[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen von Farbe in einer
Druckmaschine, wobei ein Farbwerk einen Farbkasten und eine Walze aufweist, die zusammen
eine Vorratskammer mit einer Querschnittsfläche begrenzen, die sich in Vertikalrichtung
verändert, wobei ein Nachfüllen von Farbe in die Vorratskammer auf Grundlage einer
Kennlinie erfolgt. Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung eine Druckmaschine
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] In Offsetdruckmaschinen werden konventionelle Farbwerke und Anilox-Farbwerke eingesetzt.
Ein konventionelles Farbwerk hat einen Farbkasten mit einer Dosiereinrichtung, die
in Farbzonen unterteilt ist. Ein Anilox-Farbwerk hat eine Rasterwalze und einen Rakelfarbkasten,
die zusammenarbeiten. Bei beiden Farbwerkstypen kann das Nachfüllen der Farbe manuell
oder automatisiert erfolgen. Zum manuellen Nachfüllen kann der Bediener einen Spachtel
benutzen, mit dem er die Farbe aus einer Dose in den Farbkasten schaufelt. Zum automatisierten
Nachfüllen kann über dem Farbkasten eine Kartusche angeordnet sein, die in Abhängigkeit
von Messsignalen eines Füllstandsensors gesteuert Farbe abgibt wird.
[0003] Beispielsweise ist in der
DE 100 09 664 A1 ein konventionelles Farbwerk beschrieben. Bei diesem Farbwerk wird der Farbverbrauch
ermittelt und einem Rechner zur Verfügung gestellt, der mit diesen Daten den Farbbedarf
pro Produkteinheit berechnet.
[0004] In der
DE 10 2013 003 923 A1 ist ein Verfahren zum Zuführen von Farbe in einem Anilox-Farbwerk beschrieben. Hierbei
können die Parameter Bedruckstoff, Druckgeschwindigkeit und Temperatur durch entsprechende
Kennlinien berücksichtigt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein weiteres Verfahren zum Zuführen von
Farbe anzugeben und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Druckmaschine zu
schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch
eine Druckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Zuführen von Farbe in einer Druckmaschine
weist ein Farbwerk einen Farbkasten und eine Walze auf, die zusammen eine Vorratskammer
mit einer Querschnittsfläche begrenzen, welche Querschnittsfläche sich in Vertikalrichtung
verändert. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt ein Nachfüllen von Farbe in
die Vorratskammer auf Grundlage einer Kennlinie, welche das Volumen eines Farbvorrats
in der Vorratskammer als Funktion der Füllstandshöhe des Farbvorrats abbildet und
dabei besagte Veränderung der Querschnittsfläche der Vorratskammer berücksichtigt.
[0008] Bei diesem Verfahren kann das Nachfüllen der Farbe manuell oder automatisiert erfolgen.
Im Falle der manuellen Nachfüllung kann auf Grundlage der Kennlinie eine Anzeige gesteuert
werden. Das Verfahren ist für konventionelle Farbwerke geeignet und für Anilox-Farbwerke
besonders geeignet.
[0009] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht gemäß der Kennlinie
zwischen der Füllstandshöhe und dem Farbvolumen ein nicht-linearer Zusammenhang.
[0010] Bei einer Weiterbildung wird durch eine bestimmte Anzahl von Bogen einer Auflage
eine Messungs-Teilauflage gebildet, auf deren Grundlage ein Farbverbrauch pro Bogen
in einem Rechner programmgesteuert berechnet wird.
[0011] Bei einer Weiterbildung wird auf Grundlage des berechneten Farbverbrauchs pro Bogen
in dem Rechner programmgesteuert mindestens ein Nachfüllparameter für das Nachfüllen
von Farbe in die Vorratskammer berechnet.
[0012] Bei einer Weiterbildung wird auf Grundlage des berechneten Farbverbrauchs pro Bogen
in dem Rechner programmgesteuert mindestens ein Nachfüllparameter für das Nachfüllen
von Farbe in die Vorratskammer berechnet.
[0013] Bei einer Weiterbildung wird der mindestens eine Nachfüllparameter dem Bediener auf
einer Anzeige angezeigt.
[0014] Bei einer weiteren Weiterbildung ist der mindestens eine Nachfüllparameter die Bogennummer
desjenigen Bogens der Auflage, bei dessen Maschinendurchlauf das Nachfüllen spätestens
erfolgen muss, oder ist der mindestens eine Nachfüllparameter die Anzahl der Bogen,
die mit dem im Farbkasten bevorrateten Farbvolumen ohne Nachfüllung noch gedruckt
werden kann.
[0015] Bei einer Weiterbildung ist der mindestens eine Nachfüllparameter die Restlaufzeit,
während welcher bei einer bestimmten Druckgeschwindigkeit noch ohne Nachfüllung gedruckt
werden kann.
[0016] Bei einer Weiterbildung ist der mindestens eine Nachfüllparameter eine erforderliche
Farbmenge, welche bei der nächsten Nachfüllung in den Farbkasten nachgefüllt werden
muss.
[0017] Bei einer Weiterbildung ist das Farbwerk ein Anilox-Farbwerk, ist der Farbkasten
ein Rakelfarbkasten und ist die Walze eine Rasterwalze.
[0018] Die erfindungsgemäße Druckmaschine umfasst ein Farbwerk, einen Füllstandssensor und
einen Rechner, der ein Programm zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
umfasst. Die erfindungsgemäße Druckmaschine kann eine Offsetdruckmaschine sein, vorzugsweise
eine Offsetdruckmaschine zum Bedrucken von Bogen.
[0019] Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen und der dazugehörigen Zeichnung.
[0020] In dieser zeigt:
- Figur 1:
- einen Farbkasten mit einem Start-Füllstand,
- Figur 2:
- eine Füllstandkennlinie des Farbkastens,
- Figur 3:
- den Farbkasten mit einem Ist-Füllstand und
- Figur 4:
- eine ermittelte Füllstandkennlinie.
[0021] In Figur 1 ist ausschnittsweise eine Druckmaschine 1 dargestellt. In dem Ausschnitt
sind ein Farbkasten 3 und eine Walze 4 dargestellt, die Bestandteile eines Farbwerks
2 der Druckmaschine 1 sind. Das Farbwerk 2 ist ein Anilox-Farbwerk und die Walze 4
eine Rasterwalze. Der Farbkasten 3 ist ein Rakelfarbkasten mit einer Rakel 9 und einer
Rückwand 10. In dem Farbkasten 3 ist ein Farbvorrat 7 gespeichert, der sich in einer
Vorratskammer 5 befindet, die von dem Farbkasten 7 und der Walze 4 begrenzt wird.
Die Rückwand 10 ist um ein Drehgelenk 11 herum zur Walze 4 hin verstellbar gelagert,
um durch die Verstellung den Farbvorrat 7 per Verdrängung auf ein Niveau oberhalb
einer Schneide der Rakel 9 anheben zu können, was vor Druckbeginn erfolgt. Über dem
Farbkasten 3 ist ein Füllstandssensor 12 angeordnet, der auf den Farbvorrat 7 gerichtet
ist, um den durch den Farbvorrat 7 bewirkten Füllstand in dem Farbkasten 3 zu messen.
Der Füllstandssensor 12 misst den Abstand zwischen dem Füllstandssensor 12 und der
Farboberfläche (Farbpegel) und ist ein berührungslos arbeitender Sensor, z.B. ein
Ultraschallsensor. Der Füllstandssensor 12 und eine Anzeige 13 sind an einer elektronischen
Steuereinrichtung 14 angeschlossen, welche einen Computer oder Mikroprozessor umfasst,
in welchem ein Programm abläuft. Die Steuereinrichtung 14 empfängt die Messsignale
des Füllstandssensors 12 und steuert die Anzeige 13, welche ein Touchscreen oder anderer
Bildschirm ist.
[0022] Eine Querschnittsfläche 6 der Vorratskammer 5 erstreckt sich senkrecht zur Bildebene
der Figur 1. Die Größe der Querschnittsfläche 6 ändert sich in Vertikalrichtung, weil
die Rückwand 10 und die Umfangsfläche der Walze 4 miteinander nicht parallel in Vertikalrichtung
verlaufen. Die Querschnittsfläche 6 ist im Bereich einer Engstelle zwischen der Rückwand
10 und der Umfangsfläche am kleinsten und wird, ausgehend von dieser Engstelle, nach
oben größer, weil die Rückwand 10 von der Umfangsoberfläche divergiert.
[0023] Mit dem Bezugszeichen "M1" ist eine Messlänge des Füllstandssensors 12 bezeichnet,
die mit einer zulässigen maximalen Füllstandshöhe F1 (vgl. Figur 2) des Farbvorrats
7 korrespondiert. Mit dem Bezugszeichen "M
max" ist eine Messlänge bezeichnet, die mit einer zulässigen minimalen Füllstandshöhe
"F
min" (vgl. Figur 2) korrespondiert. Die zulässige minimale Füllstandshöhe F
min ist so gewählt, dass sich der Pegel des Farbvorrats 7 im Druckbetrieb immer oberhalb
der Schneide der Rakel 9 befindet. Mit im Druckbetrieb durch den Farbverbrauch abnehmender
Füllstandshöhe nimmt die Messlänge zu, also der gemessene Abstand zwischen dem Füllstandssensor
12 und dem Farbpegel des Farbvorrats 7. Aus den gemessenen Messlängen M1, M
max werden in dem Rechner 8 der Steuereinrichtung 14 die Füllstandshöhen F1, F
min, berechnet. Natürlich werden auch zwischen M1 und M
max liegende Messlängen gemessen und daraus zwischen F1 und F
min liegende Füllstandshöhen berechnet. Die maximale Füllstandshöhe F1 ist der sogenannte
Start-Füllstand.
[0024] In Figur 2 ist ein Diagramm mit einer Abzisse für die Füllstandshöhe und einer Ordinate
für das Farbvolumen des Farbvorrats 7 dargestellt. Die Kennlinie 15 in dem Diagramm
ist durch eine Versuchsreihe ermittelt worden, wobei jeder gemessenen Füllstandshöhe
- d.h., gemessener Messlänge und daraus berechneter Füllstandshöhe - ein anderes resultierendes
Farbvolumen V1, V2, zugeordnet ist. Die Versuchsreihe ist erforderlich, um die Änderung
der Querschnittsfläche 6 zu berücksichtigen. Die Kennlinie 15 ist, z.B. als Wertetabelle,
in dem Rechner 8 abgespeichert und Bestandteil des Programms, welches in dem Rechner
8 abläuft. Durch die Kennlinie 15 wird der Zusammenhang zwischen der Änderung der
Füllstandshöhe und der Farbvolumenänderung ΔV abgebildet.
[0025] Figur 3 zeigt die Anordnung aus Figur 1 mit einer demgegenüber veränderten Füllstandshöhe
F2 (vgl. Figur 2). Mit der verringerten Füllstandshöhe F2 korrespondiert eine vergrößerte
Messlänge M2. Die Differenz ΔM zwischen den Messlängen Ml, M2 in Figur 3 ist betragsgleich
mit der Farbvolumenänderung ΔV in Figur 2.
[0026] In Figur 4 ist die Kennlinie 15, welche in Figur 2 lediglich schematisch dargestellt
ist, in praxisrelevanter Form dargestellt. Die Kennlinie 15 ist durch schrittweise
Befüllung der Vorratskammer 5 mit definierten Farbmengen und dem Auslesen der zugehörigen
Füllstandshöhen ermittelt worden. Entlang der Kennlinie 15 sind deren ermittelte Kurvenstützpunkte
dargestellt, welche in Form von Wertepaaren in dem Rechner 8 abgespeichert sein können.
[0027] Durch die Verbindung der exakten Füllstandshöhenmessung und der kennliniengestützten
Information über den verfügbaren Farbvorrat können durch den Rechner 8 für einen sicheren
Produktionsablauf wichtige Angaben und Vorhersagen berechnet werden:
- 1. Der Farbverbrauch pro Bogen und der verfügbare Farbvorrat.
- 2. Die Reichweite bei verfügbarem Farbvorrat.
- 3. Die Vorhersage des nächsten Nachfüllzeitpunkts (Bogenanzahl und Restlaufzeit).
- 4. Die Vorhersage der zum nächsten Nachfüllzeitpunkt erforderlichen Nachfüllmenge.
[0028] Der Rechner 8 berechnet den Verbrauch pro Druckbogen als Quotient aus der Farbvolumenänderung
geteilt durch die Anzahl der mit der Farbvolumen-Differenzmenge gedruckten Bogen.
Diese Anzahl der gedruckten Bogen wird als Messungs-Teilauflage bezeichnet und wird
festgelegt. Beispielsweise kann die Messungs-Teilauflage bei geringen Flächendeckungen
mit 1000 Bogen festgelegt sein und bei großen Flächendeckungen mit 300 Bogen. Zur
Verbesserung der Vorhersageergebnisse kann im Laufe des dem Drucken der Messungs-Teilauflage
folgenden Fortdrucks der sinkende Farbpegel weiterhin gemessen werden und der berechnete
Wert für den Farbverbrauch pro Bogen aktualisiert werden. Anhand der nach dem Drucken
der Messungs-Teilauflage gemessenen Füllstandshöhe M2 und der Kennlinie 15 wird durch
den Rechner 8 der noch verfügbare Farbvorrat berechnet und an der Anzeige 13, z.B.
am Bedienpult, angezeigt. Das Anzeigen kann als Absolutwert in Kubikzentimetern oder
als Prozentwert erfolgen und das Angezeigte kann als Balkendiagramm visualisiert werden.
Bei Auftragsende dient diese Angabe dem Maschinenbediener zur Beurteilung, ob er für
einen folgenden Druckauftrag noch Farbe in den Farbkasten nachfüllen muss.
[0029] Die Berechnung der Reichweite bei verfügbarem Farbvorrat funktioniert folgendermaßen:
Der Maschinenbediener wählt am Bedienpult die gewünschte Auflagenhöhe des Druckauftrags
an. Beim Erreichen dieser Auflagenhöhe stoppt die Druckmaschine 1 automatisch. Nach
Durchlaufen der Messungs-Teilauflage liegen die Werte für den Farbverbrauch pro Bogen
und für den noch verfügbaren Farbvorrat vor. Durch den Vorhersage-Algorithmus des
Programms, welches in dem Rechner 8 abläuft, wird ermittelt, ob der noch verfügbare
Farbvorrat ausreicht, um den Druckauftrag noch vor Erreichen der zulässigen minimalen
Füllstandshöhe F
min zu komplettieren. Die Reichweite wird als Anzahl bedruckbarer Bogen angegeben und
als Quotient aus dem verfügbaren Farbvorrat geteilt durch den Farbverbrauch pro Bogen
berechnet. An der Anzeige 13 kann z.B. angezeigt werden, dass die Reichweite noch
4.371 Bogen beträgt.
[0030] Der Rechner 8 trifft die Vorhersage des nächsten Nachfüllzeitpunkts folgendermaßen:
Der Vorhersage-Algorithmus prüft anhand der vorgewählten Auflagenhöhe des Druckauftrags,
ob mit dem vorhandenen Farbvorrat die Auflage ohne Nachfüllung zu Ende gedruckt werden
kann. Die aus der Bogenanzahl der vorgewählten Auflagenhöhe abzüglich der Bogenanzahl
der Messungs-Teilauflage gebildete Differenz-Bogenanzahl muss kleiner als die Bogenanzahl
der berechneten Reichweite sein. Wenn der verfügbare Farbvorrat kleiner als der Bedarf
für die Auflage des Druckauftrags ist, wird eine Warnung ausgegeben und eine Angabe
errechnet, bei welcher Bogenanzahl der Gesamtauflage eine Nachbefüllung erfolgen muss,
damit die zulässige minimale Füllstandshöhe F
min nicht unterschritten wird. Beispielsweise würde sich bei einer vorgewählten Auflagenhöhe
von 6.000 Bogen, einer Messungs-Teilauflage von 1.000 Bogen und einer ermittelten
Reichweite von 4.371 Bogen folgende Prüfung ergeben: 6.000 Bogen - 1.000 Bogen = 5.000
Bogen > 4.371 Bogen. Eine zwischenzeitliche Nachfüllung mit Farbe ist also erforderlich.
Der Vorhersage-Algorithmus ermittelt den spätesten Nachfüllzeitpunkt, damit die zulässige
minimale Füllstandshöhe F
min nicht unterschritten wird. Der Nachfüllzeitpunkt kann durch eine Bogennummer im Auflagenzähler
der Druckmaschine oder durch eine Zeitdauer angegeben werden. Die Bogennummer wird
errechnet, indem die Bogenanzahl der bereits gedruckten Messungs-Teilauflage mit der
Bogenanzahl der berechneten Reichweite addiert wird. Demgemäß wird auf der Anzeige
13 dem Maschinenbediener angegeben, bei welcher Bogennummer die Nachfüllung spätestens
erfolgt sein muss. Im gegebenen Beispiel hat der sogenannte Nachfüllbogen die Bogennummer
5.371 (1.000 Bogen der Messungs-Teilauflage zuzüglich 4.371 Bogen der berechneten
Reichweite). Der Nachfüllzeitpunkt kann statt durch Angabe des Nachfüllbogens (Bogennummer,
bei welcher die Nachfüllung spätestens erfolgen muss) auch durch Angabe der Zeit vorgegeben
werden, wodurch es dem Maschinenbediener erleichtert wird, seine Tätigkeiten aufeinander
abzustimmen. Die Zeitangabe wird berechnet, indem die berechnete Reichweite durch
die Druckgeschwindigkeit dividiert wird. Auf der Anzeige 13 können z.B. folgende Informationen
angezeigt werden: "Nachfüllung im Druckwerk 2 erforderlich! Bogennummer 5.371 - Restlaufzeit
21 Minuten 51 Sekunden". Auf der Anzeige 13 kann der Zeitpunkt der Nachfüllung bzw.
die Restlaufzeit durch einen Countdown-Zähler angezeigt werden. Aus drucktechnischen
Gründen kann es zweckmäßig sein, die Nachfüllung deutlich vor Erreichen der zulässigen
minimalen Füllstandshöhe F
min vorzunehmen. Aus diesem Grund kann es vorgesehen sein, dass die Füllstandshöhe, bis
zu welcher die Reichweite berechnet wird, vom Maschinenbediener wählbar ist.
[0031] Die Vorhersage der zum Nachfüllzeitpunkt erforderlichen Nachfüllmenge wird in dem
Rechner 8 folgendermaßen berechnet: Abhängig von der vorgewählten Auflagenhöhe und
dem Farbbedarf, wird für die Nachfüllung eine unterschiedlich große Farbmenge benötigt.
Ist die Restauflage nach der ersten Nachfüllung niedrig, dann sollte nur eine möglichst
geringe, aber ausreichende Farbmenge nachgefüllt werden, um den Reinigungsaufwand
nach Abschluss des Druckauftrags gering zu halten. Ist die Restauflage nach der ersten
Nachfüllung noch sehr groß, dann sollte nach Möglichkeit so viel Farbe nachgefüllt
werden, dass der komplette Druckauftrag zu Ende gedruckt werden kann. Der in dem Programm
des Rechners 8 enthaltene Vorhersage-Algorithmus berechnet die Nachfüllmenge folgendermaßen:
Die Nachfüllmenge ist das Produkt aus dem Farbverbrauch pro Bogen multipliziert mit
der Bogendifferenz, die aus der vorgewählten Auflagenhöhe abzüglich der Nachfüllbogennummer
berechnet wird. Im gegebenen Beispiel, bei dem die Auflagenhöhe 6.000 Bogen beträgt,
die Nachfüllbogennummer 5.371 ist und der Farbverbrauch pro Bogen 0,1185 cm
3 beträgt, ergibt sich gemäß der oben erläuterten Formel eine Nachfüllmenge von 74,5
cm
3 Farbe. Auch diese erforderliche Nachfüllmenge wird an der Anzeige 13 angezeigt.
[0032] Zusammenfassend ergibt sich, dass bei dem beispielhaften Druckauftrag mit einer fast
ganz gefüllten Vorratskammer 5 der Maschinenbediener nach Durchlaufen der Messungs-Teilauflage
folgende Werte an der Anzeige 13 angezeigt bekommt:
Vorwahl: Auflagenhöhe = 6.000 Bogen
Vorwahl: Messungs-Teilauflage = 1.000 Bogen
Farbvorrat: 518 cm3 = 70 %
Reichweite: 4.371 Bogen
Warnung: Nachfüllung im Druckwerk 2 erforderlich!
Ab Bogennummer: 5.371
Restlaufzeit: 21 Minuten 51 Sekunden
Erforderliche Nachfüllmenge: 74,5 cm3
[0033] Die Vorhersage-Algorithmen können auch im Druckbetrieb mit automatisierter Nachfüllung
verwendet werden. Bei der automatisierten Nachfüllung durch eine Kartusche überwacht
der Füllstandssensor 12 mit der Steuereinrichtung 14 die Füllstandshöhe und hält diese
konstant. Wenn die Füllstandshöhe stetig sinkt, obwohl die Kartusche den Befehl zum
Nachdosieren erhalten hat, schließt die Steuereinrichtung 14 bzw. der darin enthaltene
Rechner 8 daraus, dass die Kartusche leer ist. Es wird eine Warnmeldung "Kartusche
leer" auf der Anzeige 13 ausgegeben. Die Warnmeldung "Kartusche leer" aktiviert den
Vorhersage-Algorithmus und errechnet eine Vorhersage, ob der laufende Druckauftrag
mit dem noch verfügbaren Farbvorrat beendet werden kann. Ein unnötiger Farbwechsel
kann so vermieden werden.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Farbwerk
- 3
- Farbkasten
- 4
- Walze
- 5
- Vorratskammer
- 6
- Querschnittsfläche
- 7
- Farbvorrat
- 8
- Rechner
- 9
- Rakel
- 10
- Rückwand
- 11
- Drehgelenk
- 12
- Füllstandssensor
- 13
- Anzeige
- 14
- Steuereinrichtung
- 15
- Kennlinie
- F1
- maximale Füllstandshöhe
- F2
- Füllstandshöhe
- Fmin
- minimale Füllstandshöhe
- M1
- Messlänge
- M2
- Messlänge
- Mmax
- Messlänge
- ΔM
- Messlängendifferenz
- V1
- Farbvolumen
- V2
- Farbvolumen
- ΔV
- Farbvolumenänderung
1. Verfahren zum Zuführen von Farbe in einer Druckmaschine (1), wobei ein Farbwerk (2)
einen Farbkasten (3) und eine Walze (4) aufweist, die zusammen eine Vorratskammer
(5) mit einer Querschnittsfläche (6) begrenzen, die sich in Vertikalrichtung verändert,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Nachfüllen von Farbe in die Vorratskammer (6) auf Grundlage einer Kennlinie (15)
erfolgt, welche das Volumen eines Farbvorrats (7) in der Vorratskammer (5) als Funktion
der Füllstandshöhe des Farbvorrats (7) abbildet und dabei besagte Veränderung der
Querschnittsfläche (6) der Vorratskammer (5) berücksichtigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei gemäß der Kennlinie (15) zwischen der Füllstandshöhe
und dem Farbvolumen ein nicht-linearer Zusammenhang besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei durch eine bestimmte Anzahl von Bogen einer
Auflage eine Messungs-Teilauflage gebildet wird, auf deren Grundlage ein Farbverbrauch
pro Bogen in einem Rechner (8) programmgesteuert berechnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei auf Grundlage des berechneten Farbverbrauchs pro
Bogen in dem Rechner (8) programmgesteuert mindestens ein Nachfüllparameter für das
Nachfüllen von Farbe in die Vorratskammer (5) berechnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei der mindestens eine Nachfüllparameter dem Bediener
auf einer Anzeige (13) angezeigt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei der mindestens eine Nachfüllparameter die
Bogennummer desjenigen Bogens der Auflage ist, bei dessen Maschinendurchlauf das Nachfüllen
spätestens erfolgen muss, oder die Anzahl der Bogen ist, die mit dem im Farbkasten
(3) bevorrateten Farbvolumen ohne Nachfüllung noch gedruckt werden kann.
7. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei der mindestens eine Nachfüllparameter die
Restlaufzeit ist, während welcher bei einer bestimmten Druckgeschwindigkeit noch ohne
Nachfüllung gedruckt werden kann.
8. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei der mindestens eine Nachfüllparameter eine
erforderliche Farbmenge ist, welche bei der nächsten Nachfüllung in den Farbkasten
(3) nachgefüllt werden muss.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Farbwerk (2) ein Anilox-Farbwerk
ist, der Farbkasten (3) ein Rakelfarbkasten ist und die Walze (4) eine Rasterwalze
ist.
10. Druckmaschine mit einem Farbwerk (2), einem Füllstandssensor (12) und einem Rechner
(8), der ein Programm zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
9 umfasst.
1. Method for feeding ink in a printing machine (1) wherein an inking unit (2) includes
an ink fountain (3) and a roller (4), which together border a reservoir (5) with a
cross-sectional surface (6) that changes in the vertical direction,
characterized in
that ink is refilled into the reservoir (6) based on a characteristic line that represents
the volume of an ink supply (7) in the reservoir (5) as a function of the fill level
of the ink supply (7), factoring in the said change of the cross-sectional surface
(6) of the reservoir (5).
2. Method according to claim 1, wherein a non-linear relationship exists between the
fill level and the ink volume in accordance with the characteristic line (15).
3. Method according to claim 1 or 2, wherein a specified number of sheets of a print
run forms a partial measurement run based on which an ink consumption per sheet is
calculated on a computer (8) in a programme-controlled way.
4. Method according to claim 3, wherein at least one refill parameter for refilling ink
into the reservoir (5) is calculated on the computer (8) in a programme-controlled
way on the basis of the calculated ink consumption per sheet.
5. Method according to claim 4, wherein the at least one refill parameter is displayed
to the operator on a display (13).
6. Method according to claim 4 or 5, wherein the at least one refill parameter is the
sheet number of the sheet of the print run whose passage through the machine signifies
the latest possible instant for a refill or the number of sheets that may be printed
with the ink volume present in the ink fountain (3) without a refill.
7. Method according to claim 4 or 5, wherein the at least one refill parameter is the
remaining run time during which the printing operation may continue at a specified
printing speed without a refill.
8. Method according to claim 4 or 5, wherein the at least one refill parameter is a required
amount of ink that needs to be refilled into the ink fountain (3) in the next refilling.
9. Method according to any one of claims 1 to 8,
wherein the inking unit (2) is an anilox inking unit, the ink fountain (3) is a blade-type
ink fountain and the roller (4) is an anilox roller.
10. Printing machine including an inking unit (2), a fill level sensor (12) and a computer
(8) comprising a programme for implementing the method according to any one of claims
1 to 9.
1. Procédé d'alimentation d'encre dans une machine d'impression (1), pour lequel un dispositif
d'encrage (2) présente un encrier (3) et un rouleau (4), qui limitent ensemble une
chambre formant réservoir (5) avec une section transversale (6) variant dans le sens
vertical, caractérisé par le fait que
un appoint d'encre dans la chambre formant réservoir (6) a lieu sur la base d'une
ligne caractéristique (15) représentant le volume d'une réserve d'encre (7) dans la
chambre formant réservoir (5) en tant que fonction du niveau de remplissage de la
réserve d'encre (7) et tenant compte de la variation mentionnée de la section transversale
(6) de la chambre formant réservoir (5).
2. Procédé selon la revendication 1, pour lequel il existe, conformément à la ligne caractéristique
(15), une relation non linéaire entre le niveau de remplissage et le volume d'encre.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, pour lequel il y a constitution d'un tirage
partiel de mesure par un nombre défini de feuilles d'un tirage, sur la base duquel
une consommation d'encre par feuille est calculée, commandée par un programme, dans
un calculateur (8).
4. Procédé selon la revendication 3, pour lequel, sur la base de la consommation d'encre
par feuille calculée dans le calculateur (8), il y a exécution commandée par un programme
du calcul d'un paramètre d'appoint au moins pour l'appoint d'encre dans la chambre
formant réservoir (5).
5. Procédé selon la revendication 4, pour lequel au moins un paramètre d'appoint est
indiqué à l'opérateur sur un affichage (13).
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, pour lequel le paramètre d'appoint (au moins)
correspond au numéro de feuille de la feuille du tirage pour laquelle l'appoint doit
avoir lieu au plus tard lors de son passage dans la machine, ou au nombre de feuilles
pouvant être encore imprimées sans appoint avec le volume d'encre de réserve contenu
dans l'encrier (3).
7. Procédé selon la revendication 4 ou 5, pour lequel le paramètre d'appoint (au moins)
correspond au temps restant pendant lequel il est encore possible de procéder à une
impression sans appoint à une vitesse d'impression définie.
8. Procédé selon la revendication 4 ou 5, pour lequel le paramètre d'appoint (au moins)
correspond à une quantité d'encre requise à ajouter lors du prochain appoint dans
l'encrier (3).
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, pour lequel le dispositif d'encrage
(2) est un dispositif d'encrage Anilox, l'encrier (3) un encrier à racle et le rouleau
(4) un rouleau tramé.
10. Machine à imprimer avec un dispositif d'encrage (2), un détecteur de niveau de remplissage
(12) et un calculateur (8), comportant un programme pour l'exécution du procédé selon
l'une des revendications 1 à 9.