[0001] Die Erfindung betrifft ein System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten
an einer Rundlaufpresse, wobei das System einen Rotor, bestehend aus mindestens zwei
vertikal segmentierten Rotorsegmenten, eine Übergabeeinheit und einen Montagewagen
umfasst. In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Ein- und
Ausbau von vertikal segmentierten Rotorsegmenten.
[0002] Im Stand der Technik sind Rundlaufpressen bekannt, mit denen aus pulverförmigen,
trockenen, riesel- und bindefähigen Pressmassen mit Hilfe von Presswerkzeugen und
den entsprechenden Druckstationen feste Partikel in großen Stückzahlen gepresst werden.
In der pharmazeutischen Industrie dienen die Rundlaufpressen zur Herstellung von Tabletten.
In der chemischen Industrie werden mit den Maschinen beispielsweise Reinigungstabletten
für Geschirrspül- und Waschmaschinen hergestellt, aber auch Ringe für die Fertigung
von Alkali-Batterien. In der technischen Industrie haben sich die Pressen zum Beispiel
bei der Herstellung von Presslingen aus Metallpulver für Sinterteile und Oxydkeramik
für Katalysatoren bewährt.
[0003] Rundlaufpressen umfassen üblicherweise einen Rotor, der eine Matrizenscheibe mit
einer Anzahl auf einem Teilkreis angeordneten Matrizen aufweist. Jeder Matrize ist
ein Ober- und ein Unterstempel zugeordnet, die über Führungskurven geführt sind. Die
Ober- und Unterstempel sind in entsprechenden Führungen gelagert, die Bestandteil
des Rotors sind. In die Matrizen ist über wenigstens eine Fülleinrichtung ein zu verpressendes
Material einfüllbar. Die Ober- und Unterstempel werden dabei über eine Füllstation,
eine Dosierstation, eine Vordruckstation und eine Hauptdruckstation geführt.
[0004] Nachteilig an den Vorrichtungen im Stand der Technik ist, dass bei Rundlaufpressen
ein Werkzeugwechsel sehr zeitaufwendig ist. Ein Werkzeugwechsel, das heißt ein Wechsel
der Presswerkzeuge, insbesondere Ober- und/oder Unterstempel beziehungsweise der Matrizen
beziehungsweise von Matrizeneinsätzen, aber auch Mittendornen und Mittendornhalter
für die Herstellung von ringförmigen Presskörpern erfolgt während einer Produktionspause,
das heißt bei einem Stillstand der Rundlaufpressen. Je größer die Rundlaufpresse ist
und je mehr Werkzeuge zu wechseln sind, desto länger sind die Stillstandzeiten. Alternativ
wird im Stand der Technik der gesamte Rotor getauscht, um Stillstandzeiten zu verkürzen
(Wechselrotor). Das hat zur Folge, insbesondere bei sehr großen Maschinen mit beispielweise
Rotormassen von 1000 bis 3500 kg, dass sehr große Massen bewegt werden müssen, je
größer die Rundlaufpresse ist und je größer der Durchmesser des Rotors einer Rundlaufpresse
ist.
[0005] In den
JP H06 71497 A,
EP 2 082 867 A2,
EP 1 316 411 A2,
JP H04 75691 U und
JP H05 131294 werden Rundlaufpressen mit segmentierten Rotoren oder Matrizenscheiben beschrieben.
Dabei beschreibt die
JP H06 71497 A eine Matrizenanordnung, die es ermöglicht, die Presswerkzeuge eine Rundlaufpresse
zusammenzubauen. In der
EP 2 082 867 A2 wird eine Rundlaufpresse beschrieben, deren Matrizenscheibe aus mindestens zwei Ringsegmenten
besteht. Insbesondere offenbart die
EP 2 082 867 A2 eine Befestigungsvorrichtung für die Ringsegmente am Rotor der Rundlaufpresse mittels
angetriebener Spannelemente. In der
EP 1 316 411 A2 wird ein Rotor einer Rundlaufpresse beschrieben, der ebenfalls eine segmentierte
Matrizenscheibe aufweist, sowie eine Befestigungsvorrichtung für die Matrizensegmente
am Körper einer Unterstempelführung der Rundlaufpresse. Die
JP H04 75691 U beschreibt einen segmentierten Rotor. Die
JP H05 131294 A beschreibt eine segmentierte Matrizenscheibe, die an einer zentralen Rotoreinheit
angebracht vorliegt, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0006] Nachteilig an diesen Vorrichtungen ist, dass jeweils weitere Bestandteile der Pressen,
insbesondere die Kurven zur Steuerung der Ober- und Unterstempel, ausgebaut werden
müssen, um die Rotor- oder Matrizensegmente auszubauen oder zu reinigen. Damit ist
der Rotorwechsel oder dessen Reinigung mit langen Standzeiten der Maschine verbunden.
Außerdem sind die beschriebenen Vorrichtungen eher klein, so dass die zu bewegenden
Massen beim Rotorwechsel vergleichsweise gering sind.
[0007] In den
WO 03/020499 A1,
WO 2009/112886 A1 und
JP 2009 248141 werden zwar Hebe- und Bewegungswerkzeuge und Transportvorrichtungen beschrieben,
allerdings erfolgt der Ausbau des Rotors entweder als Ganzes (Wechselrotor) oder auf
eine Art und Weise, die beispielsweise den weiteren Ausbau zusätzlicher Komponenten
der Rundlaufpresse erforderlich macht. Auch sind die im Stand der Technik beschriebenen
Hebe- und Bewegungswerkzeug vor allem geeignet, um kleine, leichte Wechselrotoren
aus der Rundlaufpresse zu entfernen. Für große Wechselrotoren oder schwere Rotorsegmente
großer Pressen sind diese Werkzeuge nicht geeignet.
[0008] In der
WO 03/020499 A1 wird eine Rundlaufpresse und ein Verfahren zur Reinigung einer solchen beschrieben.
Dabei wird zwar ein Schwenkarm zur Übergabe einer vollständige Presseinheit an einen
Wagen beschrieben, allerdings wird in der
WO 03/020499 A1 die gesamte Presseinheit aus der Rundlaufpresse ausgebaut. Diese umfasst eine Matrizenscheibe,
Ober- und Unterstempel, eine Füllvorrichtung und eine Abstreifvorrichtung für die
gepressten Tabletten. Der vollständige Ausbau der Presseinheit ist mit den beschriebenen
Nachteilen hinsichtlich Personal- und Zeitaufwand verbunden und erfordert die Bewegung,
den Transport und die Lagerung der mehrere 100 kg, jedoch weniger als 1000 kg schweren
Presseinheit als Ganzes.
[0009] In der
WO 2009/112886 A1 wird ebenfalls eine Rundlaufpresse beschrieben, sowie ein Verfahren zum Austausch
von Rotorbestandteilen. Allerdings wird in dieser Anmeldung der Rotor nicht durch
vertikales Segmentieren zerlegt, sondern wird horizontal auseinander gebaut. In der
WO 2009/112886 A1 wird beschrieben, wie die einzelnen Rotorbestandteile, insbesondere Matrizenscheibe
sowie eine Ober- und Unterstempelführung, voneinander getrennt werden können. Nachteilig
an dieser Art des Ausbaus ist jedoch, dass auch der Ausbau weiterer Komponenten der
Rundlaufpresse erforderlich bleibt, was sich nachteilig auf den Zeit- und Personalaufwand
beim Rotorwechsel auswirkt. Insbesondere ist eine aufwändige, zeitintensive Justage
dieser Komponenten erforderlich. Bei den im Stand der Technik beschriebenen Rotoren
handelt es sich um relativ kleine Rotoren mit einem Teilkreisdurchmesser von circa
420 bis 500 mm. Somit liegt das Einzelgewicht der zu bewegenden Teile bei nur circa
60 bis 100 kg.
[0010] Die
JP H05 185 295 A offenbart eine Rundlaufpresse, bei der zwar Ober- und Unterstempel, also die Presswerkzeuge,
auswechselbar sind. Nachteilig an dieser Vorrichtung ist, dass nicht beschrieben wird,
wie der Rotor zu Reinigungszwecken ausgebaut werden kann, ohne noch zusätzliche Komponenten
der Rundlaufpresse auszubauen.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren
bereitzustellen, welche nicht die Nachteile und Mängel des Standes der Technik aufweisen
und eine verbesserte Lösung anzubieten, um bei einer Rundlaufpresse einen schnellen
Werkzeugwechsel durchzuführen.
[0012] Gelöst wird die Aufgabe durch die unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Ausführungsformen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0013] Die Erfindung betrifft in einer ersten bevorzugten Ausführungsform ein System zum
Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten an einer Rundlaufpressen bestehend
aus einem Rotor, einer Übergabevorrichtung und einem Montagewagen.
[0014] Dabei umfasst der Rotor der Rundlaufpresse insbesondere einen Rotorkern und mindestens
zwei Rotorsegmente, wobei die Rotorsegmente durch vertikales Segmentieren des Rotors
gebildet sind. Im Sinne der Erfindung bedeutet der Ausdruck vertikales Segmentieren,
dass der runde Rotor, dessen Grundfläche einen Vollkreis von 360 ° bildet, in bevorzugt
gleich große Rotorsegmente unterteilt wird. Bekannt ist ein solches vertikales Segmentieren
vom Zerteilen einer runden Torte in bevorzugt gleich große Tortenstücke. Analog werden
vertikal segmentierten Rotorsegmente durch Zerteilen eines runden Rotorrings in bevorzugt
gleich große Segmente hergestellt. Insbesondere ist das vertikale Segmentieren vom
horizontalen Segmentieren zu unterscheiden, bei dem einzelne Rotorbestandteile, wie
beispielsweise Ober- und Unterstempelführung oder Matrizenscheibe voneinander getrennt
werden können. Ein solches Verfahren wird beispielsweise in der
WO 2009/112886 A1 beschrieben.
[0015] In einer Draufsicht stellt der runde Rotor einen Kreis dar. Ein Rotorsegment wird
in der Draufsicht im Wesentlichen von einem äußeren Kreisbogen und zwei Schenkeln
begrenzt, wobei die Schenkel Radien des Kreises darstellen und miteinander einen Winkel
einschließen. Dabei entspricht der Schnittpunkte der beiden Schenkel dem Mittelpunkt
des Kreises, beziehungsweise des Rotors. Um diesen Mittelpunkt herum befindet sich
zentriert der Rotorkern. An diesem angebracht liegen die Rotorsegmente vor. Daraus
ergibt sich, dass die vertikal segmentierten Rotorsegmente im Sinne der Erfindung
nur im Wesentlichen vollständigen Kreissegmenten entsprechen, da ihnen jeweils die
spitz zulaufende Spitze im Bereich des gedachten Schenkelschnittpunktes fehlen kann
[0016] Bei
n Rotorsegmenten, schließen die Schenkel, die ein Rotorsegment begrenzen, in ihrem
Schnittpunkt einen Winkel
alpha von

ein. Die Länge
s des Kreisbogen, der ein Rotorsegment bei einer Anzahl von
n Rotorsegmenten nach außen begrenzt, beträgt

wobei
pi die Kreiszahl darstellt.
[0017] Die vertikale Segmentierung des Rotors ermöglicht es, die einzelnen Rotorsegmente
Segment für Segment aus der Rundlaufpresse auszubauen. Dadurch müssen pro Auswechselvorgang
geringere Massen bewegt werden, was das Handling der zu bewegenden Teile wesentlich
vereinfacht. Darüber hinaus sind die einzelnen Rotorsegmente kleiner als der gesamte
Rotor. Der Ausbau erfolgt erfindungsgemäß insbesondere an derselben Position, nämlich
zwischen einer Druckrollenstation und einer Entnahmevorrichtung der Rundlaufpresse.
Der Rotor liegt drehbar in der Rundlaufpresse vor, so dass er nach Ausbau eines Segmentes
um einen Winkel
alpha weiter gedreht werden kann, was den Ausbau eines weiteren Rotorsegmentes ermöglicht.
Die geringere Kreisbogenlänge s der Segmente erlaubt es, dass die Ober- und Unterstempelkurven
zur Steuerung der Ober- und Unterstempel während des Umbaus in der Rundlaufpresse
verbleiben können. Dadurch wird die Standzeit der Presse verkürzt und Personalaufwand
reduziert, denn gerade der Ein- und Ausbau der Kurven und die damit verbundene Justage
der weiteren Bestandteile der Rundlaufpresse stellen einen wesentlichen Beitrag zum
Gesamtarbeitsaufwand beim Rotorwechsel, der im Stand der Technik beschrieben wird,
dar.
[0018] Vorteilhaft ist, wenn der Rotor der Rundlaufpresse einen Rotorkern umfasst, der lösbar
auf einem Antriebsflansch zentriert und befestigt ist. Dieser Rotorkern lässt sich
vorteilhafter Weise einfach demontieren. Am äußeren Umfang des Rotorkerns werden mindestens
zwei Rotorsegmente befestigt. Aus Gewichtsgründen und für eine bessere Handhabung
der Segmente können insbesondere sechs gleiche Segmente verwendet werden und bilden
so den kompletten Rotor. Trotz der Segmentierung beträgt das Gewicht eines bevorzugten
Rotorsegmentes im Bereich von 400 bis 500 kg. Es war vollkommen überraschend, dass
es möglich ist, ein System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten bereitszustellen,
mit dem auch das Handling von solchen großen Massen ermöglicht wird. Dabei ermöglicht
insbesondere die vertikale Segmentierung, dass die Masse eines zu bewegenden Rotorsegmentes
in einer Größenordnung liegt, dass ein bevorzugtes Rotorsegment mit einer Übergabeeinheit
transportiert und von einem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel eines Montagewagens
übernommen werden kann.
[0019] Um ein ausgebautes Segment auf geeignete Weise aus der Rundlaufpresse herauszuheben,
umfasst das System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten in einer
weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform eine Übergabeeinheit, an der ein Rotorsegment
mittels Befestigungsschrauben und Zylinderstiften und/oder anderer form- und kraftschlüssiger
Verbindungsmittel manuell oder automatisch befestigt werden kann. Mittels dieser Übergabeeinheit
kann das Rotorsegmente durch einen geeigneten Bewegungsablauf an einen Montagewagen
übergeben werden. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, eine solche Übergabeeinheit
vorzusehen, um die Bedienung des erfindungsgemäßen Systems möglichst einfach für einen
Bediener zu gestalten und die aufzubringende menschliche Kraft beim Segmentwechsel
zu minimieren.
[0020] Die Übergabeeinheit umfasst vorteilhafterweise eine Übernahmevorrichtung zur Übernahme
eines vertikal segmentierten Rotorsegmentes, die gleitbar auf Gleit- und Führungsschienen
gelagert und drehbar ist, wobei die Übergabeeinheit mittels einer Zentrier- und Befestigungsvorrichtung
an einer Trägerplatte der Rundlaufpresse zentriert befestigbar ist und eine Verbindungsvorrichtung
zur Verbindung der Übergabeeinheit mit dem Montagewagen aufweist.
[0021] Die Übernahmevorrichtung ist mittels Gleit- und Führungsschienen gleitbar auf einem
Sockelbereich der Übergabeeinheit gelagert. Insbesondere ermöglicht die Verwendung
von Gleit- und Führungsschienen eine horizontale Bewegung der Übernahmevorrichtung
auf diesen Gleit- und Führungsschienen, wodurch die Übernahmevorrichtung dem aus der
Rundlaufpresse auszubauenden Rotorsegment angenähert beziehungsweise von diesem entfernt
werden kann. Insbesondere sind die Gleit- und Führungsschienen so angeordnet, dass
auch sie drehbar sind und die Drehbewegung der Übernahmevorrichtung mitmachen.
[0022] Liegt ein vertikales Rotorsegment angebracht an der Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit
vor und wurde das Rotorsegment vom Rotorkern gelöst, so kann die Übernahmevorrichtung
auf den Gleit- und Führungsschienen von der Rundlaufpresse wegbewegt werden. Dadurch
entfernt sich das Rotorsegment von der Rundlaufpresse und eine Drehbewegung der Übernahmevorrichtung
wird möglich. Vorteilhafterweise reduziert sich durch das Zurückfahren der Übernahmevorrichtung
der Radius der Drehbewegung und dadurch das Trägheitsmoment der Übernahmevorrichtung,
so dass die zur Ausführung dieser Drehbewegung erforderliche Kraft reduziert wird.
Um die Drehbewegung weiter zu erleichtern, ist die Übergabeeinheit bevorzugt mit Griffen
versehen. Durch die Drehung der Übernahmevorrichtung im zurückgefahrenen Zustand mit
minimalem Radius der Drehbewegung wird darüber hinaus eine platzsparende Vorrichtung
zum Segmentwechsel bereitgestellt.
[0023] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Übergabeeinheit einfach in der Bedienung
ist. Die Übergabeeinheit ist beispielsweise auf einem Rollwagen positioniert und wird
zum Werkzeugwechsel, beziehungsweise Segmentwechsel mit der Trägerplatte der Rundläuferpresse
kraft- und/oder formschlüssig verbunden.
[0024] Dies geschieht in einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung mit einer Zentrier-
und Befestigungsvorrichtung an der Übergabeeinheit, mit der die Übergabeeinheit an
einer Trägerplatte der Rundlaufpresse zentriert befestigbar ist. Dabei wird die Übergabeeinheit
mittels des Transportwagens an den Antriebssockel der Rundlaufpresse herangefahren
und an der dafür vorgesehenen Position in die Nähe des herauszuhebenden Rotorsegmentes
gebracht. Die Übergabeeinheit wird dann bevorzugt mittels Zentrierstiften oder stabil
ausgeführten Winkeln zentriert und bevorzugt mittels sechs Befestigungsschrauben an
der Trägerplatte der Rundlaufpresse befestigt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen,
diese Befestigungsschauraben sehr massiv auszuführen, da der Transportwagen nach der
Befestigung der Übergabeeinheit an der Rundlaufpresse zunächst abgelassen und anschließend
vollkommen entfernt wird, so dass die bevorzugten sechs Befestigungsschrauben das
Gewicht der Übergabeeinheit halten.
[0025] Der Rollwagen stellt einen in der Höhe verstellbaren Transportwagen dar, um auf diese
Weise die Übergabeeinheit bedarfsgerecht auf die aktuelle Höhe der jeweiligen Trägerplatte
der Rundläuferpresse einzustellen und an der Trägerplatte zu befestigen. Es hat sich
als vorteilhaft erwiesen, dass der Transportwagen bei Beladung stets im abgesenkten
Zustand bewegt wird, um eine Kippgefahr zu minimieren.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Übergabeeinheit
eine Verbindungsvorrichtung zur Verbindung der Übergabeeinheit mit einem Montagewagen.
Diese Verbindungsvorrichtung ermöglicht eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung
zwischen Übergabeeinheit und Montagewagen, so dass eine sichere Übergabe der Rotorsegmente
gewährleistet wird.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das System zum
Rotorsegmentwechsel einen Montagewagen. Bevorzugt ist, dass der Montagewagen für die
Aufnahme von mindestens einem Rotorsegment eingerichtet ist. Weiter bevorzugt ist,
wenn der
Montagewagen zur Aufnahme von drei Segmenten ausgelegt ist. Es war vollkommen überraschend, dass auch für Rotorsegmente von vergleichsweise
großen Rundlaufpressen, die im genannten Massenbereich liegen, ein Montagewagen zur
Aufnahme und Lagerung der erfindungsgemäßen Rotorsegmente bereitgestellt werden kann.
Dies wird insbesondere durch die vertikale Segmentierung des Außenrotors der Rundlaufpresse
ermöglicht und durch die vorteilhafte Übergabe des Rotorsegmentes von der Rundlaufpresse
an den Montagewagen durch die bevorzugte Übergabeeinheit.
[0028] Insbesondere umfasst der Montagewagen in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ein höhenverstellbares Dreh-Segmentkarussell zur Aufnahme von mindestens einem Rotorsegment,
wobei dieses höhenverstellbare Dreh-Segmentkarussel insbesondere beim Transport und
nicht nur beim Segmentwechsel gerastet ist. Dazu umfasst der Montagewagen einen federnden
Raststift, welcher selbstständig einrastend ist und die Rastung von außen gut zugänglich
ist.
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Segmentkarussel
höhenverstellbar und drehbar ausgestaltet. Dabei wird die Höhenverstellung des höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussels durch die Höhenverstellbarkeit der Drehachse des Segmenkarussels
erreicht, die mittels einer Druckschraube mit Kontermutter realisiert wird, wobei
die aktuelle Höhe mittels eines Nonius ablesbar ist. Das Gewicht des höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussels wird dabei überwiegend von einem Axialrollenlager getragen.
[0030] Die vertikal segmentierten Rotorsegmente werden mittels Befestigungsschrauben, die
mit Bohrungen an den Rotorsegmenten zusammenwirken, an dem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel
befestigt. Somit weist auch das höhenverstellbare Dreh-Segmentkarussel entsprechende
Bohrungen auf. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass diese Befestigungsbohrungen
an der Stirnseite des höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussels zu der Position der
entsprechenden Bohrungen in den vertikal segmentierten Rotorsegmenten, die während
des Segmentwechselvorgangs an der Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit angebracht
vorliegen, in der Höhe und in der horizontalen Raumrichtung ausgerichtet werden können.
[0031] Es ist ein weiterer Vorteil einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, dass
der Montagewagen insbesondere kippsicher ausgebildet ist und beispielsweise zwei Lenkrollen
umfasst, welche sich insbesondere für den einfacheren Transport feststellen lassen.
Insbesondere ermöglicht die bevorzugte Ausgestaltung des Fuß- oder Lagerbereichs des
Montagewagens eine horizontale Nivellierung des Montagewagens, was beispielsweise
bei unebenen Bodenverhältnissen vorteilhaft sein kann. Sowohl die manuelle, als auch
elektrische Bedienung des Montagewagens ist in einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung vorgesehen.
[0032] Es war vollkommen überraschend, dass ein Montagewagen bereitgestellt werden kann,
der gleichzeitig mehrere vertikal segmentierte Rotorsegmente aufnehmen kann und dennoch
leicht und sicher zu bedienen ist. Durch die vertikale Segmentierung weisen die bevorzugten
Rotorsegmente eine Masse auf, die für den Transport mittels eines bevorzugten Montagewagens
und die Übergabe durch eine Übergabeeinheit geeignet ist.
[0033] Der Montagewagen ist insbesondere frontal parallel mit der Übergabeeinheit verbunden.
Diese Verbindung wird mittels einer Verbindungsvorrichtung realisiert und ermöglicht
das schnelle und sichere Festsetzen des Montagewagens an der Übergabeeinheit. Vorzugsweise
sind die Werkzeuge einer Rundlaufpresse nach deren Entnahme und Positionierung auf
dem Montagewagen gegen Beschädigung bei Herabfallen geschützt. Der Montagewagen ist
insbesondere aufgrund seiner Konstruktion, dem verwendeten Material und seiner Beschaffenheit
gut zu reinigen.
[0034] Bei der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt, dass die Rotorsegmente von außen am
Rotorkern zentriert und befestigt sind. Durch diese Anordnung des Rotorkerns und der
Rotorsegmente zueinander ist es auf einfach Weise möglich, die Rotorsegmente vom Rotorkern
zu lösen und aus der Rundlaufpresse auszubauen. Die Konstruktion der vorliegenden
Erfindung ist insbesondere vorteilhaft, weil durch den stabilen geschlossenen Rotorkern
die Segmente hinsichtlich der Materialstärke optimiert werden können, um das Segmentgewicht
zu reduzieren.
[0035] Außerdem ist bevorzugt, dass der Rotorkern für jedes Rotorsegment mindestens eine
Führung, mindestens eine Zentrierung, mindestens eine Auflagefläche (Auflageflansch)
und/oder vier Gewindebohrungen zur Befestigung eines vertikal segmentierten Rotorsegmentes
umfasst, wobei die Gewindebohrungen mit bevorzugt vier Befestigungsschrauben zusammenwirken.
Mittels der Führung wird der Anbau eines Rotorsegmentes an den Rotorkern wesentlich
erleichtert, indem das Rotorsegment an die richtige Position bezüglich des Rotorkerns
herangeführt wird. Mittels zweier Bolzen wird eine Vorzentrierung des Segmentes am
Rotorkern vorgenommen. Darüber hinaus umfasst der Rotorkern in einer bevorzugten Ausführungsform
ein weiteres Zentrierelement, das die Position des Rotorsegments in der horizontalen
Raumrichtung festlegt. Die Anordnung des Rotorsegmentes am Rotorkern in vertikaler
Raumrichtung wird durch die Auflagefläche oder einen Auflageflansch gewährleistet,
auf der das Rotorsegment zumindest teilweise aufliegt, was der Verbindung zwischen
Rotorsegment und -kern einen erhöhten Halt gibt. Die Befestigung der vertikal segmentierten
Rotorsegmente an dem Rotorkern erfolgt bevorzugt mittels vier Befestigungsschrauben,
die mit vier Gewindebohrungen am Rotorkern zusammenwirken. Insbesondere bei Produktionsprozessen,
die einen hohen Verschleiß an Werkzeugen und Matrizen hervorrufen, beispielsweise
bei der Verpressung abrasiver Materialien, kann die Stillstandzeit der Rundlaufpressen
durch die Verwendung dieser Elemente erheblich reduziert werden.
[0036] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass der segmentierte Rotor in seiner Funktionalität
ohne Einschränkungen einem ganzteiligen Rotor und/oder einem Wechselrotor entspricht.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Rotor zwei bis
zehn, bevorzugt vier bis acht, besonders bevorzugt sechs Rotorsegmente auf. Die vertikale
Segmentierung des Rotors reduziert die jeweils zu bewegende Masse und erleichtert
den Wechsel des Rotors. Die Verwendung von zwei bis zehn, bevorzugt vier bis acht,
besonders bevorzugt sechs Rotorsegmenten ergibt sich aus der Abwägung heraus, dass
die einzelnen Rotorsegmente möglichst leicht sein sollen, was für eine größere Anzahl
von Rotorsegmenten spricht, andererseits aber auch nicht eine unbegrenzte Anzahl von
einzelnen Segmentwechselvorgängen erforderlich sein soll, was zu längeren Maschinenstandzeiten
führen würde. Die Verwendung von zwei bis zehn, bevorzugt vier bis acht, besonders
bevorzugt sechs Rotorsegmenten hat sich im Hinblick auf diese Abwägung als besonders
vorteilhaft erwiesen.
[0037] Aufgrund der vertikalen Segmentierung ist es beispielsweise möglich, den Vorbereitungsaufwand
zum Wechsel der Segmente zu minimieren und geringsten Montage- und Demontageaufwand
zu erzielen. Vorteilhaft ist, dass alle Pressstationen und Tablettenabführungen nicht
demontiert werden müssen. Damit ermöglicht die vertikale Segmentierung des Rotors
insbesondere ein schnelles Umrüsten der Rundlaufpresse. Diese reduzierten Umrüstzeiten
ergeben sich insbesondere aus der Verwendung des erfindungsgemäßen Systems aus vertikaler
Rotorsegmentierung, Übergabeeinheit und Montagewagen, wobei die Bestandteile des erfindungsgemäßen
Systems dergestalt ineinander greifen, dass die Umrüstzeit stärker reduziert wird,
als wenn beispielsweise nur ein Bestandteil des Systems verwendet würde und die einzelnen,
theoretischen Zeitersparnisse addiert würden.
[0038] Durch Verdrehen des Rotors kann an der vorzugsweise definierten Austauschposition
das jeweilige Segment ausgetauscht werden. Bei beispielsweise sechs Segmenten kann
der Rotor durch ein schrittweises Verdrehen in sechs Schritten komplett mit neuen
Segmenten mit gereinigten Ober- und Unterstempel beziehungsweise Matrizen bestückt
werden. Die Austauschzeit ist deutlich geringer, als wenn jede einzelne Station mit
einem neuen Ober- beziehungsweise Unterstempel bestückt werden muss. Insbesondere
müssen bei einem segmentweisen Austausch weitere Bestandteile der Rundlaufpresse,
beispielsweise Druckstationen, Füllstationen und dergleichen, nicht demontiert oder
verschwenkt werden. Es war vollkommen überraschend, dass eine Rundlaufpresse mit diesen
großen Dimensionen bereitgestellt werden kann, bei der der Verbleib der genannten
Bestandteile in der Rundlaufpresse möglich ist. Diese überraschende Wirkung ergibt
sich insbesondere aus dem Zusammenwirken der vertikalen Segmentierung des Rotors,
der Übergabeeinheit mit der dreh- und ausfahrbaren Übernahmevorrichtung und dem Montagewagen
mit dem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel. Somit wird insgesamt auch weniger
Abstellfläche durch die Rundlaufpresse benötigt. Es sind auch weniger Vorkehrungen
für Baugruppen um den Rotor herum zu treffen. Die einzelnen Segmente werden beim Werkzeugwechsel
insbesondere mit der Übergabeeinheit entnommen und auf dem Montagewagen platziert.
Die oberen und unteren Kurven, insbesondere die Füll- und Dosierkurven, verbleiben
am Rotorkern in der Maschine. Es war vollkommen überraschen, dass es Rundlaufpresse
bereitgestellt werden kann, bei der die inneren Ober- und Unterstempelkurven während
des Segmentwechsels in der Rundlaufpresse verbleiben können. Insbesondere sind die
Kurven nach dem Ausbau der vertikal segmentierten Rotorsegmente, die mittels der Übergabeeinheit
an den Montagewagen zur Lagerung übergeben wurden, gut zugänglich und besonders einfach
zu reinigen.
[0039] Weiter war es vollkommen überraschend, dass sich die Ober- und Unterstempel nach
dem Segmentwechsel automatisch in die Ober- und Unterstempelkurven einfädeln. Dies
wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Kurven dadurch, dass sie während des
Segmentwechsels in der Rundlaufpresse verbleiben können, so ausgeführt sind, dass
sie aus mindestens zwei Bestandteilen bestehen und sich öffnen können. Dadurch wird
es möglich, dass sich die Ober- und Unterstempel, beziehungsweise die Rollen, mit
denen diese mit den Kurven zusammenwirken, automatisch beim Schließen der Kurven,
wenn der Segmentwechsel abgeschlossen ist, in die Kurvenöffnungen gelangen und dann
wieder einsatzbereit vorliegen.
[0040] Es hat sich beispielsweise als vorteilhaft erwiesen, dass der Rotor aus einem Rotorkern
besteht, über dessen Außenumfang Segmente angeordnet sind, die die Oberstempel- und
Unterstempelführungen sowie die Matrizen umfassen. Diese Segmente sind lösbar form-
und/oder kraftschlüssig mit dem Rotorkern beziehungsweise lösbar form- und/oder kraftschlüssig
mit den benachbarten Segmenten verbunden. Auf diese Weise lässt sich einfach, vorzugsweise
an einer definierten Stillstandposition des Rotors in der Presse, ein einzelnes Segment
von dem Rotorkern lösen und entnehmen. Dieses Segment kann dann vorzugsweise durch
ein anderes Segment ausgetauscht werden, welches neue oder aufgearbeitete Werkzeuge,
das heißt Ober- und/oder Unterstempel und gegebenenfalls Matrizen beziehungsweise
Matrizeneinsätze aufweist.
[0041] Bevorzugt ist, dass das Rotorsegment mindestens drei übereinanderliegende Teile umfasst,
- a. Oberstempelführung,
- b. Zwischenring zur Aufnahme und Befestigung von austauschbaren Matrizensegmenten
oder Zwischenring zur Aufnahme und Befestigung der austauschbaren Matrizensegmente,
mit angearbeitetem Flansch für die Befestigung von Mitteldornhaltern
- c. Führung für Unterstempel.
[0042] Vorzugsweise kann es auch vorgesehen sein, dass beispielsweise die Oberstempelführung
und Führung für Unterstempel, also die Unterstempelführung in einem Bauteil zusammengefasst
sind. Ferner ist bevorzugt vorgesehen, dass die einzelnen Segmente wenigstens ein
Untersegment aufweisen, das einzeln mit dem Segment lösbar verbunden ist. Hierdurch
wird vorteilhaft möglich, beispielsweise nur die Matrizen, beziehungsweise Matrizeneinsätze
aufweisenden Rotorteile segmentartig von dem Rotor zu trennen, ohne dass das gesamte
Segment mit den Ober- und/oder Unterstempeln entfernt werden muss. Falls die Werkzeuge
öfter getauscht werden müssen als die Matrizen, beziehungsweise Matrizeneinsätze,
lässt sich hiermit ein optimierter Werkzeugwechsel durchführen.
[0043] Von Vorteil ist, wenn die vorliegende Erfindung insbesondere Werkzeuge für eine Rundlaufpresse
umfasst, bei denen die Schäfte für die Ober- und Unterstempel je nach Stempeldurchmesser
Abmessungen bis zu Durchmessern von beispielsweise 10 - 100 mm aufweisen. Auch wenn
größere Fülltiefen benötigt werden, die beispielsweise bei 40 mm, 60 mm, 80 mm oder
100 mm liegen, wird dies von der vorliegenden Erfindung erfasst. Bei großen Schaftdurchmessern
und die der Unterstempel-Fülltiefe und der Oberstempel-Eintauchtiefe entsprechenden
Arbeitswege der Schäfte, können die Werkzeuge lang sein (beispielsweise 250 mm und
länger) und schwer sein (beispielsweise 5 kg und schwerer). Es war völlig überraschend,
dass auch derartige Werkzeuge im Sinne der vorliegenden Erfindung gewechselt werden
und Bestandteil eines Segmentrotors sein können.
[0044] Von Vorteil ist weiter, dass Werkzeuge umfasst werden, die für das Herstellen von
Ringen oder ringförmigen Presskörpern benötigt werden. Wenn mit Rundlaufpressen statt
Tabletten ringförmige Presskörper hergestellt werden, werden zusätzlich ein Mittendorn
und ein Mittendornhalter benötigt. Ringe oder ringförmige Presskörper werden beispielsweise
in der Batterieindustrie für alkalische Batterien, bei Reinigungsmitteln, Katalysatoren
usw. benötigt. Die Halterung für die Mittendorne ist unterhalb der Matrizenplatte,
jedoch oberhalb der Unterstempel-Schaftführung angeordnet. Durch die Mittendornhalterung
verlängert sich der Unterstempelschaft zusätzlich. Folglich nimmt für das gesamte
Rotorpaket, bestehend aus der Oberstempel-Schaftführung, dem Zwischenflansch mit der
Aufnahme für die Matrizenscheibe, der angearbeiteten Mittendorn-Halterung und der
Unterstempel-Schaftführung die Höhe zu. Völlig überraschend war, dass auch Werkzeuge
zur Herstellung von Ringen durch die Rotorsegmentierung einem schnelleren Werkzeugwechsel
zugänglich sind und sich damit die Stillstandzeit deutlich reduziert.
[0045] Als vorteilhaft hat sich erwiesen, dass mit der vorliegenden Erfindung eine Leistungssteigerung
erzielt werden kann. In der chemischen und technischen Industrie setzen die Fließeigenschaften
der zu verarbeitenden Pulver und Granulate der Produktionsgeschwindigkeit enge Grenzen.
Eine Leistungssteigerung ist durch größere Maschinen mit einer größeren Zahl von Werkzeugen
und Pressstationen möglich. Beim Stand der Technik verlängern sich allerdings Stillstandzeit
für Reinigung und Werkzeugwechsel. Mit der vorliegenden Erfindung wird insbesondere
die Stillstandzeit reduziert und der Anteil der produktiven Zeit an der Gesamtzeit
verbessert.
[0046] Es war völlig überraschend, dass mit der vorliegenden Erfindung eine Leistungssteigerung
dahingehend erzielt werden kann, dass trotz größerer Maschinendimensionen die Zeit
für den Werkzeugwechsel verkürzt wird und damit die Stillstandzeit der Rundlaufpresse
verkürzt ist. So wird die Leistungssteigerung bei gleichbleibender Maschinen-/Prozessgeschwindigkeit
dadurch erzielt, dass die Anzahl der Werkzeuge im Rotor der Rundlaufpresse erhöht
wird und/oder zusätzliche Pressstationen verwendet werden können. In Bezug auf die
Tablettierung bedeutet dies, dass eine Leistungserhöhung bei gleichbleibender Prozessgeschwindigkeit
möglich ist. Während im Stand der Technik eine derartige Erhöhung der Werkzeuganzahl
seine Limitierung darin findet, dass die Rotoren mit den Presswerkzeugen zu schwer
werden und damit eine schnelle Reinigung oder ein schneller Werkzeugwechsel nicht
mehr möglich ist, können mit der vorliegenden Erfindung trotz größerer Dimensionen
wirtschaftlich rationelle Prozesse gewährleistet werden, weil die Rotorsegmente auswechselbar
sind.
[0047] Die Erfindung hat insbesondere dazu beigetragen, dass bei gleichbleibender Prozessgeschwindigkeit
aufgrund der Maschinengröße und bevorzugter Verwendung von drei Pressstationen am
Umfang eine erhebliche Leistungssteigerung erreicht werden konnte und trotzdem im
Vergleich zum Stand der Technik bei sehr großen Maschinen die Stillstandzeit auf 2
bis 3 Stunden statt mehr als 10 bis 12 Stunden reduziert werden konnte. Es war vollkommen
überraschend, dass eine so kurze Umrüstzeit für vertikal segmentierte Segmentrotoren
erreicht werden kann, was auf das überaus vorteilhafte Zusammenwirken der vertikalen
Rotorsegmentierung, der Übergabe durch die Übergabeeinheit und die Verwendung des
Montagewagens zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren bewirkt
dabei eine Reduzierung der Umrüstzeit, die noch geringer ist, als wenn nur einzelne
Merkmale an einer Rundlaufpresse verwirklicht wären und diese fiktiven einzelnen Zeitersparnisse
addiert würden. Dies gilt insbesondere für den erfindungsgemäßen Verbleib der Ober-
und Unterstempelkurven in der Rundlaufpresse, die Vermeidung der Demontage von auf
der Trägerplatte der Rundlaufpresse angebrachten Pressenbestandteilen, wie Füll- oder
Dosierstationen oder Druckrolleneinheiten, was durch die Verwendung der Übergabeeinheit
ermöglicht wird, und die Verwendung derselben Befestigungsmittel für die Befestigung
der vertikal segmentierten Rotorsegmente am Rotorkern und an dem höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussel des Montagewagens.
[0048] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass der aus vertikal segmentierten Segmenten
bestehende Segmentrotor der vorliegenden Erfindung nicht wie ein normaler Wechselrotor
komplett mit den oberen und unteren Kurven, insbesondere den Füll- und Dosierkurven,
und den Presswerkzeugen mit einer Hubvorrichtung auf den Antriebsflansch gesetzt,
zentriert und verriegelt wird.
[0049] In einer bevorzugten Ausführungsform weist ein Rotorsegment zur Befestigung an der
Übernahmevorrichtung drei Bohrungen zur Aufnahme von Befestigungsschrauben und zwei
Bohrungen zur Aufnahme von Zylinderstiften auf, wobei die Bohrungen unterhalb der
Unterstempel-Führung angeordnet vorliegen und mit Befestigungsschrauben und Zylinderstiften
der Übernahmevorrichtung zusammenwirken. Die Anordnung dieser Bohrungen im Bereich
der Unterstempelführung gewährleistet eine gute Erreichbarkeit der Bohrungen und der
Befestigungsmittel für Menschen mit unterschiedlichen Körpergrößen. Durch die Verwendung
verschiedener Typen von Befestigungsmitteln, insbesondere Befestigungsschrauben und
Zylinderstifte, wird eine besonders sichere und haltbare Verbindung zwischen dem vertikal
segmentierten Rotorsegment und der Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit gewährleistet.
[0050] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist ein Rotorsegment mittels
vier Befestigungsschrauben an sowohl dem Rotorkern, als auch dem höhenverstellbares
Dreh-Segmentkarussel befestigbar. Durch die bevorzugte Verwendung derselben Befestigungsschrauben
wird ein System zum Segmentwechsel bereitgestellt, das mit einer möglichst geringen
Zahl von vorzuhaltenden Zusatzteilen auskommt. Dadurch werden Anschaffungskosten und
Lageraufwand reduziert.
[0051] Es ist weiter bevorzugt vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung der Übergabeeinheit
mit dem Montagewagen ein Schnellspannverschluss ist, der aus Fanghaken an der Übergabeeinheit
und Ausnehmungen am Montagewagen gebildet ist, wobei die Fanghaken mit den Ausnehmungen
zusammenwirken. Im Sinne dieser Erfindung bezeichnet der Begriff Schnellspannverschluss
eine Klemmvorrichtung, die sich schnell und ohne Werkzeug von Hand lösen oder festsetzen
oder spannen lässt. Dies geschieht dadurch, dass die Fanghaken, die an der Übergabeeinheit
angeordnet vorliegen, in Ausnehmungen, mit denen der Montagewagen versehen ist, eingreifen
und so eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung zwischen Übergabeeinheit und
Montagewagen herstellen. Vorteilhaft an der Verwendung eines Schnellspannverschlusses
ist insbesondere, dass kein zusätzliches Werkzeug zur Herstellung dieser Verbindung
bereitgestellt werden muss. Weiter ist es vorteilhaft, dass ein Schnellspannverschluss
im Vergleich mit anderen Befestigungsvorrichtungen sehr schnell zu öffnen und zu schließen
ist, wodurch sich die Gesamtdauer des Wechselvorgangs weiter reduziert.
[0052] Die Ausnehmungen am Montagewagen sind insbesondere so beschaffen, dass die Fanghaken
nicht an einer vorher festgelegten Höhe angreifen müssen, sondern dass die Angreifhöhe
variabel ist. Dadurch wird ein weiteres Mittel zum Ausgleich von Höhenunterschieden
bereitgestellt, mit dem unebenen Bodenverhältnissen begegnet werden kann. Weiter umfasst
die Verbindungsvorrichtung in einer bevorzugten Ausgestaltung einen Zentrierknopf,
mit dem die Position der Übergabeeinheit zum Montagewagen in horizontaler Raumrichtung
festgelegt wird. Dieser Zentrierknopf greift in einen in vertikaler Richtung länglichen
Zentrierschlitz, so dass die Höhenverstellbarkeit der Übergabeeinheit zum Montagewagen
durch diese Zentrierung mitgetragen wird.
[0053] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung insbesondere ein Verfahren zum Segmentausbau,
welches folgende Schritte umfasst,
- a. Öffnen von Ober- und Unterstempelkurven in einer Entnahmeposition,
- b. Positionieren einer Übergabeeinheit auf einer Trägerplatte einer Rundlaufpresse
mittels einer Zentrier- und Befestigungsvorrichtung
- c. Ausfahren einer Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit
- d. Befestigen eines an einem Rotorkern befindlichen vertikal segmentierten Rotorsegments
an einer Übernahmevorrichtung mittels Befestigungsschrauben und Zylinderstiften
- e. Lösen des Rotorsegments vom Rotorkern durch das Lösen von Befestigungsschrauben
- f. Zurückfahren der Übernahmevorrichtung mit dem entnommenen Rotorsegment
- g. Schwenken und/oder Verschieben der Übernahmevorrichtung mit dem entnommenen Rotorsegment
- h. Übergabe des entnommenen Rotorsegments mittels Übernahmevorrichtung an ein höhenverstellbares
Dreh-Segmentkarussel eines Montagewagens
- i. Positionieren und Befestigen des entnommenen Rotorsegments an dem höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussel des Montagewagens
wobei beim Segmentwechsel alle Ober- und Unterstempelkurven in der Rundlaufpresse
verbleiben.
[0054] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung insbesondere ein Verfahren zum Segmenteinbau,
welches folgende Schritte umfasst,
- a. Öffnen von Ober- und Unterstempelkurven in einer Entnahmeposition,
- b. Positionieren einer Übergabeeinheit auf einer Trägerplatte einer Rundlaufpresse
mittels einer Zentrier- und Befestigungsvorrichtung
- c. Befestigen eines an einem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel auf einem Montagewagen
befindlichen vertikal segmentierten Rotorsegments an einer Übernahmevorrichtung der
Übergabeeinheit mittels Befestigungsschrauben und Zylinderstiften
- d. Übernahme des Rotorsegments mittels der Übernahmevorrichtung von dem höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussel des Montagewagen,
- e. Schwenken und/oder Verschieben der Übernahmevorrichtung mit dem Rotorsegment,
- f. Ausfahren der Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit mit dem Rotorsegment,
- g. Positionieren und Befestigen des Rotorsegments am Rotorkern mittels Befestigungsschrauben
- h. Schließen der Ober- und Unterstempelkurven
wobei beim Segmentwechsel alle Ober- und Unterstempelkurven in der Rundlaufpresse
verbleiben.
[0055] Es war vollkommen überraschend, dass ein Verfahren bereitgestellt werden kann, bei
dem die Ober- und Unterstempelkurven in der Rundlaufpresse verbleiben können. Dadurch
wird es möglich, dass die jeweils inneren Ober- und Unterstempelkurven der Rundlaufpresse
geöffnet werden können, so dass die vertikal segmentierten Rotorsegmente in einer
Entnahmeposition ein- und ausgebaut werden können. Bei den Ober- und Unterstempelkurven
der Rundlaufpresse handelt es sich insbesondere um die Füll- und Dosierkurven der
Rundlaufpresse. Durch die Verwendung der vertikal segmentierten Rotorsegmente ist
es insbesondere möglich, dass diese Ober- und Unterstempelkurven während des Segmentwechsels
in der Rundlaufpresse verbleiben und nicht mit ausgebaut werden müssen. Dies verkürzt
die Standzeit der Rundlaufpresse und vermeidet langwierige Justage-Prozesse.
[0056] Das Positionieren der Übergabeeinheit auf einer Trägerplatte einer Rundlaufpresse
erfolgt dadurch, dass die Übergabeeinheit zunächst mittels eines höhenverstellbaren
Transportwagen an die Rundlaufpresse herangefahren wird. Es hat sich dabei als vorteilhaft
erwiesen, dass der Transportwagen nur im abgesenkten Zustand bewegt wird, um ein Kippen
des Wagens zu vermeiden. Die Lagerfläche des Transportwagens, auf der sich die Übergabeeinheit
befindet, wird dann mittels der Höhenverstellung des Transportwagens an die Höhe der
Trägerplatte der Rundlaufpresse angepasst. Dadurch wird es möglich, die Übergabeeinheit
zumindest teilweise auf die Trägerplatte der Rundlaufpresse zu schieben. Mittels der
Zentrier- und Befestigungsvorrichtung wird die Übergabeeinheit dann in die bevorzugte,
festgelegte Position gebracht und mittels sechs Befestigungsschrauben an der Trägerplatte
befestigt. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, diese Befestigung möglichst
massiv auszuführen, um eine sichere Verbindung zwischen Übergabeeinheit und Trägerplatte
zu gewährleisten. Der Transportwagen wird dann von der Rundlaufpresse entfernt.
[0057] Es wird dann die Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit ausgefahren. Ausfahren
und Zurückfahren im Sinne dieser Erfindung bezeichnet die horizontale Bewegung der
Übernahmevorrichtung auf den dafür vorgesehenen Gleit- und Führungsschienen der Übergabeeinheit.
Diese ermöglichen eine Vor- und Zurück- oder Hin- und HerBewegung in horizontaler
Raumrichtung, die im Sinne dieser Erfindung als Ausfahren und Zurückfahren der Übernahmevorrichtung
bezeichnet wird. Durch das Ausfahren wird die Übernahmevorrichtung insbesondere auf
das auszutauschende Rotorsegment zubewegt, durch das Zurückfahren von ihm weg.
[0058] Die Übernahmevorrichtung der Übergabeeinheit ist insbesondere drehbar ausgestaltet.
Dabei wird die Drehbewegung um eine Achse der Übernahmevorrichtung realisiert.
[0059] Durch das Aus- und Zurückfahren der Übernahmevorrichtung wird insbesondere der Radius
dieser Drehbewegung verändert. Dies ist insbesondere deswegen von Vorteil, da ein
kleiner Drehradius zu einem kleinen Trägheitsmoment und damit zu einer geringen, aufzuwendenden
Kraft für die Drehbewegung führt. Des Weiteren ermöglicht das Zurückfahren der Übernahmevorrichtung
im beladenen Zustand überhaupt erst die Drehbewegung der Übernahmevorrichtung, da
das vertikal segmentierte Rotorsegment durch das Zurückfahren zunächst vom Rotorkern
entfernt werden muss, um ausreichend Platz für die Drehbewegung zu generieren.
[0060] Die Übernahmevorrichtung wird nach dem Ausfahren mittels Befestigungsschrauben und
Zylinderstiften an einem vertikal segmentierten Rotorsegment befestigt. Dazu sind
im Bereich der Unterstempelführung des Rotorsegmentes Bohrungen vorgesehen, mit denen
die Befestigungsschrauben und Zylinderstifte zusammenwirken. Die Anordnung der Bohrungen
im unteren Bereich eines Rotorsegmentes gewährleistet, dass insbesondere auch Menschen
mit geringer Körpergröße die Befestigung zwischen Übernahmevorrichtung und Rotorsegment
herstellen können.
[0061] Anschließend wird das auszubauende vertikal segmentierte Rotorsegment vom Rotorkern
gelöst, indem die bevorzugt vier Befestigungsschrauben, die die Verbindung zwischen
Rotorsegment und Rotorkern erzeugen, gelöst werden.
[0062] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens erfolgt das Befestigen
der Rotorsegmente an dem Rotorkern mit denselben Befestigungsmitteln wie das Befestigen
der Rotorsegmente am höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel des Montagewagens. Durch
diese Ausgestaltung wird die Anzahl der vorzuhaltenden Zusatzteile reduziert und Lagerkosten
eingespart. Darüber hinaus wird die Durchführung des Segmentwechsels vereinfacht.
[0063] Nach dem Lösen der vertikal segmentierten Rotorsegmente vom Rotorkern wird die Übernahmevorrichtung
zurückgefahren. Dadurch wird das Rotorsegment aus der Rundlaufpresse entfernt und
ausreichend Platz geschaffen, damit die Übernahmevorrichtung gedreht oder geschwenkt
werden kann. Durch das Drehen oder Schwenken um eine Drehachse befindet sich die Übernahmevorrichtung
im Bereich des höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussels des Montagewagens. Durch eine
Verschiebung auf den Gleit- und Führungsschienen der Übernahmevorrichtung kann das
vertikal segmentierte Rotorsegment dann an eine freie Position des höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussels angenähert werden. Es war vollkommen überraschend, dass durch
die Verwendung des erfindungsgemäßen Systems ein so platz- und zeitsparendes Verfahren
zum Segmentwechsel bereitgestellt werden kann.
[0064] Das vertikal segmentierte Rotorsegment wird dann an das höhenverstellbare Dreh-Segmentkarussel
des Montagewagens übergeben und das der Rundlaufpresse entnommene Rotorsegment wird
an dem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel des Montagewagens positioniert und
befestigt. Dies geschieht mittels derselben Befestigungsmittel wie die Befestigung
des Rotorsegments an dem Rotorkern, wobei das höhenverstellbare Dreh-Segmentkarussel
insbesondere über geeignete Bohrungen zur Aufnahme dieser Befestigungsmittel verfügt.
Durch die drehbare und höhenverstellbare Ausgestaltung des Segmentkarussels wird insbesondere
eine horizontale und vertikale Ausrichtung der sich entsprechenden Bohrungen am vertikal
segmentierten Rotorsegment und am Segmentkarussel ermöglicht.
[0065] Der Segmenteinbau erfolgt im Wesentlichen dadurch, dass die beschriebenen Verfahrensschritte
beim Segmentausbau in umgedrehter Reihenfolge erfolgen. Durch die Umkehrbarkeit des
Vorgangs wird die Durchführung des Verfahrens für die Bediener wesentlich erleichtert.
Insbesondere wird die Fehlerträchtigkeit des Segmentwechsels reduziert.
[0066] Ein wesentliches Merkmal der beschriebenen Verfahren zum Segmentwechsel ist, dass
die Ober- und Unterstempelkurven während des Segmentwechsels in der Rundlaufpresse
verbleiben. Dabei handelt es sich insbesondere um Steuer-, Füll- und Dosierkurven.
Vorteilhaft an dem Verbleib der Kurven in der Rundlaufpresse ist insbesondere, dass
dadurch der Segmentwechsel erheblich erleichtert und schneller möglich wird. Insbesondere
ist keine aufwändige Neu-Justage von Werkzeugen nötig. Dies ist ein wesentlicher Unterschied
zu den im Stand der Technik beschriebenen Verfahren und Vorrichtungen zum Wechsel
von Rotoren oder Rotor- oder Matrizensegmenten. Es war vollkommen überraschend, dass
der Verbleib der Kurven in der Rundlaufpresse während des Umrüstens für großen Segmentrotoren
ermöglicht werden kann.
[0067] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens öffnen sich sowohl beim
Segmenteinbau als auch beim Segmentausbau die inneren Ober- und Unterstempelkurven
der Rundlaufpresse zur Entnahme und zum Einbau der vertikal segmentierten Rotorsegmente
mit den Presswerkzeugen manuell oder automatisch. Diese flexible Ausgestaltung des
Verfahrens trägt den unterschiedlichen Anforderungsprofilen in unterschiedlichen Einsatzbereichen
der Rundlaufpresse Rechnung und ermöglicht die optimierte Verfahrensanwendung.
[0068] Bevorzugt ist weiter, dass sich die Ober- und Unterstempelwerkzeuge beim Aus- und
Einbau der Rotorsegmente automatisch in die Kurven einfädeln. Dies wird dadurch erreicht,
dass die Kurven horizontal in zwei Teile geteilt werden können. Die beiden Kurventeile
bilden im zusammengebauten Zustand ein U-förmiges Bauteil, wobei die Öffnung des "U"s
in Richtung der Stempelwerkzeuge zeigt. Diese Stempelwerkzeuge sind mit Rollen versehen,
die mit der U-förmigen Öffnung der Kurven zusammenwirken und die Steuerung der Presswerkzeuge
durch die Kurven ermöglichen.
[0069] Beim Segmentwechsel werden die Stempelwerkzeuge aus den Kurven heraus gezogen und
nur noch von einem Mittendornhalter gehalten. Dabei verlagern sich die Rollen beispielsweise
der Unterstempel um ein kleines Wegstück nach unten. Durch das horizontale Trennen
der Kurvenbestandteile vergrößert sich die U-förmige Öffnung der Kurven, insbesondere
verlagert sich die Öffnung ebenfalls nach unten. Wenn nun die Stempelwerkzeuge auf
die Kurve zubewegt werden, können die Rollen der Stempel wieder in die U-förmige Öffnung
der Kurve gelangen. Wenn die zwei Kurvenbestandteile nun wieder miteinander verbunden
werden, befinden sich auch die Stempelwerkzeuge wieder an ihrer für den Produktionsprozess
festgelegten Position. Dieses automatische Einfädeln stellt eine wesentliche Erleichterung
des Segmentwechselvorgangs dar und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung
der Gesamtdauer für den Wechselvorgang.
[0070] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird das Ausfahren oder
Zurückfahren der Übernahmevorrichtung durch eine lineare Zustell- und/oder Rückstellbewegung
auf den Gleit- und Führungsschienen realisiert wird, wobei die Zustell- und/oder Rückstellbewegung
entweder manuell mittels eines Handrades oder automatisiert realisiert wird. In einer
bevorzugten Ausführungsform ist die Übergabeeinheit mit einem Handrad versehen. Dieses
Handrad weist einen Ritzel/Zahnstangen-Mechanismus auf, mit dem die Radialbewegung
des Handrades durch einen beaufschlagen Spindelantrieb in eine lineare Bewegung der
Übernahmevorrichtung umgesetzt wird. Diese lineare Zustell- und/oder Rückstellbewegung
stellt das Aus- und Zurückfahren der Übernahmevorrichtung in horizontaler Raumrichtung
auf den Gleit- und Führungsschienen dar, mit dem die Übernahmevorrichtung auf die
Rundlaufpresse oder das höhenverstellbare Dreh-Segmentkarussel zu oder davon weg bewegt
werden kann.
[0071] Von Vorteil ist, wenn bei einem Segmentwechsel durch die Verwendung des erfindungsgemäßen
Systems jegliche körperliche Belastung des Bedieners entfällt. Beispielsweise kann
ein Horizontalhub der Übergabeeinheit durch einen Spindelantrieb oder über einem Zahnstangenantrieb
erfolgen. Insbesondere wird dadurch der manuelle, motorisch, pneumatische oder hydraulische
Betrieb der Übergabeeinheit ermöglicht. Die Übergabeeinheit kann insbesondere Massen
von beispielsweise bis zu 500 kg sicher von der Rundlaufpresse übernehmen und an den
Montagewagen übergeben.
[0072] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung kann diese Bewegung auch automatisiert,
beispielsweise hydraulisch oder elektrisch, realisiert werden. Insbesondere kann jede
Art von manuellen oder automatischen Antrieben verwendet werden. Dies ist von Vorteil,
wenn der Einsatz von Arbeitskräften minimiert werden soll.
[0073] Auch die Drehbewegung der Übernahmevorrichtung kann in einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung automatisiert realisiert werden. Insbesondere stellt
die Drehbewegung der Übernahmevorrichtung eine gedämpfte Bewegung dar, wobei diese
Dämpfung durch eine Ölbremse realisiert wird. Diese begrenzt die zu erreichende Drehgeschwindigkeit,
indem die für die Drehbewegung aufzubringende Kraft mit zunehmender Drehgeschwindigkeit
ansteigt.
[0074] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens ist das Befestigen der Übergabeeinheit
an der Trägerplatte der Rundlaufpresse an einer definierten Position, insbesondere
zwischen einer Druckrollenstation und einer Entnahmevorrichtung auf der Trägerplatte
der Rundlaufpresse vorgesehen. Eine Druckrollenstation im Sinne der Erfindung ist
eine säulenförmige Vorrichtung zur Aufnahme einer oberen und einer unteren Druckrolle,
die die Stempelwerkzeuge zum Zwecke der Herstellung des Presskörpers zusammendrücken.
Eine Entnahmevorrichtung im Sinne der Erfindung beschreibt eine Vorrichtung, in deren
Bereich die hergestellten Presskörper die Rundlaufpresse verlassen können. Dies geschieht
über ein Auslaufrad, das sich synchron mit dem Rotor der Rundlaufpresse mitdreht und
die fertigen Presskörper einem Förderelement oder einer Förderrutsche übergibt. Vorteilhaft
ist, dass diese außenliegenden peripheren Förderelemente und das Auslaufrad beim Segmentwechsel
nicht ausgebaut oder demontiert werden müssen, sondern in der Rundlaufpresse verbleiben.
Der drehbare Rotor der Rundlaufpresse wird nach dem Ausbau eines vertikal segmentierten
Rotorsegmentes weitergedreht und in eine Position gebracht, dass das nächste Segment
durch die Übergabeeinheit entnommen werden kann. Weiter ist vorteilhaft an der festgelegten
Position der Übergabeeinheit auf der Trägerplätte der Rundlaufpresse, dass nur ein
Satz von Bohrungen für die Befestigungsmittel in der Trägerplatte vorgesehen sein
muss, was den Herstellungsaufwand für die Trägerplatte reduziert.
[0075] Die vertikal segmentierten Rotorsegmente können außerhalb der Rundlaufpresse einfacher
gewartet, gereinigt und mit neuen Werkzeugen bestückt werden. Aufgrund ihrer Größe
können sie auch einer Waschmaschine oder Industriewaschmaschine zugeführt werden.
[0076] Die Erfindung wird nunmehr anhand der Figuren beispielhaft näher beschrieben. Bei
den Beispielen und Figuren handelt es sich um bevorzugte Ausführungsvarianten welche
die Erfindung nicht beschränken.
- Figur 1
- schematische Perspektivansicht eines Rotors einer Rundlaufpresse aus vertikal segmentierten
Rotorsegmenten
- Figur 2
- schematische Darstellung einer Rundlaufpresse mit Rotor aus vertikal segmentierten
Rotorsegmenten, Übergabeeinheit und Montagewagen in einer Ausgangsposition
- Figur 3
- schematische Darstellung einer Rundlaufpresse mit Rotor aus vertikal segmentierten
Rotorsegmenten, Übergabeeinheit und Montagewagen während des Segmentwechselvorgangs
[0077] Figur 1 zeigt in einer schematischen Perspektivansicht eines insgesamt mit dem Bezugszeichen
10 bezeichneten Rotors einer Rundlaufpresse 34. Aufbau und Funktion von Rundlaufpressen
sind dem Fachmann hinlänglich bekannt, so dass im Rahmen dieser Beschreibung hierauf
nicht näher eingegangen wird. Der Rotor 10 ist über einen Antrieb in Rotation versetzbar.
Hierdurch werden über den Umfang des Rotors 10 angeordnete Oberstempel 50 und Unterstempel
30 an verschiedenen fest angeordneten Stationen vorbeigeführt. Diese Stationen sind
Füllstationen, Vorpressstationen, Hauptpressstationen, Auswurfstationen und dergleichen.
Jedem Paar von Oberstempel und Unterstempel ist eine Matrize zugeordnet, in die ein
zu verpressendes Material eingefüllt wird. Die Oberstempel 50 und Unterstempel 30
werden über Führungskurven in die Matrizen geführt, so dass das dort eingeführte Material
verpresst wird. Derartige Rundlaufpressen können beispielsweise zur Tablettenherstellung,
aber auch zur Herstellung von technischen Produkten, beispielsweise gepresste Ringe
für eine Batterieherstellung, eingesetzt werden.
[0078] Der Rotor 10 umfasst einen Rotorkern 12, der über im Einzelnen nicht dargestellte
Verbindungselemente mit einer Antriebseinrichtung für den Rotor 10 verbunden ist.
Um den Rotor 10 ist ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 14 bezeichneter Außenrotor
angeordnet. Der Außenrotor 14 umfasst mehrere Rotorsegmente 16, von denen jedes Rotorsegment
16 einen Teilkreis überspannt. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind sechs
Rotorsegmente 16 vorgesehen, die jeweils einen Teilkreis von 60° überdecken. Das bedeutet,
dass die Schenkel, die ein Rotorsegment begrenzen, miteinander einen Winkel von 60
° einschließen. Die Rotorsegmente 16 sind form- und/oder kraftschlüssig mit dem Rotorkern
12 verbindbar. Dazu sind für jedes Rotorsegment vier Befestigungsschrauben 54 vorgesehen,
die mit Bohrungen 58 im Rotorkern zusammenwirken. Zusätzlich können die Rotorsegmente
16 auch form- und/oder kraftschlüssig jeweils untereinander an den radial verlaufenden
Stirnseiten 18 verbunden sein. Die Befestigung der Rotorsegmente 16 kann beispielsweise
auch mittels Schnellwechselelementen oder dergleichen erfolgen.
[0079] In der Darstellung in Figur 1 sind insgesamt fünf Rotorsegmente 16 gezeigt, wobei
das sechste Rotorsegment 16 entnommen ist. Hierdurch wird verdeutlicht, dass die Rotorsegmente
16 jeweils einzeln von dem Rotorkern 12 entnehmbar sind. Die Verbindung zwischen den
Rotorsegmenten 16 und dem Rotorkern 12 durch die Befestigungsschrauben 54, die mit
den Bohrungen 58 zusammenwirken, ist so ausgebildet, dass diese auch während des Betriebes
der Rundläufer-Presse 34form- und lagestabil in Bezug auf den Rotorkern 12 und die
benachbarten Rotorsegmente 16 angeordnet sind.
[0080] In der Darstellung in Figur 1 wird weiterhin deutlich, dass die Rotorsegmente 16,
die insgesamt den Außenrotor 14 bilden, eine Oberstempelführung 20, eine Unterstempelführung
22 sowie einen Matrizenbereich 24 umfassen. Durch die Segmentierung des Außenrotors
14 liegt auch die Matrizenscheibe in Matrizensegmenten 78 vor. Die Oberstempelführung
20 besitzt in an sich bekannter Weise Führungen 26 für Oberstempel 50. Die Unterstempelführung
22 besitzt Führungen 28 für hier beispielhaft dargestellte Unterstempel 30. Der Matrizenbereich
24 besitzt Matrizenöffnungen 32. Jeweils eine Führung 26 und eine Führung 28 fluchtet
mit einer Matrizenöffnung 32, so dass in sich bekannter Weise die Oberstempel 50 und
Unterstempel 30 paarweise über nicht dargestellte Führungskurven radial zueinander
verlagert werden können, so dass ein die Matrizenöffnung 32 eingefülltes zu pressendes
Material verpresst werden kann.
[0081] Innerhalb der Rotorsegmente 16 kann vorgesehen sein, dass Matrizen beziehungsweise
Matrizensätze für unterschiedliche Pressformate, das heißt mehrere Tablettenformen
vorhanden sind.
[0082] Wie der Figur 1 entnommen werden kann, besitzt jedes der Rotorsegmente 16 eine Anzahl
von Führungen 26 und 28, beziehungsweise Matrizenöffnungen 32. Gemäß dem gezeigten
Beispiel sind jeweils zwölf Führungen 26, 28 und Matrizenöffnungen 32 pro Segment
16 vorgesehen. Nach weiteren, nicht dargestellten Ausführungsbeispielen kann selbstverständlich
sowohl die Anzahl der Rotorsegmente 16, als auch die Anzahl der Führungen 26, 28 und
Matrizenöffnungen 32 pro Rotorsegment 16 anders gewählt sein. Die Anzahl der Rotorsegmente
16 kann geradzahlig oder ungeradzahlig sein. Die Rotorsegmente 16 können gleichmäßig,
aber auch ungleichmäßig geteilt sein.
[0083] Die Segmentierung zumindest des Außenrotors 14 bietet die Möglichkeit, dass die Rotorsegmente
16 einzeln vom Rotorkern 12 demontiert werden können. Mit der Demontage werden gleichzeitig
die Oberstempel 50 und Unterstempel 30 mit entnommen. Das demontierte Rotorsegment
16 kann dann durch ein neues Rotorsegment 16, das dann neue oder aufgearbeitete Oberstempel
50 und Unterstempel 30 aufweist, ersetzt werden. Durch schrittweises Vorgehen, gemäß
dem Figur 1 in sechs Schritten, können somit in relativ kurzer Zeit alle sechs Rotorsegmente
16 mit den darin angeordneten Werkzeugen ausgetauscht werden. Die Werkzeugwechselzeit
für den gesamten Rotor 10 kann somit relativ kurz gehalten werden.
[0084] Figur 1 zeigt weiter die Bohrungen 66 und 70 für Befestigungsschrauben 68 und Zylinderstiften
72, mit denen ein vertikal segmentiertes Rotorsegment 16 an einer Übernahmevorrichtung
48 befestigt werden kann. Diese befinden sich erfindungsgemäß im Bereich der Unterstempelführung
22.
[0085] Weiter zeigt Figur 1 die Mittel, mit denen die vertikal segmentierten Rotorsegmente
16 an dem Rotorkern 12 zentriert werden. Dies geschieht in vertikaler Raumrichtung
durch eine Auflagefläche 64, auf der das Rotorsegment 16 zumindest teilweise aufliegt.
Eine Zentrierung in horizontaler Raumrichtung erfolgt durch das Zentrierungselement
62, das mit einer nicht gezeigten Ausnehmung auf der Innenseite des Rotorsegments
16 zusammenwirkt. Weiter zu sehen sind Zentrierungsstifte 60, die eine Vorzentrierung
der Rotorsegmente 16 beim Einbau der Segmente 16 an den Rotorkern 12 ermöglichen.
[0086] Figur 2 zeigt eine bevorzugte Anordnung der Rundlaufpresse 34, der Übergabeeinheit
36 und des Montagewagens 38. Dabei befindet sich die Übergabeeinheit 36 in einer Ausgangsposition.
Damit ist gemeint, dass die Übernahmevorrichtung 48 der Übergabeeinheit 36 nicht ausgefahren
oder verschwenkt ist. In dieser Position wird die Übergabeeinheit 36 auf der Trägerplatte
40 der Rundlaufpresse 34 und am Montagewagen 38 befestigt. Anschließend kann die Übernahmevorrichtung
48 ausgefahren und dadurch in die Nähe des aus der Rundlaufpresse 34 auszubauenden
Rotorsegmentes 16 gebracht werden.
[0087] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn für den Segmentwechsel die Übergabeeinheit
36, welche beispielsweise schwenkbar ist, als Peripherie-Modul für die Entnahme der
Rotorsegmente 16 der Rundlaufpresse 34 verwendet wird. Diese Vorrichtung wird für
den Segmentausbau beispielsweise in einer vorgegebenen Position mit einem Hubgerät
auf der Trägerplatte 40 der Rundlaufpresse 34 platziert und befestigt. Dazu umfasst
die Übergabeeinheit 36 eine Zentrier- und Befestigungsvorrichtung 44. Die Befestigung
der Übergabeeinheit 36 an der Trägerplatte 40 der Rundlaufpresse 34 erfolgt beispielsweise
mittels sechs Befestigungsschrauben. Die Übernahmevorrichtung 48 kann manuell oder
motorisch zur Aufnahme des Rotorsegmentes 16 ausgefahren werden. Dazu ist die Übernahmevorrichtung
48 auf Gleit- und Führungsschienen 74 gelagert, auf denen die Übernahmevorrichtung
48 eine horizontale Zustell- und/oder Rückstellbewegung ausführt, die im Sinne der
Erfindung als Ausfahren oder Zurückfahren bezeichnet wird. Das vertikal segmentierte
Rotorsegment 16 wird dazu mit beispielsweise drei Befestigungsschrauben 68 und zwei
Zylinderstiften 72 an der Übernahmevorrichtung 48 befestigt. Anschließend werden die
Befestigungsschrauben 54, die das vertikal segmentierte Rotorsegment 16 am Rotorkern
12 fixieren, gelöst. Die Übernahmevorrichtung 48 wird in eine mittlere Ausgangsposition
mit minimalen Drehradius zurückgefahren. Dadurch wird überhaupt erst der Platz für
eine Schwenk- oder Drehbewegung geschaffen und die aufzuwendende Kraft für die Dreh-
oder Schwenkbewegung wird durch die Reduzierung des Drehradius reduziert. Anschließend
wird die Vorrichtung um beispielsweise 180° nach außen geschwenkt. In der Außenposition
der Übernahmevorrichtung 48 steht der Montagewagen 38.
[0088] Das schwenkbare Oberteil des Montagewagens 38 bildet ein höhenverstellbares Dreh-Segmentkarussel
52 und hat beispielsweise drei Segmentaufnahmen, die unter einem Winkel von 120° angeordnet
sind. Der Abstand des Montagewagens 38 zur Rundlaufpresse 34 ist vorgegeben, insbesondere
durch die feste Verbindung der Übergabeeinheit 36 mit dem Montagewagen 38. Die Übergabeeinheit
36 ist während der Segmententnahme, des Segmenteinbaus, des Segmentwechsel und/oder
des Werkzeugwechsels kraft- und/oder formschlüssig mit dem Montagewagen 38 und/oder
der Trägerplatte 40 der Rundlaufpresse 34 verbunden. Wenn die Übernahmevorrichtung
48 der Übergabeeinheit 36 in der um 180° gedrehten Position ist, wird die Übernahmevorrichtung
48 in die Endlage ausgefahren und das Rotorsegment 16 mit beispielsweise vier Befestigungsschrauben
54 in der ersten Segmentposition des höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussels 52 des
Montagewagens 38 befestigt. Bei den vier Befestigungsschrauben 54 handelt es sich
bevorzugt um dieselben Schrauben, mit denen das vertikal segmentierte Rotorsegment
16 auch am Rotorkern 12 befestigt wird.
[0089] Dieser Vorgang kann sich in Abhängigkeit von der Anzahl der Positionen auf dem Montagewagen
38 und der Anzahl der Rotorsegmente 16 mehrfach wiederholen. Dazu werden die jeweils
leeren Aufnahme-Positionen des Montagewagens 38 in die Übernahmestellung geschwenkt.
Wenn der Montagewagen 38 komplett belegt ist, kann er gegen einen leeren Montagewagen
38 ausgetauscht werden. Bei einem Montagewagen 38 mit Platz für zwei Rotorsegmente
16 und einem Rotor 10 mit sechs Rotorsegmenten 16 werden beispielsweise sechs Ausbauschritte
und drei Montagewagen 38 benötigt.
[0090] Wenn alle Rotorsegmente 16 ausgebaut sind, befinden sich in der Rundlaufpresse 34
vom vollständigen Segmentrotor 10 nur noch der Rotorkern 12 und die oberen und unteren
Kurven bei denen es sich insbesondere um Führungs-, Füll- und Dosierkurven handelt,
mit den entsprechenden Staub-Absaugdüsen. Ein großer Vorteil beim Segmentwechsel ist
darin zu sehen, dass alle Kurven in der Rundlaufpresse 34 verbleiben. Die oberen und
unteren Kurven in der Entnahmeposition werden automatisch geöffnet, so dass die Köpfe
der oberen und unteren Schäfte der Oberstempel 50 und der Unterstempel 30 mit den
Rollen auf einfache Weise mit den Rotorsegmenten 16 zusammen aus den Kurven entnommen
werden können. Anschließend werden die Absaugschläuche und Absaugdüsen demontiert.
Nun werden der ganze Maschineninnenraum und die oberen und unteren Kurven gründlich
gereinigt.
[0091] Zur Vorbereitung des Einbaus von beispielsweise sechs Rotorsegmenten 16 in die Rundlaufpresse
34 können zwei Montagewagen 38 mit je drei gereinigten Rotorsegmenten 16, die mit
sauberen und funktionsfähigen Werkzeugen bestückt sind, bereitgestellt werden. Zum
Segmenteinbau können mit der Übergabeeinheit 36 nacheinander beispielsweise die gereinigten
sechs Rotorsegmente 16 in die Rundlaufpresse 34 eingebaut werden. Anschließend werden
die Absaugschläuche, die Absaugdüsen, die Füllgeräte und die Materialzufuhr montiert.
Die Rundlaufpresse 34 ist wieder einsatzbereit. Die Umrüstzeit vom Stopp bis zum Start
der Rundlaufpresse 34 kann mit zwei bis maximal drei Stunden angesetzt werden, was
eine erhebliche Verkürzung gegenüber den Umrüstzeiten von 10 bis 12 Stunden darstellt,
die im Stand der Technik beschrieben werden und, wobei zum Umrüsten einer konventionellen
Presse zwei Mitarbeiter benötigt werden. Das Verfahren ist daher äußerst effizient,
insbesondere deswegen, weil die Mitarbeiter manuell keine großen Massen bewegen müssen.
[0092] Figur 2 zeigt weiter, dass die Übergabeeinheit 36 an einer festgelegten Position
der Rundlaufpresse 34 auf der Trägerplatte 40 befestigt wird. Dies geschieht mittels
der Zentrier- und Befestigungsvorrichtung 44. Die festgelegte Position zur Befestigung
der Übergabeeinheit auf der Trägerplatte 40 befindet sich insbesondere zwischen einer
Druckrollenstation 86 und einer Entnahmevorrichtung 88, mit der fertige Presskörper
aus der Rundlaufpresse 34 entnommen werden. Diese müssen durch die Verwendung der
vertikal segmentierten Rotorsegmente 16 nicht demontiert werden, wenn der Rotor 14
ausgewechselt wird.
[0093] Die Übernahmevorrichtung 48 kann auf Gleit- oder Führungsschienen 74 horizontal bewegt
werden. Dies kann entweder manuell mit Hilfe eines Handrades 42 realisiert werden
oder automatisiert. Die Radialbewegung des Handrades 42 wird dabei mittels eines Ritzel/Zahnstangen-Mechanismus
in eine lineare Bewegung der Übernahmevorrichtung 48 umgesetzt.
[0094] Die Übergabeeinheit 36 ist während des Segmentwechselvorgangs sowohl mit der Trägerplatte
40 der Rundlaufpresse 34, als auch mit dem Montagewagen 38 verbunden. Die Verbindung
mit dem Montagewagen 38 wird dabei mittels einer Verbindungsvorrichtung 46 realisiert,
die beispielsweise als Schnellspannverschluß ausgeführt ist. Dabei greifen Fanghaken
90, die am Montagewagen 38 vorliegen, in Ausnehmungen 92 der Übergabeeinheit 36. Die
Ausnehmungen 92 der Übergabeeinheit 36 sind insbesondere so ausgeführt, dass die Verbindung
zwischen Montagewagen 38 und Übergabeeinheit 36 nicht auf eine festgelegte Höhe beschränkt
ist, sondern dass durch die Ausgestaltung der Ausnehmungen 92 insbesondere Bodenunebenheiten
ausgeglichen werden können.
[0095] Figur 2 zeigt weiter die Zentrierelemente 62, die am Rotorkern 12 für jedes Rotorsegment
16 vorliegen, sowie die Auflagefläche, beziehungsweise den Auflageflansch 64. Durch
diese Bestandteile des Rotorkerns 12 werden die vertikal segmentierten Rotorsegmente
16 bei Einbau in vertikaler und horizontaler Raumrichtung zentriert.
[0096] Figur 3 zeigt das erfindungsgemäße System aus Rundlaufpresse 34 mit vertikal segmentierten
Rotorsegmenten 16, Übergabeeinheit 36 und Montagewagen 38 während des Segmentwechselvorgangs.
Dabei befindet sich das auszubauende Rotorsegment 16 nunmehr an der Übernahmevorrichtung
48 der Übergabeeinheit 36 angebracht und wird mit der schwenkbaren Übernahmevorrichtung
48 zum höhenverstellbaren Dreh-Segment-Karussel 52 gedreht.
Bezugszeichen
[0097]
- 10
- Rotor
- 12
- Rotorkern
- 14
- Außenrotor
- 16
- vertikal segmentierte Rotorsegmente
- 18
- Stirnseite der vertikal segmentierten Rotorsegmente 16
- 20
- Oberstempelführung
- 22
- Unterstempelführung
- 24
- Matrizenbereich
- 26
- Führung
- 28
- Führung
- 30
- Unterstempel
- 32
- Matrizenöffnungen
- 34
- Rundlaufpresse
- 36
- Übergabeeinheit
- 38
- Montagewagen
- 40
- Trägerplatte
- 42
- Handrad
- 44
- Zentrier- und Befestigungsvorrichtung für Übergabeeinheit (36) an Trägerplatte (40)
- 46
- Verbindungsvorrichtung zur Befestigung der Übergabeeinheit (36) an den Montagewagen
(38), insbesondere Schnellspannverschluss
- 48
- Übernahmevorrichtung
- 50
- Oberstempel
- 52
- höhenverstellbare Dreh-Höhenverstellbares Dreh-Segmentkarussel
- 54
- Befestigungsschrauben zur Befestigung der Rotorsegmente an dem Rotorkern und dem höhenverstellbaren
Dreh-Höhenverstellbares Dreh-Segmentkarussel
- 56
- Drehachse der Übernahmevorrichtung
- 58
- Bohrungen für Befestigungsschrauben (54)
- 60
- Führung am Rotorkern (12) zur Führung der Rotorsegmente (16)
- 62
- Zentrierung am Rotorkern (12) zur Zentrierung der Rotorsegmente (16)
- 64
- Auflagefläche oder Auflageflansch
- 66
- Bohrungen für Befestigungsschrauben (68)
- 68
- Befestigungsschrauben
- 70
- Bohrungen für Zylinderstifte (72)
- 72
- Zylinderstifte
- 74
- Gleit- und Führungsschienen der Übernahmevorrichtung
- 78
- Matrizensegmente
- 80
- Zwischenring zur Herstellung von ringförmigen Presskörpern
- 82
- Befestigungsflansch
- 84
- Mittendornhalter
- 86
- Druckrollenstation
- 88
- Entnahmevorrichtung
- 90
- Fanghaken des Schnellspannverschlusses
- 92
- Ausnehmungen des Schnellspannverschlusses
1. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34), umfassend einen Rotor (10), eine Übergabeeinheit (36) und einen Montagewagen
(38), wobei
- der Rotor (10) einen Rotorkern (12) und mindestens zwei Rotorsegmente (16) umfasst,
wobei die Rotorsegmente (16) durch vertikales Segmentieren des Rotors (10) gebildet
sind und,
- die Übergabeeinheit (36) eine Übernahmevorrichtung (48) zur Übernahme eines Rotorsegmentes
(16) umfasst, dadurch gekennzeichnet dass, die Übernahmevorrichtung (48) gleitbar auf Gleit- und Führungsschienen (74) gelagert
und drehbar ist, wobei die Übergabeeinheit (36) eine Zentrier- und Befestigungsvorrichtung
(44) umfasst, mit welcher die Übergabeeinheit (36) an einer Trägerplatte (40) der
Rundlaufpresse (34) zentriert befestigbar ist und wobei die Übergabeeinheit (36) eine
Verbindungsvorrichtung (46) zur Verbindung der Übergabeeinheit (36) mit dem Montagewagen
(38) aufweist und
- der Montagewagen (38) ein höhenverstellbares Dreh-Segmentkarussel (52) zur Aufnahme
von mindestens einem Rotorsegment (16) umfasst, wobei der Montagewagen (38) mittels
der Verbindungsvorrichtung (46) mit der Übergabeeinheit (36) verbindbar ist.
2. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
die Rotorsegmente (16) von außen am Rotorkern (12) zentriert und befestigt sind und
der Rotorkern (12) für jedes Rotorsegment (16) mindestens eine Führung (60), mindestens
eine Zentrierung (62), mindestens eine Auflagefläche (64) und/oder vier Gewindebohrungen
(58) zur Befestigung eines vertikal segmentierten Rotorsegmentes (16) umfasst, wobei
die Gewindebohrungen (58) mit vier Befestigungsschrauben (54) zusammenwirken.
3. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
der Rotor (10) zwei bis zehn, bevorzugt vier bis acht, besonders bevorzugt sechs Rotorsegmente
(16) aufweist.
4. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das vertikal segmentierte Rotorsegment (16) mindestens drei übereinanderliegende Teile
umfasst, insbesondere
a. Führung (20) für die Oberstempel (50),
b. Zwischenring (76) zur Aufnahme und Befestigung von austauschbaren Matrizensegmenten
(78) zur Herstellung von Volltabletten oder Zwischenring (80) zur Aufnahme und Befestigung
der austauschbaren Matrizensegmente mit angearbeitetem Flansch (82) für die Befestigung
von Mittendornhaltern (84) zur Herstellung für ringförmigen Presskörpern
c. Führung (22) für Unterstempel (30).
5. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Rotorsegment (16) zur Befestigung an der Übernahmevorrichtung (48) drei Bohrungen
(66) zur Aufnahme von Befestigungsschrauben (68) und zwei Bohrungen (70) zur Aufnahme
von Zylinderstiften (72) aufweist, wobei die Bohrungen (66) unterhalb der Führung
(22) der Unterstempel (30) angeordnet vorliegen und mit Befestigungsschrauben (68)
und Zylinderstiften (72) der Übernahmevorrichtung (48) zusammenwirken.
6. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rotorsegmente (16) mittels vier Befestigungsschrauben (54) an sowohl dem Rotorkern
(12), als auch dem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel (52) befestigbar sind.
7. System zum Wechsel von vertikal segmentierten Rotorsegmenten (16) an einer Rundlaufpresse
(34) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindungsvorrichtung (46) der Übergabeeinheit (36) mit dem Montagewagen (38)
ein Schnellspannverschluss ist, der aus Fanghaken (90) an der Übergabeeinheit (36)
und Ausnehmungen (92) am Montagewagen (38) gebildet ist, wobei die Fanghaken (90)
mit den Ausnehmungen (92) zusammenwirken.
8. Verfahren zum Segmentausbau,
umfassend die folgenden Schritte
a. Öffnen von Ober- und Unterstempelkurven in einer Entnahmeposition,
b. Positionieren einer Übergabeeinheit (36) auf einer Trägerplatte (40) einer Rundlaufpresse
(34) mittels einer Zentrier- und Befestigungsvorrichtung (44)
c. Ausfahren einer Übernahmevorrichtung (48) der Übergabeeinheit (36)
d. Befestigen eines an einem Rotorkern (12) befindlichen vertikal segmentierten Rotorsegments
(16) an einer Übernahmevorrichtung (48) mittels Befestigungsschrauben (68) und Zylinderstiften
(72)
e. Lösen des Rotorsegments (16) vom Rotorkern (12) durch das Lösen von Befestigungsschrauben
(54)
f. Zurückfahren der Übernahmevorrichtung (48) mit dem entnommenen Rotorsegment (16),
g. Schwenken und/oder Verschieben der Übernahmevorrichtung (48) mit dem entnommenen
Rotorsegment (16),
h. Übergabe des entnommenen Rotorsegments (16) mittels Übernahmevorrichtung (48) an
ein höhenverstellbares Dreh-Segmentkarussel (52) eines Montagewagens (38),
i. Positionieren und Befestigen des entnommenen Rotorsegments (16) an dem Segmentkarussel
(52) des Montagewagens (38)
wobei beim Segmentwechsel alle Ober- und Unterstempelkurven in der Rundlaufpresse
(34) verbleiben.
9. Verfahren zum Segmenteinbau,
umfassend die folgenden Schritte
a. Öffnen von Ober- und Unterstempelkurven in einer Entnahmeposition,
b. Positionieren einer Übergabeeinheit (36) auf einer Trägerplatte (40) einer Rundlaufpresse
(34) mittels einer Zentrier- und Befestigungsvorrichtung (44)
c. Befestigen eines an einem höhenverstellbaren Dreh-Segmentkarussel (52) auf einem
Montagewagen (38) befindlichen vertikal segmentierten Rotorsegments (16) an einer
Übernahmevorrichtung (48) der Übergabeeinheit (36) mittels Befestigungsschrauben (68)
und Zylinderstiften (72)
d. Übernahme des Rotorsegments (16) mittels der Übernahmevorrichtung (48) von dem
Segmentkarussel (52) des Montagewagen (38),
e. Schwenken und/oder Verschieben der Übernahmevorrichtung (48) mit dem Rotorsegment
(16),
f. Ausfahren der Übernahmevorrichtung (48) der Übergabeeinheit (36) mit dem Rotorsegment
(16),
g. Positionieren und Befestigen des Rotorsegments (16) am Rotorkern (12) mittels Befestigungsschrauben
(54)
h. Schließen der Ober- und Unterstempelkurven,
wobei beim Segmentwechsel alle Ober- und Unterstempelkurven in der Rundlaufpresse
(34) verbleiben.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9
dadurch gekennzeichnet, dass
sich im Bereich der Rotorsegmententnahme innere Ober- und Unterstempelkurven zur Entnahme
und zum Einbau der Rotorsegmente (16) manuell oder automatisch öffnen.
11. Verfahren nach Anspruch 8 bis 10
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Ober- und Unterstempel (30, 74) beim Aus- und Einbau der Rotorsegmente (16)
automatisch in die Ober- und Unterstempelkurven einfädeln.
12. Verfahren nach Anspruch 8 bis 11
dadurch gekennzeichnet, dass
das Ausfahren oder Zurückfahren der Übernahmevorrichtung (48) durch eine lineare Zustellbewegung
auf den Gleit- und Führungsschienen (74) realisiert wird, wobei die Zustellbewegung
entweder manuell mittels eines Handrades (42) oder automatisiert realisiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Befestigen der Rotorsegmente (16) an dem Rotorkern (12) und dem höhenverstellbaren
Dreh-Segmentkarussel (52) mit denselben Befestigungsmitteln (68, 72) erfolgt.
14. Verfahren nach Anspruch 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Befestigen der Übergabeeinheit (36) an der Trägerplatte (40) der Rundlaufpresse
(34) zwischen einer Druckrollenstation (86) und einer Entnahmevorrichtung (88) vorgesehen
ist.
1. A system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34), comprising a rotor (10), a transfer unit (36) and an assembly carriage
(38), wherein
- the rotor (10) comprises a rotor core (12) and at least two rotor segments (16),
wherein the rotor segments (16) are formed by vertical segmentation of the rotor (10),
and
- the transfer unit (36) comprises a receiving device (48) for gripping a rotor segment
(16),
characterized in that
the receiving device (48) is mounted slidably on sliding and guiding rails (74) and
is rotatable, wherein the transfer unit (36) comprises a centering and mounting device
(44), by which the transfer unit (36) can be mounted and centered on a carrier plate
(40) of the rotary tablet press (34) and wherein the transfer unit (36) has a connecting
device (46) for connecting the transfer unit (36) to the assembly carriage (38), and
- the assembly carriage (38) comprises an adjustable-height rotary segment carousel
(52) for accommodating at least one rotor segment (16), wherein the assembly carriage
(38) can be connected to the transfer unit (36) by means of the connecting device
(46).
2. The system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34) according to any one or more of the preceding claims,
characterized in that
the rotor segments (16) are centered from the outside and mounted on the rotor core
(12), and the rotor core (12) comprises for each rotor segment (16) at least one guide
(60), at least one centering (62), at least one supporting surface (64) and/or four
threaded boreholes (58) for mounting a vertically segmented rotor segment (16), wherein
the threaded boreholes (58) work together with four mounting screws (54).
3. The system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34) according to any one or more of the preceding claims,
characterized in that
the rotor (10) has two to ten, preferably four to eight, especially preferably six
rotor segments (16).
4. The system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34) according to any one or more of the preceding claims,
characterized in that
the vertically segmented rotor segment (16) comprises at least three parts lying one
above the other, in particular
a. Guide (20) for the upper punch (50),
b. Intermediate ring (76) for accommodating and mounting the replaceable die segments
(78) for producing solid tablets or intermediate ring (80) for accommodating and mounting
the replaceable die segments with a processed flange (82) for mounting central mandrel
holders (84) for producing the ring-shaped press bodies
c. Guidance (22) for the lower punches (30).
5. The system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34) according to any one or more of the preceding claims,
characterized in that
a rotor segment (16) for mounting on the receiving device (48) has three boreholes
(66) for accommodating mounting screws (68) and two boreholes (70) for accommodating
cylinder pins (72), wherein the boreholes (66) are arranged beneath the guide (22)
for the lower punches (30) and work together with mounting screws (68) and cylinder
pins (72) of the receiving device (48).
6. The system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34) according to any one or more of the preceding claims,
characterized in that
rotor segments (16) can be mounted on the rotor core (12) as well as on the adjustable-height
rotary segment carousel (52) by means of four mounting screws (54).
7. The system for changing vertically segmented rotor segments (16) on a rotary tablet
press (34) according to any one or more of the preceding claims,
characterized in that
the connecting device (46) of the transfer unit (36) with the assembly carriage (38)
is a quick-action lock, which is formed by catch hooks (90) on the transfer unit (36)
and recesses (92) on the assembly carriage (38), wherein the catch hooks (90) work
together with the recesses (92).
8. A method for segment dismantling,
comprising the following steps:
a. Opening upper and lower punch cams in a removal position,
b. Positioning a transfer unit (36) on a carrier plate (40) of a rotary tablet press
(34) by means of a centering and mounting device (44),
c. Extending a receiving device (48) of the transfer unit (36),
d. Mounting a vertically segmented rotor segment (16) situated on a rotor core (12)
on a receiving device (48) by means of mounting screws (68) and cylinder pins (72),
e. Releasing the rotor segment (16) from the rotor core (12) by loosening the mounting
screws (54),
f. Returning the receiving device (48) with the rotor segment (16) thereby removed,
g. Pivoting and/or shifting the receiving device (48) with the rotor segment (16)
thereby removed,
h. Transfer of the rotor segment (16) thereby removed by means of the receiving device
(48) to an adjustable-height rotary segment carousel (52) of an assembly carriage
(38),
i. Positioning and mounting the rotor segment (16) thereby removed on the segment
carousel (52) of the assembly carriage (38),
wherein all the upper and lower punch cams remain in the rotary tablet press (34)
during the segment change.
9. The method for segment installation,
comprising the following steps:
a. Opening upper and lower punch cams in a removal position,
b. Positioning a transfer unit (36) on a carrier plate (40) of a rotary tablet press
(34) by means of a centering and mounting device (44),
c. Mounting a vertically segmented rotor segment (16), which is situated on an adjustable-height
rotary segment carousel (52) on an assembly carriage (38), on a receiving device (48)
of the transfer unit (36) by means of mounting screws (68) and cylinder pins (72),
d. Receiving the rotor segment (16) by means of the receiving device (48) from the
segment carousel (52) of the assembly carriage (38),
e. Pivoting and/or shifting the receiving device (48) with the rotor segment (16),
f. Extending the receiving device (48) of the transfer unit (36) with the rotor segment
(16),
g. Positioning and mounting the rotor segment (16) on the rotor core (12) by means
of mounting screws (54),
h. Closing the upper and lower punch cams,
wherein all the upper and lower punch cams remain in the rotary tablet press (34)
during the segments change.
10. The method according to claim 8 or 9,
characterized in that
upper and lower punch curves on the inside open automatically or manually to remove
and install rotor segments (16) in the area of the rotor segment removal.
11. The method according to claims 8 to 10,
characterized in that
the upper and lower punches (30, 74) are automatically threaded into the upper and
lower punch cams during dismantling and installation of the rotor segments (16).
12. The method according to claims 8 to 11,
characterized in that
the extension or return of the receiving device (48) is implemented by a linear adjusting
movement on the sliding and guiding rails (74), wherein the adjusting movement is
implemented either manually by means of a hand wheel (42) or by automation.
13. The method according to claims 8 to 12,
characterized in that
the mounting of the rotor segments (16) on the rotor core (12) and adjustable-height
rotary segment carousel (52) takes place using the same mounting means (68, 72).
14. The method according to claims 8 to 13,
characterized in that
mounting of the transfer unit (36) on the carrier plate (40) of the rotary tablet
press (34) is provided between a pressure rolling station (86) and a removal device
(88).
1. Système de changement de segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34), comprenant un rotor (10), une unité de transfert (36) et un chariot
de montage (38), dans lequel
- le rotor (10) comprend un noyau de rotor (12) et au moins deux segments de rotor
(16), dans lequel les segments de rotor (16) sont formés par segmentation verticale
du rotor (10) et,
- l'unité de transfert (36) comprend un dispositif de transfert (48) pour le transfert
d'un segment de rotor (16),
caractérisé en ce que
le dispositif de transfert (48) est monté de manière coulissante sur des rails coulissants
et de guidage (74) et peut tourner, l'unité de transfert (36) comprenant un dispositif
de centrage et de fixation (44) au moyen duquel l'unité de transfert (36) peut être
fixée, en position centrale, à un support (40) de la presse rotative (34) et l'unité
de transfert (36) comporte un dispositif de raccordement (46) pour relier l'unité
de transfert (36) au chariot de montage (38) et
- le chariot de montage (38) comprend un dispositif rotatif (52) à segments réglables
en hauteur pour recevoir au moins un segment de rotor (16), le chariot de montage
(38) pouvant être relié à l'unité de transfert (36) au moyen du dispositif de raccordement
(46).
2. Système de changement de segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34) selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les segments de rotor (16) sont centrés et fixés au noyau de rotor (12) de l'extérieur
et le noyau de rotor (12) comporte au moins un guidage (60) pour chaque segment de
rotor (16), au moins un centrage (62), au moins une surface d'appui (64) et/ou quatre
trous filetés (58) pour fixer un segment de rotor (16) segmenté verticalement, les
trous filetés (58) étant reliés par quatre vis de fixation (54).
3. Système de changement de segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34) selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le rotor (10) présente de deux à dix, de préférence quatre à huit et particulièrement
recommandé six segments (16) de rotor.
4. Système de changement de segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34) selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le segment de rotor (16) segmenté verticalement comprend au moins trois parties superposées,
en particulier
a. Un dispositif de guidage (20) pour le poinçon supérieur (50).
b. Une bague intermédiaire (76) pour recevoir et fixer des segments de filière interchangeables
(78) pour la fabrication de comprimés solides ou une bague intermédiaire (80) pour
recevoir et fixer les segments de filière interchangeables avec bride usinée (82)
pour fixer des porte-mandrins centraux (84) pour la fabrication de corps pressés annulaires
c. Un dispositif de guidage (22) pour le poinçon inférieur (30).
5. Système pour changer des segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34) selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
un segment de rotor (16) pour la fixation au dispositif de transfert (48) comporte
trois trous (66) pour recevoir des vis de fixation (68) et deux trous (70) pour recevoir
des axes cylindriques (72), les alésages (66) étant disposés sous le guidage (22)
des poinçons inférieurs (30) et en relation avec des vis de fixation (68) et des broches
cylindriques (72) du dispositif de transfert (48).
6. Système pour changer des segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34) selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les segments de rotor (16) peuvent être fixés au noyau de rotor (12) et au dispositif
rotatif à segments (52) réglable en hauteur au moyen de quatre vis de fixation (54).
7. Système de changement de segments de rotor (16) segmentés verticalement sur une presse
rotative (34) selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de raccordement (46) de l'unité de transfert (36) au chariot de montage
(38) est une fixation rapide qui est formée de crochets (90) sur l'unité (36) et d'évidements
(92) du chariot de montage (38) où les crochets (90) sont en relation avec les évidements
(92).
8. Procédé de retrait de segment
comprenant les étapes consistant à
a. l'ouverture des courbes de poinçonnage supérieure et inférieure dans une position
de démontage,
b. le positionnement d'une unité de transfert (36) sur une plaque support (40) d'une
presse rotative (34) au moyen d'un dispositif de centrage et de fixation (44)
c. une extension d'un dispositif de transfert (48) de l'unité de transfert (36)
d. la fixation d'un segment de rotor segmenté verticalement (16) situé sur un noyau
de rotor (12) à un dispositif de transfert (48) au moyen de vis de fixation (68) et
d'axes cylindriques (72)
e. le desserrage du segment de rotor (16) du noyau du rotor (12) en desserrant les
vis de fixation (54)
f. la rétractation du dispositif de transfert (48) en retirant le segment de rotor
(16),
g. le pivotement et/ou le déplacement du dispositif de transfert (48) avec le segment
de rotor retiré (16),
h. le transfert du segment de rotor enlevé (16) au moyen d'un dispositif de transfert
(48) sur un dispositif rotatif à segment réglable en hauteur (52) d'un chariot de
montage (38),
i. le positionnement et fixation du segment de rotor démonté (16) sur le dispositif
rotatif à segments (52) du chariot de montage (38)
où toutes les courbes de poinçonnage supérieures et inférieures restent dans la presse
rotative (34) pendant le changement de segment.
9. Procédé de mise en place de segment
comprenant les étapes consistant à
a. l'ouverture des courbes de poinçonnage supérieure et inférieure dans une position
de démontage,
b. le positionnement d'une unité de transfert (36) sur une plaque support (40) d'une
presse rotative (34) au moyen d'un dispositif de centrage et de fixation (44)
c. la fixation d'un segment de rotor segmenté verticalement (16) situé sur un dispositif
rotatif à segment réglable en hauteur (52) sur un chariot de montage (38) à un dispositif
de transfert (48) de l'unité de transfert (36) au moyen de vis de fixation (68) et
de broches cylindriques (72)
d. le transfert du segment de rotor (16) au moyen du dispositif de transfert (48)
du dispositif rotatif à segments (52) du chariot de montage (38),
e. le pivotement et/ou le déplacement du dispositif de transfert (48) avec le segment
de rotor (16),
f. l'extension du dispositif de transfert (48) de l'unité de transfert (36) avec le
segment de rotor (16),
g. le positionnement et la fixation du segment de rotor (16) sur le noyau de rotor
(12) à l'aide de vis de fixation (54)
h. la fermeture des courbes de tampon supérieure et inférieure,
où toutes les courbes de poinçonnage supérieures et inférieures restent dans la presse
rotative (34) pendant le changement de segment.
10. Procédure selon la revendication 8 ou 9
caractérisée en ce que
dans la zone de retrait des segments de rotor, des courbes de poinçon interne supérieure
et inférieure pour le retrait et le montage des segments de rotor (16) s'ouvrent manuellement
ou automatiquement.
11. Procédure selon les revendications 8 à 10
caractérisée en ce que
les poinçons supérieur et inférieur (30, 74) se positionnent automatiquement dans
les courbes supérieure et inférieure lors du retrait et du montage des segments rotor
(16).
12. Procédure selon les revendications 8 à 11
caractérisée en ce que
l'extension ou la rétraction du dispositif de transfert (48) s'effectue par un mouvement
de coulissement linéaire sur les rails (74), le mouvement de coulissement étant effectué
soit manuellement par une molette (42) ou automatiquement par un volant de commande
manuel.
13. Procédure selon les revendications 8 à 12,
caractérisée en ce que
les segments de rotor (16) sont fixés au noyau de rotor (12) et au dispositif tournant
à segments rotatifs réglable en hauteur (52) au moyen du même moyen de fixation (68,
72).
14. Procédure selon les revendications 8 à 13,
caractérisée en ce que
l'unité de transfert (36) est fixée sur la plaque support (40) de la presse rotative
(34) entre une station de rouleaux de pression (86) et un dispositif de retrait (88).