[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einem ersten Bordnetz mit einer ersten
Spannungsquelle, die eine erste Bordnetzspannung bereitstellt, und einem zweiten Bordnetz
mit einer zweiten Spannungsquelle, die eine von der ersten Bordnetzspannung verschiedene
zweite Bordnetzspannung bereitstellt, wobei beide Bordnetzspannungen Gleichspannungen
sind, wobei wenigstens eine Netztrenneinrichtung einen Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes
und einen Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes verbindet. Ein Bordnetz gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1 ist aus der Schrift
DE 101 60 266 A1 bekannt
[0002] Ein Großteil der im Einsatz befindlichen Kraftfahrzeugflotte weist lediglich ein
einzelnes 12 V-Bordnetz auf. Insbesondere in Anbetracht der zunehmenden Bedeutung
elektrischer Antriebe oder Hybridantriebe für Kraftfahrzeuge ist es wünschenswert,
höhere Spannungen in Bordnetzen zu nutzen. Zugleich sollen häufig Teile der Bordelektronik
des Kraftfahrzeugs weiterhin in einem Netz mit 12 V-Bordspannung betrieben werden.
Daher kann es vorteilhaft sein, in einem Kraftfahrzeug zwei Bordnetze mit unterschiedlichen
Bordnetzspannungen vorzusehen.
[0003] Werden in einem Kraftfahrzeug zwei verschiedene Bordnetze genutzt, ist es häufig
notwendig, Informationen von einem Bordnetz in das andere Bordnetz zu transportieren.
So kann beispielsweise ein Kommunikationsbus, wie beispielsweise ein CAN-Bus, Teil
eines Netzes mit einer relativ niedrigen Bordnetzspannung sein. Dennoch kann es beispielsweise
zweckmäßig sein, eine Motorsteuerung, die Teil eines Bordnetzes mit einer zweiten,
höheren Bordnetzspannung ist, über diesen Bus anzusteuern. In diesem Fall müssen Informationen
von einem Bordnetz mit einer niedrigeren Bordnetzspannung in ein Bordnetz mit einer
höheren Bordnetzspannung transportiert werden. Andererseits werden durch die Komponenten
in dem Bordnetz mit höherer Bordnetzspannung unter Umständen Messwerte, Fehlersignale
oder Ähnliches bereitgestellt, die anschließend wieder in den Kommunikationsbus eingespeist
werden sollen. In diesem Fall ist eine Kommunikation von dem Bordnetz mit der höheren
Bordnetzspannung zu dem Bordnetz mit der niedrigeren Bordnetzspannung notwendig.
[0004] Wesentlich für einen Informationsaustausch zwischen zwei Bordnetzen mit verschiedenen
Bordnetzspannungen ist, dass ein Kurzschluss zwischen diesen beiden Bordnetzen verhindert
wird. Würde ein Bordnetz mit einer niedrigeren Bordnetzspannung, also beispielsweise
12 V, und ein Bordnetz mit einer höheren Bordnetzspannung, beispielsweise 48 V, kurzgeschlossen,
könnte dies dazu führen, dass an Komponenten, die für einen Betrieb mit der niedrigeren
Bordnetzspannung ausgebildet sind, die höhere Bordnetzspannung anliegt, was zu Fehlfunktionen
und eventuell sogar zu dauerhaften Beschädigungen der Komponenten führen kann.
[0005] Typischerweise werden deshalb Trennkoppler zum Informationsaustausch genutzt, die
eine stromfreie Informationsübertragung zwischen den Netzen ermöglichen. Ein Trennkoppler
kann beispielsweise ein Optokoppler sein, bei dem durch ein Spannungssignal des Bordnetzes,
von dem Informationen gesendet werden sollen, eine Lichtquelle, beispielsweise eine
Leuchtdiode, betrieben wird, deren Licht die Leitfähigkeit eines Fototransistors oder
eines ähnlichen Bauteils in dem Bordnetz beeinflusst, in das Informationen übertragen
werden sollen. Hierdurch erfolgt eine vollständige elektrische Entkopplung der beiden
Bordnetze.
[0006] Daneben werden auch Trennkoppler genutzt, die statt einer optischen Kopplung der
beiden Bordnetze eine elektromagnetische Kopplung vorsehen, beispielsweise Trennkoppler,
die einen miniaturisierten Transformator umfassen, oder die auf der Signal gebenden
Seite eine Spule und auf der Signal empfangenden Seite eine Struktur mit Riesenmagnetowiderstand
umfassen. Nachteilig an diesen Lösungen ist, dass Trennkoppler relativ große und relativ
teure Komponenten sind.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kraftfahrzeug anzugeben, das
eine Informationsübertragung zwischen zwei Bordnetzen in einer Weise ermöglicht, die
zuverlässig einen Kurzschluss zwischen diesen Bordnetzen verhindert.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Kraftfahrzeug der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Netztrenneinrichtung wenigstens ein Halbleiterbauelement
umfasst, wobei die Netztrenneinrichtung eine Sperrrichtung, in der unterhalb einer
Durchbruchspannung im wesentlichen kein Stromtransport erfolgt, und eine Durchlassrichtung,
in der oberhalb einer Mindestspannung ein Stromtransport erfolgt, aufweist, wobei
die Durchlassrichtung der Netztrenneinrichtung von dem ersten Bordnetz in das zweite
Bordnetz gerichtet ist, womit durch Steuerung einer Spannung am Anschlusspunkt des
ersten Bordnetzes ein erstes Signal von dem ersten Bordnetz in das zweite Bordnetz
übertragbar ist und/oder womit durch Steuerung einer steuerbaren Impedanz zwischen
dem Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes und einem Referenzpotential, das ein gemeinsames
Referenzpotential für beide Bordnetze bildet, ein zweites Signal von dem zweiten Bordnetz
in das erste Bordnetz übertragbar ist.
[0009] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, dass bei der Informationsübertragung zwischen
den Bordnetzen eines Kraftfahrzeugs zwar verhindert werden muss, dass die Netze kurzgeschlossen
werden, und insbesondere, dass eine höhere Bordnetzspannung in das Bordnetz mit der
niedrigeren Bordnetzspannung "durchschlägt", eine vollständige galvanische Trennung
der beiden Bordnetze jedoch nicht notwendig ist. Typischerweise wird in einem Kraftfahrzeug
für beide Bordnetze ohnehin ein gemeinsames Referenz- bzw. Erdpotential genutzt, das
beispielsweise mit der Karosserie verbunden ist. Die Verbindung der beiden Bordnetze
mit diesem Erdpotential erfolgt zwar üblicherweise an unterschiedlichen Punkten, dennoch
ist über dieses gemeinsame Erdpotential eine stromleitende Kopplung der Bordnetze
gegeben, wodurch die beiden Bordnetze galvanisch gekoppelt sind.
[0010] Da also ohnehin bereits eine galvanische Kopplung der Bordnetze vorhanden ist, muss
bei der Signalübertragung nicht auf eine vollständige galvanische Trennung geachtet
werden. Es ist ausschließlich entscheidend, einen Kurzschluss zwischen den Netzen
und damit ein Anlegen der hohen Spannung an das Bordnetz, das zum Betrieb mit der
niedrigeren Spannung ausgebildet ist, zu vermeiden.
[0011] Unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht nachteilig, wenn Strom von dem ersten Bordnetz
in das zweite Bordnetz fließt, solange ein Stromtransport vom zweiten Bordnetz in
das erste Bordnetz verhindert wird. Ein solcher gerichteter Stromtransport kann durch
Halbleiterbauelemente, insbesondere Dioden, aber auch entsprechend geschaltete Feldeffekttransistoren
oder ähnliche Bauelemente, erreicht werden. Solche Halbleiterbauelemente weisen eine
Sperrrichtung auf, in der erst ab einer gewissen relativ hohen Spannung ein Strom
fließt. Wird das Halbleiterbauelement derart gewählt, dass die Durchbruchsspannung,
also die Spannung ab der ein Stromfluss in Sperrrichtung möglich ist, größer ist als
der Unterschied der Bordnetzspannung im ersten und im zweiten Bordnetz, so wird dadurch
ein Stromfluss in Sperrrichtung nahezu vollständig verhindert. Es fließt nur ein sehr
geringer Leckstrom, der beispielsweise kleiner als 1 µA sein kann. Die Leckströme,
die in Sperrrichtung der Halbleiterbauelemente fließen, sind eine inhärente Eigenschaft
von Halbleiterbauelementen. Es ist vorteilhaft, Halbleiterbauelemente mit möglichst
kleinen Leckströmen zu wählen, eine vollständige Verhinderung von Leckströmen ist
jedoch nicht möglich. Diese geringen Leckströme führen jedoch nur zu unwesentlichen
Potenzialänderungen im ersten Bordnetz, die vernachlässigt werden können.
[0012] Das Halbleiterbauelement weist in Durchlassrichtung nur einen sehr geringen Widerstand
auf. Damit ist ein Stromtransport vom ersten in das zweite Bordnetz leicht möglich.
[0013] Zum Signaltransport zwischen den Stromnetzen müssen zwei Fälle unterschieden werden.
Ist die Spannung am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes höher als die Spannung als
Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes, so erfolgt kein Stromtransport durch die Netztrenneinrichtung.
Dadurch sind die beiden Anschlusspunkte entkoppelt und das Potential am Anschlusspunkt
des ersten Bordnetzes und am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes sind unabhängig
voneinander. Ist jedoch die Spannung am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes größer
als die Spannung am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes, so findet ein Stromtransport
in Durchlassrichtung der Netztrenneinrichtung statt, wodurch der Anschlusspunkt des
ersten Bordnetzes und der Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes miteinander leitend
verbunden sind und damit ein nahezu gleiches Potential aufweisen.
[0014] Diese Eigenschaft der Netztrenneinrichtung kann zu einem Signaltransport vom ersten
in das zweite Bordnetz und zu einem Signaltransport vom zweiten in das erste Bordnetz
genutzt werden. Der Signaltransport vom ersten in das zweite Bordnetz kann dadurch
erfolgen, dass eine Spannung am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes angepasst wird.
Dies kann beispielsweise durch ein Umschalten des Anschlusspunktes zwischen zwei Spannungen,
einen Digital-/Analogwandler, die Ankopplung des Anschlusspunktes an die erste Spannungsquelle
über ein schaltbares Widerstandsnetzwerk, eine Verbindung des ersten Anschlusspunktes
mit der ersten Spannungsquelle oder dem Referenzpotential durch einen Transistor oder
ähnliches erfolgen. Solange die Spannung am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes größer
ist als die Spannung am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes, kann ein Spannungssignal
in das zweite Bordnetz übertragen werden. Es ist daher besonders vorteilhaft, den
Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes direkt oder indirekt mit dem Referenzpotential
zu verbinden. Beispielsweise kann zwischen dem Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes
und das Referenzpotential ein Widerstand geschaltet sein und das Signal kann im zweiten
Bordnetz dadurch ermittelt werden, dass der Spannungsabfall an diesen Widerstand gemessen
wird. Es ist jedoch auch möglich, die Spannung am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes
direkt für Steueraufgaben einzusetzen, also beispielsweise um das Potential am Gatter
eines Transistors zu steuern, ein Relais zu schalten, die Spannung als Eingangsspannung
eines Analog-/Digitalwandlers zu nutzen oder ähnliches.
[0015] Ebenso ist ein Signaltransport vom zweiten in das erste Bordnetz möglich. Dieser
Signaltransport erfolgt, indem eine steuerbare Impedanz zwischen dem Anschlusspunkt
des zweiten Bordnetzes und dem Referenzpotential gesteuert wird. Ist nun beispielsweise
der Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes über einen vorgegebenen Widerstand mit der
ersten Spannungsquelle verbunden, so kann durch Steuerung der steuerbaren Impedanz
im zweiten Bordnetz die Spannung am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes variiert
werden. Diese Spannung kann dann beispielsweise über einen Analog-/Digitalwandler
erfasst und weiterverarbeitet werden, es ist jedoch auch möglich, diese Spannung direkt
für Steueraufgaben, wie beispielsweise die Steuerung eines Schalters oder als Gatterspannung
eines Transistors zu nutzen. Die steuerbare Impedanz kann insbesondere auch ein Schalter
sein, der im geöffneten Zustand einen nahezu unendlich großen Widerstand und im geschlossenen
Zustand einen Widerstand von nahezu Null aufweist. In diesem Fall ist die Übertragung
von digitalen Signalen oder beispielsweise auch von pulsweitenmodulierten Signalen
möglich. Es ist jedoch auch möglich, die Impedanz in mehreren Stufen, beispielsweise
durch ein steuerbares Widerstandsnetzwerk, anzupassen oder beispielsweise über einen
Transistor eine kontinuierliche Steuerung der Impedanz zu erreichen.
[0016] Wesentlich ist, dass in dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug, obwohl die Signale in
beiden Richtungen durch einen Stromfluss übertragen werden, ein Schutz der Komponenten
der Bordnetze vor den Auswirkungen eines Kurzschlusses der Bordnetze erreicht wird.
Insbesondere soll verhindert werden, dass die höhere der beiden Bordnetzspannungen
an den Bauteilen, die zum Betrieb mit der niedrigeren Bordnetzspannung ausgebildet
sind, anliegt.
[0017] Die Signalübertragung zwischen den Bordnetzen kann in dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug
für eine Vielzahl von Funktionen genutzt werden. Wie eingangs erwähnt kann beispielsweise
ein Kommunikationsbus, insbesondere ein CAN-Bus, vollständig in einem der beiden Bordnetze
betrieben werden und durch die Kopplung der beiden Bordnetze durch eine oder mehrere
Netztrenneinrichtungen ist es dennoch möglich, Informationen von diesem Bus in das
andere Bordnetz zu übertragen bzw. Informationen, beispielsweise Messwerte oder Fehlerinformationen,
aus dem anderen Netzwerk auszulesen. Insbesondere bei der Kopplung an einen Kommunikationsbus
ist eine digitale oder pulsweitenmodulierte Übertragung der Signale zwischen den beiden
Bordnetzen vorteilhaft, da Informationen ohnehin seriell und digital übermittelt werden
sollen. Es kann aber auch vorteilhaft sein, Analogsignale, die beliebigen Messwerten
oder Steuerwerten entsprechen, zwischen den Bordnetzen zu übertragen. So kann es vorteilhaft
sein, eine Steuerung oder eine Digital-/Analog- oder Analog-/Digital-Wandlung in einem
anderen Bordnetz durchzuführen als in dem Bordnetz, in dem die zu überwachende oder
zu steuernde Komponente angeordnet ist.
[0018] Es ist vorteilhaft, wenn die Netztrenneinrichtung wenigstens zwei in Serie geschaltete
Halbleiterbauelemente umfasst. Insbesondere kann es sich dabei um Halbleiterbauelemente
mit gleicher Sperrrichtung handeln. Die Nutzung von zwei in Serie geschalteten Halbleiterbauelementen
hat den Vorteil, dass bei einem Kurzschließen eines der Halbleiterbauelemente weiterhin
die volle Funktionsfähigkeit der Netztrenneinrichtung gewährleistet ist, das heißt,
dass auch dann ein Kurzschluss zwischen den Bordnetzen verhindert wird. Ein Kurzschließen
eines einzelnen Halbleiterbauelements kann nicht in allen Fällen ausgeschlossen werden.
Beispielsweise kann ein Halbleiterbauelement durch kurzfristig auftretende Überspannungen
oder äußere Einflüsse oder Alterungen zerstört werden. Es ist auch möglich, dass durch
Verunreinigungen die Anschlüsse eines Halbleiterbauelements kurz geschlossen werden.
Die Nutzung von zwei in Serie geschalteten Halbleiterbauelementen dient also der Redundanz
der Netztrenneinrichtung. Um eine solche Redundanz besonders zuverlässig zu erreichen,
ist zudem vorteilhaft, wenn die beiden Halbleiterbauelemente beabstandet angeordnet
sind, so dass bei einer mechanischen Beschädigung oder einem mechanischen Kurzschluss
eines der Halbleiterbauelemente eine Beschädigung oder ein Kurzschluss des zweiten
Halbleiterbauelements unwahrscheinlich ist.
[0019] Wie erläutert ist es notwendig, die Komponenten des Bordnetzes mit einer niedrigeren
Bordnetzspannung vor der höheren Bordnetzspannung zu schützen. Um dies zu erreichen,
ist es möglich, dass der Betrag der zweiten Bordnetzspannung größer ist als der Betrag
der ersten Bordnetzspannung, wodurch kein Stromtransport von dem Bordnetz mit höherer
Bordnetzspannung in das Bordnetz mit niedrigerer Bordnetzspannung erfolgt, so dass
die Komponenten im Bordnetz mit niedrigerer Bordnetzspannung geschützt werden.
[0020] Eine Spannung von 48 V ist eine vorteilhafte Betriebsspannung für ein Bordnetz eines
Kraftfahrzeugs. Viele der momentan genutzten Fahrzeugkomponenten sind für eine Nutzung
in einem Bordnetz mit 12 V ausgelegt. Es ist daher vorteilhaft, wenn die erste Bordnetzspannung
12 V und die zweite Bordnetzspannung 48 V beträgt.
[0021] In modernen Kraftfahrzeugen erfolgt eine Vielzahl digitaler Steuer- und Regelaufgaben.
Dementsprechend ist es häufig ausreichend, als Information, die zwischen den Bordnetzen
ausgetauscht wird, einen ein- oder ausgeschalteten Zustand einer Spannung zu nutzen.
Mit solchen Signalen können beispielsweise einfache Informationen, wie Defektinformationen
durch ein Schalten einer Spannung übermittelt werden. Zur Übertragung komplexerer
digitaler Informationen kann beispielsweise eine getaktete Übermittlung erfolgen oder
die Daten können beispielsweise durch Pulsweitenmoduliertenmodulation kodiert werden.
[0022] In diesem Fall ist eine Übertragung von Informationen von dem ersten Bordnetz in
das zweite Bordnetz möglich, wenn ein erstes Schaltelement zwischen der ersten Spannungsquelle
und dem Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes angeordnet ist und eine im ersten Bordnetz
angeordnete erste Steuereinrichtung zum Öffnen und Schließen des ersten Schaltelements
zur Steuerung der Spannung an dem Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes ausgebildet
ist. Es ist in diesem Fall besonders vorteilhaft, den Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes
über einen Widerstand mit dem Referenzpotential zu verbinden. Ist in diesem Fall das
erste Schaltelement geschlossen, so ist die Spannung am Anschlusspunkt des zweiten
Bordnetzes, abgesehen von einem Spannungsabfall an der Netztrenneinrichtung, im Wesentlichen
gleich groß wie die am ersten Schaltelement anliegende Spannung. Ist das Schaltelement
jedoch geöffnet, so ist die Spannung am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes gleich
der Spannung des Referenzpotentials.
[0023] Als Schaltelement kann eine Vielzahl von Elementen genutzt werden, beispielsweise
Relais, als ICs ausgebildete Schalter, Transistoren, die durch zwei Gatterspannungen
umgeschaltet werden. Die Ansteuerung der Schaltelemente kann direkt durch einen digitalen
Ausgang einer Steuereinrichtung erfolgen. Es ist auch möglich, einen seriellen Kommunikationsbus
des Kraftfahrzeugs direkt zur Steuerung des Schaltelements zu nutzen, wodurch die
Businformationen in das zweite Bordnetz übertragen werden können. Daneben können jegliche
Informationen übertragen werden, die im Kraftfahrzeug als einer von zwei Schaltzuständen
vorliegen, also beispielsweise pulsweitenmodulierte Signale, zur Ansteuerung von Motoren,
Fehlersignale, Ansteuersignale für Leuchtelemente.
[0024] Zur Übertragung von digital dargestellten Informationen vom zweiten in das erste
Bordnetz kann ebenfalls ein Schaltelement genutzt werden. Es ist möglich, dass ein
zweites Schaltelement zwischen dem Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes und dem Referenzpotential
angeordnet ist und eine im zweiten Bordnetz angeordnete zweite Steuereinrichtung zum
Öffnen und Schließen des zweiten Schaltelements zur Steuerung der Spannung am Anschlusspunkt
des ersten Bordnetzes ausgebildet ist. Die Ausführungen zu dem Schaltelement im ersten
Bordnetz gelten auch für das Schaltelement im zweiten Bordnetz. Der wesentliche Unterschied
ist, dass ein Schließen des Schaltelements zu einem Absenken der Spannung am Anschlusspunkt
des ersten Bordnetzes führt. Wird ein digitales Signal, also ein Signal mit einem
hohen Signallevel und einem niedrigen Signallevel, übertragen, so führt die Übertragung
des Signals in diesem Fall zu einem Invertieren des Signals, weshalb es vorteilhaft
sein kann, das digitale Signal vor der Steuerung des Schaltelements oder an dem Anschlusspunkt
des ersten Bordnetzes zu invertieren. Eine solche Invertierung ist besonders einfach
möglich, wenn am Anschluss des ersten Bordnetzes ohnehin eine digitale Eingangsleitung
einer Steuereinrichtung gesteuert wird, da die Invertierung dann in Software erfolgen
kann oder wenn beispielsweise am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes ein Schmitt-Trigger
angeschlossen ist, der in diesem Fall als invertierender Schmitt-Trigger ausgeführt
sein kann.
[0025] Das erste Signal und/oder das zweite Signal kann ein pulsweitenmoduliertes Spannungssignal
oder ein Digitalsignal sein. Ein Digitalsignal ist ein Signal, das durch zwei Schaltzustände
beschrieben wird. Diese Schaltzustände können beispielsweise TTL-Pegel, also Spannungen
von 0 V und 5 V sein, es sind jedoch auch beliebige andere Spannungen wählbar. Bei
der Übertragung eines Digitalsignals kann es vorteilhaft sein, am Anschlusspunkt,
an dem das Signal übertragen wird, einen Schmitt-Trigger zu nutzen, um ein besseres
Schaltverhalten zu erreichen. Pulsweitenmodulierte Signale werden ebenfalls durch
zwei Schaltzustände übertragen, wobei bei einem pulsweitenmodulierten Signal zur Signalübertragung
die Pulsweite einer übertragenen Pulswelle mit den beiden Schaltzuständen genutzt
wird. Ein Vorteil der Übertragung von Daten durch Pulsweitenmodulation ist, dass die
Pulswelle für die serielle Übertragung von Daten ein Taktsignal liefert und dadurch
keine separate Taktung der Datenübertragung notwendig ist. Pulsweitenmodulierte Signale
können auch direkt zur Ansteuerung von Motoren genutzt werden. Aus pulsweitenmodulierten
Signalen können auch analoge Steuerspannungen gewonnen werden, indem die pulsweitenmodulierte
Spannung in einen Tiefpassfilter eingespeist wird und der Ausgang des Tiefpassfilters
als Steuerspannung genutzt wird.
[0026] Das Halbleiterbauelement kann eine Diode sein. Die Diode ist das einfachste Bauelement,
mit dem eine asymmetrische Stromübertragung, durch ein Sperren in eine Richtung und
ein Durchlassen in die andere Richtung, erreicht werden kann. Dioden sind in einer
Vielzahl von Ausführungsformen erhältlich, wodurch sehr hohe Durchbruchsspannungen
mit sehr kleinen Leckströmen möglich sind. Beispielsweise kann der Leckstrom des Halbleiterelements
in Sperrrichtung weniger als 1 µA bei einer Spannung von 70 V betragen.
[0027] In einigen Anwendungsfällen, beispielsweise wenn relativ kleine Spannungen zwischen
den Bordnetzen übertragen werden sollen, kann es vorteilhaft sein, andere Halbleiterbauelemente
zu nutzen, die dann jedoch in einer Art beschaltet sind, dass sie effektiv als Diode
wirken. Beispielsweise kann statt einer Diode ein entsprechend beschalteter Feldeffekttransistor
genutzt werden. Dies ist vorteilhaft, da der Spannungsverfall an einem Feldeffekttransistor
mit entsprechend beschaltetem Gatter in Durchlassrichtung wesentlich geringer ist
als die an einer Diode abfallende Spannung. Ebenso können eine Vielzahl weiterer Transistoren
so verschaltet werden, dass sie ein Diodenverhalten zeigen, beispielsweise MOS-FETs,
IGBTs, oder ähnliches. Wesentlich ist, dass das Halbleiterbauelement eine Sperrrichtung
und eine Durchlassrichtung aufweist, was bei Halbleiterbauelementen insbesondere dadurch
erreicht werden kann, dass eine Grenzschicht zwischen einem P-Halbleiter und einem
N-Halbleiter vorliegt oder durch das Anliegen einer Spannung, insbesondere an einer
Gateelektrode, erreicht werden kann.
[0028] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im folgenden
beschriebenen Ausführungsbeispielen und den Zeichnungen. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- ein Detail des Bordnetzes eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs,
- Fig. 2
- ein weiteres Detail des Bordnetzes des Kraftfahrzeugs, und
- Fig. 3
- ein drittes Detail des Bordnetzes des Kraftfahrzeugs.
[0029] Fig. 1 - Fig. 3 zeigen jeweils Detailansichten der Bordnetze eines Kraftfahrzeugs.
In Fig. 1 - Fig. 3 sind jeweils nur Komponenten gezeigt, die zum Verständnis der Signalübertragung
von dem ersten in das zweite Bordnetz und umgekehrt notwendig sind.
[0030] Fig. 1 zeigt beispielhaft die Übertragung einer Information von dem ersten Bordnetz
8 in das zweite Bordnetz 9. Das zweite Bordnetz 9 weist eine höhere Bordnetzspannung
auf, nämlich 48 V, als das erste Bordnetz 8, das eine Bordnetzspannung von 12 V aufweist.
Beide Bordnetze haben ein gemeinsames Referenzpotential 6, wobei die Verbindung zum
gemeinsamen Referenzpotential, das beispielsweise durch die Karosserie gebildet wird,
für das erste Bordnetz 8 und das zweite Bordnetz 9 räumlich beabstandet erfolgt. Die
Trennung des ersten Bordnetzes 8 und des zweiten Bordnetzes 9 ist symbolisch durch
die Linie 7 angezeigt. Der Unterschied zwischen den Bordnetzen 8, 9 ist, dass an den
Komponenten im zweiten Bordnetz 9 Spannungen von bis zu 48 V erwartet werden und an
den Komponenten im ersten Bordnetz 8 Spannungen von bis zu 12 V. Daher ist es für
ein zuverlässiges Funktionieren des Kraftfahrzeugs wesentlich, dass ein starker Stromfluss
vom zweiten Bordnetz 9 in das erste Bordnetz 8 verhindert wird. In Kraftfahrzeugen
ist üblicherweise der Minuspol einer nicht gezeigten Energiespeichereinrichtung mit
dem Referenzpotential 6 zu verbinden. Daher sind in beiden Bordnetzen 8, 9 ausschließlich
positive Spannungen zu erwarten. Dies bedeutet, dass die Dioden 2, 3 die gemeinsam
die Netztrenneinrichtung bilden ausschließlich dann einen Stromfluss ermöglichen,
wenn die Spannung am Anschlusspunkt 1 des ersten Bordnetzes 8, das heißt die Spannung
V1, größer ist als die Spannung am Anschlusspunkt 4 des zweiten Bordnetzes 9, das
heißt die Spannung V2.
[0031] Da Anschlusspunkt 1 im ersten Bordnetz 8 liegt ist an Anschlusspunkt 1 maximal eine
Spannung von 12 V zu erwarten. Damit erfolgt nur dann ein Stromfluss durch die Netztrenneinrichtung,
also die Halbleiterbauelemente 2, 3, die als Dioden ausgebildet sind, wenn die Spannung
am Anschlusspunkt 4 im zweiten Bordnetz 9 kleiner ist als 12 V. Damit ist sichergestellt,
dass durch die Netztrenneinrichtung die Netze nicht derart kurz geschlossen werden,
dass Spannungen von mehr als 12 V in das erste Bordnetz 8 gelangen können.
[0032] Die Netztrenneinrichtung besteht hier aus zwei Halbleiterbauelementen 2, 3, da in
diesem Fall das Kurzschließen eines der Halbleiterbauelemente 2 oder 3, beispielsweise
durch eine mechanische oder eine elektrische Beschädigung oder eine Verunreinigung
der Platine, die zu einem Kurzschluss des Halbleiterbauelements führt, nicht zu einem
Kurzschließen der Bordnetze 8, 9 führt. Wird das Halbleiterbauelement 2 kurzgeschlossen,
so ändert sich an der Spannungsverteilung in Fig. 1 im Wesentlichen nichts, da bereits
auf der linken Seite des Halbleiterbauelements 3 keine Spannungen von mehr als 12
V möglich sind. Wird in Fig. 1 jedoch das Halbleiterbauelement 3 kurzgeschlossen,
so können potentiell höhere Spannungen bis 48 V bis zum Halbleiterbauelement 2 gelangen.
Dies entspricht einer Erweiterung des zweiten Bordnetzes 9 derart, dass nun das Halbleiterbauelement
2 zum zweiten Bordnetz 9 gehört, also ein Bauteil ist, an dem Spannungen von bis zu
48 V zu erwarten sind. Dennoch kann die hohe Spannung des zweiten Bordnetzes 9 nicht
zu den weiteren Komponenten des ersten Bordnetzes 9 vordringen, da das Halbleiterbauelement
2 beim Anliegen einer Spannung, die höher ist als die Spannung am Anschlusspunkt 1
des ersten Bordnetzes, also auch bei jeglicher Spannung, die größer ist als 12 V,
einen Stromfluss verhindert und die Netze damit trennt.
[0033] Mit dem gezeigten Teil der Schaltung können Signale, die im ersten Bordnetz 8 am
Anschlusspunkt 1 anliegen in das zweite Bordnetz 9 zu Anschlusspunkt 4 übertragen
werden. Die Zuführung des zu übertragenden Signals zu Anschlusspunkt 1 und die weitere
Nutzung des am Anschlusspunkt 4 anliegenden Signals sind hier nicht gezeigt. Eine
Spannung an Anschlusspunkt 1 kann beispielsweise durch einen Digital-/Analogwandler
vorgegeben werden, es ist aber auch möglich, die Spannung V1 am Anschlusspunkt 1 beispielsweise
durch ein Verbinden des Anschlusspunktes 1 mit der nicht gezeigten Spannungsversorgung,
also einer Spannung von 12 V über einen regelbaren Widerstand, einen Transistor oder
ähnliches einzustellen.
[0034] Die Weiterverarbeitung der am Ausschlusspunkt 4 anliegenden Spannung V2 soll hier
möglichst durch ein Bauteil mit hohem Eingangswiderstand erfolgen. Dadurch kann der
Widerstand des verarbeitenden Bauteils in der folgenden Diskussion vernachlässigt
werden. Solche Bauteile mit einem hohem Eingangswiderstand sind beispielsweise Feldeffekttransistoren,
IGBTs, Analog-/Digitalwandler oder ähnliches. Da hier davon ausgegangen wird, dass
die weiteren mit Anschlusspunkt 4 verbundenen Bauteile hohe Widerstände aufweisen
ist die Spannung V2 ausschließlich durch die Spannung V1, das Referenzpotential 6
sowie die Spannungen, die an den Halbleiterbauelementen 2 und 3 und an dem Widerstand
5 abfallen, bestimmt. Üblicherweise fallen an Dioden Spannungen im Bereich von einigen
100 mV ab. Der Widerstand 5 soll hier groß gewählt werden. Dies hat zum einen den
Vorteil, dass zur Übertragung des Signals nur geringe Ströme notwendig sind, zum anderen
wird damit der Einfluss weiterer Bauelemente verringert, wodurch eine bessere Signalübertragung
vom Anschlusspunkt 1 zum Anschlusspunkt 4 möglich ist. Abgesehen von einem meist zu
vernachlässigenden Spannungsverfall an den Halbleiterbauelementen 2 und 3 ist die
Spannung V2 damit gleich der Spannung V1. Damit ist mit der in Fig. 1 gezeigten Schaltung
die Übertragung eines beliebigen Spannungswerts V1, der an Anschlusspunkt 1 angelegt
wird, vom ersten Bordnetz 8 zu dem Anschlusspunkt 4 des zweiten Bordnetzes 9, wo er
als Spannung V2 vorliegt, möglich. Gleichzeitig werden die Komponenten des ersten
Bordnetzes 8 wie erläutert von den höheren Spannungen im zweiten Bordnetz 9 geschützt.
[0035] Fig. 2 zeigt eine Signalübertragung in die umgekehrte Richtung, also vom zweiten
Bordnetz 9 in das erste Bordnetz 8. In diesem Fall beeinflusst eine Spannung V2',
die am Anschlusspunkt 16 des zweiten Bordnetzes 9 anliegt, eine Spannung V1', die
am Anschlusspunkt 14 des ersten Bordnetzes anliegt. Bezüglich der Erzeugung der Spannung
V2' gilt das für die Spannung V1 gesagte und für die Weiterverwertung der Spannung
V1' das für die Spannung V2 gesagte. Die Halbleiterbauelemente 12, 13 entsprechen
in ihrer Funktion den Halbleiterbauelementen 2, 3 und bilden eine Netztrenneinrichtung.
Der Spannungsabfall an den Halbleiterbauelementen 12, 13 in Durchlassrichtung soll
in der weiteren Diskussion zur Vereinfachung vernachlässigt werden. Die Spannung V2'
wird durch Anschlusspunkt 16 dem Gatter eines Transistors 15 zugeführt. Der Transistor
15 kann hier im einfachsten Fall als ein Schalter dienen, der abhängig von der Spannung
V2' einen sehr hohen oder sehr niedrigen Widerstand aufweist. Es ist auch möglich,
den Transistor 15 als einen variablen Widerstand zu nutzen. Dies ist besonders vorteilhaft
in einem linearen Bereich des Transistors möglich.
[0036] Wird der Spannungsabfall an den Halbleiterbauelementen 12, 13 vernachlässigt, so
bilden der Transistor 15 und der Widerstand 11 einen Spannungsteiler. Die Spannung
V1' am Anschlusspunkt 14 des ersten Bordnetzes entspricht damit dem Verhältnis des
Widerstands des Transistors 15 zur Summe des Widerstands des Transistors 15 und des
Widerstands 11. Da der Widerstand des Transistors 15 von der Steuerspannung V2' des
Transistors abhängig ist wird durch die Spannung V2' am Anschlusspunkt 16 des zweiten
Stromkreises die Spannung V1' am Anschlusspunkt 14 des ersten Stromkreises 8 gesteuert.
Es erfolgt also eine Informationsübertragung vom zweiten Stromkreis 9 in den ersten
Stromkreis 8.
[0037] Fig. 3 zeigt einen etwas größeren Ausschnitt der Schaltung der Bordnetze des Kraftfahrzeugs,
wobei hier eine Signalübertragung zwischen dem ersten Bordnetz 8 und dem zweiten Bordnetz
9 in beide Richtungen dargestellt ist.
[0038] Die wesentlichen Elemente der Schaltung sind bereits aus Fig. 1 und Fig. 2 bekannt.
Die Halbleiterbauelemente 24 und 25 sowie der Widerstand 27 entsprechen den Halbleiterbauelementen
2 und 3 und dem Widerstand 5 in Fig. 1. Dort ist ein direktes Anlegen einer Spannung
V1 zur Übertragung von Informationen in das zweite Bordnetz 9 gezeigt. In Fig. 3 wird
die Spannung an dem Halbleiterbauelement 24, und damit an einem Anschlusspunkt des
ersten Bordnetzes 8, durch einen Schalter 28 geschaltet. Ist der Schalter 28 wie gezeigt
geöffnet, so fließt, solange noch ein positives Potential an einem der dem Halbleiterbauelemente
24 anliegt, Strom über die Halbleiterbauelemente 24 und 25 und den Widerstand 27 zum
Referenzpotential 6, bis an dem Halbleiterbauelement 24 ein Potential anliegt, das
im Wesentlichen dem Referenzpotential 6 entspricht. Damit liegt am Anschlusspunkt
des zweiten Bordnetzes 9, der hier zwischen Halbleiterbauelement 25 und Widerstand
27 liegt, ein Potential an, das im Wesentlichen dem Referenzpotential 6 entspricht.
Dieses Potential steuert ein Bauteil 26 im zweiten Bordnetz 9, das Teil einer Motorsteuerung
sein kann.
[0039] Ist Schalter 28 geschlossen, so ist das Halbleiterbauelement 24 mit der ersten Spannungsquelle
10 verbunden, wodurch an Halbleiterbauelement 24 eine Spannung von 12 V anliegt. Wird
wiederum der Spannungsabfall an den Halbleiterbauelementen 24 und 25 vernachlässigt,
so fällt damit eine Spannung von ca. 12 V an Widerstand 27 ab. Diese Spannung liegt
nun am Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes 9 zwischen Halbleiterbauelement 25 und
Widerstand 27 an und steuert Bauteil 26. Damit ist durch ein Öffnen und Schließen
des Schalters 28 im ersten Bordnetz 8 ein Bauteil 26 im zweiten Bordnetz 9 steuerbar.
Die Steuerung des Schalters 28 erfolgt durch eine Steuereinrichtung 29. Die Steuereinrichtung
29 wird durch die erste Spannungsquelle 10 mit einer Spannung von 12 V versorgt. Die
Steuerung kann beispielsweise abhängig von empfangenen Bus-Signalen erfolgen.
[0040] Ebenso ist in dem in Fig. 3 gezeigten Schaltungsausschnitt eine Informationsübertragung
vom zweiten Bordnetz 9 in das erste Bordnetz 8 möglich. Hiefür ist die erste Spannungsquelle
10 über den Widerstand 19, die beiden Halbleiterbauelemente 20 und 21 und den Schalter
23 mit dem Referenzpotential 6 verbunden. Die Halbleiterbauelemente 20 und 21 entsprechen
den in Fig. 2 gezeigten Halbleiterbauelementen 12 und 13 und der Widerstand 19 dem
in Fig. 2 gezeigten Widerstand 11. Der Schalter 23 erfüllt hier die gleiche Aufgabe
wie der in Fig. 2 gezeigte Transistor 15. Durch Einschalten des Schalters 23 kann
damit die Spannung am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes zwischen Widerstand 19
und Halbleiterbauelement 20 zwischen dem Referenzpotential, also 0 V und +12 V umgeschaltet
werden. Die Steuerung des Schalters 23 erfolgt durch eine Steuereinrichtung 22. Diese
kann den Schalter 23 beispielsweise schließen wenn ein Defektsignal vorliegt. Das
am Anschlusspunkt des ersten Bordnetz 8 anliegende Signal kann durch ein Bauteil 18
des ersten Bordnetzes 8 weiterverarbeitet werden. Beispielsweise kann die Spannung
durch einen Spannungsteiler in den Bereich eines TLL-Pegels gebracht werden, anschließend
einem Schmitt-Trigger zugeführt werden und dann einem Digitaleingang zugeführt werden,
um in einen Bus eingespeist zu werden.
[0041] Wie an den gezeigten Ausführungsbeispielen zu erkennen, ist eine einfache und günstige
Übertragung von Signalen von einem ersten Bordnetz in ein zweites Bordnetz und umgekehrt
möglich, wobei dennoch die Bauteile eines Niederspannungsbordnetzes vor den Folgen
eines Kurzschließens der Bordnetze geschützt werden können. Durch eine Verwendung
von Halbleiterbauelementen wie Dioden ist eine solche Trennung der Netze sehr einfach
und kostengünstig möglich. Durch eine Verwendung von zwei getrennten Halbleiterbauelementen
wird zudem erreicht, dass ein Defekt eines einzelnen Bauteils nicht zu einem Kurzschluss
zwischen den Netzen führt. Abhängig von den konkreten Anforderungen können verschiedene
Halbleiterbauelemente eingesetzt werden. So können zum Übertragen von geringen Spannungen
Feldeffekttransistoren eingesetzt werden, um den Spannungsabfall an den Halbleiterbauelementen
zu minimieren. Es können auch, beispielsweise durch Nutzung von Hochspannungsdioden,
besonders hohe Durchbruchspannungen erreicht werden, wodurch ein Schutz des ersten
Bordnetzes auch dann möglich ist, wenn beispielsweise am Anschlusspunkt des zweiten
Bordnetzes Spannungsschwankungen mit hoher Amplitude auftreten können. Durch eine
passende Auswahl des Halbleiterbauelements können auch sehr kleine Leckströme von
beispielsweise deutlich unterhalb 1 µA bei einer Spannung von 70 V erreicht werden.
1. Kraftfahrzeug mit einem ersten Bordnetz (8) mit einer ersten Spannungsquelle (10),
die eine erste Bordnetzspannung bereitstellt, und einem zweiten Bordnetz (9) mit einer
zweiten Spannungsquelle (17), die eine von der ersten Bordnetzspannung verschiedene
zweite Bordnetzspannung bereitstellt, wobei beide Bordnetzspannungen Gleichspannungen
sind, wobei wenigstens eine Netztrenneinrichtung einen Anschlusspunkt (1, 14) des
ersten Bordnetzes (8) und einen Anschlusspunkt (4, 16) des zweiten Bordnetzes (9)
verbindet, wobei die Netztrenneinrichtung wenigstens ein Halbleiterbauelement (2,
3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) umfasst, wobei die Netztrenneinrichtung eine Sperrrichtung,
in der unterhalb einer Durchbruchspannung im wesentlichen kein Stromtransport erfolgt,
und eine Durchlassrichtung, in der oberhalb einer Mindestspannung ein Stromtransport
erfolgt, aufweist, wobei die Durchlassrichtung der Netztrenneinrichtung von dem ersten
Bordnetz (8) in das zweite Bordnetz (9) gerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bordnetze (8, 9) dazu ausgestaltet sind, durch Steuerung einer Spannung am Anschlusspunkt
(1, 14) des ersten Bordnetzes (8) ein erstes Signal vom ersten Bordnetz (8) in das
zweite Bordnetz (9) zu übertragen und/oder durch Steuerung einer steuerbaren Impedanz
(15, 23) zwischen dem Anschlusspunkt (4, 16) des zweiten Bordnetzes und einem Referenzpotential
(6), das ein gemeinsames Referenzpotential (6) für beide Bordnetze (8, 9) bildet,
ein zweites Signal von dem zweiten Bordnetz (9) in das erste Bordnetz (8) zu übertragen.
2. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Netztrenneinrichtung wenigstens zwei in Serie geschaltete Halbleiterbauelemente
(2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) umfasst.
3. Kraftfahrzeug nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschlüsse zweier Halbleiterbauelemente (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) einer
Netztrenneinrichtung einen Abstand von wenigstens 1 mm, vorzugsweise wenigstens 5
mm aufweisen.
4. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Betrag der zweite Bordnetzspannung größer ist als der Betrag der ersten Bordnetzspannung.
5. Kraftfahrzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Bordnetzspannung 12 V und die zweite Bordnetzspannung 48 V beträgt.
6. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein erstes Schaltelement (28) zwischen der ersten Spannungsquelle (10) und dem Anschlusspunkt
(1, 14) des ersten Bordnetzes angeordnet ist und eine im ersten Bordnetz angeordnete
erste Steuereinrichtung (29) zum Öffnen und schließen des ersten Schaltelements (28)
zur Steuerung der Spannung an dem Anschlusspunkt des zweiten Bordnetzes (9) ausgebildet
ist.
7. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein zweites Schaltelement (23) zwischen dem Anschlusspunkt (4, 16) des zweiten Bordnetzes
und dem Referenzpotential (6) angeordnet ist und eine im zweiten Bordnetz (9) angeordnete
zweite Steuereinrichtung (22) zum Öffnen und schließen des zweiten Schaltelements
(23) zur Steuerung der Spannung am Anschlusspunkt des ersten Bordnetzes ausgebildet
ist.
8. Kraftfahrzeug nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Signal und/oder das zweite Signal ein pulsweitenmoduliertes Spannungssignal
oder ein Digitalsignal ist.
9. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Halbleiterbauelement (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) eine Diode ist.
10. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Leckstrom des Halbleiterelements (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) in Sperrrichtung
weniger als 1 µA bei einer Spannung von 70 V beträgt.
1. Motor vehicle comprising a first vehicle electrical system (8) having a first voltage
source (10) which provides a first vehicle-electrical-system voltage, and a second
vehicle electrical system (9) having a second voltage source (17), which provides
a second vehicle-electrical-system voltage which is different from the first vehicle-electrical-system
voltage, both vehicle-electrical-system voltages being DC voltages, at least one electrical
system isolating device connecting a connection point (1, 14) of the first vehicle
electrical system (8) and a connection point (4, 16) of the second vehicle electrical
system (9), the electrical system isolating device comprising at least one semiconductor
component (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25), the electrical system isolating device having
a reverse direction, in which substantially no current transport takes place below
a breakdown voltage, and a forward direction, in which current transport takes place
above a minimum voltage, the forward direction of the electrical system isolating
device being directed from the first vehicle electrical system (8) into the second
vehicle electrical system (9),
characterised in that
the vehicle electrical systems (8, 9) are configured, by controlling a voltage at
the connection point (1, 14) of the first vehicle electrical system (8), to transmit
a first signal from the first vehicle electrical system (8) into the second vehicle
electrical system (9), and/or, by controlling a controllable impedance (15, 23) between
the connection point (4, 16) of the second vehicle electrical system and a reference
potential (6) which forms a common reference potential (6) for both vehicle electrical
systems (8, 9), to transmit a second signal from the second vehicle electrical system
(9) into the first vehicle electrical system (8).
2. Motor vehicle according to claim 1,
characterised in that
the electrical system isolating device comprises at least two semiconductor components
(2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) which are connected in series.
3. Motor vehicle according to claim 2,
characterised in that
the connections of two semiconductor components (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) of
an electrical system isolating device have a distance of at least 1 mm, preferably
at least 5 mm.
4. Motor vehicle according to one of the preceding claims,
characterised in that
the value of the second vehicle-electrical-system voltage is greater than the value
of the first vehicle-electrical-system voltage.
5. Motor vehicle according to claim 3,
characterised in that
the first vehicle-electrical-system voltage is 12 V, and the second vehicle-electrical-system
voltage is 48 V.
6. Motor vehicle according to any one of the preceding claims,
characterised in that
a first switching element (28) is arranged between the first voltage source (10) and
the connection point (1, 14) of the first vehicle electrical system, and a first control
means (29) which is arranged in the first vehicle electrical system for opening and
closing the first switching element (28) is configured to control the voltage at the
connection point of the second vehicle electrical system (9).
7. Motor vehicle according to any one of the preceding claims,
characterised in that
a second switching element (23) is arranged between the connection point (4, 16) of
the second vehicle electrical system and the reference potential (6), and a second
control means (22) which is arranged in the second vehicle electrical system (9) for
opening and closing the second switching element (23) is configured to control the
voltage at the connection point of the first vehicle electrical system.
8. Motor vehicle according to either claim 6 or 7,
characterised in that
the first signal and/or the second signal is a pulse-width-modulated voltage signal
or a digital signal.
9. Motor vehicle according to any one of the preceding claims,
characterised in that
the semiconductor component (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) is a diode.
10. Motor vehicle according to any one of the preceding claims,
characterised in that
the stray current of the semiconductor component (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) in
the reverse direction is less than 1 µA at a voltage of 70 V.
1. Véhicule automobile comprenant un premier réseau de bord (8) avec une première source
de tension (10) qui fournit une première tension de réseau de bord, et comprenant
un deuxième réseau de bord (9) avec une deuxième source de tension (17), qui fournit
une deuxième tension de réseau de bord différente de la première tension de bord,
les deux tensions de réseau de bord étant des tensions continues, au moins un dispositif
de séparation de réseaux reliant un point de connexion (1, 14) du premier réseau de
bord (8) et un point de connexion (4, 16) du deuxième réseau de bord (9), le dispositif
de séparation de réseaux comprenant au moins un composant à semi-conducteurs (2, 3,
12, 13, 20, 21, 24, 25), le dispositif de séparation de réseaux présentant un sens
de fermeture, dans lequel sensiblement aucun transport de courant n'est effectué en
dessous d'une tension de claquage, et un sens de passage, dans lequel un transport
de courant est effectué au-dessus d'une tension minimale, le sens de passage du dispositif
de séparation de réseaux étant dirigé du premier réseau de bord (8) au deuxième réseau
de bord (9),
caractérisé en ce
que les réseaux de bord (8, 9) sont configurés pour transmettre un premier signal du
premier réseau de bord (8) au deuxième réseau de bord (9) par la commande d'une tension
au niveau du point de connexion (1, 14) du premier réseau de bord (8) et/ou pour transmettre
un deuxième signal du deuxième réseau de bord (9) au premier réseau de bord (8) par
la commande d'une impédance (15, 23) pouvant être commandée entre le point de connexion
(4, 16) du deuxième réseau de bord et un potentiel de référence (6), qui constitue
un potentiel de référence (6) commun pour les deux réseaux de bord (8, 9).
2. Véhicule automobile selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que le dispositif de séparation de réseaux comprend au moins deux composants à semi-conducteurs
(2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) branchés en série.
3. Véhicule automobile selon la revendication 2,
caractérisé en ce
que les bornes des deux composants à semi-conducteurs (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25)
d'un dispositif de séparation de réseaux sont à une distance d'au moins 1 mm, de préférence
d'au moins 5 mm.
4. Véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce
que la valeur de la deuxième tension de réseau de bord est supérieure à la valeur de
la première tension de réseau de bord.
5. Véhicule automobile selon la revendication 3,
caractérisé en ce
que la première tension de réseau de bord est de 12 V et la deuxième tension de réseau
de bord est de 48 V.
6. Véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'un premier élément commutateur (28) est disposé entre la première source de tension
(10) et le point de connexion (1, 14) du premier réseau de bord, et en ce qu'un premier
dispositif de commande (29) disposé dans le premier réseau de bord est réalisé pour
ouvrir et fermer le premier élément commutateur (28) afin de commander la tension
au niveau du point de connexion du deuxième réseau de bord (9).
7. Véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'un deuxième élément commutateur (23) est disposé entre le point de connexion (4, 16)
du deuxième réseau de bord et le potentiel de référence (6), et en ce qu'un deuxième
dispositif de commande (22) disposé dans le deuxième réseau de bord (9) est réalisé
pour ouvrir et fermer le deuxième élément commutateur (23) afin de commander la tension
au niveau du point de connexion du premier réseau de bord.
8. Véhicule automobile selon la revendication 6 ou 7,
caractérisé en ce
que le premier signal et/ou le deuxième signal est un signal de tension à largeur d'impulsion
modulée ou un signal numérique.
9. Véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le composant à semi-conducteurs (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25) est une diode.
10. Véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le courant de fuite du composant à semi-conducteurs (2, 3, 12, 13, 20, 21, 24, 25)
dans le sens de fermeture est inférieur à 1 µA pour une tension de 70 V.