[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument, das als Passbuch ausgebildet ist,
mit einem flächig ausgedehnten Verbundkörper, welcher aus mehreren Substratschichten
zusammengefügt ist.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl von Sicherheitsdokumenten bekannt, welche
einen kartenförmigen Verbundkörper aufweisen oder umfassen.
[0003] Als Sicherheitsdokumente werden alle jene Dokumente bezeichnet, welche mindestens
ein Merkmal aufweisen, welches eine Nachahmung, Verfälschung oder Duplizierung oder
unautorisierte Herstellung des Dokuments erschwert und/oder unmöglich macht. Sicherheitsdokumente
umfassen beispielsweise Ausweise, Führerscheine, Reisepässe, Personalausweise, Zugangskarten,
aber auch Kreditkarten, Postwertzeichen, Aktien, Visa und Ähnliches, um nur einige
aufzuzählen. Um eine Nachahmung und Verfälschung zu erschweren, ist es ein Bestreben,
möglichst schwer herzustellende und/oder nachzuahmende Sicherheitsmerkmale in ein
Sicherheitsdokument zu integrieren. Darüber hinaus ist es ein Bestreben, die Sicherheitsmerkmale
so auszubilden, dass diese einfach und zuverlässig verifizierbar sind. Unter einem
Verifizieren wird das Überprüfen des Merkmals auf Echtheit und/oder Unversehrtheit
verstanden.
[0004] Aus der
US 2006/0292946 A1, die den Oberbegriff des Anspruchs 1 offenbart, ist eine Finanztransaktionskarte
bekannt, die einen Bogen aus einem ersten thermoplastischen Material und einen Bogen
aus einem zweiten thermoplastischen Material umfasst, deren ebene Flächen miteinander
so verbunden sind, dass eine einheitliche gemeinsame umlaufende Kante gebildet wird.
Zwischen den Bögen ist ein Gewebematerial angeordnet. Mindestens einer der Bögen weist
einen Sichtbereich auf, der das Gewebematerial überdeckt und ausreichend transparent
oder transluzent für sichtbares Licht ist, sodass das Gewebematerial durch den Sichtbereich
erfassbar ist, wodurch das Gewebematerial einen visuellen Eindruck der Karte mitprägt.
[0005] Aus der
EP 1 322 480 ist beispielsweise ein Sicherheitsdokument in Form eines Aufzeichnungsträgers bekannt,
wie er insbesondere in Kredit- oder Ausweiskarten verwendet wird. Der Aufzeichnungsträger
weist eine obere Schicht auf, die auf ihrer Außenseite eine Mehrzahl von Lentikularlinsen
und rückseitig ein Darstellungselement besitzt, das beim Kippen des Aufzeichnungsträgers
um wenigstens eine Achse beweglich erscheint. Die Lentikularlinsen erstrecken sich
über lediglich einen Teilbereich der genannten Außenseite. Das Darstellungselement
ist ein Sicherheitselement, das auf einer inneren Kartenschicht aufgedruckt ist.
[0006] Solche beweglich erscheinenden Darstellungselemente sind aus dem Stand der Technik
auch in Form von Kippbildern oder als sogenannte CLI- und MLI-Sicherheitsmerkmale
bekannt, bei denen durch Lentikularlinsen hindurch mit Hilfe von Laserstrahlung ein
Dokumentkörper in Fokusgebieten der Lentikularlinsen markiert wird. Es ist möglich,
für unterschiedliche Einstrahlrichtungen unterschiedliche Informationen in den Dokumentkörper
zu markieren. Unter unterschiedlichen Betrachtungsrichtungen, welche den Belichtungsrichtungen
oder Einstrahlrichtungen entsprechen, können die unterschiedlichen, über die Markierungen
ausgebildeten Informationen anschließend optisch erfasst werden. Die erfassten Abbildungen
werden als Changeable Laser Images (CLI) bezeichnet, da sich die erfasste Information,
welche mit dem Laser einbelichtet ist, abhängig von der Betrachtungsrichtung ändert.
Die hierbei eingebrachten Markierungen werden auch als CLI-Markierungen bezeichnet.
MLI steht für Multiple Laser Image. Die Begriffe CLI und MLI werden auch für Sicherheitsmerkmale
verwendet, bei denen die Linsenelemente keine Zylindersymmetrie aufweisen.
[0007] Bei einer Klasse von Sicherheitsdokumenten wird ein Verbundkörper, welcher aus mehreren
Substratschichten gebildet ist, mit weiteren Seiten, welche häufig auf Papierbasis
hergestellt sind, zu einem Büchlein oder Buch zusammengefügt. Ein Beispiel hierfür
sind Passbücher mit einer als Verbundkörper ausgebildeten Passkarte. Die zum Ausbilden
des Verbundkörpers verwendeten Kunststoffmaterialien weisen in der Regel keine ausreichende
Elastizität und Knick- oder Biegefähigkeiten auf, um unmittelbar wie Papierseiten
in ein Passbuch eingebunden werden zu können.
[0008] Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl von Verfahren bekannt, einen Verbundkörper
mit einem Laschstreifen auszubilden, welche die nötige Flexibilität im Hinblick auf
eine Biege- und/oder Knickbeanspruchung aufweist und in ein Passbuch mit den weiteren
Seiten eingebunden werden kann.
[0009] Aus der
DE 103 42 946 A1 sind eine Einlageblatt für ein buchartiges Identifikationsdokument, ein Identifikationsdokument
und ein Verfahren zur Herstellung eines buchartigen Identifikationsdokuments bekannt,
wobei das Einlageblatt mit einer Naht in einem Scharnierbereich entlang einer Seite
mit den übrigen Buchseiten verbindbar ist. Das Einlageblatt besteht aus mindestens
einer Schicht aus einem thermoplastischen Elastomer und mindestens einer weiteren
Schicht. Die mindestens eine weitere Schicht erstreckt sich in Richtung der Einlageblattebene
im Wesentlichen von der Naht gegenüberliegenden Seite bis zu dem Scharnierbereich
und die mindestens eine Schicht aus dem thermoplastischen Elastomer erstreckt sich
in den Scharnierbereich hinein. Die Schichten, die das Einlageblatt bilden, sind miteinander
laminiert. Als bevorzugtes thermoplastisches Elastomer ist thermoplastisches Polyurethan
(TPU) vorgeschlagen. Für die mindestens eine weitere Schicht werden hochtemperaturstabile
Kunststoffe, beispielsweise Polycarbonate (PC), vorgeschlagen. Die Personalisierung
des Einlageblattes, welches ein Verbundkörper aus mehreren Schichten ist, erfolgt
in den hochtemperaturstabilen Kunststoffen.
[0010] Erfahrungen aus der Praxis mit solchen Passbüchern haben jedoch gezeigt, dass sich
bei einem Einlageblatt aus einem thermoplastischen Elastomer und einer hierauf laminierten
mindestens einen weiteren Schicht aus einem hochtemperaturstabilen Kunststoff wie
Polycarbonat (PC) die mit der Personalisierung versehene PC-Schicht von der aus dem
thermoplastischen Elastomer gebildeten Schicht bei einer geschickten Wahl von Temperatur
und Zugfähigkeit wieder lösen lässt. Hierbei lässt sich in manchen Fällen die personalisierte
PC-Schicht fast unbeschädigt von der aus dem thermoplastischen Elastomer gebildeten
Schicht lösen. Dieses ist im Hinblick auf die Fälschungssicherheit des Passbuches
sehr nachteilig.
[0011] Eine Ursache dafür, dass sich die mindestens eine an dem thermoplastischen Elastomer
bestehende Schicht und die mindestens eine weitere Schicht nachträglich wieder voneinander
lösen lassen, liegt darin, dass die beiden Materialien unterschiedliche Schmelztemperaturen
aufweisen. Bei einem Laminationsprozess ist es daher häufig nicht möglich, eine Temperatur
zu wählen, bei der beide Materialien an der Grenzfläche aufschmelzen und sich so miteinander
verbinden, dass eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung ausgebildet wird. Unter
einer nicht zerstörungsfrei lösbaren Verbindung wird im Folgenden eine Verbindung
zwischen zwei Schichten verstanden, die nicht wieder auflösbar ist, ohne dass insbesondere
an der mit der höheren Schmelztemperatur versehenen Schicht eine Beschädigung entsteht.
Soll beispielsweise Polycarbonat (PC) auf das thermoplastische Elastomer thermoplastisches
Polyurethan (TPU) laminiert werden, so schmilzt bei einer zu geringen Temperatur das
Polycarbonat (PC) nicht. Wird hingegen eine zu hohe Temperatur gewählt, so besteht
die Gefahr, dass das thermoplastische Polyurethan (TPU) vollständig aufschmilzt, welches
nachteilig für dessen Formstabilität ist. Daher sind Laminate zwischen thermoplastischen
Elastomeren in hochtemperaturstabilen Thermoplasten bei normalen Laminationsprozessen
nicht von ausreichender Güte, um eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung in
jedem Fall zu gewährleisten, wie die Praxis gezeigt hat.
[0012] Allgemein ergibt sich somit für den Fachmann von Sicherheitsdokumenten das Problem,
diese dahingehend weiter zu entwickeln, dass eine Manipulation und/oder Verfälschung
der Sicherheitsdokumente erschwert wird und neuartige, schwer nachzuahmende Sicherheitsmerkmale
geschaffen werden.
Grundidee der Erfindung
[0013] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, neuartige Sicherheitsdokumente zu schaffen,
welche ein Textil als Bestandteil eines Verbundkörpers nutzen. Eine gesteigerte Sicherheit
wird dadurch erreicht, dass das Textil so gewählt wird und in einem Verbundkörper
des Sicherheitsdokuments so angeordnet wird, dass das Textil mit einer optisch erfassbaren
Darstellung des Sicherheitsdokuments überlagert ist oder überlagerbar ist und mit
dieser zusammenwirkt, dass durch die Oberseite des Verbundkörpers Abbildungen erfassbar
sind, deren Inhalte von einer Erfassungsrichtung relativ zu der Oberseite des Verbundkörpers
abhängig sind. Es wird somit in der Wechselbeziehung zwischen zumindest einem Teil
eines zwischen Substratschichten in dem Verbundkörper angeordneten Textils und der
optisch erfassbaren Darstellung geschaffen.
Definitionen
[0014] Als optisch oder grafisch erfassbar wird eine Darstellung bezeichnet, von der mit
einem bildgebenden Verfahren eine Abbildung erfasst werden kann und mittels einer
Bildauswertung dieser Abbildung die Darstellung extrahierbar ist. Dieses bedeutet,
dass eine bildliche Darstellung, d.h. grafische Darstellung, einer Information als
optisch erfassbare Darstellung bezeichnet wird, von der eine optisch ausgeführte Abbildung
erfasst werden kann, beispielsweise mit einer Kamera oder mit dem Auge, und aus der
Abbildung die dargestellte Information extrahierbar ist. Eine optisch erfassbare Darstellung
kann beispielsweise drucktechnisch auf einem Substrat ausgebildet sein. Ebenso kann
die optisch erfassbare Darstellung auch in einem Hologramm gespeichert sein, und wird
erst bei der Rekonstruktion des Hologramms wahrnehmbar und erfassbar. Auch eine grafische
Darstellung einer Information, die mittels lumineszierender Farben gedruckt ist, ist
unter einer Beleuchtung mit Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich eventuell nicht,
jedoch bei einer Beleuchtung mit UV-Licht optisch erfassbar und wahrnehmbar und stellt
somit eine optisch erfassbare Darstellung dar. Darstellungen von alphanumerischen
Schriftzeichen sowie von Strich- und/oder Produktcodes, von Rastern, beispielsweise
bestehend aus sich kreuzenden Linien, oder von grafischen Symbolen, die sich jeweils
von einem Hintergrund unterscheiden, auf dem diese dargestellt sind, stellen einige
Beispiele für grafisch erfassbare Darstellungen dar. Ein schwarzer Schriftzug auf
einem schwarzen Hintergrund stellt im Sinne dieser Definition keine grafisch erfassbare
Darstellung oder optisch erfassbare Darstellung dar, da aus einer erfassten Abbildung
des Darstellungsbereichs des Schriftzugs der Schriftzug nicht abgeleitet oder extrahiert
werden kann. Ist ein monofarbiger Schriftzug vor einem unterschiedlich farbigen Hintergrund
ausgebildet, so liegt eine grafisch erfassbare Darstellung vor, sofern sich zumindest
ein Teil dieses monofarbigen Schriftzugs von dem Hintergrund in einer erfassten Abbildung
abhebt und somit erkennbar ist. Dieser erkennbare Teil des Schriftzugs stellt eine
grafisch erfassbare Darstellung dar.
[0015] Als grafische Darstellung wird jede bildliche Darstellung verstanden. Hierunter werden
auch Schriftzeichen, Symbole, Piktogramme, Graphen, Bilder, aber auch Linienmuster,
wie beispielsweise Guillochen, oder Raster aus sich kreuzenden Linien, etc. verstanden,
um einige Beispiele aufzuzählen. Diese Aufzählung ist nur beispielhaft und nicht vollständig.
Bevorzugte Ausführungsformen
[0016] Insbesondere wird ein Sicherheitsdokument geschaffen, welches einen flächig ausgedehnten
Verbundkörper mit einer Oberseite und einer gegenüberliegenden Unterseite, welcher
aus mindestens zwei Substratschichten zusammengefügt ist, sowie ein aus Fäden gebildetes
Textil umfasst, von dem mindestens ein flächiger Abschnitt zwischen den mindestens
zwei Substratschichten angeordnet ist, wobei mindestens eine optisch erfassbare Darstellung
in dem Sicherheitsdokument angeordnet ist, welche zumindest von einem Teil des zwischen
den mindestens zwei Substratschichten angeordneten Abschnitts des Textils überdeckt
ist oder überdeckbar ist, wobei das Textil und die mindestens eine optisch erfassbare
Darstellung so ausgebildet sind, dass eine durch die Oberseite des Verbundkörpers
erfasste Abbildung der Überlagerung des zumindest einen Teils des Abschnitts des Textils
über der mindestens einen optisch erfassbaren Darstellung von einer Erfassungsrichtung
relativ zu der Oberseite des Verbundkörpers abhängig ist.
[0017] Es wird somit ein erfassungsrichtungsabhängiges optisch erfassbares Sicherheitsmerkmal
geschaffen. Hierbei sind grundsätzlich verschiedene Ausführungsformen denkbar.
[0018] Erfindungsgemäß steht das Textil mit einem Laschenabschnitt über Ränder der mindestens
zwei Substratschichten des Verbundkörpers, zwischen denen das Textil mit dem einen
Abschnitt angeordnet ist, vor und ist der Laschenabschnitt mit weiteren Buchseiten
zu einem Buch zusammengefügt. Vorzugsweise handelt es sich bei einem solchen als Buch
ausgebildeten Sicherheitsdokument um ein Passbuch oder Ähnliches. Ein Vorteil besteht
darin, dass eine hohe Knick- und Biegebeständigkeit eines Textils genutzt werden kann,
um einen Verbundkörper in ein solches als Buch ausgebildetes Sicherheitsdokument einzubinden.
Darüber hinaus ist über die Kombination des in dem Verbundkörper ausgebildeten Abschnitts
des Textils in Überlagerung mit der mindestens einen optisch erfassbaren Darstellung
zusätzlich eine Absicherung gegenüber Fälschungen realisiert, welches zu einer erhöhten
Sicherheit gegenüber Fälschungen und Nachahmungen führt.
[0019] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die mindestens eine
optisch erfassbare Darstellung ein grafisches Raster umfasst und das Textil so ausgebildet
ist, dass dessen Fäden in einem Textilraster angeordnet sind, wobei das Textilraster
und das grafische Raster sich hinsichtlich eines Rasterabstands unterscheiden. Bei
einer so ausgebildeten Ausführungsform ergibt sich aufgrund des Unterschieds der Raster,
zum einen des grafischen Rasters und zum anderen des Textilrasters, ein sogenannter
Moire-Effekt. Von der Betrachtungsrichtung abhängig ergibt sich in der erfassten Abbildung
ein Raster, dessen Rasterweite oder Rastabstand größer als der Rasterabstand sowohl
des Textilrasters als auch des grafischen Rasters ist.
[0020] Vorzugsweise ist das Textil als Gewebe ausgebildet. Hierbei ist das Textil so gewebt,
dass die Fäden vorzugsweise rechteckige oder quadratische Raster-Grundelemente liefern.
Es können auch rautenartige Raster-Grundelemente ausgebildet sein.
[0021] Insgesamt liegt ein Vorteil der Verwendung eines Textils, insbesondere eines Gewebes
darin, dass bei einem Laminationsprozess durch die in dem Textil ausgebildeten Öffnungen
hindurch eine Verbindung zwischen den an das Textil angrenzenden Substratschichten
ausgebildet werden kann. Es ist somit möglich, die Fäden des Textils aus einem Material
zu wählen, welches eine höhere Temperaturbeständigkeit als die Materialien aufweist,
die unmittelbar an das Textil in dem Verbundkörper angrenzen und vorzugsweise miteinander
verschweißt oder laminiert sind.
[0022] Bei einigen Ausführungsformen sind die Fäden des Textils, insbesondere eines Gewebes,
für einen Wellenlängenbereich des optischen Spektrums, vorzugsweise für den gesamten
Wellenlängenbereich des optischen Spektrums, der von einem menschlichen Betrachter
wahrnehmbar ist, opak ausgebildet. In einem solchen Fall ist das Raster des Textils
in der Regel optisch auch ohne oder zusätzlich zu dem Moire-Effekt wahrnehmbar, der
durch die Überlagerung mit dem grafischen Raster der mindestens einen optisch erfassbaren
Darstellung wahrnehmbar ist.
[0023] Bei einer anderen Ausführungsform sind die Fäden des Textils zumindest für einen
Wellenlängenbereich des optischen Spektrums, der für einen menschlichen Betrachter
erfassbar ist, vorzugsweise für den gesamten Wellenlängenbereich, den ein menschlicher
Betrachter erfassen kann, transparent ausgebildet. In einem solchen Fall wird durch
einen Betrachter das Textilraster in der Regel nicht als selbständiges Raster oder
Muster des Verbundkörpers oder Sicherheitsdokuments wahrgenommen. Für den Betrachter
ist somit nicht sofort offensichtlich, wie der betrachtungsrichtungsabhängige bzw.
erfassungsrichtungsabhängige optische Effekt in dem Sicherheitsdokument entsteht.
[0024] Darüber hinaus sind auch Ausführungsformen möglich, bei denen beispielsweise die
Kettfäden des als Gewebe ausgebildeten Textils opak ausgebildet sind und die Schussfäden
transparent oder umgekehrt. Hierdurch lassen sich unterschiedliche optische Effekte,
welche eine Erfassungsrichtungsabhängigkeit zeigen, im Zusammenwirken mit der mindestens
einen optisch erfassbaren Darstellung und/oder einer weiteren optisch erfassbaren
Darstellung erzielen.
[0025] Als besonders geeignet haben sich Textilien erwiesen, welche aus Kunststofffäden
hergestellt sind. Insbesondere eignen sich Textilien auf Basis von Polyesterfäden.
In der Regel weisen die Fäden aus einem Polyestermaterial eine höhere Temperaturbeständigkeit
auf als die meisten im Sicherheitsdokumentenbereich verwendeten Kunststoffsubstrate,
welche in Laminationsverfahren zusammengefügt werden.
[0026] Besonders bevorzugt werden für die zum Verbundkörper zusammengefügten Substratschichten
Schichten und Folien auf Polycarbonatbasis (PC), aber auch andere thermoplastische
Kunststoffe wie ABS, Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyethersulfon
(PES), Polyetherketon (PEEK), Polyphenylenoxid (PPO), Polyphenylensulfid (PPS), Polybutylenterephthalat
(PBT), Polyoxymethylen (POM), Polysulfon (PSU), Polyetherimid (PEI) oder Polyamid
(PA) verwendet.
[0027] Auch wenn das Material des Textils eine von den angrenzenden Substratschichten abweichende
Erweichungstemperatur aufweist, ist dennoch in einem Laminationsprozess eine sehr
gute Verbindung der unterschiedlichen Bestandteile des Verbundkörpers möglich, da
eine Verbindung durch die in dem Textil gebildeten Freiräume hindurch zwischen den
angrenzenden Substratschichten ausgebildet werden kann. Häufig können sogar eine geringere
Temperatur und/oder ein geringerer Druck bei einem Laminationsverfahren gewählt werden,
um einen stabilen gegen Manipulationsangriffe geschützten Verbundkörper auszubilden,
als dies ansonsten bei einem Einbinden eines Laschenabschnitts oder eines anderen
Abschnitts eines Kunststoffbestandteils in einen Verbundkörper notwendig ist.
[0028] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die mindestens eine
optisch erfassbare Darstellung in dem Verbundkörper selbst angeordnet ist und zumindest
ein Teil des optisch erfassbaren Rasters der mindestens einen optisch erfassbaren
Darstellung von dem zumindest einen Teil des zwischen den mindestens zwei Substratschichten
angeordneten Abschnitts des Textils überdeckt ist. Bei einem so ausgebildeten Sicherheitsdokument
ist die optisch erfassbare Darstellung gegenüber Fälschungen ebenfalls besonders gut
geschützt, da sie in dem Verbundkörper ausgebildet ist. Bei anderen Ausführungsformen
kann vorgesehen sein, dass die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung auf
einem anderen Bestandteil des Sicherheitsdokuments ausgebildet ist. Insbesondere bei
einem als Passbuch ausgebildeten Sicherheitsdokument kann somit über das in dem Verbundkörper
eingefügte Textil im Zusammenwirken mit einer auf einer Passbuchseite ausgebildeten
optisch erfassbaren Darstellung eine Überprüfung des Sicherheitsmerkmals erfolgen,
welches durch das Zusammenspiel der mindestens einen optisch erfassbaren Darstellung
und des Textils gebildet ist.
[0029] In einem solchen Fall, aber auch bei anderen Ausführungsformen kann es vorteilhaft
sein, dass der Verbundkörper eine vorzugsweise opake Substratschicht umfasst, welche
eine Aussparung aufweist, in welcher der Abschnitt des Textils angeordnet ist, der
zwischen den mindestens zwei Substratschichten angeordnet ist. Hierdurch kann beispielsweise
ein Durchsichtfenster in dem Verbundkörper geschaffen werden. Darüber hinaus ist das
Einlegen des Textils in eine Aussparung einer zwischen den mindestens zwei Substratschichten
angeordneten weiteren Substratschicht von Vorteil, da aufgrund des zusätzlichen Textilmaterials
eine Verbundkörperstärkensteigerung vermieden wird. Man erhält somit eine glatte Oberseite
des Verbundkörpers und ebenso eine glatte Unterseite des Verbundkörpers auch in jeden
Bereichen, in denen das Textil zwischen den mindestens zwei Substratschichten angeordnet
ist.
[0030] Besonders stark abweichende Abbildungen bei nur geringen Änderungen der Erfassungsrichtung
relativ zu der Oberseite erhält man bei Ausführungsformen, bei denen die mindestens
eine optisch erfassbare Darstellung senkrecht zur flächigen Ausdehnung des zwischen
den mindestens zwei Substratschichten angeordneten Abschnitts des Textils von diesem
beabstandet ist. Ein vergrößerter Abstand führt hierbei zu einer stärkeren Richtungsabhängigkeit
des erfassten Moire-Musters bei der Überlagerung des Textilrasters und des grafischen
Rasters. Vorzugsweise ist somit eine transparente Substratschicht zwischen dem Textil
und jener Substratschicht angeordnet, auf oder in der die mindestens eine optisch
erfassbare Darstellung angeordnet oder ausgebildet ist.
[0031] Die optisch erfassbare Darstellung kann beispielsweise in Form eines feine Linien
umfassenden Rasters ausgebildet sein. Bei einer Ausführungsform ist die mindestens
eine optisch erfassbare Darstellung mittels eines Druckverfahrens auf einer Substratschichtoberfläche,
welche vorzugsweise nach einem Laminationsschritt im Innern des Verbundkörpers angeordnet
ist, ausgebildet. Es ist jedoch auch möglich, die mindestens eine optisch erfassbare
Darstellung auf einer Passbuchseite anzuordnen und hier vorzugsweise ebenfalls mittels
eines Druckverfahrens auszubilden.
[0032] Bei einer alternativen Ausführungsform ist die mindestens eine optisch erfassbare
Darstellung in Form eines Hologramms ausgebildet. In diesem ist ebenfalls vorzugsweise
ein Raster gespeichert, welches bei einer Erfassung durch den Abschnitt des Textils
hindurch zu einem Moire-Effekt beiträgt. Bei dem Hologramm handelt es sich vorzugsweise
um ein Reflexionshologramm, sodass eine Einstrahlung von Rekonstruktionslicht über
die Oberseite des Verbundkörpers erfolgen kann, über welche auch eine Erfassung der
Abbildung vorgenommen wird.
[0033] Bei anderen Ausführungsformen kann es sich jedoch auch um ein Transmissionshologramm
handeln, bei dem eine Belichtung zur Rekonstruktion durch eine Unterseite des Verbundkörpers
erfolgt. Ein Vorteil der Ausbildung der mindestens einen optisch erfassbaren Darstellung
in Form eines Hologramms liegt darin, dass zum einen sehr feine Raster realisierbar
sind und zum anderen eine Nachahmung eines solchen Rasters durch Fälscher gegenüber
dem Ausbilden von gedruckten Rastern deutlich erschwert ist.
[0034] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die optisch
erfassbare Darstellung in einem zusammenhängenden Darstellungsbereich mittels grafischer
Strukturelemente flächig strukturiert ist, wobei mittels der Strukturelemente eine
Information codiert ist und das optisch erfassbare Raster nicht vollflächig in dem
zusammenhängenden Darstellungsbereich, sondern nur in einem Darstellungsgebiet eines
Strukturelements oder im Darstellungsgebiet mehrerer der Strukturelemente ausgebildet
ist. Die Strukturelemente können bei einer Ausführungsform beispielsweise alphanumerische
Zeichen, Piktogramme oder auch eine Silhouette oder ein Schattenbild eines Profils
eines Gesichtsbilds oder Ähnliches umfassen. Der Moire-Effekt ist dann nur im Bereich
der grafischen Strukturelemente sichtbar, deren Information dann ungestört zusätzlich
nach wie vor erfassbar ist, jedoch hinsichtlich einer grafischen oder bildlichen Erscheinungsform
durch den erfassungsrichtungsabhängigen Effekt modifiziert ist.
[0035] Eine Verwendung eines Rasters ist jedoch nicht die einzige mögliche Ausgestaltung
der optisch erfassbaren Darstellung, um einen erfassungsrichtungsabhängigen Effekt
zu bewirken, der im Zusammenwirken zwischen dem Textil und der mindestens einen optisch
erfassbaren Darstellung erzielbar ist. Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, zumindest
einen Teil der Fäden des Textils, insbesondere eines Gewebes, transparent und hinsichtlich
der Fadenquerschnitte so auszugestalten, dass die Fäden für Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich
fokussierend wirken, wenn sie zwischen Kunststoffmaterialien eingebracht werden, die
einen abweichenden Brechungsindex von dem Brechungsindex des Fadenmaterials aufweisen.
[0036] Bei einer Ausführungsform ist daher vorgesehen, dass die Fäden des Gewebes aus einem
transparenten Kunststoffmaterial bestehen, welches einen Brechungsindex aufweist,
welcher von dem Brechungsindex einer unmittelbar an das Textil angrenzenden Substratschicht
oder von den Brechungsindizes der beiden unmittelbar an das Textil angrenzenden Substratschichten
abweicht und die Fäden eine Querschnittsform aufweisen, sodass diese Licht mindestens
einer Wellenlänge beim Hindurchtreten fokussieren und die mindestens eine optisch
erfassbare Darstellung oder eine weitere optisch erfassbare Darstellung für mindestens
eine der Erfassungsrichtungen in Fokusgebieten der Fäden CLI-Markierungen für eine
erste CLI-Markierung umfasst bzw. umfassen. Um ein solches CLI-Merkmal, dessen Linsenelemente
mit Hilfe der Fäden des Textils ausgebildet sind, zu schaffen, können einer der Substratschichten
Zusatzstoffe beigefügt sein, welche eine Absorption von Laserlicht einer Wellenlänge
begünstigen, die zum Einbelichten der CLI-Markierungen verwendet wird. Diese Zusatzstoffe
sind in der Regel so ausgebildet, dass sie eine Transparenz des Substrats im unbelichteten
Zustand nicht oder nicht merklich wahrnehmbar beeinträchtigen. Eine Einbelichtung
der CLI-Markierungen erfolgt dann in den Verbundkörper, vorzugsweise mittels Laserlicht,
dessen Intensität so gewählt ist, dass eine nennenswerte Lichtabsorption, die zu einer
optisch erfassbaren Veränderung des Verbundkörpers führen, nur im Bereich der Fokuspunkte
oder Fokuslinien der Fäden stattfinden.
[0037] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die mindestens eine optisch
erfassbare Darstellung oder die eine weitere optisch erfassbare Darstellung weitere
CLI-Markierungen umfasst, die aus einer von der einen Erfassungsrichtung abweichenden
Erfassungsrichtung oder aus mehreren von der einen Erfassungsrichtung abweichenden
Erfassungsrichtungen erfassbar sind und mit denen eine oder mehrere mittels der weiteren
CLI-Markierungen codierten weiteren CLI-Informationen, welche von der einen CLI-Informationen
abweichen, codiert sind.
[0038] So ist es möglich, sowohl ein grafisches Raster als auch CLI-Markierungen in Kombination
im Zusammenwirken mit einem Textil in einem Sicherheitsdokument zu verwenden. Besonders
bevorzugt sind hierbei die CLI-Markierungen zwischen dem Textil und dem grafischen
Raster in dem Verbundkörper angeordnet.
[0039] Ein besonderer Vorteil des Einsatzes eines Textils zum Ausbilden von Linsenelementen
in einem Verbundkörper, bei dem das Textil zwischen den Substratschichten angeordnet
ist, liegt auch darin, dass beim Laminieren unstrukturierte glatte Laminationsbleche
verwendet werden können. Diese sind wesentlich kostengünstiger und verschleißbeständiger
als strukturierte Laminationsbleche, die im Stand der Technik häufig zum Ausbilden
von Lentikularlinsen in einer Oberfläche des Verbundkörpers genutzt werden. Auch gegenüber
Ausführungsformen, bei denen die Linsenelemente an der Oberfläche eines Verbundkörpers
nicht beim Laminieren, sondern erst nachträglich, beispielsweise mittels eines Prägestempels,
eingebracht werden, weist die hier vorgeschlagene Herstellung und Ausgestaltung deutliche
Vorteile auf. Es wird ein Verfahrensschritt eingespart. Auch ein Bereitstellen und
Erhalten oder Neuerstellen eines Prägestempels, der einem nicht unerheblichen Verschleiß
unterliegt, ist nicht notwendig.
[0040] Ein weiterer Vorteil, Linsenelemente mittels Fäden eines Textils auszubilden, liegt
darin, dass die Linsenelemente im Innern des Verbundkörpers angeordnet sind und so
gegenüber Beschädigungen und Manipulationen sehr gut geschützt sind.
[0041] Besonders bevorzugt wird das Textil in eine Aussparung einer weiteren Substratschicht
eingefügt, deren Materialstärke an eine Materialstärke des Textils angepasst ist.
Beim Laminieren kann so auf einfache Weise ein Verbundkörper mit planparallelen ebenen
und glatten Oberflächen an der Oberseite und der Unterseite geschaffen werden.
[0042] Einen weiteren Vorteil bildet die glatte Oberseite und Unterseite des Verbundkörpers,
da so weitere Schichten (z.B. Hologrammschichten oder Schutzlacke) auf den Verbundkörper
applizierbar sind. Diese Schichten beeinträchtigen das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal
nicht. Bei Sicherheitsdokumenten aus dem Stand der Technik mit Sicherheitsmerkmalen,
die ein Kipp-, Moire-, Bewegungs- oder 3D-Effekt aufweisen, kann auf diese Oberfläche
ein Hologramm oder Schutzlack aufgebracht werden, da die Linsenstruktur dabei beeinträchtigt
werden würde. Dieser Nachteil wird bei den hier vorgeschlagenen Ausführungsformen
beseitigt.
[0043] Eine ebene, glatte Oberfläche des Verbundkörpers kann in der Regel auch dann erzielt
werden, wenn das Textil nicht in eine Aussparung einer Substratschicht eingebracht
ist. Häufig sind dann jedoch höhere Temperaturen und/oder Drücke zum Ausbilden einer
solchen glatten Oberfläche notwendig, insbesondere bei Textilen mit einer hohen Dicke.
Bevorzugt wird daher in einer solchen Ausführungsform eine geringe Schichtdicke des
Textils gewählt, bevorzugt 10 µm bis 150 µm, besonders bevorzugt 60 µm bis 130 µm.
[0044] Eine Substratschicht, in welche das Textil eingebracht wird, kann transparent oder
transluzent ausgebildet sein. In vielen Fällen wird die Substratschicht jedoch opak
ausgebildet sein, so dass ein Durchsichtfenster, zumindest durch die opake Substratschicht,
an der Stelle des Textils entsteht.
[0045] Besonders bevorzugt ist der Verbundkörper so ausgebildet, dass unterhalb eines von
der Oberseite des Verbundkörpers flächig ausgedehnten zusammenhängenden Gebietes,
welches mit dem zumindest einen Teil des Abschnitts des Textils zwischen den mindestens
zwei Substratschichten zusammenfällt, der die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung
überdeckt oder mit dem die eine optisch erfassbare Darstellung überdeckbar ist, aus
im Volumen transparentem Basismaterial besteht oder zumindest zwischen der Oberseite
und der optisch erfassbaren Darstellung aus im Volumen transparentem Basismaterial
besteht. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Zusammenwirken der optisch erfassbaren
Darstellung und des Textils in den optisch erfassten Abbildungen nachweisbar ist.
Unter im Volumen transparentem Basismaterial wird solches Material verstanden, durch
welches hindurch eine optische Abbildung gemäß den Gesetzen der geometrischen Optik
möglich ist. Das Material kann eine Farbe aufweisen und somit Licht einzelner Wellenlängen
im sichtbaren Bereich absorbieren und nur Licht bestimmter Wellenlängen transmittieren.
Als im Volumen transparent wird auch ein Material angesehen, in dem einzelne Markierungen,
beispielsweise CLI-Markierungen in Form von Schwärzungen, ausgebildet sind. Ebenfalls
können in dem Material einzelne Druckschichten ausgebildet sein, welche jedoch nicht
in der Weise geschlossen zusammenhängend flächig ausgebildet sein dürfen, dass diese
eine geometrische Abbildung durch die Druckschicht hindurch gänzlich unmöglich machen.
[0046] Ebenso ist es möglich, in einem Verbundkörper zwei oder mehr getrennt voneinander
ausgebildete Textilen einzusetzen, um zwei oder mehr Sicherheitsmerkmale oder Sicherheitselemente
auszubilden, die gleichartig oder andersartig ausgestaltet sein können.
[0047] So können Textilien mit unterschiedlichen Fadenstärken und/oder aus unterschiedlichen
Materialien eingesetzt werden, um Linsen mit unterschiedlichen Brennweiten zu erzeugen.
Ein solcher Effekt kann auch erreicht werden, wenn unterschiedliche Fäden in einem
Textil gemeinsam verarbeitet sind.
[0048] Wird ein Textil als Bestandteil eines CLI-Merkmals eingesetzt, so erhält man eine
sehr hohe Manipulationssicherheit gegen eines Delamination, da eine erneutes Einfügen
oder Zusammen eines Textils passend zu CLI-Informationen, die bereits in einer Schicht
des Verbundkörpers gespeichert sind, nahezu unmöglich ist.
[0049] Ist das Textil kein Gewebe, sondern beispielsweise ein Vlies, so erfolgt eine Speicherung
von CLI-Markierungen aufgrund der "Unordnung" der Fasern im Vlies quasi zufällig und
ist nicht reproduzierbar. Die über die CLI-Markierungen codierte Information kann
jedoch durch das Vlies, welches in den Verbundkörper als Textil integriert ist, wieder
ausgelesen werden.
[0050] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines als Passbuch ausgebildeten Sicherheitsdokuments
gemäß einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- ein als Passbuch ausgebildetes Sicherheitsdokument gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines als Identifikationskarte ausgebildeten Sicherheitsdokuments;
- Fig. 4
- eine schematische Draufsicht auf einen Verbundkörper für ein Sicherheitsdokument;
- Fig. 5
- eine schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt eines Passbuchsicherheitsdokuments;
- Fig. 6
- eine schematische Ansicht eines Sicherheitsdokuments zur Erläuterung eines Moire-Effekts;
- Fig. 7
- eine optisch erfasste Abbildung eines Moire-Musters; und
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung von grafischen Strukturelementen.
[0051] In Fig. 1 ist schematisch ein Sicherheitsdokument 1 in Form eines Passbuchs 2 schematisch
darstellt. Das Passbuch 2 umfasst einen Verbundkörper 3, der gemeinsam mit Passbuchseiten
5, 7, 9 und einem Passbucheinband 11 zu dem Passbuch 2 zusammengefügt ist. Die Zusammenfügung
ist über eine Bindung 19, welche hier schematisch angedeutet ist, ausgeführt. Hierbei
kann jede im Stand der Technik bekannte Methode und Ausbildung zum Zusammenfügen eines
Passbuchs verwendet werden. Insbesondere kann eine Fadenbindung unter Verwendung eines
Metalldrahts oder Ähnlichen verwendet werden.
[0052] Der Passbucheinband 11 umfasst einen oberen Passbuchdeckel 13 und einen unteren Passbuchdeckel
15, die über einen Passbuchrücken 17 miteinander verbunden sind und vorzugsweise einstückig
ausgebildet sind. In der dargestellten Ausführungsform ist der obere Passbuchdeckel
13 aufgeklappt.
[0053] Der Verbundkörper 3 ist in der dargestellten Ausführungsform aus einer oberen Substratschicht
35, einer unteren Substratschicht 37 sowie einer mittleren Substratschicht 39 sowie
einem Textil 41 gebildet, wobei die mittlere Substratschicht 39 sowie ein Abschnitt
43 des Textils 41 zwischen der oberen Substratschicht 35 und der unteren Substratschicht
37 angeordnet sind. Die obere Substratschicht 35, die mittlere Substratschicht 39
sowie die untere Substratschicht 37 und der zwischen der oberen Substratschicht 35
und der unteren Substratschicht 37 angeordnete Abschnitt 43 des Textils 41 sind in
einem Laminationsverfahren zu dem Verbundkörper 3 verbunden. Hierbei sind stoffschlüssige
und zugleich auch formschlüssige Verbindungen zwischen der oberen Substratschicht
35 und der unteren Substratschicht 37 durch das Textil 41 hindurch ausgebildet. Über
Ränder 135 der oberen Substratschicht 35 und 137 der unteren Substratschicht 37 ragt
ein Laschenabschnitt 49 des Textils 41 heraus. Dieser Lastenabschnitt 49 ist mit den
Passbuchseiten 5, 7, 9 und dem Passbuchdeckel 11 über die Bindung 19 zu dem Passbuch
2 verbunden.
[0054] Das Textil 41 ist vorzugsweise als Gewebe ausgebildet. Alternativ kann das Textil
jedoch auch ein Gewirk sein, sofern dieses ein regelmäßiges Textilraster 47 bildet
analog zu dem, welches die Fäden 45 ausbilden. Die Fäden 45 können sowohl transparent
als auch für Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich opak ausgebildet sein. Vorzugsweise
ist das Textilraster 47 ein regelmäßiges Raster, bei dem durch Kettfäden 45-1 und
Schussfäden (nicht dargestellt) quadratische oder rechteckige Rastereinheiten ausgebildet
sind.
[0055] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist eine optisch erfassbare Darstellung
61 in Form eines grafischen Rasters 63 auf die Passbuchseite 5 aufgedruckt. Die Anordnung
des grafischen Rasters 63 ist relativ zu dem Abschnitt 43 des Textils 41 so gewählt,
dass das Textilraster 47 das grafische Raster 63 flächig überlagert. Als flächige
Überlagerung wird hierbei eine Überdeckung bezüglich einer Betrachtung senkrecht zur
Oberseite 31 des Verbundkörpers 3 angesehen. Dies bedeutet, dass immer dann, wenn
eine Überlappung einer Projektion eines Teils des Abschnitts 43 des Textils 41 entlang
einer Erfassungsrichtung auf die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung 61
zu einem flächigen Überlappungsbereich führt, eine solche Überlagerung vorliegt. Das
grafische Raster 63 ist beispielsweise in Form von Linien ausgebildet, welche sich
senkrecht zur Zeichnungsebene erstrecken. Entsprechend hierzu parallel sind auch beispielsweise
die dargestellten Kettfäden 45-1 des Textils 41 in dem Abschnitt 43 orientiert. Das
Textilraster 47 weist einen Rasterabstand 48 zwischen den Kettfäden 45-1 auf, welcher
leicht abweichend von einem Rasterabstand 68 des grafischen Rasters 63 ist. Hierdurch
entsteht bei einer Erfassung einer Abbildung 150 entlang einer Erfassungsrichtung
171 durch die Oberseite 31 des Verbundkörpers hindurch in der erfassten Abbildung
150 ein Moire-Muster 151, welches ein Raster mit einem deutlich größeren Rasterabstand
158 als der Rasterabstand 48 des Textilrasters 47 und als ein Rasterabstand 68 des
grafischen Rasters 63 ist.
Wird die Erfassungsrichtung 171 leicht variiert, so verändert sich ebenfalls das Moire-Muster
151 der Abbildung 150. Hierüber findet eine Absicherung der Einbindung des Textils
41 in den Verbundkörper 3 statt.
[0056] Zusätzlich zu den Linien, welche senkrecht zur Zeichnungsebene orientiert sind, kann
das Raster 63 bei einer Ausführungsform auch noch gleich beabstandete weitere Linien
aufweisen, die auf der Passbuchseite 5 ausgebildet sind, und quer, vorzugsweise senkrecht,
zu den senkrecht zur Zeichnungsebene verlaufenden Linien orientiert sind. Ein Rasterabstand
der weiteren Linien kann dem Rasterabstand 68 der senkrecht zur Zeichnungsebene verlaufenden
Linien entsprechen. Bei anderen Ausführungsformen weicht der Rasterabstand der weiteren
Linien von dem Rasterabstand 68 der senkrecht zur Zeichnungsebene verlaufenden Linien
ab. Das Raster 63 kann jedoch bei einer Ausführungsform auch nur aus einer Gruppe
paralleler Linien bestehen, die gleich beabstandet sind, wie dieses in Fig. 1 gezeigt
ist.
[0057] Bei der dargestellten Ausführungsform ist eine weitere optisch erfassbare Darstellung
71 in Form von CLI-Markierungen 73 ausgebildet, welche in Form von Buchstaben "A"
schematisch dargestellt sind. Unter einer ausgezeichneten Erfassungsrichtung 173 werden
die CLI-Markierungen zu einer optisch erfassbaren Abbildung des Buchstaben A durch
die Fäden 45 des Textils 41 ab gebildet. Es ergibt sich somit zusätzlich ein CLI-Merkmal,
also ein weiteres betrachtungsrichtungsabhängiges bzw. von einer Erfassungsrichtung
173 abhängiges Sicherheitsmerkmal, in welchem eine Information, hier schematisch als
"A" dargestellt, codiert sein kann.
[0058] In Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform ähnlich zu der nach Fig. 1 dargestellt.
Gleiche technische Merkmale sind in allen Figuren mit demselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
Die Ausführungsform nach Fig. 2 unterscheidet sich von der nach Fig. 1 dadurch, dass
bei dieser Ausführungsform das grafische Raster 63 der mindestens einen optisch erfassbaren
Darstellung 61 an einer Materialschicht im Innern des Verbundkörpers 3 ausgebildet
ist, welche mit Substratschichtgrenzen der unteren Substratschicht 39 und einer zusätzlichen
Substratschicht 38 korrespondiert. Die zusätzliche Substratschicht 38 ist mit der
oberen Substratschicht 35 der unteren Substratschicht 37 und der mittleren Substratschicht
39 gemeinsam mit dem Abschnitt 43 des Textils 41 vorzugsweise in einem Laminationsverfahren
zusammengefügt. Die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung 61 ist in Form
eines grafischen Rasters 63 vorzugsweise auf eine der Substratschichtoberflächen aufgedruckt.
Dieses kann beispielsweise während eines Druckverfahrens erfolgen, mit dem andere
Sicherheitsmerkmale auf eine der Substratschichtoberflächen aufgedruckt werden. Diese
anderen Sicherheitsmerkmale sind hier aus Gründen der Vereinfachung nicht dargestellt
und sind selbstverständlich in dem Verbundkörper 3 oder in den Passbuchseiten 5, 7,
9 ausgebildet.
[0059] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform eines Sicherheitsdokuments 1 dargestellt,
welches in Form einer Kunststoffkarte als Verbundkörper 3 ausgebildet ist. Bei dieser
Ausführungsform ragt kein Abschnitt des Textils 41 über die Ränder 135, 137 der oberen
und unteren Substratschicht hinaus, um einen Laschenabschnitt zu bilden. Die mittlere
Substratschicht 39 ist in diesem Ausführungsbeispiel opak ausgebildet. In einer Aussparung
40 der mittleren Substratschicht 39 ist das Textil 41 angeordnet. Die Fäden 45 bilden
erneut ein Textilraster 47. Bei dieser Ausführungsform ist erneut eine erste optisch
erfassbare Darstellung 61 in Form eines grafischen Rasters 63 ausgebildet, welche
über ein beliebiges Markierungsverfahren, beispielsweise ein Druckverfahren, ausgebildet
ist, in dem eine der Substratschichten vor einem Zusammenfügen aufgedruckt ist. Vorzugsweise
wird eine Substratschichtoberfläche bedruckt, welche eine Materialschicht im Innern
des Verbundkörpers 3 ausbildet.
[0060] Um den CLI-Effekt mit den Fäden 45 des Textils 41 ausbilden zu können, weist das
Material Fäden einen höheren Brechungsindex auf als das Material der angrenzenden
Substratschichten 35, 37. Bei der dargestellten Ausführungsform sind mehrere CLI-Markierungen
73, 75 unterschiedlicher CLI-Informationen "A", "B" schematisch dargestellt. Die CLI-Markierungen
73, 75 befinden sich jeweils für eine Erfassungsrichtung 173, 174 in einer Fokuslinie
eines der Fäden 45 des Textils 41. Unter der Erfassungsrichtung 173 ist die CLI-Information
A erfassbar, unter der Erfassungsrichtung 174 die CLI-Information B. Bei einer zentralen
Draufsicht entlang der Erfassungsrichtung 171 ist hingegen nur ein Moire-Muster 151
zu erfassen, welches durch die Überlagerung des Textilrasters 47 über das grafische
Raster 63 entsteht. Bei Variation der Erfassungsrichtung 171 ändert sich die erfasste
Abbildung 150 und hierüber das Moire-Muster 151.
[0061] In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der abweichend zu der
Fig. 3 die erste optisch erfassbare Darstellung 61 in Form eines Hologramms 80 ausgebildet
ist, in welchem ein optisch erfassbares Raster bei einer Rekonstruktion des Hologramms
wiedergegeben wird. Dieses bildet bei der Überlagerung mit dem Textilraster 47 erneut
einen Moire-Effekt in einer erfassten Abbildung 150 auf, wobei dieser abhängig von
der Erfassungsrichtung 171 ist. Wesentlich ist hier, dass die Richtungsabhängigkeit
nicht durch eine Richtungsabhängigkeit des Hologramms 80 bedingt ist, sondern durch
eine Änderung der Parallaxe zwischen dem Textilraster 47 und dem bei der Rekonstruktion
wiedergegebenen grafischen Raster 63 des Hologramms 80 ist. Dieses ist so ausgestaltet,
dass es über einen gewissen Winkelbereich ein nahezu unverändertes grafisches Raster
63 reproduziert. Dieses Raster besteht beispielsweise aus Gruppen von Linien, die
sich senkrecht oder unter einem anderen, von 90° abweichenden Winkel kreuzen, wobei
die Linien einer Gruppe jeweils einen konstanten Abstand zu der benachbarten Linie
ihrer Gruppe aufweisen, und so beispielsweise rautenförmige, rechteckige oder quadratische
Raster-Grundelemente bilden. Weist ein Raster drei Gruppen von Linien auf, können
auch dreieckige Raster-Grundelemente auftreten. Das Raster kann auch aus einer Gruppe
gleich beabstandeter paralleler Linien bestehen. Ein Raster kann auch aus regelmäßig
angeordneten gleichartigen geometrischen Formen, wie Kreisen, Punkten, etc. gebildet
sein. Ein solches Raster lässt sich beispielsweise erzeugen, in dem die geometrischen
Figuren an Kreuzungspunkten eines zugeordneten (aber nicht grafisch dargestellten)
aus Linien gebildeten Rasters angeordnet werden.
[0062] In Fig. 5 ist schematisch eine Draufsicht auf einen Verbundkörper 3 für ein Einbringen
in ein Passbuchdokument dargestellt. Zu erkennen ist das Textilraster 47 des Textils
41, welches über durchgezogene Linien angedeutet ist. Das grafische Raster 63 ist
über gestrichelte Linien angedeutet.
[0063] Über Ränder 135, 137 der übereinander angeordneten oberen Substratschicht 35 und
unteren Substratschicht 37, die bei der Draufsicht zusammenfallen, ragt ein Laschenabschnitt
49 des Textils heraus. In einem Abschnitt 35 des Textils 41 ist dieses zwischen der
oberen Substratschicht 35 und der unteren Substratschicht 37 angeordnet. Der Abschnitt
43 des Textils überlagert ein grafisches Raster 63, welches beispielsweise in der
unteren Substratschicht 37 ausgebildet ist und mittels gestrichelter Linien angedeutet
ist. Bei einer Erfassung einer Abbildung bildet sich ein Moire-Muster aus, welches
hier nicht erkennbar ist, da die Rasterabstände 68 des grafischen Rasters und 48 des
Textilrasters 47 hier zur Verdeutlichung sehr groß und zu stark voneinander abweichend
gewählt sind. Wesentlich zur Ausbildung eines Moire-Musters ist es, dass die Rasterabstände
48 des Textilrasters 47 und 68 des grafischen Rasters 63 nicht identisch, sondern
leicht abweichend sind. An dieser Stelle soll angemerkt werden, dass die Orientierung
der Rasterlinien, d.h. der Fäden und der beispielsweise gedruckten Linien des grafischen
Rasters, nicht parallel zueinander orientiert sein müssen. Auch eine leichte Verdrehung
führt zu einem Moire-Effekt, welcher sich jedoch von dem Moire-Effekt unterscheidet,
der sich bei paralleler Orientierung ergibt.
[0064] In Fig. 6 ist schematisch der sich ergebende Moire-Effekt verdeutlicht. Gezeigt ist
eine schematische Draufsicht auf ein Sicherheitsdokument, auf welchem vollflächig
ein grafisches Raster aus abwechselnden grünen und gelben Linien ausgebildet ist.
Eine untere Hälfte des Sicherheitsdokuments 1 ist von einem Textil überlagert, welche
transparente Fäden besitzt. Gut zu erkennen ist ein Moire-Muster mit einem Rasterabstand
158, welcher wesentlich größer als ein Rasterabstand 68 des grafischen Rasters 63
ist. Die leichte Krümmung der im Moire-Muster auftauchenden Linien rührt von leichten
Abweichungen des geradlinigen Verlaufs der Textilfäden her.
[0065] Hierüber können beispielsweise Manipulationen an Sicherheitsdokumenten erkannt werden.
Insbesondere bei einem neuen Einlaminieren beispielsweise eines Laschenabschnitts
treten solche Variationen auf, die das Moire-Muster beeinflussen.
[0066] Bei unterschiedlich farbigen Linien äußert sich ein Moire-Effekt auch in einer Farbänderung
des Musters beim Verändern der Erfassungsrichtung.
[0067] In Fig. 7 ist eine weitere exemplarische Abbildung eines sich ergebenden Moire-Musters
dargestellt, welches sich beispielsweise bei einer Verdrehung eines ansonsten rechteckförmigen
Textilrasters gegenüber einem grafischen Raster aus vertikal verlaufenden feinen Linien
ergibt.
[0068] In Fig. 8 sind exemplarisch Strukturelemente in Form von alphanumerischen Zeichen
dargestellt, deren Darstellungsgebiete 201-203 in Form eines feinlinienartigen grafischen
Rasters 63 ausgebildet sind. Bei einer Überlagerung mit einem Textilraster ergibt
sich ein erfassungsrichtungsabhängiger changierender Moire-Effekt im Bereich der Strukturelemente
201-203. Zusätzlich sind diese jedoch vor dem Hintergrund, an dem sich kein Moire-Muster
zeigt, gut zu erkennen, sodass eine mittels der Strukturelemente codierte Information
erfassbar ist.
[0069] Es ergibt sich für den Fachmann, dass lediglich beispielhafte Ausführungsformen des
Sicherheitsdokuments dargestellt sind.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 1
- Sicherheitsdokument
- 2
- Passbuch
- 3
- Verbundkörper
- 5, 7, 9
- Passbuchseiten
- 11
- Passbucheinband
- 13
- oberer Passbuchdeckel
- 15
- unterer Passbuchdeckel
- 17
- Passbuchrücken
- 19
- Bindung
- 31
- Oberseite (des Verbundkörpers)
- 33
- Unterseite (des Verbundkörpers)
- 35
- obere Substratschicht
- 37
- untere Substratschicht
- 38
- zusätzliche Substratschicht
- 39
- mittlere Substratschicht
- 41
- Textil
- 43
- Abschnitt
- 45
- Fäden
- 45-1
- Kettfäden
- 45-2
- Schussfäden
- 47
- Textilraster
- 48
- Rasterabstand
- 49
- Laschenabschnitt
- 61
- optisch erfassbare Darstellung
- 63
- grafisches Raster
- 65
- Hologramm
- 68
- Rasterabstand
- 71
- weitere optisch erfassbare Darstellung
- 73
- CLI-Markierungen
- 75
- weitere CLI-Markierungen
- 80
- Hologramm
- 101
- wiederkehrendes Muster
- 102
- rote Linien
- 103
- gelbe Linien
- 135
- Rand (der oberen Substratschicht)
- 137
- Rand (der unteren Substratschicht)
- 150
- Abbildung
- 151
- Moire-Muster
- 158
- Rasterabstand
- 171
- Erfassungsrichtung
- 173
- ausgezeichnete Erfassungsrichtung
- 174
- Erfassungsrichtung
- 201-203
- Strukturelemente
1. Sicherheitsdokument (1), das als Passbuch ausgebildet ist, umfassend einen flächig
ausgedehnten Verbundkörper (3) mit einer Oberseite (31) und einer gegenüberliegenden
Unterseite (33),
welcher aus mindestens zwei Substratschichten (35, 37) zusammengefügt ist, sowie ein
aus Fäden (45) gebildetes Textil (41), von dem mindestens ein flächiger Abschnitt
(43) zwischen den mindestens zwei Substratschichten (35, 37) angeordnet ist,
wobei mindestens eine optisch erfassbare Darstellung (61) in dem Sicherheitsdokument
(1) angeordnet ist,
welche zumindest von einem Teil des zwischen den mindestens zwei Substratschichten
(35, 37) angeordneten Abschnitts (43) des Textils (41) überdeckt ist oder überdeckbar
ist, wobei das Textil (41) und die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung
(61) so ausgebildet sind, dass eine durch die Oberseite (31) des Verbundkörpers (3)
optisch erfasste Abbildung (150) der Überlagerung des zumindest einen Teils des Abschnitts
(43) des Textils (41) über der mindestens einen optisch erfassten Darstellung (61)
von einer Erfassungsrichtung relativ zu der Oberseite (31) des Verbundkörpers (3)
abhängig ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Textil (41) mit einem Laschenabschnitt (49) über Ränder (135, 137) der mindestens
zwei Substratschichten (35, 37) des Verbundkörpers (3), zwischen denen das Textil
(41) mit dem einen Abschnitt (43) angeordnet ist, vorsteht und der Laschenabschnitt
(49) mit weiteren Passbuchseiten (5 bis 9) zu dem Passbuch (2) zusammengefügt ist.
2. Sicherheitsdokument (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung (61) ein grafisches Raster (63)
umfasst und das Textil (41) so ausgebildet ist, dass dessen Fäden (45) in einem Textilraster
(47) angeordnet sind, wobei das Textilraster (47) und das grafische Raster (63) sich
hinsichtlich ihrer Rasterabstände (48, 68) unterscheiden.
3. Sicherheitsdokument (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch erfassbare Darstellung (61) in dem Verbundkörper (3) angeordnet ist und
zumindest ein Teil des grafischen Rasters der mindestens einen optisch erfassbaren
Darstellung (61) von dem zumindest einen Teil des zwischen den mindestens zwei Substratschichten
(35, 37) angeordneten Abschnitts (43) des Textils (41) überdeckt ist.
4. Sicherheitsdokument (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Textil (41) und die optisch erfassbare Darstellung (61) senkrecht zur flächigen
Ausdehnung des zwischen den mindestens zwei Substratschichten (35, 37) angeordneten
Abschnitts (43) des Textils (41) beabstandet sind.
5. Sicherheitsdokument (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbundkörper (3) eine vorzugsweise opake Substratschicht umfasst, welche eine
Aussparung aufweist, in welcher der Abschnitt (43) des Textils (41) angeordnet ist,
der zwischen den mindestens zwei Substratschichten (35, 37) angeordnet ist.
6. Sicherheitsdokument (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (45) des Textils (41) aus einem transparenten Kunststoffmaterial bestehen,
welches einen Brechungsindex aufweist, welcher von dem Brechungsindex einer unmittelbar
an das Textil (41) angrenzenden Substratschicht oder von den Brechungsindices der
beiden unmittelbar an das Textil (41) angrenzenden Substratschichten (35, 37) abweicht,
und die Fäden (45) eine Querschnittsform aufweisen, sodass diese Licht mindestens
einer Wellenlänge beim Hindurchtreten fokussieren, und die mindestens eine optisch
erfassbare Darstellung (61) oder eine weitere optisch erfassbare Darstellung (61)
für mindestens eine der Erfassungsrichtungen (173) in Fokusgebieten der Fäden CLI-Markierungen
(73) für eine erste CLI-Information umfasst.
7. Sicherheitsdokument (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine optisch erfassbare Darstellung (61) oder eine weitere optisch
erfassbare Darstellung (71) weitere CLI-Markierungen (75) umfasst, die aus einer oder
mehreren von der einen Erfassungsrichtung (173) abweichenden Erfassungsrichtung (174)
erfassbar sind und mit denen eine oder mehrere von der mittels den einen CLI-Markierungen
(73) codierten CLI-Information abweichende CLI-Information oder CLI Informationen
codiert ist oder sind.
8. Sicherheitsdokument (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbundkörper (3) unterhalb eines an der Oberseite (31) des Verbundkörpers (3)
flächig ausgedehnten Gebiets, welches mit dem zumindest einen Teil des Abschnitts
(43) des Textils (41) zwischen den mindestens zwei Substratschichten (35, 37) zusammenfällt,
der die mindesten eine optisch erfassbare Darstellung (61) überdeckt oder mit dem
die eine optisch erfassbare Darstellung (61) überdeckbar ist, aus im Volumen transparentem
Basismaterial besteht oder zumindest zwischen der Oberseite (31) und der optisch erfassbaren
Darstellung (61) aus im Volumen transparentem Basismaterial besteht.
9. Sicherheitsdokument (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch erfassbare Darstellung (61) in einem zusammenhängenden Darstellungsbereich
mittels grafischer Strukturelemente (201-203) flächig strukturiert ist, wobei mittels
der Strukturelemente (201-203) eine Information codiert ist und das optisch erfassbare
Raster nicht vollflächig in dem zusammenhängenden Darstellungsbereich, sondern nur
in einem Darstellungsgebiet eines Strukturelements (201) oder Darstellungsgebieten
mehreren der Strukturelemente (201-203) ausgebildet ist.
1. Security document (1) configured as a passportbook, comprising a two-dimensionally
extending composite body (3), with an upper side (31) and an opposite lower side (33),
which is composed of at least two substrate layers (35, 37), and a textile (41), which
is formed from threads (45), and of which at least one two-dimensional section (43)
is arranged between the at least two substrate layers (35, 37), wherein at least one
optically detectable representation (61) is located in the security document (1),
which is covered or can be covered at least by a portion of the section (43) of the
textile (41) arranged between the at least two substrate layers (35, 37), wherein
the textile (41) and the at least one optically detectable representation (61) are
designed in such a way that an image (150) of the overlap of the at least one part
of the section (43) of the textile (41) above the at least one optically detectable
representation (61), when optically detected through the upper side (31) of the composite
body (3), is dependent on a detecting direction relative to the upper side (31) of
the composite body (3),
characterised in that
the textile (41) projects with a flap section (49) over edges (135, 137) of the at
least two substrate layers (35, 37) of the composite body (3), between which the textile
(41) with the one section (43) is arranged, and the flap section (49) is integrated
with further passportbook pages (5 to 9) to form the passportbook (2).
2. Security document (1) according to claim 1, characterised in that the at least one optically detectable representation (61) comprises a graphic pattern
(63), and the textile (41) is configured in such a way that its threads (45) are arranged
in a textile pattern (47), wherein the textile pattern (47) and the graphic pattern
(63) differ in respect of their pattern spacings (48, 68).
3. Security document (1) according to claim 2, characterised in that the optically detectable representation (61) is arranged in the composite body (3),
and at least a part of the graphic pattern of the optically detectable representation
(61) is covered by at least a part of the section (43) of the textile (41) arranged
between the at least two substrate layers (35, 37).
4. Security document (1) according to any one of the preceding claims, characterised in that the textile (41) and the optically detectable representation (61) are spaced at a
distance apart from one another perpendicular to the two-dimensional extension of
the section (43) of the textile (41) arranged between the at least two substrate layers
(35, 37).
5. Security document (1) according to any one of the preceding claims, characterised in that the composite body (3) comprises a preferably opaque substrate layer, which exhibits
a cut-out aperture in which the section (43) of the textile (41) is arranged, the
textile in turn being arranged between the at least two substrate layers (35, 37).
6. Security document (1) according to any one of the preceding claims, characterised in that the threads (45) of the textile (41) consist of a transparent plastic material, which
exhibits a refractive index which deviates from the refractive index of a substrate
layer immediately adjacent to the textile (41), or from the refractive index of the
two substrate layers (35, 37) immediately adjacent to the textile (41), and the threads
(45) exhibit a cross-section shape such that they focus light at least of one wavelength
as it passes through, and the at least one optically detectable representation (61),
or a further optically detectable representation (61), comprises CLI markings (73)
for a first item of CLI information, for at least one of the detection directions
(173) in focus regions of the threads.
7. Security document (1) according to claim 6, characterised in that the at least one optically detectable representation (61), or a further optically
detectable representation (71) comprises further CLI markings (75), which can be detected
from one or more detection directions (174), deviating from the one detection direction
(173), and with which one or more CLI information item or CLI information items is
or are coded, which deviate from the CLI information coded by means of the CLI markings
(73).
8. Security document (1) according to any one of the preceding claims, characterised in that the composite body (3) consists of a base material which is transparent in volume,
beneath a region extending two-dimensionally on the upper side (31) of the composite
body (3), which coincides with the at least one part of the section (43) of the textile
(41), between the at least two substrate layers (35, 37), which covers the at least
one optically detectable representation (61) or can be covered by the optically detectable
representation (61), or consists of a base material transparent in volume at least
between the upper side (31) and the optically detectable representation (61).
9. Security document (1) according to any one of claims 2 to 8, characterised in that the optically detectable representation (61) is structured by means of graphic structure
elements (201-203) as two-dimensional in a cohesive representation region, wherein,
by means of the structure elements (201-203), an item of information is coded, and
the optically detectable pattern is configured not as full-surface in the cohesive
representation region but only in a representation region of a structure element (201)
or representation regions of a plurality of the structure elements (201-203).
1. Document de sécurité (1) qui est réalisé comme un passeport comprenant un corps composite
(3) étiré à plat avec un côté supérieur (31) et un côté inférieur (33) opposé,
qui est constitué d'au moins deux couches de substrat (35, 37),
ainsi qu'un textile (41) formé de fils (45), duquel au moins une section (43) plate
est agencée entre les au moins deux couches de substrat (35, 37),
dans lequel au moins une représentation (61) détectable optiquement est agencée dans
le document de sécurité (1), qui est recouverte ou peut être recouverte au moins par
une partie de la section (43) du textile (41) agencée entre les au moins deux couches
de substrat (35, 37), dans lequel le textile (41) et l'au moins une représentation
(61) détectable optiquement sont réalisés de sorte qu'une illustration (150) détectée
optiquement par le côté supérieur (31) du corps composite (3) du recouvrement de l'au
moins une partie de la section (43) du textile (41) par-dessus l'au moins une représentation
(61) détectée optiquement soit dépendante d'un sens de détection par rapport au côté
supérieur (31) du corps composite (3),
caractérisé en ce que
le textile (41) avec une section de languette (49) dépasse des bords (135, 137) des
au moins deux couches de substrat (35, 37) du corps composite (3), entre lesquelles
le textile (41) avec l'une section (43) est agencé, et la section de languette (49)
est assemblée avec d'autres côtés de passeport (5 à 9) pour former le passeport (2).
2. Document de sécurité (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins une représentation (61) détectable optiquement comporte une trame graphique
(63) et le textile (41) est réalisé de sorte que ses fils (45) soient agencés dans
une trame textile (47), dans lequel la trame textile (47) et la trame graphique (63)
se distinguent en ce qui concerne leurs distances de trame (48, 68).
3. Document de sécurité (1) selon la revendication 2, caractérisé en ce que la représentation (61) détectable optiquement est agencée dans le corps composite
(3) et au moins une partie de la trame graphique de l'au moins une représentation
(61) détectable optiquement est recouverte par l'au moins une partie de la section
(43) du textile (41) agencée entre les au moins deux couches de substrat (35, 37).
4. Document de sécurité (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le textile (41) et la représentation (61) détectable optiquement sont espacés perpendiculairement
à l'étirement à plat de la section (43) du textile (41) agencée entre les au moins
deux couches de substrat (35, 37).
5. Document de sécurité (1) selon l'une des revendications précédente, caractérisé en ce que le corps composite (3) comporte une couche de substrat, de préférence opaque qui
présente un évidement, dans lequel la section (43) du textile (41) est agencée, laquelle
est agencée entre les au moins deux couches de substrat (35, 37).
6. Document de sécurité (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fils (45) du textile (41) sont constitués d'un matériau plastique transparent,
qui présente un indice de diffraction qui diverge de l'indice de diffraction d'une
couche de substrat contiguë directement au textile (41) ou des indices de diffraction
des deux couches de substrat (35, 37) directement contiguës au textile (41), et les
fils (45) présentent une forme de section transversale de sorte que cette lumière
d'au moins une longueur d'onde se concentre lors de la traversée, et l'au moins une
représentation (61) détectable optiquement ou une autre représentation (61) détectable
optiquement pour au moins un des sens de détection (173) dans des régions ciblées
des fils comporte des marquages CLI (73) pour une première information CLI.
7. Document de sécurité (1) selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'au moins une représentation (61) détectable optiquement ou une autre représentation
(71) détectable optiquement comporte d'autres marquages CLI (75) qui sont détectables
à partir d'un ou de plusieurs sens de détection (174) divergeant de l'un sens de détection
(173) et avec lesquels une ou plusieurs information CLI ou informations CLI divergeant
de l'information CLI codée à l'aide des marquages CLI (73) est ou sont codée(s).
8. Document de sécurité (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le corps composite (3) est constitué, sous une zone étirée à plat sur le côté supérieur
(31) du corps composite (3) qui coïncide avec l'au moins une partie de la section
(43) du textile (41) entre les au moins deux couches de substrat (35, 37) qui recouvre
l'au moins une représentation (61) détectable optiquement ou avec lequel l'une représentation
(61) détectable optiquement peut être recouverte, d'un matériau de base au volume
transparent ou est constitué, au moins entre le côté supérieur (31) et la représentation
détectable (61) optiquement, d'un matériau de base au volume transparent.
9. Document de sécurité (1) selon l'une des revendications 2 à 8, caractérisé en ce que la représentation (61) détectable optiquement est structurée à plat dans une zone
de représentation contiguë à l'aide d'éléments structurels (201-203) graphiques, dans
lequel à l'aide des éléments structurels (201-203), une information est codée et la
trame détectable optiquement n'est pas réalisée sur toute la surface dans la zone
de représentation contiguë mais seulement dans une zone de représentation d'un élément
structurel (201) ou des zones de représentation de plusieurs des éléments structurels
(201-203).