[0001] Die Erfindung betrifft ein Baukastensystem einer Schließvorrichtung eines Gebäudes
zum Verschließen einer Gebäudeöffnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein
Verfahren zum Bereitstellen einer Schließvorrichtung eines Gebäudes zum Verschließen
einer Gebäudeöffnung.
[0002] Ein derartiges Baukastensystem umfasst einen Rahmen, der zumindest abschnittsweise
zur Begrenzung einer Gebäudeöffnung ausgebildet ist, und einen Schließflügel, der
einen Flügelkörper aufweist und verstellbar an dem Rahmen anzuordnen ist. Weitere
Bestandteile des Baukastensystems sind eine Mehrzahl von sich unterscheidenden elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten, die jeweils einen Gehäuseabschnitt aufweisen,
und mindestens ein Kabelstrang zum elektrischen Verbinden der elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten miteinander.
[0003] Eine solche Schließvorrichtung kann beispielsweise eine Gebäudetür oder ein Gebäudefenster
verwirklichen.
[0004] An Gebäudetüren oder Gebäudefenstern kommen heutzutage vermehrt elektrische und/oder
mechanische Funktionskomponenten zum Einsatz, die beispielsweise zum elektromotorischen
Verstellen des Schließflügels oder zum elektromotorischen Betätigen einer Verriegelungseinrichtung
dienen. Um hierbei beispielsweise eine elektromotorische Antriebsvorrichtung und eine
Steuerelektronik zum Steuern der Antriebsvorrichtung an der Schließvorrichtung anzuordnen,
sind an dem Rahmen oder an dem Schließflügel geeignete Aussparungen vorzusehen, die
beispielsweise in den (bereits bestehenden) Rahmen oder den Schließflügel eingefräst
oder bei Herstellung des Rahmens oder des Schließflügels in den Rahmen oder den Schließflügel
eingeformt werden.
[0005] Ein Rahmen und ein Schließflügel werden hierbei herkömmlich in gesonderter Weise
angepasst, um die Schließvorrichtung mit den gewünschten elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten zu bestücken. Ein Nachrüsten einer bestehenden Schließvorrichtung
mit weiteren, ursprünglich nicht vorgesehenen Funktionskomponenten ist nicht ohne
weiteres möglich, weil beispielsweise nach Einbau der Schließvorrichtung das Anbringen
weiterer Fräsungen an dem Rahmen oder dem Schließflügel nur schwierig möglich oder
gar unmöglich ist.
[0006] Aus der
DE 20 2012 002 502 U1 ist eine Schließvorrichtung in Form eines Gebäudefensters bekannt, bei dem an einem
Schließflügel ein Betätigungsgestänge in Form eines Treibstangengetriebes zum Betätigen
einer Verriegelungseinrichtung sowie zum Unterstützen des Verkippens des Schließflügels
angeordnet ist.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Baukastensystem einer Schließvorrichtung
sowie ein Verfahren zum Bereitstellen einer Schließvorrichtung zu schaffen, die in
einfacher, kostengünstiger, variabler Weise eine Bestückung der Schließvorrichtung
mit unterschiedlichen elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten ermöglichen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Gegenstand mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Demnach ist an dem Flügelkörper des Schließflügels mindestens eine Aufnahmeeinrichtung
angeordnet mit einer Kammer, in die die elektrischen und/oder mechanische Funktionskomponenten
jeweils mit ihrem Gehäuseabschnitt einsetzbar sind, so dass der Schließflügel wahlweise
mit einer oder mehreren der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
bestückbar ist, wobei
- in einem Vormontagezustand die elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
getrennt von dem Schließflügel vorliegen und der mindestens eine Kabelstrang an dem
Schließflügel angeordnet ist und
- zur Endmontage der Schließflügel mit einer beliebigen Auswahl der elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten bestückbar ist, indem die elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten der Auswahl mit ihren Gehäuseabschnitten in die
Kammer der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung eingesetzt werden.
[0010] Die vorliegende Erfindung geht von dem Gedanken aus, an dem Schließflügel eine standardisierte
Aufnahmeeinrichtung beispielsweise in Form einer Nut oder einer sonstigen Aufnahmeöffnung
oder eines Aufnahmeraums bereitzustellen, in die die elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten des Baukastensystems eingesetzt werden können, um auf diese Weise
den Schließflügel mit einer gewünschten Kombination von elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten zu bestücken. Dies hat den Vorteil, dass der Schließflügel universell
hergestellt und in unterschiedlichen Ausbaustufen mit unterschiedlichen elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten bestückt werden kann.
[0011] So kann in einer ersten Ausbaustufe beispielsweise der Schließflügel mit einer Basisausstattung,
beispielsweise mit mechanischen Funktionskomponenten wie Bändern und Riegeln, ausgestattet
werden.
[0012] In einer zweiten Ausbaustufe, kann zusätzlich beispielsweise ein elektrisches Schloss
vorgesehen werden.
[0013] In einer dritten Ausbaustufe kann wiederum zusätzlich beispielsweise eine elektromotorische
Antriebsvorrichtung und eine Steuerelektronik vorgesehen werden.
[0014] In einer vierten Ausbaustufe schließlich können weitere Funktionskomponenten beispielsweise
für eine einfache, schlüssellose Betätigung mittels eines elektronischen Senders oder
eines Fingerscanners oder auch eine Funktionskomponente in Form einer Freisprechanlage
oder dergleichen verwendet werden.
[0015] Unabhängig davon, in welcher Weise der Schließflügel bestückt wird, ist die strukturelle
Bauform des Schließflügels identisch. Insbesondere sind an dem Schließflügel in jedem
Fall, unabhängig von der Bestückung, eine oder mehrere Aufnahmeeinrichtungen vorgesehen,
die sodann wahlweise mit den gewünschten Funktionskomponenten bestückt werden können.
[0016] Dadurch, dass universelle Aufnahmeeinrichtungen standardmäßig vorgesehen sind, ist
ein Nachrüsten der Schließvorrichtung ohne weiteres möglich. Hierzu muss lediglich
eine weitere Funktionskomponente in eine bereitstehende Aufnahmeeinrichtung eingesetzt
werden. Dies ist ohne weiteres auch bei bereits an einem Gebäude montierter Schließvorrichtung
möglich.
[0017] Der Schließflügel liegt in dem Vormontagezustand mit der darin angeordneten mindestens
einen Aufnahmeeinrichtung sowie dem mindestens einen Kabelstrang vor. In dem Vormontagezustand
ist der Schließflügel somit für die wahlweise Bestückung mit einer beliebigen Kombination
von elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten vorbereitet. Insbesondere
sind als solche Kabelstränge, die eventuell zur elektrischen Anbindung von Funktionskomponenten
erforderlich sind, bereits an dem Schließflügel angeordnet. In diesem Vormontagezustand
kann der Schließflügel beispielsweise von einem Hersteller ausgeliefert werden, um
sodann, nach Auslieferung, mit einer beliebigen Kombination von Funktionskomponenten
bestückt zu werden.
[0018] Denkbar und möglich ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass die Bestückung aufseiten
des Herstellers erfolgt. Der Hersteller stellt in diesem Fall den Schließflügel zunächst
in seinem Vormontagezustand her und hält den Schließflügel vor. Vor Auslieferung erfolgt
dann eine Bestückung mit einer gewünschten Kombination von elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten, abhängig vom Kundenwunsch.
[0019] Dadurch, dass ein universeller Schließflügel bereitgestellt wird, wird möglich, einen
baugleichen Schließflügel für ganz unterschiedlich ausgestattete Schließvorrichtungen
zu verwenden. Durch Bereitstellen des universellen Schließflügels mit der daran angeordneten
mindestens einen Aufnahmeeinrichtung, die mit unterschiedlichen elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten bestückt werden kann, wird ein modulares Baukastensystem
geschaffen, das eine beliebige Ausstattung der Schließvorrichtung mit unterschiedlichen
Funktionskomponenten ermöglicht.
[0020] Zumindest eine Untermenge der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
ist zur Endmontage an den mindestens einen Kabelstrang anschließbar und mit dem mindestens
einen Kabelstrang verbindbar. Insbesondere solche Funktionskomponenten, die im Betrieb
elektrisch versorgt werden müssen oder an einer elektronischen Datenkommunikation
teilnehmen, beispielsweise Steuerungssignale senden oder empfangen, können bei Ansetzen
an die mindestens eine Aufnahmeeinrichtung elektrisch an den Kabelstrang angebunden
werden, der universell an dem Schließflügel verlegt und vorgesehen ist. An der mindestens
einen Aufnahmeeinrichtung können hierzu beispielsweise vordefinierte Steckplätze vorgesehen
sein, in die Funktionskomponenten zur elektrischen Anbindung an den Kabelstrang eingesteckt
werden können, beispielsweise indem an den Steckplätzen geeignete Steckverbinder vorgesehen
sind, die mit zugeordneten Gegensteckverbinderteilen der Funktionskomponenten steckend
in Eingriff gebracht werden können.
[0021] In einem Endmontagezustand liegt der Schließflügel dann zusammen mit den daran angeordneten,
gewünschten elektrischen und/mechanischen Funktionskomponenten vor und kann an einem
Gebäude verbaut werden.
[0022] Grundsätzlich können ganz unterschiedliche elektrische und/oder mechanische Funktionskomponenten
Bestandteil des Baukastensystems sein. Aus der vordefinierten Gruppe von Funktionskomponenten,
die zum Baukastensystem gehören, kann ausgewählt werden, um den Schließbügel mit einer
gewünschten Kombination von Funktionskomponenten zu bestücken.
[0023] Beispielsweise können zwei oder mehr der folgenden Komponenten die elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten des Baukastensystems ausbilden:
- eine Steuerelektronik zur Steuerung mindestens einer anderen Funktionskomponente der
Schließvorrichtung,
- ein Kabelübergang zum Verlegen eines Kabels zwischen dem Schließflügel und dem Rahmen,
um eine elektrische Verbindung zwischen Funktionskomponenten aufseiten des Schließflügels
und anderen Funktionskomponenten aufseiten des Rahmend herzustellen,
- eine Antriebseinrichtung zum elektromotorischen Verstellen zumindest eines Verstellteils
der Schließvorrichtung, beispielsweise um den Schließflügel elektromotorisch zu bewegen
oder eine Verriegelungseinrichtung des Schließflügels elektromotorisch zu betätigen,
- ein Gelenkband zum gelenkigen Verbinden des Schließflügels mit dem Rahmen,
- ein Verbindungselement zum Verbinden zweier Teile des Schließflügels, beispielsweise
in Form eines Eckverbinders zum Verbinden zweier Profilelemente über Eck,
- eine Verriegelungseinrichtung mit einem entlang einer Seite des Schließflügels verstellbaren,
über einen Griff betätigbaren Betätigungsgestänge zum Verriegeln des Schließflügels
mit dem Rahmen in einer Schließstellung des Schließflügels, beispielsweise zum Bereitstellen
einer Mehrfachverriegelung über an dem Betätigungsgestänge angeordnete Schließzapfen,
- ein Schloss zum Verriegeln des Schließflügels mit dem Rahmen in der Schließstellung
des Schließflügels, beispielsweise in Form einer Drehfalle.
[0024] Diese Funktionskomponenten können zum Bestücken des Schließflügels bereitstehen,
so dass aus diesen Funktionskomponenten die ausgewählt werden können, mit denen der
Schließflügel bestückt werden soll. Eine Anpassung des Schließflügels für die Bestückung
mit einer bestimmte Kombination von Funktionskomponenten ist hierbei nicht erforderlich.
Die Bestückung kann in einfacher Weise durch Einsetzen einer oder mehrerer Funktionskomponenten
in die mindestens eine am Schließflügel vorgesehene Aufnahmeeinrichtung erfolgen.
[0025] Der Schließflügel wird - ganz unabhängig von seiner späteren Bestückung - mit der
daran angeordneten mindestens einen Aufnahmeeinrichtung bereitgestellt. Die mindestens
eine Aufnahmeeirichtung kann hierbei in dem Vormontagezustand beispielsweise durch
eine Abdeckung verschlossen sein, so dass die Aufnahmeeinrichtung in dem Vormontagezustand
von außen nicht ohne weiteres zugänglich ist und insbesondere nach außen hin auch
vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt ist. Zum Einsetzen einer Funktionskomponente
in die Aufnahmeeinrichtung wird sodann die Abdeckung entfernt und somit die Aufnahmeeinrichtung
freigegeben, so dass die Funktionskomponente in die Aufnahmeeinrichtung eingesetzt,
beispielsweise eingesteckt werden kann.
[0026] Die mindestens eine Aufnahmeeinrichtung ist zur Aufnahme einer Auswahl der elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten ausgestaltet. Die Funktionskomponenten
werden hierbei mit ihren Gehäuseabschnitten in die Aufnahmeeinrichtung eingesetzt
und vorzugsweise, in eingesetztem Zustand, formschlüssig in der Kammer der mindestens
einen Aufnahmeeinrichtung gehalten.
[0027] Die mindestens eine Aufnahmeeinrichtung kann beispielsweise als entlang einer Längserstreckungsrichtung
erstreckte Nut oder als entlang einer Längserstreckungsrichtung erstreckter Hohlraum
ausgebildet sein. Eine solche Nut kann sich beispielsweise an einer Seite des Schließflügels
erstrecken und ein Einsetzen einer Funktionskomponente entlang einer quer zur Längserstreckungsrichtung
gerichteten Ansetzrichtung ermöglicht. Ein Hohlraum kann grundsätzlich an beliebiger
Stelle an dem Schließflügel, also auch entfernt von einer Seite im Inneren des Schließflügels,
angeordnet sein. In einen solchen Hohlraum kann eine Funktionskomponente beispielsweise
entlang der Längserstreckungsrichtung eingeschoben werden.
[0028] Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung
als Nut oder als sonstiger Hohlraum sind die Form der Kammer der Aufnahmeeinrichtung
und die Form der Gehäuseabschnitte der Funktionskomponenten aufeinander abgestimmt
derart, dass ein formschlüssiges Einsetzen der Funktionskomponenten in die Kammer
möglich ist. Die Gehäuseabschnitte der unterschiedlichen Funktionskomponenten können
hierbei derart gleich ausgestaltet sein, dass sie im Querschnitt quer zur Längserstreckungsrichtung
zumindest entlang einer Raumrichtung die gleiche Abmessung aufweisen, beispielsweise
die gleiche Höhe und/oder die gleiche Breite.
[0029] Im Vormontagezustand ist der Schließflügel mit dem Kabelstrang bestückt, der somit
universell - unabhängig von der späteren Bestückung - an dem Schließflügel vorgesehen
ist. Der Kabelstrang kann grundsätzlich in beliebiger Weise an dem Schließflügel verlegt
sein. Konkret ist hierbei vorstellbar, dass ein Kabelkanal an der Kammer der mindestens
einen Aufnahmeeinrichtung vorgesehen ist, der sich entlang der Längserstreckungsrichtung
erstreckt und somit ein Verlegen des Kabels entlang der Längserstreckungsrichtung
in dem Kabelkanal ermöglicht. Der Kabelkanal kann beispielsweise über eine Öffnung
hin zur Kammer geöffnet sein, so dass ein einfaches Anschließen einer Funktionskomponente
an den Kabelstrang möglich ist.
[0030] In einer konkreten Ausgestaltung weist die Aufnahmeeinrichtung eine erste Kammer
zur Aufnahme eines ersten Gehäuseabschnitts der elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten und eine zweite Kammer zur Aufnahme eines zweiten Gehäuseabschnitts
der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten auf. Der erste Gehäuseabschnitt
kann hierbei formschlüssig in die erste Kammer eingesetzt werden, und/oder der zweite
Gehäuseabschnitt kann formschlüssig in die zweite Kammer eingesetzt werden. Beispielsweise
ist möglich, nur einen der Gehäuseabschnitte derart auszugestalten und der zugeordneten
Kammer anzupassen, dass ein Formschluss über diesen Gehäuseabschnitt hergestellt wird,
während der anderen Gehäuseabschnitt in der anderen Kammer angeordnet ist, dabei aber
nicht formschlüssig in der anderen Kammer gehalten wird. Auf diese Weise kann ein
Gehäuseabschnitt zum formschlüssigen Halt ausgestaltet sein, während der andere Gehäuseabschnitt
zum Einfassen von Bauteilen der Funktionskomponente, nicht aber zum Halten der Funktionskomponente
in der Aufnahmeeinrichtung dient.
[0031] In einer vorteilhaften Ausgestaltung können an der Aufnahmeeinrichtung ein oder mehrere
Steckverbinder zur Schaffung von Steckplätzen angeordnet sein. Die Steckverbinder
dienen zur elektrischen Kontaktierung von Funktionskomponenten und stellen eine Verbindung
einer Funktionskomponente mit dem Kabelstrang her, um eine elektrische Versorgung
und/oder eine Datenkommunikationsverbindung bereitzustellen.
[0032] Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zum Bereitstellen einer Schließvorrichtung
eines Gebäudes zum Verschließen einer Gebäudeöffnung gelöst. Die Schließvorrichtung
umfasst
- einen Rahmen, der zumindest abschnittsweise zur Begrenzung einer Gebäudeöffnung ausgebildet
ist,
- einen Schließflügel, der einen Flügelkörper aufweist und verstellbar an dem Rahmen
anzuordnen ist,
- eine Mehrzahl von sich unterscheidenden elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten,
die jeweils einen Gehäuseabschnitt aufweisen, und
- mindestens einen Kabelstrang zum elektrischen Verbinden der elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten.
[0033] Dabei ist vorgesehen, dass der Schließflügel mindestens eine an dem Flügelkörper
angeordnete Aufnahmeeinrichtung aufweist mit einer Kammer, in die die elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten jeweils mit ihrem Gehäuseabschnitt einsetzbar
sind, so dass der Schließflügel wahlweise mit einer oder mehreren der elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten bestückbar ist, wobei
- zur Vormontage der mindestens eine Kabelstrang an dem Schließflügel angeordnet wird
und der Schließflügel in einem Vormontagezustand mit der daran angeordneten mindestens
einen Aufnahmeeinrichtung, aber ohne daran angeordnete elektrische und/oder mechanische
Funktionskomponenten bereitgestellt wird und
- zur Endmontage der Schließflügel mit einer beliebigen Auswahl der elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten bestückt wird, indem die elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten der Auswahl mit ihren Gehäuseabschnitten in die Kammer der mindestens
einen Aufnahmeeinrichtung eingesetzt werden.
[0034] Die vorangehend für das Baukastensystem beschriebenen Vorteile und vorteilhaften
Ausgestaltungen finden analog auch auf das Verfahren Anwendung, so dass auf das vorangehend
Ausgeführte verwiesen werden soll.
[0035] Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke soll nachfolgend anhand der in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig.1
- eine schematische Ansicht einer Schließvorrichtung in Form einer Gebäudetür;
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht eines Schließflügels der Schließvorrichtung mit daran anzuordnenden
Funktionskomponenten;
- Fig. 3A
- eine schematische Ansicht eines Profilelements des Schließflügels;
- Fig. 3B
- eine Ansicht des Profils gemäß Fig. 3A, mit einer daran angeordneten Aufnahmeeinrichtung
in Form einer Nut;
- Fig. 4A
- eine schematische Ansicht einer Funktionskomponente in Form einer Steuerelektronik;
- Fig. 4B
- eine schematische Ansicht einer Funktionskomponente in Form eines Kabelübergangs;
- Fig. 4C
- eine schematische Ansicht einer Funktionskomponente in Form eines Gelenkbands;
- Fig. 4D
- eine schematische Ansicht einer Funktionskomponente in Form eines anderen Gelenkbands;
- Fig. 4E
- eine schematische Ansicht einer Funktionskomponente in Form eines Eckverbinders;
- Fig. 4F
- eine Schnittansicht des Eckverbinders gemäß Fig. 4E entlang der Linie I-I gemäß Fig.
4E;
- Fig. 5A
- eine Ansicht eines anderen Schließflügels mit daran angeordneten Aufnahmeeinrichtungen;
- Fig. 5B
- eine Schnittansicht entlang der Linie I-I gemäß Fig. 5A;
- Fig. 6
- eine Ansicht eines Profilelements mit einer darin angeordneten Aufnahmeeinrichtung;
- Fig.7A-7D
- Ansichten des Profilelements gemäß Fig. 6 mit eingesetzten Funktionskomponenten; und
- Fig.8
- eine andere Ansicht eines Schließflügels mit daran angesetzten Funktionskomponenten.
[0036] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Ansicht eine Schließvorrichtung 1 in Form einer
Gebäudetür. Die Schließvorrichtung 1 umfasst einen an einer Wandung des Gebäudes anzuordnenden
Rahmen 3, an dem ein Schließflügel 2 verstellbar angeordnet ist, so dass eine durch
den Rahmen 3 begrenzte Gebäudeöffnung durch Öffnen des Schließflügels 2 freigegeben
und durch Schließen des Schließflügels 2 verschlossen werden kann.
[0037] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Schließflügel 2 über Scharniere
25 gelenkig und schwenkbar mit dem Rahmen 3 verbunden. Denkbar und möglich ist aber
auch, dass der Schließflügel 2 verschiebbar über eine geeignete Führung an dem Rahmen
3 angeordnet ist.
[0038] Wie schematisch in Fig. 2 dargestellt, soll der Schließflügel 2 der Schließvorrichtung
1 wahlweise mit unterschiedlichen Funktionskomponenten 5 bestückt werden können. Beispielsweise
können Funktionskomponenten in Form einer Steuerelektronik 50, eines Kabelübergangs
51, eines Gelenkbands 52, eines Eckverbinders 53, einer Verriegelungseinrichtung 54
oder einer Dichtung 57 an dem Schließflügel 2 anzuordnen sein. Die Steuerelektronik
50 dient beispielsweise zum Steuern von anderen Funktionskomponenten, beispielsweise
einer elektromotorischen Antriebsvorrichtung oder der Verriegelungseinrichtung 54.
Über den Kabelübergang 51 kann, mittels eines Kabels 512, eine elektrische Verbindung
von Funktionskomponenten an dem Schließflügel 2 mit anderen Funktionskomponenten an
dem Rahmen 3 bereitgestellt werden. Über das Gelenkband 52 kann ein Scharnier zum
gelenkigen Lagern des Schließflügels 2 bereitgestellt werden. Über den Eckverbinder
53 können einzelne Profilelemente des Schließflügels 2 miteinander verbunden werden.
Die Verriegelungseinrichtung 54 weist ein Betätigungsgestänge 541 mit daran angeordneten
Verriegelungszapfen 542 auf und dient dazu, eine Verriegelung zwischen dem Schließflügel
2 mit dem Rahmen 3 an mehreren Stellen umfänglich des Schließflügels 2 bereitzustellen.
Und über die Dichtung 57 kann beispielsweise eine Abdichtung an einer unteren Seite
21 des Schließflügels 2 bereitgestellt werden.
[0039] Der Schließflügel 2 weist einen Flügelkörper 20 auf, der aus unterschiedlichen Profilelementen
zusammengesetzt oder auch einstückig aus einem geeigneten Plattenelement hergestellt
sein kann. Der Flügelkörper kann aus Metall, beispielsweise Aluminium, oder auch Holz
oder Kunststoff hergestellt sein.
[0040] Zur Aufnahme der unterschiedlichen Funktionskomponenten 5 sind an dem Flügelkörper
20 an unterschiedlichen, stirnseitig nach außen weisenden Seiten 21-24 des Flügelkörpers
mehrere Aufnahmeeinrichtungen 200 in Form von längserstreckten Nuten vorgesehen. Jede
Aufnahmeeinrichtung 200 erstreckt sich hierbei an einer zugeordneten Seite 21-24 des
Schließflügels 2 entlang einer zugeordneten Längsrichtung L und ist nach außen hin
geöffnet, so dass eine oder mehrere Funktionskomponenten 5 in eine Ansetzrichtung
A in eine zugeordnete Aufnahmeeinrichtung 200 eingesetzt werden können.
[0041] Fig. 3A zeigt einen Querschnitt eines Profils des Flügelkörpers 20 ohne darin eingeformte
Aufnahmeeinrichtung 200, während Fig. 3B das Profil des Flügelkörpers 20 mit darin
eingeformter Aufnahmerichtung 200 darstellt.
[0042] Wie aus Fig. 2 in Zusammenschau mit Fig. 4A-4F ersichtlich, umfasst jede Funktionskomponente
5 einen Gehäuseabschnitt 500-540, dessen Formgebung im Querschnitt quer zur Längserstreckungsrichtung
L der Formgebung einer durch die Aufnahmeeinrichtung 200 gebildeten Kammer 206 angepasst
ist. Mit dem Gehäuseabschnitt 500-540 ist eine Funktionskomponente 5 somit in die
Kammer 206 einsetzbar und ist in eingesetztem Zustand formschlüssig in der Kammer
206 aufgenommen.
[0043] Die Gehäuseabschnitte 500-540 der unterschiedlichen Funktionskomponenten 5 sind derart
gleich ausgestaltet, dass die unterschiedlichen Funktionskomponenten 5 jeweils in
die Kammer 206 einer Aufnahmeeinrichtung 200 eingesetzt werden können. Insbesondere
sind die Gehäuseabschnitte 500-540 in ihrer Breite B entlang einer ersten Raumrichtung
X und/oder in ihrer Höhe H und entlang einer zweiten Raumrichtung Y gleich.
[0044] In eingesetztem Zustand kommen die Funktionskomponenten 5 jeweils mit Flanschabschnitten
501-531 (siehe Fig. 4A-4F) mit Stirnflächen 203 an einer Seite 21-24 des Flügelkörpers
20 (siehe Fig. 3B) in Anlage und können über die Flanschabschnitte 501-531 an dem
Flügelkörper 20 festgelegt, beispielsweise mit dem Flügelköroper 20 verschraubt oder
vernietet werden.
[0045] Wie aus Fig. 3B in Zusammenschau mit Fig. 2 ersichtlich, ist an dem Schließflügel
2 zudem ein Kabelstrang 6 verlegt, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel in
einen Kabelkanal 201 eingelegt ist. Der Kabelkanal 201 erstreckt sich längs entlang
der Aufnahmeeinrichtungen 200 parallel zu deren Kammern 206. Über eine Öffnung 202
ist der Kabelkanal 201 hin zu der Kammer 206 geöffnet, so dass eine elektrische Verbindung
zwischen dem Kabelstrang 6 und einer in die Kammer 206 eingesteckten Funktionskomponente
5 hergestellt werden kann.
[0046] Wie weiter aus Fig. 3B ersichtlich, können die Aufnahmeeinrichtungen 200 in einem
Vormontagezustand durch eine Abdeckung 209 nach außen hin verschlossen sein. Zum Ansetzen
einer Funktionskomponente 5 ist die Abdeckung 209 zu entfernen, so dass die Aufnahmeeinrichtung
200 von außen (in Richtung der Ansetzrichtung A) zugänglich ist.
[0047] Fig. 4A-4F zeigen unterschiedliche Beispiele von Funktionskomponenten 5.
[0048] So stellt Fig. 4A schematisch eine Steuerelektronik 50 dar, die zur Steuerung von
anderen Funktionskomponenten dienen und beispielsweise Steuersignale zum Steuern generieren
kann. Die Steuerelektronik 50 ist in eingesetztem Zustand mit dem Kabelstrang 6 verbunden
und steht über den Kabelstrang 6 in Kommunikationsverbindung mit anderen Funktionskomponenten.
[0049] Fig. 4B zeigt einen Kabelübergang 51, der mittels eines Kabels 512 eine elektrische
Verbindung zwischen Funktionskomponenten des Schließflügels 2 und anderen Funktionskomponenten
außerhalb des Schließflügels 2, beispielsweise einer externen Stromversorgung oder
dergleichen, bereitstellt.
[0050] Fig. 4C zeigt schematisch ein Gelenkband 52, das einen Gelenkpunkt 522 zum gelenkigen
Lagern des Schließflügels 2 an dem Rahmen 3 aufweist.
[0051] Fig. 4D zeigt eine schematische Ansicht eines anderen Gelenkbands 52, bei dem ein
Gelenkpunkt 522 an einem außerhalb des Gehäuseabschnitts 520 gelegenen Bandabschnitt
523 angeordnet ist.
[0052] Fig. 4E und 4F zeigen schematische Ansichten eines Eckverbinders 53, der zum Verbinden
von Profilelementen des Flügelkörpers 20 über Eck dient.
[0053] Die Aufnahmeeinrichtungen 200 bei der hier beschriebenen Schließvorrichtung 1 sind
universell vorgesehen, unabhängig davon, in welcher Weise der Schließflügel 2 später
mit Funktionskomponenten 5 bestückt wird. Durch das Bereitstellen von einheitlichen
Aufnahmeeinrichtungen 200 kann der Schließflügel 2 mit einer beliebigen Kombination
von Funktionskomponenten 5 bestückt werden, die in einfacher Weise an die Aufnahmeeinrichtungen
200 angesetzt werden können.
[0054] Zur elektrischen Anbindung an den Kabelstrang 6 können an den Aufnahmeeinrichtungen
200 vordefinierte Steckplätze mit Steckverbindern vorgesehen sein, die bei Einstecken
einer Funktionskomponente in steckender Weise eine elektrische Verbindung zwischen
der Funktionskomponente und dem Kabelstrang 6 herstellen.
[0055] Fig. 5A und 5B zeigen schematische Ansichten eines anderen Ausführungsbeispiels eines
Schließflügels 2 mit einem Flügelkörper 20, der beispielsweis einstückig als Plattenelement
hergestellt sein kann. In dem Flügelkörper 20 sind an Seiten 21-24 Aufnahmeeinrichtungen
200 zur Aufnahme von unterschiedlichen Funktionskomponenten 5 angeordnet, wie dies
vorangehend beschrieben worden ist.
[0056] Fig. 6 zeigt eine schematische Querschnittsansicht eines anderen Ausführungsbeispiels
eines Profils eines Flügelkörpers 20 mit einer darin angeordneten Aufnahmeeinrichtung
200. Die Aufnahmeeinrichtung 200 weist bei diesem Ausführungsbeispiel zwei Kammern
206, 207 auf, die über Stege 204 funktional voneinander getrennt sind. Die Stege 204
weisen zwischen sich eine Öffnung 205 auf, so dass die Kammern 206, 207 zueinander
geöffnet sind.
[0057] Wie in Fig. 7A-7D dargestellt, können unterschiedliche Funktionskomponenten 5 in
die Aufnahmeeinrichtung 200 eingesetzt werden, indem ein Gehäuseabschnitt 500, 530,
550 formschlüssig in die Kammer 207 eingesetzt wird und ein anderer Gehäuseabschnitt
503, 533, 553 in die andere Kammer hineinragt. Fig. 7A zeigt beispielhaft eine Steuerelektronik,
Fig. 7B einen Eckverbinder, Fig. 7C ein Türschloss und Fig. 7D ein Gelenkband.
[0058] Wie in Fig. 7A und 7B dargestellt, kann zusätzlich zu dem formschlüssigen Einliegen
des Gehäuseabschnitts 500, 530 in der Kammer 207 an einer Befestigungsstelle 502,
532 eine Befestigung der Funktionskomponente 50, 53 an dem Flügelkörper 20 erfolgen,
beispielsweise mittels einer Schraub- oder Nietverbindung. Während bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 7A die Befestigungsstelle 502 an der Kammer 207 angeordnet ist, ist bei
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7B die Befestigungsstelle 532 an der Kammer 206
angeordnet und bewirkt eine Befestigung des in dieser Kammer 206 einliegenden Gehäuseabschnitts
533.
[0059] Wie in Fig. 7C für die Funktionskomponente in Form des Türschlosses 55 dargestellt,
kann zusätzlich - bedarfsabhängig - in das Profil des Flügelkörpers 20 eine zusätzliche
Öffnung 208 beispielsweise durch Fräsen eingebracht werden, die in diesem Fall die
Kammer 207 nach außen hin öffnet. Durch die Öffnung 208 kann beispielsweise ein Riegelelement
554 des Türschlosses 55 nach außen hin ragen.
[0060] Wie weiter in Fig. 7C dargestellt, können innerhalb der Kammern 206, 207 - bei dem
dargestellten Ausführungsbeispiel in Kammer 207 - ein oder mehrere Kabelstränge 6
verlegt sein, so dass die Kammern 206, 207 gleichzeitig auch zur Aufnahme und zum
Verlegen eines oder mehrerer Kabelstränge 6 dienen.
[0061] Bei dem Gelenkband 52 gemäß Fig. 7D ist innerhalb der Kammer 207 eine Befestigungsplatte
524 angeordnet, die über Befestigungsstellen 526 mit einer außerhalb der Aufnahme
200 angeordneten Befestigungsplatte 525 verbunden ist. An die Befestigungsplatte 525
kann ein Bandabschnitt 523 anschließen, an dem ein Gelenkpunkt 522 angeordnet ist.
[0062] Fig. 8 zeigt eine schematische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines
Schließflügels 2 in einem Endmontagezustand mit daran angesetzten Funktionskomponenten
5. Beispielsweise können Gelenkbänder 53, eine Steuerelektronik 50, eine Antriebsvorrichtung
56 und eine Verriegelungseinrichtung 54 an die Aufnahmeeinrichtungen 200 des Flügelkörpers
20 des Schließflügels 2 angesetzt sein. Über einen Kabelstrang 6 kann eine elektrische
Verbindung zwischen den Funktionskomponenten 50, 55, 56 - falls erforderlich - hergestellt
sein.
[0063] Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke ist nicht auf die vorangehend geschilderten
Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern lässt sich in gänzlich anders gearteter Weise
auch bei anderen Ausführungsformen verwirklichen.
[0064] Insbesondere kann ein Baukastensystem der hier beschrieben Art nicht nur bei einer
Gebäudetür, sondern auch bei einem Gebäudefenster oder einer anderen Schließvorrichtung,
beispielsweise einer Klappeneinrichtung, eines Gebäudes, zum Einsatz kommen.
[0065] Grundsätzlich können zudem andere Funktionskomponenten als die hier beschriebenen
verwendet werden, beispielsweise optische Anzeigeeinrichtungen, Funktionskomponenten
für die Zugriffssteuerung oder dergleichen.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 1
- Schließvorrichtung (Gebäudetür)
- 2
- Schließflügel (Schwenkflügel)
- 20
- Flügelkörper
- 200
- Aufnahmeeinrichtung
- 201
- Kabelkanal
- 202
- Öffnung
- 203
- Stirnfläche
- 204
- Steg
- 205
- Öffnung
- 206,207
- Kammer
- 208
- Öffnung
- 209
- Abdeckung
- 21-24
- Seite
- 25
- Scharniere
- 3
- Rahmen
- 4
- Griff
- 5
- Funktionskomponenten
- 50
- Elektronik
- 500
- Gehäuseabschnitt
- 501
- Flanschabschnitt
- 502
- Befestigungsstelle
- 503
- Gehäuseabschnitt
- 51
- Kabelübergang
- 510
- Gehäuseabschnitt
- 511
- Flanschabschnitt
- 512
- Kabel
- 52
- Gelenkband
- 520
- Gehäuseabschnitt
- 521
- Flanschabschnitt
- 522
- Gelenkpunkt
- 523
- Bandabschnitt
- 524, 525
- Befestigungsplatte
- 526
- Befestigungsstelle
- 53
- Verbindungselement (Eckverbinder)
- 530
- Gehäuseabschnitt
- 531
- Flanschabschnitt
- 532
- Befestigungsstelle
- 533
- Gehäuseabschnitt
- 54
- Verriegelungseinrichtung
- 540
- Gehäuseabschnitt
- 55
- Schloss
- 550
- Gehäuseabschnitt
- 553
- Gehäuseabschnitt
- 554
- Riegel
- 56
- Antriebseinrichtung
- 57
- Dichtung
- 6
- Kabelstrang
- A
- Ansetzrichtung
- B
- Breite
- H
- Höhe
- L
- Längserstreckungsrichtung
- X, Y
- Raumrichtung
1. Baukastensystem einer Schließvorrichtung eines Gebäudes zum Verschließen einer Gebäudeöffnung,
mit
- einem Rahmen, der zumindest abschnittsweise zum Begrenzen einer Gebäudeöffnung ausgebildet
ist,
- einem Schließflügel, der einen Flügelkörper aufweist und verstellbar an dem Rahmen
anzuordnen ist,
- einer Mehrzahl von sich unterscheidenden elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten,
die jeweils einen Gehäuseabschnitt aufweisen, und
- mindestens einem Kabelstrang zum elektrischen Verbinden der elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Flügelkörper (20) des Schließflügels (2) mindestens eine Aufnahmeeinrichtung
(200) angeordnet ist mit einer Kammer (206, 207), in die die elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten (50-56) jeweils mit ihrem Gehäuseabschnitt (500-550)
einsetzbar sind, so dass der Schließflügel (2) wahlweise mit einer oder mehreren der
elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) bestückbar ist, wobei
- in einem Vormontagezustand die elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) getrennt von dem Schließflügel (2) vorliegen und der mindestens eine Kabelstrang
(6) an dem Schließflügel (2) angeordnet ist und
- zur Endmontage der Schließflügel (2) mit einer beliebigen Auswahl der elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) bestückbar ist, indem die elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) der Auswahl mit ihren Gehäuseabschnitten
(500-550) in die Kammer (206, 207) der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung (200)
eingesetzt werden.
2. Baukastensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Untermenge der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) zur Endmontage an den mindestens einen Kabelstrang (6) anschließbar und mit
dem mindestens einen Kabelstrang (6) verbindbar ist.
3. Baukastensystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließflügel (2) in einem Endmontagezustand mit einer beliebigen Auswahl von
elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) bestückt ist.
4. Baukastensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrzahl von elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten durch zumindest
zwei der folgenden Komponenten gebildet sind:
- eine Steuerelektronik (50) zur Steuerung mindestens einer anderen Funktionskomponente
der Schließvorrichtung (1),
- ein Kabelübergang (51) zum Verlegen eines Kabels (512) zwischen dem Schließflügel
(2) und dem Rahmen (1),
- eine Antriebseinrichtung (56) zum elektromotorischen Verstellen zumindest eines
Verstellteils der Schließvorrichtung (1),
- ein Gelenkband (52) zum gelenkigen Verbinden des Schließflügels (2) mit dem Rahmen
(1),
- ein Verbindungselement (53) zum Verbinden zweier Teile des Schließflügels (2),
- eine Verriegelungseinrichtung (54) mit einem entlang einer Seite (21-24) des Schließflügels
(2) verstellbaren, über einen Griff (4) betätigbaren Betätigungsgestänge (541) zum
Verriegeln des Schließflügels (2) mit dem Rahmen (1) in einer Schließstellung des
Schließflügels (2),
- ein Schloss (55) zum Verriegeln des Schließflügels (2) mit dem Rahmen (1) in der
Schließstellung des Schließflügels (2).
5. Baukastensystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (206, 207) der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung (200) in dem Vormontagezustand
durch eine Abdeckung (209) derart verschlossen ist, dass die elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten (50-56) nicht in die Kammer (206, 207) einsetzbar
sind.
6. Baukastensystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseabschnitte (500-550) der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) jeweils formschlüssig in die Kammer (206, 207) der der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung
(200) einsetzbar sind.
7. Baukastensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Aufnahmeeinrichtung (200) als entlang einer Längserstreckungsrichtung
(L) erstreckte Nut, in die die elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) entlang einer quer zur Längserstreckungsrichtung (L) gerichteten Ansetzrichtung
(A) einsetzbar sind, an einer Seite (21-24) des Schließflügels (2) ausgebildet ist.
8. Baukastensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Aufnahmeeinrichtung (200) als entlang einer Längserstreckungsrichtung
(L) erstreckter Hohlraum, in die die elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) entlang der Längserstreckungsrichtung (L) einsetzbar sind, ausgebildet ist.
9. Baukastensystem nach Anspruche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die in die Kammer (206, 206) der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung (200) einzusetzenden
Gehäuseabschnitte (500-550) der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) im Querschnitt quer zur Längserstreckungsrichtung (L) zumindest entlang einer
Raumrichtung (X, Y) gleiche Abmessungen (B, H) aufweisen.
10. Baukastensystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Kammer (206, 207) ein Kabelkanal (201) zur Aufnahme des Kabelstrangs (6) verläuft.
11. Baukastensystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Kabelkanal (201) über eine Öffnung (202) hin zur Kammer (206, 207) geöffnet ist.
12. Baukastensystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (200) eine erste Kammer (206) zur Aufnahme eines ersten Gehäuseabschnitts
(503, 533, 553) der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56)
und eine zweite Kammer (207) zur Aufnahme eines zweiten Gehäuseabschnitts (500, 530,
550) der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) aufweist,
wobei der erste Gehäuseabschnitt (503, 533, 553) formschlüssig in die erste Kammer
(206) und/oder der zweite Gehäuseabschnitt (500, 530, 550) formschlüssig in die zweite
Kammer (207) einsetzbar ist.
13. Baukastensystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen an der Aufnahmeeinrichtung (200) angeordneten Steckverbinder, der mit zumindest
einer der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) steckend
verbindbar ist, um die zumindest eine der elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten
(50-56) an den Kabelstrang (6) elektrisch anzuschließen.
14. Verfahren zum Bereitstellen einer Schließvorrichtung eines Gebäudes zum Verschließen
einer Gebäudeöffnung, wobei die Schließvorrichtung
- einen Rahmen, der zumindest abschnittsweise zum Begrenzen einer Gebäudeöffnung ausgebildet
ist,
- einen Schließflügel, der einen Flügelkörper aufweist und verstellbar an dem Rahmen
anzuordnen ist,
- eine Mehrzahl von sich unterscheidenden elektrischen und/oder mechanischen Funktionskomponenten,
die jeweils einen Gehäuseabschnitt aufweisen, und
- mindestens einen Kabelstrang zum elektrischen Verbinden der elektrischen und/oder
mechanischen Funktionskomponenten,
umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließflügel (2) mindestens eine an dem Flügelkörper (20) angeordnete Aufnahmeeinrichtung
(200) aufweist mit einer Kammer (206, 207), in die die elektrischen und/oder mechanischen
Funktionskomponenten (50-56) jeweils mit ihrem Gehäuseabschnitt (500-550) einsetzbar
sind, so dass der Schließflügel (2) wahlweise mit einer oder mehreren der elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) bestückbar ist, wobei
- zur Vormontage der mindestens eine Kabelstrang (6) an dem Schließflügel (2) angeordnet
wird und der Schließflügel (2) in einem Vormontagezustand mit der daran angeordneten
mindestens einen Aufnahmeeinrichtung (200), aber ohne daran angeordnete elektrische
und/oder mechanische Funktionskomponenten (50-56) bereitgestellt wird und
- zur Endmontage der Schließflügel (2) mit einer beliebigen Auswahl der elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) bestückt wird, indem die elektrischen
und/oder mechanischen Funktionskomponenten (50-56) der Auswahl mit ihren Gehäuseabschnitten
(500-550) in die Kammer (206, 207) der mindestens einen Aufnahmeeinrichtung (200)
eingesetzt werden.