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(11) |
EP 2 993 277 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.12.2016 Patentblatt 2016/49 |
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Anmeldetag: 29.08.2015 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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VORRICHTUNG ZUR REINIGUNG UND/ODER INSPEKTION EINES STRÖMUNGSKANALS
DEVICE FOR CLEANING AND/OR INSPECTING A FLOW CHANNEL
DISPOSITIF DE NETTOYAGE ET/OU D'INSPECTION D'UN CANAL D'ECOULEMENT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
04.09.2014 DE 102014012882
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.03.2016 Patentblatt 2016/10 |
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Patentinhaber: Wiedemann, Karl |
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86465 Welden (DE) |
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Erfinder: |
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- Wiedemann, Karl
86465 Welden (DE)
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| (74) |
Vertreter: Munk, Ludwig |
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Patentanwälte Munk
Prinzregentenstraße 3 86150 Augsburg 86150 Augsburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A2-2011/104021 US-A1- 2009 261 575
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DE-A1-102011 120 152
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung und/oder Inspektion eines Strömungskanals,
insbesondere eines Abwasserkanals, mit einem in den Kanal einführbaren, mit Hochdruck-Spülwasser
beaufschlagbaren Spülschlauch, der mit seinem vorderen Ende an eine zumindest mit
eine Rückstoßwirkung erzeugenden Strahldüsen versehene Kanaldüse angeschlossen ist,
die durch Drehung um ihre Achse lenkbar ist.
[0002] Eine Anordnung dieser Art ist beispielsweise aus der
DE 10 2011 120 152 A1 bekannt. Zur Drehung der Kanaldüse wird dabei der diese tragende Spülschlauch insgesamt
verdreht. Hierzu wird bei der bekannten Anordnung eine zur Aufnahme eines Spülschlauchvorrats
vorgesehene, als Haspel ausgebildete Schlauchaufnahmeeinrichtung um eine zur Längsachse
des auslaufenden Spülschlauchs parallele Achse gedreht. Die Haspel ist hierzu mittels
eines Drehgelenks am Heck eines Trägerfahrzeugs angebracht und mittels einer Antriebseinrichtung
verdrehbar. Alle der Haspel zugeordneten Versorgungsleitungen sowie die Spülwasserleitung
müssen dabei zentrisch durch das Drehgelenk durchgeführt werden. Dies erweist sich
als sehr aufwendig und störanfällig. Ein weiterer Nachteil der bekannten Anordnung
besteht darin, dann hier zur Bewerkstelligung einer Drehung der Kanaldüse der diese
aufnehmende Spülschlauch insgesamt auf seiner ganzen Länge gedreht werden muss, was
sich ungünstig auf die erzielbare Genauigkeit auswirkt. In diesem Zusammenhang ist
nämlich davon auszugehen, dass der mit Hochdruck-Spülwasser beaufschlagte Spülschlauch
eine zwar kleine aber doch nicht vollständig zu vernachlässigende Torsionsfedereigenschaft
aufweist, so dass sich bei einer Drehung des Spülschlauchs mit zunehmender Länge eine
gewisse Tordierung ergibt, was eine genaue Drehung der Kanaldüse erschwert und daher
zu Fehlern bezüglich des Drehwinkels führen kann. Die bekannte Anordnung erweist sich
daher als nicht einfach, störungsfrei und genau genug.
[0003] Die
DE 20 2012 011 773 U1 zeigt einen Spülschlauch mit durch eine Kupplung miteinander verbundenen Abschnitten.
Die Kupplung enthält ein Gehäuseelement und ein in dieses eingreifendes Eingriffselement,
wobei das Eingriffselement als Hohlkugelelement ausgebildet ist, dem eine gehäuseseitig
vorgesehene Aufnahmekalotte zugeordnet ist, um eine gegenseitige Beweglichkeit der
beiden Spülschlauchabschnitte um quer zur Strömungsachse verlaufende Bewegungsachsen
zu ermöglichen. In Drehrichtung um die Spülschlauchachse sind die beiden Elemente
des Kupplungsaggregats gegeneinander verriegelt Eine Drehbewegung um die Spülschlauchachse
wird daher vom hinteren Schlauchabschnitt auf den vorderen Schlauchabschnitt übertragen.
Auch bei dieser bekannten Anordnung muss daher zur Drehung der Kanaldüse der Spülschlauch
insgesamt verdreht werden, was zu den oben bereits genannten Nachteilen hinsichtlich
Bauweise, Genauigkeit und Störungsanfälligkeit führt.
[0004] Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung
eingangs erwähnter Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln so zu verbessern,
dass nicht nur eine einfache und kostengünstige Bauweise erreicht wird, sondern auch
eine störungsarme und genaue Arbeitsweise gewährleistet sind.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Spülschlauch in wenigstens
zwei Abschnitte unterteilt ist, die durch ein vom Hochdruck-Spülwasser durchströmbares
Kupplungsaggregat miteinander verbunden sind, das ein an einem Spülschlauchabschnitt
angeschlossenes Gehäuseelement und ein in diesem axial beweglich angeordnetes, an
den anderen Spülschlauchabschnitt angeschlossenes Hohlkolbenelement aufweist, wobei
das Gehäuseelement und das Hohlkolbenelement durch eine Feder aneinander abgestützt
sind und über eine eine Axialbewegung in eine Drehbewegung umsetzende Wandlereinrichtung
zusammenwirken.
[0006] Mit diesen Maßnahmen lassen sich die Nachteile des eingangs geschilderten Standes
der Technik vollständig vermeiden. Durch den Druck des Hochdruck-Spülwassers wird
der Spülschlauch nicht nur in radialer Richtung beansprucht, sondern auch in axialer
Richtung. Mittels dieser Längskraft werden die beiden Elemente des Kupplungsaggregats
in axialer Richtung gegeneinander verschoben, wobei die Axialbewegung mit Hilfe der
Wandlereinrichtung in eine Drehbewegung umgesetzt wird. Es ist daher in vorteilhafter
Weise möglich, durch Änderung des Drucks des Hochdrucksprühwassers eine Drehbewegung
des die Kanaldüse tragenden Spülschlauchabschnitts gegenüber dem rückwärtigen Spülschlauchabschnitt
zu bewerkstelligen. Eine Drehbewegung des gesamten Spülschlauchs einschließlich Schlauchaufnahmeeinrichtung
etc. ist hier in vorteilhafter Weise nicht erforderlich. Die Spülschlauchaufnahmeeinrichtung
kann daher in vorteilhafter Weise stationär angeordnet sein, was den Aufbau stark
vereinfacht und einer Störanfälligkeit vorbeugt. Ein weiterer, besonderer Vorteil
der erfindungsgemäßen Maßnahmen ist auch darin zu sehen, dass das erfindungsgemäße
Kupplungsaggregat leicht und ohne größeren. Aufwand nachrüstbar ist, so dass auch
bereits vorhandene Anordnungen zur Reinigung end Inspektion von Strömungskanälen mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Drehung des vorderen Spülschlauchabschnitts
und der hieran angebrachten Kanaldüse ausgestattet werden können, was deren Einsatzmöglichkeiten
verbreitert und damit insgesamt eine gute Wirtschaftlichkeit ergibt.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] So kann zweckmäßig vorgesehen sein, dass das Hohlkolbenelement einen umfangsseitig
mit dem Gehäuseelement zusammenwirkenden Kopf und einen hiergegen abgestuften Hals
aufweist, der eine zugeordnete, dem gehäuseseitigen Spülschlauchanschluss gegenüberliegende
Gehäuseöffnung durchsetzt und mit seinem außerhalb hiervon sich befindenden, vom Kopf
abgewandten Ende mit dem zugeordneten Spülschlauchabschnitt verbunden ist. Hierbei
ergibt sich ein sinnfälliger Anschluss des Kupplungsaggregats an die einander zugewandten
Enden der beiden Spülschlauchabschnitte. Infolge der Abstufung des Hohlkolbenelements
ergibt sich in vorteilhafter Weise zudem innerhalb des Gehäuseelements ein Ringraum,
in welchem die Feder platzierbar ist. Diese kann daher zweckmäßig als Schraubendruckfeder
ausgebildet sein, die den inneren Bereich des Halses des Hohlkolbenelements umfasst
und hierdurch geführt ist, was sich vorteilhaft auf die Betriebssicherheit auswirken
kann.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Maßnahme kann darin bestehen, dass die Wandlereinrichtung
als Kulissenanordnung ausgebildet ist, die eine einerseits vorgesehene Spiralnut und
ein andererseits vorgesehenes, in die Spiralnut eingreifendes Gleitelement aufweist.
Hiermit lassen sich in vorteilhafter Weise auch größere Drehwinkel bewerkstelligen.
[0010] Eine besonders zu bevorzugende Ausgestattung der vorstehend genannten Maßnahmen kann
darin bestehen, dass das Gehäuseelement mit einem Innengewinde und das Hohlkolbenelement
mit einem hiermit im Eingriff stehenden Außengewinde versehen sind. Diese Maßnahme
ergibt nicht nur eine günstige Herstellbarkeit, sondern führt in vorteilhafter Weise
auch zu einem zuverlässigen gegenseitigen Eingriff und damit zu einer zuverlässigen
Kraftübertragung.
[0011] In weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen kann vorgesehen sein, dass das
Kupplungsaggregat mit vergleichsweise kleinem Abstand von vorzugsweise 1-3 Metern
vor der Kanaldüse angeordnet ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass einerseits die
Beweglichkeit der Kanaldüse durch das Kupplungsaggregat nicht eingeschränkt wird und
dass andererseits keine nennenswerte Tordierung des vom Kupplungsaggregat bis zur
Kanaldüse führenden Spülschlauchabschnitts erfolgt.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten
Maßnahmen sind in den restlichen Unteransprüchen angegeben und aus der nachstehenden
Beispielsbeschreibung anhand der Zeichnung näher entnehmbar.
[0013] In der nachstehend beschriebenen Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Kanalreinigung
und/oder -inspektion und
- Figur 2
- eine vergrößerte, schematische Darstellung des die Abschnitte des unterteilten Spülschlauchs
miteinander verbindenden Kupplungsaggregats der Anordnung gemäß Figur 1.
[0014] Die Figur 1 zeigt einen Abschnitt eines Abwasserkanalsystems mit einem über einen
Schacht 1 zugänglichen Kanal 2, in den ein mit Hochdruck-Spülwasser beaufschlagter
Spülschlauch 3 und ein mit Saugzug beaufschlagter Saugschlauch 4 eingeführt sind.
Der Spülschlauch 3 trägt an seinem vorderen Ende eine mit Strahldüsen 5 versehene
Kanaldüse 6. Dabei können nach vorne und nach hinten gerichtete Strahldüsen 5 vorgesehen
sein, aus denen im Betrieb jeweils ein Hochdruckwasserstrahl 7 austritt. Der Druck
des Hochdruckspülwassers liegt in der Größenordnung von 100-150 bar.
[0015] Ein nach vorne gerichteter Strahl dient dabei der Lockerung von Schmutzablagerungen
8. Die nach rückwärts austretenden Strahlen 7 bewirken eine weitere Lockerung der
Schmutzablagerungen 8 sowie einen Rückstoßantrieb der Kanaldüse 6 und eine Flotation
des gelockerten Schmutzes zum bis auf die Sohle des Kanals 2 abgesenkten Ende des
Saugschlauches 4 hin. Zur Durchführung einer Kanalinspektion kann die Kanaldüse 6
mit einer Beleuchtungs- und Kameraeinrichtung 9 versehen sein. Auf einen nach vorne
austretenden Strahl kann dabei auch verzichtet werden.
[0016] Die rückwärtigen Strahldüsen 5 sind zweckmäßig bezüglich der Düsenachse derart unsymmetrisch
angeordnet, dass sich zusätzlich zur Vortriebskraft auch eine auf die Kanaldüse 6
wirkende, nach oben gerichtete Kraft ergibt, so dass sich die Kanaldüse 6 in einem
gewünschten Abstand von der Kanalsohle befindet
[0017] Der Spülschlauch 3 wird von der an seinem vorderen Ende angebrachten, durch die Rückstoßwirkung
der Strahlen 7 vorangetriebenen Kanaldüse 6 in den Kanal 2 eingezogen. Der Spülschlauch
3 wird dabei von einer einen Schlauchvorrat aufnehmenden Schlauchaufnahmeeinrichtung
10 abgezogen. Diese ist im dargestellten Beispiel als Haspel ausgebildet, die an einem
Trägerfahrzeug, im dargestellten Beispiel in Form eines Kanalreinigungsfahrzeugs 11
angebracht ist. Dieses ist im dargestellten Beispiel mit einem drehbaren Ausleger
12 versehen, der die Schlauchaufnahmeeinrichtung 10 trägt.
[0018] Dem Saugschlauch 4, der mit seinem vorderen, offenen Ende bis zur Kanalsohle absenkbar
ist, kann ebenfalls eine hier nicht näher dargestellte, einen Schlauchvorrat aufnehmende
Aufnahmevorrichtung, beispielsweise in Form einer liegenden Haspel etc., zugeordnet
sein. Der in den Kanal absenkbare Saugschlauch 4 läuft über einen Rüssel 13 des Auslegers
12 in den Kanal ab.
[0019] Das Trägerfahrzeug, hier in Form des Kanalreinigungsfahrzeugs 11. enthält einen Spülwassertank
15, an den eine den Spülschlauch 3 mit Hochdruck-Spülwasser versorgende Hochdruckpumpe
16 saugseitig angeschlossen ist, die einen Wasserdruck von 100 - 150 bar erzeugen
kann. Der Spülwassertank 15 ist im dargestellten Beispiel von einem vorteilhaft evakuierbaren
Schlammbehälter 17 getrennt, in den der Saugschlauch 4 mit seinem oberen Ende einmündet,
worüber das aus dem Kanal 2 abgesaugte Wasser-Schmutzgemisch in den Schlammbehälter
17 eingeworfen wird.
[0020] Im Betrieb kommt es vor, dass die Kanaldüse 6 um ihre Achse gedreht werden muss,
um z.B. eine in den Kanal 2 hineingewachsene Baumwuzel abzutrennen, oder die Kanaldüse
6 in eine seitliche Kanalabzweigung 2a, beispielsweise in Form eines Hausanschlusses
etc., hinein zu lenken. Hierzu wird die Kanaldüse 6 so um ihre Achse gedreht, dass
die nach hinten gerichteten, aus den asymmetrisch zur Düsenachse angeordneten Strahldüsen
5 austretenden Strahlen 7 eine Seitenkraft bewirken, wodurch die Kanaldüse 6 in die
seitliche Kanalabzweigung 2a hineingelenkt wird. Die Drehung der Kanaldüse 6 erfolgt
mittels Drehung des die Kanaldüse 6 tragenden Spülschlauchs 3. Um jedoch nicht den
gesamten Spülschlauch 3 drehen zu müssen, ist der Spülschlauch 3 in zwei Abschnitte
3a, 3b unterteilt, die durch ein vom Spülwasser durchströmbares Kupplungsaggregat
18 miteinander verbunden sind, mittels dessen eine Drehung des vorderen, die Kanaldüse
6 tragenden Abschnitts 3a in Abhängigkeit vom Druck des den Spülschlauch 3 durchströmenden
Hochdruck-Spülwassers bewirkt werden kann.
[0021] Das Kupplungsaggregat 18 besteht, wie am besten aus Figur 2 erkennbar ist, aus einem
an einen Schlauchabschnitt, hier an den rückwärtigen, von der Schlauchaufnahmeeinrichtung
10 kommenden Schlauchabschnitt 3a angeschlossenen Gehäuseelement 19 und einem in diesem
in axialer Richtung beweglichen, an den anderen Abschnitt des Spülschlauchs 3, hier
an den zur Kanaldüse 6 führenden Schlauchabschnitt 3b angeschlossenen Hohlkolbenelement
20, das mit dem Gehäuseelement 19 über eine eine Axialbewegung umsetzende Wandlereinrichtung
zusammen wirkt und durch eine Feder 21 hieran abgestützt ist.
[0022] Das Hohlkolbenelement 20 besitzt einen umfangsseitig mit dem Innenumfang einer Bohrung
des Gehäuseelement 19 zusammenwirkenden Kolbenkopf 22 und einen hiergegen abgestuften
Hals 23, der eine dem gehäuseseitigen Schlauchanschluss gegenüberliegende stirnseitige
Gehäuseöffnung 24 durchsetzt und mit seinem äußeren Ende mit dem zugewandten rückwärtigen
Ende des zur Kanaldüse 6 führenden Spülschlauchabschnitts 3b verbunden ist. In Folge
der Abstufung zwischen Kolbenkopf 22 und Hals 23 ergibt sich innerhalb des Gehäuseelements
19 ein Ringraum 25, in welchem die Feder 21 platziert werden kann. Diese kann dementsprechend
einfach als den Hals 23 umfassende, dem Wasserdruck entgegenwirkende Schraubendruckfeder
ausgebildet sein, die sich einerseits an der Stufe des Hohlkolbenelements 20 und andererseits
an einem z.B. durch einen Deckel etc. gebildeten Verschluss des Gehäuseelements 19
abstützt und durch den Hals 23 geführt wird.
[0023] Die oben genannte Wandlereinrichtung zur Umsetzung einer Axialbewegung in eine Drehbewegung
ist zweckmäßig als Kulissenanordnung ausgebildet, die eine einerseits vorgesehene
Spiralnut und ein andererseits vorgesehenes, hiermit im Eingriff stehendes Gleitelement
aufweist. Im dargestellten Beispiel ist die Kulissenanordnung als Gewindeverbindung
ausgebildet. Hierzu sind das Gehäuseelement 19 mit einem zumindest über einen Teil
der Länge seines Innenraums sich erstreckenden Innengewinde 26 und das Hohlkolbenelement
20 mit einem hiermit im Eingriff stehenden, dem Kolbenkopf zugeordneten Außengewinde
27 versehen. Dementsprechend fungieren hier die Gewindenut des gehäuseseitigen Innengewindes
26 als Spiralnut und der Gewindesteg des kolbenseitigen Außengewindes 27 als hiermit
im Eingriff stehendes Gleitelement. Die Steigung der Spiralnut bzw. die Gewindesteigung
liegt selbstverständlich außerhalb des selbsthemmenden Bereichs, so dass eine axiale
Verschiebung des Hohlkolbenelements 20 automatisch zu einer Drehung des Hohlkolbenelements
20 führt.
[0024] Im Betrieb ergibt sich in Folge des an der Rückseite des vom Hochdruck-Spülwasser
durchströmten Hohlkolbenelements 20 anstehenden Drucks eine in Strömungsrichtung nach
vorne gerichtete, auf das Hohlkolbenelement 20 wirkende Kraft, durch die das Hohlkolbenelement
20 entgegen der Wirkung der Feder 21 nach vorne, d.h. in Strömungsrichtung des es
durchströmenden Hochdruck-Spülwassers verschoben wird, wobei die Axialbewegung in
Folge der hier durch das Innengewinde 26 und Außengewinde 27 gebildeten Kulissenanordnung
gleichzeitig in eine Drehbewegung des Hohlkolbenelements 20 und damit des hieran angebrachten,
vorderen Spülschlauchabschnitts 3b und der hieran wiederum angebrachten Kanaldüse
6 umgewandelt wird. Wenn der Druck des Hochdruck-Spülwassers steigt, ergibt sich eine
Vorwärtsbewegung mit entsprechender Drehbewegung des Hohlkolbenelements 20, wobei
die dem Wasserdruck entgegenwirkende Feder 21 zusammengedrückt wird. Wenn der Druck
des Hochdruck-Spülwassers abnimmt, wird das Hohlkolbenelement 20 durch die Feder 21
zurückgestellt, wobei die axiale Rückwärtsbewegung des Hohlkolbenelements in eine
entgegen gesetzte Drehbewegung umgewandelt wird.
[0025] Durch Änderung des Drucks des Hochdruck-Spülwassers ist dementsprechend eine Drehbewegung
des Hohlkolbenelements in jeder gewünschten Drehrichtung und damit der über den Schlauchabschnitt
3b hiermit verbundenen Kanaldüse 6 möglich.
[0026] Um dies zu bewerkstelligen ist eine zweckmäßig der Hochdruckpumpe 16 zugeordnete
Einrichtung zur Änderung des Drucks des Hochdruck-Spülwassers sowie eine Anzeigeeinrichtung
zum Anzeigen des momentan wirkenden Drucks vorgesehen. Eine Druckänderung kann einfach
durch eine Änderung der Geschwindigkeit der Hochdruckpumpe 16 bewerkstelligt werden.
Die Anzeigeeinrichtung kann als Manometer ausgebildet sein, das hier zweckmäßig mit
einer Skala für den Drehwinkel versehen sein kann.
[0027] Zur Umlenkung der Kanaldüse 6 um 90° genügt eine Drehung um 90°. Für eine Umlenkung
nach links oder nach rechts genügt daher ein Drehwinkelbereich von etwa 180°. Da unter
Umständen mehrere Rohrabzweigungen hintereinander kommen können, ist zweckmäßig ein
etwas größerer Drehwinkelbereich als 180° vorgesehen. Ein Drehwinkelbereich von 360°-450°
ist für die meisten Fälle ausreichend.
[0028] Die Unterteilung des Spülschlauchs 3 in die beiden Abschnitte 3a und 3b kann grundsätzlich
überall im Bereich der ganzen Spülschlauchlänge erfolgen. Auch eine mehrfache Unterteilung
des Spülschlauchs 3 wäre denkbar. Zweckmäßig erfolgt diese Unterteilung und damit
die Positionierung des Kupplungsaggregats 18 in einem nahe bei der Kanaldüse 6 liegenden
Bereich, so dass der vordere Schlauchabschnitt 3b wesentlich kürzer als der rückwärtige
Schlauchabschnitt 3a ist. Die Länge des Schlauchabschnitts 3b und dementsprechend
die Entfernung der Kanaldüse 6 vom Kupplungsaggregat 18 soll einerseits groß genug
sein, um eine ausreichende, vom Kupplungsaggregat 18 unabhängige Beweglichkeit der
Kanaldüse 6 zu gewährleisten und andererseits klein genug, um eine Tordierung im Bereich
des Schlauchabschnitts 3b vernachlässigen zu können. Eine Länge des vorderen Schlauchabschnitts
3b und dementsprechend eine Länge des Abstands zwischen Kanaldüse 6 und Kupplungsaggregat
18 im Bereich von etwa 1-3 m wird den vorstehend genannten Anforderungen gerecht.
[0029] Bei mehrfacher Unterteilung des Spülschlauchs 3 ergeben sich mehrere aufeinander
folgende Kupplungsaggregate, die jeweils gleiche Drehbewegungen durchführen, deren
Drehwinkel sich addieren, so dass man bereits mit vergleichsweise geringen Druckänderungen
auskommt. Zusätzlich oder alternativ zur Kameraeinrichtung 9 der Kanaldüse 6 kann
auch das dieser benachbarte Kupplungsaggregat 18 mit einer derartigen Kameraeinrichtung
versehen sein. Bei mehreren Kupplungsaggregaten 18 kann auch mehreren eine Kameraeinrichtung
zugeordnet sein.
1. Vorrichtung zur Reinigung und/oder Inspektion eines Strömungskanals, insbesondere
eines Abwasserkanals, mit einem in den Kanal einführbaren, mit Hochdruck-Spülwasser
beaufschlagbaren Spülschlauch (3), der mit seinem vorderen Ende an eine zumindest
mit eine Rückstoßkraft erzeugenden Strahldüsen (5) versehene Kanaldüse (6) angeschlossen
ist, die durch Drehung um ihre Achse lenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Spütschlauch (3) in wenigstens zwei Abschnitte (3a, 3b) unterteilt ist, die durch
ein vom Hochdruck-Spülwasser durchströmbares Kupplungsaggregat (18) miteinander verbunden
sind, das ein an einen Spülschlauchabschnitt (3a) angeschlossenes Gehäuseelement (19)
und ein in diesem axial beweglich angeordnetes, an den anderen Spülschlauchabschnitt
(3b) angeschlossenes Hohlkolbenelement (20) aufweist, wobei das Gehäuseelement (19)
und das Hohlkolbenelement (20) durch eine Feder (21) aneinander abgestützt sind und
über eine eine Axialbewegung in eine Drehbewegung umsetzende Wandlereinrichtung zusammenwirken.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rückwärtige Spülschlauchabschnitt (3a), der von einer Schlauchaufnahmeeinrichtung
(10) kommt, an das Gehäuseelement (19) und der vordere Spülschlauchabschnitt (3b),
der zur Kanaldüse (6) führt, an das Hohlkolbenelement (20) angeschlossen sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlkolbenelement (2) einen umfangsseitig mit dem Gehäuseelement (19) zusammenwirkenden
Kopf (22) und einen hiergegen abgestuften Hals (23) aufweist, der eine zugeordnete,
dem gehäuseseitigen Spülschlauchanschluss gegenüberliegende Öffnung (24) des Gehäuseelements
(19) durchsetzt und mit seinem äußeren Ende mit dem zugeordneten Spülschlauchabschnitt
(3b) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (21) als im Gehäuseelement (19) angeordnete, einen inneren Bereich eines
gegebenenfalls vorhandenen Halses (23) des Hohlkolbenelements (20) umfassende Schraubendruckfeder
ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandlereinrichtung als Kulissenanordnung ausgebildet ist, die eine einerseits
vorgesehene Spiralnut und ein andererseits vorgesehenes, hiermit im Eingriff stehendes
Gleitelement aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenanordnung als Gewindeverbindung ausgebildet ist und dass das Gehäuseelement
(19) hierzu mit einem Innengewinde (26) und das Hohlkolbenelement (20) mit einem hiermit
im Eingriff stehenden Außengewinde (27) versehen sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigung der Spiralnut und/oder des dieser zugeordneten Gleitelements außerhalb
des Bereichs der Selbsthemmung liegt.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsaggregat (18) mit vergleichsweise kleinem, vorzugsweise im Bereich von
1-3 m liegendem Abstand vor der Kanaldüse (6) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung zur Änderung des Drucks des dem Spülschlauch (3) zugeordneten Hochdruck-Spülwassers
vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanaldüse (6) eine Beleuchtungs- und/oder Ablichtungseinrichtung (9) zugeordnet
ist.
1. A device for cleaning and/or inspecting a flow channel, in particular a sewage channel,
comprising a rinsing hose (3) which is insertable into the channel and suppliable
with high pressure rinsing water, such rinsing hose (3) being connected with its front
end to a channel nozzle (6) at least provided with jet nozzles (5) generating a recoil
force, such channel nozzle (6) being steerable by rotation around its axis, characterized in that the rinsing hose (3) is divided into at least two sections (3a, 3b) connected with
each other by a coupling unit (18) through which high pressure rinsing water may flow,
which comprises a housing element (19) connected with a rinsing hose section (3a)
and further a hollow piston element (20) arranged in an axially moveable manner in
the said housing element (19) and connected with the other rinsing hose section (3b),
with the housing element (19) and the hollow piston element (20) being supported on
each other by a spring (21) and acting together via a converter device converting
an axial into a rotary movement.
2. A device in accordance with claim 1, characterized in that the rear rinsing hose section (3a) coming from a hose receiving unit (10) is connected
with the housing element (19) and the front rinsing hose section (3b) leading to the
channel nozzle (6) is connected with the hollow piston element (20).
3. A device in accordance with any of the preceding claims, characterized in that the hollow piston element (20) comprises at its circumference a head (22) acting
together with the housing element (19), and further a neck (23) tiered against such
head (22), extending through an associated opening (24) of the housing element (19)
opposite the housing side rinsing hose connection and with its outside end being connected
with the associated rinsing hose section (3b).
4. A device in accordance with any of the preceding claims, characterized in that the spring (21) is designed as a helical compression spring arranged in the housing
element (19) and enclosing an inner area of a neck (23), if any provided, of the hollow
piston element (20).
5. A device in accordance with any of the preceding claims, characterized in that the converter device is designed as a slide unit comprising on one side a spiral
groove and on the other a slide element in engagement therewith.
6. A device in accordance with claim 5, characterized in that the slide unit is designed as a thread connection and that the housing element (19)
for this purpose is provided with an internal thread (26) and the hollow piston element
(20) is provided with an external thread (27) being in engagement with said hollow
piston element (20).
7. A device in accordance with any of the preceding claims 5 or 6, characterized in that the pitch of the spiral groove and/or the sliding element associated therewith is
located outside the area of self locking.
8. A device in accordance with any of the preceding claims, characterized in that the coupling unit (18) is arranged in front of the channel nozzle (6) at a comparatively
small distance, preferably in the region of 1 - 3 m.
9. A device in accordance with any of the preceding claims, characterized in that provision is made for a device for altering the pressure of the high pressure rinsing
water associated with the rinsing hose (3).
10. A device in accordance with any of the preceding claims, characterized in that associated with the channel nozzle (6) is a lighting and/or photographic device (9).
1. Dispositif de nettoyage et/ou d'inspection d'un canal d'écoulement, en particulier
d'un canal des eaux d'égout, comprenant un tuyau flexible de rinçage (3) qui est apte
à être introduit dans ledit canal et à être alimenté en eau de rinçage à haute pression
et qui est raccordé, par son extrémité avant, à une tuyère de canal (6) qui est pourvue
au moins d'éjecteurs (5) générant une force de repoussement et qui est dirigeable
par rotation autour de son axe, caractérisé par le fait que le tuyau flexible de rinçage (3) est divisé en au moins deux sections (3a, 3b) qui
sont reliées entre elles par un groupe d'accouplement (18) qui est apte à être traversé
par l'eau de rinçage à haute pression et qui présente un élément de boîtier (19) raccordé
à une section de tuyau flexible de rinçage (3a) et un élément de piston creux (20)
disposé de manière axialement déplaçable dans celui-ci et raccordé à l'autre section
de tuyau flexible de rinçage (3b), dans lequel ledit élément de boîtier (19) et ledit
élément de piston creux (20) sont appuyés par un ressort (21) l'un contre l'autre
et coopèrent par un dispositif convertisseur transformant un mouvement axial en un
mouvement de rotation.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la section arrière de tuyau flexible de rinçage (3a) qui provient d'un dispositif
de réception de tuyau flexible (10) est raccordée à l'élément de boîtier (19) et la
section avant de tuyau flexible de rinçage (3b) qui mène vers ladite tuyère de canal
(6) est raccordée à l'élément de piston creux (20).
3. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit élément de piston creux (20) présente une tête (22) coopérant en circonférence
avec l'élément de boîtier (19) ainsi qu'un col (23) étagé par rapport à celui-ci qui
traverse une ouverture (24) associée de l'élément de boîtier (19) laquelle est située
en vis-à-vis du raccord côté boîtier du tuyau flexible de rinçage et qui est relié,
par son extrémité extérieure, à la section de tuyau flexible de rinçage (3b) associée.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit ressort (21) est réalisé en tant que ressort de compression disposé à l'intérieur
de l'élément de boîtier (19) et entourant une zone intérieure d'un col (23) le cas
échéant existant de l'élément de piston creux (20).
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit dispositif convertisseur est réalisé comme ensemble à coulisse qui présente
une rainure hélicoïdale prévue d'un côté et un élément de glissement prévu de l'autre
côté qui est en prise avec celle-ci.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé par le fait que ledit ensemble à coulisse est réalisé comme assemblage fileté et que, à cette fin,
l'élément de boîtier (19) est pourvu d'un filetage intérieur (26) et l'élément de
piston creux (20) est pourvu d'un filetage extérieur (27) qui est en prise avec celui-ci.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes 5 ou 6, caractérisé par le fait que le pas de la rainure hélicoïdale et/ou de l'élément de glissement associé à celle-ci
se situe hors du domaine de l'auto-blocage.
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit ensemble d'accouplement (18) est disposé à une distance comparativement petite,
se situant de préférence dans la plage comprise entre 1 et 3 m, devant la tuyère de
canal (6).
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'un dispositif de modification de la pression de l'eau de rinçage à haute pression
associée au tuyau flexible de rinçage (3) est prévu.
10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'un dispositif d'éclairage et/ou à photographier (9) est associé à la tuyère de canal
(6).


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