[0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Betrieb des Hörhilfegeräts nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 11.
[0002] Hörhilfegeräte sind tragbare Hörvorrichtungen, die zur Versorgung von Schwerhörenden
dienen. Um den zahlreichen individuellen Bedürfnissen entgegenzukommen, werden unterschiedliche
Bauformen von Hörhilfegeräten wie Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO), Hörgerät mit externem
Hörer (RIC: receiver in the canal) und In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO), z.B. auch Concha-Hörgeräte
oder Kanal-Hörgeräte (ITE, CIC), bereitgestellt. Die beispielhaft aufgeführten Hörgeräte
werden am Außenohr oder im Gehörgang getragen. Darüber hinaus stehen auf dem Markt
aber auch Knochenleitungshörhilfen, implantierbare oder vibrotaktile Hörhilfen zur
Verfügung. Dabei erfolgt die Stimulation des geschädigten Gehörs entweder mechanisch
oder elektrisch.
[0003] Hörhilfegeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten einen Eingangswandler,
einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein
akusto-elektrischer Wandler, z. B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer
Empfänger, z. B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer
Wandler, z. B. Miniaturlautsprecher, oder als elektromechanischer Wandler, z. B. Knochenleitungshörer,
realisiert. Der Verstärker ist üblicherweise in eine Signalverarbeitungseinrichtung
integriert. Die Energieversorgung erfolgt üblicherweise durch eine Batterie oder einen
aufladbaren Akkumulator.
[0004] Hörhilfegeräte bzw. deren Ohrschalen verschließen zum einen den Gehörgang ganz oder
teilweise, zum anderen nehmen Hörhilfegeräte bevorzugt Luftschall über ihr Mikrofon
auf, während Körperschall möglichst unterdrückt wird. Die Stimme des Trägers wird
aber gerade aufgrund des Körperschalls anders als von der Umgebung wahrgenommen.
[0005] Für einen Hörgeräteträger ergibt sich aus der Tatsache, dass vor allem der Luftschall
verstärkt wird, eine veränderte und ungewohnte Wahrnehmung der eigenen Stimme. Zusätzlich
führt der Verschluss des Gehörgangs durch das Hörhilfegerät zu einem Effekt, der als
Okklusion bezeichnet wird und die Wahrnehmung ebenfalls verfremdet.
[0006] Ein Hörhilfegerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 11 sind aus
EP 1 744 589 A2 bekannt.
[0007] Ein Verfahren zur Erkennung der eigenen Stimme des Trägers für ein Hörhilfegerät
ist weiterhin aus
DE 10 2011 087 984 A1 bekannt.
[0008] Aus
EP 2 437 394 A1 ist ferner ein Hörhilfegerät bekannt, bei dem jedes Frequenzband einer Filterbank
in zwei parallele Signalverarbeitungspfade aufgeteilt ist. In jeweils einem der beiden
Signalverarbeitungspfade wird dabei eine eingangspegelgesteuerte Dynamikkompression
durchgeführt, während in dem anderen Signalverarbeitungspfad eine ausgangspegelgesteuerte
Dynamikkompression durchgeführt wird. Die beiden Signalverarbeitungspfad werden nach
der jeweiligen Durchführung der unterschiedlichen Dynamikkompressionen in einem bestimmten
Mischverhältnis, d.h. in unterschiedlicher Gewichtung zusammengeführt. Die unterschiedlichen
Kompressionsverfahren können in Abhängigkeit von einer Klassifikation von Hörsituationen
zu- bzw. abgeschaltet werden oder in unterschiedlicher Gewichtung in dem jeweiligen
Frequenzband miteinander verknüpft werden.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Hörhilfegerät und ein Verfahren
zum Betrieb des Hörhilfegeräts bereitzustellen, dass dem Träger ein besseres Hörerlebnis
der eigenen Stimme bietet.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Hörhilfegerät nach Anspruch 1
sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegeräts nach Anspruch 11.
[0011] Das erfindungsgemäße Hörhilfegerät weist einen akusto-elektrischen Wandler, eine
Signalverarbeitungseinrichtung, einen elektro-akustischen Wandler und eine Einrichtung
zum Erkennen der eigenen Stimme eines Trägers auf. Das Hörhilfegerät ist ausgelegt,
die eigenen Stimme des Trägers mittels der Einrichtung zum Erkennen schnell zu erkennen
und, wenn die eigene Stimme erkannt wurde, die Signalverarbeitungseinrichtung mit
einem derart modifizierten Signalverarbeitungsparameter betreiben, dass der Klang
der eigenen Stimme verbessert wird. Dabei wird die modifizierte Einstellung des umgehend
wirksam, d.h. nur durch eine Umsetzung der Änderung in der Signalverarbeitungseinrichtung
verzögert, also innerhalb von höchstens 1 ms, 10 ms oder 50 ms.
[0012] Die Einrichtung zum Erkennen kann dabei die Signalverarbeitungseinrichtung, aber
auch eine separate Einheit des Hörhilfegeräts sein. Ein Erkennen der eigenen Stimme
ist beispielsweise anhand einer Richtung des Schalls oder aufgrund einer Symmetrie
bei einem binauralen Hörhilfegerät mit einem Datenaustausch zu einem zweiten Hörhilfegerät
an einer anderen Seite des Kopfes möglich. Auch kann die Einrichtung zum Erkennen
ein Körperschallmikrofon aufweisen, sodass die Stimme des Trägers anhand des durch
die Schädelknochen übertragenen Anteils erkannt wird. Unterschiedliche Möglichkeiten,
mittels des Signalverarbeitungsparameters den Klang der eigenen Stimme zu verbessern,
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Auf vorteilhafte Weise verändert das Hörhilfegerät einen Signalverarbeitungsparameter,
wenn die eigene Stimme des Trägers erkannt wird. So kann der Klang für diesen Sonderfall,
in dem die eigene Stimme dominiert, angepasst und optimiert werden, ohne den Klang
in sonstigen Hörsituationen zu verschlechtern.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren teilt die Vorteile des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts.
[0015] Weitere vorteilhafte Fortbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0016] In einer denkbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts ist die Einrichtung
zum Erkennen der eigenen Stimme ausgelegt, die eigene Stimme innerhalb der Zeitdauer
eines einzelnen Lauts zu erkennen. Dies ist beispielsweise mit den vorstehend angegebenen
Verfahren oder einer Kombination daraus möglich.
[0017] So ist es auf vorteilhafte Weise möglich, dass das erfindungsgemäße Hörhilfegerät
seine Signalparameter und damit den Klang der eigenen Stimme anpasst, bevor der Träger
sich des veränderten Klangs bewusst wird.
[0018] In einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts weist dieses
eine Einrichtung zur automatischen Verstärkungskontrolle auf. Dabei ist der modifizierte
Signalverarbeitungsparameter ein Signalverarbeitungsparameter der automatischen Verstärkungskontrolle.
Der Signalverarbeitungsparameter ist aus einer Gruppe von Verstärkung, Kompressionsfaktor,
Kniepunkt einer Kompressionskurve oder Zeitkonstante.
[0019] Die eigene Stimme wird wegen der Nähe zum Ohr, und der zusätzlichen Übertragung per
Knochenleitung, stets lauter wahrgenommen. Das erfindungsgemäße Hörhilfegerät passt
daher die Verstärkung, die Kompression und/oder auch Zeitkonstanten an diese erhöhte
Lautstärke und die gewohnte Wahrnehmung an.
[0020] In einer denkbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts weist dieses
eine Einrichtung zur Störgeräuschunterdrückung auf. Dabei gibt der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
eine Stärke einer Störgeräuschunterdrückung an.
[0021] Der Träger des Hörhilfegeräts ist bei der eigenen Stimme nicht darauf angewiesen,
diese aus Umgebungsgeräuschen hervorzuheben, da er seine eigenen Äußerungen kennt.
Das Hörhilfegerät kann daher während des Sprechens des Trägers auf die Störgeräuschunterdrückung
verzichten oder diese reduzieren und so auf vorteilhafte Weise störende Artefakte
vermeiden.
[0022] In einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts weist dieses
eine Einrichtung zur aktiven Okklusionsunterdrückung auf. Dabei gibt der modifizierte
Signalverarbeitungsparameter bei Erkennen der eigenen Stimme des Trägers eine Stärke
einer aktiven Okklusionsunterdrückung.
[0023] Die Okklusion wirkt vor allem bei der eigenen Stimme unangenehm. Das erfindungsgemäße
Hörhilfegerät ist auf vorteilhafte Weise in der Lage, diese Situation zu erkennen
und eine Störung durch die Okklusion zu reduzieren.
[0024] In einer denkbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts beeinflusst
der modifizierte Signalverarbeitungsparameter eine Eigenschaft des akusto-elektrischen
Wandler.
[0025] Beispielsweise ist es denkbar, dass das Mikrofon auf eine omnidirektionale Charakteristik
geschaltet wird, sodass der Träger des Hörhilfegeräts alle Gesprächspartner in seiner
Umgebung wahrnimmt und auf vorteilhafte Weise nicht seine eigene Stimme weiter hervorgehoben
wird.
[0026] Erfindungsgemäß ist das Hörhilfegerät ausgelegt, die Signalverarbeitungseinrichtung
parallel in einem ersten Signalverarbeitungspfad mit dem modifizierten Signalverarbeitungsparameter
und in einem zweiten Signalverarbeitungspfad mit einem zweiten Wert für den Signalverarbeitungsparameter
zu betreiben. Mit anderen Worten, akustische Signale werden parallel auf zwei unterschiedliche
Arten bearbeitet, sodass anschließend zwei Ausgangssignale mit unterschiedlichen Eigenschaften
zur Verfügung stehen. Die Signalverarbeitungseinrichtung ist weiterhin ausgelegt,
in Abhängigkeit von einem Erkennen der eigenen Stimme ein an dem elektro-akustischen
Wandler anliegendes Signal aus einem Ausgangssignal des ersten Signalpfades und einem
Ausgangssignal des zweiten Signalpfades zu mischen.
[0027] Das erfindungsgemäße Hörhilfegerät kann durch die Verarbeitung akustische Signale
aus unterschiedlichen Algorithmen bereitstellen, auch wenn der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
beispielsweise nicht nur die Verarbeitung innerhalb eines Algorithmus verändert, sondern
die Ausführung eines anderen Algorithmus herbeiführt. Selbst in diesem Fall können
durch das Mischen der beiden Ausgangssignale ein weicher Übergang oder beliebige Zwischenwerte
bereitgestellt werden.
[0028] In einer denkbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts wird ein
Erkennen der eigenen Stimme durch einen binären Wert repräsentiert. Dabei ist die
Signalverarbeitungseinrichtung ausgelegt, in Abhängigkeit von dem binären Wert das
an dem elektro-akustischen Wandler anliegendes Signal zwischen dem Ausgangssignal
des ersten Signalpfades und dem Ausgangssignal des zweiten Signalpfades zu überblenden.
[0029] Auf vorteilhafte Weise kann das erfindungsgemäße Hörhilfegerät auch dann einen weichen
und für den Träger angenehmeren Übergang in den Hörgeräteeinstellungen bereitstellen,
wenn die eigentliche Erkennung der eigenen Stimme ein binärer Vorgang mit einem harten
Übergang darstellt.
[0030] In einer denkbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts ist dieses
ausgelegt, Signalverarbeitung in einer Mehrzahl von disjunkten oder nur teilweise
überlappenden Frequenzbändern auszuführen, wobei der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
nur in einer Teilmenge der Mehrzahl von Frequenzbänder angewendet wird.
[0031] Indem die Signalverarbeitung in mehreren disjunkten Frequenzbereichen erfolgt, ist
es möglich, die Signalverarbeitungsparameter bei Erkennen der eigenen Stimme nur in
Frequenzbereichen zu ändern, in denen der Klang der eigenen Stimme angepasst werden
muss, beispielsweise bei niedrigen Frequenzen. Daher können auf vorteilhafte Weise
die Klangcharakteristik besser angepasst werden und, je nach Architektur auch Ressourcen
in der Signalverarbeitung eingespart werden.
[0032] In einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts ist die Einrichtung
zum Erkennen der eigenen Stimme des Trägers ausgelegt, die Stimme des Trägers in einem
der Mehrzahl von Frequenzbändern zu erkennen und die Signalverarbeitungseinrichtung
in diesem der Mehrzahl von Frequenzbändern mit einem derart modifizierten Signalverarbeitungsparameters
zu betreiben, sodass der Klang der eigenen Stimme verbessert wird.
[0033] Es ist auch denkbar, dass das Erkennen der Stimme des Trägers nur in einzelnen der
Mehrzahl von Frequenzbändern erfolgt, beispielsweise, weil die Stimme des Trägers
nur in einzelnen Frequenzbändern spektrale Anteile aufweist. In anderen Frequenzbereichen
kann dann der Klang auf vorteilhafte Weise unverändert bleiben, sodass der Träger
weniger durch Einstellungsänderungen irritiert wird.
[0034] In einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts ist dieses
ausgelegt, den modifizierten Signalverarbeitungsparameter wieder zu einem anderen
Wert zu verändern, wenn die Einrichtung zum Erkennen der eigenen Stimme die eigene
Stimme nicht mehr erkennt.
[0035] So kann das erfindungsgemäße Hörhilfegerät, sobald der Träger aufhört zu sprechen,
wieder die alte oder eine andere Höreinstellung annehmen. Da die Stimme des Trägers
andere Wahrnehmungen überdeckt, bemerkt der Träger auf vorteilhafte Weise die Veränderungen
der Einstellungen während seines Sprechens nicht, weil das Hörhilfegerät vorher und
nachher wieder geeignete Höreinstellungen für die Situation ohne eigene Stimme annimmt.
[0036] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden.
[0037] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine beispielhafte schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts;
- Fig. 2
- ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0038] Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts 100.
In ein Hörhilfegerätegehäuse 10, 20 sind ein oder mehrere Mikrofone, auch als akusto-elektrische
Wandler 2 bezeichnet, zur Aufnahme des Schalls bzw. akustischer Signale aus der Umgebung
eingebaut. Bei dem Hörhilfegerät kann es sich prinzipiell um ein Hinter-dem-Ohr (HdO)
oder Indem-Ohr (IdO) handeln. Die Mikrofone 2 sind akusto-elektrische Wandler 2 zur
Umwandlung des Schalls in erste elektrische Audiosignale. Eine Signalverarbeitungseinrichtung
3, die ebenfalls in dem Hörhilfegerätegehäuse 10, 20 angeordnet ist, verarbeitet die
ersten Audiosignale. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinrichtung 3 wird
an einen Lautsprecher bzw. Hörer 4 übertragen, der ein akustisches Signal ausgibt.
Bei einem HdO-Hörhilfegerät wird der Schall gegebenenfalls über einen Schallschlauch,
der mit einer Otoplastik im Gehörgang fixiert ist, zum Trommelfell des Geräteträgers
übertragen. Es ist aber auch ein anderer elektromechanischer Wandler denkbar, wie
beispielweise ein Knochenleitungshörer. Die Energieversorgung des Hörhilfegeräts 100
und insbesondere die der Signalverarbeitungseinrichtung 3 erfolgt durch eine ebenfalls
in das Hörhilfegerätegehäuse 10, 20 integrierte Batterie 5.
[0039] Das Hörhilfegerät 100 weist ferner eine Einrichtung 6 zum Erkennen der eigenen Stimme
des Trägers auf. Die Einrichtung 6 zum Erkennen der eigenen Stimme des Trägers kann
als separate Einheit ausgeführt sein und dazu erste Audiosignale eines oder mehrerer
akusto-elektrischer Wandler 2 über eine Signalverbindung von der Signalverarbeitungseinrichtung
3 beziehen. Sie könnte auch als separate Einheit außerhalb des Hörhilfegeräts 100
ausgeführt sein und mit diesem in drahtgebundener oder drahtloser Signalverbindung
stehen, wobei das erfindungsgemäße Hörhilfegerät 100 und die Einrichtung 6 in diesem
Fall entsprechende Übertragungseinrichtungen aufweisen.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts ist die
Einrichtung 6 zum Erkennen der eigenen Stimme jedoch in der Signalverarbeitungseinrichtung
3 realisiert, als eigene Schaltung oder auch als ausgeführte Programmanweisungen.
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts 100 ist
die Einrichtung 6 zum Erkennen der eigenen Stimme des Trägers in der Lage, die Stimme
in kurzer Zeit, das heißt innerhalb der Zeitdauer eines einzelnen Lauts oder noch
schneller zu erkennen, beispielsweise innerhalb von weniger als 100 ms oder 50 ms.
Dies ist nur möglich, wenn das Hörhilfegerät besonders schnell erkennbare Eigenschaften
der Stimme nutzt.
[0042] Es ist beispielsweise möglich, dass das Hörhilfegerät 100 einen akusto-elektrischen
Wandler 2 aufweist, der so in dem Hörhilfegerät angeordnet ist, dass er bevorzugt
Körperschall von einer Wand des Gehörgangs aufnimmt, beispielsweise in der Wand des
Gehäuses 20 oder in direktem Kontakt damit angeordnet ist. Tritt hier Schall mit einer
vorbestimmten Minimalamplitude in einem vorbestimmten Frequenzbereich auf, so handelt
es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Stimme des Trägers, die auf diese Weise
schnell erkannt wird.
[0043] Denkbar ist auch, dass die Richtung der Schallquelle oder eine Symmetrie genutzt
wird. So kann mittels mehrerer akusto-elektrischer Wandler 2 eine Richtungsbestimmung
erfolgen, aus der auf die Stimme des Trägers geschlossen wird, wenn die Richtung einer
vorbestimmten Richtung entspricht und eine vorbestimmte Minimalamplitude übertrifft.
[0044] Es ist auch möglich, dass das Hörhilfegerät 100 Teil eine binauralen Hörhilfegerätesystems
ist. Es weist dann eine Kommunikationseinrichtung auf, um über eine Signalverbindung
mit einem anderen Hörhilfegerät 100 des Systems ein Audiosignal zu empfangen. Indem
eine vorbestimmte Ähnlichkeit bzw. Korrelation eines Audiosignals von einem akusto-elektrischen
Wandler 2 und dem empfangenen Audiosignal und gleichzeitiges Überschreiten einer vorbestimmten
Mindestamplitude festgestellt wird, kann ebenfalls die eigene Stimme des Trägers schnell
erkannt werden.
[0045] Denkbar sind auch andere Verfahren zum schnellen Erkennen der eigenen Stimme des
Trägers oder auch logische Verknüpfungen von den genannten oder entsprechenden Verfahren.
[0046] Das Hörhilfegerät 100 ist weiterhin ausgelegt, die Signalverarbeitungseinrichtung
3 mit einem derart modifizierten Signalverarbeitungsparameters zu betreiben, dass
der Klang der eigenen Stimme verbessert wird.
[0047] Die Signalverarbeitungseinrichtung 3 kann bei Erkennen der eigenen Stimme beispielsweise
einen veränderten Parametersatz in der Verarbeitung der Audiosignale in Register laden
und anwenden. Ist die Einrichtung 6 zum Erkennen der eigenen Stimme separat ausgeführt,
so kann sie der Signalverarbeitungseinrichtung 3 einen entsprechenden Wechsel über
die Signalverbindung signalisieren oder einen Parametersatz übermitteln.
[0048] Eine Verbesserung kann beispielsweise dadurch erzielt werden, dass das erfindungsgemäße
Hörhilfegerät in der Signalverarbeitung eine Einrichtung zur automatischen Verstärkungskontrolle
aufweist. Zur Verbesserung des Klangempfindens kann dann beispielsweise als veränderter
Parameter eine Verstärkung, ein Kompressionsfaktor verändert oder reduziert werden,
ein Kniepunkt in einer Kompressionskurve verschoben und/oder eine Zeitkonstante für
eine Regelgeschwindigkeit vergrößert oder verändert werden.
[0049] Die Umsetzung der Änderung erfolgt unmittelbar auf das Erkennen der eigenen Stimme
innerhalb von höchstens 1 ms, 10 ms oder 50 ms. Die Verzögerung kann sich vor allem
dadurch ergeben, dass eine Änderung einer Filtereinstellung erst wirksam wird, wenn
etliche Abtastwerte den Filter durchlaufen haben, während eine Änderung der Verstärkung
innerhalb der Durchlaufzeit eines Abtastwertes durch die Signalverarbeitung wirksam
wird.
[0050] Wenn das Hörhilfegerät eine Einrichtung zur Störgeräuschunterdrückung aufweist, ist
es zur Verbesserung des Klangs auch denkbar, als Signalverarbeitungsparameter deren
Stärke zu verändern, beispielsweise zu reduzieren, um Artefakte durch die eigene Stimme
zu vermeiden.
[0051] Möglich ist auch, dass das Hörhilfegerät eine Einrichtung zur aktiven Okklusionsunterdrückung
aufweist. Eine Okklusion ist besonders unangenehm, wenn der Träger selbst spricht.
Zur Verbesserung kann in diesem Fall das Hörhilfegerät beispielsweise als veränderten
Signalverarbeitungsparameter die Stärke der Okklusionsunterdrückung erhöhen.
[0052] In einer denkbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts Hörhilfegerät
kann als modifizierter Signalverarbeitungsparameter eine Eigenschaft des akusto-elektrischen
Wandlers 2 beeinflusst werden, beispielsweise eine omnidirektionale Empfindlichkeit
eingestellt werden.
[0053] Denkbar ist auch, dass das Hörhilfegerät 100 ausgelegt ist, die Signalverarbeitungseinrichtung
3 parallel in einem ersten Signalverarbeitungspfad mit dem modifizierten Signalverarbeitungsparameter
und in einem zweiten Signalverarbeitungspfad mit einem zweiten Wert für den Signalverarbeitungsparameter
zu betreiben. Beispielsweise kann die Signalverarbeitungseinrichtung 3 die Audiosignale
der akusto-elektrischen Wandler parallel mit zwei Prozessen oder in zwei Kanälen verarbeiten,
jeweils mit unterschiedlichen Parametereinstellungen oder Programmen. Die Signalverarbeitungseinrichtung
3 ist dann durch einen Mischer oder einen entsprechenden Algorithmus in der Lage,
das Ergebnis der Signalverarbeitungspfade mit einem Mischparameter gewichtet zu addieren
oder auf andere Weise zu mischen. So kann ein weicher Übergang bei Erkennen der eigenen
Stimme ausgeführt werden, der den Träger weniger irritiert.
[0054] Insbesondere, wenn das Erkennen nicht als ein weicher Wert im Sinne einer Fuzzy-Logik
realisiert ist, sondern durch einen binären Wert angegeben wird, kann durch einen
sich mit der Zeit verändernden Mischparameter ein sanftes Überblenden zwischen einer
ersten Hörsituation und einer für die eigene Stimme optimierten Hörsituation bzw.
Höreinstellung realisiert werden.
[0055] Vorzugsweise ist das Hörhilfegerät 100 ausgelegt, Signalverarbeitung in einer Mehrzahl
von disjunkten oder nur teilweise überlappenden Frequenzbändern auszuführen, wobei
der modifizierte Signalverarbeitungsparameter nur in einer Teilmenge der Mehrzahl
von Frequenzbänder angewendet wird. Üblicherweise teilen Hörhilfegeräte zur frequenzabhängigen
Anpassung der Verstärkung das bzw. die Audiosignale der akusto-elektrischen Wandler
2 in der Signalverarbeitung 3 z.B. mittels einer Filterbank oder einer FFT in eine
Mehrzahl von disjunkten oder nur teilweise überlappenden Frequenzbereichen auf. Die
eigene Stimme wird normalerweise durch die Körperschallübertragung vor allem in niedrigeren
Frequenzbereichen wahrgenommen, sodass es zur Verbesserung des Klangs der eigenen
Stimme genügt, wenn nur in einigen der Mehrzahl der Frequenzbänder eine Anpassung
eines Signalverarbeitungsparameters erfolgt.
[0056] Denkbar ist es dabei auch, dass die Einrichtung 6 zum Erkennen der eigenen Stimme
nur auf einem oder einigen der Frequenzbänder ausgeführt wird, um die eigene Stimme
des Trägers zu erkennen. So kann zum Beispiel die Rechenlast verringert oder die Zuverlässigkeit
für das Erkennen erhöht werden.
[0057] Schließlich ist das erfindungsgemäße Hörhilfegerät ausgelegt, in dem Fall, dass die
eigene Stimme des Trägers nicht mehr erkannt wird, wieder in das vorherige Hörprogramm
zurückzukehren oder ein an eine andere Situation angepasstes Hörprogramm einzustellen.
Dabei ist es denkbar, dass der Wechsel bei einer Einrichtung zum schnellen Erkennen
auch wieder schnell erfolgt, beispielsweise in höchstens 50 ms oder 100 ms, das Hörhilfegerät
also ausgelegt ist, bei einem Wortwechsel schnell umzuschalten und dabei sowohl einen
angenehmen Klang der eigenen Stimme bereitzustellen, als auch eine ungestörte Wahrnehmung
der Stimme des Gesprächspartners zu ermöglichen.
[0058] Fig. 2 stellt ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens dar.
[0059] In einem Schritt S10 wird mit der zuvor beschriebenen Einrichtung 6 die eigene Stimme
des Trägers innerhalb der Zeitdauer eines einzelnen Lauts erkannt.
[0060] In einem Schritt S20 werden dann, wenn die eigene Stimme erkannt wurde, von dem Hörhilfegerät
100 bzw. der Einrichtung 6 oder der Signalverarbeitungseinrichtung 3 ein oder mehrere
Signalverarbeitungsparameter derart verändert, dass der Klang der eigenen Stimme verbessert
wird. Die verschiedenen Möglichkeiten für das Verfahren zur Klangverbesserung wurden
schon in der vorhergehenden Diskussion zum Hörhilfegerät 100 erläutert.
[0061] In einem denkbaren Schritt S30 werden dann, wenn die eigene Stimme nicht mehr erkannt
wird, von dem Hörhilfegerät 100 bzw. der Einrichtung 6 oder der Signalverarbeitungseinrichtung
3 ein oder mehrere Signalverarbeitungsparameter wiederum verändert, sodass eine ursprüngliche
Höreinstellung wieder hergestellt wird oder eine veränderte Höreinstellung für eine
neue Hörsituation eingestellt wird.
[0062] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Hörhilfegerät, wobei das Hörhilfegerät (100) einen akusto-elektrischen Wandler (2),
eine Signalverarbeitungseinrichtung (3), einen elektro-akustischen Wandler (4) und
eine Einrichtung (6) zum schnellen Erkennen der eigenen Stimme eines Trägers aufweist,
wobei das Hörhilfegerät (100) ausgelegt ist, die eigene Stimme des Trägers mittels
der Einrichtung (6) zum Erkennen der eigenen Stimme des Trägers zu erkennen und, wenn
die eigene Stimme erkannt wurde, die Signalverarbeitungseinrichtung mit einem derart
modifizierten Signalverarbeitungsparameter zu betreiben, dass der Klang der eigenen
Stimme verbessert wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Hörhilfegerät (100) ausgelegt ist, die Signalverarbeitungseinrichtung (3) parallel
in einem ersten Signalverarbeitungspfad mit dem modifizierten Signalverarbeitungsparameter
und in einem zweiten Signalverarbeitungspfad mit einem zweiten Wert für den Signalverarbeitungsparameter
zu betreiben, wobei die Signalverarbeitungseinrichtung (3) weiterhin ausgelegt ist,
in Abhängigkeit von einem Erkennen der eigenen Stimme ein an dem elektro-akustischen
Wandler anliegendes Signal aus einem Ausgangssignal des ersten Signalverarbeitungspfades
und einem Ausgangssignal des zweiten Signalverarbeitungspfades zu mischen.
2. Hörhilfegerät nach Anspruch 1, wobei die Einrichtung (6) zum Erkennen der eigenen
Stimme ausgelegt ist, die eigene Stimme innerhalb der Zeitdauer eines einzelnen Lauts
zu erkennen.
3. Hörhilfegerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Hörhilfegerät (100) eine Einrichtung
zur automatischen Verstärkungskontrolle aufweist und der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
ein Signalverarbeitungsparameter der automatischen Verstärkungskontrolle aus einer
Gruppe von Verstärkung, Kompressionsfaktor, Kniepunkt einer Kompressionskurve oder
Zeitkonstante ist.
4. Hörhilfegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hörhilfegerät (100)
eine Einrichtung zur Störgeräuschunterdrückung aufweist und der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
eine Stärke einer Störgeräuschunterdrückung angibt.
5. Hörhilfegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hörhilfegerät (100)
eine Einrichtung zur aktiven Okklusionsunterdrückung aufweist und der modifizierte
Signalverarbeitungsparameter eine Stärke einer aktiven Okklusionsunterdrückung angibt.
6. Hörhilfegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
eine Eigenschaft des akusto-elektrischen Wandlers (2) beeinflusst.
7. Hörhilfegerät nach Anspruch 6, wobei ein Erkennen der eigenen Stimme durch einen binären
Wert repräsentiert wird und die Signalverarbeitungseinrichtung (3) ausgelegt ist,
in Abhängigkeit von dem binären Wert das an dem elektro-akustischen Wandler (4) anliegende
Signal zwischen dem Ausgangssignal des ersten Signalverarbeitungspfades und dem Ausgangssignal
des zweiten Signalverarbeitungspfades zu überblenden.
8. Hörhilfegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hörhilfegerät (100)
ausgelegt ist, Signalverarbeitung in einer Mehrzahl von disjunkten oder nur teilweise
überlappenden Frequenzbändern auszuführen, wobei der modifizierte Signalverarbeitungsparameter
nur in einer Teilmenge der Mehrzahl von Frequenzbänder angewendet wird.
9. Hörhilfegerät nach Anspruch 8, wobei die Einrichtung (6) zum Erkennen der eigenen
Stimme des Trägers ausgelegt ist, die Stimme des Trägers in einem der Mehrzahl von
Frequenzbändern zu erkennen und die Signalverarbeitungseinrichtung in diesem der Mehrzahl
von Frequenzbändern mit einem derart modifizierten Signalverarbeitungsparameters zu
betreiben, dass der Klang der eigenen Stimme verbessert wird.
10. Hörhilfegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hörhilfegerät (100)
ausgelegt ist, den modifizierten Signalverarbeitungsparameter wieder zu einem anderen
Wert zu verändern, wenn die Einrichtung zum Erkennen der eigenen Stimme die eigene
Stimme nicht mehr erkennt.
11. Verfahren zum Verbessern einer Wahrnehmung der eigenen Stimme auf einem Hörhilfegerät
(100), wobei das Hörhilfegerät (100) einen akusto-elektrischen Wandler (2), eine Signalverarbeitung
(3), einen elektro-akustischen Wandler (4) und eine Einrichtung (6) zum Erkennen der
eigenen Stimme eines Trägers aufweist,
wobei das Verfahren die Schritte aufweist:
Erkennen der eigenen Stimme des Trägers mittels der Einrichtung (6) zum Erkennen,
Modifizieren eines Signalverarbeitungsparameters derart, dass der Klang der eigenen
Stimme verbessert wird, wenn die eigene Stimme erkannt wurde,
gekennzeichnet durch Erkennen der eigenen Stimme des Trägers innerhalb der Zeitdauer eines einzelnen Lauts,
Durchführung einer Signalverarbeitung mittels der Signalverarbeitungseinrichtung (3)
parallel in einem ersten Signalverarbeitungspfad mit dem modifizierten Signalverarbeitungsparameter
und in einem zweiten Signalverarbeitungspfad mit einem zweiten Wert für den Signalverarbeitungsparameter,
wobei durch die Signalverarbeitungseinrichtung (3) in Abhängigkeit von einem Erkennen
der eigenen Stimme ein an dem elektro-akustischen Wandler anliegendes Signal aus einem
Ausgangssignal des ersten Signalverarbeitungspfades und einem Ausgangssignal des zweiten
Signalverarbeitungspfades gemischt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei ein Erkennen der eigenen Stimme durch einen binären
Wert repräsentiert wird und die Signalverarbeitungseinrichtung (3) in Abhängigkeit
von dem binären Wert das an dem elektro-akustischen Wandler anliegende Signal zwischen
dem Ausgangssignal des ersten Signalverarbeitungspfades und dem Ausgangssignal des
zweiten Signalverarbeitungspfades überblendet.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei Signalverarbeitung in einer Mehrzahl von
disjunkten oder nur teilweise überlappenden Frequenzbändern ausgeführt wird, wobei
der modifizierte Signalverarbeitungsparameter nur in einer Teilmenge der Mehrzahl
von Frequenzbänder angewendet wird.
1. Hearing aid, wherein the hearing aid (100) has an acousto-electric transducer (2),
a signal processing device (3), an electro-acoustic transducer (4) and a device (6)
for quickly recognizing a wearer's own voice,
wherein the hearing aid (100) is designed to recognize the wearer's own voice by means
of the device (6) for recognizing the wearer's own voice and, when the wearer's own
voice has been recognized, to operate the signal processing device with a signal processing
parameter that is modified such that the sound of the wearer's own voice is improved,
characterized in that the hearing aid (100) is designed to operate the signal processing device (3) with
the modified signal processing parameter in a first signal processing path and with
a second value for the signal processing parameter in a second signal processing path
in parallel, wherein the signal processing device (3) is additionally designed to
take recognition of the wearer's own voice as a basis for mixing a signal applied
to the electro-acoustic transducer from an output signal of the first signal processing
path and an output signal of the second signal processing path.
2. Hearing aid according to Claim 1, wherein the device (6) for recognizing the wearer's
own voice is designed to recognize the wearer's own voice within the period of a single
sound.
3. Hearing aid according to Claim 1 or 2, wherein the hearing aid (100) has a device
for automatic gain control and the modified signal processing parameter is a signal
processing parameter of the automatic gain control from a group comprising gain, compression
factor, knee of a compression curve or time constant.
4. Hearing aid according to one of the preceding claims, wherein the hearing aid (100)
has a device for noise reduction and the modified signal processing parameter indicates
a level of noise reduction.
5. Hearing aid according to one of the preceding claims, wherein the hearing aid (100)
has a device for active occlusion reduction and the modified signal processing parameter
indicates a level of active occlusion reduction.
6. Hearing aid according to one of the preceding claims, wherein the modified signal
processing parameter influences a property of the acousto-electric transducer (2).
7. Hearing aid according to Claim 6, wherein recognition of the wearer's own voice is
represented by a binary value and the signal processing device (3) is designed to
take the binary value as a basis for cross-fading the signal applied to the electro-acoustic
transducer (4) between the output signal of the first signal processing path and the
output signal of the second signal processing path.
8. Hearing aid according to one of the preceding claims, wherein the hearing aid (100)
is designed to carry out signal processing in a plurality of disjunct or only partially
overlapping frequency bands, wherein the modified signal processing parameter is applied
only in a subset of the plurality of frequency bands.
9. Hearing aid according to Claim 8, wherein the device (6) for recognizing the wearer's
own voice is designed to recognize the voice of the wearer in one of the plurality
of frequency bands and to operate the signal processing device in this one of the
plurality of frequency bands with a signal processing parameter that is modified such
that the sound of the wearer's own voice is improved.
10. Hearing aid according to one of the preceding claims, wherein the hearing aid (100)
is designed to alter the modified signal processing parameter to a different value
again when the device for recognizing the wearer's own voice no longer recognizes
the wearer's own voice.
11. Method for improving perception of the wearer's own voice on a hearing aid (100),
wherein the hearing aid (100) has an acousto-electric transducer (2), a signal processing
device (3), an electro-acoustic transducer (4) and a device (6) for recognizing a
wearer's own voice,
wherein the method has the steps of:
recognizing the wearer's own voice by means of the device (6) for recognizing,
modifying a signal processing parameter such that the sound of the wearer's own voice
is improved when the wearer's own voice has been recognized,
characterized by recognizing the wearer's own voice within the period of a single sound,
performing signal processing by means of the signal processing device (3) with the
modified signal processing parameter in a first signal processing path and with a
second value for the signal processing parameter in a second signal processing path
in parallel, wherein the signal processing device (3) takes recognition of the wearer's
own voice as a basis for mixing a signal applied to the electro-acoustic transducer
from an output signal of the first signal processing path and an output signal of
the second signal processing path.
12. Method according to Claim 11, wherein recognition of the wearer's own voice is represented
by a binary value and the signal processing device (3) takes the binary value as a
basis for cross-fading the signal applied to the electro-acoustic transducer between
the output signal of the first signal processing path and the output signal of the
second signal processing path.
13. Method according to Claim 11 or 12, wherein signal processing is carried out in a
plurality of disjunct or only partially overlapping frequency bands, wherein the modified
signal processing parameter is applied only in a subset of the plurality of frequency
bands.
1. Appareil d'assistance auditive, l'appareil d'assistance auditive (100) possédant un
convertisseur acousto-électrique (2), un dispositif de traitement de signal (3), un
convertisseur électroacoustique (4) et un dispositif (6) destiné à la reconnaissance
rapide de la voix propre d'un porteur,
l'appareil d'assistance auditive (100) étant conçu pour reconnaître la voix propre
du porteur au moyen du dispositif (6) destiné à la reconnaissance de la voix propre
du porteur et, lorsque la voix propre a été reconnue, faire fonctionner le dispositif
de traitement de signal avec un paramètre de traitement de signal modifié de telle
sorte que le ton de la voix propre est amélioré,
caractérisé en ce que l'appareil d'assistance auditive (100) est conçu pour faire fonctionner le dispositif
de traitement de signal (3) en parallèle dans un premier trajet de traitement de signal
avec le paramètre de traitement de signal modifié et dans un deuxième trajet de traitement
de signal avec une deuxième valeur pour le paramètre de traitement de signal, le dispositif
de traitement de signal (3) étant en outre conçu pour, en fonction d'une reconnaissance
de la voix propre, mélanger un signal appliqué au convertisseur électroacoustique
à partir d'un signal de sortie du premier trajet de traitement de signal et d'un signal
de sortie du deuxième trajet de traitement de signal.
2. Appareil d'assistance auditive selon la revendication 1, le dispositif (6) destiné
à la reconnaissance de la voix propre étant conçu pour reconnaître la voix propre
au sein de la durée d'un son unique.
3. Appareil d'assistance auditive selon la revendication 1 ou 2, l'appareil d'assistance
auditive (100) possédant un dispositif de contrôle d'amplification automatique et
le paramètre de traitement de signal modifié étant un paramètre de traitement de signal
du contrôle d'amplification automatique faisant partie d'un groupe comprenant le gain,
le facteur de compression, le coude d'une courbe de compression ou une constante de
temps.
4. Appareil d'assistance auditive selon l'une des revendications précédentes, l'appareil
d'assistance auditive (100) possédant un dispositif de suppression des bruits parasites
et le paramètre de traitement de signal modifié indiquant une intensité d'une suppression
des bruits parasites.
5. Appareil d'assistance auditive selon l'une des revendications précédentes, l'appareil
d'assistance auditive (100) possédant un dispositif de suppression d'occlusion active
et le paramètre de traitement de signal modifié indiquant une intensité d'une suppression
d'occlusion active.
6. Appareil d'assistance auditive selon l'une des revendications précédentes, le paramètre
de traitement de signal modifié influençant une propriété du convertisseur acousto-électrique
(2).
7. Appareil d'assistance auditive selon la revendication 6, une reconnaissance de la
voix propre étant représentée par une valeur binaire et le dispositif de traitement
de signal (3) étant conçu pour, en fonction de la valeur binaire, effectuer un fondu
du signal appliqué au convertisseur électroacoustique (4) entre le signal de sortie
du premier trajet de traitement de signal et le signal de sortie du deuxième trajet
de traitement de signal.
8. Appareil d'assistance auditive selon l'une des revendications précédentes, l'appareil
d'assistance auditive (100) étant conçu pour exécuter un traitement de signal dans
une pluralité de bandes de fréquences disjointes ou ne se chevauchant que partiellement,
le paramètre de traitement de signal modifié n'étant appliqué que dans une quantité
partielle de la pluralité de bandes de fréquences.
9. Appareil d'assistance auditive selon la revendication 8, le dispositif (6) destiné
à la reconnaissance de la voix propre du porteur étant conçu pour reconnaître la voix
du porteur dans l'une de la pluralité de bandes de fréquences et faire fonctionner
le dispositif de traitement de signal dans celle-ci de la pluralité de bandes de fréquences
avec un paramètre de traitement de signal modifié de telle sorte que le ton de la
voix propre est amélioré.
10. Appareil d'assistance auditive selon l'une des revendications précédentes, l'appareil
d'assistance auditive (100) étant conçu pur modifier de nouveau le paramètre de traitement
de signal modifié en une autre valeur lorsque le dispositif destiné à la reconnaissance
de la voix propre ne reconnaît plus la voix propre.
11. Procédé pour améliorer une perception de la voix propre sur un appareil d'assistance
auditive (100), l'appareil d'assistance auditive (100) possédant un convertisseur
acousto-électrique (2), un dispositif de traitement de signal (3), un convertisseur
électroacoustique (4) et un dispositif (6) destiné à la reconnaissance rapide de la
voix propre d'un porteur, le procédé comprenant les étapes suivantes :
reconnaissance de la voix propre du porteur au moyen du dispositif (6) destiné à la
reconnaissance,
modification d'un paramètre de traitement de signal de telle sorte que le ton de la
voix propre est amélioré lorsque la voix propre est reconnue,
caractérisé par la reconnaissance de la voix propre du porteur au sein de la durée d'un son unique,
réalisation d'un traitement de signal au moyen du dispositif de traitement de signal
(3) en parallèle dans un premier trajet de traitement dé signal avec le paramètre
de traitement de signal modifié et dans un deuxième trajet de traitement de signal
avec une deuxième valeur pour le paramètre de traitement de signal, un signal appliqué
au convertisseur électroacoustique étant mélangé par le dispositif de traitement de
signal (3) à partir d'un signal de sortie du premier trajet de traitement de signal
et d'un signal de sortie du deuxième trajet de traitement de signal en fonction d'une
reconnaissance de la voix propre.
12. Procédé selon la revendication 11, une reconnaissance de la voix propre étant représentée
par une valeur binaire et le dispositif de traitement de signal (3) effectuant un
fondu du signal appliqué au convertisseur électroacoustique entre le signal de sortie
du premier trajet de traitement de signal et le signal de sortie du deuxième trajet
de traitement de signal en fonction de la valeur binaire.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, le traitement de signal étant effectué dans
une pluralité de bandes de fréquences disjointes ou ne se chevauchant que partiellement,
le paramètre de traitement de signal modifié n'étant appliqué que dans une quantité
partielle de la pluralité de bandes de fréquences.