichte nicht mehr
zu Verschiebungen, Aufstauungen und Umorientierungen der oberen Fadenlagen, da es
keine festen Kanten mehr gibt. Die Trennelemente komprimieren die sich kreuzenden
Fadenlagen auf dem Transportmittel nicht spürbar. Dies wirkt sich bei der Abnahme
der Fäden von dem Transportmittel positiv aus, es treten weniger Verhakungen auf und
die Fäden können leichter aufgewickelt werden, so dass es insgesamt zu weniger Produktionsstillständen
kommt.
[0021] Vorteilhafterweise ist es möglich, dass in bestimmten Situationen, zum Beispiel zum
besseren Einfädeln, die Trennelemente durch geeignete Vorrichtungen, zum Beispiel
Pneumatikzylinder oder motorgetrieben, nach oben anzuheben sind.
[0022] Die erfindungsgemäße Lösung ist zudem konstruktiv leichter zu realisieren und weniger
kostenintensiv als die Vorrichtungen gemäß dem Stand der Technik. Die Trennelemente
lassen sich leicht in eine Vorrichtung zur thermischen Behandlung integrieren. Sogar
ein Nachrüsten von Vorrichtungen zur thermischen Behandlung, die bereits in Gebrauch
sind, ist möglich.
[0023] Als Nebeneffekt zur Qualitätsverbesserung der thermisch behandelten Fäden wird durch
die erfindungsgemäße Lösung letztlich auch der Wirkungsgrad der Anlage erhöht, weil
das Entweichen von Dampf eingeschränkt wird und somit auch weniger Frischdampf zugeführt
werden muss.
[0024] Bevorzugt, wie in Anspruch 2 ausgeführt, bestehen die Trennelemente zur thermischen
Abschirmung, um den Medienaustausch zu minimieren, aus jeweils einem über auf der
mit Garn belegten Seite des Transportmittels angeordneten biegeweichen Material.
[0025] Unter biegeweichem Material sollen im Rahmen dieser Anmeldung alle flexiblen flächenförmigen
Gebilde verstanden werden. Dies können Gewebe, Gewirke, Gestricke, Folien, Papier,
Filz, Vliesstoffe, Verbundstoffe, Stahl und dergleichen sein. Zur Vereinfachung wird
der Begriff des biegeweichen Materials als Synonym für die möglichen Alternativen
im Rahmen dieser Anmeldung verwendet.
[0026] Diese Variante bietet den Vorteil, dass einzelne, vorzugsweise transportmittelbreite,
biegeweiche Materialien an einer Stirnseite in einem Haltestück befestigt sind und
mit dem freien Ende locker auf den Fäden aufliegen. Bevorzugt bildet sich dabei eine
Wölbung des biegeweichen Materials aus, oder aber das biegeweiche Material hat bereits
eine gewölbte Form, so dass das Trennelement am freien Ende flach auf dem Faden/den
Fäden aufliegt. Die Belastung auf die Fäden ist im Wesentlichen durch das Eigengewicht,
die Biegesteifigkeit, die Länge und den Auflagewinkel des eingesetzten Materials des
biegeweichen Materials bestimmt.
[0027] Des Weiteren ist, gemäß Anspruch 3, das Trennelement als biegeweiche Schlaufe ausgebildet.
[0028] Auf diese Weise kann die auf den Fäden liegende Fläche des Elements vergrößert werden.
Dadurch wird die Abschirmung der Fixierzone verbessert, ohne die bekannten Nachteile
aus dem Stand der Technik zu erhalten.
[0029] Wie in Anspruch 4 beschrieben, ist innerhalb der Schlaufe ein Belastungselement angeordnet.
[0030] Je nach Bedarf ist es auf diese Weise möglich, ohne aufwendige Umbaumaßnahmen und
gegebenenfalls kurzfristig, ein Element zur Abschirmung zu beschweren. Dies kann beispielsweise
sinnvoll sein, wenn die Belegungsdicke der Fäden auf dem Transportmittel weniger hoch
ausfällt oder besonders strapazierfähige Materialien verarbeitet werden. Durch das
Gewicht des Belastungelementes wird eine größere Flächenlast auf die auf dem Transportmittel
liegenden Fäden ausgeübt.
[0031] Das Belastungselement innerhalb der Schlaufe kann dabei durch einen Zylinder oder
ähnliches gebildet werden. Auch ist es im Rahmen dieser Erfindung denkbar, dass innerhalb
der Schlaufe ein weiteres Element angeordnet ist, je nachdem welche Flächenlast durch
das Belastungselement aufgebracht werden soll.
[0032] Als besonders vorteilhaft, gemäß Anspruch 5, weist die garnkontaktierende Seite des
biegeweichen Materials reibungsarme Eigenschaften auf.
[0033] Diese vorteilhafte Ausgestaltung gewährleistet, dass die auf dem Transportmittel
liegenden Fäden einen äußerst schonenden Kontakt mit dem Trennelement erfahren und
die Fasermaterialien nicht durch eine übermäßige Reibung beschädigt werden. Außerdem
besitzen reibungsarme Oberflächen in der Regel eine gute Abriebbeständigkeit.
[0034] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung, wie in Anspruch 6 beschrieben, sind
die Trennelemente zur thermischen Abschirmung, um den Medienaustausch zu minimieren,
als bewegliche Klappe ausgebildet.
[0035] Es ist im Rahmen der Erfindung ebenso denkbar, dass als Trennelement bewegliche Klappen
oder Schaufeln ausgebildet sein können, die im oberen Halter frei und leicht schwenkbar
gelagert sind. Auch hier kann über das Gewicht der eingesetzten Materialien beeinflusst
werden, wie hoch die ausgeübte Flächenlast auf die auf dem Transportmittel liegenden
Fäden ist.
[0036] In zwei weiteren Varianten, nach Anspruch 7 und Anspruch 8, sind die Trennelemente
zur thermischen Abschirmung, um den Medienaustausch zu minimieren, als rotierbare
Rolle, respektive als Oberband ausgebildet, deren Oberfläche zum Beispiel aus einem
leicht komprimierbaren Material, wie beispielsweise Schaumstoff, bestehen kann. Sowohl
die rotierbare Rolle als auch das Oberband können dabei angetrieben oder aber passiv
mitgeschleppt sein.
[0037] Die garnkontaktierende Fläche wird auf diese Weise vergrößert und eine höhere Abdichtung
erzielt. Durch die Flexibilität des Schaumstoffes können die Fadenlagen ohne Schädigungen
durch den Zwickel laufen.
[0038] Gemäß Anspruch 9, sind mindestens jeweils zwei Trennelemente vorhanden, die hintereinander
angeordnet sind.
[0039] Durch diese alternative Ausgestaltung kann bedarfsgerecht, je nach eingesetztem Material
und hergestellter Fadenart, wie zum Beispiel gestauchte oder gerade Fäden, die Vorrichtung
zur thermischen Behandlung noch besser abgeschirmt werden. Im Rahmen dieser Erfindung
ist es auch möglich, verschiedene Alternativen miteinander zu kombinieren, beispielsweise
eine Folie als erstes Trennelement, gefolgt von zwei als Schlaufen ausgebildeten Trennelementen
aus Folie, wovon in Materialflussrichtung die letzte Schlaufe mit einem Belastungselement
beschwert ist. Denkbar wäre zum Beispiel auch eine ansteigende Biegesteifigkeit mehrerer
hintereinander angeordneter Trennelemente. In kaskadierten Lösungen können die Einspannhöhen
der einzelnen Trennfolien unterschiedlich sein.
[0040] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung, wie in Anspruch 10 ausgeführt, sind
die Trennelemente mindestens im Bereich der freien Enden lamellenartig ausgebildet.
[0041] Die Trennelemente, wie beispielsweise Folien, Gewebe oder Klappen, können mindestens
einmal geschlitzt sein. Dadurch können Belegungsdichteunterschiede der Fäden auf dem
Transportmittel ausgeglichen werden.
[0042] Nach Anspruch 11 können die Trennelemente in einer Vielstellenanlage insbesondere
für Zwirn- und Kabliermaschinen eingesetzt werden.
[0043] Diese Konstellation ist vorteilhaft, weil auf diese Weise die Fäden kontinuierlich
weiterverarbeitet und fixiert werden können. Die Erfindung ist nachfolgend anhand
eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0044] In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1a
- schematische Darstellung einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Garnen;
- Figur 1b
- ein Beispiel für eine Garnablage auf einem Transportmittel;
- Figur 1c
- ein weiteres Beispiel für eine Garnablage auf einem Transportmittel;
- Figur 2
- schematische Darstellung einer alternativen Vorrichtung zur thermischen Behandlung
von Garnen;
- Figur 3
- schematische Darstellung erfindungsgemäßer alternativer Trennelemente;
- Figur 4
- schematische Darstellung erfindungsgemäßer alternativer Trennelemente;
- Figur 5
- schematische Darstellung erfindungsgemäßer alternativer Trennelemente;
- Figur 6
- schematische Darstellung erfindungsgemäßer alternativer Trennelemente;
- Figur 7
- schematische Darstellung erfindungsgemäßer alternativer Trennelemente;
- Figur 8
- schematische Darstellung erfindungsgemäßer alternativer Trennelemente.
[0045] Figur 1 a zeigt schematisch und stark vereinfacht eine Vorrichtung 1 zur thermischen
Behandlung von Garnen 3.
[0046] Nachdem die Fäden 3 eine (nicht dargestellte) Formgebungseinrichtung durchlaufen
haben und in geometrisch unregelmäßiger Art und Weise dreidimensional gebogen und/oder
geknickt (gekräuselt) wurden, liegt die Fadenschar auf dem Transportmittel 2.
[0047] Selbstverständlich ist es im Rahmen dieser Anmeldung auch möglich, dass die Fäden
3 auch geradlinig oder in irgendeiner anderen Form auf dem Transportmittel 2 abgelegt
sein können. Figur 1 b zeigt die Garnablage für so genannte Straight Set-Fäden, das
sind Fäden, bei denen man unter Vernachlässigung der Biegeradien von ungekräuselten
Fäden spricht. Figur 1 c zeigt die Garnablage von Frieze-Garnen, die eine dreidimensionale
Verformung aufweisen.
[0048] Auf dem Transportmittel 2 liegend durchlaufen die Fäden 3 zuerst die Eintrittsöffnung
4 und schließlich die Austrittsöffnung 5 der Vorrichtung 1 zur thermischen Behandlung,
die mit Dampf betrieben wird.
[0049] Dort erfolgt die Erwärmung auf die so genannte Thermofixiertemperatur oder Bauschtemperatur.
Dies wird in der Praxis üblicherweise mittels Sattdampf oder überhitztem Dampf erzielt.
Dabei erfahren die Fäden einen materialbedingten Schrumpf und Bausch.
[0050] Das bedeutet, die Fäden 3 laufen verformt in die Vorrichtung 1 ein und verlassen
die Vorrichtung 1 verformt und permanent fixiert.
[0051] In Figur 2 ist eine Vorrichtung 1 zur thermischen Behandlung dargestellt, die in
ein geschlossenes System integriert ist, in das Fäden unbehandelt einlaufen und verformt
und fixiert wieder austreten.
[0052] Dazu werden Fäden 3 durch eine Eingangsschleuse 12 in das geschlossene System transportiert
und einer Verformungseinrichtung 14 zugeführt. Hier werden die Fäden 3 gekräuselt
und gelangen danach in die Dampfzone einer Vorrichtung 1 zur thermischen Behandlung.
Daraufhin erfolgt die Erwärmung auf die Thermofixiertemperatur. Schließlich gelangen
die Fäden 3 in die nachfolgende Kühlzone 15, in der sie bis unter ihre materialspezifische
Glasumwandlungstemperatur gekühlt werden, damit der vorliegende Zustand permanent
stabilisiert bzw. fixiert wird.
[0053] Das geschlossene System weist dabei die Besonderheit auf, dass es sich in seinem
Druck von der Atmosphäre unterscheidet. Daher erfolgt die Abdichtung des gesamten
Druckraumes zur Umgebung am Fadeneingang und Fadenausgang durch Eingangs- und Ausgangsschleusen,
die einen Druckausgleich mit der Umgebung unterdrücken. Da aber die drei Behandlungszonen
Verformungseinrichtung 14, Vorrichtung 1 sowie Kühlzone 15 keinen Druckunterschied
untereinander aufweisen, wird die Temperaturabschirmung über ein biegeweiches Material
6, in diesem Fall ein beschichtetes Gewebe, erzielt.
[0054] Figur 3 zeigt die Ausführungsform des biegeweichen Materials 6. Bei einem Straight
Set-Garn muss die gerade linienförmige Struktur der abgelegten Fäden fixiert werden.
Aufgrund ihrer Biegesteifigkeit wölbt sich die Folie mit den durchlaufenden Fäden
3 in Materialflussrichtung durch. Obwohl die Folie auf den Fäden 3 aufliegt, komprimiert
sie die Fäden 3 nicht wesentlich.
[0055] Figur 4 zeigt die Variante, dass das biegeweiche Material als biegeweiche Schlaufe
7 ausgebildet ist, die zusätzlich mit einem Zylinder 8 beschwert ist.
[0056] Figur 5 verdeutlicht die Alternative der schaumstoffbezogenen Rolle 10. Da der Schaumstoff
ein leicht komprimierbares Material darstellt, führt eine berührende Auflage der Schaumstoffrolle
10 nicht zu einer Quetschung der sich kreuzenden Fadenlagen.
[0057] Figur 6 zeigt statt der schaumstoffbezogenen Rolle 10 ein schaumstoffbezogenes Oberband
11.
[0058] In Figur 7 ist die alternative Ausführungsform der beweglichen Klappe 9 dargestellt.
Die Klappe 9 ist an dem Drehpunkt 16 beweglich gelagert und kann zum einfacheren Einfädeln
der Fäden mittels eines Pneumatikzylinders 17 nach oben angehoben werden.
[0059] Figur 8 zeigt eine Kombination mehrerer hintereinander angeordneter Trennelemente.
Um die Vorrichtung 1 gegen die Umgebung abzuschirmen, sind zunächst zwei biegeweiche
Materialien 6 angeordnet, denen eine Schlaufe 7 folgt, in der ein weiteres biegeweiches
Material 6 angeordnet ist.
1. Vorrichtung (1) zur thermischen Behandlung von Garnen (3) mit mindestens einer Eintrittsöffnung
(4) und mindestens einer Austrittsöffnung (5) für mindestens ein Transportmittel (2),
das das Garn (3) durch die Vorrichtung (1) transportiert, und mit Trennelementen (6,7,9,10,11)
an der Eintrittsöffnung (4) und der Austrittsöffnung (5) zur thermischen Abschirmung
um den Medienaustausch zur Umgebung zu minimieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennelemente (6, 7, 9, 10, 11) derart angeordnet und mit einer geringen Biegesteifigkeit
gestaltet sind, dass eine Flächenlast auf das auf dem Transportmittel (2) liegende
Garn (3) aufgebracht wird, die nicht größer als 0,005 kg * cm-2 ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennelemente zur thermischen Abschirmung um den Medienaustausch zu minimieren
aus jeweils einem über auf der mit Garn belegten Seite des Transportmittels (2) angeordneten
biegeweichen Material bestehen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennelement als biegeweiche Schlaufe (7) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Schlaufe (7) ein Belastungselement (8) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die garnkontaktierende Seite des biegeweichen Materials (6) reibungsarme Eigenschaften
aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennelemente zur thermischen Abschirmung jeweils als bewegliche Klappe (9) ausgebildet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennelemente zur thermischen Abschirmung als rotierbare Rolle (10) ausgebildet
sind, deren Oberfläche aus einem leicht komprimierbaren Material besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennelemente zur thermischen Abschirmung als Oberband (11) ausgebildet sind,
dessen Oberfläche aus einem leicht komprimierbaren Material besteht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens jeweils zwei Trennelemente (6, 7, 9, 10, 11) vorhanden sind, die hintereinander
angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennelemente (6, 9) mindestens im Bereich der freien Enden lamellenartig ausgebildet
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennelemente in einer Vielstellenanlage insbesondere für Zwirn- und Kabliermaschinen
eingesetzt werden können.