[0001] Die Erfindung betrifft einen Zielfernrohrschutz nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus dem
US-Patent 5 661 920 ist bereits ein Zielfernrohrschutz bekannt, der eine aus einem dehnbaren Material
bestehende tubusförmige Umhüllung mit einer vorderen und hinteren scheibenförmigen
Abdeckung enthält. Bei diesem bekannten Zielfernrohrschutz sind die beiden objektivseitigen
und okularseitigen Abdeckungen jedoch Teile der Umhüllung, die aus beidseitig mit
einem Nylongewebe kaschiertem Neopren besteht. Da die beiden stirnseitigen Abdeckungen
damit aber nicht durchsichtig sind, muss der Zielfernrohrschutz zunächst von dem Zielfernrohr
abgenommen werden, wenn das Zielfernrohr zu Abgabe eines Schusses genutzt werden soll.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Zielfernrohrschutz der eingangs genannten Art
zu schaffen, der auch die Nutzung des Zielfernrohrs ohne Abnahme des Zielfernrohrschutzes
ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Zielfernrohrschutz mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Zielfernrohrschutz sind die vordere Abdeckung und die hintere
Abdeckung aus einen durchsichtigen Material hergestellt. Durch die durchsichtigen
Abdeckungen des Zielfernrohrschutzes kann das Zielfernrohr auch ohne Abnahme der Abdeckung
genutzt werden, was besonders für die Abgabe eines schnellen Schusses bei Drück- und
Bewegungsjagden von Vorteil ist. Da der Zielfernrohrschutz auf dem Zielfernrohr verbleiben
kann, bleibt das Zielfernrohr vor Umwelteinflüssen wie z.B. Nässe, Schmutz oder Erwärmung
durch Sonneneinstrahlung, und auch vor mechanischen Einflüssen, wie z.B. Stößen oder
einer Reibung an der Kleidung oder der Ausrüstung, geschützt. Durch den möglichen
Verbleib des Zielfernrohrschutzes auf dem Zielfernrohr wird auch die durch ständiges
Auf- und Abnehmen gerade in der Hektik und Aufregung einer Jagd bestehende Gefahr
eines möglichen Verlustes der Zielfernrohrabdeckung reduziert.
[0006] Die für die Abdeckung des Objektivs bestimmte vordere Abdeckung und die zur Abdeckung
des Okulars dienende hintere Abdeckung können zweckmäßigerweise aus durchsichtigem
Glas oder Kunststoff hergestellt sein. In einer besonders robusten und auch bei schlechten
Bedingungen optimal einsetzbaren Ausführung können die durchsichtigen Abdeckungen
aus einem kratzfesten und mit einer Antibeschlagbeschichtung versehenen Glas hergestellt
sein.
[0007] Die beiden scheibenförmigen Abdeckungen sind zweckmäßigerweise über Halteringe an
dem vorderen und hinteren Ende der tubusförmigen Umhüllung befestigt. Der vorzugsweise
aus Kunststoff bestehende Haltering weist zweckmäßigerweise eine Aufnahme für die
Abdeckung auf. Die Aufnahme kann z.B. als innere Ringnut zur Aufnahme der Abdeckung
ausgebildet sein. Die Abdeckung könnte aber auch mittels eines Vorschraubrings mit
dem Haltering verschraubt sein.
[0008] Der Haltering kann ferner eine stirnseitige Aufnahmenut zur Aufnahme eines umgebogenen
Endes der Umhüllung aufweisen. Durch das umgebogene Ende der Umhüllung ergibt sich
an der Okularseite eine zusätzliche Schutzfunktion. Gerade bei Drückjagden oder Bewegungsjagden
besteht das Risiko, dass bei einer schnellen Schussabgabe keine optimale Schießposition
eingenommen werden kann. Dies erhöht wiederum das Risiko. Dass das Zielfernrohr gegen
das Auge oder die Augenbraue stößt. Durch den über den Haltering gezogenen Teil der
Umhüllung kann die Verletzungsgefahr verringert werden.
[0009] Zur sicheren Verbindung kann die Umhüllung mit dem Haltering verklebt sein. Die Umhüllung
könnte aber auch (ausschließlich oder kombiniert mit einer Verklebung) mit dem Haltering
vernäht oder anderweitig an diesem befestigt sein. Die Verbindung kann z.B. auch durch
Vernieten oder dgl. erfolgen.
[0010] Die Umhüllung besteht zweckmäßigerweise aus einem Synthesekautschuk. Als besonders
zweckmäßiges Material hat sich ein unter dem Markennamen Neopren bekannter Chloropren-Kautschuk
erwiesen. Dieser weist eine gute chemische Beständigkeit, eine gute Widerstandsfähigkeit
gegen Versprödung und Witterungseinflüsse, hervorragende Isolationseigenschaften und
eine gute Schutzwirkung zum Schutz des Zielfernrohrs vor Beschädigungen aus.
[0011] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Zielfernrohr mit einer Zielfernrohrschutz in einem Längsschnitt;
- Figur 2
- einen Zielfernrohrschutz in einer Unteransicht und;
- Figur 3
- einen Zielfernrohrschutz in einem Längsschnitt entlang der Linie A-A von Figur 2 und
- Figur 4
- eine vergrößerte Darstellung des vorderen Teils des in Figur 3 gezeigten Zielfernrohrschutzes
in einer Schnittansicht.
[0012] In Figur 1 ist ein an sich bekanntes Zielfernrohr 1 mit einem Gehäuse 2, einem Objektiv
3, einem Okular 4 und einem in der Mitte des Gehäuses 2 angeordneten Verstelltunnel
5 zur Absehenverstellung oder dgl. gezeigt. Auf dem Zielfernrohr 1 ist ein in einem
Längsschnitt dargestellter Zielfernrohrschutz 6 angeordnet. Das Zielfernrohr 1 ist
in an sich bekannter Weise über eine Zielfernrohrmontage 7 auf einer Montageschiene
8 einer Handfeuerwaffe befestigt.
[0013] Der in den Figuren 2 und 3 gesondert dargestellte Zielfernrohrschutz 6 weist eine
vordere scheibenförmige Abdeckung 9 zur Anlage an dem Objektiv 3, eine hintere scheibenförmige
Abdeckung 10 und eine tubusförmige Umhüllung 11 zur vollständigen Abdeckung des Zielfernrohrs
1 auf. In der bei der gezeigten Ausführung leicht konisch zulaufenden, tubusförmigen
Umhüllung ist ein in Figur 2 gezeigter schmaler Spalt 12 zur Einführung des Zielfernrohrs
1 vorgesehen.
[0014] Die tubusförmige Umhüllung 11 ist aus einem dehnbaren und gegen Witterungseinflüsse
beständigen Material hergestellt. Als besonders zweckmäßiges Material für die tubusförmige
Umhüllung 11 hat sich ein unter dem Markennamen Neopren bekannter Chloropren-Kautschuk
erwiesen. Dieser zeichnet sich durch chemische Beständigkeit, durch gute Widerstandsfähigkeit
gegen Versprödung und Witterungseinflüsse, durch hervorragende Isolationseigenschaften
und eine gute Schutzwirkung zum Schutz des Zielfernrohrs vor Beschädigungen aus. Dieses
Material ist auch flexibel und kann gedehnt werden, so dass der Zielfernrohrschutz
6 unter Spannung auf das Zielfernrohr 1 aufgesetzt und die Umhüllung 11 sich an die
Außenkontur des Zielfernrohrs 1 anpassen kann.
[0015] Die objektivseitige vordere Abdeckung 9 und die okularseitige hintere Abdeckung 10
sind aus Glas, durchsichtigem Kunststoff oder einem anderen durchsichtigen Material
hergestellt. In einer besonders vorteilhaften Ausführung können die beiden Abdeckungen
9 und 10 als Glasscheiben aus einem kratzfesten und mit einer Antibeschlagbeschichtung
versehenen Glas ausgeführt sein. Die beiden scheibenförmigen, kreisrunden Abdeckungen
9 und 10 werden jeweils durch einen aus Kunststoff bestehenden Haltering 13 innerhalb
der Umhüllung 6 fixiert.
[0016] Hierzu weist der in Figur 4 gezeigte Haltering 13 eine an die Außenkontur der scheibenförmigen
Abdeckung 9 angepasste und hier als innere Ringnut ausgebildete Aufnahme 14 für die
Abdeckung 9 und eine stirnseitige Aufnahmenut 15 zur Aufnahme des nach innen umgebogenen
vorderen Endes 16 der Umhüllung 11 auf. Das vordere Ende 16 der z.B. aus einem Neopren-Schlauch
bestehenden Umhüllung 11 kann umgebogen, in die stirnseitige Aufnahmenut 15 eingesteckt
und in dieser verklebt werden. Auch an seiner Außenseite kann der innerhalb der Umhüllung
11 angeordnete Haltering 13 mit der Umhüllung 11 verklebt werden. Die hintere Abdeckung
10 ist über einen entsprechenden Haltering 13 und in entsprechender Weise mit der
Umhüllung 11 verbunden.
1. Zielfernrohrschutz (6) mit einer vorderen scheibenförmigen Abdeckung (9), einer hinteren
scheibenförmigen Abdeckung (10) und einer tubusförmigen Umhüllung (11), die aus einem
dehnbaren Material besteht und eine schlitzförmige Öffnung (12) zur Einführung eines
Zielfernrohrs (1) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Abdeckung (9) und die hintere Abdeckung (10) aus einen durchsichtigen
Material bestehen.
2. Zielfernrohrschutz (6) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Abdeckung (9) und die hintere Abdeckung (10) aus Glas oder einem durchsichtigen
Kunststoff hergestellt sind.
3. Zielfernrohrschutz (6) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Abdeckung (9) und die hintere Abdeckung (10) aus einem kratzfesten und
mit einer Antibeschlagbeschichtung versehenen Glas hergestellt sind.
4. Zielfernrohrschutz (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Abdeckung (9) und die hintere Abdeckung (10) über jeweils einen Haltering
(13) an dem vorderen und hinteren Ende der Umhüllung (11) befestigt sind.
5. Zielfernrohrschutz (6) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (13) eine Aufnahme (14) für die Abdeckung (9, 10) enthält.
6. Zielfernrohrschutz (6) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (14) als innere Ringnut ausgebildet ist.
7. Zielfernrohrschutz (6) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (13) eine stirnseitige Aufnahmenut (15) zur Aufnahme eines umgebogenen
Endes (16) der Umhüllung (11) enthält.
8. Zielfernrohrschutz (6) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (11) fest mit dem Haltering (13) verbunden ist.
9. Zielfernrohrschutz (6) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (11) mit dem Haltering (13) verklebt ist.
10. Zielfernrohrschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (11) aus einem Synthesekautschuk, insbesondere einem Chloropren-Kautschuk,
besteht.