[0001] Die Erfindung betrifft eine Unterdruckdose gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Unterdruckdosen werden als Schaltelemente beispielsweise im Kraftfahrzeugbau eingesetzt,
wo ein bewegliches Bauteil wie beispielsweise eine Lüfterklappe zwischen zwei Schaltstellungen
(beispielsweise geöffnet und geschlossen) hin- und herbewegt werden soll. Bekannte
Unterdruckdosen weisen ein Dosengehäuse auf, in dessen Innerem eine Membran angeordnet
ist, die über einen Stößelteller eines aus dem Dosengehäuse ragenden Stößels gezogen
ist und zusammen mit dem Stößelteller und einem Teil des Dosengehäuses einen luftdichten
Druckraum einschließt. Der Druckraum ist zur Bewegung des Stößels evakuierbar und
mit Gas befüllbar, wobei die Bewegung des Stößels gegen die Rückstellkraft einer zwischen
dem Stößelteller und dem Dosengehäuse abgestützten Druckfeder erfolgt. Dabei sind
bei den meisten Unterdruckdosen nur zwei Stellungen des Stößels vorgesehen, und es
erfolgt keine Ermittlung oder Einstellung der Stößelstellung.
[0003] Aus der
WO 02/33283 A2 ist eine Unterdruckdose bekannt, bei der sich die Feder auf einem am Dosengehäuse
innen anliegenden Zwischenstück abstützt und Mittel vorgesehen sind, um die durch
die Abstützung der Feder am Dosengehäuse an diesem verursachte mechanische Spannung
zu messen. Mittels einer Auswerteelektronik kann anhand der gemessenen Spannung im
Dosengehäuse auf die Stellung des Stößels rückgeschlossen werden. Bei der in der
WO 02/33283 A2 beschriebenen Unterdruckdose stützt sich das Zwischenstück aber mittels eines rings
umlaufenden Rings am Dosengehäuse ab, so dass es mit einer relativ großen Fläche des
Dosengehäuses in Kontakt steht. Dadurch sind durch die Federkraft erzeugte mechanische
Spannungen im Dosengehäuse entweder schlecht messbar, oder das Dosengehäuse muss in
einem relativ großen Bereich dünn ausgeführt werden, wodurch wiederum seine Stabilität
beeinträchtigt wird.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Unterdruckdose der eingangs genannten Art
derart weiterzubilden, dass sie eine bessere Bestimmung der Stellung des Stößels ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Unterdruckdose mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, das Dosengehäuse lediglich mit einer zentralen
Anlagepartie des Zwischenstücks zu beaufschlagen, um die eine Abstützfläche umläuft,
auf der das zweite Ende der Druckfeder abgestützt ist. Die auf das Dosengehäuse ausgeübte
Kraft kann dann auf eine kleine Fläche konzentriert werden, so dass die Verformungspartie
des Dosengehäuses klein gehalten werden kann. Die Abstützung der Druckfeder auf der
um die Anlagepartie umlaufenden Abstützfläche ergibt eine in hohem Maße gleichmäßige
und reproduzierbare Beaufschlagung der Verformungspartie auch dann, wenn der Stößel
gegenüber seiner Längsrichtung ein Stück weit gekippt wird. Mittels der Messeinrichtung
wird die Verformung der Verformungspartie gemessen, so dass auf die Federkraft und
damit auf die Stellung des Stößels rückgeschlossen werden kann. Durch diese Maßnahmen
kann sogar eine Regelung der Unterdruckdose ermöglicht werden.
[0007] Zweckmäßig weist die Messeinrichtung mindestens einen Dehnungsmessstreifen auf. Dieser
ist vorzugsweise auf einer der Verformungspartie abgewandten Seite einer Platte angeordnet,
welche flächig auf der Verformungspartie aufliegt. Eine Verformung der Verformungspartie
führt dann zu einer Verformung der Platte, welche mittels des mindestens einen Dehnungsmessstreifens
gemessen wird. Zudem kann die Messeinrichtung eine Auswerteelektronik zur Auswertung
eines durch den mindestens einen Dehnungsmessstreifen generierten Signals aufweisen.
Damit sind die von dem bzw. den Messstreifen gemessenen Verformungen automatisiert
auswertbar.
[0008] Zweckmäßig ist die Messeinrichtung lösbar mit dem Dosengehäuse verbunden, insbesondere
mittels eines Bajonettverschlusses oder einer Rastverbindung. Die Messeinrichtung
kann dann auf einfache Weise ausgetauscht werden, und die Unterdruckdose ist auch
funktionsfähig, wenn die Messeinrichtung vom Dosengehäuse entfernt wird. Um eine möglichst
gut messbare Verformung der Verformungspartie zu erzielen, weist diese vorteilhaft
zumindest abschnittsweise eine geringere und vorzugsweise weniger als halb so große
Wandstärke auf als die anderen Partien des Dosengehäuses. Der Bereich mit der geringeren
Wandstärke kann einen vorzugsweise klein- bis punktförmigen zentralen Abschnitt einer
Wand des Dosengehäuses bilden oder ringförmig ausgebildet sein, wobei er im letzteren
Fall einen zentralen Bereich umgibt, dessen Wandstärke größer ist als die Wandstärke
des ringförmigen Bereichs. Der zentrale Bereich kann auf die Anlagepartie zentrierend
wirken, und seine Wandstärke ist zweckmäßig mindestens so groß wie die Wandstärke
der anderen Partien des Dosengehäuses.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist das Dosengehäuse eine
in den Druckraum vorstehende Führungshülse auf, in der die zentrale Anlagepartie des
Zwischenstücks aufgenommen ist. Zudem kann die Abstützfläche rings um die Führungshülse
umlaufend angeordnet sein. Diese Maßnahmen verbessern die Führung des Zwischenstücks
beim Bewegen des Stößels.
[0010] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Unterdruckdose im Schnitt.
[0011] Die in der Zeichnung dargestellte Unterdruckdose 10 weist ein Dosengehäuse 12 aus
Kunststoff auf, das aus zwei Gehäuseteilen 14, 16 zusammengefügt ist. Sie weist zudem
einen Stößel 18 auf, der an seinem einen Ende mit einem Stößelteller 20 versehen ist
und (in der Zeichnung nicht dargestellt) durch das zweite Gehäuseteil 16 durchgeführt
ist, so dass sein zweites Ende aus dem Dosengehäuse 12 ragt. Zwischen den Gehäuseteilen
14, 16 ist eine elastisch dehnbare Membran 22 eingespannt, die mit dem Stößel 18 im
Bereich des Stößeltellers 20 verbunden ist und zusammen mit dem Stößelteller 20 und
dem ersten Gehäuseteil 14 einen Druckraum 24 einschließt, welcher über einen nicht
näher dargestellten Anschluss evakuierbar und mit Luft befüllbar ist. Eine Evakuierung
des Druckraums 24 resultiert in einer Bewegung des Stößels 18 nach oben, da in dem
an die andere Seite der Membran 22 abgrenzenden Innenraumbereich 26 des Dosengehäuses
12 stets Umgebungsdruck herrscht.
[0012] Um den Stößel 18 nach Wiederbefüllung des Druckraums 24 mit Luft wieder in seine
Ursprungslage zurückzuführen, ist eine im Druckraum 24 angeordnete Druckfeder 28 vorgesehen,
die mit ihrem ersten Ende 30 am Stößelteller 20 abgestützt ist. Zudem ist ein Zwischenstück
32 vorgesehen, das eine ringsumlaufende Abstützfläche 34 aufweist, auf der das zweite
Ende 36 der Druckfeder 28 abgestützt ist. Das Zwischenstück 32 ist auf einer von einer
Deckenwand 38 des ersten Gehäuseteils 14 nach unten abstehenden Führungshülse 40 geführt,
wobei die Abstützfläche 34 die Führungshülse 40 umgebend angeordnet ist. In der Führungshülse
40 ist eine Anlagepartie 42 des Zwischenstücks 32 angeordnet, die einstückig mit der
Abstützfläche 34 verbunden ist und an einer Verformungspartie 44 der Deckenwand 38
anliegt. Die Verformungspartie 44 ist zentral in der Mitte der Deckenwand 38 angeordnet
und macht weniger als 5 % von deren Fläche aus. Die Anlagepartie 42 weist einen nach
oben vorstehenden, an der Verformungspartie anliegenden Vorsprung 45 auf, dessen Eingriff
in die durch die Verformungspartie 44 vorgegebene Vertiefung in der Deckenwand 38
zentrierend wirkt. Die Verformungspartie 44 ist dünner ausgeführt als die anderen
Partien des Dosengehäuses 12 und hat im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Dicke von
weniger als 0,6mm, während das Dosengehäuse 12 sonst mindestens 1,2 mm dick ausgeführt
ist. Eine Erhöhung der Federkraft der Druckfeder 28 führt zu einer Erhöhung der Kraftbeaufschlagung
der Verformungspartie 44 durch die Anlagepartie 42, welche in einer Verformung der
Verformungspartie 44 resultiert. Für die Messung der Verformung ist wiederum eine
Messeinrichtung 46 vorgesehen, welche auf die Außenseite 48 der Deckenwand 38 aufgesetzt
und dort mittels eines Bajonettverschlusses befestigt ist.
[0013] Die Messeinrichtung 46 weist eine Platte 50 auf, die flächig auf der Verformungspartie
44 aufliegt. Auf der Platte 50 sind an ihrer der Verformungspartie 44 abgewandten
Seite mehrere Dehnungsmesstreifen 52 angeordnet, die ein für die Verformung der Verformungspartie
44, welche sich in einer Verformung der Platte 50 auswirkt, charakteristisches Signal
generieren, welches über eine Leitung 54 zu einer in der Zeichnung nicht dargestellten
Auswerteelektronik geleitet und ausgewertet wird. Die Auswerteelektronik kann dann
die Stellung des Stößels 18 bestimmen und bei entsprechender Programmierung sogar
die Bewegung des Stößels 18 steuern. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind vier Dehnungsmessstreifen
in einer Wheatstone-Brücke angeordnet.
Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten:
[0014] Die Erfindung betrifft eine Unterdruckdose 10 mit einem Dosengehäuse 12, mit einem
durch das Dosengehäuse 12 durchgeführte Stößel 18, mit einer mit dem Dosengehäuse
12 und dem Stößel 18 verbundenen Membran 22, mit einem vom Dosengehäuse 12, vom Stößel
18 und von der Membran 22 eingeschlossenen, zur Bewegung des Stößels 18 zwischen zwei
Endstellungen evakuierbaren und mit Gas befüllbaren Druckraum 24, mit einer mit einem
ersten Ende 30 innerhalb des Dosengehäuses 12 am Stößel 18 abgestützten Druckfeder
28 und mit einem zwischen dem Stößel 18 und dem Dosengehäuse 12 angeordneten Zwischenstück
32, das am Dosengehäuse 12 anliegt und an dem die Druckfeder 28 mit ihrem zweiten
Ende 36 abgestützt ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Zwischenstück 32
eine zumindest abschnittsweise an einer Verformungspartie 44 des Dosengehäuses 12
anliegende zentrale Anlagepartie 42 und eine um die Anlagepartie 42 umlaufende Abstützfläche
34 aufweist, auf der das zweite Ende 36 der Druckfeder 28 abgestützt ist, und dass
an einer Außenseite 48 des Dosengehäuses 12 eine Messeinrichtung 46 zur Messung einer
Verformung der Verformungspartie 44 angeordnet ist.
1. Unterdruckdose mit einem Dosengehäuse (12), mit einem durch das Dosengehäuse (12)
durchgeführten Stößel (18), mit einer mit dem Dosengehäuse (12) und dem Stößel (18)
verbundenen Membran (22), mit einem vom Dosengehäuse (12), vom Stößel (18) und von
der Membran (22) eingeschlossenen, zur Bewegung des Stößels (18) zwischen zwei Endstellungen
evakuierbaren und mit Gas befüllbaren Druckraum (24), mit einer mit einem ersten Ende
(30) innerhalb des Dosengehäuses (12) am Stößel (18) abgestützten Druckfeder (28)
und mit einem zwischen dem Stößel (18) und dem Dosengehäuse (12) angeordneten Zwischenstück
(32), das am Dosengehäuse anliegt (12) und an dem die Druckfeder (28) mit ihrem zweiten
Ende (36) abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstück (32) eine zumindest abschnittsweise an einer Verformungspartie
(44) des Dosengehäuses (12) anliegende zentrale Anlagepartie (42) und eine um die
Anlagepartie (42) umlaufende Abstützfläche (34) aufweist, auf der das zweite Ende
(36) der Druckfeder (28) abgestützt ist, und dass an einer Außenseite (48) des Dosengehäuses
(12) eine Messeinrichtung (46) zur Messung einer Verformung der Verformungspartie
(44) angeordnet ist.
2. Unterdruckdose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (46) mindestens einen Dehnungsmessstreifen (52) aufweist.
3. Unterdruckdose nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (46) eine flächig auf der Verformungspartie (44) aufliegende
Platte (50) aufweist, die an ihrer der Verformungspartie (46) abgewandten Seite mit
dem mindestens einen Dehnungsmessstreifen (52) versehen ist.
4. Unterdruckdose nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (46) eine Auswerteelektronik zur Auswertung eines durch den mindestens
einen Dehnungsmesstreifen (52) generierten Signals aufweist.
5. Unterdruckdose nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (46) vorzugsweise lösbar mit dem Dosengehäuse (12) verbunden
ist, insbesondere mittels eines Bajonettverschlusses oder einer Rastverbindung.
6. Unterdruckdose nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformungspartie (44) zumindest abschnittsweise eine geringere und vorzugsweise
weniger als halb so große Wandstärke aufweist als die anderen Partien des Dosengehäuses
(12).
7. Unterdruckdose nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformungspartie (44) einen zentralen Abschnitt einer Wand (38) des Dosengehäuses
(12) bildet.
8. Unterdruckdose nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformungspartie (44) einen ringförmigen Bereich mit der geringeren Wandstärke
aufweist.
9. Unterdruckdose nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dosengehäuse (12) eine in den Druckraum (24) vorstehende Führungshülse (40) aufweist,
in der die zentrale Anlagepartie (42) des Zwischenstücks (32) aufgenommen ist.
10. Unterdruckdose nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützfläche (34) rings um die Führungshülse (40) umlaufend angeordnet ist.