[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermeiden von Bildwicklungen beim Wickeln
einer Kreuzspule sowie eine Vorrichtung zur Ausführung eines solchen Verfahrens.
[0002] Kreuzspulen werden von entsprechenden Textilmaschinen hergestellt, die typischerweise
aus einer Vielzahl gleichartiger, jeweils eine Kreuzspule herstellender Arbeitsstellen
bestehen, die von für die Textilmaschine zentralen Einrichtungen wie z.B. einer Stromversorgung
versorgt werden. Bei einer solchen Textilmaschine kann es sich insbesondere um einen
Spulautomaten handeln, der mehrere relativ kleinvolumige Spinnkopse zu einer wesentlich
mehr Garnmaterial aufweisenden Kreuzspule umwickelt, oder aber auch um eine Spinnmaschine.
[0003] Bei einer Kreuzspule wird der Faden schräg zur Längsachse der Kreuzspule aufgewickelt.
Dabei wandert der Faden zunächst z.B. mit einer Neigung nach rechts von der linken
Stirnseite der Kreuzspule zu ihrer rechten, um dann nach Erreichen der rechten Stirnseite
die Neigung nach links zu wechseln und zurück zur linken Stirnseite verlegt zu werden,
womit ein sogenannter Doppelhub beendet wird und durch den Wechsel der Neigung ein
Kreuzungswinkel des Fadens auf der Kreuzspule entsteht.
[0004] Neben der Benutzung eines von links nach rechts und wieder zurück oszillierenden
Changierfadenführers ist zur Erreichung der Changierbewegung die Verwendung einer
Nutentrommel mit Kehrgewinderillen zur Fadenführung eine kostengünstige und daher
oft benutzte Möglichkeit. Typischerweise wird eine solche Nutentrommel gleichzeitig
zum Antrieb der Kreuzspule verwendet. Dazu befindet sich die dann auch Antriebstrommel
genannte Nutentrommel im Reibschluss mit der Kreuzspule und die Umfangsgeschwindigkeiten
von Antriebstrommel und Kreuzspule sind bis auf gewisse durch Schlupf verursachte
Unterschiede gleich.
[0005] Da in dieser Situation die Rotationen von Antriebstrommel und Kreuzspule miteinander
gekoppelte periodische Vorgänge darstellen, kommt es bei gewissen Durchmessern der
Kreuzspule zur Bildung sogenannter Bilder oder Spiegel, d.h., nach Vollendung eines
Doppelhubs wird der Faden wieder an derselben Stelle oder in deren unmittelbarer Nachbarschaft
verlegt, wo er bereits bei einem früheren Doppelhub verlegt wurde.
[0006] Diese Situation tritt z.B. immer dann auf, wenn bei Vollendung eines Doppelhubs eine
oder mehrere vollständige Kreuzspulenumdrehungen stattgefunden haben.
[0007] Die Fäden liegen an solchen Stellen dann also, direkt oder getrennt durch Fadenzwischenlagen,
übereinander oder eng aneinander und erzeugen dadurch an diesen Stellen a) eine höhere
Spulendichte und b) eine instabile Fadenschichtung. Ersteres hat Nachteile bei einem
Färben der Spule, da solche verdichteten Stellen schwächer als die übrigen Stellen
durchtränkt und damit nur ungleichmäßig gefärbt werden. Letzteres hat Nachteile bzgl.
der Spulenstabilität und den Ablaufeigenschaften beim späteren Abwickeln der Kreuzspule,
da die übereinander geschichteten Fadenlagen abrutschen und sich ineinander verklemmen
können.
[0008] Dieses Problem der Bildung von Bildern ist seit langem bekannt, und es wurden viele
Verfahren zur sogenannten Bildstörung, also der Vermeidung der genannten schädlichen
periodischen Zusammenhänge entwickelt, indem man die relativen Umfangsgeschwindigkeiten
von Antriebstrommel und Kreuzspule zueinander variiert. Dazu kann man z.B. die Antriebstrommel
selbst abwechselnd beschleunigen, abbremsen oder frei laufen lassen, kann die Kreuzspule
zeitweise abbremsen oder kann den Reibschluss zwischen Antriebstrommel und Kreuzspule
durch ein begrenztes Abheben der Kreuzspule von der Antriebstrommel variieren, und
man kann auch alle diese Möglichkeiten kombinieren. Die Herausforderung dabei ist,
eine ausreichende Bildstörung bei einem minimalen zusätzlichen Energieeinsatz und
der Aufrechterhaltung einer hohen Produktivität zu erreichen.
[0009] Die
EP 0 399 243 B1 gibt einerseits einen Überblick über bekannte Verfahren und schlägt andererseits
ein eigenes Verfahren vor, bei dem die Antriebstrommel periodisch abwechselnd derart
beschleunigt und abgebremst wird, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzspule derjenigen
der Antriebstrommel, z.B. mit einer festen Phasenverschiebung folgt. Dadurch ändert
sich der Unterschied zwischen den Umfangsgeschwindigkeiten der Antriebstrommel und
der Kreuzspule ständig, was zu einer effektiven Bildstörung führt.
[0010] Vor diesem Hintergrund ist es daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die
bekannten Verfahren zur Bildstörung und insbesondere das oben besprochene Verfahren
der
EP 0 399 243 B1 dahingehend weiterzuentwickeln, dass mindestens eine der Zielgrößen Bildstörungsqualität,
Produktivität und Energieeinsatz verbessert werden:
[0011] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Vermeiden von Bildwicklungen beim
Wickeln einer Kreuzspule, die durch eine mit Kehrgewinderillen für die Fadenführung
versehene Antriebstrommel angetrieben wird, wobei die Antriebstrommel Beschleunigungsphasen
aufweist, die jeweils von einer Abbremsphase unmittelbar gefolgt werden,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Antriebstrommel während der Beschleunigungs- und Abbremsphasen eine höhere
Umfangsgeschwindigkeit aufweist als die Kreuzspule,
- dass die Abbremsphasen in dem Zeitpunkt beendet werden, in dem die Umfangsgeschwindigkeit
der Antriebstrommel auf die der Kreuzspule gesunken ist,
- und dass die Abbremsphasen jeweils von einer Gleichlaufphase gefolgt werden, in der
die Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel und Kreuzspule gleich sind.
[0012] Die Aufgabe wird aber auch gelöst durch eine Vorrichtung zum Vermeiden von Bildwicklungen
beim Wickeln einer Kreuzspule, umfassend
- eine mit Kehrgewinderillen für die Fadenführung versehene Antriebstrommel zum Antrieb
der Kreuzspule,
- einen oder mehrere Sensoren zur Bereitstellung von Signalen zur Ermittlung der Umfangsgeschwindigkeiten
von Antriebstrommel und Kreuzspule, und
- eine mit dem einen oder den mehreren Sensoren verbundenen Steuereinheit zur Berechnung
der Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel und Kreuzspule aus den Signalen des
einen oder der mehreren Sensoren und zur Steuerung der Umfangsgeschwindigkeit der
Antriebstrommel,
wobei die Steuereinheit zum Betreiben der Antriebstrommel in Beschleunigungsphasen,
die jeweils von einer Abbremsphase unmittelbar gefolgt werden, vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit dazu vorgesehen ist,
- die Antriebstrommel während der Beschleunigungs- und Abbremsphasen mit einer höheren
Umfangsgeschwindigkeit als die Kreuzspule zu betreiben,
- die Abbremsphasen in dem Zeitpunkt zu beenden, in dem die Umfangsgeschwindigkeit der
Antriebstrommel auf die der Kreuzspule gesunken ist,
- und die Antriebstrommel jeweils nach einer Abbremsphase in einer Gleichlaufphase zu
betreiben, in der die Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel und Kreuzspule
gleich sind.
[0013] Der Erfinder hat dabei erkannt, dass sich gegenüber der
EP 0 399 243 B1 eine ausreichende oder sogar verbesserte Bildstörung auch dann erreichen lässt, wenn
man die Abbremsphase der Antriebstrommel derart verkürzt, dass man sie ab dem Zeitpunkt,
in dem die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel auf die der Kreuzspule gesunken
ist, durch einen antriebslosen Freilauf ersetzt, ab diesem Zeitpunkt also die Abbremsphase
durch eine Gleichlaufphase ersetzt. Denn im Gegensatz zu der in der
EP 0 399 243 B1 vertretenen Ansicht, dass Gleichlaufphasen komplett zu vermeiden seien, hat der Erfinder
erkannt, dass Gleichlaufphasen begrenzter Länge durchaus akzeptabel sind.
[0014] Durch die erfindungsgemäß angeordneten Gleichlaufphasen wird aber gegenüber der
EP 0 399 243.B1 vermieden, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel unter die der Kreuzspule
sinkt, was einerseits den dazu nötigen Energieverbrauch zum dann eintretenden Abbremsen
der Kreuzspule einspart und andererseits auch den Energieverbrauch zum anschließend
in der Beschleunigungsphase wieder nötig werdenden Beschleunigen der Kreuzspule auf
ihre Umfangsgeschwindigkeit vor ihrer Bremsung vermeidet. Der Energieverbrauch des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist daher geringer als der des in der
EP 0 399 243 B1 vorgeschlagenen Verfahrens. Zudem wird, dadurch dass die Umfangsgeschwindigkeit der
Antriebstrommel nie unter die der Kreuzspule sinkt, weitgehend vermieden, dass der
Faden unter hoher Reibung zwischen Kreuzspule und Antriebstrommel hindurchgezogen
werden muss, was die Gefahr von Fadenbrüchen herabsetzt.
[0015] Bevorzugt kann man die erfindungsgemäßen Sequenzen aus Beschleunigungs-, Abbrems-
und Gleichlaufphasen unmittelbar aufeinander folgen lassen, also den gesamten Antrieb
aus diesen Phasen zusammensetzen. Das ist jedoch nicht zwingend, da alternativ diese
Phasen auch nur gelegentlich, z.B. bei den für die Bilder kritischen Durchmessern
der Kreuzspule, eingesetzt werden können, während ansonsten die Antriebstrommel z.B.
mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit betrieben werden kann. Auch dies kann in gewissen
Situationen noch akzeptable Bildstörungen ergeben. Entsprechend wie in der
EP 0 399 243 B1 können zusätzlich die Parameter der Phasen in Abhängigkeit vom aktuellen Durchmesser
der Kreuzspule variiert werden, also z.B. die Zeitdauern der einzelnen Phasen sowie
ihre Beschleunigungs- bzw. Abbremskräfte durchmesserabhängig gewählt werden.
[0016] Vorteilhafterweise können die Zeitdauern der Beschleunigungs- und Gleichlaufphasen
dadurch bestimmt werden, dass die Beschleunigungsphasen in dem Zeitpunkt beendet werden,
in dem die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel eine obere Grenzgeschwindigkeit
erreicht, und dass die Gleichlaufphasen in dem Zeitpunkt beendet werden, in dem die
Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel eine untere Grenzgeschwindigkeit erreicht.
Das hat den Vorteil, dass zu große Schwankungen der Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel
und damit derjenigen der Kreuzspule sicher vermieden werden können.
[0017] Besonders einfache Verhältnisse in den Beschleunigungs- und Abbremsphasen ergeben
sich bei Spezialisierung des Verfahrens darauf, dass die Antriebstrommel während der
Beschleunigungsphase durch ein konstantes Beschleunigungsdrehmoment beschleunigt wird,
dass die Antriebstrommel während der Abbremsphase durch ein konstantes Abbremsdrehmoment
abgebremst wird, und dass die Antriebstrommel während der Gleichlaufphase nicht mit
einem Drehmoment beaufschlagt wird.
[0018] Schließlich ergibt sich eine besonders einfache Benutzung des Verfahrens für das
Bedienpersonal dadurch, dass das Beschleunigungsdrehmoment derart bestimmt wird, dass
sich bei einem von einem Nutzer des Verfahrens vorgegebenen Verhältnis von Beschleunigungs-
zu Abbremsdrehmoment ein von dem Nutzer des Verfahrens vorgegebenes Bremsphasenverhältnis
(v
o - v
bg) / (v
o - v
u) ergibt, wobei v
o für die obere Grenzgeschwindigkeit, v
u für die untere Grenzgeschwindigkeit und v
bg für die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel beim Übergang von der Brems- in
die Gleichlaufphase stehen. Durch die Vorgabe des Bremsphasenverhältnisses lässt sich
direkt der Anteil der Bremsphase einstellen. Je kleiner das Bremsphasenverhältnis
ist, desto kürzer ist die Bremsphase und desto geringer der Energiebedarf des Verfahrens.
Bei einmal gewählten Grenzgeschwindigkeiten sollte das Bremsphasenverhältnis unter
Energieeinsparungsgesichtspunkten, also bei noch akzeptabler Bildstörung, so klein
wie möglich gewählt werden.
[0019] Die Bestimmung des Beschleunigungsdrehmomentes BD
ges zum vorgegebenen Bremsphasenverhältnis BPV
vorg kann dabei z.B. iterativ dadurch erfolgen, dass man von einem Standardbeschleunigungsdrehmoment
BD
St startet und das Bremsphasenverhältnis BPV
St bei BD
St misst. Ist BPV
St > BPV
vorg, so verringert man das Beschleunigungsdrehmoment um einen gewissen Betrag, welcher
der gewünschten Genauigkeit zur Drehmomentbestimmung entspricht. Dies iteriert man
so lange, bis man sich dem vorgegebenen Bremsphasenverhältnis BPV
vorg nicht weiter annähert. Bei BPV
St < BPV
vorg vergrößert man das Beschleunigungsdrehmoment in entsprechender Weise.
[0020] Zur Ausführung des Verfahrens benötigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung, die insbesondere
eine Spulstelle einer Spulmaschine oder einer Spinnmaschine und bei Letzterem insbesondere
einer Offenend-Spinnmaschine sein kann, hardwaremäßig nur die üblichen bekannten Komponenten,
während die Verfahrensanweisungen als Software in einer Steuereinheit der Vorrichtung
hinterlegt werden können. Im Falle einer Textilmaschine kann diese Steuereinheit dabei
separat an jeder derer Arbeitsstellen oder auch zentral an der Textilmaschine angebracht
werden und kann auch weitere von der Erfindung unabhängige Steuerungsaufgaben wahrnehmen.
[0021] Zur Bestimmung der Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel und Kreuzspule können
die bekannten und z.B. auch in
EP 0 399 243 B1 beschriebenen Winkelgeschwindigkeitssensoren im Zusammenhang mit ebenfalls bekannten
und in
EP 0 399 243 B1 beschriebenen Durchmesserbestimmungen der Kreuzspule (über durchschnittliches Verhältnis
der Winkelgeschwindigkeiten von Kreuzspule und Antriebstrommel, optisch durch Lichtquelle
und Fotozellenanordnung, Winkelstellung des Spulenrahmens) dienen. Wegen der höheren
Genauigkeit zu bevorzugen ist zur Bestimmung der Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzspule
jedoch eine direkte Messung der Fadengeschwindigkeit durch einen Sensor, der vom Faden
durchlaufen wird und z.B. auf dem Kreuzkorrelations- oder dem LDA-Prinzip beruht.
Dazu wird dann die Fadengeschwindigkeit über dem Fachmann wohlbekannte Zusammenhänge
in die Spulgeschwindigkeit umgerechnet.
[0022] Alle im Vorigen beschriebenen Ausgestaltungen und auch ihre Kombinationen gehören
zur vorliegenden Erfindung.
[0023] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
und einiger seiner Varianten näher erläutert.
[0024] Es zeigen
- Fig. 1
- in Vorderansicht eine vereinfachte Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
konkret einer erfindungsgemäß eingerichteten Spulstelle einer Spulmaschine;
- Fig. 2
- die Spulstelle aus Figur 1 in Seitenansicht;
- Fig. 3
- schematisch eine Sequenz aus Beschleunigungs-, Abbrems- und Gleichlaufphase;
- Fig. 4a und 4b
- zwei Messkurven des Energieverbrauchs beim erfindungsgemäßen Wickeln einer Kreuzspule;
wobei dieselben Bauteile in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen bezeichnet sind.
[0025] In den im Wesentlichen aus der
EP 0 399 243 B1 entnommenen und dort als Figuren 2 und 5 dargestellten Figuren 1 und 2 sind schematisch
in Vorder- und Seitenansicht vereinfacht eine erfindungsgemäß eingerichtete Spulstelle
1 einer Spulmaschine dargestellt.
[0026] An der Spulstelle 1 wird durch eine Antriebstrommel 2 mittels Friktion eine in einer
Spulenhalterung 9 gelagerte Kreuzspule 8 angetrieben. Dabei wird ein von einem Kops
28 abgezogener Faden 7 auf die Kreuzspule 8 aufgewunden. Dieser Faden 7 wird mittels
einer Kehrgewinderille 2" der Antriebstrommel 2 parallel zur Achse der Kreuzspule
8 verlegt. Dabei entsteht die gewünschte Kreuzbewicklung.
[0027] Die Antriebstrommel 2 ist über eine Trommelwelle 2' im Maschinengestell 3 der Spulmaschine
gelagert. Der Antrieb der Trommelwelle 2' erfolgt über durch einen Keilriemen 4" verbundene
Riemenscheiben 4 und 4', wobei die Riemenscheibe 4' von einem Elektromotor 6' angetrieben
wird. Statt einer Vermittlung über den Riemenantrieb 4, 4', 4" ist es aber auch möglich
und inzwischen weit verbreitet, dass ein Elektromotor 6' die Trommelwelle 2' direkt
antreibt. Dieser Elektromotor 6', der im 4-Quadrantenbetrieb steuerbar ist, wird über
einen Wechselrichter 16 angesteuert, der seine Steuerbefehle über eine Steuerleitung
15' von einer spulstelleneigenen Steuereinheit 14 erhält.
[0028] Die Informationen über die Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel 2 und Kreuzspule
8 erhält die Steuereinheit 14 von Sensoren 12, 10 und 31. Dazu messen die beispielsweise
als auf den Drehwinkel ansprechende Impulsgeber ausgeführten Sensoren 12 und 10 die
Winkelgeschwindigkeiten von Antriebstrommel 2 und Kreuzspule 8 und geben diese über
Leitungen 11 und 13 an die Steuereinheit 14 weiter, welche dann aus dem bekannten
Durchmesser der Antriebstrommel 2 sofort deren Umfangsgeschwindigkeit berechnen kann.
Der Sensor 31 misst die Winkelstellung eines Spulenrahmens 29, der die Spulenhalterung
9 trägt und seinerseits in einer Spulenrahmenachse 30 gelagert ist. Sein Signal gibt
der Sensor 31, der z.B. als Drehwiderstand ausgeführt sein kann, über eine Leitung
32 an die Steuereinheit 14, welche aus der Winkelstellung des Spulenrahmens 29 den
Durchmesser der Kreuzspule 8 und mit der vom Sensor 10 übermittelten Winkelgeschwindigkeit
dann die Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzspule 8 berechnet.
[0029] Alternativ und wegen der höheren Genauigkeit bevorzugt kann die Umfangsgeschwindigkeit
der Kreuzspule 8 jedoch, wie bereits erwähnt, auch durch eine direkte Messung der
Fadengeschwindigkeit durch einen Sensor, der vom Faden durchlaufen wird und z.B. auf
dem Kreuzkorrelations- oder dem LDA-Prinzip beruht, bestimmt werden. Dazu wird dann
die Fadengeschwindigkeit über dem Fachmann wohlbekannte Zusammenhänge in die Umfangsgeschwindigkeit
der Kreuzspule 8 umgerechnet.
[0030] Bei einfacheren Maschinen, bei denen man den Sensoraufwand begrenzen will, ist es
jedoch auch möglich, auf die Messung der Fadengeschwindigkeit und auch auf die Messung
der Winkelstellung des Spulenrahmens 29 zu verzichten. Dazu schaltet man den Antrieb
der Antriebstrommel 2 zeitweise ab, was ohnehin Bestandteil vieler gängiger Bildstörverfahren
ist. Sofern diese Abschaltung lange genug andauert, wird die Kreuzspule 8 wegen ihres
Reibschlusses zur Antriebstrommel 2 schließlich dieselbe Umfangsgeschwindigkeit wie
die Antriebstrommel 2 annehmen, also in einen schlupffreien Betrieb übergehen.
[0031] In diesem schlupffreien Betrieb kann sodann der augenblickliche Durchmesser der Kreuzspule
8 aus den Winkelgeschwindigkeiten von Antriebstrommel 2 und Kreuzspule 8 sowie dem
bekannten Durchmesser der Antriebstrommel 2 ermittelt werden. In der einfachsten Variante
kann man dann diesen Durchmesser als konstant bis zur nächsten Durchmesserbestimmung
in der nächsten schlupffreien Phase ansehen und die Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzspule
8 mit diesem Durchmesser aus ihrer Winkelgeschwindigkeit berechnen. In genaueren Varianten
lässt sich die Durchmesserzunahme jedoch auch über die bekannte Winkelgeschwindigkeit
der Kreuzspule 8 über die Zeit berechnen, wenn man dazu noch die weiteren bekannten
Größen wie Fadendurchmesser und z.B. Changiergeschwindigkeit der Kreuzspulung benutzt.
[0032] Weiter gezeigt sind noch ein im Fadenverlauf des Fadens 7 angeordneter Fadenwächter
26, der über eine Leitung 27 ebenfalls mit der Steuereinheit 14 verbunden ist. Zeigt
dieser Fadenwächter 26 das Fehlen des Fadens 7, das heißt, einen Fadenbruch, an, schaltet
die Steuereinheit 14 über die Steuerleitung 15' und den Wechselrichter 16 den Elektromotor
6' stromlos.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich z.B. unter ansonsten unveränderter Benutzung
bekannter Komponenten, wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt, durch eine Änderung
der in der Steuereinheit 14 ablaufenden Software realisieren. Diese Software sorgt
sodann für eine erfindungsgemäße zeitliche Sequenz von Beschleunigungs-, Abbrems-
und Gleichlaufphase, die auch als Bildstörzyklus BZ bezeichnet wird und die schematisch
in Figur 3 als Darstellung der Entwicklung der Umfangsgeschwindigkeiten v gegenüber
der Zeit t dargestellt ist.
[0034] Die Beschleunigungsphase BP startet hier aus einem im Wesentlichen Gleichlaufzustand,
also aus einem Zustand, in dem die Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2 und im Wesentlichen auch die Umfangsgeschwindigkeit v
Kr der Kreuzspule 8 gleich der unteren Grenzgeschwindigkeit v
u sind. Dann wird der Elektromotor 6' über den Wechselrichter 16 mit einem konstanten
positiven Strom, z.B. mit 1,76 A, bis zum Ende der Beschleunigungsphase BP beaufschlagt,
das dann erreicht wird, wenn die Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2 die obere Grenzgeschwindigkeit v
o erreicht. Aufgrund ihrer Massenträgheit und der begrenzten Reibkopplung der Kreuzspule
8 zur Antriebstrommel 2 kann in der Beschleunigungsphase BP die Kreuzspule 8 der Antriebstrommel
2 nur verzögert folgen, die Umfangsgeschwindigkeit v
Kr der Kreuzspule 8 liegt also immer unter der Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2. Mit anderen Worten, zwischen diesen beiden Geschwindigkeiten
baut sich ein Schlupf S auf.
[0035] Sobald die Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2 die obere Grenzgeschwindigkeit v
o erreicht, geht die Beschleunigungsphase BP in die Abbremsphase AP über. Jetzt wird
der Elektromotor 6' über den Wechselrichter 16 mit einem konstanten negativen Strom,
z.B. mit -0,64 A, bis zum Ende der Abbremsphase AP beaufschlagt, das dann erreicht
wird, wenn die Umfangsgeschwindigkeiten v
Tr der Antriebstrommel 2 und v
Kr der Kreuzspule 8 den gleichen Wert annehmen, der in Figur 3 als v
bg bezeichnet ist. Während der Abbremsphase AP wächst die Umfangsgeschwindigkeit v
Kr der Kreuztrommel 8 also weiter an, allerdings mit zunehmend geringer werdender Rate,
während die Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2 durch die Bremsung abnimmt. Sobald die beiden Umfangsgeschwindigkeiten
v
Tr und v
Kr gleich werden: v
Tr = v
Kr = v
bg, beendet die Steuereinheit 14 die Abbremsphase AP und leitet die Gleichlaufphase
GP ein, indem sie den Motor 6' stromlos schaltet.
[0036] In der folgenden Gleichlaufphase GP werden Antriebstrommel 2 und Kreuzspule 8 durch
ihre Massenträgheit langsamer, wobei der Reibschluss zwischen ihnen dafür sorgt, dass
ihre Umfangsgeschwindigkeiten v
TR und v
Kr im Wesentlichen gleich bleiben. Die Steuereinheit 14 beendet die Gleichlaufphase
GP, sobald die Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2, und damit auch im Wesentlichen die Umfangsgeschwindigkeit
v
Kr der Kreuzspule 8, die untere Grenzgeschwindigkeit v
u erreicht.
[0037] Danach wird dann bevorzugt sofort der nächste aus Beschleunigungsphase BP, Abbremsphase
AP und Gleichlaufphase GP bestehende Bildstörzyklus BZ gestartet, die Bildstörzyklen
BZ werden also bevorzugt unmittelbar hintereinander periodisch wiederholt. Alternativ
kann man jedoch zwischen die Bildstörzyklen BZ auch Phasen konstanten Umfangsgeschwindigkeit
v
Tr der Antriebstrommel 2 einfügen, indem man den Motor 6' mit einem entsprechend unter
dem Beschleunigungsphasenstrom liegenden Strom beaufschlagt. Hier kann es dann sinnvoll
sein, die Gleichlaufphase bereits dann zu beenden, wenn die Umfangsgeschwindigkeit
v
Tr der Antriebstrommel 2 die Mittelgeschwindigkeit v
M = (v
o + v
u) / 2 erreicht, um sodann die Umfangsgeschwindigkeit v
Tr der Antriebstrommel 2 auf der Mittengeschwindigkeit v
M für eine gewisse Zeit konstant zu halten: v
Tr = v
M. Sobald jedoch der Durchmesser der Kreuzspule 8 in einen durch Entstehung von Bildern
gefährdeten Bereich gerät, sollten die erfindungsgemäßen Bildstörzyklen BZ wieder
benutzt werden.
[0038] Für das Bedienpersonal der Spulmaschine bietet es sich an, das Verfahren durch Vorgabe
der Mittengeschwindigkeit v
M sowie der Geschwindigkeitshysterese Δv = v
o - v
u zu steuern; denn die Mittengeschwindigkeit v
M wird nur gering über der bei der Bewicklung der Kreuzspule 8 erreichten mittleren
Spulgeschwindigkeit, also der mittleren Umfangsgeschwindigkeit <v
Kr> der Antriebstrommel 2, liegen, die als Produktivitätsparameter für den Bediener
von primärer Bedeutung ist. Weiter lässt sich die Geschwindigkeitshysterese Δv recht
intuitiv als Prozentsatz der Mittengeschwindigkeit v
M angeben, wobei dieser Prozentsatz nicht zu hoch gewählt werden darf, da die obere
Grenzgeschwindigkeit v
o hauptsächlich durch Fadenbrüche begrenzt ist, während die Mittengeschwindigkeit wegen
der angestrebten hohen Produktivität möglichst hoch sein sollte. Typische Werte sind:
v
M = 1.200 m/min; Δv = 9% · v
M = 108 m/min, und damit v
u = 1.146 m/min und v
o = 1.254 m/min.
[0039] Wird, wie in einer bevorzugten Ausführungsform das Verhältnis von Beschleunigungszu
Abbremsdrehmoment, in der Ausführungsform der Figuren 1 und 2 also das Verhältnis
von Beschleunigungs- zu Abbremsstrom, konstant gehalten, so lässt sich die Länge der
Abbremsphase vom Bedienpersonal durch Angabe des Bremsphasenverhältnisses BPV = (v
o - v
bg) / (v
o - v
u) angeben. Typische Werte für BPV sind 15% und 10%.
[0040] Der Einfluss des Bremsphasenverhältnisses BPV auf den Energieverbrauch beim Bewickeln
einer Kreuzspule wurde experimentell untersucht und ist beispielhaft in den Figuren
4a und 4b dargestellt, wo der Energieverbrauch in Ws/km gespulter Fadenlänge über
dem Durchmesser der Kreuzspule in mm aufgetragen ist. Am Anfang der Spulenreise, also
bei kleinen Kreuzspulendurchmessem, ist dieser Energieverbrauch sehr groß, nimmt dann
aber schnell in Richtung eines Sättigungswertes etwa in hyperbolischer Form ab. Die
Ausreißer einzelner Messpunkte aus dem allgemeinen Kurvenverlauf gehen auf Fadenbrüche
zurück und haben keine Bedeutung für den grundsätzlichen Energieverbrauch.
[0041] Den beiden Messkurven liegen bis auf das Bremsphasenverhältnis BPV die gleichen Bedingungen
zugrunde: v
M = 1.200 m/min; Δv = 9% · v
M = 108 m/min, und damit v
u = 1.146 m/min und v
o = 1.254 m/min. Dabei wurde eine moderne, leichte und kugelgelagerte Antriebstrommel
verwendet. Für die Messkurve in Fig. 4a wurde sodann ein Bremsphasenverhältnisses
BPV von BPV = 15% verwendet, entsprechend einer Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel
am Ende der Bremsphase von v
Tr = v
bg v
0 - BPV · Δv = (1.254 - 15% · 108) m/min = 1.237,80 m/min, während für die Messkurve
in Fig. 4b ein BPV von BPV = 10% verwendet wurde, entsprechend v
bg = (1.254 - 10% · 108) m/min = 1.243,20 m/min.
[0042] Wie bereits erwähnt, führt ein kleineres Bremsphasenverhältnis zu einer Verkürzung
der Bremsphase. Dies erklärt sich dadurch, dass das dann verwendete geringere Beschleunigungsdrehmoment
während der Beschleunigungsphase zu einem geringeren Schlupf zwischen Antriebstrommel
und Kreuzspule führt, deren Umfangsgeschwindigkeiten sich am Ende der Beschleunigungsphase
somit nur um einen geringeren Betrag unterscheiden. In der anschließenden Abbremsphase
muss also nur ein geringerer Geschwindigkeitsunterschied abgebremst werden, was selbst
bei entsprechend proportional verringertem Abbremsdrehmoment zu einer Verkürzung der
Abbremsphase führt.
[0043] Eine kürzere Abbremsphase und eine dadurch entsprechend verlängerte Gleichlaufphase
kostet jedoch weniger Energie. Dazu kommt noch der verringerte Schlupf während der
Beschleunigungsphase, der ebenfalls Energie einspart, da größerer Schlupf zu mehr
Reibung und damit Energieverbrauch führt.
[0044] Dies manifestiert sich in den zu den Figuren 4a und 4b gehörenden Messdaten der gewickelten
Kreuzspulen und der dazu benötigten Energien:
| |
BPV = 15% (Fig. 4a) |
BPV = 10% (Fig. 4b) |
| Aufgespulte Fadenlänge [m] |
82192 |
95293 |
| Dauer des Spulvorgangs [s] |
4187 |
4851 |
| Mittlere Geschwindigkeit <vKr> [m/min] |
1177,64 |
1178,43 |
| Energieverbrauch [Wh] |
77,4 |
84,4 |
| Durchschnittlicher Energieverbrauch über Spulenreise [Ws/km] |
3390 |
3187 |
[0045] Damit ist deutlich, dass bei fast identischer mittlerer Spulgeschwindigkeit von <v
Kr> ≈ 1.178 m/min der Energieverbrauch bei einem Bremsphasenverhältnis von BPV = 10%
gegenüber einem Bremsphasenverhältnis von BPV = 15% deutlich um 6% zurückgeht.
[0046] Wenngleich vorstehend das erfindungsgemäße Bildstörverfahren und seine zugehörige
Vorrichtung an Hand ausgewählter Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, sind für
den Fachmann sowohl weitere Varianten als auch Kombinationen der beschriebenen speziellen
Ausführungsformen denkbar. So müssen z.B. Beschleunigungs- und Abbremsdrehmomente
nicht in einem konstanten Verhältnis variiert werden, sondern können auch getrennt
voneinander optimiert werden.
[0047] Weiter soll der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen werden, dass der unbestimmte
Artikel nicht ausschließt, dass mit ihm bezeichnete Bauteile nicht auch mehrfach vorhanden
sein können. Genauso bedeutet die Beschreibung eines bestimmten Bauteils nicht notwendigerweise,
dass seine Funktionen nicht auch auf mehrere alternative Bauteile verteilt werden
könnten, oder die Funktionen mehrerer beschriebener Bauteile nicht in einem einzigen
zusammengefasst werden könnten.
1. Verfahren zum Vermeiden von Bildwicklungen beim Wickeln einer Kreuzspule (8), die
durch eine mit Kehrgewinderillen (2") für die Fadenführung versehene Antriebstrommel
(2) angetrieben wird, wobei die Antriebstrommel (2) Beschleunigungsphasen (BP) aufweist,
die jeweils von einer Abbremsphase (AP) unmittelbar gefolgt werden,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Antriebstrommel (2) während der Beschleunigungs- (BP) und Abbremsphasen (AP)
eine höhere Umfangsgeschwindigkeit aufweist als die Kreuzspule (8),
- dass die Abbremsphasen (AP) in dem Zeitpunkt beendet werden, in dem die Umfangsgeschwindigkeit
der Antriebstrommel (2) auf die der Kreuzspule (8) gesunken ist,
- und dass die Abbremsphasen (AP) jeweils von einer Gleichlaufphase (GP) gefolgt werden, in
der die Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel (2) und Kreuzspule (8) gleich
sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sequenzen aus Beschleunigungs- (BP), Abbrems- (AP) und Gleichlaufphasen (GP)
sich unmittelbar aneinander anschließen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Beschleunigungsphasen (BP) in dem Zeitpunkt beendet werden, in dem die Umfangsgeschwindigkeit
der Antriebstrommel (2) eine obere Grenzgeschwindigkeit (vo) erreicht,
- und dass die Gleichlaufphasen (GP) in dem Zeitpunkt beendet werden, in dem die Umfangsgeschwindigkeit
der Antriebstrommel (2) eine untere Grenzgeschwindigkeit (vu) erreicht.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Antriebstrommel (2) während der.Beschleunigungsphase (BP) durch ein konstantes
Beschleunigungsdrehmoment beschleunigt wird,
- dass die Antriebstrommel (2) während der Abbremsphase (AP) durch ein konstantes Abbremsdrehmoment
abgebremst wird,
- und dass die Antriebstrommel (2) während der Gleichlaufphase (GP) nicht mit einem Drehmoment
beaufschlagt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschleunigungsdrehmoment derart bestimmt wird, dass sich bei einem von einem
Nutzer des Verfahrens vorgegebenen Verhältnis von Beschleunigungs- zu Abbremsdrehmoment
ein von dem Nutzer des Verfahrens vorgegebenes Bremsphasenverhältnis (vo - vbg) / (vo - vu) ergibt, wobei vo für die obere Grenzgeschwindigkeit, vu für die untere Grenzgeschwindigkeit und vbg für die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel (2) beim Übergang von der Brems-
(BP) in die Gleichlaufphase (GP) stehen.
6. Vorrichtung zum Vermeiden von Bildwicklungen beim Wickeln einer Kreuzspule (8), umfassend
- eine mit Kehrgewinderillen (2") für die Fadenführung versehene Antriebstrommel (2)
zum Antrieb der Kreuzspule (8),
- einen oder mehrere Sensoren (12, 10, 31) zur Bereitstellung von Signalen zur Ermittlung
der Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel (2) und Kreuzspule (8), und
- eine mit dem einen oder den mehreren Sensoren (12, 10, 31) verbundene Steuereinheit
(14) zur Berechnung der Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel (2) und Kreuzspule
(8) aus den Signalen des einen oder der mehreren Sensoren (12, 10, 31) und zur Steuerung
der Umfangsgeschwindigkeit der Antriebstrommel (2), wobei die Steuereinheit (14) zum
Betreiben der Antriebstrommel (2) in Beschleunigungsphasen (BP), die jeweils von einer
Abbremsphase (AP) unmittelbar gefolgt werden, vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit (14) dazu vorgesehen ist,
- die Antriebstrommel (2) während der Beschleunigungs- (BP) und Abbremsphasen (AP)
mit einer höheren Umfangsgeschwindigkeit als die Kreuzspule (8) zu betreiben,
- die Abbremsphasen (AP) in dem Zeitpunkt zu beenden, in dem die Umfangsgeschwindigkeit
der Antriebstrommel (2) auf die der Kreuzspule (8) gesunken ist,
- und die Antriebstrommel (2) jeweils nach einer Abbremsphase (AP) in einer Gleichlaufphase
(GP) zu betreiben, in der die Umfangsgeschwindigkeiten von Antriebstrommel (2) und
Kreuzspule (8) gleich sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die einen oder mehreren Sensoren einen Sensor umfassen, der dazu vorgesehen ist,
von einem auf die Kreuzspule (8) aufzuwickelnden Faden (7) durchlaufen zu werden und
dabei die Geschwindigkeit des Fadens (7) zu messen,
- und dass die Steuereinheit (14) dazu vorgesehen ist, aus der von diesem Sensor erhaltenen
Geschwindigkeit des Fadens (7) die Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzspule (8) zu ermitteln.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Vorrichtung um eine Spulstelle (1) einer Spulmaschine oder einer
Spinnmaschine handelt.