[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Wiedereinschalten eines Zuges, der eine
automatische Zugsteuerung aufweist, wobei als Zug auch eine einzelne Lokomotive zu
verstehen ist. Aus der
EP 2 599 683 A1 ist eine derartige Einrichtung bekannt.
[0002] Üblicherweise werden Züge nicht 24 Stunden am Tag durchgängig betrieben, sondern
es kommt regelmäßig zu mehrstündigen Betriebspausen. Während einer Betriebspause wird
der Zug mit angelegten Bremsen abgestellt und danach auch die elektrische Ausrüstung
abgeschaltet. Im Falle von elektrischer Traktion werden möglichst auch die Fahrstromhauptschalter
abgeschaltet und gegebenenfalls die Stromabnehmer angelegt, um damit den Zug oder
die Lokomotive von der Fahrspannung zu trennen. Unabhängig von der Abschaltung der
Züge oder Lokomotiven kommt es gerade in den Betriebspausen aufgrund von Arbeiten
im Streckenbereich regelmäßig zur Abschaltung der Fahrspannung.
[0003] Zur erneuten Betriebsaufnahme wird der Zug oder die Lokomotive manuell auf dem Führerstand
wieder eingeschaltet. Vom Wiedereinschalten des Zuges bis zur Herstellung der Betriebsbereitschaft
vergehen dabei oft 10 bis 30 Minuten. Diese Zeit wird für das Hochfahren aller Geräte,
das Auffüllen des Hauptluftbehälters, verschiedene Selbsttests und gegebenenfalls
das Klimatisieren des Fahrzeugraums bei Personenzügen benötigt. Entsprechend frühzeitig
muss also der Fahrer schon seinen Dienst antreten.
[0004] Im automatischen, begleiterlosen Fahrbetrieb mittels fahrzeugseitiger automatischer
Zugsteuerung wird angestrebt, auch das Abrüsten und Wiederaufrüsten der Züge, automatisch
zu betreiben, um auch hier eine große Flexibilität bei der Zugdisposition ohne Einsatz
von Personal zu erreichen. Zum Ausschalten des Zuges werden daher zurzeit alle Verbraucher,
wie Beleuchtung, Klimaanlage, Hilfsbetriebe und so weiter, im Zug durch die automatische
Zugsteuerung ausgeschaltet, so dass schließlich nur noch die automatische Fahrzeugsteuerung
selbst im Betrieb ist. Die Leistungsaufnahme liegt in diesem Zustand typisch bei etwa
200 W bis 400 W, abhängig von der jeweiligen Zugkonfiguration. Die wesentlichen Funktionen
der automatischen Zugsteuerung, die Strom benötigen, sind die Positionsüberwachung
des Zuges und die Kommunikation zur Streckeneinrichtung sowie die Wiedereinschaltung
der ausgeschalteten Subsysteme. Die automatische Zugsteuerung muss nur deswegen in
Betrieb bleiben, damit sie nach entsprechender Ansteuerung von der Leitzentrale den
Zug wieder einschalten kann. Häufig ist es jedoch erforderlich, die Fahrspannung,
zum Beispiel für Wartungsarbeiten, in der Betriebspause abzuschalten. Dann muss Batteriestrom
genutzt werden, um die Funktionalität der Zugsteuerung aufrechtzuerhalten.
[0005] Damit bei den unterschiedlich langen Betriebspausen, in denen keine Fahrspannung
zur Verfügung steht, die Stromversorgung der automatischen Zugsteuerung gesichert
ist, muss die Kapazität der Batterien entsprechend dimensioniert werden.
[0006] Damit die Batterien bei anschließender Betriebsaufnahme nicht weitgehend entladen
sind, werden die betroffenen Züge meistens vorher manuell komplett abgeschaltet und
müssen dementsprechend auch wieder manuell eingeschaltet werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung für ein personalunabhängiges
Einschalten eines Zuges oder einer Lokomotive anzugeben.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Einrichtung gemäß Anspruch 1 und ein
Zugwiedereinschaltgerät gemäß Anspruch 5 gelöst:
Erfindungsgemäß ist eine Einrichtung vorgesehen, bei der ein unabhängig von zugseitigen
Subsystemen versorgtes Zugwiedereinschaltgerät für ein ereignisgetriggertes Wiedereinschalten
der Subsysteme vorgesehen ist.
[0009] Mit Hilfe des Zugwiedereinschaltgerätes kann eine automatische Betriebsaufnahme ohne
manuelle Eingriffe erfolgen. Die erforderlichen technischen Einrichtungen stehen häufig
bereits zur Verfügung. Außerdem können die Batterien schwächer dimensioniert werden,
um lediglich das Zugwiedereinschaltgerät in der Betriebspause mit Energie zu versorgen.
[0010] Das Zugwiedereinschaltgerät erzeugt im Schritt A) zum Einschalten der automatischen
Zugsteuerung einen Impuls mit Selbsthaltung, wobei die Selbsthaltung nur durch die
automatische Zugsteuerung aufgehoben werden kann. Das weitere Einschalten der übrigen
Subsysteme erfolgt dann im Schritt B) über die automatische Zugsteuerung. Die von
dem Zugwiedereinschaltgerät benötigte Leistungsaufnahme zur Erzeugung des Einschaltimpulses
ist dabei wesentlich geringer als die der automatischen Zugsteuerung. Dadurch kann
die vorzuhaltende Batteriekapazität erheblich verringert werden.
[0011] Aber auch, wenn die Wiedereinschaltung des Zuges ursprünglich manuell durch Personal
erfolgte, ergeben sich betriebliche Vorteile. Züge können in Gruppen oder einzeln
von verschiedenen Orten, zum Beispiel von einer Zentrale oder auch von einem mobilen
Gerät, wieder eingeschaltet werden. Dadurch wird eine Zeitersparnis gegenüber der
manuellen Wiedereinschaltung bei wesentlicher Erhöhung der Flexibilität erreicht.
[0012] Vorzugsweise wird das Aktivieren des Zugwiedereinschaltgerätes gemäß Schritt A) durch
eines der folgenden Ereignisse oder auch durch deren Kombination getriggert:
- bei Erreichen einer voreingestellten Zeit,
- nach Ablauf einer voreingestellten Zeitspanne,
- nach Wiederkehr der Fahrspannung,
- bei Unterschreiten eines minimalen Luftdrucks im Bremssystem,
- bei Abfall der Temperatur unterhalb einer Schwelle,
- bei Anstieg der Temperatur oberhalb einer Schwelle,
- bei Erreichen einer temperaturabhängigen Vorlaufzeit vor der voreingestellten Zeit,
- bei Funkempfang eines Aktivierungsbefehls und/oder
- bei manuellem Aktivieren.
[0013] Die Kombinatorik könnte zum Beispiel lauten: Einschalten 10 Minuten nach Wiederkehr
der Fahrspannung aber nicht vor der voreingestellten Zeit und sofort bei manuellem
Aktivieren oder Funkempfang eines Aktivierungsbefehls. Dabei besteht gegenüber dem
manuellen Aktivieren der Vorteil, dass ein zeitgerechtes Einschalten des Zuges oder
der Lokomotive mit Hilfe des Zugwiedereinschaltgerätes möglich ist.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand figürlicher Darstellungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- wesentliche Funktionalitäten eines Zugwiedereinschaltgerätes und
- Figur 2
- eine Konfiguration im Kontext.
[0015] Das in Figur 1 dargestellte Zugwiedereinschaltgerät 1 wird mit einer Batteriespannung
+U
batt/-U
batt versorgt, welche ereignisgetriggert über eine Selbsthaltung 2 eine automatische Zugsteuerung
3 beaufschlagt, so dass diese die übrigen Subsysteme des Zuges einschalten kann. Das
Zugwiedereinschaltgerät 1 generiert dazu nach manueller Impulsansteuerung 4, Funkeinschaltung
5, Wiederkehr einer Fahrspannung 6, nach Ablauf einer voreingestellten Zeitspanne
7 oder mit Erreichen einer voreingestellten Zeit 8 einen entsprechenden Aktivierungsimpuls
für die Selbsthaltung 2. Diese Aktivierung kann beispielsweise direkt mit einem der
Ereignisse ausgelöst werden oder auch erst nach kombinatorischer Verknüpfung. Bei
Wiederkehr der Fahrspannung 6 kann diese mit einer weiteren Bedingung 9, beispielsweise
einer Verzögerung von zum Beispiel 10 Minuten, logisch und verknüpft 10 werden, um
sicherzustellen, dass die Fahrspannung tatsächlich dauerhaft eingeschaltet wurde.
Wenn das Zugwiedereinschaltgerät 1 mindestens mittels einer 11 der Aktivierungsmethoden
die Selbsthaltung 2 umschaltet, wird die automatische Zugsteuerung 3 eingeschaltet
12. Die automatische Zugsteuerung 3 kann in geeigneter Weise und zu einem betrieblich
gewünschten Zeitpunkt die Selbsthaltung 2 selbsttätig aufheben und sich damit selbst
ausschalten.
[0016] Figur 2 zeigt eine Konfiguration im Kontext.
[0017] Sämtliche Subsysteme 14 des Zuges 13 wurden von der automatischen Zugsteuerung 3
abgeschaltet. Danach hat sich die automatische Zugsteuerung 3 selbst stromlos geschaltet.
Für diesen Ausschaltvorgang ist das Zugwiedereinschaltgerät 1 nicht erforderlich.
[0018] Das Zugwiedereinschaltgerät 1 ist über eine Funk-Kommunikationsschnittstelle 16 mit
einer zentralen und/oder mit mehreren dezentralen Leitstellen 15 verbunden. Auf dem
Zug 13 ist das Zugwiedereinschaltgerät 1 mit einer Batterie 17, weiteren Eingängen
18 und ausgangsseitig mit der Selbsthaltung 2 der automatischen Zugsteuerung 3 verbunden.
[0019] Um ein automatisches Wiedereinschalten des fahrerlosen Zuges 13 zu realisieren wird
die Zugwiedereinschalteinrichtung 1 von der Leitstelle 15 über die Funk-Kommunikationsschnittstelle
16 zum optimalen Zeitpunkt aktiviert. Daraufhin schaltet die Zugwiedereinschalteinrichtung
1 die Selbsthaltung 2 der automatischen Zugsteuerung 3 und damit den Zug 13 und dessen
Subsysteme 14 wie zu Figur 1 beschrieben ein. Nur wenig mobiles Personal 19 ist erforderlich,
um im Störungsfall einzugreifen.
1. Einrichtung zum Wiedereinschalten eines Zuges (13), der eine automatische Zugsteuerung
(3) aufweist, mit einem Zugwiedereinschaltgerät (1), das unabhängig von zugseitigen
Subsystemen (14) versorgt werden kann und das zum ereignisgetriggerten Wiedereinschalten
der zugseitigen Subsysteme (14) vorgesehen ist, wobei die Einrichtung zur Durchführung
folgender Schritte ausgebildet ist:
A) ereignisgetriggertes Wiedereinschalten der automatischen Zugsteuerung (3) mit Hilfe
des Zugwiedereinschaltgerätes (1),
B) Einschalten übriger zugseitiger Subsysteme (14) des Zuges (13) durch die automatische
Zugsteuerung (3).
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugwiedereinschaltgerät (1) durch mindestens eines der folgenden Ereignisse oder
deren Kombination triggerbar ist:
- bei Erreichen einer voreingestellten Zeit,
- nach Ablauf einer voreingestellten Zeitspanne,
- nach Wiederkehr der Fahrspannung,
- bei Unterschreiten eines minimalen Luftdrucks im Bremssystem,
- bei Abfall der Temperatur unterhalb einer Schwelle,
- bei Anstieg der Temperatur oberhalb einer Schwelle,
- bei Erreichen einer temperaturabhängigen Vorlaufzeit vor der voreingestellten Zeit,
- bei Funkempfang eines Aktivierungsbefehls und/oder
- bei manuellem Aktivieren.
3. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einrichtung ausgebildet ist, zwischen dem Aktivieren des Zugwiedereinschaltgerätes
(1) gemäß Schritt A) und einem möglichen Fahrtbeginn einen Zeitabstand für das Hochfahren
der Subsysteme (14), inklusive Auffüllen eines Hauptluftbehälters, Selbsttestung und
gegebenenfalls Klimatisierung, vorzusehen.
4. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zugwiedereinschaltgerät (1) mit mindestens einer Batterie (17) verbunden ist.
5. Zugwiedereinschaltgerät (1) zum Wiedereinschalten eines Zugs (13), der eine automatische
Zugsteuerung (3) aufweist, wobei das Zugwiedereinschaltgerät (1) unabhängig von zugseitigen
Subsystemen (14) versorgbar ausgebildet ist und zum ereignisgetriggerten Wiedereinschalten
der zugseitigen Subsysteme (14) des Zugs (13) ausgebildet ist.
1. Device for reactivating a train (13) which has an automatic train control (3), having
a train reactivation device (1) which can be supplied independently of train-borne
subsystems (14) and is provided for an event-triggered reactivation of the train-borne
subsystems (14), wherein the device is designed to perform the following steps:
A) event-triggered reactivation of the automatic train control (3) with the help of
the train reactivation device (1),
B) activation of remaining train-borne subsystems (14) of the train (13) by the automatic
train control (3).
2. Device according to claim 1,
characterised in that
the train reactivation device (1) can be triggered by at least one of the following
events or a combination thereof:
- on reaching a preset time,
- on expiry of a preset period of time,
- on the return of the traction voltage,
- on falling below a minimum air pressure in the braking system,
- when the temperature falls below a threshold,
- when the temperature rises above a threshold,
- on reaching a temperature-dependent set-up time before the preset time,
- when an activation command is received by radio and/or
- on manual activation.
3. Device according to one of the preceding claims,
characterised in that
the device is designed to provide, between the activation of the train reactivation
device (1) in accordance with step A) and a possible start of the journey, a time
interval for the start-up of the subsystems (14), including filling a main air reservoir,
self-testing and possibly air conditioning.
4. Device according to one of the preceding claims,
characterised in that
the train reactivation device (1) is connected to at least one battery (17).
5. Train reactivation device (1) for reactivating a train (13) which has an automatic
train control (3), wherein the train reactivation device (1) is designed to be supplied
independently of train-borne subsystems (14) and is designed for the event-triggered
reactivation of the train-borne subsystems (14) of the train (13).
1. Dispositif de remise en service d'un train (13), qui a une commande (3) automatique
de train, comprenant un appareil (1) de remise en service du train, pouvant être alimenté
indépendamment de sous-systèmes (14) du côté du train, et prévu pour la remise en
service déclenchée par un événement des sous-systèmes (14) du côté du train, le dispositif
étant constitué pour effectuer les stades suivants :
A) remise en service, déclenchée par un événement, de la commande (3) automatique
de train, à l'aide de l'appareil (1) de remise en service du train,
B) mise en service d'autres sous-système (14), du côté du train, du train (13), par
la commande (3) automatique du train.
2. Dispositif suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'appareil (1) de remise en service du train peut être déclenché par au moins l'un
des événements suivants ou leur combinaison :
- lorsque l'on atteint un instant réglé à l'avance,
- après l'écoulement d'un laps de temps réglé l'avance,
- après le retour de la tension de traction,
- lorsque l'on passe en dessous d'une pression d'air minimum du système de freinage,
- lorsque la température s'abaisse en dessous d'un seuil,
- lorsque la température s'élève au dessus d'un seuil,
- lorsque est atteint un temps d'avance qui dépend de la température avant l'instant
réglé à l'avance,
- à la réception radio d'une instruction d'activation et/ou
- lors d'une activation manuelle.
3. Dispositif suivant l'une des revendications précédentes
caractérisé en ce que
le dispositif est constitué pour prévoir entre l'activation de l'appareil (1) de remise
en service, suivant le stade A), et un début éventuel de la marche, un laps de temps
pour le démarrage des sous-systèmes (14), y compris le remplissage d'un réservoir
d'air principal, un test automatique, et le cas échéant, un conditionnement d'air.
4. Dispositif suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'appareil (1) de remise en service du train est relié à au moins une batterie (17).
5. Appareil (1) de remise en service d'un train, pour remettre en service un train (13),
qui a une commande (3) automatique de train, l'appareil (1) de remise en service d'un
train étant constitué pour pouvoir être alimenté indépendamment de sous-systèmes (14)
du côté du train et étant constitué pour une remise en service, déclenchée par un
événement, des sous-systèmes (14), du côté du train, du train (13).