[0001] Die Erfindung betrifft einen unbefüllten Flüssigkeitsspeicher zur Verwendung als
Teil eines Spenders zum Austrag von pharmazeutischen oder kosmetischen Flüssigkeiten
sowie einen Spender mit einem solchen unbefüllten Flüssigkeitsspeicher sowie ein Verfahren
zum Befüllen eines flexiblen Beutels eines unbefüllten Flüssigkeitsspeichers.
[0002] Ein gattungsgemäßer unbefüllter Flüssigkeitsspeicher umfasst ein Außengehäuse zur
Anbringung an einem Austragkopf des Spenders und einen innerhalb des Außengehäuses
angeordneten flexiblen Beutel zur Aufnahme von Flüssigkeit vor dem Austrag, der eine
Beutelöffnung zur Entnahme der Flüssigkeit aufweist. Dabei ist bei einem gattungsgemäßen
unbefüllten Flüssigkeitsspeicher ein Zwischenbereich zwischen dem Außengehäuse und
dem Beutel durch eine einer Wandung des Außengehäuses durchdringende Belüftungsöffnung
mit einer Umgebung verbunden.
[0003] Gattungsgemäße Spender mit gattungsgemäßen unbefüllten Flüssigkeitsspeichern sind
aus dem Stand der Technik bekannt. Es handelt sich um Spender bzw. Flüssigkeitsspeicher
in ihrem Lieferzustand, indem sie der Abfüllung zugeführt werden, im Zuge derer der
Beutel mit Flüssigkeit befüllt wird.
[0004] Diese Flüssigkeitsspeicher, die ein Außengehäuse mit Belüftungsöffnung und einen
darin eingesetzten Beutel aufweisen, gestatten es im Betrieb, unmittelbaren Kontakt
zwischen Luft und der gespeicherten Flüssigkeit zu vermeiden. Die Flüssigkeit ist
in dem Beutel angeordnet, der über flexible Wandungen verfügt und daher ohne Auftreten
relevanter Rückstellkräfte mit zunehmender Entnahme der Flüssigkeit kollabieren kann.
Damit die Reduktion der Flüssigkeitsmenge im Beutel nicht zu einem Unterdruck führt,
ist die genannte Belüftungsöffnung vorgesehen, die das Einströmen von Ausgleichsluft
durch die Belüftungsöffnung hindurch gestattet. Mit fortschreitender Entleerung des
Beutels wird somit das Außenvolumen des Beutels verringert, während das Volumen des
Zwischenbereichs ansteigt, wobei die nachströmende Luft im Zwischenbereich einen Druckausgleich
herstellt.
[0005] Bei bekannten unbefüllten Flüssigkeitsspeichern mit einem Beutel in der beschriebenen
Art ist der Beutel vor dem Einfüllen der Flüssigkeit mit Luft gefüllt. Beim Einfüllen
der Flüssigkeit wird diese verdrängt und durch die Beutelöffnung nach außen gedrückt.
Es wurde jedoch festgestellt, dass ein vollständiges Verdrängen der Luft schwierig
ist. Im Bereich der Beutelöffnung und mitunter auch an anderen Bereichen des Beutels
verbleiben meist Lufteinschlüsse. Auch gerät die beim Einfüllen der Flüssigkeit in
den Beutel strömende Flüssigkeit derweil zwangsläufig in Kontakt mit der darin befindlichen
Luft.
[0006] Während bei Flüssigkeiten mit Konservierungsmitteln der Luftkontakt meist unproblematisch
ist, sollte er bei konservierungsmittelfreien Flüssigkeiten soweit als möglich vermieden
werden.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen unbefüllten Flüssigkeitsspeicher gattungsgemäßer
Art zur Verfügung zu stellen, der es gestattet, die Kontaminationsgefahr durch verunreinigte
Luft beim Befüllen und anschließend möglichst gut zu vermeiden.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der flexible Beutel des unbefüllten
Flüssigkeitsspeichers vor Befüllung in einem kompakten Stauzustand vorgesehen ist,
in dem das Innenvolumen des Beutels maximal 10% des maximalen Innenvolumens des Beutels
innerhalb des Außengehäuses beträgt.
[0009] Erfindungsgemäß ist demnach vorgesehen, dass der flexible Beutel vor der Befüllung
mit Flüssigkeit ein verglichen mit dem befüllten Zustand geringes Volumen einnimmt.
Das maximale Innenvolumen des Beutels, welches den Maßstab darstellt, wird durch die
Beutelform und/oder die Innenform des Außengehäuses definiert. Das maximale Innenvolumen
des Beutels ist jenes, welches beim Befüllen des Beutels innerhalb des Außengehäuses
maximal erzielbar ist, bevor der Beutel versagt. Dieses maximale Innenvolumen beträgt
bei gattungsgemäßen Spendern vorzugsweise zwischen 3cl und 20cl. Das Innenvolumen
des Beutels im kompakten Stauzustand beträgt erfindungsgemäß maximal 10% hiervon.
Insbesondere von Vorteil ist es, wenn das Innenvolumen noch weiter reduziert ist,
wobei es vorzugsweise maximal 5%, insbesondere vorzugsweise maximal 2% des maximalen
Innenvolumens des Beutels beträgt. Die im Beutel befindliche Luft, die eine Kontamination
der Flüssigkeit bewirken könnte, ist somit sehr gering.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Beutel im kompakten Stauzustand nahezu evakuiert
ist. Hierunter wird verstanden, dass sein Innenvolumen maximal 1% des maximalen Innenvolumens
des Beutels beträgt.
[0011] Der Beutel selbst umfasst vorzugsweise formflexible Wandungen aus Kunststoff oder
einer dünnen Metallfolie oder einem Verbundmaterial mit einer Kunststofflage und/oder
einer Metallfolienlage. Diese Wandungen des Beutels bilden vorzugsweise gemeinsam
mit einem Kopfstück eine Beuteleinheit. Sie sind in einem solchen Fall am starren
Kopfstück befestigt. Das Kopfstück stellt vorzugsweise die Beutelöffnung zur Verfügung
stellt und dient zum Anschließen eines Einfüllstutzens für die Flüssigkeit. Das oben
genannte maximale und minimale Innenvolumen des Beutels bezieht sich auf das Volumen
ab der Beutelöffnung und im Falle des Vorhandenseins eines starren Kopfstücks der
Beuteleinheit auf das nach innen weisende Ende der das Kopfstück durchringenden Beutelöffnung.
Weiterhin ist das Kopfstück vorzugsweise mit Halteflächen versehen, die in definierter
Lage an einer Innenseite des Außengehäuses des unbefüllten Flüssigkeitsspeichers befestigt
oder hier aufgelegt werden können, um eine definierte Relativlage zwischen dem Beutel
und dem Außengehäuse herzustellen. Grundsätzlich ist es möglich, den Beutel in einem
einfachen evakuierten Zustand vorzusehen. Dies führt jedoch dazu, dass der Beutel
aufgrund seiner mitunter nicht ganz rückstellkraftfreien Wandungen die Neigung zeigt,
sein Innenvolumen zu vergrößern und Luft anzusaugen, bevor der Einfüllvorgang von
Flüssigkeit begonnen hat. Um dies zu verhindern, sind verschiedene kompakte Stauzustände
vorteilhaft.
[0012] Bei einer möglichen Gestaltung ist vorgesehen, dass der Beutel im kompakten Stauzustand
mindestens entlang einer Falzkante gefaltet ist. Hierdurch wird erreicht, dass die
Wandungen des Beutels im kompakten Stauzustand keine unmittelbaren Neigungen haben,
das Innenvolumen des Beutels zu vergrößern. Durch zwei oder mehr zueinander parallele
Falzkanten, entlang derer der flexible Beutel gefaltet ist, kann diese Wirkung noch
verbessert werden. Die Falzkante bzw. die Falzkanten erstrecken sich vorzugsweise
parallel zur Ausrichtung der Beutelöffnung, welche ihrerseits bei der üblichen Form
in etwa zylindrischer Außengehäuse parallel zur Hauptachse des Außengehäuses ausgerichtet
ist.
[0013] Statt vergleichsweise scharfer Falzkanten ist in einer anderen Ausgestaltung eines
kompakten Stauzustandes vorgesehen, dass diese in Art eines Wickels vorgesehen ist.
Hierbei ist ein exzentrischer Seitenbereich des Beutels oder vorzugsweise zwei gegenüberliegende
Seitenbereiche des Beutels bezogen auf eine Wickelachse aufgewickelt, wobei diese
Wickelachse vorzugsweise parallel oder fluchtend zur Ausrichtung der Beutelöffnung
ausgerichtet ist. Zur erleichterten Herstellung eines solchen Wickels ist vorzugsweise
am starren Kopfstück ein zylindrischer Abschnitt vorgesehen, an dem die flexiblen
Wandungen des Beutels mit dem Kopfstück verbunden sind und der von der Beutelöffnung
durchdrungen ist. Dieser zylindrische Abschnitt definiert den Innendurchmesser der
Windungen des Wickels, die durch die Seitenbereiche des Beutels gebildet werden. Der
Fortsatz kann dabei eine kreiszylindrische Außenform aufweisen. Vorteilhaft ist jedoch
eine in etwa ellipsenförmige Formgebung.
[0014] Zur Gewährleistung, dass keine Luft oder nur wenig Luft vor dem Einfüllvorgang der
Flüssigkeit in den Beutel gelangen kann, kann es von Vorteil sein, den Beutel in kompakten
Stauzustand luftdicht zu verschließen. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen,
dass einander gegenüberliegende Wandungen des flexiblen Beutels im Bereich der Beutelöffnung
durch eine Klebung oder dergleichen derart miteinander verbunden sind, dass der Beutel
bis zum Durchstoßen dieser Klebung unmittelbar vor dem Befüllen luftdicht isoliert
ist. Alternativ ist auch denkbar, die Beutelöffnung mit einer Membran oder dergleichen
zu verschließen, welche vor dem oder bei dem Befüllen durchstoßen wird.
[0015] Es hat sich gezeigt, dass die Verhinderung des Zustroms von Luft vor dem Einfüllen
der Flüssigkeit auch gut realisierbar ist, indem Fixiermittel vorgesehen werden, mittels
deren der flexible Beutel im kompakten Stauzustand gehalten wird. Diese Fixiermittel
sind derart am flexiblen Beutel angebracht, dass sie verhindern, dass diese den kompakten
Stauzustand verlässt. Im Falle eines Wickels können vorzugsweise umlaufende Haltestreifen,
beispielsweise aus Papier oder einfachem Klebeband die Ausbreitung des Beutels verhindern.
Auch bei einem um eine, zwei oder mehr Falzkanten zusammengefalteten Beutel kann ein
solcher umlaufender Streifen die ungewollte Ausbreitung des Beutels verhindern. Der
Haltestreifen braucht keine besondere Stabilität zu haben und kann insbesondere derart
schwach ausgebildet sein, dass er bestimmungsgemäß beim Befüllen des Beutels reißt.
Hierzu ist der Streifen derart ausgebildet, dass er vorzugsweise bei einer Zugkraft
von mehr als 0,5N versagt.
[0016] Das Fixiermittel kann statt durch einen Haltestreifen auch durch an der Außenseite
der flexiblen Wandungen des Beutels vorgesehene Klebeflächen erzielt werden, durch
die zwei Bereiche der Außenseite des flexiblen Beutels im kompakten Stauzustand aneinander
fixiert sind. Auch in einem solchen Falle ist eine Fixierung von Vorteil, die alleine
durch das Einfüllen von Flüssigkeit in den Beutel gelöst werden kann.
[0017] Die Belüftungsöffnung, die im Außengehäuse vorgesehen ist, ist vorzugsweise an dessen
Boden vorgesehen. Sie muss einen Luftaustausch zwischen dem Zwischenraum zwischen
Beutel und Außengehäuse gestatten. Vorzugsweise ist die Belüftungsöffnung mit einer
Filtereinrichtung versehen, beispielsweise mit einer Membran, deren Porengröße zur
Dekontamination der einströmenden Luft geeignet ist.
[0018] Die Erfindung betrifft neben dem unbefüllten Flüssigkeitsspeicher selbst auch einen
Spender zum Austrag von pharmazeutischen oder kosmetischen Flüssigkeiten mit einem
Austragkopf mit Austragöffnung, durch die hindurch Flüssigkeit aus einem Flüssigkeitsspeicher
in die Umgebung abgegeben werden kann, sowie einem Flüssigkeitsspeicher oben beschriebene
erfindungsgemäßer Art. Dieser Spender wird bei noch unbefülltem Flüssigkeitsspeicher
vorzugsweise in demontiertem Zustand geliefert, also mit noch nicht aufgesetztem Austragkopf,
so dass eine Demontage vor dem Befüllen des Flüssigkeitsbeutels entfallen kann. Der
Austragkopf wird vorzugsweise erst nach dem Befüllen des Beutels montiert. Zur Kopplung
des Austragkopfes mit dem Flüssigkeitsspeicher sind vorzugsweise Kopplungseinrichtungen
am Austragkopf und am Flüssigkeitsspeicher vorgesehen. Hierbei kann es sich insbesondere
um korrespondierende Rastflächen handeln. Besonders von Vorteil ist es, wenn an der
Innenseite des Außengehäuses des Flüssigkeitsspeichers eine umlaufende Rastnut oder
ein umlaufender Raststeg vorgesehen ist, der formschlüssig mit dem Austragkopf gekoppelt
werden kann.
[0019] Der erfindungsgemäße Spender ist insbesondere für pharmazeutische Flüssigkeiten und
halbfeste Stoffe, insbesondere für auf die Haut aufgebrachte vorgesehen und somit
im Lieferzustand hiermit befüllt. Hierbei handelt es sich um lokal oder systemisch
wirkende Stoffe (topisch bzw transdermal). Insbesondere handelt es um pharmazeutische
Flüssigkeiten und halbfeste Stoffe zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der
Haut (Dermatitis, Psoriasis, Rosacea) gleich welchen Ursprungs, Infektionen der Haut
(Warzen, anderen virale oder bakterielle Infektionen, Parasiten), allergische Reaktionen
und Erkrankungen (atopisches Ekzem, allergische Reaktionen der Haut), Erkrankungen,
die ganz oder teilweise auf Stoffwechsel- oder Hormonveränderungen zurückzuführen
sind (Akne, Hormonersatztherapien, Alopecia, Rosacea), sowie Behandlungen von trockener
Haut (Ichthyosis und Vorformen). Hierbei spielen insbesondere die folgenden Molekülgruppen
eine Rolle: Ätzmittel (Warzenentfernungsmittel wie Trichloressigsäure, Salicylsäure),
Photosensitizer (z.B. Psoralene), Stoffe zur Feuchtigkeitsregulierung (z.B. Harnstoff,
Hyaluronsäurederivate), anti-entzündliche Stoffe (z.B. Zinkderivate, Kortikosteroide),
Modulatoren des Immunsystems (z.B. Kortikosteroide, Imiquimod, Calcineurin-Inhibitoren,
wie macrolatame, tacrolimus, pimecrolimus), Imidazolin- und Triazol-Derivate (zB.
Brimonidin, Clotrimazol, Ketoconazol, Miconazol), Allylamine-Derivate, antivirale
Stoffe (zB. Docosanol, Purin-Analoga, wie Acyclovir und Pencyclovir), Antiparasitika
(z.B. Avermectin-Derivate, Praziquantel), Stoffe zur Behandlung von Haarausfall (z.B.
Minoxidil, 5- Alphareduktasehemmer), Stoffe zur Versorgung von Wunden (zB. Salzlösung,
Hyaluronsäure-Derivate, biologische Wirkstoffe), und Wirkstoffkombinationen der traditionellen
Medizin.
[0020] Die Erfindung betrifft neben dem unbefüllten Flüssigkeitsspeicher und dem Spender
mit einem solchen unbefüllten Flüssigkeitsspeicher auch ein Verfahren zum Befüllen
eines flexiblen Beutels eines unbefüllten Flüssigkeitsspeichers, wobei bei diesem
Verfahren vorgesehen ist, dass ein Einfüllstutzen an einer Beutelöffnung des Beutels
dicht angeschlossen wird wobei das Innenvolumen des Beutels zu diesem Zeitpunkt maximal
10% des maximalen Innenvolumens des Beutels innerhalb eines Außengehäuses des Flüssigkeitsspeichers
beträgt und durch den Einfüllstutzen Flüssigkeit in den Beutel gefüllt wird, wobei
während dessen Luft aus einem Zwischenbereich zwischen dem Beutel und dem Außengehäuse
verdrängt wird. Das Innenvolumen des Beutels wird demnach beim Befüllen mindestens
verzehnfacht.
[0021] Bei dem Verfahren kann zusätzlich vorgesehen sein, dass Fixiermittel am Beutel vor
Einfüllen der Flüssigkeit durch den Einfüllstutzen entfernt bzw. gelöst werden oder
diese im Zuge des Einfüllens der Flüssigkeit gelöst werden. Weiterhin kann vorgesehen
sein, dass bei einem Anschließen des Einfüllstutzens ein Öffnen des Beutels durch
Durchstoßen einer Membran oder Öffnen einer verschließenden Klebefläche erfolgt. Die
verdrängte Luft zwischen dem Beutel und dem Außengehäuse wird vorzugsweise durch eine
Belüftungsöffnung, die eine Wandung des Außengehäuses durchdringt, an eine Umgebung
abgegeben.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0022] Weitere Aspekte und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie aus den Ansprüchen.
[0023] Die Fig. 1a und 1b zeigen eine erste Ausführungsform eines unbefüllten Flüssigkeitsspeichers.
- Fig. 1c
- zeigt diesen Flüssigkeitsspeicher in befülltem Zustand.
- In Fig. 2a bis 2c
- ist die Beuteleinheit des Flüssigkeitsspeichers im kompakten Stauzustand sowie im
befüllten Zustand gezeigt.
- Fig. 3
- zeigt einen Spender mit einem Flüssigkeitsspeicher, der vor Befüllung erfindungsgemäß
ausgestaltet war.
- Fig. 4
- zeigt eine alternative Ausgestaltung einer Beuteleinheit.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0024] Fig. 1a und 1b zeigen im geschnittenen und teilgeschnittenen Zustand ein erfindungsgemäßen
Flüssigkeitsspeicher. Der Flüssigkeitsspeicher 10 verfügt über ein starres Außengehäuse
20, welches vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt ist. Am Boden 22 dieses Außengehäuses
ist eine Belüftungsöffnung 24 vorgesehen, die vorzugsweise mit einem Keimfilter 26
versehen ist. An seiner Innenseite weist das Außengehäuse 20 im Bereich eines oberen
offenen Endes eine Kopplungseinrichtung 28 in Form einer Rastnut auf. Weiterhin verfügt
das Außengehäuse 20 an seiner Innenseite über eine Auflagekante 30.
[0025] Zum Flüssigkeitsspeicher 10 gehört weiterhin eine Beuteleinheit 40, die ein aus starrem
Kunststoff hergestellten Kopfstück 42 und einen formflexiblen Beutel 50 umfasst. Das
Kopfstück 42 umfasst eine Auflageplatte 44, deren Außenkanten eine Formgebung aufweist,
die der Auflagekante 30 des Außengehäuses 20 entspricht und gemeinsam mit dieser eine
vorzugsweise luftdichte Abdichtung bildet. Weiterhin verfügt das Kopfstück 40 über
einen zylindrischen Fortsatz 46, der von einer Beutelöffnung 48 durchdrungen ist.
[0026] Bezugnehmend auf die Fig. 2b ist zu erkennen, dass sich der formflexible Beutel 50
im Stauzustand in einer gewickelten Lage befindet. Ein Mittelbereich 52 ist an seinem
zum Kopfstück 40 hinweisenden Ende auf die Außenseite des Fortsatzes 46 aufgeklebt
oder auflaminiert. Zwei seitliche Flügel 54 des flexiblen Beutels 50 sind jeweils
gegen den Uhrzeigersinn um den Fortsatz 46 herumgewickelt und zusätzlich mit umlaufenden
Haltestreifen 60 fixiert.
[0027] Fig. 2a verdeutlicht, wie der flexible Beutel 50 vor der Herstellung des Wickels
gemäß Fig. 2b aussieht. Obwohl das Innenvolumen des flexiblen Beutels 50 im Zustand
der Fig. 2a und im Zustand der Fig. 2b identisch ist, ist der Zustand der Fig. 2b
wesentlich weniger gefährdet, das ungewollt Luft in den flexiblen Beutel 50 gelangt,
da dessen Neigung, durch Rückstellkräfte in den flexiblen Wandungen sein Innenvolumen
zu vergrößern, durch die Wickelform und die Haltestreifen 60 verringert ist.
[0028] Die Fig. 1c zeigt den Flüssigkeitsspeicher im befüllten Zustand. Dessen Formgebung
wird auch durch Fig. 2c nochmals verdeutlicht. Das Innenvolumen des mit Flüssigkeit
befüllten Beutels 50 ist wesentlich größer als das des unbefüllten Beutels 50. Der
dargestellte Flüssigkeitsbeutel hat ein maximales Innenvolumen innerhalb des Außengehäuses
von 20cl. Demgegenüber ist das Innenvolumen vor dem Befüllen, also im Zustand der
Fig. 1a und 2a, geringer als 0,4cl und beträgt somit weniger als 2% des maximalen
Volumens.
[0029] Fig. 3 zeigt den Spender nach Befüllen des Flüssigkeitsspeichers 50 im montierten
Zustand. Auf das Außengehäuse 20 ist nun der Austragkopf 80 aufgesetzt, der über eine
Austragöffnung 82 an einem in Haupterstreckungsrichtung 2 verlagerbaren Betätigungsdrücker
84 verfügt.
[0030] Im Betrieb kann durch Betätigung des Betätigungsdrückers 84 und eine nicht dargestellte
Pumpe die Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsbeutel 50 schrittweise entnommen werden.
Dieser verliert hierdurch Volumen. Damit es innerhalb des Außengehäuses 20 nicht zu
einem Unterdruck kommt, wird Ausgleichsluft durch die Belüftungsöffnung 24 eingezogen.
[0031] Fig. 4 zeigt eine alternative Gestaltung der Beuteleinheit im kompakten Zustand.
Hierbei sind Seitenbereiche 54 des Beutels durch jeweils zweifache Falzung aufeinandergelegt,
so dass sich ebenfalls ein kompakter Stauzustand ergibt. In Fig. 4 nicht dargestellt
sind Haltestreifen, die den Beutel in der dargestellten Position halten können. Eine
Alternative zu solchen Haltestreifen sind Klebeflächen 62, die gestrichelt in Fig.
4 angedeutet sind und durch die die mehreren Lagen des gefalteten Beutels 50 aneinander
fixiert werden können. Die Klebeflächen können ausreichend schwach gestaltet sein,
um beim Befüllen des Beutels ohne weitere Schwierigkeiten gelöst zu werden.
1. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) zur Verwendung als Teil eines Spenders zum Austrag
von pharmazeutischen oder kosmetischen Flüssigkeiten, mit
- einem Außengehäuse (20) zur Anbringung an einem Austragkopf (80) des Spenders und
- einem innerhalb des Außengehäuses (20) angeordneten flexiblen Beutel (42) zur Aufnahme
von Flüssigkeit vor dem Austrag, der eine Beutelöffnung (48) zur Entnahme der Flüssigkeit
aufweist,
wobei
- ein Zwischenbereich (70) zwischen dem Außengehäuse (20) und dem Beutel (42) durch
eine eine Wandung des Außengehäuses (20) durchdringende Belüftungsöffnung (24) mit
einer Umgebung verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der flexible (42) Beutel in einem kompakten Stauzustand vorgesehen ist, in dem das
Innenvolumen des Beutels maximal 10% des maximalen Innenvolumens des Beutels (42)
innerhalb des Außengehäuses (20) beträgt.
2. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Beutel (42) im kompakten Stauzustand in mindestens entlang einer Falzkante gefalteter
Form angeordnet ist, wobei der Beutel (42) vorzugsweise entlang zweier zueinander
paralleler Falzkanten zweifach gefaltet ist.
3. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens eine Falzkante parallel oder fluchtend zur Ausrichtung der Beutelöffnung
(48) ausgerichtet ist.
4. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Beutel (42) im kompakten Stauzustand in Form eines Wickels vorgesehen ist.
5. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wickel bezogen auf eine Wickelachse gewickelt ist, die parallel oder fluchtend
zur Ausrichtung der Beutelöffnung (48) ausgerichtet ist.
6. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Beutel (42) luftdicht verschlossen ist.
7. Unbefüllter Flüssigkeitsspeicher (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Fixiermittel (60, 62) vorgesehen sind, mittels derer der Beutel (42) im kompakten
Stauzustand gehalten wird, wobei die Fixiermittel (60) insbesondere in Form von Haltstreifen
vorgesehen sind, die den Beutel (42) zumindest abschnittsweise umgreifen.
8. Spender zum Austrag von pharmazeutischen oder kosmetischen Flüssigkeiten mit
- einem noch unbefüllten Flüssigkeitsspeicher (10) zur Aufnahme der zum Austrag vorgesehenen
Flüssigkeit und
- einem Austragkopf (80) mit Austragöffnung (82), durch die hindurch Flüssigkeit aus
dem Flüssigkeitsspeicher (10) in eine Umgebung abgegeben werden kann,
dadurch gekennzeichnet, dass
der unbefüllte Flüssigkeitsspeicher (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche ausgebildet
ist.
9. Verfahren zum Befüllen eines flexiblen Beutels (42) eines unbefüllten Flüssigkeitsspeichers
(10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Einfüllstutzen an einer Beutelöffnung (48) des Beutels dicht angeschlossen wird,
wobei das Innenvolumen des Beutels (42) zu diesem Zeitpunkt maximal 10% des maximalen
Innenvolumens des Beutels (42) innerhalb eines Außengehäuses (20) des Flüssigkeitsspeichers
(10) beträgt, und
- durch den Einfüllstutzen Flüssigkeit in den Beutel (42) gefüllt wird, wobei währenddessen
Luft aus einem (70) Zwischenbereich zwischen dem Beutel (42) und dem Außengehäuse
(20) verdrängt wird.