[0001] Die Erfindung betrifft eine Werfereinrichtung, umfassend einen Turm mit einer um
eine Achse schwenkbaren Halteeinrichtung zur Aufnahme einer Kartusche, wobei Arretiermittel
zur Fixierung der lösbar anbringbaren Kartusche vorgesehen sind.
[0002] Eine solche Werfereinrichtung dient zum Abschuss eines Konterflugkörpers mit dem
Ziel, mit diesem Konterflugkörper in hinreichendem Abstand zum eigenen Fahrzeug, an
dem die Werfereinrichtung aufgebaut ist, einen das Fahrzeug bedrohenden Flugkörper
zu treffen und zu zerstören, mithin also die Bedrohung zu eliminieren. Hierzu umfasst
die Werfereinrichtung einen Turm, an dem eine Halteeinrichtung für eine Kartusche
angeordnet ist. In die Kartusche wird die Munition mit dem Konterflugkörper eingesetzt.
Wird über eine entsprechende Erfassungseinrichtung ein herannahendes Geschoss erfasst,
so wird innerhalb kürzester Zeit die Kartusche ausgerichtet und das Kontergeschoss
verschossen. Hierzu ist der Turm üblicherweise um eine erste Achse schwenkbar oder
drehbar, während die Kartusche um eine zweite Achse schwenkbar oder drehbar ist, wobei
die beiden Achsen aufeinander senkrecht stehen. Dies ermöglicht eine Ausrichtung in
Azimut und Elevation. Diese Ausrichtung erfolgt extrem schnell, die entsprechenden
Schwenkbewegungen werden bei bekannten Werfereinrichtungen innerhalb von ca. einer
Sekunde oder weniger durchgeführt, so dass ein schneller Verschuss des Konterflugkörpers
möglich ist.
[0003] Um diese schnelle Ausrichtung zu ermöglichen, sind extreme Beschleunigungen der zu
bewegenden Elemente, also des Turms sowie der Halteeinrichtung erforderlich. Da die
Kartusche als separates Bauteil in die Halteeinrichtung eingesetzt ist, ist es erforderlich,
die Kartusche vollständig spielfrei zu fixieren, so dass keinerlei Relativbewegung
der Kartusche zur Halteeinrichtung während der Beschleunigung möglich ist. Andernfalls
würde die Kartusche trägheitsbedingt der Halteeinrichtung hinterherlaufen und die
Ausrichtung wäre unzureichend.
[0004] Auf der anderen Seite muss die Kartusche möglichst einfach befestigt werden können,
so dass eine einfache und vor allem schnelle Montage und Demontage der Kartusche im
Feld möglich ist.
[0005] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, eine Werfereinrichtung anzugeben,
die einfach betätigbare Arretiermittel zur Kartuschenbefestigung aufweist, und die
gleichzeitig eine sichere und vollkommen spielfreie Kartuschenfixierung ermöglicht.
[0006] Zur Lösung dieses Problems ist bei einer Werfereinrichtung der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Arretiermittel einen an der zylindrischen
Kartusche vorgesehenen schwenkbaren Bügelverschluss umfassen, der an einem an der
halbschalenartigen Halteinrichtung vorgesehenen Arretierelement festlegbar ist, und
der eine integrierte Elastizität aufweist, derart, dass der Bügelverschluss zum Befestigen
der Kartusche gegen die Elastizität über einen Totpunkt in eine Verriegelungsstellung
schwenkbar ist, in der er durch die rückstellende Elastizität fixiert ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Werfereinrichtung zeichnet sich durch eine besondere Ausgestaltung
der Halteeinrichtung sowie der Arretiermittel in Form eines Bügelverschlusses aus.
Die Halteeinrichtung ist als halbschalenartige Aufnahme ausgeführt, die um weniger
als 180° umläuft, so dass die Kartusche, ihrerseits selbst ein zylindrisches Bauteil,
formschlüssig in die Halteeinrichtung eingesetzt werden kann. An der Halteeinrichtung
selbst ist ein Arretierelement vorgesehen, beispielsweise in Form eines Arretierhakens
oder eines Arretierstifts, der von einem entsprechenden Gegenstück, das als Teil der
kartuschenseitigen Arretiermittel vorgesehen ist, hintergriffen wird. Dieses Arretierelement
ist bevorzugt am einen Ende der halbschalenartigen Halteeinrichtung vorgesehen.
[0008] An der Kartusche selbst ist ein schwenkbarer Bügelverschluss vorgesehen, der einen
geeigneten Arretierabschnitt aufweist, mit dem er an dem Arretierelement angreift.
Je nach Ausgestaltung des Arretierelements kann es sich bei dem Arretierabschnitt
um einen Arretierhaken oder einen Arretierbolzen handeln. Der Bügelverschluss selbst
ist schwenkbar, kann also vom Soldaten auf einfache Weise betätigt werden.
[0009] Zur Montage der Kartusche ist es lediglich erforderlich, die Kartusche in die Halteeinrichtung
einzusetzen. Hierzu ist am anderen Ende der Halteeinrichtung ein entsprechendes weiteres
Arretierelement vorgesehen, beispielsweise ein Arretierhaken. An der Kartusche ist
ein entsprechendes Arretierelement vorgesehen, beispielsweise ein Arretierbolzen,
der zunächst in diesen Arretierhaken eingehängt wird. Sodann wird die Kartusche quasi
um diese gebildete Schwenkachse in die halbschalige Halteeinrichtung eingeschwenkt.
Nun ist lediglich noch der Bügelverschluss zunächst aufzuschwenken, so dass das Arretierelement,
also beispielsweise der Arretierbolzen, in den das halteeinrichtungsseitige Arretierelement
bildenden Arretierhaken eingreift. Sodann wird der Bügelverschluss in Richtung Kartusche
geschwenkt, wobei während dieser Schwenkbewegung eine im Bügelverschluss integrierte
Elastizität gespannt wird, so dass die Elastizität eine hohe Rückstellkraft aufbaut.
Der Bügelverschluss ist derart ausgelegt, dass er während dieser Verschwenkbewegung
in einen Totpunkt läuft. Im Totpunkt ist die Elastizität maximal gespannt. Wird nun
der Bügelverschluss minimal über den Totpunkt hinausgeschwenkt, so relaxiert die gespannte
Elastizität etwas. Der Bügelverschluss schnappt in seine Endstellung, in welche er
bevorzugt am Außenmantel der Kartusche aufliegt. In dieser Position ist er über die
Elastizität, die in dieser Fixierstellung nach wie vor hinreichend gespannt ist, äußerst
fest fixiert, so dass ein versehentliches Öffnen ausgeschlossen ist.
[0010] Es ist also bei der erfindungsgemäßen Werfereinrichtung lediglich erforderlich, die
Kartusche zunächst einzuhängen und einzuschwenken, wonach der Bügelverschluss aufgeschwenkt
und arretiert wird und anschließend lediglich noch zuzuschwenken ist.
[0011] Neben der äußerst einfachen Handhabbarkeit ist auch eine feste und vollkommen spielfreie
Kartuschenfixierung gegeben. Denn wie beschrieben liegt die Kartusche einerseits formschlüssig
in der Halteeinrichtung. Andererseits wird sie über den Bügelverschluss extrem fest
mit der Halteeinrichtung verbunden. Die Befestigung ist vollkommen spielfrei, so dass
sich selbst bei extremer Beschleunigung der Halteeinrichtung keinerlei Relativbewegung
zwischen Halteeinrichtung und Kartusche ergibt.
[0012] Gemäß einer ersten grundsätzlichen Erfindungsalternative kann dabei vorgesehen sein,
dass der Bügelverschluss einen an der Kartusche schwenkbar befestigten Schwenkbügel
aufweist, an dem ein an dem Arretierelement der Halteeinrichtung festlegbarer Arretierabschnitt
um eine Schwenkachse schwenkgelagert ist, wobei der Arretierabschnitt gegen die Elastizität
relativ zum Schwenkbügel bewegbar ist. Bei dieser Alternative weist also der Schwenkbügel
selbst die Elastizität auf.
[0013] Dabei kann die Schwenkachse des Arretierabschnitts gegen die Elastizität bewegbar
am Schwenkbügel angeordnet sein, das heißt, dass letztlich der Arretierabschnitt über
seine Schwenkachse relativ zum Schwenkbügel gegen die Elastizität beweglich ist. Die
Schwenkachse ist dabei bevorzugt in Form eines Bolzens vorgesehen, der mit wenigstens
einem Spannbolzen gekoppelt ist, der gegen wenigstens ein die Elastizität bildendes
Federelement gelagert ist. Im Falle einer Relativbewegung von Schwenkbügel und Arretierabschnitt
kommt es folglich mit Erreichen der entsprechenden Position zu einer Betätigung des
Federelements über den Spannbolzen, worüber die Rückstellkraft aufgebaut wird.
[0014] Bevorzugt ist der Bolzen, also die Schwenkachse über zwei Spannbolzen, die jeweils
gegen wenigstens ein Federelement gelagert sind, verbunden, wobei die beiden Spannbolzen
bevorzugt endseitig am Bolzen vorgesehen sind. Hierüber ergibt sich ein symmetrischer
Aufbau, das heißt, dass die Rückstellkraft quasi symmetrisch zur Spannachse erzeugt
wird, so dass es zu keinen Kippmomenten oder dergleichen kommt.
[0015] Das oder die Federelemente sind bevorzugt als Tellerfedern oder Tellerfederpakete
ausgebildet. Unter Verwendung solcher Tellerfedern oder Tellerfederpakete kann eine
sehr hohe Rückstellkraft bei gleichzeitig kleinem Deformationsweg erreicht werden.
Zweckmäßigerweise ist dabei die Vorspannung des oder der Federelemente, insbesondere
der Tellerfedern oder Tellerfederpakete, über ein Einstellelement einstellbar, wozu
bevorzugt eine auf den jeweiligen Spannbolzen aufgeschraubte Einstellmutter vorgesehen
ist. Über diese Einstellmutter kann das Federelement definiert komprimiert werden,
also vorgespannt werden. Resultierend aus dem Vorspanngrad kann wiederum die Höhe
der maximalen Rückstellkraft respektive der Rückstellkraft in der Spannstellung eingestellt
werden.
[0016] Der oder jeder Spannbolzen kann in Weiterbildung der Erfindung in einer am Schwenkbügel
vorgesehenen Bohrung aufgenommen sein, in der auch das Federelement aufgenommen und
aufgelagert ist. Durch Integration des Spannbolzens und des Federelements in eine
entsprechende Bohrung sind diese Elemente also gekapselt und vor Verschmutzung geschützt.
Auch ein Eindringen von Wasser, das im Winter gefrieren und folglich die Funktion
beeinträchtigen könnte, kann hierüber ausgeschlossen werden.
[0017] Der Arretierabschnitt weist ferner bei dieser ersten Erfindungsalternative vorzugsweise
zwei Schwenkarme auf, die an dem vorzugsweise U-förmigen Schwenkbügel über den Bolzen
gelagert sind. Diese beiden Schwenkarme liegen bevorzugt quasi im Inneren des U-förmigen
Schwenkbügels, die Schwenkachse, also der Bolzen, durchgreift die beiden Schwenkarme
und ragt in entsprechende Aufnahmen respektive Bohrungen am Schwenkbügel bzw. dessen
beiden Bügelarmen ein. Denkbare wäre es aber auch, einen quasi einteiligen, nur einen
Bügelarm aufweisenden Schwenkbügel vorzusehen, der eine Querbohrung aufweist, durch
die der die Schwenkachse bildende Bolzen greift, wobei in diesem Fall die beiden Schwenkarme
außenseitig am Schwenkbügel angeordnet wären.
[0018] Gemäß einer zweiten, grundlegenden Erfindungsalternative kann der Bügelverschluss
einen an der Kartusche schwenkbar befestigten Schwenkbügel aufweisen, an dem ein an
dem Arretierelement der Halteeinrichtung festlegbarer Arretierabschnitt um eine Schwenkachse
schwenkgelagert ist, wobei der Arretierabschnitt eine integrierte Elastizität aufweist.
Anders als bei der ersten Ausführungsalternative, bei der die Elastizität im Schwenkbügel
integriert ist, ist hier die Elastizität im Arretierabschnitt integriert. Die Funktionalität
ist jedoch die gleiche, das heißt, dass auch hier beim Bewegen in den Totpunkt die
Elastizität gespannt wird und beim Bewegen über den Totpunkt hinaus die Elastizität
relaxiert und den in die Spannstellung bewegten Schwenkbügel fest fixiert.
[0019] Innerhalb dieser zweiten grundlegenden Ausgestaltungsalternative sind drei unterschiedliche
erfindungsgemäße Ausgestaltungen denkbar.
[0020] Gemäß einer ersten Erfindungsausgestaltung kann die Schwenkachse in Form eines Bolzens
vorgesehen sein, der über ein die Elastizität bildendes Blattfederelement mit einem
Verbindungselement, das mit dem an der Halteeinrichtung vorgesehenen Arretierelement
koppelbar ist, verbunden ist. Der Bolzen und das Verbindungselement, beispielsweise
ein weiterer Bolzen, der das hakenförmige Arretierelement der Halteeinrichtung hintergreift,
oder ein Arretierhaken, der das als Arretierbolzen ausgebildete Arretierelement der
Halteeinrichtung hintergreift, sind bei dieser Ausgestaltung über ein Blattfederelement
miteinander gekoppelt. Dieses Blattfederelement wird, nachdem die Schwenkachse eine
Relativbewegung zu dem am Arretierelement der Halteeinrichtung festgelegten Verbindungselement
beim Zuschwenken des Bügelverschlusses vollzieht, gespannt und baut die Rückstellkraft
auf. Zur einfachen, gleichermaßen aber festen Verbindung des Blattfederelements mit
dem Bolzen und dem Verbindungselement sind am Blattfederelement bevorzugt wenigstens
ein erstes und wenigstens ein zweites Lagerauge vorgesehen, die jeweils vom Bolzen
respektive dem Verbindungselement durchsetzt werden.
[0021] Eine zweite alternative Ausführungsform sieht vor, dass der Arretierabschnitt wenigstens
einen die Elastizität bildenden Schwenkarm aufweist, der über den Bolzen schwenkgelagert
ist und an dessen anderem Ende das Verbindungselement vorgesehen ist, welcher Schwenkarm
derart gebogen ist, dass er beim Verschwenken bis zum Erreichen des Totpunkts gestreckt
wird und sich hinter dem Totpunkt entspannt. Bei dieser Erfindungsausgestaltung wird
die Rückstellkraft durch eine elastische Verformung des wenigstens einen Schwenkarms,
der Teil des Arretierabschnitts ist, erzeugt. Der Schwenkarm weist einen entsprechenden
Biegeradius auf. Nachdem wie beschrieben im Rahmen des Zuschwenkens des Bügelverschlusses
die Schwenkachse relativ zum an dem Arretierelement festgelegten Verbindungselement
bewegt wird, sich mithin also der Abstand beim Zuschwenken etwas vergrößert, wird
folglich der gebogene Schwenkarm, der ja einerseits über das an ihm vorgesehene Verbindungselement,
andererseits über die Schwenkachse respektive den Bolzen an eben diesen voneinander
wegbewegten Punkten angebunden ist, etwas gestreckt, also minimal elastisch deformiert.
Durch diese elastische Deformation wird die Rückstellkraft aufgebaut. Bei Bewegung
über den Totpunkt entspannt sich der Schwenkarm wiederum etwas, bleibt jedoch nach
wie vor gespannt, so dass eine hohe Rückstellkraft auch noch in der Arretierstellung
gegeben ist.
[0022] Aus Symmetriegründen sind bevorzugt zwei parallele und gleichartig gebogene Schwenkarme
vorgesehen, die über einen gemeinsamen Bolzen an dem vorzugsweise U-förmigen Schwenkbügel
gelagert sind. Ist der Schwenkbügel U-förmig ausgeführt, so liegen die beiden Schwenkarme
bevorzugt im Inneren des Schwenkbügels. Der Bolzen durchgreift beide Schwenkarme und
greift in entsprechende Aufnahmen oder Bohrungen am Schwenkbügel ein. Der Schwenkbügel
könnte aber auch einteilig respektive geradlinig sein. In diesem Fall wären die beiden
biegsamen Schwenkarme seitlich davon angeordnet, der Bolzen würde eine Querbohrung
am Schwenkbügel durchgreifen.
[0023] Eine dritte Erfindungsalternative sieht schließlich vor, dass der Arretierabschnitt
wenigstens einen die Elastizität bildenden Schwenkarm aufweist, der über den Bolzen
schwenkgelagert ist und an dessen anderem Ende das Verbindungselement vorgesehen ist,
welcher Schwenkarm wellenförmig gebogen ist, derart, dass er beim Verschwenken bis
zum Erreichen des Totpunkts gelängt wird und sich hinter dem Totpunkt entspannt. Die
Funktionalität dieser Anordnung mit dem wellenförmig gebogenen Schwenkarm ist vergleichbar
zu der zuvor beschriebenen Ausgestaltung. Der wellenförmig gebogene Schwenkarm bildet
quasi eine Feder, die aufgrund der Relativbewegung des die Schwenkachse bildenden
Bolzens zum Verbindungselement etwas gelängt wird, bis der Totpunkt erreicht wird.
Nach Überschwenken über den Totpunkt entspannt sich der gelängte Wellen-Schwenkarm
wieder etwas, gleichwohl wird auch hier eine noch hinreichend hohe Rückstellkraft
in der Spannstellung aufrechterhalten.
[0024] Auch hier sind bevorzugt zwei parallele und gleichartig wellenförmig gebogene Schwenkarme
vorgesehen, die über einen gemeinsamen Bolzen an dem vorzugsweise U-förmigen Schwenkbügel
gelagert sind. Bei U-förmigen Schwenkbügeln liegen auch hier die beiden Schwenkarme
bevorzugt innerhalb, sie können aber bei einteiligen Schwenkbügeln auch benachbart
außerhalb angeordnet sein.
[0025] Wenngleich durch die in der Spannstellung des Bügelverschlusses nach wie vor gegebene
hohe Rückstellkraft, die die Elastizität noch aufbaut, eine sichere Fixierung der
Schließ- bzw. Spannstellung gegeben ist, kann gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung an der Kartusche eine Verriegelungseinrichtung vorgesehen sein, die
den Schwenkbügel in der Spannstellung verriegelt. Diese Verriegelungseinrichtung kann
ein mechanisch oder elektromagnetisch bewegbares Verriegelungselement aufweisen, das
zum Verriegeln an einem Verriegelungsabschnitt des Schwenkbügels angreift. Im Falle
eines mechanischen Verriegelungselements kann es sich dabei um eine Art Verriegelungsschloss
handeln, das über einen speziellen Schlüssel betätigt werden kann. Über den Schlüssel
kann beispielsweise ein schwenkbares Verriegelungselement in Form eines Stiftes oder
einer Platte oder Ähnliches in eine Schließstellung bewegt werden, in der es in den
Verriegelungsabschnitt des Schwenkbügels eingreift oder diesen übergreift. Alternativ
kann ein mechanisches Verriegelungselement auch federbelastet sein, so dass es bei
Einnehmen der Verriegelungsstellung automatisch verriegelt. Wird also der Schwenkbügel
in die Spannstellung bewegt, so kann mit Erreichen der Spannstellung beispielsweise
das federelastische Verriegelungselement zunächst gegen die Feder bewegt werden und
in der Endstellung automatisch in den Verriegelungsabschnitt einschnappen, so dass
eine automatische Verriegelung gegeben ist. Diese Schnappverriegelung kann durch ein
entsprechendes Löseelement, beispielsweise einen Schieber oder Hebel, über den das
Verriegelungselement wieder aus der Verriegelungsstellung gedrückt werden kann, geöffnet
werden.
[0026] Ein elektromagnetisch betätigbares Verriegelungselement kann beispielsweise über
einen entsprechenden Elektromagneten bewegt werden. Dieser kann, nachdem die Kartusche,
worauf nachfolgend noch eingegangen wird, bevorzugt über eine entsprechende Elektronik
mit einer zentralen Steuerungselektronik verbunden ist, hierüber gespeist respektive
gesteuert werden.
[0027] Wie bereits beschrieben wird die Kartusche beispielsweise über eine zweite Arretierelement-Verriegelungselement-Kombination
zunächst einseitig an der Halteeinrichtung fixiert, wonach die Kartusche in die Halteeinrichtung
eingeschwenkt wird und über den Bügelverschluss endgültig verriegelt wird. Zum ersten
Fixieren vor dem Einschwenken kann an der Kartusche ein Befestigungsbolzen vorgesehen
sein, der zum Befestigen der Kartusche in einen Arretierhaken an der Halteeinrichtung
einhängbar ist, so dass die Kartusche zur weiteren Befestigung mittels des Bügelverschlusses
in die Halteeinrichtung einschwenkbar ist. Eine äußerst einfache Handhabung ist hierüber
gewährleistet.
[0028] Wie bereits einleitend beschrieben wird über die Kartusche respektive die eingelegte
Munition ein Konterflugkörper verschossen. Um den Verschuss zu erwirken, ist kartuschenseitig
eine entsprechende Elektronik vorgesehen, über die die Zündeinheit der Munition angesteuert
respektive betätigt wird. Die kartuschenseitige Elektronik ist mit der zentralen Steuerelektronik
der Werfereinrichtung zu verbinden. Um dies möglichst einfach zu gewährleisten, sollte
dies natürlich automatisch beim Befestigen der Kartusche in der Halteeinrichtung erfolgen.
Um dies zu ermöglichen, sieht eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung vor, an
der Halteeinrichtung eine Vertiefung auszubilden, an deren Boden mehrere Kontaktflächen
vorgesehen sind, wobei an der Kartusche mehrere gegen Federelemente bewegbare, mit
einer kartuschenseitigen Zündelektronik verbundene Kontaktstifte vorgesehen sind.
Da wie beschrieben die Kartusche formschlüssig in die Halteeinrichtung eingelegt wird,
kann auf diese Weise die Kontaktierung der Kontaktstifte mit den Kontaktflächen besonders
einfach erfolgen. Die Halteeinrichtung verfügt über in der Vertiefung vorgesehene
Kontaktflächen. Da nicht immer eine Kartusche verbaut ist, folglich die Halteeinrichtung
frei liegt, kann es mitunter zu einer Verschmutzung der Halteeinrichtung kommen. Da
die Kontaktflächen ebene Flächenabschnitte sind, können diese jedoch sehr einfach
gereinigt werden. Es ist lediglich erforderlich, über die Kontaktflächen zu wischen.
Darüber hinaus ist auch quasi ein Selbstreinigungseffekt gegeben, wenn die Kartusche,
wie beschrieben, in die Halteeinrichtung eingeschwenkt wird. Denn während dieser Schwenkbewegung
werden die Kontaktstifte gegen die Kontaktflächen bewegt, sie laufen also auf diesen
kurz vor Erreichen der Einschwenkendstellung auf. Wird sodann in die Einschwenkendstellung
bewegt, so bewegen respektive rutschen die Kontaktstifte, wenngleich minimal, auf
den Kontaktflächen, so dass ein etwaiger Schmutzbelag durch diese zwar geringe, jedoch
effektive Bewegung abgerieben wird und die Kontaktierung automatisch gegeben ist.
Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, die Vertiefung auch über eine Abdeckung
zu verschließen, die im Bedarfsfall herausgezogen wird.
[0029] Die Kontaktstifte sind bevorzugt an oder in einem radial vorspringenden Bereich vorgesehen,
wobei die Form des Bereichs der Form der Vertiefung entspricht. In der Einsetzendstellung
ist folglich eine Art Formschluss gegeben. Da während des Einsetzens der vorspringende
kartuschenseitige Bereich in die Vertiefung zu führen ist, gibt sich hierüber auch
eine Art axiale Montagekodierung, das heißt, dass die Kartusche letztlich nur in einer
einzigen, definierten Axialposition in die Halteeinrichtung formschlüssig eingebracht
werden kann. Bevorzugt ist die Vertiefung und der Bereich prismenförmig ausgeführt,
so dass eine entsprechende Seitenführung gegeben ist.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im
Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine Perspektivansicht einer erfindungsgemäßen Werfereinrichtung vor der Montage der
Kartusche,
- Fig. 2
- eine entsprechende Seitenansicht der Anordnung aus Fig. 1,
- Fig. 3 bis 6
- weitere Seitenansichten entsprechend Fig. 2 zur schrittweisen Darstellung des Befestigungsvorgangs
der Kartusche an der Halteeinrichtung,
- Fig. 7
- eine teilgeschnittene Ansicht eines Bügelverschlusses einer ersten Ausführungsform
mit im Schwenkbügel integrierte Elastizität,
- Fig. 8
- eine Ansicht entsprechend Fig. 7 mit senkrecht zur Schnittebene aus Fig. 7 gelegter
Schnittebene,
- Fig. 9
- eine Ansicht der befestigten Kartusche nebst Darstellung der Verriegelungseinrichtung,
- Fig. 10
- eine Ansicht einer verriegelnden Kartusche mit einem Bügelverschluss einer zweiten
Ausführungsform mit blattfederartiger Elastizität,
- Fig. 11
- eine Darstellung einer verriegelten Kartusche einer dritten Ausführungsform mit die
Elastizität bildenden, elastisch deformierbaren Schwenkarmen,
- Fig. 12
- eine Prinzipdarstellung zweier Schwenkarmformen, nämlich im unbelasteten sowie gespannten
Zustand,
- Fig. 13
- eine Prinzipdarstellung einer weiteren Ausführungsform eines Schwenkarmes mit wellenförmig
integrierter Elastizität, und
- Fig. 14
- eine Prinzipdarstellung eines Ausschnitts der Halteeinrichtung und der Kartusche zur
Darstellung der elektrischen Kontaktierung.
[0031] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Werfereinrichtung 1, umfassend eine - siehe auch
Fig. 2 - halbschalenförmige Halteeinrichtung 2 sowie eine in diese einsetzbare und
verriegelbare Kartusche 3.
[0032] Die querschnittlich U-förmige Halteeinrichtung 2 weist an einem Ende ein erstes Arretierelement
4 in Form eines oder zweier nebeneinander angeordneter Arretierhaken 5 auf. Am anderen
Halbschalenende ist ein weiteres Arretierelement 6, ebenfalls in Form eines oder zweier
Arretierhaken 7, vorgesehen.
[0033] Die Kartusche 3 weist einen mittigen Befestigungsabschnitt 8 auf, an dem ein schwenkbarer
Bügelverschluss 9 vorgesehen ist. Der Befestigungsabschnitt 8 ist axial gesehen über
zwei teilweise umlaufende Radialrippen 10 begrenzt, an denen entsprechende Schwenkachsen
respektive Befestigungselemente vorgesehen sind, worauf nachfolgend noch eingegangen
wird.
[0034] Wie die Figuren 1 und 2 zeigen, umfasst der Bügelverschluss 9 einen in diesem Beispiel
U-förmigen Schwenkbügel 11, der über eine erste Schwenkachse 12, üblicherweise ein
Bolzen, an den Radialrippen 9 schwenkgelagert ist. Diese Schwenklagerung ist insbesondere
in den Schnittansichten Fig. 2 bis 6 gezeigt.
[0035] Am U-förmigen Schwenkbügel 11 sind, innenliegend, zwei Schwenkarme 13 angeordnet,
die am Schwenkbügel 11 um eine weitere Schwenkachse 14, realisiert über einen entsprechenden
Bolzen 23, schwenkgelagert sind.
[0036] Am anderen Ende der Schwenkarme 13 ist ein Verbindungselement, ebenfalls in Form
eines Bolzens 15, vorgesehen, das beide Schwenkarme 13 miteinander verbindet.
[0037] Weiterhin ist an der Kartusche 3 eine Verriegelungseinrichtung 19 vorgesehen, die
zum festen Verriegeln des Bügelverschlusses 8 in der Spannstellung dient.
[0038] Vorgesehen ist ferner kartuschenseitig ein Befestigungsbolzen 16, der ebenfalls an
den Radialrippen 10, dies verbindend, angeordnet ist.
[0039] Zur Befestigung der Kartusche 3 wird zunächst, siehe Fig. 3, der Befestigungsbolzen
16 in den Arretierhaken 7 eingehängt. Sodann wird, siehe den Übergang von Fig. 3 zu
Fig. 4, die Kartusche 3 um diese vom Befestigungsbolzen 16 gebildete Schwenkachse
geschwenkt, so dass sie in das Innere des halbschalenförmigen Halteelements eingeschwenkt
wird. Am Halteelement 2 ist ein Kontaktelement 17 vorgesehen, das entsprechende Kontaktflächen
aufweist, die mit einem kartuschenseitig vorgesehenen weiteren Kontaktelement 18,
das entsprechende Kontaktpins aufweist, beim Erreichen der Einschwenkendstellung gemäß
Fig. 4 kontaktiert wird. Hierüber wird die Steuerverbindung zu einer zentralen Steuerungseinrichtung
hergestellt, über die die entsprechenden Steuerimpulse zum Abschuss der Kontermunition,
die in der hier leer gezeigten Kartusche 3 noch einzubringen ist, gegeben werden.
[0040] Wie Fig. 4 zeigt, wird nach Einschwenken der Kartusche 3 der Schwenkbügel 11 nach
oben geschwenkt, so dass das Verbindungselement, also der Bolzen 15, in den Arretierhaken
5 eingreifen kann. Nun wird, siehe Fig. 5, der Schwenkbügel 11 nach unten gedrückt,
bis er die am Außenmantel der Kartusche anliegende Endstellung erreicht. Während dieser
Schwenkbewegung ausgehend von der aufgeschwenkten Stellung in Fig. 4 in die Endstellung
in Fig. 5 wird eine nachfolgend noch in diversen Ausgestaltungen beschriebene Elastizität
gespannt, also eine Rückstellkraft aufgebaut. Während der Einschwenkbewegung in die
in Fig. 5 gezeigte Endstellung wird der Bügelverschluss 8 gegen einen Totpunkt bewegt.
Mit Erreichen des Totpunktes wird die Elastizität maximal gespannt, die Rückstellkraft
ist also maximal. Mit Überschwenken über den Totpunkt schnappt der Schwenkbügel 11
aufgrund der sich dann geringfügig relaxierenden Elastizität in die in Fig. 5 gezeigte
Endstellung, in der er über die nach wie vor gegebene, hohe Rückstellkraft der Elastizität
automatisch fixiert ist.
[0041] Nach Erreichen der Einschwenkendstellung gemäß Fig. 5 wird nun, siehe Fig. 6, die
Verriegelungseinrichtung 19 betätigt. Es wird beispielsweise über einen speziellen
Schlüssel ein drehbarer Bolzen 20 in eine an den Schwenkbügel 11 endseitig ausgebildete
Verriegelungsaufnahme 21 eingeschwenkt, so dass der Schwenkbügel 11 in der Schließstellung
auch mechanisch arretiert ist.
[0042] Die Figuren 7 und 8 zeigen zwei Schnittansichten mit unterschiedlichen Schnittebenen
zur Darstellung einer ersten Ausführungsform des Spannmechanismus, realisiert über
die entsprechende Elastizität. Bei der in den Figuren 7 und 8 gezeigten Ausgestaltung
ist die Elastizität im Schwenkbügel 11 integriert. Der Schwenkbügel 11 ist mit zwei
Bohrungen 22 versehen, die gestuft ausgeführt sind. An der Schwenkachse 14, also dem
diese bildenden Bolzen 23 sind endseitig zwei Spannbolzen 24 befestigt. Diese Spannbolzen
sind in einer Längsbohrung 25 des Schwenkbügels 11 geringfügig axial bewegbar. Mit
dem anderen Ende sind sie über eine Einstellschraube 26 gegen die Elastizität 27,
hier gebildet über mehrere einander nachgeschaltete Tellerfedern 28 oder Tellerfederpakete,
gelagert.
[0043] Wird ausgehend von Fig. 4 der Schwenkhebel 11 in die Spannstellung in Fig. 5 bewegt,
so geschieht diese Schwenkbewegung zu Anfang einfach und ohne großen Kraftaufwand.
Wie beschrieben ist beim Zuschwenken der Schwenkbügel 11 über einen Totpunkt zu verschwenken.
Dieser Totpunkt ergibt sich deshalb, da die Schwenkachse 14 relativ zu den beiden
anderen gegebenen Schwenkachsen, einmal realisiert durch die Schwenkachse 12, zum
anderen realisiert über das Verbindungselement, also den im Arretierhaken 5 eingehängten,
an den Schwenkarmen 13 befindlichen Bolzen 15, zwei unterschiedliche Radien durchläuft.
Es kommt aus diesem Grund letztlich zu einer Relativbewegung in diesem Fall der Schwenkarme
13 und des die Schwenkachse 14 bildenden Bolzens zum Schwenkhebel 11.
[0044] Wird nun der Schwenkhebel 11 ausgehend von Fig. 4 zunächst relativ kraftlos nach
unten gedrückt, so bewegt er sich wie beschrieben gegen den Totpunkt. Mit zunehmender
Annäherung kommt es aufgrund der unterschiedlichen Lagen der beschriebenen Schwenkachsen
dazu, dass der Bolzen 23 geringfügig in der Bohrung 25 wandert, das heißt, dass sich
der Bolzen 23 relativ zum Schwenkbügel 11 minimal bewegt. Aufgrund der Verbindung
mit den beiden Spannbolzen 24, die über die Einstellmutter 25 gegen die Elastizität
27 gekontert sind, werden nun die Tellerfedern 28 bei weiterem Verschwenken komprimiert.
Der axiale, die Federn komprimierende Weg ist nicht groß, eine Eigenschaft der Tellerfedern
ist, dass sie bereits bei geringer Deformation eine sehr hohe Rückstellkraft aufbauen.
[0045] Die Deformation ist mit Erreichen des Totpunkts maximal, die Rückstellkraft am größten.
Wird nun der Schwenkbügel 11 minimal weiter geschwenkt, so schnappt er über den Totpunkt.
Aufgrund der hohen Rückstellkraft wird er gegen die Kartuschenaußenfläche gezogen
und letztlich in dieser Position rückstellkraftbedingt arretiert. Nun wird lediglich
noch die Verriegelungseinrichtung 19 betätigt, siehe hierzu die vergrößerte Teilansicht
gemäß Fig. 9, in der der Verriegelungsbolzen 20 in der Verriegelungsaufnahme 21 aufgenommen
ist.
[0046] Fig. 10 zeigt eine weitere Ausgestaltung eines Bügelverschlusses 8, wobei für gleiche
Bauteile soweit möglich gleiche Bezugszeichen verwendet werden. Der Bügelverschluss
ist auch hier in der Spannstellung, das heißt, dass die Kartusche 3 in der Halteeinrichtung
2 aufgenommen ist.
[0047] Vorgesehen ist hier ebenfalls ein Schwenkbügel 11, der um die Schwenkachse 12 an
den Radialvorsprüngen 10 schwenkgelagert ist. Bei dieser Ausgestaltung ist die Elastizität
27 in einen Arretierabschnitt 32 integriert, welcher Arretierabschnitt 32 das Verbindungselement
in Form des Bolzens 15, der gemäß Fig. 10 im Arretierhaken 5 eingehängt ist, an seinem
freien Ende aufweist. Das andere Ende des Arretierabschnitts 32 ist über die Schwenkachse
14, gebildet durch den Bolzen 23, an dem Schwenkbügel 11 angeordnet. Der Bolzen 23
ist hier jedoch positionsfest.
[0048] Die Elastizität ist hier über ein Blattfederelement 29 realisiert, das an seinen
beiden Enden entsprechende Lageraugen 30, 31 aufweist, die von dem Verbindungselement-Bolzen
15 und dem Bolzen 23 durchsetzt sind. Das Blattfederelement 29 ist in sich federelastisch.
Es wird, resultierend auch hier aus dem Umstand, dass der Bolzen 23 relativ zu den
Schwenkachsen, gebildet über die Bolzen 12 und 15, beim Zuschwenken des Schwenkbügels
11 unterschiedliche Radien durchläuft und folglich unterschiedliche Längsbewegungen
vollzieht, zwangsläufig etwas gelängt respektive gedehnt, wenn der Schwenkbügel 11
in den oberen Totpunkt bewegt wird. Das heißt, dass es über die Länge des Blattfederelements
29 respektive insbesondere im Bereich der Lageraugen 30, 31 zu einer elastischen Deformation
und zum Aufbau der Rückstellkraft kommt. Sobald über den oberen Totpunkt hinausgeschwenkt
wird, relaxiert das Blattfederelement 29 wieder etwas, natürlich unter Beibehaltung
einer nach wie vor noch hohen Rückstellkraft, worüber der Schwenkbügel 11 in die Schließstellung
schnappt.
[0049] Eine wiederum weitere Ausgestaltung des Bügelverschlusses 8 zeigt Fig. 11. Der Schwenkbügel
11 ist wiederum um die Schwenkachse 12, gebildet über den beschriebenen Bolzen, an
den Radialrippen 10 der Kartusche 3 schwenkgelagert. An ihm ist wiederum, ähnlich
Fig. 10, ein Arretierabschnitt 32 vorgesehen. Der Arretierabschnitt 32 weist auch
hier den Bolzen 23 sowie das Verbindungselement 15, also ebenfalls einen Bolzen, der
hier im Arretierhaken 5 eingehängt ist, auf. Ferner umfasst er zwei Schwenkarme 33,
die an den beiden Bolzen 23 und 15 angelängt respektive befestigt sind. Die beiden
Schwenkarme 33 weisen, siehe Fig. 12, im oberen Bildteil, eine im unbelasteten Zustand
gegebene gebogene Form auf. Aus dieser Form werden sie beim Verschwenken gegen den
oberen Totpunkt und darüber hinaus verformt, sie werden, siehe Fig. 12 im unteren
Bildteil, etwas gelängt respektive gestreckt. Auch dies resultiert wiederum aus den
unterschiedlichen Positionen der gegebenen drei Schwenkachsen, nämlich der Schwenkachse
12 sowie der über die Bolzen 15 und 23 gebildeten Schwenkachsen. Durch diese elastische
Längung bzw. Streckung wird eine extrem hohe Rückstellkraft aufgebaut, wobei auch
hier die Längung sehr gering ist, um im elastischen Bereich des Materials zu bleiben.
Wird über den Totpunkt hinausgeschwenkt, so schnappt der Schwenkbügel automatisch
in die Schließstellung, die deformierten Schwenkarme 23 relaxieren wiederum etwas,
gleichwohl bleibt noch eine sehr hohe Rückstellkraft aufgebaut. In der Schließstellung
greift wiederum, wie bei allen Ausgestaltungen, die Verriegelungseinrichtung 19 am
Schwenkhebel 11 an.
[0050] Fig. 13 zeigt eine weitere Variante eines Bügelverschlusses, wobei hier lediglich
ein Schwenkarm 34 gezeigt ist. Die grundlegende Ausgestaltung entspricht der aus Fig.
11, das heißt, dass ein entsprechender U-förmiger Schwenkbügel 11 vorgesehen ist.
Lediglich sind anstelle der in Fig. 11 gezeigten Schwenkarme 33 zwei Schwenkarme 34
der Ausgestaltung nach Fig. 13 vorgesehen. Diese Schwenkarme 34 bilden wiederum die
Elastizität, sie werden, wie die Schwenkarme 33, elastisch deformiert. Um dies zu
ermöglichen sind die Schwenkarme 34, wie Fig. 13 deutlich zeigt, wellenförmig gebogen,
so dass sich eine Art Ziehharmonikastruktur ergibt. Beim Verschwenken in den oberen
Totpunkt werden die Schwenkarme 34 minimal elastisch gestreckt oder gelängt, so dass
die Rückstellkraft aufgebaut wird, mithin also die wellenförmige Federstruktur etwas
auseinandergezogen wird. Beim Schwenken über den oberen Totpunkt hinaus kommt es wiederum
zu einem Umschnappen und zu einer geringen Relaxation, verbunden mit der Aufrechterhaltung
einer sehr hohen Rückstellkraft.
[0051] Fig. 14 zeigt schließlich zwei Ausschnitte an der Halteeinrichtung 2 sowie der Kartusche
3. Wie bereits zur Fig. 3 beschrieben sind an der Halteeinrichtung 2 und der Kartusche
3 entsprechende Kontaktelemente vorgesehen, um einen Steuerungskontakt beim Verbinden
der Kartusche 3 herzustellen. Die Halteeinrichtung 2 weist, siehe Fig. 14 links, eine
Vertiefung 35 auf, die bevorzugt prismatische Seitenwände aufweist. Am Boden der Vertiefung
35 sind mehrere Kontaktflächen 36 vorgesehen. Im Falle einer Verschmutzung, die, wenn
keine Kartusche eingesetzt ist, ohne weiteres gegeben sein kann, können diese Kontaktflächen
durch einfaches Darüberwischen gereinigt werden.
[0052] An der Kartusche 3 ist ein formgleicher, also ebenfalls bevorzugt prismatisch ausgeführter
vorspringender Bereich 37 vorgesehen, an dem mehrere Kontaktstifte 38, die federbelastet
sind, vorgesehen sind respektive minimal hervorstehen. Wird nun die Kartusche ausgehend
von der Darstellung gemäß Fig. 3 in die Position gemäß Fig. 4 gebracht, so wird der
vorspringende Bereich 37 in die Vertiefung 35 eingeschwenkt. Durch die schräg verlaufenden
Seitenflächen ergibt sich bei dieser Einschwenkbewegung eine Montagekodierung sowie
eine axiale Positionierungshilfe. Kurz vor Erreichen der Einschwenkendstellung werden
die Kontaktstifte 38 auf die Kontaktflächen 36 bewegt. Da es sich um eine Einschwenkbewegung
handelt, nachdem die Kartusche 3 über den Befestigungsbolzen 16 am Arretierhaken 7
eingehängt ist, wird durch die noch fehlende, minimale Schwenkbewegung bis in die
in Fig. 4 gezeigte Endstellung eine Relativbewegung der Kontaktstifte 38 zu den Kontaktflächen
36 erreicht, die im Bereich nur weniger zehntel Millimeter liegt. Gleichwohl kann
hierdurch sichergestellt werden, dass durch die aufliegenden, bei dieser Bewegung
reibenden Kontaktstifte 38 eine etwaige Verschmutzung oder ein etwaiger Belag auf
den Kontaktflächen 36 abgerieben wird. Das heißt, dass hierüber eine automatische
Kontaktierung, selbst wenn ein geringer Verschmutzungsgrad gegeben ist, sichergestellt
werden kann. Die Vertiefung 35 kann selbstverständlich über ein manuell zu entfernendes
Verschlusselement geschlossen sein, um grundsätzlich eine Verschmutzung zu vermeiden.
1. Werfereinrichtung umfassend einen Turm mit einer um eine Achse schwenkbaren Halteeinrichtung
zur Aufnahme einer Kartusche, wobei Arretiermittel zur Fixierung der lösbar anbringbaren
Kartusche vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiermittel einen an der zylindrischen Kartusche (3) vorgesehenen schwenkbaren
Bügelverschluss (8) umfassen, der an einem an der halbschalenartigen Halteeinrichtung
(2) vorgesehenen Arretierelement (4) festlegbar ist, und der eine integrierte Elastizität
(27) aufweist, derart, dass der Bügelverschluss (8) zum Befestigen der Kartusche (3)
gegen die Elastizität (27) über einen Totpunkt in eine Verriegelungsstellung schwenkbar
ist, in der er durch die rückstellende Elastizität (27) fixiert ist.
2. Werfereinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bügelverschluss (8) einen an der Kartusche (3) schwenkbar befestigten Schwenkbügel
(11) aufweist, an dem ein an dem Arretierelement (4) der Halteeinrichtung (2) festlegbarer
Arretierabschnitt (32) um eine Schwenkachse (14) schwenkgelagert ist, wobei der Arretierabschnitt
(32) gegen die Elastizität (27) relativ zum Schwenkbügel (11) bewegbar ist.
3. Werfereinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse (14) des Arretierabschnitts (32) gegen die Elastizität (27) bewegbar
am Schwenkbügel (11) angeordnet ist.
4. Werfereinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse (14) in Form eines Bolzens (23) vorgesehen ist, der mit wenigstens
einem Spannbolzen (24) gekoppelt ist, der gegen wenigstens ein die Elastizität (27)
bildendes Federelement (28) gelagert ist.
5. Werfereinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bolzen (23) mit zwei Spannbolzen (24), die jeweils gegen wenigstens ein Federelement
(28) gelagert sind, gekoppelt ist.
6. Werfereinrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das oder die Federelemente (28) Tellerfedern oder Tellerfederpakete sind.
7. Werfereinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorspannung des oder der Federelemente (28), insbesondere der Tellerfedern oder
Tellerfederpakete, über ein Einstellelement (26) einstellbar ist.
8. Werfereinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Einstellelement eine auf den Spannbolzen (24) aufgeschraubte Einstellmutter (26)
ist.
9. Werfereinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der oder jeder Spannbolzen (24) in einer am Schwenkbügel (11) vorgesehenen Bohrung
(22) aufgenommen ist, in der auch das Federelement (28) aufgenommen und aufgelagert
ist.
10. Werfereinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierabschnitt (32) zwei Schwenkarme (13) aufweist, die an dem vorzugsweise
U-förmigen Schwenkbügel (11) über den Bolzen (23) gelagert sind.
11. Werfereinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bügelverschluss (8) einen an der Kartusche (3) schwenkbar befestigten Schwenkbügel
(11) aufweist, an dem ein an dem Arretierelement (4) der Halteeinrichtung (2) festlegbarer
Arretierabschnitt (32) um eine Schwenkachse (14) schwenkgelagert ist, wobei der Arretierabschnitt
(32) eine integrierte Elastizität (27) aufweist.
12. Werfereinrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse (14) in Form eines Bolzens (23) vorgesehen ist, der über ein die
Elastizität (27) bildendes Blattfederelement (29) mit einem Verbindungselement (15),
das mit dem an der Halteeinrichtung (2) vorgesehenen Arretierelement (4) koppelbar
ist, verbunden ist.
13. Werfereinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Blattfederelement (29) wenigstens ein erstes Lagerauge (30), das von dem Bolzen
(23) durchsetzt ist, und wenigstens ein zweites Lagerauge (31), das von dem Verbindungselement
(15) durchsetzt ist, vorgesehen ist.
14. Werfereinrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierabschnitt (32) wenigstens einen die Elastizität (27) bildenden Schwenkarm
(33) aufweist, der über den Bolzen (23) schwenkgelagert ist und an dessen anderem
Ende das Verbindungselement (15) vorgesehen ist, welcher Schwenkarm (33) derart gebogen
ist, dass er beim Verschwenken bis zum Erreichen des Totpunkts gestreckt wird und
sich hinter dem Totpunkt entspannt.
15. Werfereinrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei parallele und gleichartig gebogene Schwenkarme (33) vorgesehen sind, die über
einen gemeinsamen Bolzen (23) an dem vorzugsweise U-förmigen Schwenkbügel (11) gelagert
sind.
16. Werfereinrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierabschnitt (32) wenigstens einen die Elastizität (27) bildenden Schwenkarm
(34) aufweist, der über den Bolzen (23) schwenkgelagert ist und an dessen anderem
Ende das Verbindungselement (15) vorgesehen ist, welcher Schwenkarm (34) wellenförmig
gebogen ist, derart, dass er beim Verschwenken bis zum Erreichen des Totpunkts gelängt
wird und sich hinter dem Totpunkt entspannt.
17. Werfereinrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei parallele und gleichartig wellenförmig gebogene Schwenkarme (34) vorgesehen
sind, die über einen gemeinsamen Bolzen (23) an dem vorzugsweise U-förmigen Schwenkbügel
(11) gelagert sind.
18. Werfereinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Kartusche (3) eine Verriegelungseinrichtung (19) vorgesehen ist, die den Schwenkbügel
(11) in der Verriegelungsstellung verriegelt.
19. Werfereinrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verriegelungseinrichtung (19) ein mechanisch oder elektromagnetisch bewegbares
Verriegelungselement (20) aufweist, das zum Verriegeln an einem Verriegelungsabschnitt
(21) des Schwenkbügels (11) angreift.
20. Werfereinrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mechanisch bewegbare Verriegelungselement federbelastet ist, so dass es bei Einnehmen
der Verriegelungsstellung automatisch verriegelt.
21. Werfereinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Kartusche (3) ein Befestigungsbolzen (16) vorgesehen ist, der zum Befestigen
der Kartusche (3) in einen Arretierhaken (7) an der Halteeinrichtung (2) einhängbar
ist, so dass die Kartusche (3) zur weiteren Befestigung mittels des Bügelverschlusses
(8) in die Halteeinrichtung (2) einschwenkbar ist.
22. Werfereinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Halteeinrichtung (2) eine Vertiefung (35) vorgesehen ist, an deren Boden mehrere
Kontaktflächen (36) vorgesehen sind, und dass an der Kartusche (3) mehrere gegen Federelemente
bewegbare, mit einer Zündelektronik verbunden Kontaktstifte (38) vorgesehen sind.
23. Werfereinrichtung nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontaktstifte (38) an oder in einem radial vorspringenden Bereich (37) vorgesehen
sind, wobei die Form des Bereichs (37) der Form der Vertiefung (35) entspricht.
24. Werfereinrichtung nach Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vertiefung (35) und der Bereich (37) prismenförmig sind.