[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eine bedruckbaren ein- oder
mehrschichtigen Materialbahn nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine zugehörige
Beschichtungs- und/oder Druckanlage zur Herstellung einer bedruckbaren oder bedruckten
ein- oder mehrlagigen Materialbahn nach Anspruch 12.
[0002] Zur Herstellung von dekorativen Oberflächen (beispielsweise unter Nachahmung von
Echtholz-Strukturen, Stein und anderen Naturvorlagen oder auch künstlerischen Phantasievorlagen)
werden im Rahmen der industriellen Fertigung bedruckte Papiere eingesetzt, nämlich
sogenannte Dekorfolien. Diese Papiere werden dabei in der Regel mittels eines Tiefdruckverfahrens
bedruckt.
[0003] Die Druckqualität hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben der Qualität
des verwendeten Druckmaterials, beispielsweise der verwendeten Papier-Druckbahn, hängt
die Qualität vor allem auch von der Oberflächenstruktur der Druckwalzen ab.
[0004] Derartige, häufig mit Holznachahmungen bedruckte Dekorfolien werden für die Herstellung
bedruckter oder bedruckbarer Bauteile unterschiedlichster Art eingesetzt, nämlich
insbesondere für die Herstellung von Möbelanwendungen, aber ebenso für die Herstellung
von Boden-, Decken- und/oder Wandanwendungen. Bekannt sind beispielsweise Möbelanwendungen
unter Verwendung von Holzdekoren. Dabei werden entsprechende, mit Holznachahmungen
bedruckte Dekorpapiere und oder vorimprägnierte Dekorpapiere auf entsprechende Trägerplatten
aufgeklebt, die beispielsweise aus einer mitteldichten oder hochdichten Faserplatte,
insbesondere Holzfaserplatte bestehen können. Da entsprechende mit Dekorpapieren oder
vorimprägniertem Dekorpapier versehene Platten beispielsweise in Form von Möbelanwendung
oder Laminat-Fußböden hohen Beanspruchungen standhalten müssen, muss ein Laminat-Fußboden
als oberste Lage eine zusätzliche Schutzschicht, d.h. eine entsprechende Kunststoffschicht
umfassen, die auch als Overlay-Schicht bezeichnet wird.
[0005] Für die bedruckten Materialbahnen werden sogenannte Dekorpapiere eingesetzt, die
zuvor mit einer entsprechend geeigneten Kunstharzimprägnierung teilweise versehen
werden können (vorimprägniertes Papier = VI-Papier). Ein möglichst gleichmäßiges Eindringen
des Harzes in die Papierschicht sollte dabei gewährleistet sein.
[0006] In der Praxis ergeben sich jedoch beim Bedrucken derartiger vorimprägnierter Papiere
Probleme bezüglich der erzielbaren Druckqualität ergeben.
[0007] Ähnliche Probleme bestehen auch dann, wenn Materialbahnen verwendet werden sollen,
die beispielsweise eine Kunststofffolienschicht als oberste Schicht umfassen oder
aus einer Kunststofffolie bestehen.
[0008] Ganz allgemein können die erwähnten, zu bedruckenden Materialbahnen nicht nur ein-
sondern auch mehrschichtig sein, wobei die unterste Schicht z.B. aus einer Dekorpapierbahn
und die darauf befindlichen Schichten aus anderen Materialien bestehen und zudem auch
Haftzwischenschichten umfassen können. Genauso kann bei mehrschichtig zu bedruckenden
Materialbahn die oberste Schicht aus Kunststoff bestehen.
[0009] Ein gattungsbildendes Verfahren zum Bestreichen einer sich bewegenden Materialbahn
ist aus der
DE 26 37 840 A1 bekannt geworden. Das Verfahren ist dabei so ausgerichtet, dass beide Seiten der
sich bewegenden Materialbahn, vorzugsweise in Form einer Papierbahn, bestrichen werden
können. Dabei wird eine Rakel verwendet, um zur Festlegung der Dicke der aufzutragenden
flüssigen Materialschicht den entstehenden Überschuss des aufgebrachten Mittels abzustreifen.
Dazu wird die Rakel in einem bestimmten Ausrichtwinkel gegenüber der Ebenen der Materialbahn
ausgerichtet.
[0010] Die Besonderheit dieses vorveröffentlichten Verfahrens und der zugehörigen vorveröffentlichten
Vorrichtung besteht darin, dass die zu beschichtende Materialbahn während des Beschichtungsprozesses
an die Oberfläche einer rotierenden Walze angelegt und über die Rakel an dieser Oberfläche
der Walze angedrückt gehalten wird. Die Papierbahn wird dann fortbewegt und abgezogen,
wobei die Rakel zum Abstreifen des überschüssigen Materials die Papierbahn stets an
der rotierenden Walzenoberfläche angedrückt hält.
[0011] Aus der
EP 0 889 168 A2 ist ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Vorimprägnats und dessen Verwendung
zur Herstellung von Dekorverbundgebilden als bekannt zu entnehmen. In dieser Vorveröffentlichung
wird also ein Verfahren zur Herstellung eines Vorimprägnats beschrieben, das eine
wässrige Dispersion auf Basis eines Acrylsäureesters/Styrol-Copolymers enthält, einen
Trockenverfestiger auf Basis eines Copolymerisats aus Acrylamid und Acrylsäure umfasst
und dabei Wasser enthält, wobei pro Gew.-Teil trockenen Copolymerisat aus Acrylamid
und Acrylsäure etwa 0,30 bis 13 Gew.-Teile trockenes Acrylsäureester/Styrol-Copolymer
eingesetzt werden. Das mit dem Verfahren erhältliche Vorimprägnat soll zur Herstellung
von Dekorverbundgebilden dienen, wie dekorativen Laminaten und verschiedenen Möbelteilen.
[0012] Schließlich aus einer nicht vorveröffentlichten Publikation, nämlich der
WO 2013/169128 A1 wiederum allgemein ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Auftragen eines Mittels
auf einer Materialbahn beschrieben.
[0013] Nur der Vollständigkeit halber soll ferner auf ein Verfahren zur Herstellung einer
Papierschicht für ein flächiges, bedrucktes oder bedruckbares Bauteil beispielsweise
in Form einer Boden-, Wand-, Decken- und/oder Möbelplatte verwiesen werden, welches
beispielsweise aus der
WO 2009/097986 A1 bekanntgeworden ist.
[0014] Gemäß dieser Vorveröffentlichung wird vorgeschlagen, beispielsweise von einem (unbehandelten)
Dekorpapier auszugehen und vor dem Bedrucken die Bedruck-Seite des Dekorpapiers mit
einer Farbaufnahmemasse zu überdecken. Durch Auftrag dieser Farbaufnahmemasse sollen
auf der Bedruckseite die Fasern bzw. die Faserstruktur des Dekorpapiers durch die
Farbaufnahmemasse ummantelt werden und/oder Hohlräume zwischen den Fasern ganz oder
teilweise befüllt werden, um dadurch den Druck zu verbessern.
[0015] Nach Durchführung des Druckverfahrens kann dann das bedruckte Dekorpapier beharzt
werden. Dies erfolgt üblicherweise und bevorzugt dadurch, dass die bedruckte Dekorpapierbahn
durch eine entsprechende Wanne mit Harz hindurchgeführt und nachher unter Einwirkung
von Hitze getrocknet wird. Die so behandelte und mit Harz durchtränkte bedruckte Papierbahn
kann dann auf Holzplatten durch Beheizung aufgetragen werden, weshalb bevorzugt ein
unter Hitzeeinwirkung reaktivierbares Harz wie beispielsweise Aminoplast, Melaminharz
oder dergleichen vorgeschlagen wird.
[0016] Aus der vorstehend genannten Schilderung ergibt sich also, dass gemäß der in Rede
stehenden Vorveröffentlichung unbeharztes Dekorpapier verwendet werden soll, das auf
der Druckseite mit Farbaufnahmematerial beschichtet, anschließend bedruckt und dann
mittels Harz durchtränkt werden soll. Grundsätzlich soll es aber auch möglich sein,
dass die Papierschicht vor dem Bedrucken derart definiert von der Unterseite her beharzt
ist, dass der Oberbereich der Faserstruktur mit geringem oder ohne Harzanteil sich
bevorzugt über maximal 30 % der Dicke der Faserstruktur erstreckt. Mit anderen Worten
ist es gemäß dieser Vorveröffentlichung wesentlich, dass vor dem Bedrucken auf der
Bedruck-Seite kein Harz vorhanden ist. Dazu wird bevorzugt die bedruckte Dekorpapierbahn
erst nach Durchführung des Druckvorganges beharzt. Im Falle einer Harzbehandlung vor
dem Drucken soll dann jedoch nur die Unterseite der Dekorpapierbahn mit Harz durchtränkt
werden, und zwar unter Aussparung eines Durchharzens auf der Druckseite.
[0017] Dabei ist es aus dieser Vorveröffentlichung auch bekannt, dass die verwendete Farbaufnahmemasse
durch unterschiedliche Verfahren auf der Dekorpapierbahn aufgetragen werden kann.
Es ist erwähnt, dass die Farbaufnahmemasse beispielsweise separat oder zusammen mit
einer Sperrflüssigkeit durch Walzen, Sprühen, Rakeln, Blade-Coating, Luftbürsten,
Gussstrich-Verfahren, Filmpressen, Leinpressen, Vorhanggießverfahren und/oder durch
Schlitzdüsenauftrag aufgebracht werden kann.
[0018] Die Ausbildung und Verwendung von Rakelklingen für Papier-, Karton-, Endbearbeitung-
oder Tissue-Maschinen ist ferner beispielsweise aus der
WO 2008/037850 A1 als bekannt zu entnehmen.
[0019] In dieser Vorveröffentlichung wird eine Rakelklinge gezeigt, die einen spezifischen
Aufbau aufweist, um möglichst lange einsetzbar zu sein. Dabei wird die in dieser Vorveröffentlichung
beschriebene Rakel so angeordnet, dass das frei vorlaufende Ende der Rakel an einer
Oberfläche einer Rolle oder eines Zylinders anliegt. Erwähnt ist ferner, dass derartige
in dem Dokument
WO 2008/037850 A1 beschriebene Rakeln unterschiedlich eingesetzt werden können. Die beschriebenen Rakeln
können beispielsweise als Schaberklingen eingesetzt werden. In diesem Falle ist die
Rakel gegen die Drehrichtung der Rolle gerichtet. Die in dem Dokument beschriebene
Rakel kann aber auch als Beschichtungsklinge eingesetzt werden. In diesem Falle ist
die Rakel in Drehrichtung der Rolle gerichtet.
[0020] Davon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein verbessertes Verfahren
sowie eine verbesserte Vorrichtung zur Herstellung von bedruckbaren oder bedruckten,
ein- oder mehrschichtigen Materialbahnen zu schaffen, insbesondere zur weiteren Verarbeitung
zu bedruckten Trägerplatten oder Baumaterialien, beispielsweise in Form von Möbel-,
Boden-, Decken- und/oder Wandelementen.
[0021] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bezüglich des Verfahrens entsprechend den im Anspruch
1 und bezüglich einer entsprechenden Beschichtungs- und/oder Druckanlage entsprechend
den im Anspruch 12 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0022] Es muss als überaus überraschend bezeichnet werden, dass im Rahmen der erfindungsgemäßen
Lösung deutlich verbesserte Druckergebnisse erzielbar sind.
[0023] Die vorliegende Erfindung geht dabei in Übereinstimmung mit dem Stand der Technik
davon aus, dass die zu bedruckende Materialbahn vor dem Bedrucken mit einer Primerschicht
versehen werden soll.
[0024] Um ein verbessertes Druckergebnis zu erzielen, muss zum einen eine bestimmte Vorbehandlung
für eine zu bedruckende Materialbahn durchgeführt werden, indem eine bestimmte Substanz
in einer bestimmten vorwählbaren und für den spezifischen Druck optimierten Schichtdicke
auf der später zu bedruckenden Materialbahn aufgetragen wird.
[0025] Dazu wird zunächst einmal im Rahmen der Erfindung eine Primerschicht mit einer Überschussmenge
auf der Bedruckseite der Materialbahn aufgetragen. Um dann die nicht benötigte Überschussmenge
wiederum von der Bedruckseite der Materialbahn zu entfernen wird ein sogenanntes Rakelmesser
verwendet, welches nachfolgend auch als Bladerakel bezeichnet wird. Diese Bladerakel
kann so in ihrem Abstand und bevorzugt in ihrer Ausrichtlage gegenüber der vorbeigeführten
Materialbahn eingestellt werden, dass das fließfähige oder zähfließende Material des
zu verwendenden Primers auf diesem Rakelmesser aufläuft und nur in der gewünschten
voreingestellten Schichtdicke an dem Rakelmesser auf der zu bedruckenden Materialbahn
haftend passieren kann. Das überschüssige Material wird also abgestreift und gesammelt.
[0026] Dabei ist es im Rahmen der erfindungsgemäßen Lösung von Bedeutung, dass die Bladerakel
und vor allem deren Spitze beispielsweise zwischen zwei beabstandeten Walzen (also
allgemein zwischen zwei beabstandeten Anlagelinien, zwischen denen die Materialbahn
geführt ist) so angeordnet ist, dass die Spitze der Rakel von der beschichteten Materialbahn
in Form einer zwischen der Rakel und der Materialbahn sich aufbauenden hydrodynamischen
Hochdruckzone abhebt. Dadurch wird ein direkter Kontakt zwischen der Spitze und der
Materialbahn unterbrochen. In Folge der erwähnten hydrodynamischen Hochdruckzone,
die dem sogenannten Aquaplaning-Effekt ähnlich ist, wird ein unterbrechungsfreier
Auftakt des Primärmaterials auf der gesamten Breite der Materialbahn in exakt voreingestellter
Schichtdicke mit optimaler Qualität sichergestellt.
[0027] Dies kann allerding im Rahmen der Erfindung nur dadurch realisiert werden, dass die
Rakel und damit deren RakelSpitze nicht dort mit der Oberfläche der Materialbahn 1
wechselwirkt, bei der die Materialbahn auf der Walzentrommel einer Walze aufliegt.
Erfindungsgemäß ist die Rakel so angeordnet, dass deren Spitze von den möglichen Umlenkwalzen
beabstandet angeordnet ist, also außerhalb des sogenannten Umschlingungsbereiches
auf einer Walze, auf welchem die Materialbahn auf der Oberfläche einer sich drehenden
Walze anliegt.
[0028] Schließlich wird ein Primermaterial verwendet, das noch im Rahmen der Erfindung definierte
Eigenschaften bezüglich des Feststoffanteils und bezüglich der Auslaufzeit aufweist.
[0029] Besonders gute Ergebnisse lassen sich dann erzielen, wenn die im Rahmen der Unteransprüche
angegebenen Werte für die Einstellung der Bladerakel zum einen verwendet werden und
zum anderen ein Primermaterial eingesetzt wird, welches die aus den Ansprüchen sowie
der Beschreibung ersichtlichen charakteristischen Werte aufweist.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen
im Einzelnen:
- Figur 1:
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anlage zur Vorbehandlung einer
zu bedruckenden Materialbahn; und
- Figur 2:
- eine vergrößerte Detaildarstellung des Rakelmessers in seiner Ausrichtlage zu der
daran vorbeigeführten Materialbahn.
[0031] In Figur 1 und 2 ist schematisch gezeigt, wie eine zu bedruckende Materialbahn 1
mit einem fließfähigen, d.h. zumindest zähfließfähigen Material beschichtet werden
kann.
[0032] Bei der Materialbahn 1 kann es sich um eine folienähnliche Materialbahn 1 in einer
vorgegebenen Breite handeln. Die Breite ist dabei abgestimmt auf die in den Zeichnungen
nicht dargestellte Verwendung üblicher Druckzylinder einer Druckanlage. Dabei kann
es sich beispielsweise um ein Tiefdruckverfahren, ein Ink-Jet-Druckverfahren, oder
um ein anderes gängiges Druckverfahren handeln. Der in den Zeichnungen dargestellte
Ausschnitt der Anlage kann dabei Teil einer gesamten Druckanlage sein, da das erfindungsgemäße
Verfahren auch vorzugsweise in einem sogenannten Online-Verfahren durchführbar ist,
also die zu bedruckende Materialbahn durchgängig und fortlaufend zunächst beschichtet
und dann entsprechend bedruckt wird.
[0033] Ebenso ist es auch möglich, dass die zu bedruckende Materialbahn zunächst im Rahmen
der Erfindung entsprechend vorbehandelt und dann beispielsweise auf einer Wickelstation
aufgewickelt wird, um erst später in einem zweiten separaten, zeitlich und gegebenenfalls
auch örtlich getrennten Schritt bedruckt zu werden.
[0034] Bei der erwähnten Materialbahn kann es sich beispielsweise um eine vorimprägnierte
Papierbahn handeln, nämlich um vorimprägniertes Dekorpapier 1'. Ebenso kann auch gegebenenfalls
eine Kunststofffolie oder Kunststofffolienbahn 1" verwendet werden. Dabei kann es
sich um ein- oder mehrlagige, d.h. ein- oder mehrschichtige Materialbahnen handeln,
bei denen beispielsweise die der Bedruckseite 1a näher liegende Schicht aus Dekorpapier
1' oder aus einer Kunststofffolie 1" und die anderen Schichten aus vergleichbaren
oder anderen Materialien bestehen oder diese umfassen können. So kann eine mehrlagige
Dekorpapierbahn auch Kunststofffolienschichten und umgekehrt ein Kunststofffilm auf
der druckabgewandten Seite zumindest eine Papierschicht umfassen. Ebenso können beispielsweise
auch Haftvermittler oder Klebeschichten zwischen den einzelnen Schichten vorgesehen
sein. Einschränkungen bestehen insoweit nicht.
[0035] Der Hauptanwendungsfall im Rahmen der Erfindung ist die vorbereitende Behandlung
einer vorimprägnierten Papierschicht, nämlich eines sogenannten vorimprägnierten Dekorpapiers.
Unter "Dekorpapieren" sollen dabei alle Vorimprägnate, Folienpapiere, Dünnfolien in
verschiedenster Farbstellung etc. verstanden werden.
[0036] Dabei kann beispielsweise die Materialbahn 1, insbesondere in Form des Dekorpapiers
1' mit verschiedensten Harzlösungen getränkt sein, beispielsweise Malaminharze und
Harnstoffharze in unterschiedlichsten Kompositionen, Kunststoffacrylatverbindungen
(z.B. Acronal, Acrodur in Abmischung mit verschiedenen chemischen Hilfsmitteln), geleimte
Papiere unter Verwendung von Stärkeleimung, AKD-Leimung oder Leimungsmittel in Verbindung
mit Acrylaten etc.
[0037] Die bevorzugte Auftragsmenge der o.g. Möglichkeiten kann beispielsweise zwischen
10% und 50% bezogen auf die Flächenmasse der Materialbahn 1, insbesondere der Dekorpapierbahn
1' liegen, wobei die Flächenmaße dieser Materialbahn 1 und insbesondere der Dekorpapierbahn
1' üblicherweise zwischen 30 g/m
2 und 100 g/m
2 üblicherweise liegen oder liegen können.
[0038] Eine solche Materialbahn wird mit Hilfe einer geeigneten Antriebseinrichtung unter
Verwendung einer oder mehrerer angetriebener Walzen und Rollen durch die Anlage fortbewegt,
wobei in der Regel sogenannte Zug-, Stütz- und/ oder Führungswalzen verwendet werden,
die entsprechend in Rotation gesetzt werden, also aktiv angetrieben werden. Ferner
können auch leerlaufende Walzen vorgesehen sein, über die die Materialbahn 1 in einem
entsprechend der Wegbahn vorgegebenen Umschlingungswinkel vorbeigeführt wird, und
dabei die entsprechend aktiv nicht angetriebenen Walzen mit in Rotation versetzt.
[0039] Wie aus Figur 1 ferner zu ersehen ist, ist des Weiteren in der Anlage eine Applikationswalze
2 und eine Zugwalze 3 vorgesehen, wobei zwischen diesen beiden Walzen 2 und 3 der
im Rahmen der Erfindung vorgesehene Abstreifer 4, d.h. der sogenannte Rakelabstreifer
oder die sogenannte Bladerakel 4' positioniert ist.
[0040] Dieser Abstreifer 4 beispielsweise in Form der Bladerakel 4' ist unmittelbar in Abzugsrichtung
A der Materialbahn 1 vor der Zug- oder Antriebswalze 3 angeordnet, also bevor die
Materialbahn 1 die Umfangswandung 3a der Zugwalze 3 berührt, also außerhalb des sogenannten
Umschlingungsbereiches auf dieser Antriebswalze 3. Die Applikationswalze 2 ist über
eine Primerwanne 5 angeordnet, die mit dem anzuwendenden Primermaterial 6 befüllt
ist. Diese Primerwanne 5 befindet sich also unmittelbar unterhalb der Materialbahn
1 in Abzugsrichtung A vor der Rakelanordnung.
[0041] Außerdem sind sowohl Zug- als auch Auftragmodule mit zusätzlichen Führungs- oder
Stützwalzen vorgesehen.
[0042] Der erwähnte Abstreifer 4 ist an einem Einstellmechanismus 7 befestigt, mittels dessen
eine Positions- und/oder Lageneinstellung des Abstreifers 4 und damit vor allem eine
entsprechende Einstellung der Rakelspitze 44 gegenüber der Materialbahn 1 vorgenommen
werden kann.
[0043] Die Bladerakel 4' kann also mittels des Einstellmechanismus 7 gegenüber der Materialbahn
1, d.h. insbesondere der vorimprägnierten Papierbahn 1' oder Papierschicht 1' oder
einer Kunststofffolie oder Kunststofffolienbahn 1" in einem geeigneten Winkel α eingestellt
werden, d.h. in einem geeigneten Winkel gegenüber der Ebene der Materialbahn 1. Dieser
Winkel α sollte bevorzugt zwischen 25° und 75° liegen. Diese Werte sind zum Teil auch
abhängig von dem verwendeten, nachfolgend noch ausführlich erörterten Primermaterial.
Es hat sich allerdings gezeigt, dass der kleinsten Winkel 1α zwischen der Ebene des
Bladerakels 7' und der Ebene der Materialbahn 1 größer als 30°, insbesondere größer
als 35°, 40°, 45°, 50°, 55° oder 60° sein sollte. Andererseits sollte der Winkel α
in der Regel kleiner als 70°, 65°, 60°, 55°, 50°, 45° oder 40° sein. Mit anderen Worten
liegen optimale Winkelbereiche zwischen 35° und 55°, insbesondere zwischen 40° und
50°, vor allem um 45°.
[0044] In der Praxis wird die Einstellung des Abstreifers 4, d.h. der Bladerakel 4' gegenüber
dem entsprechend geführten und während des Produktionsablaufes durch die Rotationswalzen
gespannten und beschichteten Materialbahn 1 in geeigneter Weise vorgenommen, wodurch
eine hydrodynamische Hochdruckzone 8 (Figur 2) in dem Winkelbereich zwischen der Bladerakel
4' und der Materialbahn 1 gebildet wird. In dieser hydrodynamischen Hochdruckzone
8 baut sich ein auch vom Primermaterial abhängiger spezifischer stabiler hydrodynamischer
Oberflächen-Überdruck des Primermaterials, d.h. des flüssigen, fließfähigen oder zumindest
zähfließfähigen Primermaterials auf, wodurch dieses Primermaterial gleichmäßig über
die gesamte Oberfläche 1a der Materialbahn 1 aufgetragen wird. Es handelt sich dabei
um einen ähnlichen Effekt, wie er unter dem Begriff "Aquaplaning" bekannt ist.
[0045] Die Regulierung des Bladerakel-Einstellwinkels α gegenüber der Oberfläche der Materialbahn
1 in Form der vorimprägnierten Papierbahn 1' oder der Kunststofffolienbahn 1" in Verbindung
mit entsprechend ausgewählten Parametern im Hinblick auf die Geschwindigkeit des Bahnvorschubs,
der Materialspannung, der eingesetzten Primer-Menge führt letztlich auch zu einer
Selbstreinigung bezüglich der eingesetzten Bladerakel 4'. Wie die entsprechenden Parameter
im Hinblick auf Vorschub-Geschwindigkeit der Materialbahn, Aufbau der notwendigen
Bahnspannung und des Bahnandrucks eingestellt werden können, ist durch entsprechende
grundsätzlich bekannte Anlagen hinlänglich bekannt. Es wird insoweit auf derartige
bekannte Anlagen verwiesen.
[0046] Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass sich während des Auftrags des
Primermaterials auf der Materialbahn 1 in Folge der Vorwärtsbewegung A der Materialbahn
1 durch die Anlage hindurch, vor der Klinge der Bladerakel 7 durch das auf der Materialbahn
1 aufgetragene flüssige oder fließfähige Primermaterial die erwähnte hydrodynamische
Hochdruckzone 8 in Form eines "Keils" ausbildet, aufgrund dessen die Spitze 44 der
Bladerakel-Klinge 4 von der beschichteten Materialbahn 1 abhebt. Somit wird ein direkter
Kontakt zwischen der Spitze 44 und der Materialbahn 1 unterbrochen. In Folge der erwähnten
hydrodynamischen Hochdruckzone 8, die dem sogenannten Aquaplaning-Effekt ähnlich ist,
wird ein unterbrechungsfreier Auftrag des Primermaterials auf der gesamten Breite
der Materialbahn 1 in exakt voreingestellter Schichtdicke mit optimaler Qualität sichergestellt.
[0047] Aus Figur 1 ist dabei auch zu ersehen, dass sich die Folienbahn zwischen zwei Rollen
abstützt, hier zwischen einer Anlagelinie (parallel zur Rotationsachse) auf der Auftragswalze
2 sowie auf der Zugwalze 3. Die Bladerakel 4' und damit die Klinge der Bladerakel
4' ist dabei so angeordnet, dass die Materialbahn 1 hier zwischen der Anlagelinie
auf der Walze 2 und der Walze 3 leicht winkelig verläuft, wie dies aus Figur 1 zu
ersehen ist. Dadurch wird ein entsprechender Druck über die Bladerakel mittelbar auf
die Materialbahn ausgeübt, da zwischen der vorlaufenden Klinge 44 und der Materialbahn
1 noch die entsprechende Primermaterialschicht in entsprechender Dicke durchläuft.
[0048] Die gesamte Anordnung ist dabei derart, dass die Auftragswalze 2 das entsprechende
Primermaterial während der Rotationsbewegung aus der Wanne 5 entnimmt und auf der
Druckseite 1a der Materialbahn 1 aufträgt, wobei dieser Auftrag auf der Unterseite
der Materialbahn 1 erfolgt, die in diesem Bereich zumindest näherungsweise horizontal
zwischen den Walzen 2 und 3 fortbewegt wird, also mit zumindest überwiegend horizontal
ausgerichteter Bewegungskomponente, so dass das auf der Bladerakel 4' auflaufende
und teilweise abgestreifte überschüssige Primermaterial der Schwerkraft folgend nach
unten hin ablaufen und durch einen Wannenauffang-Abschnitt 55 aufgefangen und in die
Wanne 5 zurückgeführt werden kann.
[0049] Die geschilderten verbesserten Druckergebnisse haben sich beispielsweise dann erzielen
lassen, wenn eine Bladerakel 4 verwendet worden ist, die beispielsweise aus Edelstahl,
Kunststoff oder anderen Materialien auch beschichteten besteht und platten- oder leistenförmig
gestaltet ist. Die platten- oder leistenförmige, aus Edelstahl bestehende Bladerakel
erstreckt sich dabei senkrecht zur Vorschubbewegung A der Materialbahn, also parallel
zur jeweiligen Drehachse der Walzen. Die Rakelstärken, also die Dicke der Bladerakeln
quer zu deren Längserstreckung kann in weiten Bereichen variieren, beispielsweise
zwischen 0,1 mm bis 15 mm liegen. Bevorzugte Werte liegen oberhalb von 0,2 mm, 0,3
mm oder 0,4 mm bzw. 0,5 mm. Ebenso sollten bevorzugte Werte unter 15 mm liegen, beispielsweise
unter 12,5 mm, 10 mm, 7,5 mm oder 5 mm. Entsprechende Werte können auch für die Phasenbreite
D an der Rakelschneide vorliegen (Figur 2).
[0050] Der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass übliche Anlagengeschwindigkeiten,
mit der ein derartiges Dekorpapier oder Dekorfolie mit dem erwähnten nachfolgend erörterten
Primer beschichtet werden soll, zwischen 100 m/min bis 350 m/min liegen können. Ganz
allgemein lassen sich optimale Werte auch in Zwischenbereichen erreichen, also auch
mit Anlagengeschwindigkeiten die größer sind als 100 m/min, nämlich beispielsweise
110 m/min, 120 m/min, 130 m/min, 140 m/min, 150 m/min, 160 m/min, 170 m/min, 180 m/min,
190 m/min, 200 m/min, 210 m/min, 220 m/min, 230 m/min, 240 m/min, 250 m/min. Andererseits
werden die Anlagengeschwindigkeiten bevorzugt nicht über 350 m/min liegen, für viele
Anwendungsfälle unter diesem Wert, nämlich unter 340 m/min, 330 m/min, 320 m/min,
310 m/min, 300 m/min, 290 m/min, 280 m/min, 270 m/min, 260 m/min, 250 m/min, 240 m/min,
230 m/min, 220 m/min, 210 m/min oder unter 200 m/min.
[0051] Nachfolgend wird auf die Primer-Lösung eingegangen, die bevorzugt als aufzutragende
Schicht eingesetzt werden soll. Das Primermaterial ist eine wasserbasierende Kunstharz-
oder auch Acrylatharz-Dispersion. Mit anderen Worten handelt es sich beim Primermaterial
nicht um einen Lack. Es wird vielmehr ein lackfreies Primermaterial verwendet.
[0052] Das Primermaterial sollte so gewählt werden, dass es beispielsweise eine Viskosität
(kinematisch bei 20°C) zwischen 10 sec. bis 30 sec. nach der DIN-Norm 53211/4 aufweist.
Mit anderen Worten beträgt also die Auslaufzeit des Primermaterials (Primer-Lösung)
aus dem DIN-Meßbecher 10 sec. bis etwa 30 sec..
[0053] Als günstig zur Erzielung optimaler Druckergebnisse hat sich ferner herausgestellt,
dass das Primermaterial pH-Werte aufweisen sollte, die zwischen 5 und 9 liegen, vorzugsweise
zwischen 6,5 und 8, insbesondere um 7,5.
[0054] Das Primermaterial weist zudem einen Festkörpergehalt von 20% und mehr auf, insbesondere
von zumindest 25%, 30%, 35%, 40%, 45% oder zumindest 50%. Andererseits ergeben sich
gute und ausreichende Werte auch dann, wenn der Festkörpergehalt kleiner oder gleich
70%, 65%, 60%, 55%, 50% oder kleiner 45% ist. Ein Wert um 45% bis 55% ist in vielen
Fällen optimal.
[0055] Schließlich erweist es sich ebenfalls als günstig, wenn das verwendete Primermaterial
mit Wasser mischbar oder in Wasser löslich ist. Ein bevorzugtes Primermaterial soll
dabei vollständig mit Wasser mischbar oder in Wasser lösbar sein. Schließlich soll
das Primermaterial einen niedrigen Lösungsmittelgehalt von unter 3%, insbesondere
von unter 2%, 1% oder sogar 0,5% aufweisen. Wenn das Primermaterial zudem einen Flammpunkt
von über 100°C aufweist, ergeben sich in der Regel auch keine Probleme, wenn das Material
noch vor dem Druck einer Wärmebehandlung unterzogen werden sollte.
[0056] Unter Verwendung eines derartigen Primermaterials ist es möglich, eine bedruckbare
Materialbahn 1, insbesondere eine bedruckbare vorimprägnierte Papierschicht oder ein
sogenanntes vorimprägniertes Dekorpapier in optimaler Weise zu bedrucken, wodurch
sich sehr viel bessere Druckergebnisse erzielen lassen, insbesondere bei einem Tiefdruckverfahren
(wobei auch ein Ink-Jet-Verfahren oder andere Druckverfahren grundsätzlich in Betracht
kommen können).
[0057] Nachdem also die vor allem auf der Bedruckseite 1a vorimprägnierte Materialbahn 1
insbesondere in Form einer vorimprägnierten Papierbahn 1' mit dem erwähnten Primer
beschichtet wurde, kann dann, nachdem der Primer zumindest eine ausreichende Trocknungs-
oder Antrocknungsphase durchlaufen hat, die entsprechend vorbehandelte Materialbahn
1 bedruckt werden.
[0058] Bevorzugt werden beim erwähnten nachfolgenden Druck wasserbasierende Tiefdruckfarben
mit einem Festkörpergehalt von 5% bis 35%, insbesondere von 10% bis 30%, oder von
15% bis 25% verwendet. Die bevorzugt wasserbasierenden Tiefdruckfarben sollen beispielsweise
einen pH-Wert zwischen 7 bis 9 aufweisen, insbesondere einen Wert von 7,5 bis 8,5.
Besonders gute Ergebnisse lassen sich dann erzielen, wenn die Druckfarben eine Fließgeschwindigkeit
von 13 sec. bis 30 sec. entsprechend der bereits bezüglich des Primermaterials beschriebenen
DIN-Norm 53211/4 aufweisen. Bevorzugte Werte liegen beispielsweise zwischen 18 sec.
bis 25 sec..
[0059] Die Druckfarben können ferner Bindemittel enthalten. Bevorzugt besteht das Bindemittel
der einzelnen Grundfarben aus Kasein. Ferner kann den Druckfarben ein Verschnitt aus
dem Bindemittel Kasein oder anderen in der Farbherstellung üblichen Bindemitteln zugegeben
sein.
[0060] Im Rahmen der Erfindung ist erläutert worden, dass durch Verwendung des Primers letztlich
die zu bedruckende Papier- und/oder Folienbahn vor allem auch geglättet werden kann.
Es handelt sich in soweit auch um eine Unebenheiten in der Dekorpapierbahn glättende
Schicht, die aufgetragen wird. Zudem handelt es sich bei dem verwendeten Material
auch um eine Art Haftvermittler, der als Haftvermittler zu der aufzutragenden Druckfarbe
dient. Dadurch lassen sich die deutlich verbesserten Druckergebnisse erzielen.
1. Verfahren zur Herstellung einer bedruckbaren oder bedruckten ein- oder mehrschichtigen
Materialbahn (1), die zumindest eine Materialbahn (1) aus imprägniertem Dekorpapier
(1'), normalem Dekorpapier (1) oder zumindest eine Materialbahn (1) in Form einer
Kunststofffolie (1") umfasst, insbesondere zur weiteren Verbindung mit einer Trägerplatte
oder einem Träger-Element für die Möbel-, Boden-, Decken- und/oder Wandanwendung,
mit folgenden Merkmalen:
- auf der zum Bedrucken vorgesehenen Seite der Materialbahn (1a) wird vor dem Bedrucken
eine Primerschicht (6) mit einem Primermaterial aufgetragen, welches einen Festkörper-Anteil
umfasst,
gekennzeichnet durch die folgenden weiteren Merkmale
- die Primerschicht (6) wird mit einer Überschussmenge auf der Bedruckseite (1a) der
Materialbahn (1) aufgetragen,
- über einen in Abzugsrichtung oder Vorschubrichtung (A) der Materialbahn (1) nachfolgenden
Rakel-Abstreifer (4) wird überschüssiges Primermaterial abgestreift, wozu die Ebene
der Abzugs-Rakel (4) in ihrem Ausrichtwinkel (α) gegenüber der Ebene der Materialbahn
(1) und in ihrer Relativlage und/oder ihrem Abstand zur Ebene der Materialbahn (1)
einstellbar ist,
- die Abzugs-Rakel (4) wird mit ihrer Rakelspitze (44) zwischen zwei beabstandeten
Walzen und/oder zwei beabstandeten Anlagelinien, auf der sich die Materialbahn (1)
abstützt, positioniert,
- es wird ein Primermaterial verwendet, welches eine Auslaufzeit gemäß DIN-Norm 53211/4
zwischen 10 sec. und 30 sec. aufweist, und/oder
- es wird ein Primermaterial verwendet, welches einen Festkörper-Anteil zwischen 20%
und 70% aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Primermaterial verwendet wird,
- welches aus einer wasserbasierenden Kunstharz- oder Acrylharz-Dispersion besteht
oder diese umfasst, und/oder
- dessen pH-Wert zwischen 5 und 9 oder zwischen 6,5 und 8 oder um 7,5 liegt, und/oder
- welches völlig in Wasser löslich oder mit Wasser mischbar ist, und/oder
- dessen Flammpunkt über 100°C liegt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abstreif-Rakel (4) verwendet wird, die eine Rakelstärke oder Rakeldicke zwischen
0,1 mm und 15 mm oder eine Dicke aufweist, die größer oder gleich 0,2 mm, 0,3 mm,
0,4 mm oder 0,5 mm ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abstreif-Rakel (4) verwendet wird, die eine Rakelstärke oder Rakeldicke aufweist,
die kleiner als 12,5 mm, 10 mm, 7,5 mm, 5 mm oder kleiner als 2,5 mm ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreif-Rakel (4) verwendet wird, die aus Edelstahl oder aus Kunststoff besteht
oder mit Edelstahl beschichtet oder ummantelt ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreif-Rakel (4), d.h. die Ebene der Abstreif-Rakel (4) in einem Winkel (α)
auf der Auflaufseite der Materialbahn (1) eingestellt wird, der zwischen 25° und 75°,
oder zwischen 30° und 65°, 35° und 55° oder zwischen 40° und 50°, oder um 45° liegt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Materialbahn (1) Dekorpapiere, Vorimprägnate, Folienpapiere oder Dünnfolien verwendet
werden, deren Flächengewichtsmaße zwischen 30 g/m2 und 100 g/m2 oder zwischen 40 g/m2 und 90 g/m2, zwischen 50 g/m2 und 80 g/m2 oder zwischen 60 g/m2 und 70 g/m2 liegen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Materialbahn (1) verwendet wird, die aus vorimprägnierten Dekorpapier (1) besteht
oder dieses umfasst, welches mittels Harzlösungen oder Kunststoffacrylatverbindungen
getränkt ist oder aus geleimten Papieren besteht oder diese umfasst.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorimprägnat mit einer Auftragsmenge auf die Materialbahn (1) aufgetragen wird,
die zwischen 10 g/m2 und 50 g/m2 des Flächengewichtes des verwendeten Dekorpapiers (1') liegt, wobei die Flächenmäße
des verwendeten Dekorpapieres (1') zwischen 30 g/m2 und 100 g/m2 liegt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mit einem Primermaterial (6) beschichtete Materialbahn (1) mit wasserbasierenden
Druckfarben oder wasserbasierenden Tiefdruckfarben bedruckt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass Druckfarben verwendet werden,
- die einen Festkörperanteil zwischen 5% und 35% aufweisen, und/oder
- die einen pH-Wert zwischen 7 bis 9 oder zwischen 8 bis 8,5 aufweisen, und/oder
- deren Fließgeschwindigkeit zwischen 13 sec. und 30 sec. liegt, und/oder
- und zwar in Abmischungen, deren Fließgeschwindigkeit zwischen 15 sec. bis 30 sec.
liegt,
- bei denen für die einzelnen Grundfarben Bindemittel in Form von Kasein verwendet
wird, und/oder
- die mit einem Bindemittel in Form von Soja und/oder Kasein versetzt sind.
12. Beschichtungs- und/oder Druckanlage zur Herstellung einer bedruckbaren oder bedruckten
ein- oder mehrlagigen Materialbahn (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, mit folgenden
Merkmalen:
- mit einer Primer-Auftragseinrichtung zur Auftragung einer Primerschicht auf einer
Bedruckseite (1a) einer Materialbahn (1),
- mit einem zur Primer-Auftragseinrichtung in Abzugs- oder Vorschubrichtung (A) der
Materialbahn (1) nachfolgenden Rakel-Abstreifer (4), der zur Abstreifung von überschüssigem
Primermaterial vorgesehen ist,
- die Ebene der Abzugs-Rakel (4) ist in ihrem Ausrichtwinkel (α) gegenüber der Ebene
der Materialbahn (1) und damit in ihrer Relativlage und/oder in ihrem Abstand zur
Ebene der Materialbahn (1) einstellbar, und
- die Abzugs-Rakel (4) ist mit ihrer Rakelspitze (44) zwischen zwei beabstandeten
Walzen und/oder zwei beabstandeten Anlagelinien, auf der sich die Materialbahn (1)
abstützt, positioniert.
1. Method for producing a printable or printed single or multi-layer material web (1),
which comprises at least one material web (1) made of impregnated decorative paper
(1'), normal decorative paper (1), or at least one material web (1) in the form of
a plastics film (1 "), in particular for further combining with a base panel or a
base element for furniture, floor, ceiling and/or wall application, having the following
features:
- prior to printing, a primer layer (6) comprising a primer material having a solids
portion is applied to the side of the material web (1 a) intended to be printed,
characterised by the following further features:
- the primer layer (6) is applied in an excess amount to the printing side (1a) of
the material web (1),
- excess primer material is scraped off by means of a doctor scraper (4) which follows
the material web (1) in the removal direction or feed direction (A), for which purpose
the angle of orientation (α) of the plane of the removal doctor blade (4) can be adjusted
relative to the plane of the material web (1) and the relative position of said plane
of said removal doctor blade and/or the spacing thereof can be adjusted relative to
the plane of the material web (1),
- the removal doctor blade (4) is positioned so as to have the doctor blade tip (44)
thereof between two rollers and/or two contact lines which are spaced apart and on
which the material web (1) is supported,
- a primer material is used which has a runout time according to DIN standard 53211/4
of between 10 seconds and 30 seconds, and/or
- a primer material is used which has a solids portion of between 20 % and 70 %.
2. Method according to claim 1,
characterised in that a primer material is used
- which consists of or comprises a water-based synthetic resin or acrylic resin dispersion,
and/or
- has a pH value of between 5 and 9 or of between 6.5 and 8 or of approximately 7.5,
and/or
- is completely soluble in water or is miscible with water, and/or
- has a flash point of over 100 °C.
3. Method according to either claim 1 or claim 2, characterised in that a scraper doctor blade (4) is used which has a doctor blade thickness of between
0.1 mm and 15 mm or has a thickness which is greater than or equal to 0.2 mm, 0.3
mm, 0.4 mm or 0.5 mm.
4. Method according to any of claims 1 to 3, characterised in that a scraper doctor blade (4) is used which has a doctor blade thickness of less than
12.5 mm, 10 mm, 7.5 mm, 5 mm or less than 2.5 mm.
5. Method according to any of claims 1 to 4, characterised in that the scraper doctor blade (4) which is used consists of stainless steel or of plastics
material or is coated with or encased in stainless steel.
6. Method according to any of claims 1 to 5, characterised in that the scraper doctor blade (4), i.e. the plane of the scraper doctor blade (4), is
adjusted at an angle (α) to the runout side of the material web (1) which is of between
25° and 75°, or of between 30° and 65°, 35° and 55° or of between 40° and 50° or of
approximately 45°.
7. Method according to any of claims 1 to 6, characterised in that decorative paper, pre-impregnates, film papers or thin films are used as the material
web (1), the basis weight of which is of between 30 g/m2 and 100 g/m2, or of between 40 g/m2 and 90 g/m2, of between 50 g/m2 and 80 g/m2 or of between 60 g/m2 and 70 g/m2.
8. Method according to any of claims 1 to 7, characterised in that a material web (1) is used which consists of or comprises pre-impregnated decorative
paper (1) which is saturated by means of resin solutions or plastics acrylate compounds
or consists of or comprises sized paper.
9. Method according to either claim 7 or claim 8, characterised in that the pre-impregnate is applied to the material web (1) at an application amount which
is of between 10 g/m2 and 50 g/m2 of the basis weight of the decorative paper (1') used, the basis weight of the decorative
paper (1') used being between 30 g/m2 and 100 g/m2.
10. Method according to any of claims 1 to 9, characterised in that the material web (1) coated with a primer material (6) is printed using water-based
printing inks or water-based intaglio inks.
11. Method according to claim 10,
characterised in that printing inks are used
- which have a solids portion of between 5 % and 35 %, and/or
- have a pH value of between 7 and 9 or of between 8 and 8.5, and/or
- have a flow rate of between 13 seconds and 30 seconds, and/or
- and specifically in mixtures of which the flow rate is of between 15 seconds and
30 seconds,
- in which a bonding agent in the form of casein is used for the individual basic
colours, and/or
- which are blended with a bonding agent in the form of soya and/or casein.
12. Coating and/or printing press for producing a printable or printed single or multi-layer
material web (1) according to any of claims 1 to 11, having the following features:
- comprising a primer application device for applying a primer layer to a printing
side (1 a) of a material web (1),
- comprising a doctor blade scraper (4) which follows the primer application device
in the removal or feed direction (A) of the material web (1) and is provided for scraping
off excess primer material,
- the angle of orientation (α) of the plane of the removal doctor blade (4) can be
adjusted relative to the plane of the material web (1) and thus the relative position
and/or the spacing of said plane of said removal doctor blade relative to the plane
of the material web (1) can be adjusted, and
- the removal doctor blade (4) is positioned so as to have the doctor blade tip (44)
thereof between two rollers and/or two contact lines which are spaced apart and on
which the material web (1) is supported.
1. Procédé de fabrication d'une bande de matière mono- ou multicouche imprimable ou imprimée
(1) qui comprend au moins une bande de matière (1) en papier décor imprégné (1'),
en papier décor normal (1) ou au moins une bande de matière (1) sous la forme d'une
feuille en matière plastique (1"), destinée en particulier à la relier à une plaque
de support ou à un élément de support pour l'application à des meubles, des sols,
des plafonds et/ou des murs, comprenant les éléments suivants :
- avant l'impression, sur le côté de la bande de matière (1a) prévu pour l'impression,
on dépose une couche d'apprêt (6) pourvue d'un matériau d'apprêt qui comprend une
part de corps solides,
caractérisé par les autres éléments suivants :
- on dépose la couche d'apprêt (6) avec une quantité excédentaire sur le côté d'impression
(1a) de la bande de matière (1),
- le matériau d'apprêt excédentaire est raclé par une racle (4) qui suit la bande
de matière (1) en direction d'extraction ou d'avance (A), ce pourquoi le plan de la
racle d'extraction (4) est réglable quant à son angle d'orientation (α) par rapport
au plan de la bande de matière (1) et quant à sa position relative et/ou à sa distance
par rapport au plan de la bande de matière (1),
- la racle d'extraction (4) est positionnée par sa pointe de racle (44) entre deux
rouleaux écartés et/ou entre deux lignes d'appui écartées sur lesquel(le)s vient s'appuyer
la bande de matière (1),
- on utilise un matériau d'apprêt qui présente un temps d'écoulement selon la norme
DIN 53211/4 entre 10 secondes et 30 secondes, et/ou
- on utilise un matériau d'apprêt qui présente une part de corps solides comprise
entre 20 % et 70 %.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on utilise un matériau d'apprêt
- qui est constitué de ou comprend une dispersion de résine synthétique ou de résine
acrylique à base aqueuse, et/ou
- dont le pH est compris entre 5 et 9 ou entre 6,5 et 8 ou est d'environ 7,5, et/ou
- qui est totalement soluble à l'eau ou susceptible d'être mélangé à l'eau, et/ou
- dont le point éclair est supérieur à 100 °C.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que l'on utilise une racle (4) qui présente une valeur de raclage ou une épaisseur de
raclage comprise entre 0,1 mm et 15 mm ou une épaisseur qui est supérieure ou égale
à 0,2 mm, 0,3 mm, 0,4 mm ou 0,5 mm.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on utilise une racle (4) qui présente une valeur de raclage ou une épaisseur de
raclage inférieure à 12,5 mm, 10 mm, 7,5 mm, 5 mm ou inférieure à 2,5 mm.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on utilise la racle (4) qui est constituée d'acier inoxydable ou de matière plastique
ou qui est revêtue ou enveloppée d'acier inoxydable.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la racle (4), c'est-à-dire le plan de la racle (4) est réglé sous un angle (α) sur
le côté d'entrée de la bande de matière (1) qui est compris entre 25° et 75° ou entre
30° et 65°, 35° et 55° ou entre 40° et 50°, ou qui est d'environ 45°.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on utilise à titre de bande de matière (1) des papiers décors, des pré-imprégnés,
des papiers en feuille ou des feuilles minces dont les grammages sont compris entre
30 g/m2 et 100 g/m2 ou entre 40 g/m2 et 90 g/m2, entre 50 g/m2 et 80 g/m2 ou entre 60 g/m2 et 70 g/m2.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'on utilise une bande de matière (1) qui est constituée de ou comprend un papier
décor pré-imprégné (1), qui est imprégné par des solutions de résine ou par des composés
de matière plastique et d'acrylate, ou bien qui est constituée de ou comprend des
papiers encollés.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que l'on dépose le pré-imprégné en une quantité de déposition sur la bande de matière
(1) qui est comprise entre 10 g/m2 et 50 g/m2 du grammage du papier décor utilisé (1'), le grammage du papier décor utilisé (1')
étant compris entre 30 g/m2 et 100 g/m2.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la bande de matière (1) revêtue du matériau d'apprêt (6) est imprimée avec des encres
d'impression à base aqueuse ou des encres d'héliogravure à base aqueuse.
11. Procédé selon la revendication 10,
caractérisé en ce que l'on utilise des encres d'impression
- qui présentent une part de corps solides comprise entre 5 % et 35 %, et/ou
- qui présentent un pH compris entre 7 et 9 ou entre 8 et 8,5, et/ou
- dont la vitesse d'écoulement est comprise entre 13 secondes et 30 secondes, et/ou
- qui se présentent dans des mélanges dont la vitesse d'écoulement est comprise entre
15 secondes et 30 secondes,
- dans lesquelles on utilise un liant sous forme de caséine pour les couleurs de base
individuelles, et/ou
- qui sont pourvues d'un liant sous la forme de soja et/ou de caséine.
12. Installation de revêtement et/ou d'impression pour la fabrication d'une bande de matière
mono- ou multicouche imprimable ou imprimée (1) selon l'une des revendications 1 à
11, présentant les caractéristiques suivantes :
- elle comprend un dispositif d'application d'apprêt pour appliquer une couche d'apprêt
sur une face d'impression (1a) d'une bande de matière (1),
- elle comprend une racle (4) qui suit le dispositif d'application d'arrêt en direction
d'extraction ou d'avance (A) la bande de matière (1), racle qui est prévue pour racler
un matériau d'apprêt excédentaire,
- le plan de la racle d'extraction (4) est réglable quant à son angle d'orientation
(α) par rapport au plan de la bande de matière (1) et donc quant à sa position relative
et/ou à sa distance par rapport au plan de la bande de matière (1), et
- la racle d'extraction (4) est positionnée par sa pointe de racle (44) entre deux
rouleaux écartés et/ou entre deux lignes d'appui écartées sur lesquel(le)s vient s'appuyer
la bande de matière (1).