[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von warmbeständigen und verschleißfesten
Formteilen, insbesondere Motorkomponenten.
[0002] Grundsätzlich besteht immer Interesse an warmbeständigen und verschleißfesten Formteilen.
Insbesondere an Motorkomponenten, wie beispielsweise Ventiltriebs- und Turboladerkomponenten,
werden höchste Anforderungen bezüglich Warmfestigkeit, Temperatur- und Verschleißbeständigkeit
gestellt. Aber auch hochtemperaturbeanspruchte, rotationssymmetrische Motorkomponenten,
wie Ventilführungen, Lagerbuchsen, Wellendichtringe, Ventilsitzringe (VSR) und Motorkomponenten
für die Abgasrückführung (AGR-Komponenten) müssen diesen Anforderungen gerecht werden.
[0003] So muss beispielsweise ein Ventilsitzring (VSR) als tribologischer Partner zum Ventil
ein sicheres Abdichten des Brennraums für eine einwandfreie Verbrennung, einen fehlerfreien
Ladungswechsels, den Wärmetransport vom Ventil und dem Brennraum zum Zylinderkopf,
sowie eine verlustfreie Führung des Frisch- und Abgasstroms gewährleisten.
[0004] Eine auf die jeweilige Applikationen zugeschnittene Gestaltung und der richtige Werkstoff
für diese Motorkomponente, bzw. die Kombination der Komponenten VSR und Ventil sind
deshalb essenziell, um einen einwandfreien Verbrennungsverlauf zu gewährleisten. Eine
hohe Verschleißrate am VSR führt zum Verlust des Ventilspiels und damit zu Undichtigkeiten
und Kompressionsverlusten. Die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren und damit
die Steigerung der Leistungsdichte und Reduzierung der Emissionswerte werden deshalb
unter anderem durch die Funktionsfähigkeit des tribologischen Systems Ventil/VSR begrenzt.
[0005] Die Hauptbeanspruchungen im tribologischen System Ventil/VSR sind beispielsweise
für hochbeanspruchte Nutzfahrzeug- und Stationärmotoren eine hohe Relativbewegung
und hohe Flächenpressung am Ventilsitz in Folge hoher Verbrennungsdrücke von 200 bis
250 bar, eine hohe thermische Beanspruchung mit Temperaturen am Ventilsitz des Ventilsitzrings
von 300 bis 500 °C und geringe Festkörperschmierung bei Verwendung von alternativen
Kraftstoffen und neuartiger Abgasnachbehandlungskonzepte. Dadurch entsteht an den
Komponenten Ventil und VSR eine extreme tribologische Beanspruchung, der vor allem
mit entsprechenden Werkstoffkonzepten entgegnet werden muss.
[0006] Darüber hinaus werden an die Komponenten anwendungsabhängig weitere technische Anforderungen
gestellt, wie zum Beispiel eine ausreichende Relaxations- und Korrosionsbeständigkeit.
Relaxation ist ein thermisch aktivierter Prozess, der unter mechanischer Belastung
bei hohen Temperaturen auftritt und dazu führt, dass Bauteile innere Spannungen abbauen.
Kurz gesagt, ist Relaxation die Umwandlung von elastischer Dehnung in plastische Kriechdehnung
bei konstanter Gesamtdehnung. In einem mit einem definierten Übermaß, der sogenannten
Überdeckung, in den Zylinderkopf eingepressten VSR entstehen hohe Druckspannungen.
Abhängig von der Höhe der Belastung und der Relaxationsbeständigkeit des jeweiligen
Werkstoffs baut der VSR diese Spannungen durch Relaxation ab. Die anfänglich rein
elastische Dehnung durch das Einpressen wird teilweise in plastische Kriechdehnung
umgewandelt. Der VSR weist nach dem Ausbau eine geringere Überdeckung auf. Folglich
müssen Ventilsitzringe eine ausreichende Relaxationsbeständigkeit aufweisen.
[0007] Weiterhin werden Ventilsitzringe anwendungsbedingt korrosiv beansprucht. Zum Beispiel
ist die tribochemische Belastung an VSR durch die Maßnahmen im Zuge der neuen Abgasvorschriften
verschärft. In Nutzfahrzeug-Anwendungen kann es durch Abgasrückführung (AGR) zur Verringerung
der Stickoxidemissionen zu Kondensatbildung im Einlass kommen und infolgedessen zur
Korrosion an den VSR. Dabei treten kritische Zustände nicht etwa bei hohen Lasten
auf, sondern im Stillstand, wenn der Motor abkühlt. In vielen Nutzfahrzeug -Anwendungen
ist deshalb der Einsatz korrosionsbeständiger VSR zumindest auf der Einlassseite erforderlich.
[0008] Im Stand der Technik ist eine Vielzahl von Verfahren zur Herstellung vorstehend beschriebener
Motorkomponenten bekannt; beispielsweise gießtechnisch über die Verfahren Schleuder-
und Sandguss, sowie pulvermetallurgisch über Pressen und Sintern. Auch spezielle Fertigungsverfahren,
bei denen Material durch einen Auftragsschweißprozess aufgebracht wird, sind bekannt.
[0009] So offenbart die
WO 2005/012590 A2 ein Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzringen die durch thermisch gespritzte
Schichten aus einer Co oder Co/Mo-Basislegierung gebildet sind und ein Lichtbogendrahtspritzverfahren
mit einem oder mehreren metallischen Fülldrähten, deren Mantel den wesentlichen Anteil
des abzuscheidenden Co enthält.
[0010] Ferner offenbart die
WO 2001/049437 A2 ein pulvermetallurgisch hergestelltes SinterFormteil für tribologische Teile in der
Kraftfahrzeugindustrie mit hoher Temperatur- und Verschleißfestigkeit, welches aus
einer Pulvermischung mit Molybdän-Phosphor-Kohlenstoff-Stahlpulver und wenigstens
einem weiteren, im wesentlichen phosphorfreien Stahlpulver im Gewichtsverhältnis von
5:95 bis 60:40, Kohlenstoffpulver sowie wenigstens einem Festschmierstoff erhältlich
ist.
[0011] Die
US2003/177866 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von steifen Pressformen aus einem Fe-basierenden
Sinterwerkstoffs durch Herstellung des Sintermaterials durch Wasserverdüsung, Trocknung
und Agglomeration mit einem organischen Bindemittel, gefolgt von dem Verpressen und
Sintern.
[0012] Gusstechnisch hergestellte VSR werden vorwiegend im Nutzfahrzeug-Bereich eingesetzt.
Typische Werkstoffe für mittlere bis hohe Beanspruchungen sind hochlegierte, modifizierte
Schnellarbeitsstähle und hochlegierte Fe-Cr-Stähle. Höchsten Beanspruchungen in schweren
Nutzfahrzeug- und Stationärmotoren und dem Betrieb mit alternativen Kraftstoffen genügen
diese Werkstoffe aber in der Regel nicht mehr. Hierfür bedarf es Sonderlegierungen
auf Ni- und Co-Basis. Diese zeichnen sich durch hohe Warmdruckfestigkeit, hohe Temperaturbeständigkeit
und hervorragende Verschleißeigenschaften aus. Zudem zeigen diese Werkstoffe ausreichende
Beständigkeit gegen Relaxation und Korrosion.
[0013] Im Zuge der steigenden Emissionsanforderungen, sowie der Leistungssteigerung und
der Verlängerung der Wartungsintervalle werden für Nutzfahrzeug- und Stationärmotoren
vermehrt derartige Werkstoffkonzepte erforderlich.
[0014] Bekannt sind zwei Fertigungsverfahren zur gusstechnischen Herstellung von VSR, nämlich
der Schleuder- und Sandguss. Schleuderguss eignet sich insbesondere für große Stückzahlen.
Aufgrund des hohen Nachbearbeitungsbedarfs bestehen jedoch technologische und wirtschaftliche
Grenzen. So ist die Herstellung von hochfesten Co-oder Ni-Basis-Werkstoffen über Schleuderguss
nur bedingt möglich bzw. aufgrund der schweren Zerspanbarkeit in der Regel unwirtschaftlich.
Sandguss hingegen eignet sich nur für kleinere und mittlere Stückzahlen. Die einzelnen
Schritte der Nachbearbeitung sind im Schleuder- und Einzelguss gleich. In beiden Fällen
muss der VSR vollständig bearbeitet werden, um die Gusshaut zu entfernen.
[0015] Schließlich offenbart die
EP 1 536 027 B1 einen Sinterkörper aus einem rohen oder granulierten Pulver mit einer relativen Dichte
von 97 % oder mehr. Erfindungsgemäß ist hierfür ein Pulver mit einer durchschnittlichen
Korngröße von 8,5 µm oder weniger vorzusehen. Da die durchschnittliche Korngröße des
hohen Pulvers für die Filterung gemäß den Angaben in der Druckschrift vergleichsweise
klein ist, wird die Filterung Diffusionsgeschwindigkeit verbessert und die Qualität
der Filterung in ausgeprägten Maße erhöht.
[0016] Aufgrund des hohen Gehalts an teuren Legierungselementen und der beschriebenen Problematik
bei der konventionellen Herstellung, insbesondere eines derart fein gemahlenen Pulvers,
bedarf es einer Bereicherung des Standes der Technik, um die Markanforderungen und
die obig beschriebenen divergierenden Zielsetzung zu erfüllen.
[0017] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Verfahren zur Herstellung von warmbeständigen
und verschleißfesten Formteilen, insbesondere Motorkomponenten bereitzustellen, das
die oben genannten Nachteile im Stand der Technik umgeht. Insbesondere sollen Motorkomponenten
für hochbeanspruchte Nutzfahrzeug- und Stationärmotor-Anwendungen geschaffen werden,
die ausreichende Verschleißbeständigkeit, günstige Teilekosten, sowie eine gute Bearbeitbarkeit
auf den Fertigungsstraßen der Endkunden aufweisen. Des Weiteren sollen mit dem Verfahren
hergestellte warmbeständige und verschleißfeste Formteilen angegeben werden.
[0018] Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, ein, wasserverdüstes auf Fe- oder Cobasierendes
Sintermaterial herzustellen, das eine Korngröße von > 10 µm, bevorzugt von > 30 µm
und besonders bevorzugt von > 50 µm aufweist, und dieses Material gemäß den weiteren
Verfahrensschritten nach Anspruch 1 zu behandeln.
[0019] Die vorliegende Erfindung wendet sich demnach ab vom Stand der Technik, der zur Erreichung
hoher Dichten insbesondere von > 97 % Korngröße für das Sinterpulver von < 8,5 µm
fordert. Erfindungsgemäß führt demnach wider dem Stand der Technik eine Erhöhung der
Korngrößen auf > 10 µm, bevorzugt auf > 30 µm und besonders bevorzugt auf > 50 µm
in Verbindung mit einer Wasserverdüsung zu vergleichbar hohen Dichten der Sinterkörper.
[0020] Erfindungsgemäß sind dabei folgende Verfahrensschritte auszuführen: Zunächst erfolgt
die Herstellung eines auf Fe- oder Co-basierenden Sintermaterials mit einer mittleren
Korngröße von > 10 µm, bevorzugt von > 30 µm und besonders bevorzugt von > 50 µm durch
Wasserverdüsung, d.h. es wird Wasser unter Hochdruck zum zerschlagen des schmelzflüssigen
Metallstrahls verwendet; dann erfolgt die Agglomeration des Sinterwerkstoffs über
Sprühtrocknung auf 10 bis 400 µm mit einem organischen Bindemittel, wobei gegebenenfalls
Festschmierstoffe und/oder Hartphasen beigemischt werden; dann erfolgt ein kalt- oder
warmisostatisches Verpressen des Sinterwerkstoffs mit einem Pressdruck von 400 bis
900 MPa auf Dichten von 5 bis 7 g/ccm; dann erfolgt das Sintern der Grünlinge bei
Temperaturen von 1.000 bis 1.350 °C und schließlich ein Nachbearbeitungsschritt.
[0021] Als Sintermaterial wird in einer Ausführungsform der Erfindung eine auf Eisen basierende
Legierung mit folgender Zusammensetzung in Gew.-% eingesetzt:
1,5 - 2,0 C; 5,0 - 13,0 Mo; 5,0 - 10,0 Cr; 0,8 - 1,8 Si; max. 1,0 Mn; 1,5 - 4,0 V;
0-10,0 Co Rest Fe; sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
[0022] Als Sintermaterial wird in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung eine auf
Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung in Gew.% eingesetzt:
1,9 - 2,2 C; 6,5-8,5 Cr; 1,1 - 1,4 Si; <0,5 Ni; 0,6-0,8 Mn; 2,3-2,7 V; 0,1 - 0,3S;
0 - 10,0 Co; Rest Fe; sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
[0023] Als Sintermaterial wird in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung eine auf
Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung in Gew.% eingesetzt:
0,2 -1,0 C; 20,0 -30,0 Cr; 14,0 - 23,0 Ni; 1,0 -3,0 Mo; < 2,0 Mn; 1,8 - 3,5 Si; 2,0
- 4,0 W; 1,0 - 3,0 Nb; 0,2 - 1,0 S; Rest Fe sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
[0024] Als Sintermaterial wird in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung eine auf
Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung in Gew.% eingesetzt:
0,6 - 1,1 C; 1,5 - 3,5 Mo; 21,0 - 28,0 Cr; 14,0 - 23,0 Ni; 2,0 - 3,3 Si; 2,0 - 3,5
W; 1,0-3,0 Nb; 1,0 - 3,5 Cu; Rest Fe; sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
[0025] Als Sintermaterial wird in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung eine auf
Cobalt basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung in Gew.-% eingesetzt: max.
5,0 Fe; max. 0,7 C; 15,0 - 25,0 Mo; 14,0 - 23,0 Cr; 0,7 - 1,4 Si; Rest Co; sowie max.
3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
[0026] Als Sintermaterial wird in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
eine auf Cobalt basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung in Gew.-% eingesetzt:
max. 3,0 Fe; 2,0 - 2,8 C; 27,0 - 32,0 Cr; 0,5 - 1,5 Si; Rest Co; sowie max. 3,0 nicht
vermeidbaren Verunreinigungen.
[0027] Als Schutzatmosphäre wird eine N
2-H
2-Atmosphäre mit einem Mischungsverhältnis von ca. 80 - 20 % oder Vakuum eingesetzt.
Es wurde herausgefunden, dass die Temperaturen während des Sinterns zwischen 1.000
bis 1.300 °C liegen, wobei ein Sintermaterial auf Fe-Basis im unteren Temperaturbereich,
d.h. von 1.000 bis 1.200 °C und ein Material auf Co-Basis im oberen Temperaturbereich,
d.h. 1.100 bis 1.300 °C gesintert werden muss. Die Herstellung des auf Fe- oder Co-basierenden
Sintermaterials erfolgt durch eine sog. Wasserverdüsung.
[0028] Das pulvermetallurgische Herstellverfahren ermöglicht es, hochpräzise Formteile zu
produzieren, die weniger Nachbearbeitungsschritte bedürfen im Vergleich zur klassischen
Herstellung über Gießen. Darüber hinaus können Werkstoffe mit besonderen Gefügeeigenschaften
hergestellt werden. Im Rahmen der Erfindung wurde herausgefunden, dass die hergestellten
Komponenten gegenüber dem Stand der Technik eine verbesserte Gefügestruktur und Verteilung
der Hartphasen aufweisen. So setzt sich das Gefüge der erfindungsmäßigen Legierungen
aus einer Matrix mit einer Partikelgröße von 5-10 µm zusammen, in der gleichmäßig
fein verteilte Karbide oder intermetallische Phasen mit einer Korngröße von ebenfalls
5-10 µm und ggf. Festschmierstoffe, wie zum Beispiel MoS
2, eingelagert sind. Der heterogene Gefügeaufbau ist aus tribologischer Sicht sehr
vielversprechend: So haben sich heterogene Gefüge mit harten Karbiden oder intermetallischen
Phasen etwa gegen die Verschleißmechanismen Adhäsion, Oberflächenzerrütung und Abrasion
bewährt (vgl. Sommer, Heinz, & Schöfer, 2011).
[0029] Darüber hinaus lassen sich dichte Gefüge herstellen, was zu einer erhöhten Korrosionsbeständigkeit
führt, im Vergleich zu klassischen Sinterwerkstoffen aus konventionellen Sinterpulvern
mit einer initialen Korngröße größer 50 µm. Diese Gefügeeigenschaften lassen sich
nicht über die bis dato bekannten Fertigungsverfahren herstellen. Somit stellt das
Verfahren sowohl für die Fe- basierte Tool-Steel-Werkstoffe und inbesondere für die
Co- und Ni-basierten Sonderwerkstoffe eine Bereicherung des Stands der Technik dar.
[0030] Typische pulvermetallurgisch hergestellte Formteile für Motorkomponenten basieren
auf Eisen- und Schellarbeitsstahl-Grundpulvern und weisen ebenfalls ein heterogenes
Gefüge mit eingelagerten Hartphasen und Festschmierstoffen auf. Erfahrungsgemäß können
Einlasskomponenten mit geringen bis mittleren Anforderungen unter anderem Materialien
mit offener Porosität hergestellt werden. Für höhere Anforderungen und Auslasskomponenten
wird die Porosität in der Regel über einen Infiltrierprozess mit Cu gefüllt. Dadurch
wird einerseits die Anfälligkeit gegen Oxidation verringert und andererseits die Wärmeleitfähigkeit
erhöht. Diverse Versuche zur Herstellung der obig beschriebenen hochlegierten Fe-Basis
und insbesondere Co-Basislegierungen mit zum Teil ausreichender Korrosionsbeständigkeit
mittels klassischer pulvermetallurgischer Herstellverfahren sind gescheitert. So wurde
herausgefunden, dass die beschriebenen Werkstoffe ausschließlich über das beschriebene
Fertigungsverfahren hergestellt werden können.
[0031] Die Erfindung geht von dem allgemeinen Gedanken aus, die Vorteile der Pulvermetallurgie
mit den Vorteilen der Gusstechnologie zu verbinden, mit dem Ziel der wirtschaftlichen
Herstellung von höchstverschleißfesten Motorkomponenten, insbesondere Ventiltriebs-
und Turboladerkomponenten für die Anwendung in Hochtemperaturanwendungen bzw. die
pulvermetallurgische Herstellung von hochlegierten Fe- und insbesondere Co-Basis-Werkstoffen.
[0032] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich die pulvermetallurgische Herstellung
von Motorkomponenten, wie beispielsweise Ventilsitzringen, für Hochtemperaturanwendungen
durch einen geringen Nachbearbeitungsbedarf, hohe Kosteneffizienz und ressourcenschonende
Herstellung auszeichnet. Diverse Versuche haben gezeigt, dass klassische Gusswerkstoffe
mit gleichwertigem Eigenschaftsprofil ausschließlich über das beschriebene Fertigungsverfahren
hergestellt werden können. Dabei wurde herausgefunden, dass Werkstoffe mit sehr heterogenen
Gefügen und positiven Verschleißeigenschaften hergestellt werden können
[0033] Die Formteile, insbesondere Motorkomponenten, müssen nachbearbeitet, insbesondere
spanend nachbearbeitet werden, da die Grünlinge während des Sinterprozesses um 10
bis 20% schrumpfen. Unter einem Nachbearbeitungsschritt werden ein Drehen (außen und
innen), ein Plan-, ein Rund- und ein Gleitschleifen verstanden. Welcher bzw. welche
Nachbearbeitungsschritt(e) zum Einsatz kommen hängt von der jeweils herzustellenden
Motorkomponente ab. Der Nachbearbeitungsbedarf ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
im Vergleich zur klassischen Gusstechnik deutlich reduziert, wodurch die wirtschaftliche
Herstellung von hochlegierten Fe- und insbesondere Co-Basis-Werkstoffen möglich wird.
[0034] Zudem können Festschmierstoffe, die bis zu Temperaturen von 1.100 °C beständig sind,
gegebenenfalls mit sehr hohem Anteil, beigemischt werden. Die Festschmierstoffe und
gegebenenfalls Hartphasen sind als heterogenes Gefüge ausgebildet und gleichmäßig
in dem Formteil verteilt. Als Festschmierstoff kann beispielsweise Molybdändisulfid
(MoS
2), Mangansulfid (MnS) und Calciumfluorid (CaF) eingesetzt werden. Die Beimischung
der Festschmierstoffe führt einerseits zu einer erhöhten Verschleißbeständigkeit in
trockenen Umgebungen wie sie im Verbrennungsmotor vorliegen und andererseits zu einer
verbesserten Bearbeitbarkeit bei der Endbearbeitung des Motorenherstellers.
[0035] Ferner können Hartstoffe, zum Beispiel intermetallische Phasen oder Ferro-Molybdän
(FeMo), beigemischt werden. Die Hartphasen haben eine Korngröße von zumindest 50 bis
max. 500 µm, bevorzugt von 150 µm bis 300 µm. Die dichtgesinterten Basis-Werkstoffe
können zudem harte, feinkörnige und feinverteile Karbide sowie weitere heterogen verteilte
Karbide enthalten. Dies führt zu einer erhöhten Verschleißbeständigkeit und Relaxationsbeständigkeit,
da Korngrenzengleiten und Werkstoffdeformationen behindert werden.
[0036] Auch wurde gefunden, dass ein erfindungsgemäß hergestelltes Sinterformteil eine erhöhte
Korrosionsbeständigkeit im Vergleich zu konventionellen Sinterwerkstoffen mit offenen
oder Cu-gefüllten Poren aufweist.
[0037] Insgesamt können erfindungsgemäß Komponenten für Verbrennungsmotoren aus Werkstoffen
wirtschaftlich hergestellt werden, die ausschließlich gusstechnisch bekannt sind.
Damit eröffnen sich verschleißtechnische und wirtschaftliche Vorteile. Bis dato ist
kein Fertigungsverfahren bekannt, mit dem, mit gleich hoher Wirtschaftlichkeit derartige
Werkstoffkonzepte realisiert werden können.
[0038] Die Parameter zur Weiterverarbeitung des granulierten Sintermaterials gemäß konventionellen
pulvermetallurgischen Fertigungsverfahren können durch eine geringe Anzahl an Versuchen
festgelegt werden, da der Fachmann mit den im Prinzip auftretenden Effekten vertraut
ist.
[0039] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten, warmbeständigen und verschleißfesten
Formteilen, insbesondere Motorkomponenten, besitzen ein weites Anwendungsfeld. Schwerpunktmäßig
liegt die Anwendung im Bereich der Motorkomponenten die ein dichtes, heterogenes Gefüge
und gleichmäßig verteilte Festschmierstoffe und Hartphasen aufweisen, und/oder im
Bereich der Komponenten, die eine hohe Korrosionsbeständigkeit durch ein dichtes Gefüge
aufweisen. Hierunter zählen insbesondere Ventilsitzringe für hochbelastete Verbrennungskraftmaschinen,
insbesondere Nutzfahrzeug- und Stationärmotoren und Lagerbuchsen für Turbolader und
andere Komponenten des Abgasstrangs, die hervorragende tribologische Eigenschaften
mit geringster Festkörperschmierung haben müssen; zudem müssen sie hohen Beanspruchungstemperaturen
und Drücken von > 210 bar standhalten.
[0040] Die Erfindung wird durch nachfolgende Verfahrensbeispiele näher beschrieben.
Beispiel 1:
[0041] Beispiel 1 beschreibt die erfindungsgemäße Herstellung eines Werkstoffes, der gusstechnisch
hergestellt unter der Bezeichnung PL 510 bekannt ist.
[0042] Ein wasserverdüstes Sintermaterial mit folgender Zusammensetzung in Gew.-%: 1,5-2,0
C; 5,0-13,0 Mo; 5,0-10,0 Cr; 0,8-1,8 Si; max. 1,0 Mn; 1,5-4,0 V; 0 - 10,0 Co Rest
Fe, mit einer durchschnittlichen Korngröße von > 30 µm wurde gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren zu einem Formteil gesintert, wobei zunächst ein kaltisostatischen Pressen
mit einem Pressdruck von 800 MPa, ein Entbindern bei 750 °C, und schließlich ein Sintern
unter Schutzgas (H
2 - N
2) bei 1135 °C für 40 min sowie eine anschließende Wärmebehandlung, nämlich ein Härten
bei 920 °C und Anlassen bei 670 °C erfolgte.
[0043] Die Dichte des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Formteils, nachfolgend
als PLS 510 bezeichnet, liegt bei 7,51 g/ccm; die Härte beträgt 55,3 bis 58,7 HRC.
Das Formteil eignet sich insbesondere für Hochtemperaturanwendungen und weist eine
hohe Verschleiß- und Relaxationsbeständigkeit auf.
[0044] Die Gefügeausprägungen der beiden Werkstoffe PL 510 und PLS 510 sind in den Abb.
1 und 2 dargestellt. Hierbei zeigt sich im Vergleich, dass bei beiden Schliffbildern
die graue Hartphase gut und gleichmäßig ausgebildet ist, jedoch bei dem PLS 510 feinverteilter,
vorliegt. Diese sehr feinverteilten Carbide erweisen sich als besonders vorteilhaft
für das erfindungsgemäße Formteil in Bezug auf die beschriebenen Hochtemperaturanwendungen.
Insbesondere aus tribologischer Sicht lassen sich erhebliche Vorteile im Vergleich
zur klassischen Werkstoff der Gusstechnik erkennen.
Beispiel 2:
[0045] Beispiel 2 beschreibt die erfindungsgemäße Herstellung eines Werkstoffes, der gusstechnisch
hergestellt unter der Bezeichnung PL 860 bekannt ist.
[0046] Ein wasserverdüstes Sintermaterial mit folgender Zusammensetzung in Gew.-%: 0,1 -
0,3 Fe; 2,0 - 2,8 C; 27,0 - 32,0 Cr; 0,5 - 1,5 Si; 10,0 - 14,0 W; Rest Co, mit einer
durchschnittlichen Korngröße von > 30 µm wurde gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
zu einem Formteil gesintert, wobei zunächst ein kaltisostatischen Pressen mit einem
Pressdruck von 800 MPa, ein Entbindern bei 750 °C, und schließlich ein Sintern unter
Vakuum bei 1250 °C für 3 h erfolgte.
[0047] Die Dichte des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Formteils, nachfolgend
als PLS 860 bezeichnet, liegt bei 8,47 bis 8,56 g/ccm; die Härte beträgt 53,8 HRC.
Das Formteil eignet sich insbesondere für Hochtemperaturanwendungen und weist eine
hohe Verschleiß-, Relaxations- und Korrosionsbeständigkeit auf. Auf einem Relaxationsprüfstand
wurde nachgewiesen, dass der Werkstoff PLS 860, eine verbesserte Relaxationsbeständigkeit
aufweist, im Vergleich zu dem Werkstoff PL 860. Dies wird auch durch die Gefügeausprägungen
der beiden Werkstoffe deutlich, die durch die Schliffbilder der Abb. 3 und 4 dargestellt
sind. Dabei zeigt sich, dass der Werkstoff ein heterogenes Gefüge mit fein verteilten
Hartphasen aufweist. Dadurch wird einerseits Korngrenzengleiten verhindert. Ferner
wirkt sich das Gefüge erfahrungsgemäß äußerst positiv auf die Verschleißbeständigkeit
aus.
Beispiel 3:
[0048] Beispiel 3 beschreibt die erfindungsgemäße Herstellung eines Werkstoffes, der gusstechnisch
hergestellt unter der Bezeichnung PL 26 bekannt ist.
[0049] Ein wasserverdüstes Sintermaterial mit folgender Zusammensetzung in Gew.-%: 0,2 -
1,0 C; 20,0 - 30,0 Cr; 14,0 - 23,0 Ni; 1,0 - 3,0 Mo; 0,5 - 1,0 Mn; 1,8 - 3,5 Si; 2,0
- 4,0 W; 1,0 - 3,0 Nb; 0,2 - 1,0 S; Rest Fe, mit einer durchschnittlichen Korngröße
von > 30 µm wurde gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zu einem Formteil gesintert,
wobei zunächst ein kaltisostatischen Pressen mit einem Pressdruck von 800 MPa, ein
Entbindern bei 750 °C, und schließlich ein Sintern unter Schutzgas (H
2- N
2) bei 1.120 °C für 1 h erfolgte. Die Dichte des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erhältlichen Formteils, nachfolgend als PLS 26 bezeichnet, liegt bei 7,35 g/ccm; die
Härte beträgt 265 HV 10. Das Formteil eignet sich insbesondere für Hochtemperaturanwendungen
und weist eine hohe Verschleiß-, Relaxations- und Korrosionsbeständigkeit auf.
[0050] Die Gefügeausprägungen der beiden Werkstoffe PL 26 und PLS 26 sind in den Abb. 5
und 6 dargestellt.
Beispiel 4:
[0051] Beispiel 4 beschreibt die erfindungsgemäße Herstellung eines Co-Basiswerkstoffs,
der gusstechnisch hergestellt unter der Bezeichnung PL 840 bekannt ist.
[0052] Ein wasserverdüstes Sintermaterial mit folgender Zusammensetzung in Gew.-%: max.
5,0 Fe; max. 1,0 C; 15,0 - 30,0 Mo; 11,0 - 25,0 Cr; 1,0 - 2,5 Si; Rest Co, mit einer
durchschnittlichen Korngröße von > 30 µm wurde gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
zu einem Formteil gesintert, wobei zunächst ein kaltisostatischen Pressen mit einem
Pressdruck von 800 MPa, ein Entbindern bei 750 °C, und schließlich ein Sintern unter
Vakuum bei 1.250 °C für 3 h erfolgte.
[0053] Die Dichte des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Formteils, nachfolgend
als PLS 840 bezeichnet, liegt bei 8,62 g/ccm; die Härte beträgt 49,2 bis 51,1 HRC.
Das Formteil eignet sich insbesondere für Hochtemperaturanwendungen und weist eine
hohe Verschleiß- und Relaxationsbeständigkeit auf.
[0054] Die Gefügeausprägungen der beiden Werkstoffe PL 840 und PLS 840 sind in den Abb.
7 und 8 dargestellt. Hierbei zeigt sich im Vergleich, dass der Werkstoff PLS 840 ein
heterogenes Gefüge mit gleichmäßig verteilten intermetallischen Phasen und Festschmierstoffen
aufweist während der Werkstoff PL 840 große, zusammenhängende Hartphasen zeigt, was
bedeutet, dass eine erhöhte Verschleiß- und Relaxationsbeständigkeit erwarten zu erwarten
ist. Ferner wurde herausgefunden, dass die Zerspanbarkeit des Werkstoffs PLS 840 im
Vergleich zu PL 840 deutlich verbessert ist. So ist die Herstellung des Werkstoffs
PLS 840 im Vergleich zu seinem gusstechnischen Pendant deutlich erhöht.
1. Verfahren zur Herstellung von warmbeständigen und verschleißfesten Formteilen, insbesondere
Motorkomponenten, unter Verwendung eines auf Fe- oder Co-basierenden Sinterwerkstoffs
nach folgendem Ablauf:
- Herstellung des auf Fe- oder Co-basierenden Sintermaterials mit einer Korngröße
von > 10 µm, bevorzugt von > 30 µm und besonders bevorzugt von > 50 µm durch Wasserverdüsung;
- Agglomeration des Sinterwerkstoffs über Sprühtrocknung auf 10 bis 400 µm mit einem
organischen Bindemittel, gegebenenfalls Beimischen von Festschmierstoffen und/oder
Hartphasen;
- kalt- oder warmisostatisches Verpressen des Werkstoffs mit einem Pressdruck von
400 bis 2000 MPa auf Dichten von 5 bis 7 g/ccm;
- Sintern der Grünlinge bei Temperaturen von 1.000 bis 1.300 °C;
- Nachbearbeitung der Formteile.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sintermaterial eine auf Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung
in Gew.-% eingesetzt wird: 1,5 - 2,0 C; 5,0 - 13,0 Mo; 5,0 - 10,0 Cr; 0,8 - 1,8 Si;
max. 1,0 Mn; 1,5 - 5,0 V; 0-4,0 Ti; 0 -10,0 Co; Rest Fe; sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren
Verunreinigungen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sintermaterial eine auf Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung
in Gew.-% eingesetzt wird: 1,9 - 2,6 C; 6,5 - 8,5 Cr; 1,1 - 1,8 Si; < 0,5 Ni; 0,6
- 0,8 Mn; 2,3-2,7 V; 0,1 - 0,3 S; 1,0 - 3,0 W; 7,0 - 14,0 Mo; 0 - 10,0 Co; Rest Fe;
sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sintermaterial eine auf Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung
in Gew.-% eingesetzt wird: 0,2 -1,0 C; 20,0 -30,0 Cr; 14,0 - 23,0 Ni; 1,0 -3,0 Mo;
< 2,0 Mn; 1,8 - 3,5 Si; 2,0 - 4,0 W; 1,0 - 3,0 Nb; 0,2 - 1,0 S; Rest Fe sowie max.
3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sintermaterial eine auf Eisen basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung
in Gew.-% eingesetzt wird: 0,6 - 1,1 C; 1,5 - 3,5 Mo; 21,0 - 28,0 Cr; 14,0 - 23,0
Ni; 2,0 - 3,3 Si; 2,0 - 3,5 W; 1,0 - 3,0 Nb; 1,0 - 3,5 Cu; Rest Fe; sowie max. 3,0
nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sintermaterial eine auf Cobalt basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung
in Gew.-% eingesetzt wird: max. 5,0 Fe; max. 1,0 C; 15,0 - 30,0 Mo; 11,0 - 25,0 Cr;
1,0 - 2,5 Si; Rest Co; sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sintermaterial eine auf Cobalt basierende Legierung mit folgender Zusammensetzung
in Gew.-% eingesetzt wird: max. 3 Fe; 2,0 - 2,8 C; 27 - 32 Cr; 0,5 - 1,5 Si; 10,0
- 14,0 W; Rest Co; sowie max. 3,0 nicht vermeidbaren Verunreinigungen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Hartstoffe mit einer Korngröße von zumindest 50 µm bis max. 500 µm, bevorzugt von
150 µm bis 300 µm beigemischt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Festschmierstoffe, die bis zu Temperaturen von 1.100 °C beständig sind, beigemischt
werden.
1. Method for producing heat-resistant and wear-resistant moulded parts, in particular
engine components, using a sintering material based on Fe or Co, according to the
following procedure:
- production of the sintering material based on Fe or Co with a particle size > 10
µm, preferably > 30 µm, and particularly preferably > 50 µm, by water atomisation;
- agglomeration of the sintering material by spray drying to from 10 to 400 µm with
an organic binder, optionally admixture of solid lubricants and/or hard phases;
- cold or hot isostatic pressing of the material with a pressure of from 400 to 2000
MPa to densities of from 5 to 7 g/ccm;
- sintering of the green compacts at temperatures of from 1000 to 1300°C;
- finishing of the moulded parts.
2. Method according to Claim 1, characterised in that an iron-based alloy having the following composition in wt.% is used as the sintering
material: 1.5 - 2.0 C; 5.0 - 13.0 Mo; 5.0 - 10.0 Cr; 0.8 - 1.8 Si; at most 1.0 Mn;
1.5 - 5.0 V; 0 - 4.0 Ti; 0 - 10.0 Co; remainder Fe; and at most 3.0 unavoidable impurities.
3. Method according to Claim 1, characterised in that an iron-based alloy having the following composition in wt.% is used as the sintering
material: 1.9 - 2.6 C; 6.5 - 8.5 Cr; 1.1 - 1.8 Si; < 0.5 Ni; 0.6 - 0.8 Mn; 2.3 - 2.7
V; 0.1 - 0.3 S; 1.0 - 3.0 W; 7.0-14.0 Mo; 0 - 10.0 Co; remainder Fe; and at most 3.0
unavoidable impurities.
4. Method according to Claim 1, characterised in that an iron-based alloy having the following composition in wt.% is used as the sintering
material: 0.2 - 1.0 C; 20.0 - 30.0 Cr; 14.0 - 23.0 Ni; 1.0 - 3.0 Mo; < 2.0 Mn; 1.8
- 3.5 Si; 2.0 - 4.0 W; 1.0 - 3.0 Nb; 0.2 - 1.0 S; remainder Fe; and at most 3.0 unavoidable
impurities.
5. Method according to Claim 1, characterised in that an iron-based alloy having the following composition in wt.% is used as the sintering
material: 0.6 - 1.1 C; 1.5 - 3.5 Mo; 21.0 - 28.0 Cr; 14.0 - 23.0 Ni; 2.0 - 3.3 Si;
2.0 - 3.5 W; 1.0 - 3.0 Nb; 1.0 - 3.5 Cu; remainder Fe; and at most 3.0 unavoidable
impurities.
6. Method according to Claim 1, characterised in that a cobalt-based alloy having the following composition in wt.% is used as the sintering
material: 5.0 Fe; at most 1.0 C; 15.0 - 30.0 Mo; 1 1.0 - 25.0 Cr; 1.0 - 2.5 Si; remainder
Co; and at most 3.0 unavoidable impurities.
7. Method according to Claim 1, characterised in that a cobalt-based alloy having the following composition in wt.% is used as the sintering
material: at most 3 Fe; 2.0 - 2.8 C; 27 - 32 Cr; 0.5 - 1.5 Si; 10.0 - 14.0 W; remainder
Co; and at most 3.0 unavoidable impurities.
8. Method according to any one of Claims 1 to 7, characterised in that hard substances having a particle size of from at least 50 µm to at most 500 µm,
preferably from 150 µm to 300 µm, are admixed.
9. Method according to any one of Claims 1 to 7, characterised in that solid lubricants, which are stable up to temperatures of 1100°C, are admixed.
1. Procédé de fabrication de pièces façonnées résistantes à la chaleur et à l'usure,
en particulier de composants de moteurs, utilisant un matériau de frittage à base
de Fe ou Co selon le processus suivant :
- la fabrication du matériau de frittage à base de Fe ou de Co avec une granulométrie
de > 10 µm, de préférence de > 30 µm et de manière particulièrement préférée de >
50 µm par atomisation à l'eau ;
- l'agglomération du matériau de frittage par séchage par pulvérisation à 10 à 400
µm avec un liant organique, éventuellement mélange de lubrifiants solides et/ou de
phases solides;
- la compression isostatique à froid ou à chaud du matériau avec une pression de compactage
de 400 à 2000 MPa à des densités de 5 à 7 g/cm3;
- le frittage de la préforme à des températures de 1000 à 1300 °C ;
- le post-traitement des pièces façonnées.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un alliage à base de fer avec la composition suivante en % en poids est utilisé comme
matériau de frittage : 1,5 à 2,0 C ; 5,0 à 13,0 Mo ; 5,0 à 10,0 Cr ; 0,8 à 1,8 Si
; au maximum 1,0 Mn ; 1,5 à 5,0 V ; 0 à 4,0 Ti ; 0 à 10,0 Co ; Fe résiduel ; et au
maximum 3,0 d'impuretés inévitables.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un alliage à base de fer avec la composition suivante en % en poids est utilisé comme
matériau de frittage : 1,9 à 2,6 C ; 6,5 à 8,5 Cr ; 1,1 à 1,8 Si ; < 0,5 Ni ; 0,6
à 0,8 Mn ; 2,3 à 2,7 V ; 0,1 à 0,3 S ; 1,0 à 3,0 W ; 7,0 à 14,0 Mo; 0 à 10,0 Co; Fe
résiduel; et au maximum 3,0 d'impuretés inévitables.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un alliage à base de fer avec la composition suivante en % en poids est utilisé comme
matériau de frittage : 0,2 à 1,0 C ; 20,0 à 30,0 Cr ; 14,0 à 23,0 Ni ; 1,0 à 3,0 Mo
; < 2,0 Mn ; 1,8 à 3,5 Si ; 2,0 à 4,0 W ; 1,0 à 3,0 Nb ; 0,2 à 1,0 S ; Fe résiduel
; et au maximum 3,0 d'impuretés inévitables.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un alliage à base de fer avec la composition suivante en % en poids est utilisé comme
matériau de frittage : 0,6 à 1,1 C ; 1,5 à 3,5 Mo ; 21,0 à 28,0 Cr ; 14,0 à 23,0 Ni
; 2,0 à 3,3 Si ; 2,0 à 3,5 W ; 1,0 à 3,0 Nb ; 1,0 à 3,5 Cu ; Fe résiduel ; et au maximum
3,0 d'impuretés inévitables.
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un alliage à base de cobalt avec la composition suivante en % en poids est utilisé
comme matériau de frittage : au maximum 5,0 Fe ; au maximum 1,0 C ; 15,0 à 30,0 Mo
; 11,0 à 25,0 Cr ; 1,0 à 2,5 Si ; Co résiduel ; et au maximum 3,0 d'impuretés inévitables.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un alliage à base de cobalt avec la composition suivante en % en poids est utilisé
comme matériau de frittage : au maximum 3 Fe ; 2,0 à 2,8 C ; 27 à 32 Cr ; 0,5 à 1,5
Si ; 10,0 à 14,0 W ; Co résiduel ; et au maximum 3,0 d'impuretés inévitables.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que des substances dures avec une granulométrie d'au moins 50 µm jusqu'à au maximum 500
µm, de préférence de 150 µm à 300 µm sont ajoutées.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que des lubrifiants solides qui résistent à des températures allant jusqu'à 1100 °C sont
ajoutés.