[0001] Die Erfindung betrifft einen Knaufzylinder für eine Tür oder ein Fenster, mit einem
Schließzylinder, der einen Schließbart zur Betätigung einer Schließeinrichtung aufweist,
mit einer Handhabe zur Drehbetätigung einer Antriebswelle, wobei eine Bewegungskopplung
der Antriebswelle mit dem Schließbart mittels eines Aktors so steuerbar ist, dass
in einem Sperrzustand des Aktors der Schließbart nicht betätigbar ist und dass in
einem Freigabezustand des Aktors der Schließbart mittels der Handhabe betätigbar ist,
wobei zur Ansteuerung des Aktors eine Steuereinrichtung vorgesehen ist.
[0002] Bei Knaufzylindern der vorstehend genannten Art wird ein Berechtigungssignal zur
Freigabe des Knaufzylinders verwendet. Das Berechtigungssignal wird beispielsweise
von einem mobilen elektronischen Schlüssel in Form eines Transmitters oder Transponders
bereitgestellt und an die Empfangseinheit übertragen. Bei Empfang eines Berechtigungssignals
wird der Aktor in seinen Freigabezustand überführt, sodass eine Drehbetätigung der
Handhabe mittels der Antriebswelle auf den Schließbart übertragbar ist. Der Schließbart
dient dann zum Antrieb weiterer Schlossteile, beispielsweise einer Falle oder eines
Riegels, welche Schlossteile dann so betätigt werden, dass die Tür oder das Fenster
freigegeben wird und geöffnet werden kann.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen möglichst
angriffssicheren Knaufzylinder bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Knaufzylinder der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Handhabe mindestens eine erste Baugruppe umfasst, an welcher
eine zweite Baugruppe lösbar befestigt ist, und dass eine Sensoranordnung zur Detektion
einer Relativbewegung zwischen den Baugruppen vorgesehen ist.
[0006] Der erfindungsgemäße Knaufzylinder ermöglicht es, eine mechanische Manipulation,
welche mit der Veränderung eines Fügezustands unterschiedlicher Baugruppe einhergeht,
zu erfassen. Auf diese Weise ist es möglich, ein Ablösen der zweiten Baugruppe von
der ersten Baugruppe zu detektieren, insbesondere um dann den Aktor so zu deaktivieren,
dass der Schließbart des Schließzylinders nicht mehr betätigbar ist, auch dann nicht,
wenn Teile der ersten Baugruppe freigelegt sind und ihrerseits mechanisch oder elektronisch
manipuliert werden.
[0007] Vorzugsweise ist die erste Baugruppe drehfest mit der Antriebswelle verbunden. Die
erste Baugruppe umfasst vorzugsweise ferner zumindest einen Außenteil der Steuereinrichtung
und/oder eine Empfangseinheit zum Empfang eines Berechtigungssignals und/oder eine
Batterie.
[0008] Die zweite Baugruppe umfasst vorzugsweise eine Kappe, welche einen Kappeninnenraum
begrenzt. Der Kappeninnenraum dient vorzugsweise zur Anordnung der ersten Baugruppe,
insbesondere der vorstehend genannten Bauteile der ersten Baugruppe.
[0009] Nach einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Sensoranordnung einen Kontaktschalter,
welcher zwischen den relativ zueinander bewegbaren Baugruppen wirksam ist. Beispielsweise
ist der Kontaktschalter mit einer der Baugruppen verbunden und wirkt über eine Kontaktfläche
mit einem Bauteil der anderen Baugruppe zusammen. Bei Veränderung des Fügezustands
bewegt sich die Kontaktfläche, sodass der Kontaktschalter ausgehend von einem Ausgangszustand
in einen veränderten Zustand überführt wird.
[0010] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die Sensoranordnung mindestens
ein insbesondere elektrisches Kontaktelement, welches mit einer der Baugruppen fest
verbunden und mit der anderen Baugruppe in Anlagekontakt steht. Vorzugsweise liegt
das Kontaktelement unter Vorspannung an der anderen Baugruppe an. Wenn beispielsweise
die zweite Baugruppe von der ersten Baugruppe entfernt wird, verbleibt das Kontaktelement
aufgrund seiner Vorspannung im Zuge des Entfernens der zweiten Baugruppe zumindest
für eine kurze Übergangszeit in Kontakt mit der zweiten Baugruppe, sodass zumindest
in einer Anfangsphase des Entfernens der zweiten Baugruppe von der ersten Baugruppe
ein veränderter Fügezustand erfasst werden kann.
[0011] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind zwei Kontaktelemente vorgesehen,
wobei zumindest eine der Baugruppen in einem ersten Fügezustand mit der anderen Baugruppe
als elektrischer Leiter zwischen den Kontaktelement wirksam ist und in einem zweiten
Fügezustand als Isolator zwischen den Kontaktelementen wirksam ist. Bei den ersten
Fügezustand kann es sich um einen vollständig gefügten Zustand der beiden Baugruppen
handeln und bei dem zweiten Fügezustand um einen Zustand, in welchem die zweite Baugruppe
relativ zu dem ersten Fügezustand geringfügig versetzt angeordnet ist, jedoch noch
nicht vollständig von der ersten Baugruppe getrennt ist. Alternativ hierzu entspricht
der zweite Fügezustand dem vollständig miteinander gefügten Zustand der Baugruppen,
während der erste Fügezustand dem Zustand entspricht, in welchem die zweite Baugruppe
relativ zu dem ersten Fügezustand geringfügig versetzt angeordnet ist, jedoch noch
nicht vollständig von der ersten Baugruppe getrennt ist.
[0012] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Sensoranordnung ein ringförmiges Isolierelement
umfasst, welches mit einer der Baugruppen verbunden ist. Dies ermöglicht es, in Verbindung
mit mindestens einem Kontaktelement, ein Abheben der zweiten Baugruppe, insbesondere
einer Kappe, von der ersten Baugruppe zu erfassen, ohne dass es dabei auf eine Drehstellung
der Baugruppen relativ zueinander ankommt.
[0013] Bevorzugt ist es ferner, wenn der Aktor mittels eines Innenteils der Steuereinrichtung
ansteuerbar ist und wenn eine Erfassung einer Relativbewegung der Baugruppen die Übermittlung
eines Sperrsignals von einem innerhalb der Handhabe angeordneten Außenteil an den
Innenteil der Steuereinrichtung auslöst, um den Aktor in dessen Sperrzustand zu deaktivieren.
Auf diese Weise ist gewährleistet, dass nach einem nicht autorisierten Entfernen der
zweiten Baugruppe und Zugängigkeit der ersten Baugruppe eine weitere Manipulation
der Bauteile der ersten Baugruppe (beispielsweise eine Fremdbestromung) nicht dazu
führt, dass der Aktor unberechtigter Weise in seinen Freigabezustand überführbar ist.
[0014] Eine mögliche Bedingung zur Aufhebung der Deaktivierung des Aktors in dessen Sperrzustand
kann darin bestehen, dass die Sensoranordnung einen Zustand erfasst, in welchem die
Baugruppen vollständig miteinander verbunden sind. Mit anderen Worten: eine Überführungsmöglichkeit
des Aktors in seinen Freigabezustand setzt voraus, dass die Baugruppen der Handhabe
vollständig miteinander verbunden sind.
[0015] Zusätzlich oder alternativ hierzu kann eine Bedingung für die Aufhebung der Deaktivierung
des Aktors in dessen Sperrzustand darin bestehen, dass ein Berechtigungssignal bereitgestellt
ist, vorzugsweise mittels eines elektronischen Schlüssels, auch Transponder genannt.
Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Service-Transponder handeln, welcher
ausschließlich dann eingesetzt wird, wenn die Sensoranordnung eine Relativbewegung
zwischen den Baugruppen erfasst hat.
[0016] Es ist möglich, dass der Aktor ein Verriegelungselement aufweist, welches in dem
Freigabezustand des Aktors nicht wirksam ist, also eine Drehbewegung der Antriebswelle
und die Übertragung einer Drehbewegung von der Handhabe auf den Schließbart nicht
blockiert. In einem Sperrzustand eines solchen Aktors wirkt dessen Verriegelungselement
als Drehsperre, welche die Antriebswelle in Drehrichtung blockiert. Für eine Bedienperson
wirkt sich das an der Handhabe so aus, dass die Handhabe infolge der Sperrung durch
das Verriegelungselement des Aktors in Drehrichtung blockiert ist und nicht verdreht
werden kann.
[0017] Es ist aber auch möglich, dass der Aktor eine Kupplung umfasst, welche in einem Freigabezustand
des Aktors geschlossen ist, sodass eine Drehbewegung der Handhabe über die Antriebswelle
und die geschlossene Kupplung auf den Schließbart übertragen wird. In einem Sperrzustand
eines solchen Aktors ist dessen Kupplung geöffnet, sodass eine Drehbewegung der Handhabe
zwar möglich ist, infolge der offenen Kupplung aber nicht auf den Schließbart übertragen
wird; die Handhabe dreht also "ins Leere".
[0018] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung
und der zeichnerischen Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels.
[0019] In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Ausführungsform eines Knaufzylinders;
- Fig. 2
- eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, wobei Teile des Knaufzylinders geschnitten
dargestellt sind;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht des Knaufzylinders.
[0020] Eine Ausführungsform eines Knaufzylinders ist der Zeichnung dargestellt und dort
insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet. Der Knaufzylinder 10 dient in an sich
bekannter Art und Weise dazu, den Öffnungszustand einer Tür oder eines Fensters zu
kontrollieren.
[0021] Der Knaufzylinder 10 umfasst einen Schließzylinder 12, der einen Schließbart 14 zur
Betätigung einer an sich bekannten und daher nur schematisch dargestellten Schließeinrichtung
16 umfasst. Bei der Schließeinrichtung 16 handelt es sich beispielsweise um einen
Wechsel, welcher seinerseits einen Riegel betätigt.
[0022] Zur Betätigung des Schließbarts 14 ist eine Antriebswelle 18 vorgesehen, welche mittels
einer Handhabe 20 drehbetätigbar ist. Bei der Handhabe 20 handelt es sich insbesondere
um einen Knauf 22.
[0023] Der Knaufzylinder 10 umfasst außerdem einen an sich bekannten und daher nicht dargestellten
Aktor mit einem Stellelement. Das Stellelement ist beispielsweise in Form einer Kupplung
ausgebildet, welche öffen- und schließbar ist. In einem geöffnetem Zustand der Kupplung
wird die Übertragung einer Drehbewegung eines außenliegenden Antriebswellenabschnitts
der Antriebswelle 18 auf einen weiter innen liegenden Antriebswellenabschnitt verhindert,
sodass eine Drehbewegung der Handhabe 20 nicht zu einer Verdrehung des weiter innen
liegenden Antriebswellenabschnitts und zu einer entsprechenden Bewegung des Schließbarts
14 führt. Dies entspricht dem Sperrzustand des Aktors.
[0024] Der Freigabezustand des Aktors bei Ausbildung des Stellelements als Kupplung wird
dadurch erreicht, dass die Kupplung geschlossen wird, sodass die beiden Antriebswellenabschnitte
miteinander drehfest verbunden sind und eine Drehbewegung der Handhabe 20 über den
außenliegenden Antriebswellenabschnitt, die Kupplung und den Antriebswellenabschnitt
auf den Schließbart 14 übertragen wird.
[0025] Bei dem Stellelement kann es sich bei einer alternativen Ausführungsform um einen
mechanischen Riegel handeln, welcher in einem Sperrzustand eine Drehbewegung der Antriebswelle
18 verhindert. Hierdurch ist die Handhabe 20 in Drehrichtung blockiert, und der Schließbart
14 ist nicht betätigbar. Durch Entriegelung des Stellelements mittels des Aktors kann
diese Blockierung aufgehoben werden, sodass der Aktor seinen Freigabezustand einnimmt
und eine Drehbewegung der Handhabe 20 mittels der Antriebswelle 18 auf den Schließbart
14 übertragbar ist.
[0026] Zur Steuerung des Sperr- bzw. Freigabezustands wird in an sich bekannter Weise ein
Berechtigungssignal verwendet, welches von einem Transponder-Schlüssel bereitgestellt
wird.
[0027] Die Handhabe 20 und der Schließzylinder 12 erstrecken sich entlang einer zentralen
Achse 24, welche mit der Drehachse der Antriebswelle 18 identisch ist. Die nachfolgend
beschriebenen Bauteile der Handhabe 20 sind konzentrisch zu der zentralen Achse 24
angeordnet.
[0028] Die Handhabe 20 umfasst eine erste Baugruppe 26 zur Anordnung innerhalb einer zweiten
Baugruppe 28.
[0029] Die zweite Baugruppe 28 umfasst eine Kappe 30, welche hohlzylindrisch ausgebildet
ist und einen Kappeninnenraum 32 zur Anordnung der ersten Baugruppe 26 aufweist. Die
Kappe 30 weist einen metallischen, zylindrischen Mantel 34 sowie einen kreisförmigen
oder in etwa kreisförmigen Deckel 36 auf. Ferner ist benachbart zu den Deckel 36 in
dem Kappeninnenraum 32 ein ringförmiges Isolierelement 38 angeordnet, welches sich
entlang der Innenseite des metallischen Mantels 34 erstreckt.
[0030] Auf der dem Deckel 36 abgewandten Seite weist der Mantel 34 im Bereich seiner Berandung
ein Innengewinde 40 auf. Ferner sind auf der dem Deckel 36 abgewandten Seite des Mantels
34 sich parallel zu der zentralen Achse 24 erstreckende Nuten 42 vorgesehen, welche
gemeinsam mit Vorsprüngen 44 (nur in Figur 3 dargestellt) eine Verdrehsicherung zwischen
den Baugruppen 26 und 28 relativ zu der zentralen Achse 24 bereitstellen.
[0031] Die zweite Baugruppe 26 umfasst ein Gehäuse 46, welches zur Anordnung nachfolgend
beschriebener Bauteile dient.
[0032] Die Baugruppe 26 umfasst eine Batterie 48, eine Empfangseinheit 50 sowie ein Außenteil
52 einer Steuereinrichtung 54 (vergleiche Figur 3).
[0033] Der Außenteil 52 der Steuereinrichtung 54 kommuniziert mit einem nur in Figur 3 dargestellten
Innenteil 56 der Steuereinrichtung 54, beispielsweise über Funk oder mittels einer
in Figur 3 angedeuteten Kommunikationsleitung 58. Die Grenze zwischen einem Innenbereich
60 und einem Außenbereich 62 des Knaufzylinders ist durch eine Ebene 64 definiert,
welche konstruktiv durch ein an sich bekanntes und daher nicht dargestelltes Bohrschutzelement
realisiert ist.
[0034] Der Innenteil 56 steuert den eingangs genannten Aktor und dessen Sperr- beziehungsweise
Freigabezustand.
[0035] Die erste Baugruppe 26 umfasst ferner zwei Kontaktelemente 66 und 68, welche elektrisch
mit dem Außenteil 52 der Steuereinrichtung 54 verbunden sind und zur Anlage gegen
eine den Kappeninnenraum 32 begrenzende Wandung 70 der Kappe 30 ausgebildet sind.
[0036] Die Kontaktelemente 66 und 68 der ersten Baugruppe 26 und eine Kontaktfläche 72 der
Wandung 70 des Mantels 34 sowie das Isolierelement 38 bilden gemeinsam eine Sensoranordnung
74 zur Detektion einer Relativbewegung zwischen den Baugruppen 26 und 28.
[0037] Zur Montage der Handhabe 20 wird die erste Baugruppe 26 in den Kappeninnenraum 32
der zweiten Baugruppe 28 eingebracht und mittels der Vorsprünge 44 beziehungsweise
Nuten 42 in Drehrichtung fixiert. Diese Vormontagegruppe wird mit einer Schraubmutter
76, welche ein Außengewinde 78 aufweist, verschraubt.
[0038] Ferner wird ein Verbindungsbereich 80 des Gehäuses 46 mit einem Verbindungsbereich
82 der Antriebswelle 18 in Drehrichtung formschlüssig verbunden (vorzugsweise mittels
einer Steckverbindung), sodass die erste Baugruppe 26 und die Antriebswelle 18 drehfest
miteinander verbunden sind. Zur Sicherung der ersten Baugruppe 26 in zu der zentralen
Achse 24 paralleler Richtung an der Antriebswelle 18 kann beispielsweise ein (nicht
dargestellter) Sicherungsstift vorgesehen sein, welcher mit dem Verbindungsbereich
80 des Gehäuses 46 und einer Stiftaufnahme 84 des Verbindungsbereichs 82 der Antriebswelle
18 zusammenwirkt.
[0039] In einem Zustand, in welchem die Baugruppen 26 und 28 vollständig miteinander gefügt
sind, hat lediglich ein erstes Kontaktelement 66 elektrischen Kontakt mit der Kontaktfläche
72 des metallischen Mantels 34. Das zweite Kontaktelement 68 liegt an der Wandung
der Kappe 30 an, jedoch im Bereich des Isolierelements 38, sodass eine elektrische
Verbindung zwischen dem Außenteil 52 der Steuereinrichtung 54, dem zweiten elektrischen
Kontakt 68 und dem metallischen Mantel 34 mittels des Isolierelements unterbrochen
ist.
[0040] Im Zuge einer Manipulation der Handhabe 20 kann beispielsweise versucht werden, die
Kappe 30 von der ersten Baugruppe 26 zu entfernen. Unabhängig davon, ob das Entfernen
der Kappe 30 mit einer Drehbewegung der Kappe 30 um die Zentralachse 34 einhergeht
(bspw. durch gewaltsames Aufbrechen der Verbindung zwischen Vorsprüngen 44 und Nuten
42) oder nicht, wird die Kappe 30 jedenfalls auch entlang der zentralen Achse 24 bewegt,
und zwar von dem Schließzylinder 12 weg. Hierdurch gelangt das zweite Kontaktelement
68 in Anlagekontakt mit der metallischen Kontaktfläche 72 des Mantels 34, sodass zumindest
für einen kurzen Übergangszustand sowohl das erste Kontaktelement 66 als auch das
zweite Kontaktelement 68 elektrisch mit dem Mantel 34 verbunden sind und ein Stromkreis
mit dem Außenteil 52 geschlossen wird. Dieser Zustand wird von dem Außenteil 52 der
Steuereinrichtung erfasst, und es wird ein Sperrsignal an den Innenteil 56 der Steuereinrichtung
54 gesendet. Dieses Sperrsignal bewirkt eine Deaktivierung des Aktors in dessen Sperrzustand,
sodass eine Bewegung des Schließbarts 14 ausgeschlossen werden kann, auch dann, wenn
nach Freilegung der Bauteile der ersten Baugruppe 26 diese Bauteile manipuliert werden,
beispielsweise durch Fremdbestromung.
[0041] Die Aufhebung der Deaktivierung des Aktors in dessen Sperrzustand (also die Möglichkeit,
den Aktor ausgehend aus dem Sperrzustand in den Freigabezustand zu überführen) ist
vorzugsweise an die nachfolgenden Bedingungen geknüpft, welche insbesondere gleichzeitig
erfüllt sein sollen:
- 1. Die Sensoreinrichtung 74 erfasst einen vollständig miteinander verbundenen Zustand
der Baugruppen 26 und 28 (d.h. es ein elektrischer Kontakt zwischen dem zweiten Kontaktelement
68 und der Kontaktfläche 72 des Mantels 34 liegt nicht vor und der Stromkreis zwischen
dem Außenteil 52 und dem Mantel 34 ist unterbrochen);
- 2. Die Empfangseinheit 50 empfängt ein Berechtigungssignal (hierbei kann es sich um
ein spezielles Signal handeln, das von einem Service-Transponder bereitgestellt ist
und/oder um das Berechtigungssignal, welches von einem Transponder-Schlüssel eines
zum Öffnen des Knaufzylinders befugten Person bereitgestellt wird, welcher auch für
die normale Nutzung zur Steuerung des Aktors verwendet wird).
[0042] Der vorstehend genannte Service-Transponder kann auch dann eingesetzt werden, wenn
die Batterie 48 ausgetauscht und verhindert werden soll, dass der Aktor in seinem
Sperrzustand deaktiviert wird.
[0043] Alternativ zu der in der Zeichnung dargestellten Sensoranordnung 74 ist es auch möglich,
einen mechanischen Kontaktschalter zu verwenden, welcher beispielsweise an der ersten
Baugruppe 26 angeordnet ist und mit einer Nocke zusammenwirkt, welche an der Wandung
70 des Mantels 34 vorgesehen ist. In diesem Fall entsprechen unterschiedliche mechanische
Schaltzustände des Kontaktschalters unterschiedlichen Fügezuständen der Baugruppen
26 und 28.
[0044] Ferner ist es möglich, dass ein vorstehend beschriebener Kontaktschalter oder mindestens
ein elektrisches Kontaktelement 66, 68 in axialer Richtung, also parallel zu der zentralen
Achse 24, wirksam ist, beispielsweise an der ersten Baugruppe 26 befestigt ist und
mit dem Deckel 36 und/oder der Mutter 76 der zweiten Baugruppe 28 zusammenwirkt. Auf
diese Weise ergibt sich eine besonders hohe Empfindlichkeit, mit welcher ein Entfernen
der Kappe 30 von der ersten Baugruppe 26 in zu der zentralen Achse 24 paralleler Richtung
erfasst werden kann.
[0045] Bei der Fertigung eines Knaufzylinders 10 erhalten der Außenteil 52 und der Innenteil
56 der Steuereinrichtung 54 einen gemeinsamen Pairing-Schlüssel. Damit bilden die
beiden Teile 52 und 56 der Steuereinrichtung 54 eine Einheit, bei der es nicht möglich
ist, eines der Teile 52 oder 56 unter Beibehaltung des anderen Teils 56 oder 52 auszutauschen.
[0046] Zu einem beliebigen Zeitpunkt (kann auch zeitversetzt vor einem Manipulationsversuch
liegen) erzeugt der Innenteil 56 eine Zufallszahl und schickt diese zusammen mit einer
beiden Teilen 52 und 56 bekannten Sequenz (z.B. einer Seriennummer) mit dem Pairing-Schlüssel
verschlüsselt an den Außenteil 52. Der Außenteil 52 sendet die Zufallszahl dann in
Verbindung mit einem Entsperrsignal an den Innenteil 56. Der Innenteil 56 erkennt
an der Identität der Zufallszahl mit der lokal in dem Innenteil 56 hinterlegten Zufallszahl,
dass es sich um ein legitimiertes Entsperrsignal handelt.
[0047] Der Zweck der Zufallszahl, die von dem Innenteil 56 zum Außenteil 52 gesendet wird,
liegt also darin, dass ein Entsperrsignal, das von außen eingespeist wird, um die
Zufallszahl erweitert wird und somit einmalig ist. Da der Innenteil 56 dem Außenteil
52 eine nur diesen beiden Komponenten bekannte Zufallszahl übermittelt und da das
später versendete Entsperrsignal dann um die Zufallszahl erweitert ist, ist ein manipulativ
eingebrachtes Signal ungeeignet, die Entsperrung zu bewirken, da der Innenteil 56
das Fehlen der Zufallszahl erkennt. Die Zufallszahl sorgt also dafür, dass das Entsperrsignal
nicht manipulativ bereitgestellt werden kann.
1. Knaufzylinder (10) für eine Tür oder ein Fenster, mit einem Schließzylinder (12),
der einen Schließbart (14) zur Betätigung einer Schließeinrichtung (16) aufweist,
mit einer Handhabe (20) zur Drehbetätigung einer Antriebswelle (18), wobei eine Bewegungskopplung
der Antriebswelle (18) mit dem Schließbart (14) mittels eines Aktors so steuerbar
ist, dass in einem Sperrzustand des Aktors der Schließbart (14) nicht betätigbar ist
und dass in einem Freigabezustand des Aktors der Schließbart (14) mittels der Handhabe
betätigbar ist, wobei zur Ansteuerung des Aktors eine Steuereinrichtung (54) vorgesehen
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (20) mindestens eine erste Baugruppe (26) umfasst, an welcher eine zweite
Baugruppe (28) lösbar befestigt ist, und dass eine Sensoranordnung (74) zur Detektion
einer Relativbewegung zwischen den Baugruppen (26, 28) vorgesehen ist.
2. Knaufzylinder (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Baugruppe (26) drehfest mit der Antriebswelle (18) verbunden ist.
3. Knaufzylinder (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Baugruppe (28) einen Kappe (30) umfasst, welche einen Kappeninnenraum
(32) begrenzt.
4. Knaufzylinder (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung (74) einen Kontaktschalter umfasst, welcher zwischen den relativ
zueinander bewegbaren Baugruppen (26, 28) wirksam ist.
5. Knaufzylinder (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung (74) mindestens ein Kontaktelement (66, 68) umfasst, welches
mit einer der Baugruppen (26, 28) fest verbunden und mit der anderen Baugruppe (28,
26) in Anlagekontakt steht.
6. Knaufzylinder (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Kontaktelemente (66, 68) vorgesehen sind und dass zumindest eine der Baugruppen
(28) in einem ersten Fügezustand mit der anderen Baugruppe (26) als elektrischer Leiter
zwischen den Kontaktelementen (66, 68) wirksam ist und in einem zweiten Fügezustand
als Isolator zwischen den Kontaktelementen (66, 68) wirksam ist.
7. Knaufzylinder (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung (74) ein ringförmiges Isolierelement (38) umfasst, welches mit
einer der Baugruppen (28) verbunden ist.
8. Knaufzylinder (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor mittels eines Innenteils (56) der Steuereinrichtung (54) ansteuerbar ist
und dass eine Erfassung einer Relativbewegung der Baugruppen (26, 28) die Übermittlung
eines Sperrsignals von einem innerhalb der Handhabe (20) angeordneten Außenteil (52)
an den Innenteil (56) der Steuereinrichtung (54) auslöst, um den Aktor in dessen Sperrzustand
zu deaktivieren.
9. Knaufzylinder (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufhebung der Deaktivierung bedingt, dass die Sensoranordnung einen Zustand
erfasst, in welchem die Baugruppen (26, 28) vollständig miteinander verbunden sind.
10. Knaufzylinder (10) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufhebung der Deaktivierung bedingt, dass ein Berechtigungssignal bereitgestellt
ist, vorzugsweise mittels eines elektronischen Schlüssels.