[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum, insbesondere
zum Zwecke der Brandbekämpfung oder Brandverhütung.
[0002] Die Erfindung betrifft insbesondere ein System zur Sauerstoffreduzierung, wobei das
System einen umschlossenen Pufferraum aufweist, der strömungsmäßig mit dem Zielraum
verbindbar oder verbunden ist zum bedarfsweisen Einleiten von zumindest einem Teil
der Raumluft des Pufferraums in den Zielraum. Darüber hinaus weist das System eine
dem Pufferraum zugeordnete Sauerstoffreduzierungsanlage auf, die ausgelegt ist, einen
im Vergleich zur normalen Umgebungsluft reduzierten Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Pufferraums einzustellen und zu halten, so dass der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Pufferraums niedriger ist als der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des Zielraums.
[0003] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum,
insbesondere zum Zwecke der Brandbekämpfung oder Brandverhütung. Hierzu ist verfahrensgemäß
vorgesehen, dass in der Raumatmosphäre eines umschlossenen Pufferraums, der strömungsmäßig
mit dem Zielraum verbindbar oder verbunden ist, mit Hilfe einer dem Pufferraum zugeordneten
Sauerstoffreduzierungsanlage einen im Vergleich zur normalen Umgebungsluft reduzierten
Sauerstoffgehalt einzustellen und zu halten. Hierbei ist der Sauerstoffgehalt in der
Raumatmosphäre des Pufferraums niedriger als der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Zielraums. Systeme zur Sauerstoffreduzierung der eingangs genannten Art sind dem
Prinzip nach aus dem Stand der Technik bekannt.
[0004] Beispielsweise ist bereits bekannt, einem Raum eine Sauerstoffreduzierungsanlage
zuzuordnen und durch diese Anlage den Sauerstoffgehalt in der Raumluft des Raumes
zu reduzieren. Außerdem ist bereits bekannt, zur Brandverhütung mittels einer solchen
Sauerstoffreduzierungsanlage den Sauerstoffgehalt in einem Raum oder in mehreren Räumen
dauerhaft, beispielsweise auf einem Wert zwischen 13 Vol.-% und 18 Vol.-% zu reduzieren.
[0005] Wenn die Räume deutlich unterschiedliche Größen aufweisen, besteht die Gefahr, dass
die für den größeren Raum dimensionierte Sauerstoffreduzierungsanlage nicht geeignet
ist, einen definierten Sauerstoffgehalt im kleineren Raum einzustellen und zu halten.
Der Brandschutz im kleineren Raum muss entweder mit einer stationären Feuerlöschanlage
oder mit einer weiteren Sauerstoffreduzierungsanlage realisiert werden.
[0006] Im praktischen Gebrauch hat sich jedoch gezeigt, dass insbesondere bei kleineren
Räumen, wie z.B. Technikräumen, die größeren Lagerhallen etc. zugeordnet sind, die
Vorsehung einer stationären Feuerlöschanlage oder einer weiteren Sauerstoffreduzierungsanlage
ineffizient und teuer ist.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein System zur Sauerstoffreduzierung
der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass ein an einem größeren
Raum angrenzenden kleineren Zielraum effizient, insbesondere kosteneffizient, vor
Bränden geschützt werden kann.
[0008] Des Weiteren soll ein entsprechend optimiertes Verfahren zur Sauerstoffreduzierung
in einem Zielraum zum Zwecke der Brandbekämpfung oder Brandverhütung angegeben werden.
[0009] Im Hinblick auf die Vorrichtung wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe erfindungsgemäß
durch den Gegenstand des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst. Im Hinblick auf das
Verfahren wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch den Gegenstand des
nebengeordneten Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Systems sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0010] Demnach wird erfindungsgemäß insbesondere ein System zur Sauerstoffreduzierung in
einem Zielraum, insbesondere zum Zwecke der Brandbekämpfung oder Brandverhütung angegeben,
wobei das System einen umschlossenen Pufferraum aufweist, der strömungsmäßig mit dem
Zielraum verbindbar oder verbunden ist zum bedarfsweisen Einleiten von zumindest einem
Teil der Raumluft des Pufferraums in den Zielraum. Das System weist außerdem eine
dem Pufferraum zugeordnete Sauerstoffreduzierungsanlage zum Einstellen und Halten
eines im Vergleich zur normalen Umgebungsluft reduzierten Sauerstoffgehaltes in der
Raumatmosphäre des Pufferraums auf, so dass der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Pufferraums niedriger ist als der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des Zielraums.
Weiterhin weist das System eine Einrichtung zum bedarfsweisen Einleiten von Raumluft
aus dem Pufferraum in den Zielraum auf. Das Verhältnis zwischen den Raumvolumina des
Pufferraums und des Zielraums ist einerseits derart gewählt und andererseits ist vor
dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum der Sauerstoffgehalt
in der Raumatmosphäre des Pufferraums im Vergleich zum Sauerstoffgehalt der normalen
Umgebungsluft derart reduziert, dass nach dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum
in den Zielraum der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des Zielraums unter einen
vorgegebenen Wert sinkt und der Sauerstoffgehalt der Raumatmosphäre des Pufferraums
um höchstens 0,15 Vol.-% steigt.
[0011] Mit der erfindungsgemäßen Lösung lassen sich folgende Vorteile erzielen. In der Praxis
tritt häufig der Fall auf, dass ein großer Raum, wie z.B. eine Lagerhalle, zum Zwecke
der Brandbekämpfung oder Brandverhütung inertisiert wird. Inertisierung bedeutet,
dass der Sauerstoffgehalt im Vergleich zum Sauerstoffgehalt normaler Umgebungsluft
reduziert wird. Eine solche Reduzierung hat zur Folge, dass ein Brand, der immer Sauerstoff
benötigt, gelöscht oder die Entstehung eines solchen Brands verhindert wird. Einer
solchen Lagerhalle ist demgemäß im Regelfall eine Sauerstoffreduzierungsanlage zugeordnet.
Diese Sauerstoffreduzierungsanlage sorgt dafür, dass in der Lagerhalle bedarfsweise
oder dauerhaft ein Sauerstoffgehalt eingestellt wird, der unterhalb des Sauerstoffgehalts
von normaler Umgebungsluft liegt.
[0012] Einer solchen Lagerhalle ist oftmals ein oder mehrere kleinere Räumlichkeiten zugeordnet.
Bei diesen Räumlichkeiten kann es sich um Technikräume, Betriebsräume von Sauerstoffreduzierungsanlagen,
EDV- oder Serverräume, Kommissionierräume, Aufbewahrungsräume oder ähnlichen handeln.
Derartige Räumlichkeiten werden im Normalfall häufig von Mitarbeitern etc. frequentiert.
Auch diese Räume enthalten Brandlasten (Waren, Technik ...) und müssen vor Bränden
geschützt werden. Im Regelfall ist zu diesem Zweck ein weiteres Brandverhütungssystem
vorgesehen. Ein solches zusätzliches System sorgt naturgemäß für weiteren Aufwand
und für weitere Kosten.
[0013] Erfindungsgemäß ist keine zusätzliche Anlage notwendig, sondern es kann die Raumluft
des Pufferraums, deren Sauerstoffgehalt niedriger ist als der Sauerstoffgehalt der
normalen Umgebungsluft genutzt werden, um im Bedarfsfall den Sauerstoffgehalt im Zielraum
abzusenken. Daher muss erfindungsgemäß keine weitere, dem kleineren Raum (Zielraum)
zugeordnete Löschanlage bzw. Sauerstoffreduzierungsanlage vorgesehen werden. Lediglich
eine Einrichtung zum bedarfsweisen Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum in den
Zielraum ist notwendig. Diese Lösung stellt somit eine wesentliche Vereinfachung und
Kostenreduktion im Vergleich zu bestehenden Systemen dar.
[0014] Gemäß der Erfindung wird das Volumen des Pufferraums und das Volumen des Zielraums
derart gewählt, dass der Pufferraum deutlich größer als der Zielraum ist. Hierbei
wird die Erkenntnis ausgenutzt, dass beim Einleiten von Raumlauft aus dem Pufferraum
in den Zielraum bei optional gleichzeitiger Frischluftzufuhr in den Pufferraum zum
Zwecke des Druckausgleichs und damit verbunden dem Anstieg des Sauerstoffgehalts im
Pufferraum der Sauerstoffgehalt im Pufferraum nur in einem Maße steigt, dass eine
Brandbekämpfung bzw. Brandverhütung im Pufferraum nach wie vor gewährleistet ist.
[0015] Beispielsweise beträgt das Volumen eines solchen Pufferraums 200.000 bis 600.000
m
3 und das Volumen eines Zielraumes 1.000 bis 2.000 m
3. Somit ist der Pufferraum 100- bis 600-mal größer als der Zielraum. Der Sauerstoffgehalt
im Pufferraum ist niedriger als der Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft, z.B.
14 Vol.-%. Im Zielraum herrscht hingegen normale Atmosphäre, d.h. 20,9 Vol.-% 02.
Durch ein solches Verhältnis der Raumvolumina und der Sauerstoffkonzentrationen lässt
sich erreichen, dass die Sauerstoffkonzentration im Pufferraum höchstens um 0,15 Vol.-%
steigt, wenn Raumluft aus dem Pufferraum so lange in den Zielraum eingeleitet wird,
bis der Sauerstoffgehalt im Zielraum unter einen vorgegebenen Wert, z.B. bis 15,5
Vol.-%, sinkt. Somit wird die Erkenntnis ausgenutzt, dass bei einem großen Verhältnis
zwischen den Volumina des Pufferraums und des Zielraums eine einzige Sauerstoffreduzierungsanlage
ausreicht, um sowohl eine Dauerinertisierung im Pufferraum wie auch eine Inertisierung
im Zielraum zur Brandbekämpfung bzw. Brandverhütung im Bedarfsfall zu ermöglichen.
[0016] Gemäß einem Aspekt der Erfindung weist die Einrichtung zum bedarfsweisen Einleiten
von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum einen mit dem Pufferraum einerseits
und dem Zielraum andererseits strömungsmäßig verbundenen oder verbindbaren Ventilator
oder Gebläse auf.
[0017] Ein solcher Ventilator bzw. ein solches Gebläse wird verwendet, um bei Bedarf Luft
aus dem Pufferraum in den Zielraum einzuleiten. Selbstverständlich ist ein solcher
Ventilator oder ein solches Gebläse wesentlich einfacher zu realisieren als den Zielraum
mit einer weiteren Löschvorrichtung bzw. Sauerstoffreduzierungsanlage zu versehen.
Auch können zu diesem Zweck mehrere Ventilatoren oder mehrere Gebläse verwendet werden.
[0018] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung weist die Einrichtung zum bedarfsweisen
Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum eine Einrichtung zum bedarfsweisen
Öffnen einer strömungsmäßig den Pufferraum mit dem Zielraum verbindenden Öffnung,
insbesondere Tür, Schott, Rolltor oder Schleuse, auf.
[0019] Durch eine solche Öffnung kann im Bedarfsfall ein Einströmen von Luft aus dem Pufferraum
in den Zielraum realisiert bzw. ermöglicht werden.
[0020] Die Druckdifferenz zwischen dem Pufferraum und dem Zielraum infolge des Einleitens
von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum kann durch Leckagen an der Raumhülle
ausgeglichen werden, wenn die Raumhülle nicht zu dicht ist.
[0021] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Druckausgleichs-Einrichtung vorgesehen
zum Kompensieren einer Druckdifferenz zwischen dem Pufferraum und dem Zielraum infolge
des Einleitens von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum.
[0022] Eine solche Druckausgleichs-Einrichtung kann strömungsmäßig sowohl mit dem Pufferraum
als auch mit dem Zielraum verbunden oder verbindbar sein. Die Druckausgleichs-Einrichtung
kann strömungsmäßig zusätzlich oder stattdessen mit dem Zielraum und mit der Außenatmosphäre
verbunden oder verbindbar sein. Außerdem oder zusätzlich kann die Druckausgleichs-Einrichtung
strömungsmäßig mit dem Pufferraum und mit der Außenatmosphäre verbunden oder verbindbar
sein.
[0023] Eine derartige Druckausgleichs-Einrichtung sorgt dafür, dass in dem Pufferraum und/oder
dem Zielraum kein Unterdruck bzw. Überdruck auftritt. Hierbei können beispielsweise
Druckentlastungsklappen zum Einsatz kommen. Selbstverständlich sind auch andere Einrichtungen
zum Druckausgleich denkbar.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann durch die Einleitung von Luft aus
dem Pufferraum in den Zielraum der Sauerstoffgehalt im Zielraum auf einen Wert gesenkt
werden, der der zur Brandlöschung kritischen Sauerstoffgrenzkonzentration entspricht.
[0025] Somit kann durch das Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum im
Zielraum eine wirksame Brandbekämpfung bzw. Brandverhütung realisiert werden. Bei
einer solchen Sauerstoffgrenzkonzentration kann es sich beispielsweise um eine Sauerstoffkonzentration
von 12 bis 18 Vol.-% handeln. Es ist allerdings auch denkbar, dass ein noch niedrigerer
Sauerstoffgehalt im Zielraum erreicht wird. Beispielsweise wurde für Rechenzentren
15,0 Vol.-% 02 als Sauerstoffgrenzkonzentration ermittelt. Falls noch ein Sicherheitsabstand
abgezogen wird, kann als Zielkonzentration für Rechenzentren eine Sauerstoffkonzentration
von bis zu 13,8 Vol.-% 02 gefordert sein.
[0026] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist dem Zielraum eine Sauerstoffreduzierungsanlage
zugeordnet zum Einstellen und Halten eines im Vergleich zur normalen Umgebungsluft
reduzierten Sauerstoffgehaltes in der Raumluft des Zielraums.
[0027] Zum Beispiel wird die dem Zielraum zugeordnet Sauerstoffreduzierungsanlage relativ
klein dimensioniert, so dass der Sauerstoffgehalt im Zielraum auf 18 Vol.-% reduziert
wird. Dieser Sauerstoffgehalt entspricht zwar nicht der Sauerstoffgrenzkonzentration
aber das Brandrisiko ist reduziert und die Begehung des Zielraumes durch Personen
ist ohne große Auflagen der Berufsgenossenschaft oder der Arbeitsmediziner erlaubt.
[0028] Hierdurch kann erreicht werden, dass im Zielraum bereits ein reduzierter Sauerstoffgehalt
vorherrscht und somit aus dem Pufferraum weniger Raumluft in den Zielraum eingebracht
werden muss, um den Sauerstoffgehalt im Zielraum entsprechend der zur Brandlöschung
kritischen Sauerstoffgrenzkonzentration abzusenken. Eine Brandbekämpfung im Zielraum
kann somit beschleunigt werden bzw. eine Brandverhütung im Zielraum kann somit erleichtert
werden. Eine derartige Sauerstoffreduzierungsanlage, die dem Zielraum zugeordnet ist,
kann allerdings deutlich kleiner als eine zur vollständigen Brandbekämpfung notwendige
Sauerstoffreduzierungsanlage ausgebildet werden, da bedarfsweise Raumluft aus dem
Pufferraum zugeführt wird. Somit kann auch durch diesen Aspekt der Erfindung eine
Effizienzsteigerung sowie eine Kostenreduktion erreicht werden.
[0029] Im Hinblick auf das Verfahren zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum, insbesondere
zum Zwecke der Brandbekämpfung oder Brandverhütung, sind folgende Verfahrensschritte
vorgesehen. Zunächst wird in der Raumatmosphäre eines umschlossenen Pufferraums, der
strömungsmäßig mit dem Zielraum verbindbar oder verbunden ist, mit Hilfe einer dem
Pufferraum zugeordneten Sauerstoffreduzierungsanlage eine im Vergleich zur normalen
Umgebungsluft reduzierter Sauerstoffgehalt eingestellt und gehalten, wobei der Sauerstoffgehalt
in der Raumatmosphäre des Pufferraums niedriger ist als der Sauerstoffgehalt in der
Raumatmosphäre des Zielraums. Weiterhin wird zum Reduzieren des Sauerstoffgehalts
in der Raumatmosphäre des Zielraums Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum eingeleitet.
Hierbei wird einerseits das Verhältnis zwischen den Raumvolumina des Pufferraums und
des Zielraums derart gewählt und andererseits vor dem Einleiten von Raumluft aus dem
Pufferraum in den Zielraum der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des Pufferraums
im Vergleich zum Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft derart reduziert, dass
nach dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum der Sauerstoffgehalt
in der Raumatmosphäre des Zielraums unter einen vorgegeben Wert sinkt und der Sauerstoffgehalt
der Raumatmosphäre des Pufferraums um höchstens 0,15 Vol.-% steigt.
[0030] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird während des Einleitens von Raumluft aus dem
Pufferraum in den Zielraum und/oder nach dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum
in den Zielraum zum Kompensieren einer Druckdifferenz einen Druckausgleich zwischen
dem Pufferraum und dem Zielraum durchgeführt.
[0031] Hierdurch kann verhindert werden, dass ein Über- bzw. Unterdruck im Pufferraum und/oder
im Zielraum auftritt, der die Struktur des Pufferraums und/oder des Zielraums beschädigen
könnte.
[0032] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird der Druckausgleich zwischen dem Pufferraum
und dem Zielraum durchgeführt, indem der Pufferraum strömungsmäßig mit dem Zielraum
verbunden wird, und indem der Pufferraum und/oder Zielraum strömungsmäßig mit der
Außenatmosphäre verbunden werden/wird.
[0033] Andererseits ist denkbar, dass der Druckausgleich dadurch realisiert wird, dass der
Pufferraum zusätzlich oder stattdessen mit dem Zielraum strömungsmäßig verbunden wird.
[0034] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird kontinuierlich oder zu vorgegebenen
Zeiten und/oder Ereignissen in der Raumatmosphäre des Zielraums die Sauerstoffkonzentration
gemessen oder andersartig bestimmt, wobei abhängig von dem gemessenen oder andersartig
bestimmten Sauerstoffgehalt Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum eingeleitet
wird.
[0035] Diese Vorgehensweise ist insbesondere dann von Vorteil, wenn in der Raumluft des
Zielraums ein gewisser Sauerstoffgehalt eingestellt und gehalten werden soll. Falls
hier eine Abweichung im gewünschten Sauerstoffgehalt in der Raumluft des Zielraums
detektiert wird, kann entsprechend Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum eingeleitet
werden oder die Einleitung von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum unterbrochen
oder verlangsamt werden.
[0036] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird kontinuierlich oder zu vorgegebenen
Zeiten und/oder Ereignissen das Vorliegen von Brandkenngrößen in dem Zielraum überwacht,
wobei Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum eingeleitet wird, wenn mindestens
eine Brandkenngröße in dem Zielraum erfasst wird, wobei solange Raumluft aus dem Pufferraum
in den Zielraum eingeleitet wird, bis der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des
Zielraums einen Wert annimmt, der maximal der zur Brandlöschung kritischen Sauerstoffgrenzkonzentration
entspricht. Durch diese Vorgehensweise kann ein Brand wirksam detektiert und bekämpft
werden.
[0037] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird kontinuierlich oder zu vorgegebenen
Zeiten und/oder Ereignissen in der Raumatmosphäre des Pufferraums die Sauerstoffkonzentration
gemessen oder andersartig bestimmt, wobei abhängig von dem gemessenen oder andersartig
bestimmten Sauerstoffgehalt mit dem der Pufferraum zugeordneten Sauerstoffreduzierungsanlage
ein sauerstoffreduziertes Gas oder Gasgemisch der Raumatmosphäre des Pufferraums zugeführt
wird.
[0038] Hierdurch kann insbesondere erreicht werden, dass der Sauerstoffgehalt im Pufferraum
zu keinem Zeitpunkt einen Wert überschreitet, der dazu führen würde, dass eine Brandlöschung
bzw. Brandverhütung im Pufferraum nicht mehr gewährleistet ist. Die Sauerstoffreduzierungsanlage
wird demgemäß so betrieben, dass im Pufferraum zu jedem Zeitpunkt eine wirksame Brandverhütung
bzw. Brandlöschung erreicht wird. Erfindungsgemäß wird dadurch automatisch auch im
Zielraum eine wirksame Brandverhütung bzw. Brandbekämpfung ermöglicht.
[0039] Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht somit ein hocheffizientes System, in dem nur
eine Sauerstoffreduzierungsanlage notwendig ist.
[0040] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen
anhand exemplarischer Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Systems zur Sauerstoffreduzierung
näher beschrieben.
[0041] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Systems zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum;
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Systems zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum mit einem Gebläse;
- Fig. 3:
- eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Systems zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum mit einer weiteren Sauerstoffreduzierungsanlage;
- Fig. 4:
- eine graphische Darstellung des Verlaufs der Sauerstoffkonzentrationen in einem Zielraum
und in einem Pufferraum bei der Einleitung von Raumluft aus dem Pufferraum in den
Zielraum mit normaler Atmosphäre; und
- Fig. 5:
- eine graphische Darstellung des Verlaufs der Sauerstoffkonzentrationen in einem Zielraum
und in einem Pufferraum bei der Einleitung von Raumluft aus dem Pufferraum in den
Zielraum mit bereits reduziertem Sauerstoffgehalt.
[0042] Nachfolgend werden unter Bezugnahme auf die Darstellungen in den Figuren 1 bis 3
exemplarische Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Systems zur Sauerstoffreduzierung
in einem Zielraum beschrieben.
[0043] In Fig. 1 ist ein Pufferraum 1 dargestellt, welcher beispielsweise ein Volumen von
100.000 bis 600.000 m
3 aufweist. Diesem Pufferraum 1 ist ein Zielraum 2 zugeordnet. Bei dem Zielraum 2 kann
es sich beispielsweise um einen Technikraum oder einen Kommissionierraum oder ähnlichem
handeln. Der Zielraum 2 weist im Vergleich zum Pufferraum 1 ein wesentlich kleineres
Raumvolumen auf. Bei diesem Raumvolumen kann es sich beispielsweise um ein Raumvolumen
von 1.000 bis 2.000 m
3 handeln.
[0044] Des Weiteren kann der Zielraum 2 direkt angrenzenden an den Pufferraum 1 angeordnet
sein. Der Zielraum 2 kann sich auch innerhalb des Pufferraums 1 befinden oder vom
Pufferraum 1 beabstandet angeordnet sein. In jedem Fall allerdings ist erfindungsgemäß
eine Einrichtung 3 vorgesehen, welche ausgelegt ist, den Pufferraum 1 mit dem Zielraum
2 derart zu verbinden, dass bedarfsweise Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum
2 eingeleitet werden kann.
[0045] Die Einrichtung 3 kann zu diesem Zweck beispielsweise über eine Verbindung 6 mit
dem Pufferraum 1 auf der einen Seite und dem Zielraum 2 auf der anderen Seite verbunden
sein. Bei der Verbindung 6 kann es sich beispielsweise um einen Lüftungsschacht oder
ähnliches handeln.
[0046] Dem Pufferraum 1 ist darüber hinaus eine Sauerstoffreduzierungsanlage 5 zugeordnet.
Die Sauerstoffreduzierungsanlage 5 kann innerhalb des Pufferraums 1 angeordnet sein.
Des Weiteren kann die Sauerstoffreduzierungsanlage 5 direkt angrenzenden oder beabstandet
an den Pufferraum 1 angeordnet sein. In jedem Fall ist die Sauerstoffreduzierungsanlage
5 ausgelegt, den Sauerstoffgehalt im Pufferraum 1 im Vergleich zum Sauerstoffgehalt
von normaler Umgebungsluft abzusenken. Diese Absenkung geschieht derart, dass im Pufferraum
1 eine wirksame Brandverhütung bzw. Brandbekämpfung erzielt wird. Der einzustellende
Sauerstoffgehalt im Pufferraum 1 hängt stark von den im Pufferraum 1 vorgesehenen
Waren bzw. Gütern bzw. Gegenständen ab. Im Regelfall wird eine Sauerstoffkonzentration
zwischen 12 bis 18 Vol.-% im Pufferraum 1 eingestellt. Allerdings ist auch denkbar,
dass eine niedrigere Sauerstoffkonzentration im Pufferraum 1 eingestellt wird.
[0047] Der Sauerstoffgehalt der Raumluft im Pufferraum 1 kann beispielsweise durch einen
Sensor 7.1, wie in Fig. 3 gezeigt, gemessen werden. Wenn der Sensor 7.1 registriert,
dass der Sauerstoffgehalt der Raumluft im Pufferraum 1 von einem Zielwert abweicht,
kann die Sauerstoffreduzierungsanlage 5 derart angesteuert werden, dass der Sauerstoffgehalt
entsprechend angepasst wird.
[0048] In dem dem Pufferraum 1 zugeordneten Zielraum 2 soll, wie auch im Pufferraum 1, ein
Brand wirksam verhindert bzw. bekämpft werden können. Hierzu ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass durch die Einrichtung 3 Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 eingeleitet
werden kann. Diese Einleitung kann bedarfsweise erfolgen, wenn im Zielraum 2 ein Brand
bekämpft oder verhindert werden soll.
[0049] Zu diesem Zweck kann im Zielraum 2 beispielsweise ein Sensor 7 vorgesehen sein, der
eine Brandkenngröße im Zielraum 2 detektieren kann. Wenn der Sensor 7 im Zielraum
2 eine Brandgröße detektiert, wird die Einrichtung 3 derart angesteuert, dass Raumluft
aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 eingeleitet wird.
[0050] Erfindungsgemäß ist hierbei vorgesehen, dass das Raumvolumen und die Sauerstoffkonzentration
des Pufferraums 1 ein gewisses Verhältnis zum Raumvolumen und zur Sauerstoffkonzentration
des Zielraums 2 aufweisen. Dieses Raumvolumen und diese Sauerstoffkonzentration werden
so gewählt, dass beim Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum
2, bis der Sauerstoffgehalt im Zielraum (2) unter einen vorgegebenen Wert sinkt, der
Sauerstoffgehalt im Pufferraum 1 um höchstens 0,15 Vol.-% steigt.
[0051] Hierbei ist zu beachten, dass der Sauerstoffgehalt im Pufferraum 1 beim Einleiten
von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 leicht steigt, da während des
Einleitens von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 Frischluft in den Pufferraum
1 z.B. durch Leckagen an der Raumhülle oder Druckausgleicheinrichtungen zugeführt
wird. Dies geschieht, um einen Druckausgleich im Pufferraum 1 herzustellen.
[0052] Zu diesem Zweck kann, wie in Fig. 2 gezeigt, eine oder mehrere Druckausgleichs-Einrichtungen
4, 4.1, 4.2 vorgesehen sein. Bei diesen Druckausgleichs-Einrichtungen handelt es sich
vorzugsweise um Druckausgleichsklappen. Allerdings sind natürlich andere Einrichtungen
denkbar, um einen Druckausgleich im Pufferraum 1 und/oder im Zielraum 2 zu gewährleisten.
Wie in Fig. 2 zu sehen, kann eine Druckausgleichs-Einrichtung 4.1 derart dem Pufferraum
1 zugeordnet werden, dass zwischen der Umgebungsluft und der Raumluft im Pufferraum
1 ein Druckausgleich stattfinden kann. Zusätzlich oder stattdessen kann eine Druckausgleichs-Einrichtung
4 zwischen dem Pufferraum 1 und dem Zielraum 2 angeordnet sein, um einen Druckausgleich
zwischen der Raumluft im Pufferraum 1 und der Raumluft im Zielraum 2 zu ermöglichen.
Zusätzlich oder stattdessen kann eine Druckausgleichs-Einrichtung 4.2 zwischen der
normalen Umgebung und dem Zielraum 2 vorgesehen sein, so dass ein Druckausgleich zwischen
der normalen Umgebungsluft und der Raumluft im Zielraum 2 ermöglicht wird.
[0053] Wenn nun zur Verhinderung oder zum Löschen eines Brandes im Zielraum 2 Raumluft aus
dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 eingeleitet wird, kann beispielsweise mittels der
Druckausgleichs-Einrichtung 4.1 dem Pufferraum 1 Frischluft zugeführt werden. Diese
Frischluft weist im Normalfall einen Sauerstoffgehalt von 21 Vol.-% auf. Dadurch,
dass durch die Sauerstoffreduzierungsanlage 5 der Sauerstoffgehalt in der Raumluft
des Pufferraums 1 zunächst reduziert war, steigt der Sauerstoffgehalt aufgrund des
Einleitens von Frischluft im Pufferraum 1 an. Zu beachten ist, dass beim Einleiten
von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 so viel Raumluft aus dem Pufferraum
1 in den Zielraum 2 eingeleitet wird, dass im Zielraum 2 eine Sauerstoffkonzentration
erreicht werden kann, die der zur Brandlöschung kritischen Sauerstoffgrenzkonzentration
entspricht. Hierbei kann es sich um einen Sauerstoffgehalt beispielsweise zwischen
12 bis 18 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 13 bis 15,5 Vol.-%, handeln. Auch niedrigere
Sauerstoffkonzentrationen sind denkbar.
[0054] Die Raumvolumina und die Sauerstoffkonzentration des Pufferraums 1 und des Zielraums
2 sind nun so gewählt, dass beim Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den
Zielraum 2 der Sauerstoffgehalt im Pufferraum 1 um höchstens 0,15 Vol.-% steigt. Hierbei
ist entweder vorgesehen, dass zum Druckausgleich durch die Druckausgleichs-Einrichtung
4.1 Frischluft in den Pufferraum 1 geleitet wird oder durch eine entsprechende Druckausgleichs-Einrichtung
4 die Raumluft des Zielraums 2 wieder zurück in den Pufferraum 1 geleitet wird.
[0055] Zum Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 kommt vorzugsweise
ein Ventilator oder ein Gebläse 3 zum Einsatz. Auch ist denkbar, dass zwischen dem
Pufferraum 1 und dem Zielraum 2 zu diesem Zweck eine Tür, ein Schott, ein Rolltor
oder eine Schleuse vorgesehen ist. Bedarfsweise kann dann diese Tür bzw. das Schott
bzw. das Rolltor bzw. die Schleuse geöffnet werden, so dass Raumluft aus dem Pufferraum
1 in den Zielraum 2 strömt. Ein Ventilator oder ein Gebläse hat hierbei den Vorteil,
dass schneller Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 eingeleitet werden
kann.
[0056] In dem Fall, in dem zum Druckausgleich beim Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum
1 in den Zielraum 2 über die Druckausgleichs-Einrichtung 4.1 Frischluft in den Pufferraum
1 eingeleitet wird, ist vorzugsweise vorgesehen, dass über eine Druckausgleichs-Einrichtung
4.2 im Zielraum 2 ein Druckausgleich durchgeführt wird. Dies ist insbesondere daher
von Vorteil, da ansonsten durch das Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in
den Zielraum 2 im Zielraum 2 der Druck stark ansteigen würde und somit die strukturelle
Integrität des Zielraums 2 gefährdet werden könnte.
[0057] Bei der bisher beschriebenen Vorgehensweise beträgt der Sauerstoffgehalt im Zielraum
vor Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 vorzugsweise 21
Vol.-%. Es ist allerdings auch denkbar, dass der Sauerstoffgehalt im Zielraum 2 dauerhaft
abgesenkt wird und lediglich bedarfsweise, insbesondere zur akuten Brandbekämpfung,
zusätzlich Raumluft aus dem Pufferraum 1 in den Zielraum 2 eingeleitet wird. Dies
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Sauerstoffgehalt der Raumluft im Pufferraum
1 deutlich niedriger liegt als der dauerhaft reduzierte Sauerstoffgehalt im Zielraum
2. Beispielsweise kann die Sauerstoffkonzentration im Pufferraum 1 14 Vol.-% betragen
und im Zielraum 2 18 Vol.-% betragen. Zu diesem Zweck kann dem Zielraum 2 eine weitere
Sauerstoffreduzierungsanlage 5.1 zugeordnet sein. Zur Brandbekämpfung kann dann der
Sauerstoffgehalt im Zielraum 2 durch Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum 1 in
den Zielraum 2 weiter, beispielsweise auf 15,5 Vol.-%, abgesenkt werden. Allerdings
kann auch die Sauerstoffreduzierungsanlage 5 genutzt werden, um den Sauerstoffgehalt
im Zielraum 2 abzusenken. Außerdem kann der Sensor 7 genutzt werden, um Raumluft aus
dem Pufferraum 1 derart in den Zielraum 2 einzuleiten, dass der Sauerstoffgehalt im
Zielraum 2 gesenkt wird. Dabei wird dann der Sauerstoffgehalt im Zielraum 2 nicht
ganz auf den Sauerstoffgehalt im Pufferraum 1 reduziert, sondern lediglich auf beispielsweise
18 Vol.-% reduziert. Im Brandfall kann dann weitere Raumluft aus dem Pufferraum 1
in den Zielraum 2 eingeleitet werden, um dadurch den Sauerstoffgehalt im Zielraum
2 weiter zu reduzieren.
[0058] Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Systems zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum beschränkt,
sondern ergibt sich aus einer Zusammenschau sämtlicher hierin offenbarter Merkmale.
Bezugszeichenliste
[0059]
- 1
- Pufferraum
- 2
- Zielraum
- 3
- Einrichtung (zum bedarfsweisen Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum in den Zielraum)/Ventilator/Gebläse/Tür/Schott/Rolltor/
Schleuse
- 4, 4.1, 4.2
- Druckausgleichs-Einrichtung
- 5, 5.1
- Sauerstoffreduzierungsanlage
- 6
- Verbindung
- 7
- Sensor
- 8.1, 8.2
- Zugangsöffnung, Beschickungsöffnung
1. System zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum (2), insbesondere zum Zwecke der
Brandbekämpfung oder Brandverhütung, wobei das System folgendes aufweist:
- einen umschlossenen Pufferraum (1), der strömungsmäßig mit dem Zielraum (2) verbindbar
oder verbunden ist zum bedarfsweisen Einleiten von zumindest einem Teil der Raumluft
des Pufferraumes (1) in den Zielraum (2);
- eine dem Pufferraum (1) zugeordnete Sauerstoffreduzierungsanlage (5) zum Einstellen
und Halten eines im Vergleich zur normalen Erdatmosphäre reduzierten Sauerstoffgehaltes
in der Raumatmosphäre des Pufferraumes (1) derart, dass der Sauerstoffgehalt in der
Raumatmosphäre des Pufferraumes (1) niedriger ist als der Sauerstoffgehalt in der
Raumatmosphäre des Zielraumes (2); und
- eine Einrichtung (3) zum bedarfsweisen Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum
(1) in den Zielraum (2),
wobei einerseits das Verhältnis zwischen den Raumvolumina des Pufferraumes (1) und
des Zielraumes (2) derart gewählt ist und andererseits vor dem Einleiten von Raumluft
aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2) der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Pufferraums (1) im Vergleich zum Sauerstoffgehalt der normalen Erdatmosphäre derart
reduziert ist, dass nach dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den
Zielraum (2) der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des Zielraumes (2) unter einen
vorgegebenen Wert sinkt und der Sauerstoffgehalt der Raumatmosphäre des Pufferraumes
(1) um höchstens 0,15 Vol.-% steigt.
2. System nach Anspruch 1,
wobei die Einrichtung (3) zum bedarfsweisen Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum
(1) in den Zielraum (2) einen mit dem Pufferraum (1) einerseits und dem Zielraum (2)
andererseits strömungsmäßig verbundenen oder verbindbaren Ventilator oder Gebläse
aufweist.
3. System nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
wobei die Einrichtung (3) zum bedarfsweisen Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum
(1) in den Zielraum (2) eine Einrichtung zum bedarfsweisen Öffnen einer strömungsmäßig
den Pufferraum (1) mit dem Zielraum (2) verbindenden Öffnung, insbesondere Tür, Schott,
Rolltor oder Schleuse, aufweist.
4. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei eine Druckausgleichs-Einrichtung (4, 4.1, 4.2) vorgesehen ist zum Kompensieren
einer Druckdifferenz zwischen dem Pufferraum (1) und dem Zielraum (2) infolge des
Einleitens von Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2).
5. System nach Anspruch 4,
wobei die Druckausgleichs-Einrichtung (4, 4.1, 4.2) strömungsmäßig sowohl mit dem
Pufferraum (1) als auch mit dem Zielraum (2) verbunden oder verbindbar ist; und/oder
wobei die Druckausgleichs-Einrichtung (4, 4.1, 4.2) strömungsmäßig sowohl mit dem
Zielraum (2) als auch mit der Außenatmosphäre verbunden oder verbindbar ist; und/oder
wobei die Druckausgleichs-Einrichtung (4, 4.1, 4.2) strömungsmäßig sowohl mit dem
Pufferraum (1) als auch mit der Außenatmosphäre verbunden oder verbindbar ist.
6. System nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei der vorgegebene Wert der zur Brandlöschung kritischen Sauerstoffgrenzkonzentration
entspricht.
7. System nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei dem Zielraum (2) eine Sauerstoffreduzierungsanlage (5.1) zugeordnet ist zum
Einstellen und Halten eines im Vergleich zur normalen Erdatmosphäre reduzierten Sauerstoffgehaltes
in der Raumluft des Zielraums (2).
8. Verfahren zur Sauerstoffreduzierung in einem Zielraum (2), insbesondere zum Zwecke
der Brandbekämpfung oder Brandverhütung, wobei das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte
aufweist:
- in der Raumatmosphäre eines umschlossenen Pufferraums (1), der strömungsmäßig mit
dem Zielraum (2) verbindbar oder verbunden ist, wird mit Hilfe einer dem Pufferraum
(1) zugeordneten Sauerstoffreduzierungsanlage (5) ein im Vergleich zur normalen Erdatmosphäre
reduzierter Sauerstoffgehalt eingestellt und gehalten, wobei der Sauerstoffgehalt
in der Raumatmosphäre des Pufferraumes (1) niedriger ist als der Sauerstoffgehalt
in der Raumatmosphäre des Zielraumes (2); und
- zum Reduzieren des Sauerstoffgehalts in der Raumatmosphäre des Zielraums (2) wird
Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2) eingeleitet,
wobei einerseits das Verhältnis zwischen den Raumvolumina des Pufferraumes (1) und
des Zielraumes (2) derart gewählt wird und andererseits vor dem Einleiten von Raumluft
aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2) der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Pufferraums (1) im Vergleich zum Sauerstoffgehalt der normalen Erdatmosphäre derart
reduziert wird, dass nach dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den
Zielraum (2) der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre des Zielraumes (2) unter einen
vorgegebenen Wert sinkt und der Sauerstoffgehalt der Raumatmosphäre des Pufferraumes
(1) um höchstens 0,15 Vol.-% steigt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
wobei während des Einleitens von Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2)
und/oder nach dem Einleiten von Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2)
zum Kompensieren einer Druckdifferenz ein Druckausgleich zwischen dem Pufferraum (1)
und dem Zielraum (2) durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
wobei der Druckausgleich zwischen dem Pufferraum (1) und dem Zielraum (2) durchgeführt
wird, indem der Pufferraum (1) strömungsmäßig mit dem Zielraum (2) verbunden wird,
und indem der Pufferraum (1) und/oder der Zielraum (2) strömungsmäßig mit der Außenatmosphäre
verbunden werden/wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
wobei kontinuierlich oder zu vorgegebenen Zeiten und/oder Ereignissen in der Raumatmosphäre
des Zielraums (2) die Sauerstoffkonzentration gemessen oder andersartig bestimmt wird,
und wobei abhängig von dem gemessenen oder andersartig bestimmten Sauerstoffgehalt
Raumluft aus dem Pufferraum (1) in den Zielraum (2) eingeleitet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
wobei kontinuierlich oder zu vorgegebenen Zeiten und/oder Ereignissen das Vorliegen
von Brandkenngrößen in dem Zielraum (2) überwacht wird, und wobei Raumluft aus dem
Pufferraum (1) in den Zielraum (2) eingeleitet wird, wenn mindestens eine Brandkenngröße
in dem Zielraum (2) erfasst wird, wobei solange Raumluft aus dem Pufferraum (1) in
den Zielraum (2) eingeleitet wird, bis der Sauerstoffgehalt in der Raumatmosphäre
des Zielraumes (2) einen Wert annimmt, der maximal der zur Brandlöschung kritischen
Sauerstoffgrenzkonzentration entspricht.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
wobei kontinuierlich oder zu vorgegebenen Zeiten und/oder Ereignissen in der Raumatmosphäre
des Pufferraumes (1) die Sauerstoffkonzentration gemessen oder andersartig bestimmt
wird, und wobei abhängig von dem gemessenen oder andersartig bestimmten Sauerstoffgehalt
mit der dem Pufferraum (1) zugeordneten Sauerstoffreduzierungsanlage (5) ein sauerstoffreduziertes
Gas oder Gasgemisch der Raumatmosphäre des Pufferraumes (1) zugeführt wird.