Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Überspannungsschutzeinrichtung für Signal- und Steuerleitungen,
insbesondere für eine signaltechnische Einrichtung, zur Anordnung zwischen einer Außenanlage
und einer Innenanlage, mit mindestens zwei Reihenklemmen, die jeweils Teil eines Signalpfads
sind, wobei die Reihenklemmen Anschlusskontakte zum Anschluss an die Innen- und Außenanlage
aufweisen, einer Basisklemme mit einem Anschluss für eine Ableitung zur Erde, und
mindestens einem mit den Reihenklemmen elektrisch verbundenen Überspannungsschutzgerät,
wobei ein Steckergehäuse vorgesehen ist, in dem das Überspannungsschutzgerät eingebaut
ist.
[0002] Eine derartige Überspannungsschutzeinrichtung ist beispielsweise aus Phoenix Contact
"Netz & Signal-Qualität TRABTECH PLUGTRAB PT-IQ Intelligenter Überspannungsschutz
mit System", 2013 bekannt.
[0003] DE 20 2011 002 019 U1 offenbart eine Anordnung zum Öffnen einer Leitungsverbindung innerhalb eines Basisteiles,
welches zur Aufnahme eines Überspannungsableiter-Steckteiles vorgesehen ist, wobei
im Basisteil für mindestens eine Leitungsverbindung ein unterbrechungsfreier Schaltkontakt
vorgesehen ist.
[0004] Bahntechnische Anlagen umfassen eine Vielzahl an strombetriebenen Elementen von Außenanlagen,
z.B. Bahnsingale oder Weichen, welche über Leitungen (Signalpfade) mit einer Innenanlage
(z.B. einem Stellwerk, beziehungsweise der Steuerungselektronik des Stellwerks) verbunden
sind. Die Körper der Außenanlagen sind zwar i.A. geerdet, dennoch kann es bspw. durch
induktive Einkopplung oder Potentialdifferenzen durch Spannungstrichter, verursacht
beispielsweise durch Blitzferneinschlag, zu einem Überspannungseintrag in die Steuer-
und Schaltelemente (z.B. Stellwerksinnenanlage) kommen, was zu Schäden und Betriebsausfällen
führen kann.
[0005] Um Schäden und Funktionsausfälle in Stellwerken zu vermeiden, ist es bekannt, zusätzliche
Überspannungsschutzeinrichtungen zu verwenden. Die Wirkung des Überspannungsschutzes
beruht auf der Ableitung auftretender Überspannungen gegen Erde.
[0006] Es ist bekannt, Überspannungsschutzgeräte auf Basissockel zu montieren, die über
Kabelverbindungen mit Trennmessreihenklemmen verbunden sind, wie es beispielsweise
von Thales Deutschland GmbH unter Verwendung von PLUGTRAB Elementen von Phoenix Contact
realisiert wird.
[0007] Nachteilig an dieser Anordnung ist, dass die Überspannungsschutzeinrichtung zusätzlich
zur Trennmessreihenklemme viel Platz einnimmt und die Ableitung über eine relativ
lange Strecke erfolgt, was mit hohen Ableitinduktivitäten verbunden ist, so dass beim
Ableiten große Störfelder induziert werden und eine höhere Spannung an der Ableitung
gegen Erde im Falle einer auftretenden Überspannung besteht.
[0008] Zudem ist es nicht möglich, thermische Überlastungen der Überspannungsschutzgeräte
zu erkennen.
[0009] DE 20 2011 002 019 U1 offenbart eine Anordnung zum Öffnen einer Leitungsverbindung innerhalb eines Basisteiles,
welches zur Aufnahme eines Überspannungsableiter-Steckteiles vorgesehen ist, wobei
im Basisteil für mindestens eine Leitungsverbindung ein unterbrechungsfreier Schaltkontakt
vorgesehen ist, der von einem mechanischen Element des Steckteiles betätigbar ist.
Die Anordnung umfasst einen Adapter zur Aufnahme des für den Einsatz im Basisteil
vorgesehenen Überspannungsableiter-Steckteiles, um dieses Steckteil zu parken, wobei
an einem Fußteil des Adapters ein Mittel ausgebildet ist, welches den oder die Schaltkontakte
im Basisteil öffnet.
Aufgabe der Erfindung
[0010] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Überspannungsschutzeinrichtung vorzuschlagen,
mit der die oben genannten Nachteile vermieden werden können. Insbesondere soll die
Rückwirkungsfreiheit auf dem Betrieb, sowie die signaltechnische Sicherheit der Anlage
sichergestellt und gleichzeitig der Abstand zwischen Ableitpfaden gering gehalten
werden.
Beschreibung der Erfindung
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Überspannungsschutzeinrichtung gemäß
Anspruch 1 gelöst.
[0012] Erfindungsgemäß weisen die Reihenklemmen und die Basisklemme jeweils einen Steckplatz
zum Aufstecken des Steckergehäuses des Überspannungsschutzgerätes auf, wobei die Reihenklemmen
jeweils ein unverlierbares Trennmesser (z.B. schwenkbar) zur temporären Auftrennung
der Signalpfade aufweisen.
[0013] Während im Stand der Technik das Überspannungsschutzgerät auf einem gesonderten Basissockel
aufgesteckt und über Kabel mit der Trennmessreihenklemme verbunden ist, sind bei der
erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung die Trennmessreihenklemmen (Reihenklemmen
mit Trennmesser) mit einem Steckplatz ausgestattet, auf dem das Überspannungsschutzgerät
aufgesteckt werden kann. Erfindungsgemäß wird also der Überspannungsschutz durch direktes
Aufstecken der Überspannungsschutzgeräte auf die Trennmessreihen- und Basisklemmen
realisiert. Dabei werden die Anschlüsse für Einzeladern der signaltechnischen Einrichtung
mit den Reihenklemmen und die Erdanschlüsse mit den Basisklemmen verbunden. Die Basisklemmen
sind vorzugsweise mit Ableitfüßen ausgerüstet, die einen gasdichten und stromtragfähigen
Kontakt zu einer Montageschiene, z.B. DIN-Rail Montageschiene TS 35, ermöglichen,
auf der die Reihenklemmen montiert werden können.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung werden also Trennmessreihenklemmen
als Bindeglied, z.B. zwischen Innen- und Außenanlagenverkabelung, eingesetzt. Die
für die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung zu verwendenden Reihenklemmen
müssen daher so dimensioniert sein, dass das Überspannungsschutzgerät aufgesteckt
werden kann, ohne die Anschlusskontakte zum Anschluss an die Innen- und Außenanlage
zu verdecken. Darüber hinaus müssen Steckergehäuse und Steckplatz so ausgestaltet
sein, dass das Überspannungsschutzgeräte stoß- und vibrationsfest gemäß EN 50125-3
verbunden werden können, dies gilt insbesondere für den gemäß EN 50125-3 definierten
Bereich außerhalb der Gleise (Abstand 1-3m vom Gleis).
[0015] Bei den Anschlusskontakten der Reihenklemmen handelt es sich um Anschlüsse für Einzeladern.
Auf der Seite der Außenanlage können zwar vieldrähtige Kabel verwendet werden, diese
werden dann jedoch als Einzelader angeschlossen. Das erfindungsgemäße Konzept berücksichtigt,
dass Adern verschiedener Stromkreise an dem gleichen Überspannungsschutzgerät angeschaltet
werden können. Dies ist insbesondere für signaltechnische Anlagen wichtig, da durch
diese besondere Eigenschaft die Rückwirkungsfreiheit auf die sicherheitsrelevanten
Elemente der Signaltechnik erhalten bleibt.
[0016] Für die Verwendung der erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung bei signaltechnischen
Einrichtungen im Bahnbetrieb müssen die verwendeten Installationskomponenten (Reihenklemme,
Basisklemme) und die Überspannungsschutzgeräte für den Einsatz in Anlagen der Leit-
und Sicherungstechnik zugelassen sein.
[0017] Mit der erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung können Schäden und Funktionsausfälle
in Stellwerken vermieden werden, die z.B. durch Überspannungen in den Verkabelungen
zu den Außenanlagen, bedingt durch Blitzferneinschläge, entstehen können. Gleichzeitig
kann die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung platzsparend montiert werden.
Vorteilhaft ist auch, dass durch die erfindungsgemäße Steckverbindung zwischen Reihenklemme
und Überspannungsschutzgerät die Ableitung und die Signaldurchführung am selben Ort
erfolgen, also ohne Leitungsverbindung zwischen Reihen- bzw. Basisklemme und Überspannungsschutzgerät,
so dass die abzuleitende Überspannung bei geringstmöglicher Ableitinduktivität zur
Erde abgeleitet werden kann. Aufgrund der kurzen Ableitwege ergeben sich geringere
Beeinflussungen insbesondere durch magnetische Felder auf umgebende Komponenten.
[0018] Die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung kann auch bei anderen als bahntechnischen
Anlagen zum Einsatz kommen, insbesondere bei nicht geerdeten Anlagen, da die erfindungsgemäße
Überspannungsschutzeinrichtung isoliert aufgebaut ist und die enthaltenen aktiven
Teile nicht berührbar sind. Vorzugsweise entspricht die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung
mindestens den Anforderungen für die Schutzart IP 20. Ebenso ist die erfindungsgemäße
Überspannungsschutzeinrichtung besonders zum Schutz für Stromkreise geeignet, bei
denen die Rückwirkungsfreiheit für den Betrieb zwingend erforderlich ist.
[0019] Die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung ermöglicht einen zeitversetzten
Einbau verschiedener Überspannungsschutzgeräte. Dadurch können Reihen- und Basisklemmen
vorinstalliert werden, so dass die Anlage auch erst einmal ohne Überspannungsschutz
in Betrieb genommen werden kann und eine spätere Nachrüstung möglich ist.
[0020] Erfindungsgemäß umfasst das Überspannungsschutzgerät mindestens zwei Ableitpfade,
wobei jeder Ableitpfad eine Reihenschaltung eines Überspannungsableiters und eines
Varistors umfasst. Die Erfindung sieht also unabhängige Ableitelemente vor. Als Überspannungsableiter
kann beispielsweise ein Gasableiter dienen. Mittels der Kombination von Varistor und
Überspannungsableiter kann gewährleistet werden, dass es im Betrieb nicht zu Rückwirkungen
der signaltechnischen Einrichtungen kommt. Darüber hinaus wird im Regelbetrieb durch
das Unterbinden von Leckströmen die Alterung der Bauelemente minimiert. Insbesondere
können Signalstromkreise sowie Ein-/Ausgänge, die AC- oder DC-Spannungen führen, geschützt
werden. Die Kombination von Varistor und Überspannungsableiter in Reihenschaltung
gewährleistet eine Unterbindung des Folgestromes.
[0021] Bei der erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung ist zwischen den Ableitpfaden
eine Barriereeinrichtung angeordnet. Die Barriereeinrichtung soll vermeiden, dass
sich die die Ableitpfade berühren können, und bewirkt somit eine unverlierbare Trennung
zwischen beiden Ableitpfaden. Dadurch wird die Anschaltung verschiedener Stromkreise
an ein Überspannungsschutzgerät ermöglicht, wobei die Rückwirkungsfreiheit auf den
Betrieb, sowie die signaltechnische Sicherheit der Anlage sichergestellt wird und
gleichzeitig der Abstand zwischen den Ableitpfaden gering gehalten werden kann. Die
Barriereeinrichtung verhindert die unbeabsichtigte Berührung der Komponenten der Ableitpfade
und ist vorzugsweise in Form einer Isolierplatte aus einem geeigneten elektrisch isolierenden
Material ausgebildet. Vorzugsweise liegt die Durchschlagfestigkeit der Barriereeinrichtung
bei >10kV/mm nach Alterung. Die gemäß EN 50124-1 erforderliche Spannungsfestigkeit
zwischen beiden Ableitpfaden wird durch entsprechende Dimensionierung der Luft- und
Kriechstrecken sichergestellt. Durch das Vorsehen der Barriereeinrichtung können mehrere
Feldelemente über dasselbe Überspannungsschutzgerät angeschlossen werden. Dies ist
insbesondere dann vorteilhaft, wenn dreiadrige Feldelemente (z.B. eine Doppelfadenlampe)
mit Überspannungsschutzgeräten verbunden werden sollen, die jeweils zwei Ableitpfade
aufweisen, da der verbleibende Ableitpfad dann nicht frei bleiben muss, wie dies bei
den aus dem Stand der Technik bekannten Überspannungsschutzeinrichtung der Fall ist,
sondern für ein anderes Feldelement verwendet werden kann. Darüber hinaus kann der
Planungs- und Prüfaufwand reduziert werden.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0022] Die Reihenklemmen weisen vorzugsweise jeweils an den Anschlüssen für die Eingangs-
und Ausgangsleitungen eine Prüfbuchse zur Kontaktierung an den Signalpfad auf, insbesondere
für Mess- und Prüfzwecke. Die Prüfbuchsen sind vorzugsweise zu beiden Seiten (zu Innen-
und Außenanlage) z.B. zur dauerhaften Kontaktierung einer Messeinrichtung vorgesehen
sein.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind mehrere Überspannungsschutzgeräte vorhanden,
die jeweils ein Steckergehäuse aufweisen, und die Anordnung der Reihenklemmen weist
mehrere Steckplätze zum Aufstecken der Steckergehäuse mit den Überspannungsschutzgeräten
auf. Somit können mehrere Feldelemente mit der erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung
geschützt werden.
[0024] Vorzugsweise ist das Steckergehäuse zumindest teilweise transparent ausgebildet,
insbesondere im Bereich des Varistors. Auf diese Weise können die Überspannungsschutzgeräte
mittels Sichtprüfung kontrolliert werden. Thermische Überlastungen können erkannt
werden.
[0025] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist eine Überwachungseinrichtung, insbesondere
eine optische Detektionseinrichtung, zum Detektieren von Überspannungsereignissen
innerhalb der Überspannungsschutzeinrichtung vorgesehen. Die Überwachung mittels der
Überwachungseinrichtung ermöglicht eine gezielte Wartung und verbessert dadurch die
Verfügbarkeit der Vorrichtung. Vorzugsweise ist die Überspannungsschutzeinrichtung
fernüberwachbar. Die Überwachungseinrichtung kann mit einem Speicher ausgestattet
sein, der mehrere Überspannungsableitungsereignisse speichern kann. Es kann auch für
jedes Überspannungsschutzgerät eine separate Überwachungseinrichtung vorgesehen sein.
Eine Überwachung der Überspannungsschutzgeräte ist besonders für dezentrale signaltechnische
Einrichtungen vorteilhaft.
[0026] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und Zeichnung
[0027]
- Fig. 1
- zeigt eine bahntechnische Anfage, die mit einer erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung
abgesichert ist;
- Fig. 2
- zeigt den Aufbau einer erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung;
- Fig. 3
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung;
und
- Fig. 4
- zeigt ein Überspannungsschutzgerät einer erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung.
[0028] Fig. 1 zeigt eine bahntechnische Anlage mit einem Stellwerk
1 (Innenanlage) und einem Bahnsignal
2 (Außenanlage), welches über eine Steuerungselektronik
3 des Stellwerks 1 gesteuert wird. Das Stellwerk 1 ist mit einem äußeren Blitzschutz
4 ausgestattet, der über einen Fundament-Ringerder
5 geerdet ist. Ein Hauptpotentialausgleich
6 sowie innere Überspanungsschutzeinrichtungen
7 dienen zum Schutz des Stellwerks 1 vor direktem Blitzeinschlag.
[0029] Um den Eintrag einer Überspannung über Komponenten der Außenanlage 2 in die Steuerungselektronik
3 (bspw. durch Blitzferneinschlag in der Umgebung des Signals 2 oder in der Umgebung
der Zuleitungen
8 zwischen Signal 3 und Stellwerk 1) zu vermeiden, ist das Stellwerk 1 mit einer zusätzlichen
Überspannungsschutzeinrichtung
9 gemäß der vorliegenden Erfindung ausgestattet.
[0030] Fig. 2 zeigt den Aufbau der erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung 9. Zur Verbindung
der Außenanlage 2 mit der Innenanlage 1 dienen zwei Reihenklemmen
10a, 10b und eine Basisklemme
11, wobei die Reihenklemmen 10a, 10b jeweils einen Teil eines Signalpfads
12a, 12b bilden. Die Reihenfolge, in der die Klemmen (10a, 10b, 11) angeordnet sind, ist beliebig.
Die Reihenklemmen 10a, 10b sind mit Anschlusskontakten
13a, 13b, 14a, 14b (Einzeladeranschlüsse) zum Anschluss an die Innen- bzw. Außenanlage 1, 2 ausgestattet.
Für die Erdableitung weist die Basisklemme 11 einen Ableitfuß
15 auf.
[0031] Über Steckkontakte ist ein Überspannungsschutzgerät
17 mit den Reihenklemmen 10a, 10b und der Basisklemme 11 verbunden. Dazu weisen die
Klemmen 10a, 10b, 11 Steckplätze
16 auf. Das Überspannungsschutzgerät 17 ist in einem Steckergehäuse
23 angeordnet, welches über die Steckplätze 16 auf die Klemmen 10a, 10b, 11 aufgesteckt
und somit mit diesen elektrisch und mechanisch kontaktiert werden kann. Über das Überspannungsschutzgerät
wird jeder Signalpfad 12a, 12b gegen Erde beschaltet. Die Reihenklemmen 10a, 10b weisen
jeweils ein, vorzugsweise schwenkbares, Trennmesser 19a, 19b zur temporären Auftrennung
der Signalpfade auf.
[0032] In der Nähe der Anschlusskontakte 13a, 13b, 14a, 14b für die Eingangs- und Ausgangsleitungen
sind Prüfbuchsen
24 vorgesehen, mittels derer ein Prüfgerät oder Messeinrichtung mit den Signalpfaden
12a, 12b kontaktiert werden kann.
[0033] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Überspannungsschutzeinrichtung
9 mit zwei aufgesteckten Überspannungsschutzgeräten 17. Die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung
9 kann eine Vielzahl von Überspannungsschutzgeräten 17 umfassen. Die Überspannungsschutzgeräten
17 sind auf einer Montageschiene
22 angeordnet, welche insbesondere bei Anwendung in nicht geerdeten Bereichen wiederum
auf einer isolierenden Grundplatte (Leiterführungsplatte - nicht gezeigt) aufgesetzt
ist. Über die Montageschiene 22 kann der Erdkontakt realisiert werden. Zum Anzeigen
von Ableitereignissen kann z.B. am unteren Ende der Montageschiene ein Anzeigemodul
vorgesehen sein.
[0034] Die grundlegende Struktur des Überspannungsschutzgerätes 17 ist in Fig. 4 dargestellt.
Das Überspannungsschutzgerät 17 umfasst zwei Ableitpfade
18a, 18b, die über Anschlüsse 21a, 21b mit den Signalpfaden 12a, 12b verbunden werden können.
Die beiden Anschlüsse 21a, 21b weisen einen Abstand
d1 voneinander auf, wobei der Abstand d
1 die einzuhaltende Kriech- und Luftstrecke zwischen den Anschlüssen 21a, 21b der beiden
Ableitpfaden 18a, 18b des Überspannungsschutzgeräts 17 bezeichnet. In den Ableitpfaden
18a, 18b sind jeweils ein Überspannungsableiter
19 und ein Varistor
20 in Serie geschalten. Die Reihenfolge, in der Varistor 19 und Überspannungsableiter
20 angeordnet sind, ist beliebig, sie liegen jedoch immer in Serie. Zwischen den beiden
Ableitpfaden 18a, 18b ist eine Barriereeinrichtung
21 angeordnet, so dass die Ableitpfade 18a, 18b voneinander elektrisch isoliert sind.
[0035] Die erfindungsgemäße Überspannungsschutzeinrichtung sieht vor, dass die Überspannungsschutzgeräte
direkt auf einer Trennmessreihenklemme aufgesteckt sind, wodurch eine platzsparende,
einfach zu bedienende und störungsarme Überspannungsschutzeinrichtung realisiert wird.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Stellwerk / Innenanlage
- 2
- Bahnsignal / Außenanlage
- 3
- Steuerungselektronik
- 4
- äußerer Blitzschutz
- 5
- Fundament-Ringerder
- 6
- Hauptpotentialausgleich
- 7
- innere Überspanungsschutzeinrichtungen
- 8
- Zuleitungen
- 9
- Überspanungsschutzeinrichtungen
- 10a, 10b
- Reihenklemmen
- 11
- Basisklemme
- 12a, 12b
- Signalpfads
- 13a, 13b
- Anschlusskontakte zur Außenanlage
- 14a, 14b
- Anschlusskontakte zur Innenanlage
- 15
- Ableitfuß
- 16
- Steckplätze
- 17
- Überspannungsschutzgerät
- 18
- Steckergehäuse
- 19
- Überspannungsableiter
- 20
- Varistor
- 21
- Barriereeinrichtung
- 22
- Montageschiene
- 23
- Steckergehäuse
- 24
- Prüfbuchse
1. Überspannungsschutzeinrichtung (9) für Signal- und Steuerleitungen, insbesondere für
eine signaltechnische Einrichtung, zur Anordnung zwischen einer Außenanlage (2) und
einer Innenanlage (1), mit:
mindestens zwei Reihenklemmen (10a, 10b), die jeweils Teil eines Signalpfads (12a,
12b) sind, wobei die Reihenklemmen (10a, 10b) Anschlusskontakte (13a, 13b, 14a, 14b)
zum Anschluss an die Innen- und Außenanlage (1, 2) aufweisen,
einer Basisklemme (11) mit einem Anschluss für eine Ableitung zur Erde, und
mindestens einem mit den Reihenklemmen elektrisch verbundenen Überspannungsschutzgerät
(17),
wobei ein Steckergehäuse (23) vorgesehen ist, in dem das Überspannungsschutzgerät
(17) eingebaut ist,
wobei die Reihenklemmen (10a, 10b) und die Basisklemme (11) jeweils einen Steckplatz
(16) zum Aufstecken des Steckergehäuses (23) des Überspannungsschutzgerätes (17) aufweisen.
und
wobei die Reihenklemmen (10a, 10b) jeweils ein unverlierbares Trennmesser (19a, 19b)
zur temporären Auftrennung der Signalpfade (12a, 12b) aufweisen.
wobei das Überspannungsschutzgerät (17) mindestens zwei Ableitpfade (18a, 18b) umfasst,
wobei jeder Ableitpfad (18a, 18b) eine Reihenschaltung eines Überspannungsableiters
(19) und eines Varistors (20) umfasst, und
wobei zwischen den Ableitpfaden (12a, 12b, 18a, 18b) eine Barriereeinrichtung (21)
angeordnet ist.
2. Überspannungsschutzeinrichtung (9) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reihenklemmen (10a, 10b) jeweils an den Anschlüssen für die Eingangs- und Ausgangsleitungen
eine Prüfbuchse (24) zur Kontaktierung an die Signalpfade (12a, 12b) aufweisen.
3. Überspannungsschutzeinrichtung (9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Überspannungsschutzgeräte (17) vorhanden sind, die jeweils ein Steckergehäuse
(23) aufweisen, und dass die Anordnung der Reihenklemmen (10a, 10b) mehrere Steckplätze
zum Aufstecken der Steckergehäuse (23) mit den Überspannungsschutzgeräten(17) aufweist.
4. Überspannungsschutzeinrichtung (9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Steckergehäuse (23) zumindest teilweise transparent ausgebildet ist, insbesondere
im Bereich des Varistors (20).
5. Überspannungsschutzeinrichtung (9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Überwachungseinrichtung, insbesondere eine optische Detektionseinrichtung, zum
Detektieren von Überspannungsereignissen innerhalb der Überspannungsschutzeinrichtung
(9) vorgesehen ist.
6. Überspannungsschutzeinrichtung (9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,, dadurch gekennzeichnet, dass der Überspannungsschutzstecker dazu eingerichtet ist durch Aufstecken auf die Reihenklemmenanordnung
Anschlüsse für Einzeladern einer signaltechnischen Einrichtung mit den Reihenklemmen
und einen Erdanschluss mit den Basisklemmen zu verbinden.
1. Overvoltage protection device (9) for signal and control lines, in particular for
a signaling device, for being arranged between an external system (2) and an internal
system (1), comprising:
at least two terminal blocks (10a, 10b) which are each part of a signal path (12a,
12b), wherein the terminal blocks (10a, 10b) comprise connection contacts (13a, 13b,
14a, 14b) for connecting to the internal and external system (1, 2), a base terminal
(11) having a connection for a discharge to ground, and at least one overvoltage protection
apparatus (17) which is electrically connected to the terminal blocks, wherein a plug
housing (23) is provided, in which the overvoltage protection apparatus (17) is installed,
wherein the terminal blocks (10a, 10b) and the base terminal (11) each have a contact
slot (16) for plugging on the plug housing (23) of the overvoltage protection apparatus
(17), and
wherein the terminal blocks (10a, 10b) each have a captive isolating blade (19a, 19b)
for temporarily separating the signal paths (12a, 12b), wherein the overvoltage protection
apparatus (17) comprises at least two discharge paths (18a, 18b), wherein each discharge
path (18a, 18b) comprises a series circuit of an overvoltage arrester (19) and a varistor
(20), and wherein a barrier device (21) is arranged between the discharge paths (12a,
12b, 18a, 18b).
2. Overvoltage protection device (9) according to claim 1, characterized in that the terminal blocks (10a, 10b) each have a test socket (24) for contacting the signal
paths (12a, 12b) at the connections for the input and output lines.
3. Overvoltage protection device (9) according to either of the preceding claims, characterized in that a plurality of overvoltage protection apparatuses (17) which each have a plug housing
(23) are present, and in that the arrangement of the terminal blocks (10a, 10b) has a plurality of contact slots
for plugging the plug housing (23) having the overvoltage protection apparatuses (17).
4. Overvoltage protection device (9) according to any of the preceding claims, characterized in that the plug housing (23) is at least partly transparent, in particular in the region
of the varistor (20).
5. Overvoltage protection device (9) according to any of the preceding claims, characterized in that a monitoring device, in particular an optical detection device, is provided for detecting
overvoltage events within the overvoltage protection device (9).
6. Overvoltage protection device (9) according to any of the preceding claims, characterized in that the overvoltage protection plug is designed to connect connections for single wires
of a signaling device to the terminal blocks and a ground connection to the base terminals
by plugging onto the terminal block arrangement.
1. Dispositif de protection contre les surtensions (9) pour des lignes de signalisation
et de commande, en particulier pour un dispositif de technique de signalisation, destiné
à être disposé entre une installation extérieure (2) et une installation intérieure
(1), avec :
au moins deux blocs de jonction (10a, 10b) qui font chacun partie d'un chemin de signal
(12a, 12b), les blocs de jonction (10a, 10b) présentant des contacts de connexion
(13a, 13b, 14a, 14b) pour la connexion à l'installation intérieure et extérieure (1,
2),
une borne de base (11) avec une connexion pour une décharge à la terre et
au moins un dispositif de protection contre les surtensions (17) relié électriquement
aux blocs de jonction,
dans lequel il est prévu un boîtier de connecteur (23) dans lequel le dispositif de
protection contre les surtensions (17) est intégré,
dans lequel les blocs de jonction (10a, 10b) et la borne de base (11) présentent chacun
un emplacement (16) pour l'enfichage du boîtier de connecteur (23) du dispositif de
protection contre les surtensions (17) et
dans lequel les blocs de jonction (10a, 10b) présentent chacun un couteau de sectionnement
imperdable (19a, 19b) pour couper temporairement les chemins de signal (12a, 12b),
dans lequel le dispositif de protection contre les surtensions (17) comprend au moins
deux chemins de décharge (18a, 18b), chaque chemin de décharge (18a, 18b) comprenant
un montage en série d'un parafoudre (19) et d'une varistance (20), et
dans lequel un dispositif de barrière (21) est disposé entre les chemins de décharge
(12a, 12b, 18a, 18b).
2. Dispositif de protection contre les surtensions (9) selon la revendication 1, caractérisé en ce que les blocs de jonction (10a, 10b) présentent une prise de test (24) pour la mise en
contact avec les chemins de signal (12a, 12b) à chaque fois aux connexions pour les
lignes d'entrée et de sortie.
3. Dispositif de protection contre les surtensions (9) selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que plusieurs dispositifs de protection contre les surtensions (17) sont prévus, qui
présentent chacun un boîtier de connecteur (23), et que l'agencement des blocs de
jonction (10a, 10b) présente plusieurs emplacements pour l'enfichage des boîtiers
de connecteur (23) avec les dispositifs de protection contre les surtensions (17).
4. Dispositif de protection contre les surtensions (9) selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que le boîtier de connecteur (23) est au moins partiellement transparent, en particulier
dans la zone de la varistance (20).
5. Dispositif de protection contre les surtensions (9) selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce qu'un dispositif de surveillance, en particulier un dispositif de détection optique,
est prévu pour détecter les événements de surtension à l'intérieur du dispositif de
protection contre les surtensions (9).
6. Dispositif de protection contre les surtensions (9) selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que le connecteur de protection contre les surtensions est réalisé pour relier des connexions
de conducteurs individuels d'un dispositif de technique de signalisation aux blocs
de jonction et pour relier une connexion de terre aux bornes de base par enfichage
sur l'agencement de blocs de jonction.