[0001] Die Erfindung betrifft einen Schuhsohlenverbund, damit aufgebautes Schuhwerk sowie
ein Verfahrung zur Herstellung von solchem Schuhwerk.
[0002] Die Notwendigkeit, sich alternativ entweder für einen wasserdichten, jedoch Schwitzfeuchtigkeit
stauenden oder für einen für Schwitzfeuchtigkeit durchlässigen jedoch auch wasserdurchlässigen
Schuhbodenaufbau entscheiden zu müssen, besteht nicht mehr, seit es Schuhbodenaufbauten
gibt, die trotz Wasserdampfdurchlässigkeit wasserdicht sind, und zwar aufgrund der
Verwendung einer perforierten oder mit Durchbrechungen versehenen Laufsohle und einer
darüber angeordneten wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen Funktionsschicht, beispielsweise
in Form einer Membran. Beispiele zeigen die Dokumente
EP 0 275 644 A2,
EP 0 382 904 A2,
EP 1 506 723 A2,
EP 0 858 270 B1,
DE 100 36 100 C1,
EP 959704 B1,
WO 2004/028 284 A1,
DE 20 2004 08539 U1 und
WO 2005/065479 A1
[0003] Da der menschliche Fuß eine starke Schwitzneigung hat, geht das Bestreben der vorliegenden
Erfindung dahin, Schuhwerk verfügbar zu machen, das einen Schuhbodenaufbau mit einer
besonders hohen Wasserdampfdurchlässigkeit aufweist, ohne dessen Stabilität zu stark
zu beeinträchtigen.
[0004] Bei Schuhwerk mit einer Laufsohle mit klein bemessenen Durchbrechungen gemäß
EP 0 382 904 A2 kann man zwar eine ausreichende Stabilität des Sohlenaufbaus mit normal steifem Laufsohlenmaterial
erreichen, allerdings bei nur mäßiger Wasserdampfdurchlässigkeit des Schuhbodens.
[0005] Sohlenaufbauten gemäß
EP 959 704 B1 und
WO 2004/028 284 A1, die zugunsten einer höheren Wasserdampfdurchlässigkeit eine Laufsohle aufweisen,
die neben einer Anzahl separater Laufsohlenstollen im wesentlichen nur aus einem Umfangsrahmen
besteht für die Einfassung von wasserdampfdurchlässigem Material, welches eine darüber
befindliche Membran vor dem Hindurchtreten von Fremdkörpern wie kleinen Steinchen
schützen soll, jedoch selbst nicht sonderlich stabil ist, erbringen nicht einen Grad
an Stabilisierung des Sohlenaufbaus, wie er für viele Schuhwerkarten erwünscht ist.
Die Laufsohle in der
WO 2004/028284 A1 wird aus dem Umfangsrahmen und einer Vielzahl von Laufsohlenstollen, die sich innerhalb
des Umfangsrahmens über die Unterseite der Sohle verteilen, gebildet.
[0006] Ähnlich verhält es sich bei Sohlenaufbauten gemäß
DE 20 2004 08539 U1 und
WO 2005/065479 A1, bei welchen in großflächige Durchbrechungen der Laufsohle wasserdichte, wasserdampfdurchlässige
Einsätze eingesetzt sind, die eine die jeweilige Durchbrechung wasserdicht abdeckende
Membran und darunter ein als Schutz der Membran gegen das Hineindrücken von Fremdkörpern
dienendes Lamellengitter aufweisen. Da sowohl die Membran als auch das Lamellengitter
aus relativ weichem Material bestehen, sodass sie zur Stabilisierung des Sohlenaufbaus
kaum einen Beitrag leisten können, ist an den Stellen der großflächigen Durchbrechungen
die Stabilität des Sohlenaufbaus geschwächt.
[0007] Eine bessere Stabilisierung des Schuhbodenaufbaus ist bei einem Sportschuh gemäß
DE 100 36 100 C1, dessen Laufsohle aus Laufsohlenteilen mit großflächigen Durchbrechungen gebildet
ist, dadurch erreicht worden, dass die Laufsohlenteile an der Unterseite einer aus
druckfestem Kunststoff bestehenden Trägerschicht angeordnet sind, die an den Stellen,
die über den großflächigen Durchbrechungen der Laufsohlenteile liegen, mit gitterartigen
Öffnungen versehen ist und somit wie die Laufsohlenteile wasserdampfdurchlässig ist.
Zwischen der Trägerschicht und einer darüber befindlichen, zum Zweck von Wasserdampfdurchlässigkeit
mit Durchgangslöchern versehenen Innensohle ist eine Membran angeordnet, mit der nicht
nur Wasserdichtigkeit bei Wasserdampfdurchlässigkeit ereicht werden soll sondern die
auch verhindern soll, dass kleine Steinchen, welche die Gitteröffnungen der Trägerschicht
nicht abhalten können, in den Schuhinnenraum eindringen. Die durch mechanische Einwirkungen
leicht verletzliche Membran soll also einen Schutz bieten, den sie eigentlich selbst
benötigt.
[0008] Andere Lösungen, beispielsweise gemäß
EP 1 506 723 A2 und
EP 0 858 270 B1, sehen unterhalb der Membran eine Schutzschicht als Schutz gegen das Vordringen von
durch eine perforierte Laufsohle gelangten Fremdkörpern wie Steinchen zu der Membran
vor.
[0009] Bei Ausführungsformen der
EP 1 506 723 A2 sind die Membran und die Schutzschicht mittels einer Punktklebung, d.h. mittels eines
als Punktmatrix aufgebrachten Klebstoffmusters, miteinander verbunden. Nur der nicht
von Klebstoff bedeckte Flächenanteil der Membran steht für einen Wasserdampftransport
noch zur Verfügung. Dabei bilden die Membran und die Schutzschicht einen Klebeverbund,
der entweder mit einer Laufsohle einen Sohlenverbund bildet, der als solcher an dem
Schaftboden des Schuhwerks befestigt wird, oder einen Teil des Schaftbodens bildet,
an dem dann nur noch eine Laufsohle zu befestigen ist.
[0010] Bei einer anderen Ausführungsform der
EP 1 506 723 A2 ist die Laufsohle dickenmäßig zweigeteilt, sind beide Laufsohlenlagen mit miteinander
fluchtenden Perforationen relativ kleinen Durchmessers versehen und ist die Schutzschicht
zwischen den beiden Laufsohlenlagen angeordnet. Die Membran befindet sich beim fertigen
Schuhwerk auf der Oberseite dieser Laufsohle. Da nur der Perforationsflächenanteil
dieser Laufsohle für einen Wasserdampfdurchgang zur Verfügung steht, kann sich nur
ein entsprechend kleiner Anteil der Membranfläche für den Wasserdampfdurchgang auswirken.
Außerdem hat sich erwiesen, dass stehende Luftvolumina den Wasserdampftransport behindern.
Solche stehenden Luftvolumina bilden sich in den Perforationen dieser Laufsohle und
deren Beseitigung durch Luftzirkulation durch die Laufsohle hindurch wird durch die
Schutzschicht beeinträchtigt. Zu dem Effekt, dass diejenigen Flächenanteile der Membran,
die außerhalb der Perforationen der Laufsohle liegen und einen beträchtlichen Anteil
der Membrangesamtfläche ausmachen, sich hinsichtlich des Wasserdampftransports nicht
auswirken können, kommt somit noch hinzu, dass sich auch die den Perforationen gegenüberliegenden
Flächenanteile der Membran hinsichtlich des Wasserdampftransports nur eingeschränkt
auswirken können.
[0011] Es ist heutzutage bei der Herstellung von Schuhwerk gängige Arbeitsteilung, dass
ein Hersteller den Schuhschaft herstellt und ein anderer Hersteller für die Herstellung
der zugehörigen Schuhsohle oder des zugehörigen Schuhsohlenverbunds oder für deren
Anspritzen an den Schuhschaft zuständig ist. Da die Hersteller für Schuhsohlen üblicherweise
weniger für den Umgang mit wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen Membranen ausgerüstet
und erfahren sind, sind Schuhbodenkonzepte anstrebenswert, bei welchen der Schuhsohlenverbund
als solcher frei von einer Membran ist und die Membran einen Teil des Schaftbodens
bildet, an dem der Schuhsohlenverbund angeordnet wird.
[0012] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Schuhwerk, das einen Schuhbodenaufbau
mit dauerhafter Wasserdichtigkeit und mit einer besonders hohen Wasserdampfdurchlässigkeit
aufweist, vorzugsweise unter Erlangung einer möglichst hohen Stabilität des Schuhbodenaufbaus,
einen dafür geeigneten Schuhsohlenverbund sowie ein Verfahren zur Herstellung von
Schuhwerk verfügbar zu machen.
[0013] Zur Lösung dieser Aufgabe macht die Erfindung verfügbar einen wasserdampfdurchlässigen
Schuhsohlenverbund gemäß Anspruch 1, Schuhwerk gemäß Patentanspruch 92 und ein Verfahren
zur Herstellung von Schuhwerk gemäß Patentanspruch 102. Weiterbildungen dieser Gegenstände
sind in den je zugehörigen abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0014] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird ein wasserdampfdurchlässiger Schuhsohlenverbund
mit einer Oberseite verfügbar gemacht, der mindestens eine sich durch die Schuhsohlenverbunddicke
hindurch erstreckende Durchbrechung aufweist. Es ist eine Barriereeinheit vorgesehen
mit einer mindestens teilweise die Oberseite des Schuhsohlenverbundes bildenden Oberseite
und mit einem als Barriere gegen ein Hindurchdrücken von Fremdkörpern ausgebildeten
wasserdampfdurchlässigen Barrierematerial, mittels welchem die mindestens eine Durchbrechung
in wasserdampfdurchlässiger Weise verschlossen ist. Dem Barrierematerial ist eine
für eine mechanische Stabilisierung des Schuhsohlenverbundes ausgebildete Stabilisierungseinrichtung
zugeordnet, die mit mindestens einem Stabilisierungssteg aufgebaut ist, der mindestens
auf einer Oberfläche des Barrierematerials angeordnet ist und die mindestens eine
Durchbrechung wenigstens teilweise überquert.
[0015] Unterhalb der Barriereeinheit ist mindestens ein Laufsohlenteil angeordnet. Unterhalb
der Barriereeinheit bedeutet, dass das mindestens eine Laufsohlenteil an der Oberfläche
der Barriereeinheit angeordnet ist, die zum Boden oder Untergrund weist. Damit wird
erreicht, dass nur das mindestens eine Laufsohlenteil die Funktion des Laufens oder
Stehens des Sohlenverbundes übernimmt. Das mindestens eine Laufsohlenteil ist derart
an der Barriereeinheit anzuordnen, dass sich in der mindestens einen Durchbrechung
keine Laufsohlenteile befinden. Da die Barriereeinheit nicht bzw. nicht signifikant
die den Untergrund berührende Lage im Schuhsohlenverbund darstellt, ist es möglich,
diese im Hinblick auf ihre stabilisierenden Eigenschaften wie Steifigkeit und Torsionssteifigkeit
hin zu optimieren. Im Vergleich dazu kann die Laufsohle in Hinblick auf ihre Laufsohlenfunktion
hin optimiert werden, beispielsweise kann ein Material gewählt werden mit geringem
Abrieb und hoher Haftung.
[0016] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist ein Barrierematerial ein Faserverbund
mit mindestens zwei Faserkomponenten, die sich hinsichtlich ihrer Schmelztemperatur
unterscheiden. Dabei weist mindestens ein Teil einer ersten Faserkomponente eine erste
Schmelztemperatur und einen darunter liegenden ersten Erweichungstemperaturbereich
auf und mindestens ein Teil einer zweiten Faserkomponente weist eine zweite Schmelztemperatur
und einen darunter liegenden zweiten Erweichungstemperaturbereich auf. Die erste Schmelztemperatur
und der erste Erweichungstemperaturbereich sind höher als die zweite Schmelztemperatur
und der zweite Erweichungstemperaturbereich. Der Faserverbund ist infolge thermischer
Aktivierung der zweiten Faserkomponente mit einer im zweiten Erweichungstemperaturbereich
liegenden Klebeerweichungstemperatur thermisch verfestigt unter Aufrechterhaltung
von Wasserdampfdurchlässigkeit im thermisch verfestigten Bereich.
[0017] Unter der Schmelztemperatur versteht man auf dem Gebiet der Polymer- bzw. Faserstrukturen
einen schmalen Temperaturbereich, in dem die kristallinen Bereiche der Polymer- bzw.
Faserstruktur aufschmelzen und das Polymer in den flüssigen Zustand übergeht. Er liegt
über dem Erweichungstemperaturbereich und ist eine wesentliche Kenngröße für teilkristalline
Polymere. Unter dem Erweichungstemperaturbereich versteht man auf dem Gebiet der Synthesefasern
einen vor dem Erreichen des Schmelzpunktes auftretenden Temperaturbereich von unterschiedlicher
Bandbreite, bei welchem eine Erweichung jedoch noch kein Schmelzen auftritt.
[0018] Diese Eigenschaft wird bei dem Barrierematerial dahin gehend ausgenutzt, dass für
die beiden Faserkomponenten des Faserverbundes eine solche Materialauswahl erfolgt,
dass die erfindungsgemäßen Verhältnisse hinsichtlich der Schmelztemperaturen und Erweichungstemperaturbereiche
für die beiden Faserkomponenten erfüllt sind, und für die thermische Verfestigung
eine Temperatur gewählt wird, welche für die zweite Faserkomponente eine Klebeerweichungstemperatur
darstellt, bei welcher es zu einer Erweichung der zweiten Faserkomponente kommt, bei
welcher deren Material Klebewirkung entfaltet, derart, dass mindestens ein Teil der
Fasern der zweiten Faserkomponente miteinander soweit durch Verklebung thermisch verfestigt
wird, dass es zu einer Verfestigungsstabilisierung des Faserverbundes kommt, die über
derjenigen Verfestigung liegt, die man bei einem Faserverbund mit den gleichen Materialien
für die beiden Faserkomponenten durch eine rein mechanische Verfestigung, beispielsweise
durch Vernadelungsverfestigung des Faserverbundes, erhält. Die Klebeerweichungstemperatur
kann auch so gewählt werden, dass eine Erweichung der Fasern der zweiten Faserkomponente
in solchem Maße erfolgt, dass eine Verklebung nicht nur von Fasern der zweiten Faserkomponente
miteinander sondern zusätzlich ein teilweises oder gänzliches Ummanteln von einzelnen
Stellen der Fasern des ersten Faserverbundes mit erweichtem Material der Fasern des
zweiten Faserverbundes entsteht, also eine teilweise oder gänzliche Einbettung solcher
Stellen von Fasern des ersten Faserverbundes in Material von Fasern der zweiten Faserkomponente,
wodurch eine entsprechend erhöhte Stabilisierungsverfestigung des Faserverbundes entsteht.
[0019] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhsohlenverbundes weist das Barrierematerial
einen Faserverbund mit einer ersten Faserkomponente und einer zwei Faseranteile aufweisenden
zweiten Faserkomponente auf, wobei die erste Faserkomponente eine erste Schmelztemperatur
und einen darunter liegenden ersten Erweichungstemperaturbereich aufweist und ein
zweiter Faseranteil der zweiten Faserkomponente eine zweite Schmelztemperatur und
einen darunter liegenden zweiten Erweichungstemperaturbereich aufweist, die erste
Schmelztemperatur und der erste Erweichungstemperaturbereich höher sind als die zweite
Schmelztemperatur und der zweite Erweichungstemperaturbereich, der erste Faseranteil
der zweiten Faserkomponente eine höhere Schmelztemperatur und eine höhere darunter
liegende Erweichungstemperatur als der zweite Faseranteil aufweist, und der Faserverbund
infolge thermischer Aktivierung des zweiten Faseranteils der zweiten Faserkomponente
mit einer im zweiten Erweichungstemperaturbereich liegenden Klebeerweichungstemperatur
thermisch verfestigt ist unter Aufrechterhaltung von Wasserdampfdurchlässigkeit im
thermisch verfestigten Bereich. Dabei erfolgt eine solche Materialauswahl, dass die
erfindungsgemäßen Verhältnisse hinsichtlich der Schmelztemperaturen und Erweichungstemperaturbereiche
für die beiden Faserkomponenten und Faseranteile erfüllt sind, und für die thermische
Verfestigung eine Temperatur gewählt wird, welche für den zweiten Faseranteil der
zweiten Faserkomponente eine Klebeerweichungstemperatur darstellt, bei welcher es
zu einer Erweichung dieses Faseranteils der zweiten Faserkomponente kommt, bei welcher
dessen Material Klebewirkung entfaltet, derart, dass mindestens ein Teil der Fasern
der zweiten Faserkomponente miteinander soweit durch Verklebung thermisch verfestigt
wird, dass es zu einer Verfestigungsstabilisierung des Faserverbundes kommt, die über
derjenigen Verfestigung liegt, die man bei einem Faserverbund mit den gleichen Materialien
für die beiden Faserkomponenten durch eine rein mechanische Verfestigung, beispielsweise
durch Vernadelungsverfestigung des Faserverbundes, erhält.
[0020] Eine Ausführungsform für die zweite Faserkomponente mit zwei Faseranteilen unterschiedlicher
Schmelztemperatur und unterschiedlicher Erweichungstemperaturbereiche weist Fasern
mit Kern-Mantel-Struktur auf, bei welcher der Kern eine höhere Schmelztemperatur und
einen höheren Erweichungstemperaturbereich als der Mantel aufweist und die thermische
Verfestigung des Faserverbundes durch geeignetes Erweichen des Mantels erfolgt.
[0021] Eine andere Ausführungsform für die zweite Faserkomponente mit zwei Faseranteilen
unterschiedlicher Schmelztemperatur und unterschiedlicher Erweichungstemperaturbereiche
weist Fasern mit Seite-an-Seite-Struktur auf, bei welcher die zweite Faserkomponente
zwei in Faserlängsrichtung parallel zueinander verlaufende Faseranteile aufweist,
von denen ein erster eine höhere Schmelztemperatur einen höheren Erweichungstemperaturbereich
als der zweite Faseranteil aufweist und die thermische Verfestigung des Faserverbundes
durch geeignetes Erweichen des zweiten Faseranteils erfolgt.
[0022] Auch bei dieser Ausführungsform kann die Klebeerweichungstemperatur so gewählt werden,
dass eine Erweichung des zweiten Faseranteils der zweiten Faserkomponente in solchem
Maße erfolgt, dass eine Verklebung nicht nur von zweiten Faseranteilen der zweiten
Faserkomponente miteinander sondern zusätzlich ein teilweises oder gänzliches Ummanteln
von einzelnen Stellen der Fasern der ersten Faserkomponente mit erweichtem Material
des zweiten Faseranteils der zweiten Faserkomponente entsteht, also eine teilweise
oder gänzliche Einbettung solcher Stellen von Fasern der ersten Faserkomponente in
Material des zweiten Faseranteils der zweiten Faserkomponente, wodurch eine entsprechend
erhöhte Stabilisierungsverfestigung des Faserverbundes entsteht. Dies gilt insbesondere
für den Fall, dass es sich bei der zweiten Faserkomponente um die bereits genannte
Seite-an-Seite-Faserstruktur handelt. Dann kann es bei einer Klebeerweichung des zweiten
Faseranteils der zweiten Faserkomponente in dem genannten Ausmaß zu einem teilweisen
oder gänzlichen Ummanteln nicht nur von einzelnen Stellen der Fasern der ersten Faserkomponente
sondern auch des ersten Faseranteils der zweiten Faserkomponente kommen.
[0023] Durch zusätzliche Verpressung des Faserverbundes während oder nach der Klebeerweichung
der zweiten Faserkomponente kann eine zusätzliche Stabilisierungserhöhung erreicht
werden, bei welcher die teilweise oder gänzliche Einbettung von Faserstellen in erweichtes
Material von Fasern der zweiten Faserkomponente noch intensiviert wird. Die durch
Einsatz der Klebeerweichungstemperatur erreichte thermische Verklebung des Faserverbundes
ist andererseits so zu wählen, dass sich ausreichende Wasserdampfdurchlässigkeit des
Faserverbundes ergibt, d.h. die Faserverklebungen immer nur auf Einzelverklebungsstellen
beschränkt bleiben, sodass ausreichend unverklebte Stellen für den Wasserdampftransport
verbleiben. Die Auswahl der Klebeerweichungstemperatur kann je nach erwünschten Anforderungen
der jeweiligen praktischen Ausführungsform, insbesondere hinsichtlich der Stabilitätseigenschaften
und der Wasserdampfdurchlässigkeit, erfolgen.
[0024] Durch Auswahl bestimmter Materialien für die beiden Faserkomponenten und durch Auswahl
des thermischen Verfestigungsgrades des Faserverbundes kann eine gewünschte Stabilisierung
des Faserverbundes gegenüber seinem Zustand vor der thermischen Verfestigung erreicht
werden, bei Aufrechterhaltung von Wasserdampfdurchlässigkeit. Durch diese thermische
Verfestigung erreicht der Faserverbund eine Festigkeit, aufgrund welcher er besonders
als einen Schuhsohlenverbund stabilisierendes wasserdampfdurchlässiges Barrierematerial,
und damit für Schuhwerk geeignet ist, dessen Schuhboden einerseits eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit
und andererseits eine gute Stabilität haben soll.
[0025] Aufgrund seiner thermischen Verfestigung und der damit erreichten Stabilität eignet
sich derartiges Barrierematerial besonders für einen Schuhsohlenverbund, der zum Erhalt
einer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit mit großflächigen Durchbrechungen ausgebildet
ist, sodass er einerseits ein Barrierematerial zum Schutz einer darüber befindlichen
Membran gegen das Hindurchdrücken von Fremdkörpern wie Steinchen durch eine solche
Durchbrechung hindurch bis zu der Membran und andererseits aufgrund der großflächigen
Durchbrechungen eine zusätzliche Stabilisierung benötigt.
[0026] Anders als bei einem herkömmlichen im Schuhbodenbereich verwendeten vliesartigen
Faserverbund, der mit einer einzigen Faserkomponente aufgebaut ist, die komplett angeschmolzen
und thermisch verpresst wird beim Versuch der thermischen Verfestigung, kann man bei
derartigem Barrierematerial durch Auswahl der Materialien für die mindestens zwei
Faserkomponenten und durch die für die thermische Verfestigung gewählten Parameter
Freiheitsgrade nutzen, mittels welchen der Grad der gewünschten Stabilität sowie der
Grad der Wasserdampfstabilität eingestellt werden kann. Durch das Erweichen der Faserkomponente
mit der niedrigeren Schmelztemperatur werden nicht nur die Fasern dieser Faserkomponente
gegeneinander fixiert, sondern bei dem thermischen Verfestigungsvorgang kommt es auch
zu einer Fixierung der Fasern der anderen Faserkomponente mit der höheren Schmelztemperatur,
was zu einer besonders guten mechanischen Verfestigung und Stabilität des Faserverbundes
führt. Durch Wahl des Verhältnisses zwischen den Fasern der Faserkomponente mit der
höheren Schmelztemperatur und den Fasern der Faserkomponente mit der niedrigeren Schmelztemperatur
sowie durch Wahl der Klebeerweichungstemperatur und damit des Erweichungsgrades können
Eigenschaften des Barrierematerials eingestellt werden wie Luftdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit
und mechanische Stabilität des Barrierematerials.
[0027] Bei einer Ausführungsform des Barrierematerials ist dessen Faserverbund ein textiles
Flächengebilde, das ein Gewebe, ein Gewirke, ein Gestricke, ein Vlies, ein Filz, ein
Netz oder ein Gelege sein kann. Bei einer praktischen Ausführungsform handelt es sich
bei dem Faserverbund um ein mechanisch gefestigtes Vlies, wobei die mechanische Verfestigung
durch Vernadeln des Faserverbundes erreicht werden kann. Zur mechanischen Verfestigung
des Faserverbundes kann auch eine Wasserstrahlverfestigung eingesetzt werden, bei
welcher anstelle echter Nadeln Wasserstrahlen zur mechanisch verfestigenden Verwirrung
der Fasern des Faserverbundes eingesetzt werden.
[0028] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die erste Faserkomponente eine Trägerkomponente
und die zweite Faserkomponente eine Verfestigungskomponente des Barrierematerials.
[0029] Bei einer Ausführungsform der Erfindung, bei welcher die zweite Faserkomponente einen
eine höhere Schmelztemperatur aufweisenden ersten Faseranteil und einen eine niedrigere
Schmelztemperatur aufweisenden zweiten Faseranteil aufweist, bildet der erste Faseranteil
der zweiten Faserkomponente eine zusätzliche Trägerkomponente neben der ersten Faserkomponente,
wobei der zweite Faseranteil der zweiten Faserkomponente die Verfestigungskomponente
des Barrierematerials bildet.
[0030] Die Auswahl der Materialien für die Faserkomponenten wird bei einer Ausführungsform
derart gewählt, dass mindestens ein Teil der zweiten Faserkomponente, und dann, wenn
die zweite Faserkomponente mindestens einen ersten Faseranteil und einen zweiten Faseranteil
umfasst, mindestens ein Teil des zweiten Faseranteils der zweiten Faserkomponente
bei einer Temperatur im Bereich zwischen 80°C und 230°C für eine Klebeerweichung aktivierbar
ist.
[0031] Bei einer Ausführungsform liegt der zweite Erweichungstemperaturbereich zwischen
60°C und 220°C.
[0032] Insbesondere im Hinblick darauf, dass Schuhwerk und vorwiegend dessen Sohlenaufbau
bei der Herstellung häufig relativ hohen Temperaturen ausgesetzt werden, beispielsweise
beim Anspritzen einer Laufsohle, ist bei einer Ausführungsform der Erfindung die erste
Faserkomponente und gegebenenfalls der erste Faseranteil der zweiten Faserkomponente
bei einer Temperatur von mindestens 130°C schmelzbeständig, wobei bei praktischen
Ausführungsformen eine Schmelzbeständigkeit bei einer Temperatur von mindestens 170°C
oder gar von mindestens 250°C durch entsprechende Auswahl des Materials für die erste
Faserkomponente und gegebenenfalls für den ersten Faseranteil der zweiten Faserkomponente
gewählt wird.
[0033] Für die erste Faserkomponente und gegebenenfalls den ersten Faseranteil der zweiten
Faserkomponente sind Materialien wie Naturfasern, Kunststofffasern, Metallfasern,
Glasfasern, Carbonfasern und Mischungen davon geeignet. Im Rahmen von Naturfasern
stellen Lederfasern ein geeignetes Material dar.
[0034] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die zweite Faserkomponente und gegebenenfalls
der zweite Faseranteil der zweiten Faserkomponente mit mindestens einer Kunststofffaser
aufgebaut, die sich für eine thermische Verfestigung bei geeigneter Temperatur eignet.
[0035] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist mindestens eine der beiden Faserkomponenten
und gegebenenfalls mindestens einer der beiden Faseranteile der zweiten Faserkomponente
ausgewählt aus der Materialgruppe aufweisend Polyolefine, Polyamid, Co-Polyamid, Viskose,
Polyurethan, Polyacryl, Polybutylenterephthalat und Mischungen davon. Dabei kann das
Polyolefin aus Polyethylen und Polypropylen ausgewählt sein.
[0036] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die erste Faserkomponente und gegebenenfalls
der erste Faseranteil der zweiten Faserkomponente aus der Materialgruppe Polyester
und Co-Polyester ausgewählt.
[0037] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist mindestens die zweite Faserkomponente
und gegebenenfalls mindestens der zweite Faseranteil der zweiten Faserkomponente mit
mindestens einem Thermoplasten aufgebaut. Die zweite Faserkomponente und gegebenenfalls
der zweite Faseranteil der zweiten Faserkomponente können aus der Materialgruppe Polyamid,
Co-Polyamid, Polybutylentherephthalat und Polyolefine oder auch aus der Materialgruppe
Polyester und Co-Polyester ausgewählt sein.
[0038] Beispiele geeigneter Thermoplaste sind Polyethylen, Polyamid (PA), Polyester (PET),
Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyvinylchlorid (PVC). Weitere geeignete
Materialien sind Gummi, Thermoplastischer Gummi (TR, von Thermoplastic Rubber) und
Polyurethan (PU). Geeignet ist auch Thermoplastisches Polyurethan (TPU), dessen Parameter
(Härte, Farbe, Elastizität etc.) sehr variabel einstellbar sind.
[0039] Bei einer Ausführungsform der Erfindung bestehen beide Faseranteile der zweiten Faserkomponente
aus Polyester, wobei das Polyester des zweiten Faseranteils eine niedrigere Schmelztemperatur
aufweist als das Polyester des ersten Faseranteils.
[0040] Bei einer Ausführungsform der Erfindung weist mindestens die zweite Faserkomponente
eine Kern-Mantel-Struktur auf, d.h. eine Struktur, bei welcher ein Kernmaterial der
Faserkomponente koaxial von einer Mantelschicht umgeben ist. Dabei bildet der eine
höhere Schmelztemperatur aufweisende erste Faseranteil den Kern und der eine niedrigere
Schmelztemperatur aufweisende zweite Faseranteil den Mantel.
[0041] Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung weist mindestens die zweite Faserkomponente
eine Seite-an-Seite-Struktur auf, d.h., es sind zwei in Faserlängsrichtung nebeneinander
verlaufende Faseranteile unterschiedlichen Materials, die je einen beispielsweise
halbkreisförmigen Querschnitt aufweisen, derart aneinander gesetzt, dass die beiden
Faserkomponenten Seite an Seite nebeneinander liegend miteinander verbunden sind.
Dabei bildet eine Seite den eine höhere Schmelztemperatur aufweisenden ersten Faseranteil
und die zweite Seite den eine niedrigere Schmelztemperatur aufweisenden zweiten Faseranteil
der zweiten Faserkomponente des Barrierematerials.
[0042] Bei einer Ausführungsform der Erfindung hat die zweite Faserkomponente einen Gewichtsprozentanteil
bezogen auf das Flächengewicht des Faserverbundes im Bereich von 10% bis 90%. Bei
einer Ausführungsform liegt der Gewichtsprozentanteil der zweiten Faserkomponente
im Bereich von 10% bis 60%. Bei praktischen Ausführungsformen liegt der Gewichtsprozentanteil
der zweiten Faserkomponente bei 50% oder 20%.
[0043] Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind die Materialien für die beiden Faserkomponenten
und gegebenenfalls für die beiden Faseranteile der zweiten Faserkomponente derart
ausgewählt, dass deren Schmelztemperaturen sich um mindestens 20°C unterscheiden.
[0044] Das Barrierematerial kann über seine gesamte Dicke thermisch verfestigt sein. Je
nach den zu erreichenden Anforderungen, insbesondere hinsichtlich Luftdurchlässigkeit,
Wasserdampfdurchlässigkeit und Stabilität kann man eine Ausführungsform wählen, bei
welcher nur ein Teil der Dicke des Barrierematerials thermisch verfestigt ist. Bei
einer Ausführungsform der Erfindung ist das über mindestens einen Teil seiner Dicke
thermisch verfestigte Barrierematerial zusätzlich an mindestens einer Oberfläche mittels
Drucks und Temperatur oberflächenglättend verpresst. Es kann vorteilhaft sein, die
zur Lauffläche des Schuhsohlenverbundes weisende Unterseite des Barrierematerials
durch Oberflächenverpressung zu glätten, weil dann Schmutz, der durch Durchbrechungen
des Schuhsohlenverbundes bis zur Unterseite des Barrierematerials gelangt, an diesem
weniger leicht haftet. Gleichzeitig erhöht sich die Abriebbeständigkeit des Barrierematerials.
[0045] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist das Barrierematerial mit einem oder mehreren
Mitteln aus der Materialgruppe wasserabweisende Mittel, schmutzabweisende Mittel,
ölabweisende Mittel, antibakterielle Mittel, Anti-Geruchsmittel und Kombinationen
davon ausgerüstet oder behandelt.
[0046] Bei einer weiteren Ausführungsform ist das Barrierematerial wasserabweisend, schmutzabweisend,
ölabweisend, antibakteriell und/oder gegen Geruch behandelt.
[0047] Bei einer Ausführungsform der Erfindung hat das Barrierematerial eine Wasserdampfdurchlässigkeit
von mindestens 4.000 g/m
2·24 h. Bei praktischen Ausführungsformen wird eine Wasserdampfdurchlässigkeit von
mindestens 7.000 g/m
2·24 h oder gar von 10.000 g/m
2·24 h gewählt.
[0048] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist das Barrierematerial wasserdurchlässig
ausgebildet.
[0049] Bei Ausführungsformen der Erfindung weist das Barrierematerial eine Dicke im Bereich
von mindestens 1 mm bis 5 mm auf, wobei praktische Ausführungsformen insbesondere
im Bereich von 1 mm bis 2,5 mm oder gar im Bereich von 1 mm bis 1,5 mm liegen, wobei
die speziell gewählte Dicke vom speziellen Einsatzzweck des Barrierematerials abhängt
und auch davon, welche Oberflächenglätte, Luftdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit
und mechanische Festigkeit man bereitstellen möchte.
[0050] Bei einer praktischen Ausführungsform der Erfindung weist das Barrierematerial einen
Faserverbund mit mindestens zwei Faserkomponenten auf, die sich hinsichtlich ihrer
Schmelztemperatur und ihres Erweichungstemperaturbereiches unterscheiden, wobei eine
erste Faserkomponente aus Polyester besteht und eine erste Schmelztemperatur und einen
darunter liegenden ersten Erweichungstemperaturbereich aufweist und mindestens ein
Teil einer zweiten Faserkomponente eine zweite Schmelztemperatur und einen darunter
liegenden zweiten Erweichungstemperaturbereich aufweist, wobei die erste Schmelztemperatur
und der erste Erweichungstemperaturbereich höher sind als die zweite Schmelztemperatur
und der zweite Erweichungstemperaturbereich. Dabei weist die zweite Faserkomponente
eine Kern-Mantel-Struktur auf und einen ersten Faseranteil aus Polyester, der den
Kern bildet, und einen zweiten Faseranteil aus Polyester, der den Mantel bildet, wobei
der erste Faseranteil eine höhere Schmelztemperatur und einen höheren Erweichungstemperaturbereich
als der zweite Faseranteil aufweist. Dabei ist der Faserverbund infolge thermischer
Aktivierung der zweiten Faserkomponente mit einer im zweiten Erweichungstemperaturbereich
liegenden Klebeerweichungstemperatur thermisch verfestigt unter Aufrechterhaltung
von Wasserdampfdurchlässigkeit im thermisch verfestigten Bereich und handelt es sich
bei dem Faserverbund um ein vernadeltes Vlies, das an mindestens einer seiner Oberflächen
mittels Drucks und Temperatur verpresst ist.
[0051] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist das Barrierematerial durch Oberflächenverpressung
einer Oberfläche des Faserverbundes mit einem Flächendruck im Bereich von 11,5 N/cm
2 bis 4 N/cm
2 bei einer Temperatur einer Heizplatte von 230° C für 10 s erhältlich. Bei einer praktischen
Ausführungsform erfolgt die Oberflächenverpressung einer Oberfläche des Faserverbundes
mit einem Flächendruck von 3,3 N/cm
2 bei einer Temperatur der Heizplatte von 230°C bei 10s.
[0052] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist das Barrierematerial mit einer Durchstichfestigkeit
im Bereich von 290 N bis 320 N hergestellt, so dass es einen guten Schutz für eine
darüber befindliche wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Membran gegen das Hindurchdrücken
von Fremdkörpern wie kleinen Steinchen bildet.
[0053] Derartiges Barrierematerial ist somit in einem wasserdampfdurchlässigen Schuhsohlenverbund
besonders geeignet als wasserdampfdurchlässige, den Schuhsohlenverbund stabilisierende
und eine darüber befindliche Membran schützende Barrierelage.
[0054] Eine mit solchem Barrierematerial aufgebaute Barriereeinheit eignet sich daher besonders
gut für einen erfindungsgemäßen Schuhsohlenverbund.
[0055] Erfindungsgemäß ist dem Barrierematerial mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
zum Stabilisieren des Barrierematerials und damit des Schuhsohlenverbundes zugeordnet.
Dies ist vorteilhaft insbesondere dann, wenn das Barrierematerial selbst nicht oder
nicht ausreichend als Stabilisierungsmaterial ausgebildet ist, sodass das Barrierematerial
Stabilisierung oder Stabilisierungsunterstützung von der Stabilisierungseinrichtung
erfährt. In diesem Fall wird erreicht, dass zur Eigenstabilität, welche das Barrierematerial
beispielsweise aufgrund seiner thermischen Verfestigung und gegebenenfalls Oberflächenverpressung
aufweist, eine zusätzliche Stabilisierung hinzu kommt, die gezielt an bestimmten Stellen
der Barriereeinheit bewirkt werden kann, insbesondere im Bereich von Durchbrechungen
des Schuhsohlenverbundes, die man großflächig macht, um eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit
des Schuhsohlenverbundes bereitzustellen.
[0056] Nachfolgend ist von Vorderfußbereich und von Mittelfußbereich des Schuhsohlenverbundes
die Rede. Beim menschlichen Fuß ist der Vorderfuß der sich über die Zehen und Ballen
bis zum Beginn des medialen Gewölbes erstreckende Fußlängsbereich und ist der Mittelfuss
der Fußlängsbereich zwischen den Ballen und der Ferse. Im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Schuhsohlenverbund ist unter Vorderfußbereich und Mittelfußbereich derjenige Längsbereich
des Schuhsohlenverbundes gemeint, über welchen sich beim Tragen eines mit einem solchen
Schuhsohlenverbund versehenen Schuhwerks der Vorderfuß bzw. der Mittelfuß des Trägers
des Schuhwerks erstreckt.
[0057] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 15% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0058] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 25% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0059] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 40% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0060] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 50% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0061] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 60% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0062] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 75% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0063] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 15% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0064] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 25% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0065] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 40% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0066] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 50% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0067] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 60% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0068] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 75% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0069] Die zu den oben angegebenen verschiedenen Prozentwerten führenden Stabilisierungseinrichtungen
des Mittelfußbereichs können je mit den einzelnen zu den oben angegebenen verschiedenen
Prozentwerten führenden Stabilisierungseinrichtungen des Vorderfußbereichs kombiniert
werden.
[0070] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 15% der vorderen Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0071] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 25% der vorderen Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0072] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 40% der vorderen Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0073] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 50% der vorderen Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0074] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 60% der vorderen Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0075] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass wenigstens 75% der vorderen Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes
wasserdampfdurchlässig sind.
[0076] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich des
Absatzbereichs wenigstens 15% wasserdampfdurchlässig sind.
[0077] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich des
Absatzbereichs wenigstens 25% wasserdampfdurchlässig sind.
[0078] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich des
Absatzbereichs wenigstens 40% wasserdampfdurchlässig sind.
[0079] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich des
Absatzbereichs wenigstens 50% wasserdampfdurchlässig sind.
[0080] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich des
Absatzbereichs wenigstens 60% wasserdampfdurchlässig sind.
[0081] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
so ausgebildet, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich des
Absatzbereichs wenigstens 75% wasserdampfdurchlässig sind.
[0082] Die zuvor angegebenen Prozentzahlen im Zusammenhang mit der Wasserdampfdurchlässigkeit
beziehen sich auf denjenigen Teil des gesamten Schuhsohlenverbundes, welcher der Fläche
innerhalb der Außenkontur der Fußsohle des Trägers des Schuwerks entspricht, also
im Wesentlichen auf denjenigen Flächenteil des Schuhsohlenverbundes, welcher bei dem
fertigen Schuhwerk von dem Innenumfang des sohlenseitigen unteren Schaftendes (sohlenseitige
Schaftkontur) umgeben wird. Ein Schuhsohlenrand, der radial nach außen über die sohlenseitige
Schaftkontur übersteht, also über die Fußsohle des Trägers des Schuhwerks übersteht,
braucht keine Wasserdampfdurchlässigkeit zu haben, weil sich dort kein schweißabsondernder
Fußbereich befindet. Die genannten Prozentzahlen beziehen sich daher hinsichtlich
des Vorderfußbereichs auf den auf die Vorderfußlänge begrenzten Teil der von der sohlenseitigen
Schaftkontur eingeschlossene Fläche und hinsichtlich des Mittelfußbereichs auf den
auf die Mittelfußlänge begrenzten Teil der von der sohlenseitigen Schaftkontur eingeschlossene
Fläche.
[0083] Handelt es sich bei dem betrachteten Schuhwerk z.B. um Businessschuhe, deren Laufsohle
einen relativ weit über die Außenseite der sohlenseitigen Schaftkontur vorstehenden
Laufsohlenumfangsrand aufweist, der beispielsweise an einem Montagerahmen fest genäht
ist, der ebenfalls um die Außenseite der sohlenseitige Schaftkontur umläuft, braucht
im Bereich dieses Laufsohlenumfangsrandes keine Wasserdampfdurchlässigkeit zu bestehen,
da sich dieser Bereich außerhalb des vom Fuß betretenen Teils des Schuhsohlenverbundes
befindet und in diesem Bereich somit keine Schweißabsonderung statt findet. Die in
den vorausgehenden Absätzen angegebenen Prozentzahlen beziehen sich auf Schuhwerk,
welches nicht den oben erwähnten, für Businessschuhe typischen überstehenden Laufsohlenrand
haben. Da dieser Laufsohlenbereich eines Businessschuhs etwa 20 % der Gesamtlaufsohlenfläche
ausmachen kann, kann man bei Businessschuhen von der Gesamtlaufsohlenfläche etwa 20
% abziehen und die oben genannten Prozentzahlen für die Wasserdampfdurchlässigkeit
des Schuhsohlenverbundes auf die restlichen etwa 80 % der Gesamtlaufsohlenfläche beziehen.
[0084] Die Stabilisierungseinrichtung kann aus einem oder mehreren Stabilisierungsstegen
bestehen, welche beispielsweise auf der laufsohlenseitigen Unterseite des Barrierematerials
angeordnet werden. Bei einer Ausführungsform ist die Stabilisierungseinrichtung mit
mindestens einer Öffnung versehen, die nach Erstellung des Schuhsohlenverbundes mindestens
einen Teil der Durchbrechung bildet und mit Barrierematerial verschlossen ist.
[0085] Bei einer Ausführungsform der Erfindung werden die zuvor angegebenen prozentualen
Wasserdampfdurchlässigkeiten im Vorderfußbereich und/oder im Mittelfußbereich vorwiegend
oder gar ausschließlich im Bereich der mindestens einen Öffnung der Stabilisierungseinrichtung
erbracht.
[0086] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist dem Barrierematerial in dem Durchbruch
bzw. in mindestens einem der Durchbrüche wenigstens ein Abstützelement zugeordnet,
das sich von der laufflächenzugewandten Seite des Barrierematerials aus bis zum Niveau
der Lauffläche erstreckt, derart, dass sich das Barrierematerial beim Laufen über
das Abstützelement auf dem begangenen Boden abstützt. Dabei kann mindestens einer
der Stabilisierungsstege gleichzeitig als Abstützelement ausgebildet sein.
[0087] Bei dem Schuhsohlenverbund, der erfindungsgemäß die Barriereneinheit und eine darunter
angeordnete einteilige oder mehrteilige Laufsohle aufweist, die je Durchgangsöffnungen
für Wasserdampfdurchlässigkeit aufweisen, können die Durchgangsöffnungen der Laufsohle
bzw. Laufsohlenteile und der Barriereeinheit gleiche oder unterschiedliche Flächenausdehnung
haben. Wichtig ist, dass sich diese Durchgangsöffnungen wenigstens teilweise überlappen,
wobei eine Schnittfläche der jeweiligen Durchgangsöffnung der Barriereeinheit und
der jeweiligen Durchgangsöffnung der Laufsohle oder des jeweiligen Laufsohlenteils
eine Durchbrechung durch den gesamten Schuhsohlenverbund bildet. Bei Vorgabe einer
bestimmten Abmessung der jeweiligen Durchgangsöffnung der Laufsohle bzw. des jeweiligen
Laufsohlenteils ist die Ausdehnung der Durchbrechung am größten, wenn die zugehörige
Durchgangsöffnung der Barriereeinheit mindestens gleich groß ist und sich über die
gesamte Ausdehnung der zugehörigen Durchgangsöffnung der Laufsohle bzw. des Laufsohlenteils
erstreckt, oder umgekehrt.
[0088] Es ist vorgesehen, dass die Stabilisierungseinrichtung mit dem mindestens einen Stabilisierungssteg
nicht Bestandteil des mindestens einen Laufsohlenteils ist. Das heißt, dass die Stabilisierungseinrichtung
und insbesondere der mindestens eine Stabilisierungssteg keine Laufsohlenfunktion
übernehmen. Insbesondere weist die Stabilisierungseinrichtung mit dem mindestens einen
Stabilisierungssteg einen Abstand zu einem Boden oder Untergrund auf. Der Schuhsohlenverbund
mit seiner Laufsohle ist zum Laufen und Stehen auf einem Boden oder Untergrund vorgesehen.
Dabei befindet sich der mindestens eine Stabilisierungssteg in dem Schuhsohlenverbund
oberhalb des Bodens oder Untergrund und zwischen Stabilisierungssteg und Boden ist
ein bestimmter Abstand vorgesehen. In einer Ausführungsform entspricht der Abstand
der Dicke des mindestens einen Laufsohlenteils, welches unterhalb der Barriereeinheit
angeordnet ist.
[0089] Eine Ausnahme von der Maßgabe dass der mindestens eine Stabilisierungssteg einen
Abstand zu einem Boden oder Untergrund aufweist, gilt dann, wenn ein Stabilisierungssteg
gleichzeitig als Abstützelement ausgebildet ist, das sich bis zu dem Boden oder Untergrund
erstreckt.
[0090] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Laufsohlenteil ein erstes
Material aufweist und die Stabilisierungseinrichtung ein zweites Material aufweist
welches verschieden von dem ersten Material ist, wobei das zweite Material härter
(nach Shore) als das erste Material ist. Unter Härte ist der mechanische Widerstand
zu verstehen, den ein Körper dem Eindringen eines anderen, härteren Körpers entgegensetzt.
[0091] Dadurch, dass die jeweilige Durchbrechung des Schuhsohlenverbundes mit wasserdampfdurchlässigem
Barrierematerial verschlossen ist, wird Wasserdampfdurchlässigkeit in der mindestens
einen Durchbrechung des Schuhsohlenverbundes bei gleichzeitigem Schutz einer darüber
befindlichen Membran gegen das Hindurchdrücken von Fremdkörpern wie Steinchen erreicht.
Da dann, wenn für die Barriereeinheit ein Barrierematerial verwendet wird, das in
Folge der thermischen Verfestigung und gegebenenfalls zusätzlichen Oberflächenverpressung
mit einer wesentlich höheren Eigenstabilität ausgestattet werden kann als sie Material
ohne thermische Verfestigung und Oberflächenverfestigung bieten kann, kann solches
Barrierematerial der Barriereeinheit dem mit den Durchbrechungen versehenen Schuhsohlenverbund
eine ausreichende Stabilisierung bieten, auch wenn die eine oder mehreren Durchbrechungen
des Schuhsohlenverbundes zugunsten einer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit sehr großflächig
ausgelegt werden. Diese Eigenstabilität wird durch die Verwendung der zuvor erwähnten
zusätzlichen Stabilisierungseinrichtung noch erhöht, und zwar selektiv in besonders
stabilisierungsbedürftigen Bereichen des Schuhsohlenverbundes.
[0092] Ist die Stabilisierungseinrichtung mit mehreren Öffnungen versehen, können diese
entweder insgesamt mit einem Stück des Barrierematerials oder je mit einem Stück des
Barrierematerials verschlossen werden.
[0093] Die Stabilisierungseinrichtung kann sohlenförmig ausgebildet sein, wenn sie sich
über die Gesamtfläche des Schuhsohlenverbundes erstrecken soll, oder teilsohlenförmig,
wenn sie nur in einem Teil der Schuhsohlenverbundfläche vorgesehen werden soll.
[0094] Bei einer Ausführungsform der Erfindung weist die Stabilisierungseinrichtung der
Barriereeinheit wenigstens einen mindestens den Schuhsohlenverbund stabilisierenden
Stabilisierungsrahmen auf, so dass der Schuhsohlenverbund zusätzlich zu der stabilisierenden
Wirkung durch das Barrierematerial noch eine weitere Stabilisierung erfährt. Eine
besonders gute Stabilisierungswirkung erreicht man, wenn man den Stabilisierungsrahmen
in die mindestens eine Durchbrechung oder in mindestens eine der Durchbrechungen des
Schuhsohlenverbundes einpasst, so dass dort, wo der Schuhsohlenverbund zunächst durch
die möglichst großflächigen Durchbrechungen in seiner Stabilität geschwächt worden
ist, mit Hilfe des Stabilisierungsrahmens trotzdem eine gute Stabilisierung des Schuhsohlenverbundes
sichergestellt wird.
[0095] Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Barriereeinheit weist die mindestens
eine Öffnung der Stabilisierungseinrichtung eine Fläche von mindestens 1 cm
2 auf. Bei praktischen Ausführungsformen wird eine Öffnungsfläche der mindestens einen
Öffnung von mindestens 5 cm
2, z.B. im Bereich von 8-15 cm
2 oder gar mindestens 10 cm
2 oder sogar von mindestens 20 cm
2 oder auch mindestens 40 cm
2 gewählt.
[0096] Bei der erfindungsgemäßen Barriereeinheit weist die Stabilisierungseinrichtung mindestens
einen Stabilisierungssteg auf, der auf mindestens einer Oberfläche des Barrierematerials
angeordnet ist und die Fläche der mindestens einen Öffnung wenigstens teilweise überquert.
Falls die Stabilisierungseinrichtung mit einem Stabilisierungsrahmen versehen ist,
kann der Stabilisierungssteg an dem Stabilisierungsrahmen angeordnet werden. Es können
mehrere Stabilisierungsstege vorgesehen sein, die eine gitterförmige Struktur auf
mindestens einer Oberfläche des Barrierematerials bilden. Eine derartige Gitterstruktur
führt zu einer besonders guten Stabilisierung des Schuhsohlenverbundes einerseits
und kann außerdem verhindern, dass größere Fremdkörper wie größere Steine oder Bodenerhebungen
sich bis zum Barrierematerial hindurchdrücken und vom Benutzer des mit einer solchen
Barriereeinheit ausgerüsteten Schuhwerks beim Auftreten spürbar sein könnten.
[0097] Bei einer Ausführungsform ist die Stabilisierungseinrichtung der Barriereeinheit
des erfindungsgemäßen Schuhsohlenverbundes mit mindestens einem Thermoplasten aufgebaut.
Hierfür können Thermoplastmaterialien der oben bereits angegebenen Art verwendet werden.
[0098] Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind die Stabilisierungseinrichtung und das
Barrierematerial mindestens teilweise miteinander verbunden, beispielsweise durch
Kleben, Schweißen, Anspritzen, Umspritzen, Anvulkanisieren und Umvulkanisieren. Beim
Anspritzen oder Anvulkanisieren findet vorwiegend eine Befestigung zwischen Stabilisierungseinrichtung
und Barrierematerial an sich gegenüberliegenden Flächenbereichen von beiden statt.
Beim Umspritzen und Umvulkanisieren erfolgt vorwiegend eine umfangsmäßige Einfassung
des Barrierematerials mit der Stabilisierungseinrichtung.
[0099] Bei einer Ausführungsform ist der Schuhsohlenverbund wasserdurchlässig.
[0100] Gemäß einem zweiten Aspekt macht die Erfindung Schuhwerk mit einem erfindungsgemäßen
Schuhsohlenverbund verfügbar, der beispielsweise entsprechend einer oder mehrerer
der zuvor im Zusammenhang mit dem Schuhsohlenverbund erwähnter Ausführungsformen aufgebaut
sein kann. Dabei weist das Schuhwerk einen Schaft auf, der an einem sohlenseitigen
Schaftendbereich mit einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenfunktionsschicht
versehen ist, wobei der Schuhsohlenverbund mit dem mit der Schaftbodenfunktonsschicht
versehenen Schaftendbereich derart verbunden ist, dass die Schaftbodenfunktionsschicht
wenigstens im Bereich der mindestens einen Durchbrechung des Schuhsohlenverbundes
mit dem Barrierematerial unverbunden ist.
[0101] Bei diesem erfindungsgemäßen Schuhwerk die Schaftbodenfunktionsschicht am sohlenseitigen
Schaftendbereich und das Barrierematerial in dem erfindungsgemäßen Schuhsohlenverbund
anzuordnen führt zu mehreren Vorteilen. Einerseits ist der Umgang mit der Schaftbodenfunktionsschicht
bei der Herstellung in den Bereich der Schaftherstellung gebracht und aus dem Bereich
der Herstellung des Schuhsohlenverbundes herausgehalten. Dies trägt der Praxis Rechnung,
dass häufig Schafthersteller und Sohlenverbundhersteller unterschiedliche Hersteller
oder mindestens unterschiedliche Herstellbereiche sind und die Schafthersteller üblicherweise
besser auf den Umgang mit Funktionsschichtmaterial und mit den Problemen dabei eingestellt
sind als Schuhsohlenhersteller oder Schuhsohlenverbundhersteller. Andererseits können
die Schaftbodenfunktionsschicht und das Barrierematerial dann, wenn sie nicht im selben
Verbund untergebracht werden sondern auf den Schaftbodenverbund und den Schuhsohlenverbund
aufgeteilt werden, auch nach der Befestigung des Schuhsohlenverbundes am unteren Schaftendbereich
im Wesentlichen unverbunden miteinander gehalten werden, da deren Positionierung relativ
zueinander im fertigen Schuhwerk durch die Befestigung (durch Ankleben oder Anspritzen)
des Schuhsohlenverbundes am untereren Schaftende bewerkstelligt wird. Die Schaftbodenfunktionsschicht
und das Barrierematerial gänzlich oder weitgehend miteinander unverbunden zu halten
bedeutet, dass zwischen beiden keine Verklebung stattfinden muss, die auch bei Verklebung
mit einem punktrasterförmigen Klebstoff zur Blockierung eines Teils der Wirkoberfläche
der Funktionsschicht bei der Wasserdampfdurchlässigkeit führen würde.
[0102] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhwerks ist der Schaft mit mindestens
einem Schaftmaterial aufgebaut, das wenigstens im Bereich des sohlenseitigen Schaftendbereichs
eine wasserdichte Schaftfunktionsschicht aufweist, wobei zwischen der Schaftfunktionsschicht
und der Schaftbodenfunktionsschicht eine wasserdichte Abdichtung besteht. Damit kommt
man zu Schuhwerk, bei welchem der Fuß sowohl im Schaftbereich als auch im Schaftbodenbereich
als auch an den Übergangsstellen zwischen beiden wasserdicht ist, bei Aufrechterhaltung
von Wasserdampfdurchlässigkeit sowohl im Schaft- als auch im Schaftbodenbereich.
[0103] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhwerks ist die Schaftbodenfunktionsschicht
einer wasserdampfdurchlässigen Schaftmontagesohle zugeordnet, wobei die Schaftbodenfunktionsschicht
Teil eines mehrlagigen Laminates sein kann. Die Schaftmontagesohle kann selbst auch
durch die mit dem Laminat aufgebaute Schaftbodenfunktionsschicht gebildet sein. Die
Schaftbodenfunktionsschicht und gegebenenfalls die Schaftfunktionsschicht können durch
eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Beschichtung oder durch eine wasserdichte,
wasserdampfdurchlässige Membran gebildet sein, bei der es sich entweder um eine mikroporöse
Membran oder um eine keine Poren aufweisende Membran handeln kann. Bei einer Ausführungsform
der Erfindung weist die Membran gerecktes Polytetrafluorethylen (ePTFE) auf.
[0104] Geeignete Materialien für die wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht
sind insbesondere Polyurethan, Polypropylen und Polyester, einschließlich Polyetherester
und deren Laminate, wie sie in den Druckschriften
US-A-4,725,418 und
US-A-4,493,870 beschrieben sind. Besonders bevorzugt wird jedoch gerecktes mikroporöses Polytetrafluorethylen
(ePTFE), wie es beispielsweise in den Druckschriften
US-A-3,953,566 sowie
US-A-4,187,390 beschrieben ist, und gerecktes Polytetrafluorethylen, welches mit hydrophilen Imprägniermitteln
und/oder hydrophilen Schichten versehen ist; siehe beispielsweise die Druckschrift
US-A-4,194,041. Unter einer mikroporösen Funktionsschicht wird eine Funktionsschicht verstanden,
deren durchschnittliche Porengröße zwischen etwa 0,2 µm und etwa 0,3 µm liegt. Die
Porengröße kann mit dem Coulter Porometer (Markenname) gemessen werden, das von der
Coulter Electronics, Inc., Hialeath, Florida, USA, hergestellt wird.
[0105] Gemäß einem dritten Aspekt macht die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von
Schuhwerk verfügbar, das neben einem erfindungsgemäßen wasserdampfdurchlässigen Schuhsohlenverbund,
beispielsweise gemäß einer oder mehrerer der oben für den Schuhsohlenverbund angegebener
Ausführungsformen, einen Schaft aufweist, der an einem sohlenseitigen Schaftendbereich
mit einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenfunktionsschicht versehen
ist. Bei diesem Verfahren werden zunächst der Schuhsohlenverbund und der Schaft bereit
gestellt. Der Schaft wird an dem sohlenseitigen Schaftendbereich mit einer wasserdichten
und wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenfunktionsschicht versehen. Der Schuhsohlenverbund
und der mit der Schaftbodenfunktionsschicht versehene sohlenseitige Schaftendbereich
werden miteinander derart verbunden, dass die Schaftbodenfunktionsschicht wenigstens
im Bereich der mindestens einen Durchbrechung mit dem Barrierematerial unverbunden
bleibt. Dies führt zu den zuvor bereits dargelegten Vorteilen.
[0106] Bei einer Ausführungsform dieses Verfahrens wird der sohlenseitige Schaftendbereich
mit der Schaftbodenfunktionsschicht verschlossen. Für den Fall, dass der Schaft mit
einer Schaftfunktionsschicht versehen wird, wird zwischen der Schaftfunktionsschicht
und der Schaftbodenfunktionsschicht eine wasserdichte Verbindung hergestellt. Dies
führt zu einem rundum wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Schuhwerk.
[0107] Die Erfindung, Aufgabenaspekte der Erfindung und Vorteile der Erfindung werden nun
noch anhand von Ausführungsformen weiter erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen
zeigen:
Figur 1:
Eine skizzenhafte Darstellung eines durch Vernadelung mechanisch verfestigten Vlieses;
Figur 2:
Ebenfalls in skizzenhafter Darstellung das Vlies gemäß Figur 1 nach thermischer Verfestigung;
Figur 2a:
Einen Ausschnitt, ebenfalls skizzenhaft und mit stark vergrößertem Maßstab dargestellt,
eines Bereichs IIa des thermisch verfestigten Vlieses der Figur 2.
Figur 2b:
Einen Ausschnitt, ebenfalls skizzenhaft und mit noch stärker vergrößertem Maßstab
dargestellt, aus dem in Figur 2a gezeigten Bereich IIa des thermisch verfestigten
Vlieses der Figur 2.
Figur 3:
In skizzenhafter Darstellung das in Figur 2 gezeigte themisch verfestigte Vlies nach
zusätzlicher thermischer Oberflächenverpressung;
Figur 4:
Eine schematische Darstellung eines Schuhsohlenverbundes noch ohne Barrierematerial
mit Darstellung einer sich durch die Schuhsohlenverbunddicke hindurch erstreckenden
Durchbrechung;
Figur 5:
Eine schematische Darstellung eines ersten Beispiels einer Barriereeinheit mit einer
Stege aufweisenden Stabilisierungseinrichtung und einem darin aufgenommenen Barrierematerial;
Figur 6:
Eine schematische Darstellung eines weiteren Beispiels einer Barriereeinheit mit einer
einen Steg aufweisenden Stabilisierungseinrichtung und einem Barrierematerial;
Figur 7:
Eine schematische Darstellung eines weiteren Beispiels einer Barriereeinheit mit einer
Stabilisierungseinrichtung in Form mindestens eines Steges.
Figur 8:
Eine schematische Darstellung eines weiteren Beispiels einer Barriereeinheit mit einer
einen Steg aufweisenden Stabilisierungseinrichtung und einem Barrierematerial;
Figur 9:
Eine schematische Darstellung des in Figur 4 gezeigten Schuhsohlenverbundes mit Barrierematerial
und einer einen Steg aufweisenden Stabilisierungseinrichtung;
Figur 10:
Eine schematische Darstellung von Stabilisierungsstegen, die an einer Unterseite eines
Barrierematerials angeordnet sind;
Figur 11:
Eine schematische Darstellung eines Stabilisierungsgitters, das an einer Unterseite
eines Barrierematerials angeordnet ist;
Figur 12:
Eine perspektivische Schrägansicht von unten eines Schuhs, der mit einem erfindungsgemäßen
Sohlenverbund versehen ist;
Figur 13a:
Den in Figur 12 gezeigten Schuh, jedoch bevor ein erfindungsgemäßer Schuhsohlenverbund
an einen Schaftboden des Schuhs angesetzt ist;
Figur 13b:
Den in Figur 12 gezeigten Schuh, der mit einem weiteren Beispiel eines erfindungsgemäßen
Sohlenverbundes versehen ist;
Figur 14:
Den in Figur 13a gezeigte Schuhsohlenverbund in perspektivischer Draufsicht;
Figur 15:
Den in Figur 14 gezeigten Schuhsohlenverbund in Explosionsdarstellung seiner einzelnen
Komponenten in schräger Perspektivansicht von oben;
Figur 16:
Den in Figur 15 gezeigten Teil des Schuhsohlenverbundes in perspektivischer Schrägansicht
von unten;
Figur 17:
Einen Vorderfußbereich und einen Mittelfußteil der in Figur 16 gezeigten Barriereeinheit
in perspektivischer Schrägansicht von oben, wobei die Stabilisierungseinrichtungsteile
und die Barrierematerialteile voneinander getrennt dargestellt sind;
Figur 18:
In perspektivischer Schrägansicht von unten eine Modifikation des in Figure 17 dargestellten
Fußmittelbereiches der Barriereeinheit, wobei nur ein Mittenbereich dieses Barriereeinheitsteils
mit Barrierematerial belegt ist und zwei Seitenteile ohne Durchgangsöffnungen ausgebildet
sind;
Figur 19:
Das in Figur 18 gezeigte Barriereeinheitsteil in einer Darstellung, in welcher das
zugehörige Stabilisierungseinrichtungsteil und das zugehörige Barrierematerialteil
getrennt voneinander dargestellt sind;
Figur 20:
Eine schematische Schnittansicht im Vorderfußbereich durch einen schaftbodenseitig
geschlossenen Schaft einer ersten Ausführungsform mit einem an den Schaftboden noch
nicht angesetztem Schuhsohlenverbund;
Figur 21:
Eine schematische Darstellung eines weiteren Beispiels der Barriereeinheit mit einem
Barrierematerial und einem Stabilisierungssteg, bei selektiver Verbindung mit einem
darüber befindlichem Schaftboden;
Figur 22:
Eine Detailansicht des in Figur 20 gezeigten Schuhaufbaus mit einem angeklebten Schuhsohlenverbund;
Figur 23:
Eine Detailansicht des in Figur 20 gezeigten Sohlenaufbaus mit einem angespritzten
Schuhsohlenverbund;
Figur 24:
Einen Schuhaufbau ähnlich dem in Figur 20 gezeigten, jedoch mit einem andersartig
aufgebauten Schaftboden, mit einem noch vom Schaft getrennten Schuhsohlenverbund;
Figur 25:
Eine Detailansicht des in Figur 24 gezeigten Schuhaufbaus;
Figur 26:
Einen Sohlenverbund in einer weiteren Ausführungsform.
Figur 27:
Einen Schuhsohlenverbund in einer weiteren Ausführungsform.
[0108] Anhand der Figuren 1 bis 3 wird zunächst eine Ausführungsform eines für einen erfindungsgemäßen
Schuhsohlenverbund besonders geeigneten Barrierematerials erläutert. Darauf folgen
unter Bezugnahme auf die Figuren 4 bis 11 Erläuterungen zu Ausführungsformen einer
erfindungsgemäßen Barriereeinheit. Anhand der Figuren 12 bis 27 werden dann Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Schuhwerks und erfindungsgemäßer Schuhsohlenverbünde erläutert.
[0109] Die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Ausführungsform von Barrierematerial besteht
aus einem Faserverbund 1 in Form eines thermisch verfestigten und thermisch oberflächenverfestigten
Vlieses. Dieser Faserverbund 1 besteht aus zwei Faserkomponenten 2, 3, die beispielsweise
je mit Polyesterfasern aufgebaut sind. Dabei weist eine erste Faserkomponente 2, die
als Trägerkomponente des Faserverbundes 1 dient, eine höhere Schmelztemperatur auf
als die zweite Faserkomponente 3, welche als Verfestigungskomponente dient. Um eine
Temperaturstabilität des gesamten Faserverbundes 1 von mindestens 180°C zu gewährleisten,
und zwar angesichts dessen, dass Schuhwerk bei seiner Herstellung relativ hohen Temperaturen
ausgesetzt werden kann, beispielsweise beim Anspritzen einer Laufsohle, werden bei
der betrachteten Ausführungsform für beide Faserkomponenten Polyesterfasern mit einer
über 180°C liegenden Schmelztemperatur eingesetzt. Es gibt verschiedene Variationen
von Polyesterpolymeren, die verschiedene Schmelztemperaturen und entsprechend darunter
liegende Erweichungstemperaturen haben. Bei der betrachteten Ausführungsform erfindungsgemäßen
Barrierematerials wird für die erste Komponente ein Polyesterpolymer mit einer Schmelztemperatur
von etwa 230°C gewählt, während für mindestens einen Faseranteil der zweiten Faserkomponente
3 ein Polyesterpolymer mit einer Schmelztemperatur von etwa 200°C gewählt wird. Bei
einer Ausführungsform, bei welcher die zweite Faserkomponente zwei Faseranteile in
Form einer Kern-Mantel-Faserstruktur aufweist, besteht der Kern 4 dieser Faserkomponente
aus einem Polyester mit einer Erweichungstemperatur von etwa 230°C und besteht der
Mantel dieser Faserkomponente aus Polyester mit einer Klebeerweichungstemperatur von
etwa 200°C (Figur 2b). Eine derartige Faserkomponente mit zwei Faseranteilen unterschiedlicher
Schmelztemperatur wird auch kurz als "Bico" bezeichnet. Im Folgenden wird auch dieser
Kurzbegriff verwendet werden.
[0110] Bei der betrachteten Ausführungsform handelt es sich bei den Fasern der beiden Faserkomponenten
je um Stapelfasern mit den oben genannten speziellen Beschaffenheiten. Bezogen auf
das gesamte Flächengewicht des Faserverbundes von etwa 400 g/m
2 beträgt der Gewichtsanteil der ersten Faserkomponente etwa 50%. Dementsprechend beträgt
der Gewichtsanteil der zweiten Faserkomponente ebenfalls etwa 50% bezogen auf das
Flächengewicht des Faserverbundes. Die Feinheit der ersten Faserkomponente liegt bei
6,7 dtex, wohingegen die als Bico ausgebildete zweite Faserkomponente eine höhere
Feinheit von 4,4 dtex aufweist.
[0111] Zur Herstellung solchen Barrierematerials werden zunächst die als Stapelfasern vorliegenden
Faserkomponenten gemischt. Danach werden mehrere Einzellagen dieses Stapelfasergemisches
in Form mehrerer Einzelvlieslagen aufeinander gelegt, bis das für den Faserverbund
angestrebte Flächengewicht erreicht ist, wodurch man zu einem Vliespaket gelangt.
Dieses Vliespaket hat nur sehr geringe mechanische Stabilität und muss deshalb einige
Verfestigungsprozesse durchlaufen.
[0112] Zunächst erfolgt eine mechanische Verfestigung des Vliespaketes durch Vernadelung
mittels Nadeltechnik, wobei in einer Nadelmatrix angeordnete Nadelbalken das Vliespaket
senkrecht zur Erstreckungsebene des Vliespaketes durchdringen. Dadurch werden Fasern
des Vliespaketes aus ihrer ursprünglichen Lage im Vliespaket heraus umorientiert,
wodurch es zu einer Verknäuelung von Fasern und zu einem stabileren mechanischen Aufbau
des Vliespaketes kommt. Ein durch derartige Vernadelung mechanisch verfestigtes Vliesmaterial
ist in schematisierter Weise in Figur 1 gezeigt.
[0113] Durch den Vernadelungsprozeß wird bereits die Dicke des Vliespaketes gegenüber der
Ausgangsdicke des unvernadelten Viiespaketes reduziert. Allerdings ist dieser durch
Vernadelung erhaltene Aufbau noch nicht dauerhaft haltbar, da es sich um eine rein
mechanische dreidimensionale "Verhakung" der Stapelfasern handelt, die unter Belastung
wieder "enthakt" werden können.
[0114] Um eine bleibende Stabilisierung zu erreichen, nämlich eine stabilisierende Eigenschaft
für die Verwendung in Schuhwerk, wird der erfindungsgemäße Faserverbund weiter behandelt.
Dabei werden thermische Energie und Druck eingesetzt. Bei diesem Prozess wird die
vorteilhafte Zusammensetzung des Fasergemisches ausgenutzt, wobei für die thermische
Verfestigung des Fasergemisches eine solche Temperatur gewählt wird, dass sie mindestens
im Bereich der Klebeerweichungstemperatur des bei niedrigerer Schmelztemperatur schmelzenden
Mantels der Kern-Mantel-Bico liegt, um diese soweit in einen viskosen Zustand zu erweichen,
dass die Faseranteile der ersten Faserkomponente, die sich in der Nähe der erweichten
Masse des Mantels des jeweiligen Bicos befinden, in dieser viskosen Masse teilweise
eingeschlossen werden können. Dadurch werden die beiden Faserkomponenten dauerhaft
miteinander verbunden, ohne den grundsätzlichen Aufbau und die Struktur des Vlieses
zu verändern. Somit können weiterhin die vorteilhaften Eigenschaften dieses Vlieses
genutzt werden, insbesondere deren gute Wasserdampfdurchlässigkeit, kombiniert mit
einer dauerhaften mechanischen Stabilisierungseigenschaft.
[0115] Ein derartig thermisch verfestigtes Vlies ist in schematisierter Darstellung in Figur
2 gezeigt, wobei in Figur 2a eine detaillierte Ansicht eines Ausschnittes mit stark
vergrößertem Maßstab gezeigt ist, in welchem Kleberverbindungspunkte zwischen einzelnen
Fasern durch flächige schwarze Flecken dargestellt sind, und Figur 2b einen Bereich
dieses Ausschnitts in noch größerem Maßstab zeigt.
[0116] Zusätzlich zu der thermischen Verfestigung des Vliesmaterials kann noch eine thermische
Oberflächenverpressung an mindestens einer Oberfläche des Vliesmaterials durchgeführt
werden, indem diese Vliesmaterialoberfläche gleichzeitig Druck- und Temperatureinwirkung
ausgesetzt wird, beispielsweise mittels geheizter Pressplatten oder Presswalzen. Die
Folge ist eine noch stärkere Verfestigung als im restlichen Volumen des Vliesmaterials
und eine Glättung der thermisch verpressten Oberfläche.
[0117] Ein zunächst durch Vernadelung mechanisch verfestigtes, dann thermisch verfestigtes
und schließlich an einer seiner Oberflächen thermisch oberflächenverpresstes Vlies
ist in Figur 3 schematisiert dargestellt.
[0118] In einer beiliegenden Vergleichstabelle sind verschiedene Materialarten einschließlich
erfindungsgemäßen Barrierematerials hinsichtlich einiger Parameter gegenübergestellt.
Dabei werden Sohlensplitleder, zwei nur nadelverfestigte Vliesmaterialien, ein nadelverfestigtes
und thermisch verfestigtes Vlies und schließlich ein nadelverfestigtes, thermisch
verfestigtes und thermisch oberflächenverpresstes Vlies betrachtet, wobei diesen Materialien
in der Vergleichstabelle zur Vereinfachung der nachfolgenden Betrachtung der Vergleichstabelle
Materialnummern 1 bis 5 zugeordnet sind.
[0119] Die Längsdehnungswerte und die Querdehnungswerte zeigen, um welchen Prozentwert sich
das jeweilige Material dehnt, wenn es mit einer Dehnkraft von 50 N, 100 N bzw. 150
N beaufschlagt wird. Je geringer diese Längs- bzw. Querdehnung ausfällt, umso stabiler
ist das Material und desto besser eignet es sich als Barrierematerial. Wird das jeweilige
Material als Barrierematerial zum Schutz einer Membran gegen das Hindurchdrücken von
Fremdkörpern wie Steinchen verwendet, ist die Durchstichfestigkeit von Wichtigkeit.
Bedeutsam ist für den Einsatz des jeweiligen Materials in einem Schuhsohlenverbund
auch die Abriebfestigkeit, in der Vergleichstabelle Abrasion genannt.
[0120] Aus der Vergleichstabelle lässt sich entnehmen, dass Sohlensplitleder zwar eine hohe
Reißfestigkeit, eine relativ gute Beständigkeit gegen Dehnkräfte und eine hohe Durchstichfestigkeit
aufweist, dass es aber nur eine mittelmäßige Abriebfestigkeit bei nassen Proben und
insbesondere eine recht mäßige Wasserdampfdurchlässigkeit hat.
[0121] Die nur nadelverfestigten Vliesmaterialien (Material 2 und Material 3) sind zwar
relativ leicht und besitzen einen im Vergleich zu Leder hohen Wasserdampfdurchlässigkeitswert,
haben jedoch gegenüber Dehnkräften einen relativ geringen Dehnwiderstand, besitzen
eine nur geringe Durchstichfestigkeit und haben lediglich eine mittelmäßige Abriebfestigkeit.
[0122] Das nadelverfestigte und thermisch verfestigte Vlies (Material 4) hat bei geringerer
Dicke ein höheres Flächengewicht als die Materialien 2 und 3, ist somit kompakter.
Die Wasserdampfdurchlässigkeit des Materials 4 ist höher als die des Materials 2 und
etwa gleich hoch wie die des Materials 3, jedoch nahezu dreimal so groß wie die des
Leders gemäß Material 1. Die Längs- und Querdehnungswiderstände des Materials 4 sind
deutlich höher als die der nur nadelverfestigten Vliesmaterialien 2 und 3, und die
Längs- und Querbelastung bis zum Reißen ist auch deutlich höher als bei den Materialien
2 und 3. Wesentlich höher als bei den Materialien 2 und 3 sind bei Material 4 auch
die Durchstichfestigkeit und die Abriebfestigkeit.
[0123] Das Material 5, also nadelverfestigtes, thermisch verfestigtes und an einer Oberfläche
thermisch verpresstes Vlies-Material hat aufgrund der thermischen Oberflächenverpressung
bei gleichem Flächengewicht eine geringere Dicke als das Material 4, trägt somit in
einem Schuhsohlenverbund weniger auf. Die Wasserdampfdurchlässigkeit des Materials
5 liegt noch über der des Materials 4. Hinsichtlich des Dehnungswiderstandes ist das
Material 5 dem Material 4 auch überlegen, da es bei den angewendeten Längs- und Querdehnungskräften
von 50 N bis 150 N keine Dehnung zeigt. Die Reißfestigkeit ist bezüglich Längsbelastung
höher und bezüglich Querbelastung geringer als die des Materials 4. Die Durchstichfestigkeit
liegt etwas unter der des Materials 4, was durch die geringere Dicke des Materials
5 verursacht wird. Eine besondere Überlegenheit gegenüber allen Materialien 1 bis
4 hat das Material 5 hinsichtlich der Abriebfestigkeit.
[0124] Die Vergleichstabelle zeigt somit, dass dann, wenn es bei dem Barrierematerial auf
eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, hohe Formbeständigkeit und damit Stabilisierungswirkung
und hohe Abriebfestigkeit ankommt, das Material 4, insbesondere das Material 5 ganz
besonders gut geeignet ist.
[0125] Im Fall des Materials 5 wird das nadelverfestigte und thermisch verfestigte Vlies,
das bereits eine sehr gute Stabilisierung aufweist, bei einer Ausführungsform der
Erfindung anschließend noch einer Hydrophobierungsausrüstung unterzogen, beispielsweise
durch einen Tauchvorgang in einer eine Hydrophobierung bewirkenden Flüssigkeit, um
Saugeffekte des Vliesmaterials zu minimieren. Nach dem Hydrophobierungsbad wird das
Vlies unter Hitzeeinwirkung getrocknet, wobei auch die hydrophobe Eigenschaft der
aufgebrachten Ausrüstung nochmals verbessert wird. Nach dem Trocknungsprozess durchläuft
das Vlies ein Kalibrierwerk, wobei auch die endgültige Dicke von beispielsweise 1,5
mm eingestellt wird.
[0126] Um eine besonders glatte Oberfläche zu erzielen, wird das Vlies anschließend nochmals
mit Temperatur und Druck beaufschlagt, um die schmelzfähigen Faseranteile, nämlich
im Mantel des Bicos der zweiten Faserkomponente, an der Oberfläche des Vlieses nochmals
anzuschmelzen und mit Hilfe von gleichzeitig aufgebrachtem Druck gegen eine sehr glatte
Oberfläche zu pressen. Dies geschieht entweder mit geeigneten Kalandereinrichtungen
oder mittels eines beheizten Presswerks, wobei zwischen Vlies und beheizter Pressplatte
eine Trennmateriallage eingebracht werden kann, bei der es sich beispielsweise um
Silikonpapier oder Teflon handelt.
[0127] Die Oberflächenglättung durch thermische Oberflächenverpressung wird je nach den
gewünschten Eigenschaften des Barrierematerials nur auf einer Oberfläche oder beiden
Oberflächen des Vliesmaterials durchgeführt.
[0128] Wie bereits die Vergleichstabelle zeigt, weist das so hergestellte Vlies eine hohe
Stabilität gegen Reißbelastung auf und besitzt eine gute Durchstichfestigkeit, was
bei der Verwendung des Materials als Barrierematerial zum Schutz einer Membran wichtig
ist.
[0129] Das zuvor beschriebene Material 5 stellt ein erstes Ausführungsbeispiel erfindungsgemäß
verwendeten Barrierematerials dar, bei welchem beide Faserkomponenten aus Polyester
bestehen, beide Faserkomponenten an dem Gesamtfaserverbund einen Gewichtsprozentanteil
von je 50% haben und es sich bei der zweiten Faserkomponente um eine Polyester-Kern-Mantel-Faser
vom Bico-Typ handelt.
[0130] Es werden nun noch kurz weitere Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäß verwendeten
Barrierematerials betrachtet.
Ausführungsbeispiel 2:
[0131] Barrierematerial, bei welchem beide Faserkomponenten aus Polyester bestehen und an
dem gesamten Faserverbund einen Gewichtsprozentanteil von je 50% haben und die zweite
Faserkomponente ein Bico aus Polyester vom Seite-an-Seite-Typ ist.
[0132] Mit Ausnahme der speziellen Bico-Struktur wird das Barrierematerial gemäß Ausführungsbeispiel
2 auf die gleiche Weise hergestellt und weist die gleichen Eigenschaften auf wie das
Barrierematerial gemäß Ausführungsbeispiel 1 mit einer Bico-Faser vom Kern-Mantel-Typ.
Ausführungsbeispiel 3:
[0133] Barrierematerial, bei welchem beide Faserkomponenten einen Gewichtsprozentanteil
von je 50% haben und die erste Faserkomponente aus Polyester und die zweite Faserkomponente
aus Polypropylen besteht.
[0134] Bei diesem Ausführungsbeispiel wird als zweite Faserkomponente kein Bico sondern
eine Einkomponentenfaser verwendet. Zur Herstellung des Faserverbundes werden lediglich
zwei Faserkomponenten mit unterschiedlichen Schmelzpunkten gewählt. In diesem Fall
stellt die Polyesterfaser (mit einem Schmelzpunkt von etwa 230°C) mit einem Gewichtsanteil
von 50% die Trägerkomponente dar, während die Polypropylenfaser mit einem Gewichtsanteil
von ebenfalls 50% einen niedrigeren Schmelzpunkt von etwa 130°C aufweist und somit
die klebefähige Verfestigungskomponente darstellt. Der Herstellungsprozess verläuft
ansonsten wie beim Ausführungsbeispiel 1. Im Vergleich zum Ausführungsbeispiel 2 weist
das Vlies gemäß Ausführungsbeispiel 3 eine niedrigere thermische Stabilität auf, kann
dafür aber auch unter Verwendung niedrigerer Temperaturen hergestellt werden.
Ausführungsbeispiel 4:
[0135] Barrierematerial mit einem Anteil von 80% Polyester als erste Faserkomponente und
einem Polyester-Kern-Mantel-Bico als zweite Faserkomponente.
[0136] Bei diesem Ausführungsbeispiel geschieht die Herstellung wieder wie beim Ausführungsbeispiel
1, allerdings mit dem Unterschied, dass deranteil der die Verfestigungskomponente
bildenden zweiten Faserkomponente verändert ist. Deren Gewichtsanteil beträgt nur
noch 20% gegenüber 80% des Gewichtes, das durch die höher schmelzende erste Faserkomponente
gebildet ist. Durch die anteilsmäßige Reduzierung der Verfestigungskomponente wird
die stabilisierende Wirkung des erhaltenen Barrierematerials reduziert. Dies kann
vorteilhaft sein, wenn ein Vlies mit hoher mechanischer Haltbarkeit kombininiert mit
erhöhter Flexibilität gefordert wird. Die Temperaturbeständigkeit dieses Vlieses entspricht
der des ersten Ausführungsbeispiels.
[0137] Anhand der Figuren 4 bis 11 werden nun einige Ausführungsbeispiele für einen Schuhsohlenverbund
bzw. eine Barriereeinheit oder Details davon betrachtet.
[0138] Figur 4 zeigt einen Teilquerschnitt durch einen Schuhsohlenverbund 21 mit einer unten
liegenden Laufsohle 23 und einer darüber befindlichen Schuhstabilisierungseinrichtung
25, bevor dieser Schuhsohlenverbund 21 mit einem Barrierematerial versehen wird. Die
Laufsohle 23 und die Schuhstabilisierungseinrichtung 25 weisen je Durchgangsöffnungen
27 bzw. 29 auf, die insgesamt eine Durchbrechung 31 durch die Gesamtdicke des Schuhsohlenverbundes
21 bilden. Die Durchbrechung 31 wird somit durch die Schnittfläche der beiden Durchgangsöffnungen
27 und 29 gebildet. Zur Vervollständigung dieses Schuhsohlenverbundes 21 wird dann
noch (in Figur 4 nicht gezeigtes) Barrierematerial 33 in die Durchgangsöffnung 29
gelegt oder über dieser angeordnet.
[0139] Figur 5 zeigt ein Beispiel einer Barriereeinheit 35 mit einem Stück Barrierematerial
33, das von einer Stabilisierungseinrichtung 25 eingefasst ist.
[0140] In einer Ausführungsform ist die Stabilisierungseinrichtung um einen Umfangsbereich
des Stück Barrierematerials 33 herumgespritzt oder daran angespritzt, derart, dass
das Material der Stabilisierungseinrichtung 25 in die Faserstruktur des Barrierematerials
33 eindringt und dort ausgehärtet und einen festen Verbund bildet.
[0141] Als Material für das Umspritzen der Stabilisierungseinrichtung bzw. das Anspritzen
an die Stabilisierungseinrichtung eignet sich beispielsweise Thermoplastisches Polyurethan
(TPU), das zu einer sehr guten Einfassung des Barrierematerials führt und sich mit
diesem gut verbindet.
[0142] In einer weiteren Ausführungsform ist das Barrierematerial 33 an die Stabilisierungseinrichtung
25 angeklebt. Vorzugsweise weist die Stabilisierungseinrichtung 25 einen mindestens
den Schuhsohlenverbund 21 stabilisierenden Stabilisierungsrahmen und mindestens einen
Stabilisierungssteg 37, der auf einer Oberfläche des Barrierematerials 33 angeordnet
ist, auf. Vorzugsweise ist der mindestens eine Stabilisierungssteg 37 auf einer Unterseite
des Barrierematerials 33, welche zur Laufsohle gerichtet ist, angeordnet.
[0143] Figur 6 zeigt eine Barriereeinheit 35, bei welcher ein Stück Barrierematerial 33
von einer Stabilisierungseinrichtung 25 eingefasst wird in dem Sinn, dass der Randbereich
des Barrierematerials 33 von der Stabilisierungseinrichtung 25 nicht nur umgeben,
sondern auch auf beiden Oberflächen übergriffen wird.
[0144] Figur 7 zeigt eine Barriereeinheit 35, bei welcher ein Stück Barrierematerial 33
mit einer Stabilisierungseinrichtung 25 in Form mindestens eines Stabilisierungsstegs
37 versehen ist. Der Stabilisierungssteg 37 ist mindestens auf einer Oberfläche des
Barrierematerials 33 angeordnet, vorzugsweise auf der nach unten, zur Laufsohle 23
gerichteten Oberfläche.
[0145] Figur 8 zeigt eine Barriereeinheit 35, bei welcher ein Stück Barrierematerial 33
mit einer Stabilisierungseinrichtung 25 derart versehen ist, dass das Barrierematerial
33 auf mindestens einer Oberfläche der Stabilisierungseinrichtung 25 angebracht ist.
Dabei überdeckt das Barrierematerial 33 die Durchgangsöffnung 29. Der Stabilisierungssteg
37 befindet sich innerhalb der Durchgangsöffnung 29 der Stabilisierungseinrichtung
25.
[0146] Figur 9 zeigt einen Schuhsohlenverbund 21 gemäß Figur 4, der oberhalb der Laufsohle
23 eine Barriereeinheit gemäß Figur 5 aufweist, wobei lediglich ein Stabilisierungssteg
37 dargestellt ist.
[0147] Für alle oben beschriebenen Ausführungsformen gemäß Fig. 4-9 gilt, dass das Verbindungsmaterial
beim Anspritzen, Umspritzen oder Kleben zwischen Barrierematerial 33 und Stabilisierungseinrichtung
25 nicht nur an den zu verbindenden Flächen haftet, sondern in die Faserstruktur eindringt
und dort aushärtet. Somit wird die Faserstruktur in ihrem Verbindungsbereich zusätzlich
verstärkt.
[0148] In den Figuren 10 und 11 sind noch zwei Ausführungsformen von Stabilisierungsstegmustern
von auf einer Oberfläche des Barrierematerials 33 aufgebrachten Stabilisierungsstegen
37 gezeigt. Während im Fall der Figur 10 auf einer Kreisfläche 43 beispielsweise der
Unterseite des Barrierematerials 33, die beispielsweise einer Durchbrechung des Schuhsohlenverbundes
21 entspricht, drei Einzelstege 37a, 37b und 37c in T-förmiger gegenseitiger Anordnung
angeordnet sind, beispielsweise durch Aufkleben auf die Unterseite des Barrierematerials,
ist im Fall der Figur 11 eine Stabilisierungsstegeinrichtung in Form eines Stabilisierungsgitters
37d vorgesehen.
[0149] Unter Bezugnahme auf die Figuren 12 bis 27 werden nun Ausführungsformen von erfindungsgemäß
ausgebildeten Schuhen erläutert, wobei auch deren Einzelkomponenten, insbesondere
in Verbindung mit dem jeweiligen Schuhsohlenverbund betrachtet werden.
[0150] Figur 12 zeigt in perspektivischer Schrägansicht von unten ein Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schuhs 101 mit einem Schaft 103 und einem erfindungsgemäßen
Schuhsohlenverbund 105. Der Schuh 101 weist einen Vorderfußbereich 107, einen Mittelfußbereich
109, einen Fersenbereich 111 und eine Fußeinschlüpföffnung 113 auf. Der Schuhsohlenverbund
105 weist an seiner Unterseite eine mehrteilige Laufsohle 117 auf, die ein Laufsohlenteil
117a im Fersenbereich, ein Laufsohlenteil 117b im Fußballenbereich und ein Laufsohlenteil
117c im Zehenbereich des Schuhsohlenverbundes 105 aufweist. Diese Laufsohlenteile
117 sind an der Unterseite einer Stabilisierungseinrichtung 119 befestigt, die einen
Fersenbereich 119a, einen Mittelfußbereich 119b und einen Vorderfußbereich 119c aufweist.
Der Schuhsohlenverbund 105 wird unter Bezugnahme auf nachfolgende Figuren noch detaillierter
erläutert werden.
[0151] Weitere Bestandteile des Schuhsohlenverbundes 105 können Dämpfungssohlenteile 121
a und 121 b sein, welche im Fersenbereich 111 und im Vorderfußbereich 107 auf der
Oberseite der Stabilisierungseinrichtung 119 aufgebracht sind. Die Laufsohle 117 und
die Stabilisierungseinrichtung 119 weisen je Durchgangsöffnungen auf, die Durchbrechungen
durch den Schuhsohlenverbund bilden. Diese Durchbrechungen sind durch Barrierematerialteile
33a-33d in wasserdampfdurchlässiger Weise abgedeckt.
[0152] Figur 13a zeigt den Schuh 101 gemäß Figur 12 in einem Herstellungsstadium, in welchem
der Schaft 103 und der Schuhsohlenverbund 105 noch voneinander getrennt sind. Der
Schaft 103 ist an seinem sohlenseitigen unteren Endbereich mit einem Schaftboden 221
versehen, der eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Schaftbodenfunktionsschicht
aufweist, bei der es sich um eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Membran handeln
kann. Die Funktionsschicht ist vorzugsweise Bestandteil eines mehrlagigen Funktionsschichtlaminates,
das neben der Funktionsschicht mindestens eine Stützschicht, beispielsweise eine textile
Abseite als Verarbeitungsschutz, aufweist. Zusätzlich kann der Schaftboden 115 mit
einer Schaftmontagesohle versehen sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dem
Funktionsschichtlaminat auch die Funktion einer Schaftmontagesohle zuzuordnen. Der
Schuhsohlenverbund weist weiter die bereits in Figur 8 erwähnten Durchbrechungen 31
auf, die mit Barrierematerialteilen 33a-33d abgedeckt sind. Die Stege 37 sind innerhalb
des Umfangsrandes der jeweiligen Durchbrechungen dargestellt. In weiteren Ausführungsformen
können drei Durchbrechungen oder zwei Durchbrechungen oder eine Durchbrechung vorgesehen
sein. In einer anderen Ausführungsform sind mehr als vier Durchbrechungen vorgesehen.
Der Schuhsohlenverbund 105 kann an dem sohlenseitigen Schaftende entweder durch Anspritzen
oder durch Ankleben befestigt werden, um den Zustand gemäß Figur 12 herzustellen.
Zur detaillierten Erläuterung der Funktionsschicht sowie deren Laminat, und die Verbindung
mit der Montagesohle wird auf die Beschreibung und die Figuren 20 bis 25 verwiesen.
[0153] Figur 13b zeigt denselben Schuhaufbau wie in Figur 13a, mit dem Unterschied, dass
der Schuh in Figur 13a vier Durchbrechungen 31 aufweist, während der Schuh nach Figur
13b mit zwei Durchbrechungen 31 ausgestattet ist. Hier ist ersichtlich, dass die Stege
37 innerhalb des Umfangsrandes der jeweiligen Durchbrechung 31 angeordnet sind und
keine Begrenzung der Durchbrechung 31 bilden. Die Fläche einer Durchbrechung wird
abzüglich der Gesamtfläche der sie überquerenden Stege ermittelt, da diese Stegfläche
den Wasserdampftransport blockiert.
[0154] Figur 14 zeigt einen Schuhsohlenverbund 105 mit einer von der Laufsohle 117 abliegenden
Oberseite. Auf der von der Laufsohle 117 abliegenden Oberseite ist die Stabilisierungseinrichtung
119 in ihrem Mittelbereich 119b und in ihrem Vorderfußbereich 119c mit mehreren Stücken
33a, 33b, 33c und 33d eines Barrierematerials 33 belegt, mit welchen in Figur 14 nicht
sichtbare Durchbrechungen des Schuhsohlenverbundes 105 abgedeckt sind. Im Fersenbereich
und im Vorderfußbereich des Schuhsohlenverbundes 105 sind auf der Oberseite der Stabilisierungseinrichtung
119 je ein Dämpfungssohlenteil 121 a bzw. 121 b aufgebracht, im Fersenbereich im Wesentlichen
vollflächig und im Vorderfußbereich mit Aussparungen dort, wo sich die Barrierematerialteile
33b, 33c und 33d befinden.
[0155] Da die Laufsohlenteile der Laufsohle 117, die Stabilisierungseinrichtung 119 und
die Dämpfungssohlenteile 121 a und 121 b unterschiedliche Funktionen innerhalb des
Schuhsohlenverbundes haben, werden sie zweckmäßigerweise auch mit unterschiedlichen
Materialien aufgebaut. Die Laufsohlenteile, die eine gute Abriebfestigkeit aufweisen
sollen, bestehen beispielsweise aus einem thermoplastischen Polyurethan (TPU) oder
Gummi. Thermoplastisches Polyurethan ist der Oberbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher
Polyurethane, die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können. Für eine Laufsohle
kann ein thermoplastisches Polyurethan gewählt werden mit einer hohen Stabilität und
Rutschfestigkeit. Die Dämpfungssohlenteile 121 a und 121 b, welche für den Benutzer
des Schuhs eine Stoßdämpfung bei den Gehbewegungen bewirken sollen, bestehen aus entsprechend
elastisch nachgiebigem Material, beispielsweise Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA) oder Polyurethan
(PU). Die Stabilisierungseinrichtung 119, welche für die nicht zusammenhängenden Laufsohlenteile
117a, 117b, 117c und für die ebenfalls nicht zusammenhängenden Dämpfungssohlenteile
121 a, 121 b als Halter und für den gesamten Schuhsohlenverband 105 als Stabilisierungselement
dient und eine entsprechende elastische Steifigkeit haben soll, besteht beispielsweise
aus mindestens einem Thermoplasten. Beispiele geeigneter Thermoplaste sind Polyethylen,
Polyamid, Polyamid (PA), Polyester (PET), Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und
Polyvinylchlorid (PVC). Weitere geeignete Materialien sind Gummi, Thermoplastischer
Gummi (TR, von Thermoplastic Rubber) und Polyurethan (PU). Geeignet ist auch Thermoplastisches
Polyurethan (TPU).
[0156] Der in Figur 14 gezeigte Schuhsohlenverbund ist in Figur 15 in Explosionsdarstellung
gezeigt, d.h. in einer Darstellung, in welcher die einzelnen Teile des Schuhsohlenverbundes
105 getrennt voneinander dargestellt sind, mit Ausnahme der Barrierematerialteile
33a, 33b, 33c und 33d, die als bereits an den Stabilisierungseinrichtungsteilen 119b
und 119c angeordnet gezeigt sind. Bei der in Figur 15 gezeigten Ausführungsform weist
die Stabilisierungseinrichtung 119 ihre Teile 119a, 119b und 119c als zunächst separate
Teile auf, die im Laufe der Montage des Schuhsohlenverbundes 105 miteinander zu der
Stabilisierungseinrichtung 119 verbunden werden, was durch Verschweißen oder Verkleben
der drei Stabilisierungseinrichtungsteile miteinander geschehen kann. Wie noch im
Zusammenhang mit Figur 16 erläutert werden wird, befinden sich unterhalb der Barrierematerialteile
Öffnungen, welche zusammen mit Öffnungen 123a, 123b und 123c in den Laufsohlenteilen
117a, 117b bzw. 117c Durchbrechungen 31 der im Zusammenhang mit Figur 4 bereits erläuterten
Art bilden und mit den Barrierematerialteilen 33a-33d in wasserdampfdurchlässiger
Weise abgedeckt sind. Eine Durchgangsöffnung 125 im Fersenteil 119a der Stabilisierungseinrichtung
119 ist nicht mit Barrierematerial 33, sondern mit dem vollflächigen Dämpfungssohlenteil
121 a verschlossen. Damit wird eine bessere Dämpfungswirkung des Schuhsohlenverbundes
105 im Fersenbereich des Schuhs erreicht, wo eine Schwitzfeuchtigkeitabführung unter
Umständen weniger erforderlich sein kann, da sich Fußschweiß vorwiegend im Vorderfuß-
und Mittelfußbereich bildet, nicht jedoch im Fersenbereich.
[0157] Das Dämpfungssohlenteil 121 b ist mit Durchgangsöffnungen 127a, 127b und 127c versehen,
die so dimensioniert sind, dass die Barrierematerialteile 33b, 33c, 33d innerhalb
eines sie je einfassenden Begrenzungsrandes 129a, 129b bzw. 129c des Stabilisierungseinrichtungsteils
119c in den Durchgangsöffnungen 127a, 127b bzw. 127c aufgenommen werden können.
[0158] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen kein Dämpfungssohlenteil 121 zu
verwenden. In diesem Fall weisen die Teile der Stabilisierungseinrichtung 119 a, 119b
und 119c eine plane Oberfläche ohne Begrenzungsrand 129a, 129b, 129c auf, sodass das
Barrierematerial 33 mit der Oberfläche der Stabilisierungseinrichtung bündig in deren
Öffnungen plaziert ist. Der Sohlenverbund wird lediglich durch die Barriereeinheit,
aufgebaut aus Barrierematerial 33 und Stabilisierungseinrichtung 119, und die Laufsohle
gebildet.
[0159] Die in Figur 15 von schräg oben gezeigten Schuhsohlenverbundteile 105 sind in Figur
16 ebenfalls in voneinander getrennter Anordnung gezeigt, allerdings in Schrägansicht
von unten. Dabei ist ersichtlich, dass die Laufsohlenteile 117a bis 117c in üblicher
Weise mit einem Laufsohlenprofil versehen sind, um die Rutschgefahr zu verringern.
Außerdem weisen die Unterseiten der Stabilisierungseinrichtungsteile 119a und 119e
an ihrer Unterseite mehrere noppenartige Vorsprünge 131 auf, welche zur Aufnahme von
in Figur 15 zu sehenden komplementären Vertiefungen in den Oberseiten der Laufsohlenteile
117a, 117b und 117c zur positionsrichtigen Verbindung der Laufsohlenteile 117a bis
117c mit den zugehörigen Stabilisierungseinrichtungsteilen 119a und 119c dienen. In
Figur 16 sind außerdem Öffnungen 135a, 135b, 135c und 135d in den Stabilisierungseinrichtungsteilen
119b und 119d zu sehen, die mit dem je zugehörigen Barrierematerialteil 33a, 33b,
33c bzw. 33d in wasserdampfdurchlässiger Weise abgedeckt sind, womit die Durchbrechungen
31 (Figur 4) des Schuhsohlenverbundes 105 in wasserdampfdurchlässiger Weise verschlossen
sind. In einerAusführungsform sind die Barrierematerialteile so angeordnet, dass ihre
glatte Oberfläche zur Laufsohle hin gerichtet ist. Die Öffnungen 135a bis 135d sind
je mit einem Stabilisierungsgitter 137a, 137b, 137c bzw. 137e überbrückt, welche je
eine Stabilisierungsstruktur im Bereich der je zugehörigen Öffnung der Stabilisierungseinrichtung
119 bilden. Außerdem wirken diese Stabilisierungsgitter 137a-137e gegen das Eindringen
größerer Fremdgegenstände bis zu dem Barrierematerial 33 oder noch weitergehend, was
vom Benutzer des Schuhs unangenehm gespürt werden könnte.
[0160] Zu erwähnen sind noch an den axialen Enden des mittelfußseitigen Stabilisierungseinrichtungsteils
119b vorgesehene Verbindungselemente 139, die beim Zusammensetzen der Stabilisierungseinrichtung
119 aus den drei Stabilisierungseinrichtungsteilen 119a bis 119c auf den von der Laufsohlenanbringseite
abgewandten oberen Seiten der Stabilisierungseinrichtungsteile 119a und 119c überlappend
zu liegen kommen, um dort befestigt zu werden, beispielsweise durch Verschweißen oder
Verkleben.
[0161] Figur 17 zeigt in gegenüber Figur 16 vergrößerter Darstellung die beiden Stabilisierungseinrichtungsteile
119a und 119b vor ihrer Befestigung aneinander, wobei die Öffnungen 135b bis 135d
des vorderfußseitigen Stabilisierungseinrichtungsteils 119c und die darin befindlichen
Stabilisierungsgitterstrukturen besonders gut zu sehen sind. Deutlich wird auch, dass
das mittlere Stabilisierungseinrichtungsteil 119b an den Längsseiten hochgebogene
Rahmen- und Gitterteile zeigt. Das auf das Stabilisierungseinrichtungsteil 119b aufzulegende
Barrierematerialstück 33a ist an seinen Längsseiten mit entsprechend hochgebogenen
Seitenflügeln 141 versehen. Durch diese hochgebogenen Teile sowohl des Schuhstabilisierungsteils
119b als auch des Barrierematerialstücks 33a wird eine Anpassung an die Form der seitlichen
Mittelfußflanken erreicht. Die restlichen Barrierematerialteile 33b bis 33d sind im
Wesentlichen flach, entsprechend der im Wesentlichen flachen Ausbildung des vorderfußseitigen
Stabilisierungseinrichtungsteils 119c.
[0162] Allgemein ist hier hinzuzufügen, dass die mindestens eine Öffnung 135a-135d der Stabilisierungseinrichtung
119b und 119c durch den Rahmen 147 der Stabilisierungseinrichtung 119 begrenzt ist
und nicht durch die vorhandenen Stege 37 in den Öffnungen 135a-135d. Die in Figur
17 gezeigten Begrenzungsränder 129a-129c stellen in dieser Ausführungsform einen Teil
des jeweiligen Rahmens 147 dar.
[0163] Es ist weiterhin möglich, anstelle mehrerer Barrierematerialteile 33b, 33c, 33d ein
einstückiges Barrierematerialteil zu verwenden. Die Auflagevorsprünge 150 und/oder
Begrenzungsränder 129a - 129c müssen entsprechend gestaltet werden.
[0164] Eine weitere Modifikation des für den Mittelfußbereich vorgesehenen Barriereeinheitteils
mit dem Stabilisierungseinrichtungsteil 119b und dem Barrierematerialteil 33a ist
in den Figuren 18 und 19 gezeigt, in Figur 18 im fertig montierten Zustand und in
Figur 19, während diese beiden Teile noch voneinander getrennt sind. Im Unterschied
zu der Variante in Figur 17 ist bei der Modifikation der Figuren 18 und 19 das für
den Mittelfußbereich vorgesehene Stabilisierungseinrichtungsteil 119b nur im Mittenbereich
mit einer Öffnung und einem darin befindlichen Stabilisierungsgitter 137a versehen,
während die beiden Flügelteile 143 an den Längsseiten des Stabilisierungseinrichtungsteils
119b durchgehend ausgebildet sind, d.h., keine Öffnung aufweisen, sondern lediglich
an ihrer Unterseite mit Stabilisierungsrippen 145 versehen sind. Dementsprechend ist
das für dieses Barriereeinheitteil vorgesehene Barrierematerialstück 33a schmaler
als bei den Varianten der Figuren 18 bis 19, weil es nicht die Seitenflügel 141 gemäß
der Figur 17 benötigt.
[0165] Während anhand der Figuren 12 bis 19 Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Schuhsohlenverbundes
105 erläutert worden sind, werden nun anhand der Figuren 20 bis 27 Ausführungsformen
und Einzelheiten von erfindungsgemäßem Schuhwerk erläutert, das mit einem erfindungsgemäßen
Schuhsohlenverbund aufgebaut ist. Dabei zeigen die Figuren 20, 22 und 23 eine Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Schuhwerks, bei welchem der Schaftboden eine Schaftmontagesohle
und zusätzlich ein Funktionsschichtlaminat aufweist, während die Figuren 24 und 25
eine Ausführungsform erfindungsgemäßen Schuhwerks zeigen, bei welchem ein Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
237 gleichzeitig die Funktion einer Schaftmontagesohle 233 übernimmt. Die Figur 26
zeigt eine weitere Ausführungsform des Schuhsohlenverbundes 105.
[0166] Bei den in den Figuren 20 bis 25 gezeigten beiden Ausführungsformen weist der Schuh
101 in Übereinstimmung mit den Figuren 12 und 13a - b einen Schaft 103 auf, der eine
außen befindliche Obermateriallage 211, eine innen befindliche Futterlage 213 und
eine dazwischen befindliche wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Schaftfunktionsschichtlage
215, beispielsweise in Form einer Membran, aufweist. Die Schaftfunktionsschichtlage
215 kann im Verbund mit der Futterlage 213 als 2-Lagen Laminat vorliegen oder als
3-Lagen Lamnat, wobei die Schaftfunktionsschichtlage 215 eingebettet ist zwischen
der Futterlage 213 und einer textilen Abseite 214. Das obere Schaftende 217 ist je
nachdem, ob die Schnittebene der in den Figuren 20 und 24 dargestellten Querschnittsansicht
im Vorderfußbereich oder im Mittelfußbereich liegt, geschlossen bzw. zur Fußeinschlüpföffnung
113 (Figur 12) offen. Am sohlenseitigen Schaftendbereich 219 ist der Schaft 103 mit
einem Schaftboden 221 versehen, mit dem das sohlenseitige untere Ende des Schaftes
103 geschlossen ist. Der Schaftboden 221 weist eine Schaftmontagesohle 233 auf, die
mit dem sohlenseitigen Schaftendbereich 219 verbunden ist, was bei den Ausführungsformen
gemäß den Figuren 20 bis 25 mittels einer Strobelnaht 235 geschieht.
[0167] Im Fall der Ausführungsform der Figuren 20, 22 und 23 ist zusätzlich zu der Schaftmontagesohle
233 ein Schaftbodenfunktionsschichtlaminat 237 vorgesehen, das unterhalb der Schaftmontagesohle
233 angeordnet ist und sich über den Umfang der Schaftmontagesohle 233 hinaus erstreckt
bis in den sohlenseitigen Schaftendbereich 219. Das Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
237 kann ein 3-Lagen Laminat sein, wobei die Schaftbodenfunktionsschicht 248 eingebettet
ist zwischen einer textilen Abseite und einer weiteren textilen Lage. Es ist ebenso
möglich, die Schaftbodenfuntionsschicht 247 nur mit der textilen Abseite zu versehen.
Im sohlenseitigen Schaftendbereich 219 ist die Obermateriallage 211 kürzer als die
Schaftfunktionsschichtlage 215, so dass dort ein Überstand der Schaftfunktionsschichtlage
215 gegenüber der Obermateriallage 211 geschaffen ist und dort die außenseitige Oberfläche
der Schaftfunktionsschichtlage 215 freiliegt. Hauptsächlich zur mechanischen Zugentlastung
des Überstandes der Schaftfunktionsschichtlage 215 ist zwischen dem sohlenseitigen
Ende 238 der Obermateriallage 211 und dem sohlenseitigen Ende 239 der Schaftfunktionsschichtlage
215 ein Netzband 241 oder ein anderes für Dichtmaterial durchdringbares Material angeordnet,
dessen von der Strobelnaht 235 abliegende Längsseite mittels einer ersten Naht 243
mit dem sohlenseitigen Ende 238 der Obermateriallage 211, nicht jedoch mit der Schaftfunktionsschichtlage
215 verbunden ist, und dessen zur Strobelnaht 235 weisende Längsseite mittels der
Strobelnaht 235 mit dem sohlenseitigen Ende 239 der Schaftfunktionsschichtlage 215
und mit der Schaftmontagesohle 233 verbunden ist. Das Netzband 241 besteht vorzugsweise
aus einem monofilen Material, so dass es keine Wasserleitfähigkeit aufweist. Das Netzband
wird vorzugsweise für angespritzte Sohlen verwendet. Wird der Sohlenverbund mittels
Kleber an dem Schaft befestigt, kann anstelle des Netzbandes das sohlenseitige Ende
238 der Obermateriallage 211 mittels Klebers 249 am Zwickschaftfunktionsschichtlaminat
befestigt werden (Figur 22). In dem Umfangsbereich 245, in welchem das Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
237 über den Umfang der Schaftmontagesohle 233 hinüberragt, ist zwischen dem Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
237 und dem sohlenseitigen Ende 239 der Schaftfunktionsschichtlage 215 ein Dichtungsmaterial
248 angeordnet, mittels welchem eine wasserdichte Verbindung zwischen dem sohlenseitigen
Ende 239, der Schaftfunktionsschichtlage 215 und dem Umfangsbereich 245 des Schaftbodenfunktionsschichtlaminates
237 hergestellt wird, wobei diese Dichtung durch das Netzband 241 hindurch wirkt.
[0168] Die in den Figuren 20, 23 bis 25 gezeigte Netzbandlösung dient dazu, zu verhindern,
dass Wasser, welches an der Obermateriallage 211 herabläuft oder herabkriecht, bis
zur Strobelnaht 235 gelangt und von dort in den Schuhinnenraum vordringt. Dies wird
verhindert dadurch, dass das sohlenseitige Ende 238 der Obermateriallage 211 in einem
Abstand vom sohlenseitigen Ende 239 der Schaftfunktionsschichtlage 215 endet, der
mit dem nicht wasserleitendenden Netzband 241 überbrückt ist, und im Bereich des Überstandes
der Schaftfunktionsschichtlage 215 das Dichtungsmaterial 247 vorgesehen ist. Die Netzbandlösung
ist an sich bekannt aus dem Dokument
EP 0298360 B1.
[0169] Anstelle der Netzbandlösung können alle in der Schuhindustrie verwendeten Verbindungstechnologien
zum vorzugsweise wasserdichten Verbinden des Schaftes mit dem Schaftboden verwendet
werden. Die dargestellte Netzbandlösung und die gezwickte Lösung in Figur 22 sind
beispielhafte Ausführungsformen.
[0170] Der in Figur 24 gezeigte Schaftaufbau stimmt mit dem in Figur 20 gezeigten Schaftaufbau
überein, mit der Ausnahme, dass dort keine separate Schaftmontagesohle vorgesehen
ist, sondern dass das Schaftbodenfunktionsschichtlaminat 237 gleichzeitig die Funktion
einer Schaftmontagesohle 233 mit übernimmt. Dem gemäß ist der Umfang des Schaftbodenfunktionsschichtlaminates
237 der in Figur 24 gezeigten Ausführungsform über die Strobelnaht 235 mit dem sohlenseitigen
Ende 239 der Schaftfunktionsschichtlage 215 verbunden und ist das Dichtungsmaterial
248 im Bereich dieser Strobelnaht 235 so aufgebracht, dass der Übergang zwischen dem
sohlenseitigen Ende 239 der Schaftfunktionsschichtlage 215 und dem Umfangsbereich
des Schaftbodenfunktionsschichtlaminates 237 insgesamt abgedichtet ist, einschließlich
der Strobelnaht 235.
[0171] Bei beiden Ausführungsformen der Figuren 20 und 24 kann ein gleich aufgebauter Schuhsohlenverbund
105 verwendet werden, wie er in diesen beiden Figuren gezeigt ist. Da in den Figuren
20 und 24 Schnittansichten des Schuhs 101 im Vorderfußbereich gezeigt sind, handelt
es sich in diesen Figuren um eine Schnittdarstellung des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes
105, also um eine Schnittdarstellung entlang einer quer verlaufenden Schnittlinie
durch das für den Vorderfußbereich bestimmte Stabilisierungseinheitsteil 119c mit
dem in dessen Öffnung 135c eingelegten Barrierematerialstücks 33c.
[0172] Demgemäß zeigt die Schnittdarstellung des Schuhsohlenverbundes 105 das Stabilisierungseinrichtungsteil
119c mit seiner Öffnung 135c, einen diese Öffnung überbrückenden Steg des zugehörigen
Stabilisierungsgitters 137c, den nach oben hochstehenden Rahmen 129b, das in diesen
Rahmen 129b eingelegte Barrierematerialstück 33c, das Dämpfungssohlenteil 121 b auf
der oberen Seite des Stabilisierungseinrichtungsteil 119c und das Laufsohlenteil 117b
auf der Unterseite des Stabilisierungseinrichtungsteils 119c. Insofern stimmen beide
Ausführungsformen der Figuren 20 und 24 überein.
[0173] Figur 21 zeigt ein Beispiel einer Barriereeinheit 35, bei welcher ein Stück Barrierematerial
33 an seiner Unterseite mit mindestens einem Stabilisierungssteg 37 versehen ist.
Dabei ist auf dem dem Stabilisierungssteg 37 entgegengesetzten Oberflächenbereich
des Barrierematerials 33 ein Klebstoff 39 aufgebracht, über welchen das Barrierematerial
33 mit dem wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen Schaftboden 221 verbunden ist,
der sich außerhalb des Schuhsohlenverbundes oberhalb der Barriereeinheit 35 befindet.
Dabei ist der Klebstoff 39 derart aufgebracht, dass der Schaftboden 221 mit dem Barrierematerial
33 überall dort unverbunden bleibt, wo sich an der Unterseite des Barrierematerials
33 kein Material des Stabilisierungssteges 37 befindet. Auf diese Weise wird sichergestellt,
dass die Wasserdampfdurchlässigkeitsfunktion des Schaftbodens 115 durch Klebstoff
39 nur dort gestört wird, wo das Barrierematerial 33 aufgrund der Anordnung des Stabilisierungssteges
37 ohnehin keinen Wasserdampftransport zulassen kann.
[0174] Während in den Figuren 20 und 24 der jeweilige Schuhsohlenverbund 105 noch getrennt
von dem je zugehörigen Schaft 103 dargestellt ist, zeigen die Figuren 22, 23 und 25
in vergrößerter Darstellung und ausschnittsweise diese beiden Ausführungsformen mit
an die Schaftunterseite angesetztem Schuhsohlenverbund 105. In diesen vergrößerten
Ansichten ist die Schaftbodenfunktionsschicht 247 des Schaftbodenfunktionsschichtlaminates
237 in allen Ausführungsformen vorzugsweise eine mikroporöse Funktionsschicht, beispielsweise
aus gerecktem Polytetrafluorethylen (ePTFE). Wie bereits weiter oben bemerkt worden
ist, können aber auch andersartige Funktionsschichtmaterialien eingesetzt werden.
[0175] In diesen vergrößerten ausschnittsweisen Ansichten der Figuren 22, 23 und 25 ist
besonders gut die mit dem Dichtungsmaterial 248 geschaffene wasserdichte Verbindung
zwischen den sich überlappend gegenüberliegenden Enden der Schaftfunktionsschichtlage
215 und der Schaftbodenfunktionsschicht 247 zu sehen. Außerdem ist deutlicher als
in den Figuren 20 und 24 die Einbeziehung der einen Netzbandlängsseite in die Strobelnaht
235 zu sehen.
[0176] Figur 22 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher der erfindungsgemäße Sohlenverbund
105 mittels Befestigungsklebstoff 250 an dem Schaftboden befestigt ist. Das Schaftfunktionsschichtlaminat
216 ist ein dreilagiger Verbund mit einer textilen Lage 214, einer Schaftfunktionsschicht
215 und einer Futterlage 213. Das sohlenseitige Ende 238 der Obermateriallage 211
ist mit Zwickklebstoff 249 am Schaftfunktionsschichtlaminat 216 befestigt.
[0177] Der Befestigungsklebstoff 250 ist flächig auf der Oberfläche des Sohlenverbundes
aufgebracht mit Ausnahme der Durchbrechungen 135 und des im Bereich der Durchbrechungen
135 angeordneten Barrierematerials 33. Beim Befestigen des Sohlenverbundes an dem
Schaftboden 221 dringt der Befestigungsklebstoff 250 bis an und teilweise in das Schaftfunktionsschichtlaminat
216 sowie an und teilweise in Randbereiche des Schaftbodenfunktionsschichtlaminats
237.
[0178] Figur 23 ist eine Darstellung des Schaftaufbaus gemäß Figur 20 mit einem angespritzten
Schuhsohlenverbund. Dabei ist das dreilagige Schaftbodenfunktionsschichtlaminat 237
so an der Schaftmontagesohle 233 befestigt, dass die textile Abseite 246 zum Sohlenverbund
zeigt. Das ist vorteilhaft, weil das Sohlenspritzmaterial 260 leichter in die dünne
textile Abseite eindringen und sich dort verankern kann und so eine feste Verbindung
zur Schaftbodenfunktionsschicht 237 hin geschaffen ist.
[0179] Die Barriereeinheit mit der mindestens einen Öffnung 135 und dem mindestens einem
Stück Barrierematerial 33 liegt als vorgefertigte Einheit vor und wird vor dem Spritzvorgang
in die Spritzform eingelegt. Das Sohlenspritzmaterial 260 wird entsprechend an den
Schaftboden angespritzt, wobei es durch das Netzband 241 hindurch bis zum Schaftfunktionsschichtlaminat
216 vordringt.
[0180] Figur 25 zeigt eine vergrößerte und ausschnittsweise Ansicht der Figur 24. Der Sohlenverbund
105 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Barriereeinheit 35. Die
Schuhstabilisierungseinrichtung 119c bildet einen Teil des Sohlenverbundes 105 und
erstreckt sich hier nicht bis zum äußeren Umfang des Sohlenverbundes 105. Über der
Öffnung 135 ist ein Stück Barrierematerial 33c so angebracht, dass das Material 33c
auf dem umlaufenden durchgehend plan ausgebildeten Begrenzungsrand 130 der Öffnung
135 aufliegt.
[0181] Der Sohlenverbund 105 kann mit Befestigungsklebstoff 250 am Schaftboden 221 befestigt
werden oder mit Sohlenspritzmaterial 260 (wie dargestellt) angespritzt werden.
[0182] Figur 25 zeigt auch deutlich, dass bei der Ausführungsform, bei welcher das Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
237 die Funktion der Schaftmontagesohle 233 mit übernimmt, das Laminat unmittelbar
über der gegenüberliegenden Oberseite des Barrierematerialstücks 33c zu liegen kommt,
was besonders vorteilhaft ist. Denn in diesem Fall kann sich zwischen dem Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
237 und dem Barrierematerialstück 33c kein Luftpolster bilden, welches den Wasserdampfabtransport
beeinträchtigen könnte, und befindet sich das Barrierematerialstück 33c und speziell
die Schaftbodenfunktionsschicht 247 besonders dicht an der Fußsohle des Benutzers
eines solchen Schuhs, was den Wasserdampfabtransport verbessert, der vom bestehenden
Temperaturgefälle zwischen Schuhinnenraum und Schuhaußenraum mitbestimmt wird.
[0183] Figur 26 ist eine Darstellung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Sohlenverbundes. Die perspektivische Darstellung zeigt mehrere Öffnungen 135 in der
Schuhstabilisierungseinrichtung 119, die von dem Zehenbereich bis zum Fersenbereich
des Sohlenverbundes angeordnet sind. Somit ist das Stabilisierungsmaterial 33 ebenfalls
im Fersenbereich vorhanden. Die Laufsohle bilden die Laufsohlenteile 117.
[0184] Figur 27 ist eine Darstellung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Sohlenverbundes in Querschnittdarstellung. Der Sohlenverbund 105 dieser Ausführungsform
ist dem in Figur 24 dargestellten Sohlenverbund recht ähnlich. Der Sohlenverbund 105
gemäß Figur 27 weist eine Laufsohle auf, wobei in dieser Figur ein Querschnitt durch
den Fußballenbereich des Sohlenverbundes 105 gezeigt ist und daher ein Querschnitt
durch den entsprechenden Laufsohlenteil 117b. Die Lehre gemäß Figur 27 gilt aber auch
für die anderen Bereiche des Sohlenverbundes 105, also auch für dessen Fußmittelteil
und dessen Fersenteil. Der Laufsohlenteil 117b weist eine Lauffläche 153 auf, welche
beim Laufen den begangenen Boden berührt. Die Schnittdarstellung des Sohlenverbundes
105 von Figur 27 zeigt das Stabilisierungseinrichtungsteil 119c mit seiner Öffnung
135c, dessen nach oben hochstehenden Begrenzungsrand 129b, das in den Begrenzungsrand
129b eingelegte Barrierematerialstück 33c, das Dämpfungssohlenteil 121 b auf der oberen
Seite des Stabilisierungseinrichtungsteils 119c und das Laufsohlenteil 117b auf der
Unterseite des Stabilisierungseinrichtungsteils 119c. An der Unterseite des Barrierematerialstücks
33c ist ein Abstützelement 151 angebracht. Dieses erstreckt sich von der laufflächenzugewandten
Seite des Barrierematerials 33 aus bis zum Niveau der Lauffläche 153, derart, dass
sich das Barrierematerial 33 beim Laufen über das Abstützelement 151 auf dem begangenen
Boden abstützt. Das heißt, dass ein in Figur 27 unteres freies Ende des Abstützelementes
151 dann, wenn der mit diesem Sohlenverbund versehene Schuh auf einer Oberfläche steht,
diese Oberfläche berührt. Durch diese Abstützung durch das Abstützelement 151 wird
beim Laufen auf einer solchen Oberfläche das Barrierematerialstück 33c im Wesentlichen
in seiner in Figur 27 gezeigten Lage gehalten, sodass dessen Durchbiegen unter der
Last eines Benutzers des Schuhs vermieden wird. In der Öffnung 135c können mehrere
Abstützelemente 151 angeordnet werden, um die Abstützwirkung für das Barrierematerialstücks
33c zu erhöhen und über dessen Flächenerstreckung gleichmäßiger zu machen.
[0185] Die Abstützfunktion kann auch dadurch erhalten werden, dass man den in Figur 24 gezeigten
Stabilisierungssteg 137c gleichzeitig als Abstützelement 151 ausbildet, indem man
den Stabilisierungssteg 137c nicht in einem Abstand von der als Lauffläche dienenden
Unterseite des Laufsohlenteils 117b enden lässt sondern bis zum Niveau dieser Unterseite
hin verlängert. Damit verleiht man dem Stabilisierungssteg 137c die Doppelfunktion
einer Stabilisierung und einer Abstützung des Barrierematerialstücks 33c. Beispielsweise
können die in Figur 10 dargestellten Stabilisierungsstege 37c oder das in 11 dargestellte
Stabilisierungsgitter 37d gänzlich oder teilweise als Abstützelemente 151 ausgebildet
werden.
[0186] Mit dem erfindungsgemäßen Sohlenaufbau wird ein hoher Wasserdampfdurchlässigkeitswert
erreicht, weil einerseits großflächige Durchbrechungen in dem Schuhsohlenverbund 105
vorgesehen sind und diese mit Material von hoher Wasserdampfdurchlässigkeit geschlossen
sind und weil außerdem mindestens im Bereich der Durchbrechungen 31 keine den Wasserdampfaustausch
behindernde Verbindung zwischen dem wasserdampfdurchlässigen Barrierematerial 33 und
der Schaftbodenfunktionsschicht 247 besteht und eine solche Verbindung höchstens in
den Bereichen außerhalb der Durchbrechungen 31 des Schuhsohlenverbundes 105 vorhanden
ist, die nicht aktiv am Wasserdampfaustausch beteiligt sind, wie beispielsweise die
Randbereiche des Schuhsohlenverbundes 105. Außerdem ist bei dem erfindungsgemäßen
Aufbau die Schaftbodenfunktionsschicht 247 dicht am Fuß angeordnet, was zu einer beschleunigten
Wasserdampfabfuhr führt.
[0187] Bei dem Schaftbodenfunktionsschichtlaminat 237 kann es sich um ein Mehrlagenlaminat
mit zwei, drei oder noch mehr Lagen handeln. Enthalten ist mindestens eine Funktionsschicht
mit mindestens einem textilen Träger für die Funktionsschicht, wobei die Funktionsschicht
durch eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Membran 247 gebildet sein kann, die
vorzugsweise mikroporös ist.
[0188] Weitere Ausführungsformen der Erfindung sind in den folgenden nummerierten Absätzen
offenbart:
- 1. Wasserdampfdurchlässiger Schuhsohlenverbund (105) mit einer Oberseite (50), aufweisend:
mindestens eine sich durch die Schuhsohlenverbunddicke hindurch erstreckende Durchbrechung
(31);
eine Barriereeinheit (35) mit einer mindestens teilweise die Oberseite (50) des Schuhsohlenverbundes
(105) bildenden Oberseite und mit einem als Barriere gegen ein Hindurchdrücken von
Fremdkörpern ausgebildeten wasserdampfdurchlässigen Barrierematerial (33), mittels
welchem die mindestens eine Durchbrechung (31) in wasserdampfdurchlässiger Weise verschlossen
ist;
eine dem Barrierematerial (33) zugeordnete, für eine mechanische Stabilisierung des
Schuhsohlenverbundes (105) ausgebildete Stabilisierungseinrichtung (25), die mit mindestens
einem Stabilisierungssteg (37) aufgebaut ist, der mindestens auf einer Oberfläche
des Barrierematerials (33) angeordnet ist und die mindestens eine Durchbrechung (31)
wenigstens teilweise überquert;
und mindestens ein unterhalb der Barriereeinheit (35) angeordnetes Laufsohlenteil
(117).
- 2. Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 1, dessen Barriereeinheit (35) wasserdurchlässig
ausgebildet ist.
- 3. Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 1, der wasserdurchlässig ausgebildet ist.
- 4. Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
15% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 5. Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 4,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
25% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 6. Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 5,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
40% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 7. Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 6,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
50% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind
- 8. Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 7,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist dass wenigstens
60% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 9. Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 8,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist dass wenigstens
75% der Fläche des Vorderfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 10. Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 9,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
15% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 11.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 9,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
25% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 12.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 9,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
40% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 13.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
50% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 14.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
60% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind
- 15.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3,
dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens
75% der Fläche des Mittelfußbereichs des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig
sind.
- 16.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3, dessen mindestens eine
Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens 15% der vorderen
Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig sind.
- 17.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 16, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass wenigstens 25% der vorderen Hälfte der Längserstreckung
des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig sind.
- 18.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 17, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass wenigstens 40% der vorderen Hälfte der Längserstreckung
des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig sind.
- 19.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 18, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass wenigstens 50% der vorderen Hälfte der Längserstreckung
des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig sind.
- 20.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 19, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass wenigstens 60% der vorderen Hälfte der Längserstreckung
des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig sind.
- 21.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3, dessen mindestens eine
Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass wenigstens 75% der vorderen
Hälfte der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes wasserdampfdurchlässig sind.
- 22.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 3, dessen mindestens eine
Stabilisierungseinrichtung (119) so ausgebildet ist, dass von der Längserstreckung
des Schuhsohlenverbundes abzüglich des Absatzbereichs wenigstens 15% wasserdampfdurchlässig
sind.
- 23.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 22, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich
des Absatzbereichs wenigstens 25% wasserdampfdurchlässig sind.
- 24.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 23, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich
des Absatzbereichs wenigstens 40% wasserdampfdurchlässig sind.
- 25.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 24, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich
des Absatzbereichs wenigstens 50% wasserdampfdurchlässig sind.
- 26.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 25, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich
des Absatzbereichs wenigstens 60% wasserdampfdurchlässig sind.
- 27.Schuhsohlenverbund (105) nach nach Absatz 26, dessen mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
(119) so ausgebildet ist, dass von der Längserstreckung des Schuhsohlenverbundes abzüglich
des Absatzbereichs wenigstens 75% wasserdampfdurchlässig sind.
- 28.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 27, mit einer Mehrzahl von
Durchbrechungen (31), die je von einem Stück des Barrierematerials (33) verschlossen
sind.
- 29.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 27, mit einer Mehrzahl von
Durchbrechungen (31), die insgesamt von einem Stück des Barrierematerials (33) verschlossen
sind.
- 30.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 29, wobei die Barriereeinheit
(35) mindestens einen Stabilisierungssteg (37) auf der laufsohlenzugewandten Seite
der Barriereeinheit (35) aufweist.
- 31.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 30, wobei die Stabilisierungseinrichtung
(25) mit dem mindestens einen Stabilisierungssteg (37) nicht Bestandteil des mindestens
einen Laufsohlenteils ist.
- 32.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 31, wobei die Stabilisierungseinrichtung
mit dem mindestens einen Stabilisierungssteg (37) einen Abstand zu einem Boden aufweist.
- 33.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 32, wobei der Abstand der Dicke des mindestens
einen Laufsohlenteils entspricht.
- 34.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der vorhergehenden Absätze, dessen Laufsohlenteil
ein erstes Material aufweist und die Stabilisierungseinrichtung ein zweites Material
aufweist welches verschieden von dem ersten Material ist, wobei das zweite Material
härter (nach Shore) als das erste Material ist.
- 35.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 34, wobei das Barrierematerial
(33) in Form eines Faserverbundes ausgebildet ist.
- 36.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 35, wobei die Stabilisierungseinrichtung
(119) einstückig ausgebildet ist und sämtliche Durchbrechungen (31) verschließendes
Barrierematerial (33) trägt.
- 37.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 36,
wobei die Stabilisierungseinrichtung (119) mehrstückig ausgebildet ist, wobei die
Stücke wenigstens der mindestens einen Durchbrechung (31) zugeordnet sind und je ein
Stück des Barrierematerials (33) tragen, das die mindestens eine Durchbrechung (31)
verschließt.
- 38.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 37,
dessen Stabilisierungseinrichtung (25) mit mindestens einer Öffnung (135) versehen
ist, die wenigstens einen Teil der Durchbrechung (31) bildet und mit Barrierematerial
(33) verschlossen ist.
- 39.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 38,
dessen Stabilisierungseinrichtung (25) eine Mehrzahl von Öffnungen (135) aufweist,
die insgesamt mit einem Stück des Barrierematerials (33) verschlossen sind.
- 40.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 38,
dessen Stabilisierungseinrichtung (25) eine Mehrzahl von Öffnungen (135) aufweist,
die je mit einem Stück des Barrierematerials (33) verschlossen sind.
- 41.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 40,
dessen Stabilisierungseinrichtung (25) sohlenförmig oder teilsohlenförmig ausgebildet
ist.
- 42.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 41,
dessen Stabilisierungseinrichtung (25) wenigstens einen mindestens den Schuhsohlenverbund
(105) stabilisierenden Stabilisierungsrahmen (147) aufweist.
- 43.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 42,
dessen Stabilisierungsrahmen (147) in die mindestens eine Durchbrechung (31) bzw.
in mindestens eine der Durchbrechungen des Schuhsohlenverbundes (105) eingepasst ist.
- 44.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 38 bis 43,
wobei die mindestens eine Öffnung (135) eine Fläche von mindestens 1 cm2 aufweist.
- 45.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 44,
wobei die mindestens eine Öffnung (135) eine Fläche von mindestens 5 cm2 aufweist.
- 46.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 45,
wobei die mindestens eine Öffnung (135) eine Fläche von mindestens 20 cm2 aufweist
- 47.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 46, wobei die mindestens eine Öffnung (135)
eine Fläche von mindestens 40 cm2 aufweist.
- 48.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 42 bis 47,
wobei der Stabilisierungsrahmen (147) der Stabilisierungseinrichtung (119) mindestens
einen die je zugeordnete Durchbrechung (31) überbrückenden Stabilisierungssteg (37)
aufweist.
- 49.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 48,
dessen Stabilisierungseinrichtung (119) mehrere der Stabilisierungsstege (37) aufweist,
die eine gitterförmige Struktur auf mindestens einer Oberfläche des Barrierematerials
bilden.
- 50.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 49,
dessen Stabilisierungseinrichtung (119) mit mindestens einem Thermoplasten aufgebaut
ist.
- 51.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 50,
wobei die Stabilisierungseinrichtung (119) und das Barrierematerial (33) mindestens
teilweise miteinander verbunden sind.
- 52.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 51,
wobei die Stabilisierungseinrichtung (119) und das Barrierematerial (33) mittels mindestens
einer aus Kleben, Schweißen, Anspritzen, Umspritzen, Anvulkanisieren und Umvulkanisieren
ausgewählten Verbindungstechnik miteinander verbunden sind.
- 53.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 52,
wobei das Barrierematerial (33) einen Faserverbund mit mindestens zwei Faserkomponenten
aufweist, die sich hinsichtlich ihrer Schmelztemperatur unterscheiden,
wobei mindestens ein Teil einer ersten Faserkomponente eine erste Schmelztemperatur
und einen darunter liegenden ersten Erweichungstemperaturbereich aufweist und mindestens
ein Teil einer zweiten Faserkomponente eine zweite Schmelztemperatur und einen darunter
liegenden zweiten Erweichungstemperaturbereich aufweist und die erste Schmelztemperatur
und der erste Erweichungstemperaturbereich höher als die zweite Schmelztemperatur
und der zweite Erweichungstemperaturbereich sind,
und wobei der Faserverbund infolge thermischer Aktivierung der zweiten Faserkomponente
mit einer im zweiten Erweichungstemperaturbereich liegenden Klebeerweichungstemperatur
thermisch verfestigt ist unter Aufrechterhaltung von Wasserdampfdurchlässigkeit im
thermisch verfestigten Bereich.
- 54.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 53, wobei mindestens ein Teil der Faserkomponenten
des Faserverbundes durch mindestens teilweises Erweichen der zweiten Faserkomponente
miteinander thermisch verklebt ist.
- 55.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 53 oder 54,
bei deren Faserverbund wenigstens die zweite Faserkomponente mindestens einen ersten
Faseranteil und einen zweiten Faseranteil umfasst, wobei der erste Faseranteil eine
höhere Schmelztemperatur und einen höheren Erweichungstemperaturbereich als der zweite
Faseranteil aufweist.
- 56.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 55,
dessen Faserverbund ein textiles Flächengebilde ist.
- 57.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 56,
dessen Faserverbund ein Gewebe, ein Gewirke, ein Gestricke, ein Vlies, ein Filz, ein
Netz oder ein Gelege ist.
- 58.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 57,
dessen Faserverbund ein mechanisch verfestigtes Vlies ist.
- 59.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 58,
dessen Faserverbund ein vernadeltes Vlies ist.
- 60.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 59, wobei mindestens ein
Teil der zweiten Faserkomponente und gegebenenfalls des zweiten Faseranteils der zweiten
Faserkomponente bei einer Temperatur im Bereich zwischen 80°C und 230°C thermisch
aktivierbar ist.
- 61.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 60,
wobei die erste Faserkomponente und gegebenenfalls der erste Faseranteil der zweiten
Faserkomponente bei einer Temperatur von mindestens 130°C schmelzbeständig sind.
- 62.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 61,
wobei die erste Faserkomponente und gegebenenfalls der erste Faseranteil der zweiten
Faserkomponente bei einer Temperatur von mindestens 170°C schmelzbeständig sind.
- 63.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 62,
wobei die erste Faserkomponente und gegebenenfalls der erste Faseranteil der zweiten
Faserkomponente bei einer Temperatur von mindestens 250°C schmelzbeständig sind.
- 64.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 63,
wobei die erste Faserkomponente und gegebenenfalls der erste Faseranteil der zweiten
Faserkomponente ausgewählt sind ist aus der Materialgruppe aufweisend Naturfasern,
Kunststofffasern, Metallfasern, Glasfasern, Carbonfasern und Mischungen davon.
- 65.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 64
wobei die zweite Faserkomponente und gegebenenfalls der zweite Faseranteil der zweiten
Faserkomponente mit mindestens einer Kunststofffaser aufgebaut sind.
- 66.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 64 oder 65,
wobei mindestens eine der beiden Faserkomponenten und gegebenenfalls mindestens einer
der beiden Faseranteile der zweiten Faserkomponente ausgewählt ist aus der Materialgruppe
aufweisend Polyolefine, Polyamid, Co-Polyamid, Viskose, Polyurethan, Polyacryl, Polybutylenterephthalat
und Mischungen davon.
- 67.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 63 oder 65,
wobei die erste Faserkomponente und gegebenenfalls der erste Faseranteil der zweiten
Faserkomponente aus der Materialgruppe Polyester und Co-Polyester ausgewählt ist.
- 68.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 64 oder 65,
wobei mindestens die zweite Faserkomponente und gegebenenfalls mindestens der zweite
Faseranteil der zweiten Faserkomponente mindestens einen Thermoplasten aufweist.
- 69.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 68,
wobei die zweite Faserkomponente und gegebenenfalls der zweite Faseranteil der zweiten
Faserkomponente aus der Materialgruppe Polyamid, Co-Polyamid, Polybutylenterephthalat
und Polyolefin gewählt ist.
- 70.Schuhsohlenverbund (105) nach den Absätzen 65 und 68,
wobei das Polyolefin aus Polyethylen und Polypropylen ausgewählt ist.
- 71.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 69,
wobei die zweite Faserkomponente und gegebenenfalls der zweite Faseranteil der zweiten
Faserkomponente aus der Materialgruppe Polyester und Co-Polyester ausgewählt ist.
- 72.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 71,
wobei beide Faseranteile der zweiten Faserkomponente aus Polyester sind und das Polyester
des zweiten Faseranteils eine niedrigere Schmelztemperatur mit einem darunter liegenden
Erweichungstemperaturbereich aufweist als das Polyester des ersten Faseranteils.
- 73.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 72,
wobei mindestens die zweite Faserkomponente eine Kern-Mantel-Struktur aufweist und
der zweite Faseranteil den Mantel bildet.
- 74.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 72,
wobei mindestens die zweite Faserkomponente eine Seite-an-Seite-Struktur aufweist,
deren eine Seite mit dem zweiten Faseranteil der zweiten Faserkomponente aufgebaut
ist.
- 75.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 74,
wobei die zweite Faserkomponente einen Gewichtsprozentanteil bezogen auf das Flächengewicht
des Faserverbundes im Bereich von 10% bis 90% hat.
- 76.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 75,
wobei die zweite Faserkomponente einen Gewichtsprozentanteil bezogen auf das Flächengewicht
des Faserverbundes im Bereich von 10% bis 60% hat.
- 77.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 76,
wobei die zweite Faserkomponente einen Gewichtsprozentanteil bezogen auf das Flächengewicht
des Faserverbundes von 50% hat.
- 78.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 76,
wobei die zweite Faserkomponente einen Gewichtsprozentanteil bezogen auf das Flächengewicht
des Faserverbundes von 20% hat.
- 79.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 78,
wobei für die beiden Faserkomponenten und gegebenenfalls die beiden Faseranteile der
zweiten Faserkomponente Fasermaterialien ausgewählt sind, deren Schmelztemperaturen
sich um mindestens 20°C unterscheiden.
- 80.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 53 bis 79,
dessen Barrierematerial (33) über mindestens einen Teil seiner Dicke thermisch verfestigt
ist.
- 81.Schuhsohlenverbund (105) nach nach einem der Absätze 53 bis 79,
dessen Barrierematerial (33) über mindestens einen Teil seiner Dicke thermisch verfestigt
ist und an mindestens einer Oberfläche mittels Druck und Temperatur oberflächenglättend
verpresst ist.
- 82.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 81,
dessen Barrierematerial ausgerüstet ist mit einem oder mehreren Mitteln aus der Materialgruppe
wasserabweisende Mittel, schmutzabweisende Mittel, ölabweisende Mittel, antibakterielle
Mittel, Antigeruchsmittel und Kombinationen davon.
- 83.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 82,
dessen Barrierematerial (33) wasserabweisend, schmutzabweisend, ölabweisend, antibakteriell
und/oder gegen Geruch behandelt ist.
- 84.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 83,
dessen Barrierematerial eine Wasserdampfdurchlässigkeit von mindestens 4000 g/m2 • 24 h aufweist.
- 85.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 84,
dessen Barrierematerial (33) eine Wasserdampfdurchlässigkeit von mindestens 7000 g/m2 • 24 h aufweist.
- 86.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 85,
dessen Barrierematerial (33) eine Wasserdampfdurchlässigkeit von mindestens 10000
g/m2 • 24 h aufweist.
- 87.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 86,
dessen Barrierematerial (33) eine Dicke im Bereich von mindestens 1 mm bis 5 mm aufweist.
- 88.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 87,
dessen Barrierematerial (33) eine Dicke im Bereich von mindestens 1 mm bis 2,5 mm
aufweist.
- 89.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 88,
dessen Barrierematerial (33) eine Dicke im Bereich von mindestens 1 mm bis 1,5 mm
aufweist.
- 90.Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 89, mit einer Lauffläche
(153),
wobei dem Barrierematerial (33) in der Durchbrechung bzw. in mindestens einer der
Durchbrechungen (33a, 33b, 33c) wenigstens ein Abstützelement (151) zugeordnet ist,
das sich von der laufflächenzugewandten Seite des Barrierematerials (33) aus bis zum
Niveau der Lauffläche (153) erstreckt, derart, dass sich das Barrierematerial (33)
beim Laufen über das Abstützelement (151) auf dem begangenen Boden abstützt.
- 91.Schuhsohlenverbund (105) nach Absatz 90, wobei mindestens einer der Stabilisierungsstege
(37) gleichzeitig als Abstützelement (151) ausgebildet ist.
- 92.Schuhwerk mit einem Schuhsohlenverbund (105) nach einem der Absätze 1 bis 91,
aufweisend einen Schaft (103), der an einem sohlenseitigen Schaftendbereich (219)
mit einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenfunktionsschicht (247)
versehen ist, wobei der Schuhsohlenverbund (105) mit dem mit der Schaftbodenfunktionsschicht
(247) versehenen Schaftendbereich derart verbunden ist, dass die Schaftbodenfunktionsschicht
(247) wenigstens im Bereich der mindestens einen Durchbrechung (31) mit dem Barrierematerial
(33) unverbunden ist.
- 93.Schuhwerk nach Absatz 92, bei welchem der Schaft (103) mit mindestens einem Schaftmaterial
aufgebaut ist, wobei das Schaftmaterial wenigstens im Bereich des sohlenseitigen Schaftendbereichs
(219) eine wasserdichte Schaftfunktionsschicht (215) aufweist und wobei zwischen der
Schaftfunktionsschicht (215) und der Schaftbodenfunktionsschicht (247) eine wasserdichte
Abdichtung besteht.
- 94.Schuhwerk nach Absatz 92 oder 93,
dessen Schaftbodenfunktionsschicht (247) einer wasserdampfdurchlässigen Schaftmontagesohle
(233) zugeordnet ist.
- 95.Schuhwerk nach einem der Absätze 92 bis 94,
dessen Schaftbodenfunktionsschicht (247) Teil eines mehrlagigen Laminates ist.
- 96.Schuhwerk nach Absatz 95,
dessen Schaftmontagesohle (233) mit dem Laminat aufgebaut ist.
- 97.Schuhwerk nach einem der Absätze 92 bis 96,
dessen Schaftbodenfunktionsschicht (247) und gegebenenfalls die Schaftfunktionsschicht
(215) eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Membrane aufweist.
- 98.Schuhwerk nach Absatz 97,
dessen Membrane (247) gerecktes Polytetrafluorethylen aufweist.
- 99.Schuhwerk nach einem der Absätze 92 bis 98, mit einem Schuhbodenaufbau, der den
Schuhsohlenverbund (105) und die darüber befindliche Schaftbodenfunktionsschicht (247)
aufweist, wobei der Schuhbodenaufbau eine Wasserdampfdurchlassrate (MVTR) im Bereich
von 0,4 g/h - 3 g/h aufweist.
- 100.Schuhwerk nach Absatz 99, dessen Schuhbodenaufbau eine Wasserdampfdurchlassrate
(MVTR) im Bereich von 0,8 g/h - 1,5 g/h aufweist.
- 101.Schuhwerk nach Absatz 100, dessen Schuhbodenaufbau eine Wasserdampfdurchlassrate
(MVTR) von 1 g/h aufweist.
- 102.Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk mit einem wasserdampfdurchlässigen Schuhsohlenverbund
(105) nach einem der Absätze 1 bis 91 und einem Schaft (103), der an einem sohlenseitigen
Schaftendbereich (219) mit einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenfunktionsschicht
(247) versehen ist, mit folgenden Verfahrensschritten:
- a) es werden der Schuhsohlenverbund (105) und der Schaft (103) bereitgestellt;
- b) der Schaft (103) wird an dem sohlenseitigen Schaftendbereich (219) mit einer wasserdichten
und wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenfunktionsschicht (247) versehen;
- c) der Schuhsohlenverbund (105) und der mit der Schaftbodenfunktionsschicht (247)versehene
sohlenseitigen Schaftendbereich (219) werden miteinander derart verbunden,
dass die Schaftbodenfunktionsschicht (247) wenigstens im Bereich der mindestens einen
Durchbrechung (31) mit dem Barrierematerial (33) unverbunden bleibt.
- 103.Verfahren nach Absatz 102,
bei welchem der sohlenseitige Schaftendbereich (219) mit der Schaftbodenfunktionsschicht
(247) verschlossen wird.
- 104.Verfahren nach Absatz 102 oder 103, zur Herstellung von Schuhwerk, dessen Schaft
(103) mit einer Schaftfunktionsschicht (215) versehen ist,
wobei zwischen der Schaftfunktionsschicht (215) und der Schaftbodenfunktionsschicht
(247) eine wasserdichte Verbindung hergestellt wird.
Testmethoden
Dicke
[0189] Die Dicke des erfindungsgemäßen Barrierematerials wird nach DIN ISO 5084 (10/1996)
getestet.
Durchstichfestigkeit
[0190] Die Durchstichfestigkeit eines textilen Flächengebildes kann gemessen werden mit
einer von der EMPA (Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) verwendeten
Messmethode unter Verwendung eines Prüfgerätes der Instron-Zug-prüfmaschine (Modell
4465). Mittels eines Stanzeisens wird ein rundes Textilstück mit 13 cm Durchmesser
ausgestanzt und auf einer Stützplatte befestigt, in der sich 17 Bohrungen befinden.
Ein Stempel, an dem 17 dornenähnliche Nadeln (Nähnadel Typ 110/18) befestigt sind
wird mit einer Geschwindigkeit von 1000mm/min so weit heruntergefahren, dass die Nadeln
durch das Textilstück hindurch in die Bohrungen der Stützplatte eintauchen. Die Kraft
zum Durchstechen des Textilstückes wird mittels einer Messdose (eines Kraftaufnehmers)
gemessen. Das Ergebnis wird aus einer Probenanzahl von drei Proben ermittelt.
Wasserdichte Funktionsschicht / Barriereeinheit
[0191] Als "wasserdicht" wird eine Funktionsschicht angesehen, gegebenenfalls einschließlich
an der Funktionsschicht vorgesehener Nähte, wenn sie einen Wassereingangsdruck von
mindestens 1x10
4 Pa gewährleistet. Vorzugsweise gewährleistet das Funktionsschichtmaterial einen Wassereingangsdruck
von über 1x10
5 Pa. Dabei ist der Wassereingangsdruck nach einem Testverfahren zu messen, bei dem
destilliertes Wasser bei 20±2°C auf eine Probe von 100 cm2 der Funktionsschicht mit
ansteigendem Druck aufgebracht wird. Der Druckanstieg des Wassers beträgt 60±3 cm
Ws je Minute. Der Wassereingangsdruck entspricht dann dem Druck, bei dem erstmals
Wasser auf der anderen Seite der Probe erscheint. Details der Vorgehensweise sind
in der ISO-Norm 0811 aus dem Jahre 1981 vorgegeben.
Wasserdichter Schuh
[0192] Ob ein Schuh wasserdicht ist, kann z.B. mit einer Zentrifugenanordnung der in der
US-A-5 329 807 beschriebenen Art getestet werden.
Wasserdampfdurchlässigkeit des Barrierematerials
[0193] Die Wasserdampfdurchlässigkeitswerte erfindungsgemäßen Barrierematerials werden mit
Hilfe der sogenannten Bechermethode nach DIN EN ISO 15496 (09/2004) gestestet.
Wasserdampfdurchlässigkeit der Funktionsschicht
[0194] Als "wasserdampfdurchlässig" wird eine Funktionsschicht dann angesehen, wenn sie
eine Wasserdampfdurchlässigkeitszahl Ret von unter 150 m2×Pa×W
-1 aufweist. Die Wasserdampfdurchlässigkeit wird nach dem Hohenstein-Hautmodell getestet.
Diese Testmethode wird in der DIN EN 31092 (02/94) bzw. ISO 11092 (1993) beschrieben.
Wasserdampfdurchlässigkeit des erfindungsgemäßen Schuhbodenaufbau
[0195] Bei einer Ausführungsform erfindungsgemäßen Schuhwerks mit einem Schuhbodenaufbau,
der den Schuhsohlenverbund und die darüber befindliche Schaftbodenfunktionsschicht
oder das Schaftbodenfunktionsschichtlaminat umfasst, weist der Schuhbodenaufbau eine
Wasserdampfdurchlässigkeit (MVTR von Moisture Vapor Transmission Rate) im Bereich
von 0,4 g/h bis 3 g/h auf, der im Bereich von 0,8 g/h bis 1,5 g/h liegen kann und
bei einer praktischen Ausführungsform 1 g/h ist.
[0196] Das Maß der Wasserdampfdurchlässigkeit des Schuhbodenaufbaus kann mit der in dem
Dokument
EP 0396716 B1 angegebenen Messmethode ermittelt werden, die zur Messung der Wasserdampfdurchlässigkeit
eines gesamten Schuhs konzipiert worden ist. Zur Messung der Wasserdampfdurchlässigkeit
nur des Schuhbodenaufbaus eines Schuhs kann die Messmethode gemäß
EP 0 396 716 B1 ebenfalls eingesetzt werden, indem mit dem in Fig. 1 der
EP 0 396 716 B1 gezeigten Messaufbau in zwei aufeinanderfolgenden Messszenarien gemessen wird, nämlich
einmal der Schuh mit einem wasserdampfdurchlässigen Schuhbodenaufbau und ein anderes
Mal der ansonsten identische Schuh mit einem wasserdampfundurchlässigen Schuhbodenaufbau.
Aus der Differenz zwischen den beiden Messwerten kann dann der Anteil der Wasserdampfdurchlässigkeit
ermittelt werden, welcher auf die Wasserdampfdurchlässigkeit des wasserdampfdurchlässigen
Schuhbodenaufbaus zurück geht.
[0197] Bei jedem Messszenario wird unter Verwendung der Messmethode gemäß
EP 0 396 716 B1 vorgegangen, nämlich mit folgender Schrittfolge:
- a) Konditionierung des Schuhs dadurch, dass dieser in einem klimatisierten Raum (23°C,
50% relative Luftfeuchtigkeit) für mindestens 12 Stunden belassen wird.
- b) Entfernung der Einlegesohle (Fußbett)
- c) Auskleidung des Schuhs mit an den Schuhinnenraum angepasstem wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen
Auskleidungsmaterial, welches im Bereich der Fußeinschlüpföffnung des Schuhs mit einem
wasserdichten, wasserdampfundurchlässigen Dichtungsstopfen (beispielsweise aus Plexiglas
und mit einer aufblasbaren Manschette) wasserdicht und wasserdampfdicht verschließbar
ist.
- d) Einfüllen von Wasser in das Auskleidungsmaterial und Verschließen der Fußeinschlüpföffnung
des Schuhs mit dem Dichtungsstopfen
- e) Vorkonditionierung des mit Wasser gefüllten Schuhs dadurch, dass dieser während
einer vorbestimmten Zeitspanne (3 Stunden) ruhen gelassen wird, wobei die Temperatur
des Wassers konstant auf 35°C gehalten wird. Das Klima des umgebenden Raums wird ebenfalls
konstant gehalten bei 23 °C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit. Der Schuh wird während
des Tests frontal von einem Ventilator angeblasen mit im Mittel mindestens 2 m/s bis
3 m/s Windgeschwindigkeit (zur Zerstörung einer sich um den stehenden Schuh herum
bildenden ruhenden Luftschicht, welche einen erheblichen Widerstand gegen den Wasserdampfdurchlass
verursachen würde)
- f) erneutes Wiegen des mit dem Dichtungsstopfen abgedichteten, mit Wasser gefüllten
Schuhs nach der Vorkonditionierung (ergibt Gewicht m2 [g])
- g) erneutes ruhen Lassen und eigentliche Testphase von 3 Stunden unter den gleichen
Bedingungen wie bei Schritt e)
- h) erneutes Wiegen des abgedichteten, mit Wasser gefüllten Schuhs (ergibt Gewicht
m3 [g]) nach der Testphase von 3 Stunden
- i) Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit des Schuhs aus der während der Testzeit
von 3 h durch den Schuh entwichenen Wasserdampfmenge (m2-m3) [g] gemäß der Beziehung
M = (m2-m3) [g]/3[h]
[0198] Nachdem beide Messszenarien durchgeführt worden sind, bei denen man die Wasserdampfdurchlässigkeitswerte
einerseits für den gesamten Schuh mit wasserdampfdurchlässigem Schuhbodenaufbau (WertA)
und andererseits für den gesamten Schuh mit wasserdampfdurchlässigen Schaftbodenaufbau
(Wert B) gemessen hat, kann der Wasserdampfdurchlässigkeitswert für den wasserdampfdurchlässigen
Schuhbodenaufbau alleine aus der Differenz A-B ermitteln.
[0199] Wichtig ist es, während der Messung der Wasserdampfdurchlässigkeit des Schuhs mit
dem wasserdampfdurchlässigen Schuhbodenaufbaus zu vermeiden, dass der Schuh bzw. dessen
Sohle direkt auf einer geschlossenen Unterlage steht. Dies kann man durch Anheben
des Schuhs oder durch Abstellen des Schuhs auf einer Gitterkonstruktion erreichen,
sodass dafür gesorgt ist, dass der Ventilationsluftstrom auch oder besser unterhalb
der Laufsohle entlang strömen kann.
Es ist sinnvoll, bei jedem Testaufbau für einen bestimmten Schuh Wiederholungsmessungen
durchzuführen und Mittelwerte daraus zu betrachten, um die Messstreuung besser einschätzen
zu können. Es sollten mit dem Messaufbau für jeden Schuh mindestens zwei Messungen
durchgeführt werden. Bei allen Messungen sollte von einer natürlichen Schwankung der
Messergebnisse von ± 0,2 g/h um den tatsächlichen Wert z.B. 1 g/h ausgegangen werden.
Für dieses Beispiel könnten somit für den identischen Schuh Messwerte zwischen 0,8
g/h und 1,2 g/h erhalten werden. Einflussfaktoren für diese Schwankungen könnten beispielsweise
von der den Test durchführenden Person oder von der Abdichtungsgüte am oberen Schaftrand
kommen. Durch Mitteilung mehrerer Einzelmesswerte für denselben Schuh kann ein exakteres
Bild des tatsächlichen Wertes gewonnen werden.
[0200] Alle Werte für die Wasserdampfdurchlässigkeit des Schuhbodenaufbaus basieren auf
einem normal geschnürten Herrenhalbschuh der Größe 43 (französische Maß), wobei diese
Größengebung nicht genormt ist und Schuhe unterschiedlicher Hersteller verschieden
ausfallen können.
[0201] Für die Messszenarien gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- 1. Messung von Schuhen mit wasserdampfdurchlässigem Schaft, aufweisend
1.1 einen wasserdampfdurchlässigen Schuhbodenaufbau;
1.2. einen wasserdampfundurchlässigen Schuhbodenaufbau;
- 2. Messung von Schuhen mit wasserdampfundurchlässigem Schaft, aufweisend
2.1 einen wasserdampfdurchlässigen Schuhbodenaufbau;
2.2. einen wasserdampfundurchlässigen Schuhbodenaufbau.
Dehnung und Reißfestigkeit
[0202] Ein Dehnungs- und Reißfestigkeitstest wurde nach DIN EN ISO 13934-1 von 04/1999 durchgeführt.
Es wurden dabei 3 anstatt 5 Proben je Richtung genommen. Der Abstand der Klemmbacken
betrug 100 mm bei allen Proben.
Abrasion
[0203] Hinsichtlich der Abriebfestigkeit für die Abrasionsmessungen zum Erhalt der Abrasionswerte
in der Vergleichstabelle sind zwei Messmethoden angewendet worden. Zum einen wurde
mit einem Martindale-Abrasionstester getestet (in der Tabelle "Abrasion Carbon"),
bei welchem gemäß der Norm DIN EN ISO 124947 -1; -2; (04/1999) die zu testende Probe
gegen Sandpapier gescheuert wird. Dabei sind drei Abweichungen von der Norm vorgenommen
worden: Erstens wurde im Probenhalter Sandpapier der Körnung 180 plus Standardschaumstoff
eingespannt. Zweitens wurde im Probentisch Standardfilz plus die Prüfprobe eingespannt.
Drittens wurde die Probe all 700 Touren inspiziert und das Sandpapier ausgewechselt.
Zum anderen wurde die Abriebfestigkeit bei nassen Proben getestet (in der Tabelle
"Abrasion nass") nach DIN EN ISO 12947 -1; -2; -4; mit der Abweichung von der Norm,
dass der Probentisch mit Standardfilz und Standardwolle alle 12.800 Touren mit destilliertem
Wasser gesättigt wurden.
[0204] Bei den Abrasionstests werden Reibbewegungen entsprechend von Lissajous-Figuren durchgeführt.
Lissajous-Figuren stellen ein sich bei entsprechender Wahl des Verhältnisses der beteiligten
Frequenzen periodisch wiederholendes Gesamtbild dar, das sich aus relativ zueinander
versetzten Einzelfiguren zusammensetzt. Der Durchlauf durch eine dieser Einzelfiguren
wird im Zusammenhang mit dem Abrasionstest als eine Tour bezeichnet. Bei allen Materialien
1 bis 5 ist gemessen worden, nach wie vielen Touren in dem jeweiligen Material erste
Löcher eingetreten sind, das jeweilige Material also durchgescheuert war. In der Vergleichstabelle
finden sich für jedes der Materialien zwei Tourenwerte, die aus je zwei Abrasionstests
mit dem jeweils gleichen Material entstanden sind.
Härte
[0205] Härteprüfung nach Shore A und Shore D (DIN 53505, ISO 7619-1, DIN EN ISO 868)
Prinzip:
[0206] Unter der Härte nach Shore wird der Widerstand gegen das Eindringen eines Körpers
bestimmter Form unter definierter Federkraft verstanden. Die Shore-Härte ist die Differenz
zwischen dem Zahlenwert 100 und der durch den Skalenwert 0,025 mm dividierten Eindringtiefe
des Eindringkörpers in mm unter Wirkung der Prüfkraft.
[0207] Bei der Prüfung nach Shore A wird als Eindringkörper ein Kegelstumpf mit einem Öffnungswinkel
von 35° und bei Shore D ein Kegel mit einem Öffnungswinkel von 30° und einem Spitzenradius
von 0,1 mm verwendet. Die Eindringkörper bestehen aus poliertem, gehärtetem Stahl.
Messgleichung:
[0208]
F = 550+75
HSA
F = 445
HSD
h in mm, F in mN
Anwendungsbereich:
[0209] Wegen der unterschiedlichen Auflösung der beiden Shore-Härte-Verfahren in verschiedenen
Härtebereichen sind Werkstoffe mit einer Shore A-Härte > 80 zweckmäßigerweise nach
Shore D und Werkstoffe mit einer Shore D-Härte < 30 nach Shore A zu prüfen.
Härteskala Anwendung
Shore A Weicher Gummi, sehr weiche Kunststoffe
Shore D Harter Gummi, weiche Thermoplaste
Definitionen
Barrierematerial:
[0210] Material, welches dem Schuh bzw. den im Schuh vorhandenen Teilen/Materialien, wie
Obermaterial, Sohle, Membrane, mechanischen Schutz und Widerstand gegenüber Verformung
als auch gegen das Hindurchdringen von äußeren Gegenständen/Fremdkörpern/Objekten
z.B. durch die Sohle ermöglicht unter Beibehaltung eines hohen Wasserdampftransports,
d.h. eines hohen Klimakomforts im Schuh. Der mechanische Schutz und Widerstand gegenüber
Verformung beruht hauptsächlich auf der geringen Dehnung des Barrierematerials.
Faserverbund:
[0211] Oberbegriff für einen Verbund von Fasern jeglicher Art. Darunter soll fallen Leder,
aus Metallfasern bestehende Vliese oder Gewirke, unter Umständen auch in Mischung
mit textilen Fasern, ebenfalls Garne und aus Garnen hergestellte Textilien (Flächengebilde).
[0212] Der Faserverbund muss mindestens zwei Faserkomponenten aufweisen. Bei diesen Komponenten
kann es sich um Fasern (z.B. Stapelfasern), Filamente, Faserelemente, Garne, Litzen
u.ä. handeln. Jede Faserkomponente besteht entweder aus einem Material oder enthält
mindestens zwei unterschiedliche Materialanteile, wobei der eine Faseranteil bei einer
niedrigeren Temperatur erweicht/schmilzt als der andere Faseranteil (Bico). Derartige
Bico-Fasern können eine Kern-Mantel Struktur - hier wird ein Kernfaseranteil mit einem
Mantelfaseranteil ummantelt -, eine Seite an Seite Struktur oder eine Inseln-im-Meer
Struktur aufweisen. Derartige Prozesse und Maschinen hierfür sind erhältlich von Rieter
Ingolstadt, Deutschland und/oder Schalfhorst in Mönchengladbach, Deutschland.
[0213] Die Fasern können einfach gesponnen, multifilamentär oder mehrere gerissene Fasern
mit miteinander verschlungenen ausgefransten Enden sein.
[0214] Die Faserkomponenten können gleichmäßig oder ungleichmäßig im Faserverbund verteilt
sein.
[0215] Der gesamte Faserverbund muss vorzugsweise temperaturstabil bei mindestens 180°C
sein.
[0216] Eine einheitliche und glatte Oberfläche auf mindestens einer Seite des Faserverbundes
wird mittels Druck und Temperatur erreicht. Diese geglättete Oberfläche zeigt nach
"unten" zum Untergrund/Boden, damit wird erreicht, dass an der glatten Oberfläche
Partikel/Fremdkörper besser abprallen oder einfacher abgewiesen werden.
[0217] Die Eigenschaften der Oberfläche bzw der Gesamtstruktur des Faserverbundes bzw Stabilisierungsmaterials
sind abhängig von den gewählten Fasern, der Temperatur, dem Druck und dem Zeitraum,
über welchen der Faserverbund mit Temperatur und Druck beaufschlagt wurde.
Vlies:
[0218] Hier werden die Fasern auf ein Förderband abgelegt und verwirrt.
Gelege:
[0219] Eine Fischnetz- oder Sieb-Konstruktion der Fasern. Siehe
EP 1 294 656 von Dupont.
Filz:
[0220] Wollfasern, die sich durch mechanische Einwirkungen öffnen und verhaken.
Gewebe:
[0221] Mit Kett- und Schussfäden hergestellte Flächengebilde.
Gewebe und Gestricke:
[0222] ein durch Maschen gebildetes Flächengebilde.
Schmelztemperatur:
[0223] Die Schmelztemperatur ist die Temperatur, bei welcher die Faserkomponente oder der
Faseranteil flüssig wird. Unter der Schmelztemperatur versteht man auf dem Gebiet
der Polymer- bzw. Faserstrukturen einen schmalen Temperaturbereich, in dem die kristallinen
Bereiche der Polymer- bzw. Faserstruktur aufschmelzen und das Polymer in den flüssigen
Zustand übergeht. Er liegt über dem Erweichungstemperaturbereich und ist eine wesentliche
Kenngröße für teilkristalline Polymere. Geschmolzen bedeutet die Änderung des Aggregatzustandes
der Faser bzw. Teile der Faser bei einer charakteristischen Temperatur von fest zu
viskos/fließfähig.
Erweichungstemperaturbereich:
[0224] Die zweite Faserkomponente bzw. der zweite Faseranteil muss nur weich/plastisch,
nicht aber flüssig werden. D.h. die verwendete Erweichungstemperatur liegt unterhalb
der Schmelztemperatur, bei welchem die Komponente/der Anteil zerfließt. Vorzugsweise
ist die Faserkomponente oder sind Teile davon derart erweicht, dass die temperaturstabilere
Komponente in den erweichten Teilen eingebettet bzw. eingebunden ist.
[0225] Der erste Erweichungstemperaturbereich der ersten Faserkomponente liegt höher als
der zweite Erweichungstemperaturbereich der zweiten Faserkomponente bzw. des zweiten
Faseranteils der zweiten Faserkomponente. Die untere Grenze des ersten Erweichungsbereiches
kann unterhalb der oberen Grenze des zweiten Erweichungsbereiches liegen.
Klebeerweichungstemperatur:
[0226] Temperatur bei welcher es zu einer Erweichung der zweiten Faserkomponente oder des
zweiten Faseranteils kommt, bei welcher deren Material Klebewirkung entfaltet, derart,
dass mindestens ein Teil der Fasern der zweiten Faserkomponente miteinander soweit
durch Verklebung thermisch verfestigt wird, dass es zu einer Verfestigungsstabilisierung
des Faserverbundes kommt, die über derjenigen Verfestigung liegt, die man bei einem
Faserverbund mit den gleichen Materialien für die beiden Faserkomponenten durch eine
rein mechanische Verfestigung, beispielsweise durch Vernadelungsverfestigung des Faserverbundes,
erhält. Die Klebeerweichungstemperatur kann auch so gewählt werden, dass eine Erweichung
der Fasern der zweiten Faserkomponente in solchem Maße erfolgt, dass eine Verklebung
nicht nur von Fasern der zweiten Faserkomponente miteinander sondern zusätzlich ein
teilweises oder gänzliches Ummanteln von einzelnen Stellen der Fasern des ersten Faserverbundes
mit erweichtem Material der Fasern des zweiten Faserverbundes entsteht, also eine
teilweise oder gänzliche Einbettung solcher Stellen von Fasern des ersten Faserverbundes
in Material von Fasern der zweiten Faserkomponente, dass eine entsprechend erhöhte
Stabilisierungsverfestigung des Faserverbundes entsteht.
Temperaturstabilität:
[0227] Falls die Stabilisierungseinrichtung angespritzt wird, muss das Barrierematerial
temperaturstabil sein für das Anspritzen. Gleiches gilt für ein Anspritzen (ca. 170°C
- 180°C) bzw. Vulkanisieren der Schuhsohle. Falls die Stabilisierungseinrichtung angespritzt
werden soll, muss das Barrierematerial eine derartige Struktur besitzen, dass die
Stabilisierungseinrichtung in die Struktur des Barrierematerials zumindest eindringen
bzw gegebenenfalls diese durchdringen kann.
Funktionsschicht/Membran:
[0228] Die Schaftbodenfunktionsschicht und gegebenenfalls die Schaftfunktionsschicht können
durch eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Beschichtung oder durch eine wasserdichte,
wasserdampfdurchlässige Membran gebildet sein, bei der es sich entweder um eine mikroporöse
Membran oder um eine keine Poren aufweisende Membran handeln kann. Bei einer Ausführungsform
der Erfindung weist die Membran gerecktes Polytetrafluorethylen (ePTFE) auf.
[0229] Geeignete Materialien für die wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht
sind insbesondere Polyurethan, Polypropylen und Polyester, einschließlich Polyetherester
und deren Laminate, wie sie in den Druckschriften
US-A-4,725,418 und
US-A-4,493,870 beschrieben sind. Besonders bevorzugt wird jedoch gerecktes mikroporöses Polytetrafluorethylen
(ePTFE), wie es beispielsweise in den Druckschriften
US-A-3,953,566 sowie
US-A-4,187,390 beschrieben ist, und gerecktes Polytetrafluorethylen, welches mit hydrophilen Imprägniermitteln
und/oder hydrophilen Schichten versehen ist; siehe beispielsweise die Druckschrift
US-A-4,194,041. Unter einer mikroporösen Funktionsschicht wird eine Funktionsschicht verstanden,
deren durchschnittliche Porengröße zwischen etwa 0,2 µm und etwa 0,3 µm liegt.
[0230] Die Porengröße kann mit dem Coulter Porometer (Markenname) gemessen werden, das von
der Coulter Electronics, Inc., Hialeath, Florida, USA, hergestellt wird.
Barriereeinheit:
[0231] Die Barriereeinheit wird durch das Barrierematerial und gegebenenfalls durch die
Stabilisierungseinrichtung in Form von mindestens einem Steg und/ oder einem Rahmen
gebildet. Die Barriereeinheit kann in Form eines vorgefertigten Bauteils vorliegen.
Schuhsohlenverbund:
[0232] Der Schuhsohlenverbund besteht aus Barrierematerial und mindestens einer Stabilisierungseinrichtung
und mindestens einer Laufsohle sowie gegebenenfalls weiteren Sohlenlagen, wobei das
Barrierematerial die mindestens eine sich durch die Schuhsohlenverbunddicke hindurch
erstreckende Durchbrechung verschließt.
Durchbrechung:
[0233] Eine Durchbrechung ist der Bereich des Schuhsohlenverbundes, durch den Wasserdampftransport
möglich ist. Die Laufsohle und die Stabilisierungseinrichtung weisen je Durchgangsöffnungen
auf, die insgesamt eine Durchbrechung durch die Gesamtdicke des Schuhsohlenverbundes
bilden. Die Durchbrechung wird somit durch die Schnittfläche der beiden Durchgangsöffnungen
gebildet. Möglicherweise vorhandene Stege sind innerhalb des Umfangsrandes der jeweiligen
Durchbrechung angeordnet und bilden keine Begrenzung der Durchbrechung. Die Fläche
einer Durchbrechung wird abzüglich der Fläche aller sie überquerenden Stege ermittelt,
da diese Stegfläche den Wasserdampftransport blockiert und somit keine Durchbrechungsfläche
darstellt.
Stabilisierungseinrichtung:
[0234] Die Stabilisierungseinrichtung wirkt als zusätzliche Stabilisierung des Barrierematerials,
ist derart geformt und an dem Barrierematerial angebracht, dass die Wasserdampfdurchlässigkeit
des Barrierematerials, wenn überhaupt dann nur geringfügig beeinflusst ist. Das wird
dadurch erreicht, dass nur wenig Fläche des Barrierematerials von der Stabilisierungseinrichtung
bedeckt ist. Vorzugsweise ist die Stabilisierungseinrichtung nach unten zum Boden
gerichtet. In erster Linie geht es bei der Stabilisierungseinrichtung nicht um eine
Schutzfunktion, sondern darum, als Stabilisierung zu dienen.
Öffnung der Stabilisierungseinrichtung:
[0235] Die mindestens eine Öffnung der Stabilisierungseinrichtung wird begrenzt durch deren
mindestens einen Rahmen. Die Fläche einer Öffnung wird abzüglich der Fläche aller
sie überquerenden Stege ermittelt.
Schuh:
[0236] Fußbekleidung bestehend aus einem Schuhsohlenverbund und einem geschlossenen Oberteil
(Schaft).
Schuhboden:
[0237] Der Schuhboden umfaßt alle Schichten unterhalb des Fußes.
Thermische Aktivierung:
[0238] Die thermische Aktivierung erfolgt durch Beaufschlagung des Faserverbundes mit Energie,
welche zur Erhöhung der Temperatur des Materials führt bis zum Erweichungstemperaturbereich.
Wasserdurchlässiger Schuhsohlenverbund:
[0239] Getestet wird ein Schuhsohlenverbund gemäß Zentrifugenanordnung der in der
US-A-5 329 807 beschriebenen Art. Vor dem Testen muß sichergestellt werden, daß eine eventuell vorhandene
Schaftbodenfunktionsschicht wasserdurchlässig gemacht wird. Von einem wasserdurchlässigen
Schuhsohlenverbund wird ausgegangen, wenn dieser Test nicht bestanden ist. Gegebenenfalls
wird der Test mit gefärbter Flüssigkeit durchgeführt, um den Weg der Flüssigkeit durch
den Schuhsohlenverbund kenntlich zu machen.
Laminat:
[0240] Laminat ist ein Verbund bestehend aus einer wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen
Funktionsschicht mit mindestens einer textilen Lage. Die mindestens eine textile Lage,
auch Abseite genannt, dient hauptsächlich dem Schutz der Funktionsschicht während
deren Verarbeitung. Man spricht hier von einem 2-Lagen Laminat. Ein 3-Lagen Laminat
besteht aus einer wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen Funktionsschicht, die eingebettet
ist zwischen zwei textile Lagen, wobei zwischen diesen Lagen ein punktförmiger Klebstoff
aufgebracht sein kann.
Wasserdichte Funktionsschicht / Barriereeinheit:
[0241] Als "wasserdicht" wird eine Funktionsschicht angesehen, gegebenenfalls einschließlich
an der Funktionsschicht vorgesehener Nähte, wenn sie einen Wassereingangsdruck von
mindestens 1x10
4 Pa gewährleistet.
Oberseite des Schuhsolenverbundes:
[0242] Unter der Oberseite des Schuhsohlenverbundes ist die Oberfläche des Schuhsohlenverbundes
zu verstehen, welcher dem Schaftboden gegenüber liegt.
Laufsohle:
[0243] Unter Laufsohle ist der Teil des Schuhsohlenverbundes zu verstehen, der den Boden
/ Untergrad berührt bzw. den hauptsächlichen Kontakt zum Boden / Untergrund herstellt.
Bezugszeichenliste
[0244]
- 1
- Faserverbund
- 2
- erste Faserkomponente
- 3
- zweite Faserkomponente
- 4
- Kern
- 5
- Mantel
- 6
- Verbindung
- 21
- Schuhsohlenverbund
- 23
- Laufsohle
- 25
- Schuhstabilisierungseinrichtung
- 27
- Öffnung Laufsohle
- 29
- Öffnung Schuhstabilisierungseinrichtung
- 31
- Durchbrechung
- 33
- Barrierematerial
33a Barrierematerial
33b Barrierematerial
33c Barrierematerial
33d Barrierematerial
- 35
- Barriereeinheit
- 37
- Stabilisierungssteg
37a Einzelsteg
37b Einzelsteg
37c Einzelsteg
37d Stabilisierungsgitter
- 39
- Klebstoff
- 43
- Kreisfläche
- 101
- Schuh
- 103
- Schaft
- 105
- Schuhsohlenverbund
- 107
- Vorderfußbereich
- 109
- Mittelfußbereich
- 111
- Fersenbereich
- 113
- Fußeinschlupföffnung
- 115
- Schaftboden
- 117
- mehrteilige Laufsohle
117a mehrteilige Laufsohle Fersenbereich
117b mehrteilige Laufsohle Fußballenbereich
117c mehrteilige Laufsohle Zehenbereich
- 119
- Stabilisierungseinrichtung
119a Fersenbereich
119b Mittelfußbereich
119c Vorderfußbereich
- 121
- Dämpfungssohlenteil
121a Dämpfungssohlenteil Fersenbereich
121b Dämpfungssohlenteil Mittelfußbereich Öffnungen Laufsohle
123a Fersenbereich
123b Mittelfußbereich
123c Vorderfußbereich
- 125
- Durchgangsöffnung im Fersenbereich119a der Stabilisierungseinrichtung Öffnungen Dämpfungssohlenteil
127a Fersenbereich
127b Mittelfußbereich
127c Vorderfußbereich Begrenzungsrand der Schuhstabilisierungseinrichtung
129a Mittelfußbereich
129b Vorderfußbereich
129c Vorderfußbereich
- 131
- Vorsprünge
- 133
- Vertiefungen
Öffnungen Stabilisierungseinrichtung
135a Mittelfußbereich
135b Vorderfußbereich
135c Vorderfußbereich
135d Vorderfußbereich Stabilisierungsgitter
137a Mittelfußbereich
137b Vorderfußbereich
137c Vorderfußbereich
137d Vorderfußbereich
- 139
- Verbindungselement
- 141
- Seitenflügel
- 143
- Flügelteile Stabilisierungseinrichtung
- 145
- Stabilisierungsrippe
- 147
- Rahmen der Stabilisierungseinrichtung
- 150
- Auflagevorsprung
- 151
- Abstützelement
- 153
- Lauffläche
- 211
- Obermateriallage
- 213
- Futterlage
- 214
- textile Lage
- 215
- Schaftfunktionsschichtlage
- 216
- Schaftfunktionsschichtlaminat
- 217
- Oberes Schaftende
- 219
- Sohlenseitiger Schaftendberich
- 221
- Schaftboden
- 233
- Schaftmontagesohle
- 235
- Strobelnaht
- 237
- Schaftbodenfunktionsschichtlaminat
- 238
- Sohlenseitiges Ende der Obermateriallage
- 239
- Sohlenseitiges Ende der Schaftfunktionsschichtlage
- 241
- Nahtband
- 243
- erste Naht
- 244
- textile Lage
- 245
- Umfangsbereich
- 246
- textile Abseite
- 247
- Membrane
- 248
- Dichtungsmaterial
- 249
- Zwickklebstoff
- 250
- Befestigungsklebstoff
- 260
- Sohlenspritzmaterial
VERGLEICHSTABELLE
| Materialart |
Sohlensplitleder |
Vlies nur nadelverfestigt |
Vlies nur nadelverfestigt |
Vlies nadelverfestigt und thermisch verfestigt |
Vlies nadelverfestigt, thermisch verfestigt; thermische Oberflächenverpressung mit
3,3 N/cm2/230 °C/10 s |
| Materialnummer |
Material 1 |
Material 2 |
Material 3 |
Material 4 |
Material 5 |
| Material |
100 % Leder |
100 % PES |
100 % PES |
PES + Bico-PES insgesamt 100 % PES |
PES + Bico-PES insgesamt 100 % PES |
| Flächengewicht [g/m2] |
2.383 |
206 |
125 |
398 |
397 |
| Dicke [mm] |
3,36 |
2,96 |
2,35 |
1,71 |
1,46 |
| MVTR [g/m2 24h] (1) |
3.323 |
8.086 |
9.568 |
9.459 |
9.881 |
| Längsdehnung bei 50 N [%] |
1 |
34 |
55 |
0 |
0 |
| Längsdehnung bei 100 N [%] |
2 |
48 |
79 |
1 |
0 |
| Längsdehnung bei 150 N [%] |
2 |
59 |
104 |
1 |
0 |
| Reißlängskraft [N] |
3.106 |
324 |
152 |
641 |
821 |
| Reißlängsdehnung [%] |
40 |
94 |
107 |
26 |
27 |
| Querdehnung bei 50 N [%] |
0 |
32 |
46 |
0 |
0 |
| Querdehnung bei 100 N [%] |
1 |
43 |
63 |
1 |
0 |
| Querdehnung bei 150 N [%] |
1 |
52 |
75 |
1 |
0 |
| Reißquerkraft [N] |
4.841 |
410 |
252 |
884 |
742 |
| Reißquerdehnung [%] |
43 |
92 |
99 |
35 |
32 |
| Durchstichfestigkeit [N] |
857 |
5 |
6 |
317 |
291 |
| Abrasion nass [Touren] (2) |
25.600/30.100 |
20.600/20.600 |
20.700/16.500 |
70.200/70.200 |
614.000/704.000 |
| Abrasion Carbon [Touren] (2) |
ca. 35.000 |
1.570/1.600 |
452/452 |
7.700/7.700 |
14.000/15.400 |
(1) DIN EN ISO 15496 (09/2004)
(2) DIN EN ISO 12947-1;-2 (04/1999) |
Herren Halbschuh Gr. 42/43 (franz)
Testdauer: 3 Stunden
Alle Schäfte identisch aufgebaut, d.h. Streunung nur durch natürliche Streuung der
Materialien (Leder, textil etc.)
Schaft kann wasserdicht ausgebildet sein
Konstante Wassermenge in allen Schuhen
Einlegesohlen für den test entfernt
Schuhbodenaufbau bei Nr 2 und 3 vergleichbar - Bei Nr 1 ist lediglich die Laufsohle
geschlossen, d.h. sie weist keine Öffnungen auf
| Schuh-Nr. |
Wiederholungsmessungen |
Sohle wasserdamptdurchlässlg JA / NEIN |
Luftstrom über dem Schaft und unter der Sohle |
Gewicht m2 [g] vor Testbeginn |
Gewicht m3 [g] nach Testende |
Gesamtschuhwasserdampfdurchlässigkeit MVTR = (m2 - m3)/Tesdauer [g/h] |
Mittelwert der Wiederholungsmessungen pro Schuhnummer MVTR [g/h] |
Wasserdampfdurchlässigkeit des Schuhbodenaufbaus [g/h] |
| 1 |
1 |
Nein |
Ja |
1106,66 |
1097,55 |
3,0 |
|
|
| 1 |
2 |
Nein |
Ja |
1103,58 |
1095,03 |
2,8 |
|
|
| 1 |
3 |
Nein |
Ja |
1102,98 |
1094,63 |
2,8 |
|
|
| 1 |
4 |
Nein |
Ja |
1112,44 |
1102,54 |
3,3 |
|
|
| 1 |
5 |
Nein |
Ja |
1143,9 |
1133,75 |
3,4 |
3,1 |
0 |
| 1 |
6 |
Nein |
Ja |
1108,56 |
1098,42 |
3,4 |
|
|
| 1 |
7 |
Nein |
Ja |
1102,62 |
1094,15 |
2,8 |
|
|
| 1 |
8 |
Nein |
Ja |
1101,78 |
1093,16 |
2,9 |
|
|
| 1 |
9 |
Nein |
Ja |
1117,55 |
1107,86 |
3,2 |
|
|
| 2 |
1 |
Ja |
Ja |
1179,2 |
1167,06 |
4,0 |
|
|
| 2 |
2 |
Ja |
Ja |
1156,7 |
1144,85 |
4,0 |
|
|
| 2 |
3 |
Ja |
Ja |
1144,65 |
1132,97 |
3,9 |
|
|
| 2 |
4 |
Ja |
Ja |
1159,46 |
1148,3 |
3,7 |
|
|
| 2 |
5 |
Ja |
Ja |
1153,56 |
1142,5 |
3,7 |
4,0 |
4,0 - 3,1 = 0,9 |
| 2 |
6 |
Ja |
Ja |
1175,88 |
1163,36 |
4,2 |
|
|
| 2 |
7 |
Ja |
Ja |
1173,78 |
1160,84 |
4,3 |
|
|
| 2 |
8 |
Ja |
Ja |
1165,54 |
1153,05 |
4,2 |
|
|
| 3 |
1 |
Ja |
Ja |
1153 |
1140 |
4,3 |
|
|
| 3 |
2 |
Ja |
Ja |
1168,42 |
1156,17 |
4,1 |
4,3 |
4,3 - 3,1 = 1,2 |
| 3 |
3 |
Ja |
Ja |
1160,6 |
1146,98 |
4,5 |
| 3 |
4 |
Ja |
Ja |
1183,8 |
1170,5 |
4,4 |
|
|