[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1.
Die Erfindung liegt in dem technischen Gebiet der des Tintenstrahldrucks, insbesondere
das Bedrucken nicht ebener, sondern gekrümmter Substrate. "Gekrümmt" meint, dass die
Oberfläche konvexe und/oder konkave Abschnitte etc. aufweist, wie z.B. Karosserieteile
von Fahrzeugen.
Der bekannte Stand der Technik in diesem technischen Gebiet umfasst Folgendes:
Aus der
DE 10 2012 006 371 A1 sind bereits ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, welche es erlauben, gekrümmte
Oberflächen zu bedrucken und den Aufdruck zu trocknen. Dabei werden ein Tintenstrahlkopf
und ein Trockner mittels eines Roboters entlang des Objekts geführt oder umgekehrt.
Die noch nicht veröffentlichten
DE 10 2013 016 006.5 und
DE 10 2014 004 507.2 offenbaren Verfahren und eine Vorrichtung, welches es insbesondere erlauben, kugelförmige
Objekte zu bedrucken, wobei das jeweilige Objekt bewegt wird.
Aus der noch nicht veröffentlichten
DE 10 2013 014 444.2 ist ein Verfahren bekannt, welches es erlaubt, Bahnen für das Bedrucken und Trocknen
gekrümmter Oberflächen zu planen und den Druckkopf/den Trockner auf den geplanten
Bahnen zu führen.
Die
DE 10 2012 006 370 A1 und die noch nicht veröffentlichte
DE 10 2013 019 359.1 offenbarten Verfahren und Vorrichtungen, welche es erlauben, bei Bedrucken von gekrümmten
Oberflächen mehrere parallele Bahnen so zu planen oder auszuführen, dass wahrnehmbare
Störungen im seitlichen Anschluss der gedruckten Tintenspuren vermieden werden.
[0002] Die
US 2014/0132673 A1 offenbart ein Drucksystem und ein entsprechendes Druckverfahren, bei welchen ein
Tintenstrahl-Druckkopf in zueinander senkrechten Bahnen über einem Substrat bewegt
wird. Am Ende einer ersten Bahn und am Anfang einer zweiten Bahn überlappen diese.
Das Dokument offenbart verschiedene Möglichkeiten, welche Düsen auf welchen Bahnen
in den Überlappbereichen drucken. Das Dokument beschreibt auch, den Druckkopf zu drehen,
so dass dieser immer senkrecht zur Vorwärtsrichtung ausgerichtet ist. Der zu bedruckende
Bereich setzt sich primär aus nicht überlappenden Bahnen zusammen.
[0003] Die
WO 2014/060005 A1 beschreibt ein sehr ähnliches Drucksystem bzw. Druckverfahren, bei welchen ein drehbarer
Druckkopf entlang im Winkel zueinander stehender Bahnen über ein zu bedruckendes Substrat
bewegt wird. Auch hier setzt sich der zu druckende Bereich im Wesentlichen aus nicht
überlappenden Bahnabschnitten zusammen. Lediglich in den Ecken des zu bedruckenden
Abschnitts überlappen die Bahnen.
[0004] Die
US 6,176,961 B1 beschreibt eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Aufbringen von Kleber auf eine Vielzahl
von nebeneinander angeordneten Objekten. Dabei wird gemäß einem Ausführungsbeispiel
ein einzelner Kopf auf einer einzelnen Bahn bewegt oder gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel
zwei Köpfe auf zwei Bahnen bewegt. Die dadurch erzeugten sinusförmigen Bahnen überlappen
an Kreuzungspunkten. Der mit Kleber zu versehende Abschnitt, welcher sich über eine
Vielzahl von einzelnen Objekten erstreckt, setzt sich jedoch im Wesentlichen aus Bereichen
zusammen, in welchen die Kleberspuren nicht überlappen.
[0005] Sofern der Aufdruck getrocknet werden muss, kann es erforderlich sein, kurze Spuren
zu drucken, um diese ohne störenden Zeitverzug trocknen zu können. Eine Vielzahl von
kurzen Spuren erzeugt jedoch auch eine Vielzahl von Anschlüssen der Spuren aneinander.
[0006] Dadurch kann auch die Wahrscheinlichkeit für wahrnehmbare Störungen im Anschluss
steigen.
Bekannt ist zudem, dass das menschliche Auge lange und gerade verlaufende Linien im
ansonsten homogenen Druckbild leichter wahrnimmt, als kurze und in Kurven verlaufende,
Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem
Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches es ermöglicht, wenigstens
zwei gedruckte Tintenstrahl-Spuren zu erzeugen, deren Anschluss aneinander mit dem
bloßen Auge nicht wahrnehmbar ist und daher keine Störungen aufweist.
Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe stellt ein Verfahren mit den Merkmalen
von Hauptanspruch 1 dar.
[0007] Die Erfindung beschreibt ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1.
[0008] Erfindungsgemäß ist der Winkel zwischen den Spurkanten nicht 0° und auch nicht 180°,
d.h. die beiden gedruckten Spuren verlaufen nicht parallel zueinander. Bevorzugt ist
der Winkel auch nicht 90° oder nicht im Bereich zwischen etwa 85° und 95°, d.h. die
beiden gedruckten Spuren verlaufen auch nicht senkrecht zueinander. Das erfindungsgemäße
Verfahren ermöglicht es daher mit Vorteil, zwei gedruckte Tintenstrahl-Spuren zu erzeugen,
deren Anschluss aneinander mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar ist und daher keine
Störungen aufweist.
[0009] Der Winkel α kann bevorzugt derart gewählt werden, dass gilt: a=arctan (n*b/m*1)
mit α ≠ 90°. Dabei gilt: b = Abstand zweier benachbarter Düsen eines Druckkopfs, 1
= Abstand zweier aufeinander folgender Druckpunkte in Bewegungsrichtung des Druckkopfes,
n, m = natürliche Zahlen. Dadurch ist gewährleistet, dass der jeweils letzte Druckpunkt
einer Druckpunktreihe einer zweiten Spur den gleichen Abstand zu den zur zweiten Spur
angrenzenden Druckpunkten der ersten Spur besitzt, so dass ein homogener Übergangsbereich
zwischen den beiden Spuren entsteht.
[0010] Sofern das zu druckende und aus den Spuren zusammengesetzte Bild gerastert ist, kann
es von Vorteil sein, die Rasterwinkel innerhalb zweier Spuren so zu wählen, dass diese
auf den Winkel zwischen den Spurkanten der beiden Spuren abgestimmt sind und das Auftreten
wahrnehmbarer Anschlüsse der Spuren aneinander zusätzlich verringern.
[0011] Die Spuren können annährend geradeaus entlang der gekrümmten Oberfläche verlaufen.
Sie können allerdings auch Kurven aufweisen. Die Breite der Spuren kann im Wesentlichen
konstant sein. Die Breite kann sich allerdings auch ändern, z.B. kann die Breite durch
ein Drehen des Druckkopfes oder durch Abschalten von Düsen am Rand des Kopfes abnehmen.
[0012] Es kann auch von Vorteil sein, bereits bei der Erzeugung der Druckdaten (beim so
genannten RIP) die bei der Bahnplanung benutzten Winkel zwischen Spurkanten und möglichen
Überlappbereiche zu berücksichtigen. Bevorzugt derart, dass jeder Bildpunkt nur einmal
gedruckt wird, auch bei mehrmaligem Überfahren mit dem Druckkopf. Druckpunkte im jeweiligen
Bereich des Anschlusses zweier Spuren werden bim RIP bevorzugt einer der beiden Spuren
zugeordnet.
[0013] Die Spurenkanten können bevorzugt auslaufend gedruckt werden und mit benachbarten
Spurkanten verzahnen (so genanntes Stitching).
[0014] Das beschriebene erfindungsgemäße Verfahren kann in vorteilhafter Weise dazu führen,
dass sich eine mangelnde mechatronische Präzision eines robotergeführten Tintenstrahlkopfes
nicht oder nur in geringerem Maße wahrnehmbar auswirkt, weil störende Linien vermieden
werden, d.h. längere parallele Drucklücken mit abgesenkter optischer Dichte oder Drucküberschneidungen
mit angehobener optischer Dichte. Solche Linien nimmt das menschliche Auge wesentlich
empfindlicher wahr, als zueinander gewinkelte Abweichungen der Druckpunkte von einem
vorgegebenen idealen Raster.
[0015] Beim Durchfahren eines Knickarm-Roboters (als Bewegungseinheit für den Druckkopf)
durch den theoretisch erreichbaren Raum auf vorgegebenen Bahnen kommt es zu sogenannten
Singularitäten. Diese können durch den Roboter in der Praxis nicht durchlaufen werden.
Dadurch könnten einzelne geplante Spuren nicht gedruckt werden und der praktisch nutzbare
Raum des Roboters würde eingeschränkt. Singularitäten können jedoch vermieden werden,
wenn die Bahn, die durch diesen Punkt der Singularität führt, geändert werden kann.
Erfindungsgemäß kann ein Roboter, welcher den Druckkopf bewegt, die Druckbahnen zumindest
in der Bildebene variieren, denn die Bahnen müssen nicht mehr zwingend parallel liegen.
Hierdurch wird die Anzahl der Singularitäten verringert und der Raum vergrößert, in
dem der Roboter drucken kann. Anders ausgedrückt, können durch die nicht-parallelen
Bahnführung größere Objekte mit dem gleichen Roboter bedruckt werden, als im Fall
der parallelen Bahnführung.
[0016] Vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den zugehörigen Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.
[0017] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass der Winkel zwischen etwa 20° und etwa 70° oder zwischen etwa 110°
und etwa 160°, bevorzugt bei etwa 45° oder bei etwa 135° liegt.
[0018] Im Überlappbereich kann der zu druckende Bildbereich beim Drucken einer Spur erzeugt
werden. Alternativ kann der Bildbereich beim Drucken zweier oder mehrerer Spuren erzeugt
werden. Bei zwei Spuren kann jede Spur je etwa die Hälfte der Bildpunkte m Bildbereich
beitragen, bei drei Spuren je etwa ein Drittel.
[0019] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass der Tintenstrahlkopf auf der ersten Bahn und/oder auf der zweiten
Bahn seine Ausrichtung zur jeweiligen Bahn verändert.
[0020] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass der Tintenstrahlkopf auf der ersten Bahn und/oder auf der zweiten
Bahn seine Ausrichtung zur jeweiligen Bahn verändert. Dieser Vorgang kann als so genannter
"Tilted Pass" bezeichnet werden.
[0021] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass der Tintenstrahlkopf während seiner Vorwärtsbewegung auf der ersten
Bahn und/oder auf der zweiten Bahn um eine Achse gedreht wird, insbesondere um eine
zur Fläche ersten Spur bzw. zweiten Spur senkrechten Achse.
[0022] Beim einfachen Tilted Pass ist der Winkel des Druckkopfs zur Druckrichtung geändert.
Dadurch verändert sich die maximale Druckbreite des Druckkopfs, die Druckpunktdichte
der zu druckenden Spur wird jedoch durch Kompensation der Druckabstände der einzelnen
Druckpunktreihen konstant gehalten. Es ist auch ein mehrfacher Tilted Pass möglich.
Dabei entsteht zumindest ein Überlappungsbereich, dessen Druckbild sich aus Bildpunkten
mehrere Spuren zusammensetzt.
[0023] Beim dynamischen Tilted Pass kann die zu druckende Spur - insbesondere am Spuranfang
oder Spurende (stirnseitiger Anschluss) - während des Druckens einer Spur schmaler
werden und kann sogar in einem (Druck-) Punkt enden. Die Begrenzung bzw. die Spurkante
kann geschwungen sein. Die sich anschließende Spur kann ebenfalls verschmälert beginnen
(bzw. im Extremfall in diesem Punkt), so dass der Anschluss zweier Spuren auf einen
Punkt reduziert sein kann. Dadurch entstehen Spuren, die (teilweise) keine parallel
verlaufenden Begrenzungen besitzen. Der seitliche Anschluss wird bevorzugt durch eine
Spur mit einer ebenfalls geschwungenen Begrenzung realisiert.
[0024] Anstelle einer bevorzugt gekrümmten Oberfläche kann mit den erfindungsmäßen Verfahren
auch eine flache bzw. ebene Oberfläche bedruckt werden. Dabei kann bevorzugt vorgesehen
sein, dass die Bahnen und zugehörigen Spuren bzw. Spurkanten Winkel von etwa 120°
zueinander aufweisen. Ein solches Drucken kann wegen der entstehenden drei- bzw. insgesamt
sechseckigen Strukturen als "Hexagonaldruck" bezeichnet werden. Solche flachen Substrate
können bevorzugt Substrate sein, die sich in einer aufrechten Ausrichtung befinden,
z.B. Plakatwände oder andere Werbeflächen, flache Abschnitte von Gebäudefassaden oder
Raumwänden, flache Abschnitte von Seitenwänden von Fahrzeugen (LKW, Anhänger, Container,
Züge, Waggons), Verkehrs- oder Hinweisschilder.
[0025] Es kann ferner vorgesehen sein, die berechneten Druckpunkte einer ersten Bahnplanung
zu speichern statt als Mosaik zu drucken. Diese Daten dienen als Information für eine
zweite Bahnplanung, wobei sich die zweite Bahnplanung von der ersten Bahnplanung unterscheidet,
d.h. andere Bahnverläufe aufweist. Das tatsächliche Bedrucken erfolgt nach dieser
zweiten Bahnplanung als Mosaik. Dieses Verfahren soll z. B. Moirée-artige Effekte
verringern. (Rand-) Druckpunkte, die nur anteilig auf einer Bahn der zweiten Bahnplanung
liegen, werden dabei in entsprechend anteiliger Größe oder als Grauwert gedruckt.
Die Spuren des zweiten Mosaiks können optional mit schräg gestelltem Druckkopf erstellt
werden. Die Druckpunktreihen dieser Spuren stehen dann enger nebeneinander, die maximale
Druckpunktdichte wird entsprechend höher. Dadurch lassen sich die theoretischen Druckpunkte
des ersten Mosaiks besser bzw. genauer abbilden.
[0026] Das insgesamt zu erzeugende Druckbild kann mosaikartig aus den Spuren zusammengesetzt
sein, wobei beliebige Spurformen gedruckt werden können. Dabei wird beachtet, dass
die Spurformen das Druckbild in der Art und Weise einer sich wiederholenden oder nicht-wiederholenden
Parkettierung ausfüllen.
[0027] Die Erfindung ist nicht nur beim Drucken einer Farbe anwendbar, sondern auch beim
Mehrfarbdruck, z.B. beim CMYK-Druck. Dabei kann jeder Farbauszug separat gemäß der
Erfindung behandelt werden, bzw. das erfindungsgemäße Verfahren und seine Weiterbildungen
sowie die entsprechenden Bahnplanungen können für jede Farbe separat durchgeführt
werden. Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Spurkanten zweier oder mehrerer zueinander
verschiedener Farben nicht aufeinander oder parallel nebeneinander liegen, sondern
erfindungsgemäß einen von 0° und 180° verschiedenen Winkel einschließen. Ein entsprechendes
Verfahren kann wie folgt ablaufen: Zuerst wird eine erste Farbe auf das Objekt gedruckt,
wobei die Spurkanten der ersten Farbe Winkel zwischen etwa 1° und etwa 179° zueinander,
bevorzugt zwischen etwa 5° und etwa 175°, einschließen. Dann wird die erste Farbe
gepinnt, d.h. angetrocknet, jedoch nicht vollständig durchgetrocknet, bzw. teilgehärtet.
Dann wird eine zweite Farbe aufgedruckt, wobei ebenfalls auf Winkel zwischen etwa
1° und etwa 179° zueinander, bevorzugt zwischen etwa 5° und etwa 175°, geachtet wird.
Die Spurkanten der zweiten Farbe werden so ausgerichtet, dass diese nicht nur zueinander,
sondern auch zu den Spurkanten der ersten Farbe die genannten Winkel aufweisen. Entsprechend
wird für weitere Farben fortgefahren, immer darauf achtend, dass alle Spurkanten zueinander
die genannten Winkelbeziehungen aufweisen. Jede Farbe, außer ggf. der letzten Farbe,
wird gepinnt. Abschließend werden alle aufgedruckten Farben gemeinsam vollständig
getrocknet bzw. durchgehärtet.
[0028] Eine alternative mechanische Lösung beim Mehrfarbdruck kann vorsehen, dass die Druckköpfe
für die einzelnen Farben unter der genannten Winkelbeziehung zueinander angeordnet,
z.B. an einem Roboterarm montiert sind. In diesem Fall würde eine einzige Bahnplanung
für alle Farben ausreichen, da die Köpfe beim Bewegen des Roboters zueinander verschiedene
(feste) Winkelbeziehungen aufweisen und entsprechend "gewinkelte" Spuren drucken.
[0029] Die Erfindung als solche und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden nachfolgend
unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand zweier bevorzugten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben. In den Zeichnungen sind einander entsprechende Elemente mit jeweils
denselben Bezugszeichen versehen.
[0030] Die Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Perspektivdarstellung einer Vorrichtung bei der Durchführung einer
bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens; und
- Figur 2
- eine schematische Perspektivdarstellung einer Vorrichtung bei der Durchführung einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0031] Figur 1 zeigt eine schematische Perspektivdarstellung einer Vorrichtung bei der Durchführung
einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Gezeigt ist ein
Objekt 1 mit einer gekrümmten Oberfläche 2. Die Oberfläche ist bevorzugt in zwei Raumrichtungen
gekrümmt. Auf der Oberfläche ist ein Abschnitt 3 erkennbar. Dieser Abschnitt soll
bedruckt werden. Für das Bedrucken ist ein Tintenstrahlkopf 4 vorgesehen. Der Kopf
ist in zwei Positionen, einmal als Kopf 4a und einmal als Kopf 4b gezeigt. Der Kopf
wird entlang einer ersten Bahn A in eine erste Richtung A' bewegt. Die Bahn A (und
auch die Bahn B; siehe unten) ist entsprechend der Oberfläche gekrümmt und derart
von der Oberfläche entfernt, dass ein Drucken mit hohen Qualität möglich und eine
Kollision zwischen Kopf und Oberfläche verhindert wird. Während der Bewegung entlang
der ersten Bahn druckt der Kopf eine erste Spur a auf die Oberfläche. Die erste Spur
a (und auch die Bahn B; siehe unten) besteht aus Tinte bzw. Tintentropfen, welche
der Kopf mittels Düsen einer Düsenreihe ausstößt. Der Ausstoß erfolgt gesteuert und
berücksichtig sowohl die Fortbewegung des Kopfs als auch das zu druckende Druckbild.
Das Druckbild kann eine Vollfläche oder ein Raster sein. Es kann ferner z.B. Text,
Bild oder Muster enthalten.
Der Tintenstrahlkopf 4 wird auch entlang einer zweiten Bahn B in eine zweite Richtung
B' bewegt. Die Bewegungen entlang beider Bahnen erfolgen bevorzugt mittels eines Gelenkarm-Roboters,
Linear-Roboters oder eines kombinierten Roboters mit Dreh- und Schubgelenken. Die
Bewegungen entlang beider Bahnen können durch bewegen des Tintenstahlkopfs oder durch
Bewegen des Objekts oder durch eine Kombination beider Bewegungen erfolgen. Während
der Bewegung entlang der zweiten Bahn druckt der Kopf eine zweite Spur b auf die Oberfläche
2.
In Figur 1 sind die erste Spurkante a' der ersten Spur und die zweite Spurkante b'
der zweiten Spur gezeigt. Diese treffen sich in einem Punkt P und schließen einen
Winkel α ein, wobei α größer 0° und kleiner 180° ist, d.h. die beiden Spuren verlaufen
nicht parallel. Im gezeigten Beispiel ist der Winkel α etwa 45°.
In Figur 1 ist erkennbar, dass die beiden Bahnen A und B in einem Überlappungsbereich
5 überlappen. Im gezeigten Beispiel kreuzen sich die beiden Bahnen. Möglich ist aber
auch, dass die zweite Bahn B nur an die erste Bahn A anstößt, nicht aber auf der gegenüberliegenden
Seite der ersten Bahn fortgeführt wird. Im Überlappungsbereich druckt der Tintenstrahlkopf
4 bevorzugt nur auf einer der beiden Bahnen. Im gezeigten Beispiel druckt der Kopf
im Überlappungsbereich nur auf der ersten Bahn. Die erste Spur a ist daher eine ununterbrochene
Spur und die zweite Spur b eine unterbrochene Spur, d.h. der Überlappungsbereich bildet
in der zweiten Spur eine Lücke. Möglich ist aber auch, dass in einem Teil des Überlappungsbereich
auf der ersten Bahn gedruckt wird und im komplementären Teil auf der zweiten Bahn.
Figur 1 lässt auch erkennen, dass es wenigstens einen weiteren Überlappungsbereich
6 der beiden Bahnen A und B gibt. Die Bahn B besteht in diesem Fall aus mehreren Bahnabschnitten
oder aus ein langen, gewundenen Abschnitt, der die Bahn A mehrfach kreuzt.
Figur 2 zeigt eine schematische Perspektivdarstellung einer Vorrichtung bei der Durchführung
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In Figur 2 ist der Tintenstrahlkopf 4 wiederum in zwei Position gezeigt: einmal als
Tintenstrahlkopf 4a und einmal als Tintenstrahlkopf 4b. Kopf 4a steht bezüglich seiner
ersten Ausrichtung 7a im Wesentlichen parallel zur Richtung A' der ersten Bahn A und
bezüglich seiner zweiten Ausrichtung 7b im Wesentlichen senkrecht zur Richtung A'.
Die Änderung der Ausrichtung wird durch ein Drehen des Kopfs 4 um seine Achse 8 während
der Vorwärtsbewegung bewirkt, bevorzugt durch den Roboter. Die jeweilige Ausrichtung
7a und 7b des Kopfs ist dabei parallel zu der Düsenreihe des Kopfs. Der Kopf druckt
während der Vorwärtsbewegung die erste Spur a . Eine entsprechend angepasste Drehung
des Kopfs erfolgt auch auf einer benachbarten zweiten Bahn B, auf der die zweite Spur
b gedruckt wird. Die Anpassung der Drehungen (über eine Steuerung) erfolgt dabei derart,
dass die beiden Spuren a und b in ihrer jeweiligen Breite in der Vorwärtsrichtung
variieren und ihre Kanten lückenlos aneinander anschließen. In dem gezeigten Beispiel
zeigen die Kanten einen schlangenförmigen Verlauf. Bei der Drehung des Kopfs ist dessen
Bilddaten-Ansteuerung so zu variieren, dass trotz der Drehung und der daraus resultierenden
Geschwindigkeiten und Beschleunigungen der einzelnen Düsen ein qualitativ hochwertiges
Druckergebnis erzielt wird.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Objekt
- 2
- Oberfläche
- 3
- Abschnitt
- 4
- Tintenstrahlkopf
- 4a
- Tintenstrahlkopf
- 4b
- Tintenstrahlkopf
- 5
- Überlappungsbereich
- 6
- Überlappungsbereich
- 7a
- erste Ausrichtung
- 7b
- zweite Ausrichtung
- 8
- Achse
- A
- erste Bahn
- B
- zweite Bahn
- A'
- erste Richtung
- B'
- zweite Richtung
- a
- erste Spur
- b
- zweite Spur
- a'
- erste Spurkante
- b'
- zweite Spurkante
- P
- Punkt
- α
- Winkel
1. Verfahren zum Bedrucken wenigstens eines Abschnitts (3) einer Oberfläche (2) eines
Objekts (1), wobei
- ein Tintenstrahlkopf (4, 4a, 4b) durch eine Relativbewegung zwischen Tintenstrahlkopf
(4, 4a, 4b) und Objekt (1) entlang einer ersten Bahn (A) bewegt wird und dabei eine
erste Spur (a) druckt, und entlang einer zweiten Bahn (B) bewegt wird und dabei eine
zweite Spur (b) druckt,
- sich eine erste Spurkante (a') der ersten Spur (a) und eine zweite Spurkante (b')
der zweiten Spur (b) in einem Punkt (P) treffen und im Punkt (P) einen Winkel (a)
zwischen etwa 1° und etwa 179° einschließen, dadurch gekennzeichnet, dass
- sich die zweite Bahn (B) und die erste Bahn (A) in mehreren Überlappbereichen (5,
6) kreuzen,
- der Tintenstrahlkopf (4, 4a, 4b) in zumindest einem Teil eines Überlappbereichs
(5) nur auf der ersten Bahn (A) oder auf der zweiten Bahn (B) druckt, oder der Tintenstrahlkopf
(4, 4a, 4b) zumindest in einem Teil eines Überlappbereichs (5) auf der ersten Bahn
(A) druckt und im komplementären Teil auf der zweiten Bahn (B) druckt, und
- sich der Abschnitt (3) aus Überlappbereichen (5, 6) zusammensetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Winkel (a) zwischen etwa 20° und etwa 70° oder zwischen etwa 110° und etwa 160°,
bevorzugt bei etwa 45° oder bei etwa 135° liegt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Tintenstrahlkopf (4, 4a, 4b) auf der ersten Bahn (A) und/oder auf der zweiten
Bahn (B) seine Ausrichtung (7a, 7b) zur jeweiligen Bahn (A, B) verändert.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Winkel (a) derart gewählt wird, dass gilt: a=arctan (n*b/m*1) mit α ≠ 90°, wobei
b = Abstand zweier benachbarter Düsen eines Tintenstrahlkopf (4, 4a, 4b), 1 = Abstand
zweier aufeinander folgender Druckpunkte in Bewegungsrichtung des Tintenstrahlkopf
(4, 4a, 4b), und n, m = natürliche Zahlen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Breite der Spuren (a, b) veränderlich ist, z.B. durch ein Drehen des Tintenstrahlkopf
(4, 4a, 4b) oder durch Abschalten von Düsen am Rand des Tintenstrahlkopf (4, 4a, 4b).
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass bereits bei der Erzeugung der Druckdaten, d.h. beim RIP, die bei einer Bahnplanung
benutzten Winkel (a) zwischen den Spurkanten (a', b') und die Überlappbereiche (5,
6) zu berücksichtigen, derart, dass jeder Bildpunkt, auch bei mehrmaligem Überfahren
mit dem Tintenstrahlkopf (4, 4a, 4b), nur einmal gedruckt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass Druckpunkte im jeweiligen Bereich des Anschlusses zweier Spuren (a, b) beim RIP einer
der beiden Spuren (a, b) zugeordnet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spurenkanten(a', b') auslaufend gedruckt werden und mit benachbarten Spurkanten
(a', b') verzahnen.
1. Method for printing on at least a section (3) of a surface (2) of an object (1),
- wherein an inkjet head (4, 4a, 4b) carries out a relative movement between the inkjet
head (4, 4a, 4b) and the object(1) along a first path (A), thereby printing a first
track, (a) and along a second path (B), thereby printing a second track (b),
- wherein a first track edge (a') of the first track (a) and a second track edge (b')
of the second track (b) meet at a point (P) and form an angle (a) of between approximately
1° and approximately 179° at the point (P),
characterized in that
- the second path (B) and the first path (A) intersect in multiple regions (5, 6)
of overlap,
- at least in a part of a region (5) of overlap, the inkjet head (4, 4a, 4b) only
prints on the first path (A) or on the second path (B) or
at least in a part of a region (5) of overlap, the inkjet head (4, 4a, 4b) prints
on the first path (A) and in the complementary part, the inkjet head prints on the
second path (B), and
- the section (3) is composed of regions (5, 6) of overlap.
2. Method according to claim 1,
characterized in
that the angle (a) is between approximately 20° and approximately 70° or between approximately
110° and approximately 160°, preferably approximately 45° or approximately 135°.
3. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the inkjet head (4, 4a, 4b) changes its orientation (7a, 7b) relative to the respective
path (A, B) on the first path (A) and/or on the second path (B).
4. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the angle (a) is selected in such a way that a=arctan (n*b/m*1) with α≠90°, wherein
b=distance between two adjacent nozzles of an inkjet head (4, 4a, 4b), 1=distance
between two successive print dots in the direction of movement of the inkjet head
(4, 4a, 4b), and n, m=natural numbers.
5. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the width of the tracks (a, b) is modifiable, e.g. by rotating the inkjet head (4,
4a, 4b) or by switching off nozzles at the margin of the inkjet head (4, 4a, 4b).
6. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in
that as soon as when the print data is created, i.e. at the RIP, the angles (α) used in
path planning between the track edges (a', b') and the regions (5, 6) of overlap are
already factored in in such a way that every image dot is only printed once even if
the inkjet head (4, 4a, 4b) passes it multiple times.
7. Method according to claim 6,
characterized in
that print dots in the respective region of contact between two tracks (a, b) are assigned
to one of the two tracks (a, b) on the RIP.
8. Method according to claim 7,
characterized in
that the track edges (a',b') are printed to fade out and mesh with neighboring track edges
(a', b').
1. Procédé pour impression d'au moins une section (3) d'une surface (2) d'un objet (1),
pour lequel
- une tête à jet d'encre (4, 4a, 4b) est déplacée via un déplacement relatif entre
la tête à jet d'encre (4, 4a, 4b) et l'objet (1) le long d'une première bande (A)
et imprime alors une première piste (a), et le long d'une deuxième bande (B) et imprime
alors une deuxième piste (b),
- un premier bord de piste (a') de la première piste (a) et un deuxième bord de piste
(b') de la deuxième piste (b) se rencontrent en un point (P) et définissent au point
(P) un angle (a) compris entre environ 1° et environ 179°, caractérisé par le fait que
- la deuxième bande (B) et la première bande (A) se croisent en plusieurs zones de
chevauchement (5, 6),
- la tête à jet d'encre (4, 4a, 4b), dans au moins une partie de la zone de chevauchement
(5), n'imprime que sur la première bande (A) ou sur la deuxième bande (B), ou que
la tête à jet d'encre (4,4a ,4b) imprime au moins dans une partie de la zone de chevauchement
(5) sur la première bande (A) et dans la partie complémentaire sur la deuxième bande
(B) et
- que la section (3) se compose de zones de chevauchement (5, 6).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé par le fait
que l'angle (a) se situe entre environ 20° et environ 70° ou entre environ 110° et environ
160°, de préférence aux alentours de 45° ou de 135°.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par le fait
que la tête à jet d'encre (4, 4a, 4b) sur la première bande (A) et/ou sur la deuxième
bande (B) modifie son orientation (7a, 7b) par rapport à la bande considérée (A, B).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par le fait
que l'angle (a) est choisi de sorte que: α=arctan (n*b/m*I) avec α ≠90°, pour lequel b = distance entre deux buses voisines d'une tête à jet d'encre
(4, 4a, 4b),
I = distance entre deux points d'impression consécutifs dans le sens de déplacement
de la tête à jet d'encre (4, 4a, 4b), et n, m = nombres naturels.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par le fait
que la largeur des pistes (a, b) est modifiable, par ex. par une rotation de la tête
à jet d'encre (4, 4a, 4b) ou par coupure de buses en bordure de la tête à jet d'encre
(4, 4a, 4b).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par le fait
qu'il convient dès le stade de la génération des données d'impression, c'est-à-dire au
niveau du RIP, de tenir compte des angles (α) utilisés lors d'une planification de la bande entre les bords de piste (a', b')
et les zones de chevauchement (5, 6), de façon que chaque pixel ne soit imprimé qu'une
fois, même en cas de passage répétitif avec la tête à jet d'encre (4, 4a, 4b).
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé par le fait
que les points d'impression dans la zone considérée du raccordement de deux pistes (a,
b) sont au niveau du RIP affectés à l'une des deux pistes (a, b).
8. Procédé selon la revendication 7,
caractérisé par le fait
que les bordures de piste (a', b') sont imprimées en diminuant et s'entrelacent avec
les bords de piste voisins (a', b').