[0001] Die Erfindung betrifft einen Hydraulikantrieb für einen Druckübersetzer in einer
Fluid-Hochdruckeinrichtung, insbesondere für eine Anlage zum Wasserstrahlschneiden,
bestehend im Wesentlichen aus einer Hydraulikpumpe, welche je Umdrehung ein konstantes
Volumen an Arbeitsfluid fördert, angetrieben von einem elektrischen Servoantrieb,
wirkverbunden mit einer mittels Messsignalen regel-und/oder schaltbaren Stromversorgung.
[0002] Hydaulikantriebe für Druckübersetzer, die mit einem regelbaren Servoantrieb angetrieben
werden, sind Stand der Technik.
[0003] In der
AT 512 322 B1 ist beispielsweise ein Hydraulikantrieb offenbart, welcher eine Konstant-Förderstrom-Pumpe
mit einem steuerbaren Servoantrieb, umfasst, durch welche Konstant-Förderstrom-Pumpe
mittels eines Schaltblockes ein zwei Plungerkolben aufweisender Druckübersetzer mit
Arbeitsfluid beaufschlagbar ist.
[0004] Eine Umschaltung einer Beaufschlagung der jeweiligen Arbeitskolbenflächen mit einem
Arbeitsfluid, welches in der Regel mit einem Druck von etwa 300 bar von der Pumpe
bereitgestellt wird, erfolgt, wie oben dargelegt, mittels eines Schaltblockes bzw.
Umschaltblockes.
[0005] Ein Schaltblock zur abwechselnden Beaufschlagung der Arbeitskolbenflächen des Druckübersetzers
stellt einerseits einen hohen bautechnischen Aufwand dar und kann andererseits insbesondere
bei einer Umschaltung des unter Druck stehenden Arbeitsfluids Stöße in das hydraulische
Hochdrucksystem einbringen, welche dadurch zusätzlich zur statischen Grundbelastung
eine überlagerte mechanische Spitzenbeanspruchung der Teile bewirkt.
[0006] Es ist nun Aufgabe der Erfindung, einen Hydraulikantrieb für einen Druckübersetzer
einer Fluid-Hochdruckeinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welcher zu
geringen Druckschwankungen im Hochdrucksystem führt, derart die Spitzen der Materialbelastungen
verringert und höhere Sicherheit gewährleistet, sowie die Anlagenkonzeption vereinfacht
und wirtschaftliche Vorteile aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Servoantrieb bidirektional, also als
reversibler Motor gebildet und derart eine Beaufschlagung des Druckübersetzers mit
Arbeitsfluid umsteuerbar ist, wobei eine Steuerung der Regelungs-und/oder die Schaltparameter
der elektrischen Versorgung des Servoantriebs auf Signale von Messeinrichtungen von
Druck-und/oder Druckverlauf des Arbeitsfluids und/oder Druck-und/oder Druckverlauf
des Hochdruckfluids und/oder von der Position des Plungerkolbens im Druckübersetzer
basiert.
[0008] Die mit der Erfindung erreichten Vorteile sind insbesondere dadurch gegeben, dass
eine alternative Beaufschlagung der jeweiligen Arbeitskolbenfläche eines Druckübersetzers
mit Arbeitsfluid direkt von einer Hydraulikpumpe mit Konstant-Volumenförderung je
Umdrehung, bidirektional angetrieben von einem Servoantrieb, erfolgt.
[0009] Eine Umschaltung eines unter Druck stehenden Arbeitsfluids mittels eines Schaltblockes
gemäß dem Stand der Technik, welche naturgemäß Schläge verursachen kann, wird somit
umgangen und erfindungsgemäß jeweils ein schonender Druckaufbau im Arbeitsfluid beim
Anlauf eines Servoantriebs im Millisekunden oder geringen Zeitspannen bewerkstelligt.
[0010] Als weiterer Vorteil wird die Einfachheit der mechanischen Konzeption, die hohe Betriebssicherheit
und Wirtschaftlichkeit derartiger Hochdruckeinrichtungen gesehen.
[0011] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Antriebes für einen
Druckübersetzer wird erreicht, wenn im Bereich der Leitung des Arbeitsfluids zwischen
Hydraulikpumpe und Druckübersetzer und/oder im Bereich einer Bereitstellung in einem
Gefäß mindestens ein Wärmetauscher im Leitmittel und/oder im Gefäß zur Einstellung
der Temperatur des Arbeitsfluids positioniert ist.
[0012] Derart können für einen schweren Betrieb eines Druckübersetzers gewünschte bzw. optimale
Temperaturen des Arbeitsfluids eingeregelt werden.
[0013] Wenn gemäß der Erfindung die Leitmittel bzw. Leitungen zwischen Hydraulikpumpe und
Druckübersetzer jeweils Mittel zur Einspeisung von Arbeitsfluid in das System des
Hydraulikantriebes aufweisen, kann jeweils bei einer Rückführung von Arbeitsfluid
vom Druckübersetzer zur Hydraulikpumpe in diesem ein gegenüber der Umgebung geringer
Überdruck eingestellt werden. Dadurch sind jeweils für die Druckseite des Hydraulikantriebes
bzw. der Pumpe optimale Ausgangsbedingungen einstellbar. Geringe Überdruckwerte von
0 bis etwa 5 bar haben sich, gegebenenfalls zur Verhinderung einer Gasbildung, bewährt.
[0014] Beispiele der Erfindung, welche lediglich einen Ausführungsweg derselben darstellen
sind in den Zeichnungen gezeigt und werden nachfolgend beschrieben.
[0015] Es zeigen
Fig. 1 einen Hydraulikantrieb eines Druckübersetzers mit Mittel zur Einspeisung von
Arbeitsfluid in das System
Fig. 2 einen Hydraulikantrieb für einen Druckübersetzer mit Wärmetauscher
[0016] Zur leichteren Zuordnung der Teile und Komponenten in den Darstellungen soll die
nachfolgende Bezugszeichenliste dienen.
- 1
- Hydraulikantrieb
- 10
- Arbeitsfluid
- 11
- Pumpe
- 12
- elektrischer Servoantrieb
- 13
- Niederdruck-Messwertgeber
- 14
- Hochdruck-Messwertgeber
- 15
- Elektrische Anspeisung und Steuerung
- 16
- Plungerkolbenkolbenwegermittler
- 2
- Druckübersetzer
- 21
- Versorgungseinrichtung für Hochdruckfluid
- 3
- Hochdruckleitung
- 31
- Pulsationsdämpfer
- 32
- Druckentlastungsventil
- 4
- Einspeiseanlage von Arbeitsfluid
- 40
- Antriebsmotor der Einspeisepumpe
- 41
- Einspeisemittel mit Rückschlagventil
- 42
- Einspeisemittel mit Rückschlagventil
- 5
- Wärmetauscher in der Einspeiseanlage
- 51
- Wärmetauscher im Bereitstellungsgefäß
- 52
- Wärmetauscher im Leitmittel
- 53
- Wärmetauscher im Leitmittel
[0017] Fig. 1 zeigt eine Fluid-Hochdruckeinrichtung mit einem Hydraulikantrieb 1 für einen
Druckübersetzer 2.
[0018] Eine Konstant-Förderstrom-Pumpe 11 ist von einem Servoantrieb 12 antreibbar. Eine
gesteuerte Anspeisung 15 des Servomotors 12 regelt dessen Rotationsparameter und dessen
Stillsetzung.
[0019] Unter Verwendung von Niederdruck-Messwertgeber 13 und/oder Hochdruck-Messwertgeber
14 und/oder Kolbenwegermittler 16 vom Druckübersetzer 2 wird der Motorbetrieb und
derart die Förderung von Arbeitsfluid der Pumpe 11 und somit eine Beaufschlagung der
jeweiligen Arbeitskolbenfläche des Druckübersetzers 2 programmgesteuert.
[0020] Eine Einspeiseanlage 4 für Arbeitsfluid weist beispielsweise eine Einspeisepumpe
mit einem Antriebsmotor 40 auf, welche über Rückschlagventile 41, 42 mit den jeweiligen
Leitmitteln zwischen der Hydraulikpumpe 11 und Druckübersetzer 2 verbunden ist.
[0021] Eine derartige Einspeiseanlage kann auch einen Wärmetauscher 5 aufweisen, mittels
welchen die Temperatur des Arbeitsfluids im Bereitstellungsgefäß einregelbar ist.
[0022] Fig. 2 zeigt im Wesentlichen Teile eines Hydraulikantriebes 1 für einen Druckübersetzer
2 nach Fig. 1
[0023] Allerdings ist für eine erfindungsgemäße Kühlung des Arbeitsfluids eine unterschiedliche
Ausführungsform dargestellt.
[0024] Ein Wärmetauscher 51 für das Arbeitsfluid kann im Bereich eines Bereitstellungsgefäßes
10 angeordnet sein und/oder die Leitmittel von der Hydraulikpumpe 11 zum Druckübersetzer
2 weisen jeweils einen Wärmetauscher 52, 53 auf.
1. Hydraulikantrieb (1) für einen Druckübersetzer (2) einer Hochdruckeinrichtung, insbesondere
für eine Anlage zum Wasserstrahlschneiden, bestehend im Wesentlichen aus einer Hydraulikpumpe
(11), welche je Umdrehung ein konstantes Volumen an Arbeitsfluid fördert, angetrieben
von einem elektrischen Servoantrieb (12), wirkverbunden mit einer durch Messsignale
regel- und/oder schaltbaren elektrischen Versorgung (15), dadurch gekennzeichnet, dass der Servoantrieb (12) für die Hydraulikpumpe (11) bidirektional, also als reversibler
Motor gebildet und derart eine Beaufschlagung des Druckübersetzers (2) mit Arbeitsfluid
umsteuerbar ist, wobei eine Steuerung der Regelungs- und/oder die Schaltparameter
der elektrischen Versorgung (15) des Servoantriebs (12) auf Signale von Messeinrichtungen
(13,14,16) von Druck- und/oder Druckverlauf des Arbeitsfluidsund/oder Druck-und/oder
Druckverlauf des Hochdruckfluids und/oder von der Position des Plungerkolbens im Druckübersetzer
(2) basiert.
2. Hydraulikantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Leitung des Arbeitsfluids zwischen Hydraulikpumpe (11) und Druckübersetzer
(2) und/oder im Bereich einer Bereitstellung desselben in einem Gefäß (10) mindestens
ein Wärmetauscher (W) (51,52,53) im Leitmittel und/oder im Gefäß (10) zur Einstellung
der Temperatur des Arbeitsfluids positioniert ist.
3. Hydraulikantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitmittel von Arbeitsfluid zwischen Hydraulikpumpe (11) und Druckübersetzer
(2) jeweils Mittel (41,42) zur Einspeisung von Arbeitsfluid in das System des Hydraulikantriebes
(1) aufweisen.