(19)
(11) EP 2 995 215 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.05.2017  Patentblatt  2017/21

(21) Anmeldenummer: 15152194.5

(22) Anmeldetag:  22.01.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A45C 13/26(2006.01)
A45C 5/14(2006.01)

(54)

Koffer

Suitcase

Valise


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 12.09.2014 EP 14184652

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.03.2016  Patentblatt  2016/11

(73) Patentinhaber: Jensong GmbH
6300 Zug (CH)

(72) Erfinder:
  • Song Kündig, Jennifer
    6300 Zug (CH)

(74) Vertreter: OK pat AG 
Industriestrasse 47
6300 Zug
6300 Zug (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 2 153 743
DE-A1-102006 004 494
US-A- 5 484 046
US-A1- 2006 213 735
US-B2- 7 070 190
WO-A1-2015/110667
JP-A- 2007 008 435
US-A1- 2004 094 378
US-A1- 2007 215 424
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Koffer.

    [0002] Es gibt zahlreiche Koffer 10, die mit Rollen 13 und einer Griffstange 11 ausgestattet sind (siehe US2006/0213735), damit man den Koffer 10 hinter sich her ziehen kann. In Fig. 1A ist ein solcher Koffer 10 (der hier als Rollkoffer 10 bezeichnet wird) in einer schematischen Seitenansicht gezeigt. Wenn man einen solchen Rollkoffer 10 eine Treppe 1 hinauf oder herunter bewegen möchte, zeigt sich eine grundlegende Schwäche eines solchen Rollkoffers 10. Eine entsprechende Situation ist in Fig. 1B gezeigt. Vor allem bei schweren Koffern, grenzen viele Personen an körperliche Grenzen. Einerseits laufen die Rollen 13 eines Rollkoffers 10 häufig nicht ausreichend gut auf dem Bodenbelag der Treppe 1 und andererseits schleift der Rollkoffer 10 mit seiner zur Treppe 1 gewandten Kofferrückwand entlang der Kanten der einzelnen Treppenstufen.

    [0003] Es gibt Rollkoffer 10, die im Bereich der Kofferrückwand Gleitprofile aufweisen, damit man für das Hoch- oder Herunterschleifen des Rollkoffers 10 entlang der Kanten von Treppenstufen weniger Kraft aufwenden muss. Aber auch diese Lösung schafft keine wirkliche Erleichterung.

    [0004] Es stellt sich daher die Aufgabe, einen Rollkoffer bereit zu stellen, der relativ einfach eine Stufe oder Treppe herauf oder herunter bewegt werden kann. Einerseits soll der erforderliche Kraftaufwand möglichst reduziert werden. Andererseits soll ein sicheres Handhaben ermöglicht und ein Abrutschen des Rollkoffers möglichst verhindert werden.

    [0005] Gemäss Erfindung wird ein Koffer nach Anspruch 1 bereitgestellt, der spezielle Merkmale aufweist, die eine bessere Treppengängigkeit ermöglichen.

    [0006] Ein Koffer der Erfindung weist einen Kofferbereich zum Aufnehmen und Transportieren von Objekten auf. Ausserdem weist der Koffer Transportmittel auf, die im Bereich einer Unterseite und/oder Rückseite des Koffers angeordnet sind. Weiterhin ist an dem Koffer eine Griffanordnung angebracht, die in einer Grundstellung ein Manövrieren des Koffers entlang einer im Wesentlichen horizontalen Oberfläche ermöglicht und die in einer Sonderstellung ein Manövrieren des Koffers (z.B. mit den Transportmitteln gleitend oder rollend) entlang einer Treppe ermöglicht. Diese Griffanordnung ist so angelegt, dass sie durch eine Schwenkbewegung aus der Grundstellung mindestens in eine Sonderstellung überführbar ist.

    [0007] Vorzugsweise kommen bei Koffern der Erfindung Transportmittel wie Rollen, Walzen, Kufen, Gleitschienen, Laufbänder oder Kombinationen der genannten Mittel zum Einsatz.

    [0008] Bevorzugte Ausführungsformen sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.

    [0009] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen und mit Bezug auf die Zeichnung beschrieben. Es ist zu beachten, dass die Zeichnungen nicht massstäblich sind.
    Fig. 1A
    zeigt eine schematische Seitenansicht eines vorbekannten Rollkoffers mit ausgezogener Griffstange in einer Vertikalstellung;
    Fig. 1B
    zeigt eine schematische Seitenansicht des Rollkoffers nach Fig. 1A in einer Schrägstellung beim Hochziehen entlang einer Treppe;
    Fig. 2A
    zeigt eine schematische Seitenansicht eines Koffers der Erfindung mit ausgezogener Griffstange in einer Grundstellung (z.B. zum Ziehen oder Stossen);
    Fig. 2B
    zeigt eine schematische Seitenansicht des Koffers nach Fig. 2A beim Hochziehen entlang einer Treppe, wobei sich die Griffanordnung in einer entsprechenden (ersten) Sonderstellung befindet;
    Fig. 3
    zeigt eine schematische Seitenansicht einer optionalen Anordnung mit umlaufendem Rollband, die an einem Koffer der Erfindung zum Einsatz kommen kann,
    Fig. 4A
    zeigt eine schematische Seitenansicht eines weiteren Koffers der Erfindung mit zusammengeschobener Griffstange;
    Fig. 4B
    zeigt eine schematische Seitenansicht des Koffers der Fig. 4A mit ausgezogener Griffstange (entspricht der Grundstellung);
    Fig. 4C
    zeigt eine schematische Vorderansicht des Koffers der Fig. 4A mit teilweise ausgezogener Griffstange;
    Fig. 5A
    zeigt eine schematische Ansicht eines weiteren Koffers der Erfindung mit ausgezogener Griffstange (entspricht einer Sonderstellung);
    Fig. 5B
    zeigt eine schematische Seitenansicht des Koffers der Fig. 5A mit ausgezogener Griffstange (entspricht der Sonderstellung);
    Fig. 6
    zeigt eine schematische Explosionsansicht einiger Teile eines weiteren Koffers der Erfindung.


    [0010] Im Folgenden werden Orts- und Richtungsangaben verwendet, um die Erfindung besser beschreiben zu können. Diese Angaben sollen nicht als Einschränkung verstanden werden.

    [0011] Anhand der Figuren 2A und 2B wird ein erster Koffer 100 der Erfindung beschrieben. Der Koffer 100 weist einen Kofferbereich 14 auf, der zum Aufnehmen und Transportieren von Objekten (z.B. Kleidungsstücken) ausgelegt ist. Der Koffer 100 kann bei allen Ausführungsformen in der üblichen Art und Weise mit Rollen 13.1 (hier allgemein als Transportmittel 13 bezeichnet) ausgestattet sein, die es ermöglichen den Koffer 100 zu ziehen oder zu schieben. Die Rollen 13.1 können z.B. mittels einer Rollenlagerung 13.3 am Koffer 100 befestigt sein. Die Rollen 13.1, falls vorhanden, sitzen vorzugsweise bei allen Ausführungsformen im Bereich einer Unterseite U des Kofferbereichs 14.

    [0012] Gemäss Erfindung können statt der erwähnten Rollen 13.1 auch andere Transportmittel 13 am Koffer 100 angeordnet sein, die im Bereich der Unterseite U und/oder Rückseite 101 des Kofferbereichs 14 sitzen. Als Transportmittel 13 können Rollen 13.1, Walzen, Kufen, Gleitschienen 13.2, Laufbänder 20 oder Kombinationen der genannten Mittel dienen. Bei den stabilen und nahezu unverwüstlichen Kunststoffmaterialien (z.B. harzverstärktes Kohle-Kevlar oder Glasfasern), die heute auch im Kofferbau Einzug gehalten haben, ist es auch möglich die Kofferoberfläche als Gleit- oder Rutschkörper zu verwenden. Um ein Verkratzen des eigentlichen Koffers 100 zu verhindern, kann optional z.B. die Rückseite 101 und/oder die Unterseite U mit einer Schutzfolie versehen sein, die z.B. ablösbar und durch eine neue Folie ersetzbar ist.

    [0013] Falls keine Rollen 13.1 als Transportmittel 13 dienen, können im Bereich einer Kofferrückwand 101 z.B. Kufen oder Gleitschienen 13.2 (siehe z.B. Fig. 2A und 2B), wie bekannt eingesetzt werden oder es kann ein Laufband 20 am Koffer 100 angeordnet sein, wie z.B. in Fig. 3 gezeigt. Das Laufband 20 kann z.B. ein Endlosband und eine Rolllagerung mit Rollen 21 umfassen, wobei das Endlosband mittels der Rolllagerung abrollbar an dem Koffer 100 (vorzugsweise an einem Rahmenelement des Koffers 100) befestigt ist.

    [0014] Bei der in den Figuren 2A und 2B gezeigten Ausführungsform umfasst der Koffer 100 eine Griffanordnung 200, die in einer Grundstellung (Fig. 2A) ein Manövrieren des Koffers 100 entlang einer Oberfläche (z.B. ein im Wesentlichen horizontaler Boden 2) ermöglicht. In einer (ersten) Sonderstellung (Fig. 2B) ermöglicht die Griffanordnung 200 ein Manövrieren des Koffers 100 entlang einer Treppe 1 (oder auch einer schrägen Oberfläche, z.B. eine Rampe). In der Sonderstellung kann der Koffer 100 beispielswiese mit den Transportmitteln 13 gleitend oder rollend entlang der Kanten K1 der Treppe 1 bewegt werden. In der Sonderstellung können aber auch andere Transportmittel 13 zum Einsatz kommen, die in der Normalstellung beim Manövrieren des Koffers 100 entlang eines horizontalen Bodens 2 nicht gebraucht werden.

    [0015] Da der Koffer 100 der Erfindung sowohl entlang einer Oberfläche 2 als auch entlang z.B. einer Treppe 1 manövrierbar sein soll, ist die Griffanordnung 200 so ausgelegt, dass sie durch eine Schwenkbewegung aus der Grundstellung mindestens in eine Sonderstellung überführbar ist.

    [0016] Um das Überführen der Griffanordnung 200 aus der Grundstellung in die mindestens eine Sonderstellung zu ermöglichen und um den Koffer 100 in beiden Stellungen ziehen zu können, muss die Griffanordnung 200 so mit dem Koffer 100 verbunden sein, dass sie einerseits in der Lage ist Zugkräfte ZK1 auf den Koffer 100 zu übertragen, während sich die Griffanordnung 200 in der Grundstellung befindet. Andererseits müssen auch Zugkräfte ZK2 auf den Koffer 100 übertragen werden können, falls sich die Griffanordnung 200 in der Sonderstellung befindet.

    [0017] Wie anhand der schematischen Figuren 2A und 2B zu erkennen ist, kann zwischen der Hauptachse des Koffers 100 (diese Hauptachse T verläuft z.B. parallel zur Rückseite 101 des Koffers 100) und dem Boden 2 ein Winkel WG definiert werden. Dieser Winkel WG beträgt typischerweise zwischen 30 und 70 Grad (je nach Grösse der Person, die den Koffer 100 zieht, der Grösse des Koffers 100, der Position und Grösse der Transportmittel 13 und der Länge der Griffanordnung 200).

    [0018] Beim Manövrieren des Koffers 100 entlang einer Treppe 1 (siehe Fig. 2B) muss die Hauptachse T des Koffers 100 im Wesentlichen tangential zu den Horizontalkanten der Treppenstufen verlaufen, wie in Fig. 2B angedeutet. So kann der Koffer 100 mit seiner optionalen Kufe(n) oder Gleitschiene(n) 13.2 entlang der Treppe 1 nach oben gezogen werden. Um das Manövrieren des Koffers 100 in dieser flachen Stellung zu ermöglichen, wird die Griffanordnung 200 in die Sonderstellung überführt. In dieser Sonderstellung kann die Person, die den Koffer 100 zieht, weiterhin aufrecht gehen und in gewohnter Art und Weise z.B. an einem oberen Griffholm der Griffanordnung 200 ziehen. Die entsprechende Zugkraft ZK2 ist in Fig. 2B durch einen Blockpfeil angedeutet. Der Winkel WS in der gezeigten Sonderstellung beträgt typischerweise zwischen 20 und 35 Grad (je nach Grösse der Person, die den Koffer 100 zieht, der Treppensteigung, der Grösse des Koffers 100, der Position und Grösse der Transportmittel 13 und der Länge der Griffanordnung 200).

    [0019] Die meisten Ausführungsformen zeichnen sich dadurch aus, dass der Winkel WS in der Sonderstellung kleiner ist als der Winkel WG in der Grundstellung.

    [0020] In Fig. 3 sind in rein schematischer Form Transportmittel 13 gezeigt, die einerseits konventionelle Rollen 13.1 und andererseits ein Laufband 20 umfasst, das z.B. um zwei Rollen 21 geführt ist. Das Laufband 20 kann z.B. an dem Koffer 100 (vorzugsweise an einem Rahmenelement des Koffers 100) befestigt sein, wobei der Koffer 100 nicht in Fig. 3 gezeigt ist.

    [0021] Anhand der Figuren 4A, 4B und 4C wird ein weiterer Koffer 100 der Erfindung erläutert. Die Transportmittel 13 sind hier bewusst nicht gezeigt. In Fig. 4A ist die Seitenansicht einer Ausführungsform gezeigt, deren Griffanordnung 200 teleskopartig zusammengeschoben wurde. Die Griffanordnung 200 ist über ein Gelenkelement 201 drehbar und einrastbar mit dem Kofferbereich 14 verbunden.

    [0022] Durch das Betätigen eines Auslösers kann die Griffanordnung 200 ausgezogen werden, wie in Fig. 4B gezeigt. Zu diesem Zweck kann die Griffanordnung 200 z.B. auf jeder Kofferlängsseite einen ersten unteren Holm 202.1, einen zweiten mittleren Holm 202.2 und einen oberen Holm 202.3 umfassen. Diese Holme 202.1, 202.2, 202.3 können bei einer Teleskopanordnung ineinander geschoben werden, wobei der mittlere Holm 202.2 den oberen Holm 202.3 und der unteren Holm 202.1 den mittleren Holm 202.2 samt den oberen Holm 202.3 aufnehmen.

    [0023] Alle Ausführungsformen der Erfindung können eine solche Teleskopanordnung als Griffanordnung 200 umfassen.

    [0024] Alle Ausführungsformen der Erfindung können eine Teleskopanordnung mit mehr als drei Holmen pro Seite umfassen. Dies ist wichtig, um für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen dem gezogenen Koffer 100 und den Füssen einer Person zu sorgen.

    [0025] Alle Ausführungsformen der Erfindung können eine Griffanordnung 200 umfassen, die einen oberen Querholm/Griffholm 203 aufweist.

    [0026] Fig. 4C zeigt den Koffer 100 in einer Vorderansicht. Im gezeigten Zustand ist die Griffanordnung 200 nur zum Teil ausgezogen (die Holme 202.2 sitzen noch im Inneren der Holme 202.1). In Fig. 4C ist der Querholm/Griffholm 203 gut zu erkennen. Ausserdem ist der Verlauf der Schwenkachse R gezeigt.

    [0027] In den Figuren 5A und 5B ist ein weiterer Koffer 100 in einer Sonderstellung gezeigt. Fig. 5A zeigt eine perspektivische Ansicht des Koffers 100. Fig. 5B zeigt eine korrespondierende Seitenansicht des Koffers 100. In diesen Figuren ist zu erkennen, dass die Griffanordnung 200 in der Sonderstellung eine andere Winkelposition relativ zum Kofferbereich 14 einnimmt. Das Prinzip wurde bereits anhand der Figuren 2A und 2B beschrieben. Die beiden Gelenkelemente 201 sind vorzugsweise durch eine (Quer-)Achse miteinander verbunden, die in den Figuren nicht gezeigt ist, da sie im Inneren des Koffers 100 liegt. Die erwähnte (Quer-)Achse würde in Fig. 4C mit der Achse R zusammenfallen.

    [0028] Alle Ausführungsformen der Erfindung können eine (Quer-)Achse umfassen, die vorzugsweise innenliegend (d.h. im Inneren des Kofferbereichs 14) verläuft. Falls eine solche (Quer-)Achse vorhanden ist, so sind die beiden Gelenkelemente 201 koaxial zueinander angeordnet, wie gezeigt. Die (Quer-) Achse ist vorzugsweise als Starrachse ausgelegt. Die zuvor erwähnte Schwenkachse R fällt mit der optionalen (Quer-)Achse zusammen. Eine solche (Quer-)Achse gibt dem gesamten Koffer 100 mehr Stabilität und sie verhindert ein Verkanten der seitlichen Holme 202.1, 202.2., 202.3.

    [0029] Alle Ausführungsform der Erfindung können aber auch zwei unabhängige Achsen oder Achsstümpfe aufweisen, die jeweils drehend am Kaffer (z.B. an einer Hartschale des Koffers 100) gelagert sein können).

    [0030] Insgesamt sind Ausführungsformen bevorzugt, bei denen die Griffanordnung 200 mit den seitlichen Holmen 202.1, 202.2., 202.3, dem Querholm/Griffholm 203 und der optionalen (Quer-)Achse zusammen einen geschlossenen Rahmen bilden, der eine rechteckige Grundform hat.

    [0031] Die Griffanordnung 200 kann vorzugsweise (innenliegende) Führungsschuhe umfassen, die ein sauberes Ineinanderschieben der seitlichen Holme 202.1, 202.2., 202.3 ermöglichen.

    [0032] Fig. 6 zeigt anhand einer schematischen Explosionszeichnung die Elemente einer erfindungsgemässen Griffanordnung 200, wobei hier nur die Elemente einer Seite eines Koffers 100 gezeigt sind. Die Griffanordnung 200 umfasst eine Platte 206, die koaxial zur Achse R an einer Seitenwand des Kofferbereichs 14 befestigt ist (z.B. mit Schrauben oder Nieten). An der Platte 206 ist ein kleiner Wellenstumpf 207 befestigt. Auf diesen Wellenstumpf 207 kann eine Lagerhülse 208 aufgesetzt werden. Dann folgt eine Abdeckung 210 mit einer Axialbohrung 209 zum Durchstecken einer Welle oder Schraube. Die Abdeckung 210 umfasst hier eine Aufnahmeöffnung 211, die zum Aufnehmen einer Auslösemechanik 212 ausgelegt ist. Diese Auslösemechanik 212 kann z.B. im Inneren des unteren Holms 202.1 sitzen. Durch das Innere des Holms 202.1 können Betätigungselemente 213 (z.B. Zugseile oder Stäbe) verlaufen, wie in Fig. 6 angedeutet.

    [0033] Die Griffanordnung 200 kann bei allen Ausführungsformen der Erfindung durch ein Bewegen des/der Betätigungselemente 213 über die Auslösemechanik 212 auf die Platte 206 einwirken. Z.B. kann durch ein Anheben der Auslösemechanik 212 eine Entriegelung erfolgen. Nach dem Entriegeln lässt sich die gesamte Griffanordnung 200 samt der Auslösemechanik 212 und der Abdeckung 210 um die Achse R drehen, bis sie in einer anderen Winkelstellung erneut einrastet. Um das Verriegeln (Einrasten) in verschiedenen Winkelstellungen (vorzugsweise gibt es eine Grundstellung und mindestens eine Sonderstellung) zu ermöglichen, sind vorzugsweise bei allen Ausführungsformen an der Platte 206 und/oder der Abdeckung 210 korrespondierende Elemente angeordnet, die ineinander greifen.

    [0034] Die Elemente/Teile 212, 213 sind Bestandteil einer Betätigungsmechanik.

    [0035] Vorzugsweise ist bei allen Ausführungsformen der Erfindung an der Platte 206 eine Rastanordnung und/oder eine Kulissenführung vorgesehen. Die Rastanordnung ist vorzugsweise so ausgelegt, dass sie mindestens zwei Rast- oder Winkelstellungen der Griffanordnung 200 relativ zum Kofferbereich 14 vorgibt. Die Kulissenführung ist vorzugsweise so ausgelegt, dass sie die Dreh- oder Schwenkbewegung der Griffanordnung 200 relativ zum Kofferbereich 14 führt. Die Kulissenführung, falls vorhanden, umfasst vorzugsweise eine bogenförmige Spur zum Führen der Schwenkbewegung der Griffanordnung 200.

    [0036] Die Griffanordnung 200 kann bei allen Ausführungsformen der Erfindung mit einem Hebel oder Knopf versehen sein, der das Entriegeln vor dem Schwenken aus der Grundstellung in die Sonderstellung ermöglicht. Vorzugsweise sitzt der Hebel oder Knopf am Querholm/Griffholm 203.

    [0037] In einer anderen Ausführungsform wird das Entriegeln ausgeführt, indem man manuell z.B. die Abdeckung 210 parallel zur Achse R vom Koffer 100 weg zieht. Diese Verschiebung der Abdeckung 210 entriegelt die Griffanordnung 200. Dann kann die Griffanordnung 200 relativ zum Koffer 100 geschwenkt werden. Beim Erreichen einer gewünschten Winkelstellung (Sonderstellung genannt), kann durch ein Drücken der Abdeckung 210 parallel zur Achse R in Richtung des Koffers 100 ein erneutes Verriegeln vorgenommen werden. Vorzugsweise ist die Abdeckung 210 federgelagert, damit sie beim Erreichen einer vorgegebenen Winkelstellung selbsttätig einrastet.

    [0038] In einer anderen Ausführungsform wird das Entriegeln ausgeführt, indem man manuell z.B. an der Abdeckung 210 einen Hebel umlegt oder einen federgelagerten Knopf hineindrückt.
    Bezugszeichen
    Treppe 1
    Boden 2
       
    Koffer 10
    Griffstange 11
    Rahmen 12
    Transportmittel 13
    Rollen 13.1
    Kufe(n) 13.2
    Rollenaufhängunq 13.3
    Kofferbereich 14
    Griffholm 15
       
    Laufband 20
    Rollen 21
       
    Koffer 100
    Kofferrückwand 101
    Winkelverlängerung 102
    Zugband 103
       
    Griffanordnung 200
    Gelenkelement 201
    Holme 202.1, 202.2, 202.3
    Querholm/Griffholm 203
    Platte 206
    Wellenstumpf 207
    Lagerhülse 208
    Axialbohrung 209
    Abdeckunq 210
    Aufnahmeöffnung 211
    Auslösemechanik 212
       
    Kante K1
    Schwenkachse R
    Hauptachse T
    Grundwinkel WG
    Winkel der Sonderstellung WS
    Zugkräfte ZK1, ZK2



    Ansprüche

    1. Koffer (100) mit einem Kofferbereich (14) zum Aufnehmen und Transportieren von Objekten und mit Transportmitteln (13), die im Bereich einer Unterseite (U) und/oder Rückseite des Kofferbereichs (14) angeordnet sind, wobei an dem Koffer (100) eine Griffanordnung (200) angebracht ist, die in einer Grundstellung ein Manövrieren des Koffers (100) entlang einer im Wesentlichen horizontalen Oberfläche ermöglicht und die in einer Sonderstellung ein Manövrieren des Koffers (100) gleitend oder rollend entlang einer Treppe oder schrägen Oberfläche ermöglicht, wobei:

    - die Griffanordnung (200) durch eine Schwenkbewegung aus der Grundstellung in die Sonderstellung überführbar ist;

    - die Griffanordnung (200) mindestens einen ersten Seitenholm (202.1, 202.2, 202.3) und einen zweiten Seitenholm (202.1, 202.2, 202.3) umfasst, wobei diese Seitenholme (202.1, 202.2, 202.3) parallel zu einander verlaufen, und wobei der erste Seitenholm (202.1, 202.2, 202.3) mittels eines ersten Gelenkelements (201) drehbar an einer Seite des Kofferbereichs (14) und der zweite Seitenholm (202.1, 202.2, 202.3) mittels eines zweiten Gelenkelements (201) drehbar an einer gegenüberliegenden Seite des Kofferbereichs (14) befestigt sind und

    - die Gelenkelemente (201) je eine Grundplatte (206), die an dem Kofferbereich (14) befestigt sind, und eine Abdeckung (210) umfassen, wobei die Abdeckung (210) mit der Griffanordnung (200) verbunden ist und wobei die Abdeckung (210) samt der Griffanordnung (200) relativ zu der Grundplatte (206) um eine Achse (R) drehbar ist.


     
    2. Koffer gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkelemente (201) mindestens zwei Raststellungen oder Winkelstellungen der Griffanordnung (200) relativ zu dem Kofferbereich (14) vorgeben.
     
    3. Koffer gemäss einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Griffanordnung (200) eine Betätigungsmechanik (212, 213) umfasst, die es ermöglicht durch manuelle Betätigung eine Entriegelung vorzunehmen, bevor die Griffanordnung (200) durch die Schwenkbewegung aus der Grundstellung in die Sonderstellung überführbar ist.
     
    4. Koffer gemäss Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkelemente (201) koaxial zu einer Drehachse (R) angeordnet sind, wobei die Achse vorzugsweise als Starrachse ausgelegt ist.
     
    5. Koffer gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Griffanordnung (200) mehrere Seitenholme (202.1, 202.2, 202.3) umfasst, die teleskopartig ineinander schiebbar sind.
     
    6. Koffer gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Griffanordnung (200) einen Knopf oder Betätigungshebel umfasst, der zur Entriegelung ausgelegt ist, bevor die Griffanordnung (200) durch die Schwenkbewegung aus der Grundstellung in die Sonderstellung überführbar ist.
     
    7. Koffer gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenkelement (201) zum Entriegeln bewegbar ist.
     
    8. Koffer gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass er im Bereich einer Rückseite des Kofferbereichs (14) mit Gleit-, Roll- oder anderen Transportmitteln (13) versehen ist, die ein Rutschen, Ziehen, Gleiten oder Rollen entlang einer Treppe (1) ermöglichen.
     
    9. Koffer gemäss Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass er im Bereich einer Unterseite (U) des Kofferbereichs (14) mit Gleit-, Roll- oder anderen Transportmitteln (13) versehen ist, die ein Rutschen, Ziehen, Gleiten oder Rollen entlang einer im Wesentlichen horizontalen Oberfläche (2) ermöglichen.
     


    Claims

    1. Case (100) with a case body (14) for receiving and transporting objects and with transport means (13), which are arranged in the region of a bottom side (U) and/or a back side of the case body (14), wherein
    a handle arrangement (200) is arranged at the case (100), which handle arrangement enables in a basic position a maneuvering of the case (100) along a substantially horizontal surface and enables in a special position a gliding or rolling maneuvering of the case (100) along a staircase or an inclined surface, wherein:

    - the handle arrangement (200) is convertible from the basic position into the special position by a swivel movement;

    - the handle arrangement (200) comprises at least a first side rail (202.1, 202.2, 202.3) and a second side rail (202.1, 202.2, 202.3), wherein said side rails (202.1, 202.2, 202.3) run in parallel, and wherein the first side rail (202.1, 202.2, 202.3) is pivotally attached to a side of the case body (14) by a first joint element (201) and wherein the second side rail (202.1, 202.2, 202.3) is pivotally attached to an opposite side of the case body (14) by a second joint element (201) and

    - the joint elements (201) each comprise a base plate (206), which is attached to the case body (14), and a cover (210), wherein the cover (210) is connected to the handle arrangement (200) and wherein the cover (210) together with the handle arrangement (200) is rotatable around an axis (R) with respect to the base plate (206).


     
    2. Case according to claim 1, characterized in that said joint elements (201) define at least two latching positions or angular positions of the handle arrangement (200) with respect to the case body (14).
     
    3. Case according to one of claims 1 to 2, characterized in that the handle arrangement (200) comprises an operation mechanism (212, 213), which enables executing an unlocking by manual operation before the handle arrangement (200) is convertible from the basic position into the special position by the swivel movement.
     
    4. Case according to claim 1 to 3, characterized in that the joint elements (201) are arranged coaxially to a rotation axis (R), wherein said axis is preferably configured as rigid axle.
     
    5. Case according to one of claims 1 to 4, characterized in that the handle arrangement (200) comprises several side rails (202.1, 202.2, 202.3), which can be slidable into each other in a telescopic manner.
     
    6. Case according to one of the claims 1 to 5, characterized in that the handle arrangement (200) comprises a knob or actuation lever, which is configured for unlocking before the handle arrangement (200) is convertible from the basic position into the special position by the swivel movement.
     
    7. Case according to one of claims 1 to 6, characterized in that the joint element (201) is movable for unlocking.
     
    8. Case according to one of claims 1 to 7, characterized in that the case is equipped with sliding means, rolling means or other transport means (13) in the region of the back side of the case body (14) enabling a slipping, pulling, sliding or rolling along a stair case (1).
     
    9. Case according to claim 8, characterized in that the case is equipped with sliding means, rolling means or other transport means (13) in the region of the bottom side (U) of the case body (14) enabling for a slipping, pulling, sliding or rolling along a substantially horizontal surface (2).
     


    Revendications

    1. Valise (100) comprenant une zone de valise (14) destinée à recevoir et à transporter des objets, et comprenant des moyens de transport (13) qui sont agencés au niveau du côté inférieur (U) et/ou du côté arrière de la zone de valise (14), un ensemble de préhension (200) étant monté sur la valise (100), lequel ensemble de préhension permet, dans une position de base, de manoeuvrer la valise (100) le long d'une surface essentiellement horizontale et qui permet, dans une position particulière, de manoeuvrer la valise (100) par glissement ou roulement le long d'un escalier ou d'une surface inclinée :

    - l'ensemble de préhension (200) pouvant être passé de la position de base à la position particulière par un mouvement de pivotement ;

    - l'ensemble de préhension (200) comprenant au moins un premier longeron latéral (202.1, 202.2, 202.3) et un deuxième longeron latéral (202.1, 202.2, 202.3), ces longerons latéraux (202.1, 202.2, 202.3) s'étendant parallèlement entre eux, et le premier longeron latéral (202.1, 202.2, 202.3) étant fixé à un côté de la zone de valise (14) de façon à pouvoir pivoter, par le biais d'un premier élément d'articulation (201), et le deuxième longeron latéral (202.1, 202.2, 202.3) étant fixé à un côté opposé de la zone de valise (14) de façon à pouvoir pivoter, par le biais d'un deuxième élément d'articulation (201),

    - les éléments d'articulation (201) comprenant chacun une plaque de base (206) qui est fixée à la zone de valise (14) et un couvercle (210), le couvercle (210) étant fixé à l'ensemble de préhension (200) et le couvercle (210), avec l'ensemble de préhension (200) pouvant tourner autour d'un axe (R) par rapport à la plaque de base (206).


     
    2. Valise selon la revendication 1, caractérisée en ce que les éléments d'articulation (201) permettent au moins deux positions d'enclenchement ou positions angulaires de l'ensemble de préhension (200) par rapport à la zone de valise (14).
     
    3. Valise selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisée en ce que l'ensemble de préhension (200) comprend un mécanisme d'actionnement (212, 213) qui permet de procéder à un déverrouillage par un actionnement manuel avant que l'ensemble de préhension (200) puisse passer de la position de base à la position particulière par le mouvement de pivotement.
     
    4. Valise selon le revendication 1 à 3, caractérisée en ce que les éléments d'articulation (201) sont agencés de façon coaxiale par rapport à un axe de rotation (R), l'axe étant de préférence conçu comme un axe fixe.
     
    5. Valise selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que l'ensemble de préhension (200) comprend plusieurs longerons latéraux (202.1, 202.3, 202.3) qui peuvent coulisser les uns dans les autres de façon télescopique.
     
    6. Valise selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que l'ensemble de préhension (200) comprend un bouton ou un levier d'actionnement qui est conçu pour le déverrouillage avant que l'ensemble de préhension (200) puisse passer de la position de base à la position particulière par un mouvement de pivotement.
     
    7. Valise selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que l'élément d'articulation (201) peut être déplacé pour le déverrouillage.
     
    8. Valise selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce qu'elle est munie, dans la zone de l'arrière de la zone de valise (14), de moyens de glissement, de roulement ou autres moyens de transport (13), qui permettent de glisser, tirer, coulisser ou faire rouler la valise le long d'un escalier (1).
     
    9. Valise selon la revendication 8, caractérisée en ce qu'elle est munie, dans la zone du côté inférieur (U) de la zone de valise (14), de moyens de glissement, de roulement ou autres moyens de transport (13) qui permettent de glisser, tirer, coulisser ou faire rouler la valise le long d'une surface essentiellement horizontale (2).
     




    Zeichnung





























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente