| (19) |
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(11) |
EP 3 013 499 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.08.2017 Patentblatt 2017/32 |
| (22) |
Anmeldetag: 13.06.2014 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2014/062303 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2014/206761 (31.12.2014 Gazette 2014/53) |
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| (54) |
ZWEIDIMENSIONALE OSZILLATION EINER STRANGGIESSKOKILLE, VERFAHREN SOWIE VORRICHTUNG
TWO-DIMENSIONAL OSCILLATION OF A CONTINUOUS CASTING MOULD
OSCILLATION BIDIMENSIONNELLE D'UNE LINGOTIÈRE DE COULÉE CONTINUE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
27.06.2013 AT 504252013
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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04.05.2016 Patentblatt 2016/18 |
| (73) |
Patentinhaber: Primetals Technologies Austria GmbH |
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4031 Linz (AT) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- LEITNER, Guenter
A-4240 Freistadt (AT)
- MUEHLBACHLER, Martin
A-4292 Kefermarkt (AT)
- WATZINGER, Josef
A-4204 Reichenau im Muehlkreis (AT)
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| (74) |
Vertreter: Metals@Linz |
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Primetals Technologies Austria GmbH
Intellectual Property Upstream IP UP
Turmstraße 44 4031 Linz 4031 Linz (AT) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2005/009638 JP-A- 2000 042 691
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DE-A1- 19 718 235 US-A- 5 579 824
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- RADOT J P ET AL: "Oscillation hydraulique des lingotières en coulée continue: modulation
et contrôle des cycles", REVUE DE METALLURGIE,, Bd. 85, Nr. 1, 1. Januar 1988 (1988-01-01)
, Seiten 71-79, XP001315920,
- KOEHL R ET AL: "L'OSCILLATEUR DYNAFLEX, UN PROGRES TECHNOLOGIQUE MARQUANT POUR LA
COULEE CONTINUE DE BILLETTES THE DYNAFLEX OSCILLATOR, A TECHNOLOGY BREAKTHROUGH IN
BILLET CASTING", REVUE DE METALLURGIE - CAHIERS D'INFORMATIONS TECHNIQUES, REVUE DE
METALLURGIE. PARIS, FR, Bd. 78, Nr. 1, 1. Januar 2001 (2001-01-01) , Seiten 75-86,
XP001034507, ISSN: 0035-1563
- DEJESUS J M: "STRUCTURAL DYNAMICS AND DESIGN ASPECTS OF LEAF-SPRING GUIDED SLAB MOLD
OSCILLATOR", AISE STEEL TECHNOLOGY, AISE, PITTSBURG, PA, US, Bd. 71, Nr. 3, 1. März
1994 (1994-03-01), Seiten 45-52, XP000436198, ISSN: 0021-1559
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Oszillieren
einer Kokille einer Stranggießmaschine (auch Stranggießkokille genannt).
[0002] Einerseits betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Oszillieren einer Kokille einer
Stranggießmaschine, wobei die Kokille zwei Schmalseiten- und zwei Breitseitenplatten
umfasst, und die Kokille in vertikaler Richtung gegenüber einer ortsfesten Stützkonstruktion
mit einer ersten Frequenz
fV oszilliert.
[0003] Andererseits betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Oszillieren einer Kokille
einer Stranggießmaschine, aufweisend
- die Kokille mit einem im Wesentlichen rechteckigen Formhohlraum, wobei die Kokille
zwei Schmalseitenplatten und zwei Breitseitenplatten umfasst; und
- eine erste Oszillationseinrichtung zur Oszillation der Kokille gegenüber einer ortsfesten
Stützkonstruktion in vertikaler Richtung.
Stand der Technik
[0004] Beim Stranggießen ist es seit langem bekannt, eine Kokille eindimensional in vertikaler
Richtung gegenüber einer ortsfesten Stützkonstruktion zu oszillieren. Einerseits wird
der sich in der Kokille ausbildende Strang durch das auf den flüssigen Stahl aufgegebene
Gießpulver geschmiert; andererseits wird das Anhaften des Strangs an eine Kupferplatte
der Kokille verhindert. Durch die eindimensionale Oszillation der Kokille weist der
Strang sogenannte Oszillationsmarken auf, die die Strangqualität aufgrund von Querrissen,
Gießpulvereinzug, lokal veränderter Wärmeabfuhr oder ungünstigem Gefüge negativ beeinflussen.
Es ist weiters bekannt, dass der Stranggießprozess bzw. die Qualität des Strangs durch
den Einsatz optimierter Gießpulver bzw. durch optimierte Parameter der Kokillenoszillation
(Amplitude, Frequenz, sinus- oder nicht-sinusförmige Kurvenform) verbessert werden
kann.
[0005] Aus der
JP 2000042691 A ist es außerdem bekannt, eine Breitseitenplatte einer Brammenkokille in eine kreisförmige
oder elliptische Schwingung zu versetzen. Nachteilig daran ist, dass die Breitseitenplatte
mit einer relativ hohen Frequenz (gleich der Frequenz der Oszillation in vertikaler
Richtung) oszilliert, und dass bei der kreisförmigen Schwingung die Amplituden für
die vertikale und die horizontale Oszillation gleich hoch sein müssen. Weiters ist
die Länge der Ortskurve relativ kurz. Bedingt durch die hohe Komplexität ist das Verfahren
bzw. die Vorrichtung in der Praxis schwer einsetzbar.
[0006] Die
US 5579824 A zeigt ein Verfahren zum Oszillieren einer Kokille einer Stranggießmaschine, wobei
die Breitseitenplatten 1 im weitesten Sinne auch in horizontaler Richtung oszillieren.
[0007] Aus der
WO2005/009638 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Magnesiumbands bekannt. Die dabei eingesetzte
Kokille oszilliert in vertikaler und horizontaler Richtung.
[0008] Schließlich ist aus der
DE 19718235 A1 eine Kokille mit einer Breitseitenwand bekannt, bei der der obere Bereich der Breitseitenwand
oszillierend angetrieben werden kann.
Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Die Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden
und ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Oszillieren einer Kokille einer Stranggießmaschine
darzustellen, mit denen der Strang durch das Gießpulver besser geschmiert wird und
der Strang weniger Oszillationsmarken aufweist. Außerdem soll die Vorrichtung gemäß
der Erfindung einfacher als bekannte Vorrichtungen für eine zweidimensionale Oszillation
sein.
[0010] Diese Aufgabe wird beim eingangs genannten Verfahren dadurch gelöst, dass zumindest
eine Breitseitenplatte (bevorzugt beide Breitseitenplatten) der Kokille horizontal
in Breitenrichtung der Breitseitenplatte mit einer zweiten Frequenz
fH oszilliert, wobei gilt
fV ≠ fH, und dass für alle Punkte der Ortskurve der Breitseitenplatte der Betrag |
v| der Geschwindigkeit größer 0 ist.
[0011] Bei der Beurteilung zweidimensionaler Oszillationsmuster (Ortskurven) hat sich überraschend
herausgestellt, dass es besonders günstig ist, wenn die Frequenzen für die Schwingungen
in der vertikalen und der horizontalen Richtung unterschiedlich sind. Dadurch wird
die Länge der Ortskurve bei einem Oszillationszyklus verlängert, was sich sehr positiv
auf die Schmierwirkung des Gießpulvers auswirkt. Zudem werden der Strang und die Breitseitenplatte
sehr gleichmäßig belastet. Außerdem ist es sehr günstig, wenn die Ortskurve der Breitseitenplatte
der Kokille keine Totpunkte (d.h. Punkte für die der Betrag der Geschwindigkeit gleich
Null ist, d.h. l
vl ≡ 0) aufweist. Dadurch wird eine Richtungsumkehr der Breitseitenplatte verhindert.
[0012] Bei einer zweidimensionalen Oszillation berechnet sich der Betrag der Geschwindigkeit
v mit den Geschwindigkeitskomponenten
vH in horizontaler Richtung und
vV in vertikaler Richtung durch

[0013] Eine einfache Synchronisation zwischen den Schwingungen in horizontaler und vertikaler
Richtung ist möglich, wenn gilt
- die erste Frequenz fV ist ein ganzzahliges Vielfaches der zweiten Frequenz fH, fV = n. fH mit n ∈ {2,3,4,5...} oder
- die zweite Frequenz fH ist ein ganzzahliges Vielfaches der erste Frequenz fV, fH = n . fV mit n ∈ {2,3,4, 5...}.
[0014] Dabei wird eine Breitseitenplatte der Kokille in vertikaler Richtung mit der ersten
Frequenz
fV oszilliert, die entweder ein ganzzahliges Vielfaches der zweiten Frequenz der horizontalen
Oszillation
fH beträgt (z.B. zwei-, drei-, vierfach etc.), oder bei der die zweite Frequenz
fH ein ganzzahliges Vielfaches der ersten Frequenz der vertikalen Oszillation
fV beträgt.
[0015] Eine möglichst große Länge der Ortskurve während eines Oszillationszyklus wird erreicht,
wenn gilt
- die erste Frequenz fV ist kein ganzzahliges Vielfaches der zweiten Frequenz fH, fV ≠ n. fH mit n ∈ {2,3,4,5...}, oder
- die zweite Frequenz fH ist kein ganzzahliges Vielfaches der ersten Frequenz fV, fH ≠ n. fV mit n ∈ {2,3,4,5...}.
[0016] Zusätzlich zur Oszillation der gesamten Kokille (einschließlich der Breitseitenplatten)
in vertikaler Richtung wird erfindungsgemäß zumindest eine Breitseitenplatte, vorzugsweise
beide Breitseitenplatten, der Kokille horizontal in Breitenrichtung der Breitseitenplatte
(d.h. in Breitenrichtung des Strangs, wobei die Breitenrichtung normal zur Gießrichtung
und Dickenrichtung steht) oszilliert. Durch die Einschränkung, dass für alle Punkte
der Ortskurve der Breitseitenplatte der Betrag der Geschwindigkeit > 0 ist, |
v| > 0, wird sichergestellt, dass die Bewegungsbahn der Breitseitenplatte glatt ist
und keine Totpunkte aufweist. Dadurch wird die für die Schmierung des Strangs besonders
belastende Richtungsumkehr der Kokille vermieden. Somit kann bei gleicher Qualität
des Gießpulvers, eine effizientere Schmierung des Strangs erreicht werden. Andererseits
kann beim erfindungsgemäßen Verfahren bei gleicher Schmierwirkung die Gießgeschwindigkeit
- und dadurch die Produktivität - gesteigert werden.
[0017] Da die Frequenz der Oszillation kubisch in den Energieverbrauch eingeht, ist der
Energieverbrauch für die horizontale Oszillation besonders niedrig, wenn die erste
Frequenz f
V größer als die zweite Frequenz f
H ist, d.h. f
V > f
H.
[0018] Zusätzlich oder alternativ dazu ist es günstig, wenn die Amplitude der vertikalen
Oszillation größer oder gleich als die Amplitude der horizontalen Oszillation ist.
Auch dadurch kann der Energieverbrauch für die horizontale Oszillation gesenkt werden.
[0019] Um ein "Taumeln" der Kokille zu verhindern, ist es vorteilhaft, wenn die beiden Breitseitenplatten
der Kokille gegenläufig oszillieren, d.h. einen Phasenunterschied von im Wesentlichen
180° aufweisen. Aufgrund der entgegengesetzten Bewegungen wird der Massenausgleich
der Kokille verbessert.
[0020] Natürlich ist es ebenfalls möglich, dass die beiden Breitseitenplatten der Kokille
gleichläufig oszillieren, d.h. einen Phasenunterschied von im Wesentlichen 0° aufweisen.
[0021] Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob das erfindungsgemäße Verfahren bei einer
geraden oder einer gebogenen Kokille eingesetzt wird. Weiters ist das Verfahren nicht
auf vertikal oszillierende Kokillen beschränkt; es könnte vielmehr auch für horizontal
oszillierende Kokillen (sog. Horizontalanlagen) eingesetzt werden.
[0022] Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch die eingangs genannte Vorrichtung gelöst,
wobei eine zweite Oszillationseinrichtung zur Oszillation zumindest einer Breitseitenplatte
der Kokille gegenüber den angrenzenden Schmalseitenplatten in horizontaler Richtung
vorgesehen ist, und die Breitseitenplatte verschiebbar gegenüber den angrenzenden
Schmalseitenplatten ausgebildet ist.
[0023] Da die Ableitung einer harmonischen Schwingung wieder eine harmonische Schwingung
darstellt wird eine glatte Ortskurve für die Breitseitenplatte dann erreicht, wenn
die Breitseitenplatte horizontal in Breitenrichtung der Breitseitenplatte harmonisch
oszilliert. Besonders bevorzugt ist, wenn die vertikale Oszillation ebenfalls harmonisch
ist.
[0024] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zusätzlich zur ersten Oszillationseinrichtung
für die Oszillation der Kokille in vertikaler Richtung zumindest eine zweite Oszillationseinrichtung
zur horizontalen Oszillation zumindest einer Breitseitenplatte der Kokille gegenüber
den angrenzenden Schmalseitenplatten in Breitenrichtung der Breitseitenplatte auf.
Durch die Oszillation der Kokille in vertikaler und horizontaler Richtung wird bei
gleicher Gießgeschwindigkeit die Schmierwirkung des Gießpulvers auf den Strang verbessert.
[0025] Vorteilhaft ist es, wenn jeder der beiden Breitseitenplatten eine eigene zweite Oszillationseinrichtung
zur horizontalen Oszillation in Breitenrichtung zugeordnet ist. Dadurch kann der Massenausgleich
der Kokille verbessert werden.
[0026] Um den Energieverbrauch für die Oszillation der Kokille in vertikaler Richtung zu
senken, ist es vorteilhaft, wenn die erste Oszillationseinrichtung zumindest ein erstes
elastisches Element und einen ersten Oszillationsantrieb aufweist, wobei das erste
elastische Element und der erste Oszillationsantrieb jeweils mit der Kokille und der
ortsfesten Stützkonstruktion verbunden sind.
[0027] Eine einfache Konstruktion für die zweite Oszillationseinrichtung ergibt sich, wenn
die Kokille einen Kokillenrahmen und die zweite Oszillationseinrichtung einen zweiten
Oszillationsantrieb umfasst, wobei der zweite Oszillationsantrieb einerseits mit dem
in vertikaler Richtung schwingenden Kokillenrahmen und der Breitseitenplatte verbunden
ist.
[0028] Der Energieverbrauch für die horizontale Oszillation der Breitseitenplatten kann
verringert werden, wenn ein zweites elastisches Element zwischen dem Kokillenrahmen
und der Breitseitenplatte angeordnet ist, und die Breitseitenplatte durch den zweiten
Oszillationsantrieb gegenüber dem in vertikaler Richtung schwingenden Kokillenrahmen
in eine horizontale Oszillation in Breitenrichtung versetzt werden kann.
[0029] Hierbei ist es zweckmäßig, wenn das zweite elastische Element ein Federband oder
eine Schraubenfeder ist.
[0030] Insbesondere für kleinere Strangformate (Knüppel- oder Vorblockformate) ist es vorteilhaft,
wenn ein erster und/oder ein zweiter Oszillationsantrieb ein elektrischer Linearmotor
ist. Aufgrund der hohen Kraftdichte ist es vorteilhaft, wenn der elektrische Linearmotor
ein Piezoaktuator ist.
[0031] Für größere Formate ist es zweckmäßig, wenn ein erster und/oder ein zweiter Oszillationsantrieb
ein hydraulischer Linearmotor, wie ein Hydraulikzylinder, ist.
[0032] Um die Reibung und somit den Energieverbrauch für die horizontale Oszillation niedrig
zu halten, ist es vorteilhaft, wenn die Breitseiten- und die angrenzenden Schmalseitenplatten
Gleitflächen, vorzugsweise aus Sintermetall, aufweisen, die eine Relativbewegung zulassen.
[0033] Die Reibung und der Energieverbrauch für die horizontale Oszillation können außerdem
niedrig gehalten werden, wenn die erste Breitseitenplatte mit der Festseite und die
zweite Breitseitenplatte mit der Losseite des Kokillenrahmens verbunden sind, wobei
die Losseite über eine hydraulische Klemmeinheit mit der Festseite verbunden ist,
und vorzugsweise die Klemmkraft der Klemmeinheit, besonders bevorzugt hydraulisch,
einstellbar ist. Hierbei kann die Klemmkraft z.B. hydraulisch mittels der Beaufschlagung
der Klemmeinheit durch unterschiedlich hohe Hydraulikdrücke, einfach eingestellt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0034] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele. Die Figuren zeigen:
Fig 1 eine Darstellung einer nicht erfindungsgemäßen Bewegungsbahn einer Breitseitenplatte
bei einer eindimensionalen (1 D) Oszillation
Fig 2a,2b je eine Darstellung einer nicht erfindungsgemäßen Bewegungsbahn einer Breitseitenplatte
bei einer zweidimensionalen Oszillation
Fig 3-4 je eine Darstellung einer Variante der erfindungsgemäßen Bewegungsbahn einer
Breitseitenplatte bei einer zweidimensionalen Oszillation
Fig 5-8 verschiedene perspektivische Darstellungen (Fig 5 von schräg oben; Fig 6 von
schräg unten; Fig 7 ohne die Losseite des Kokillenrahmens; und Fig 8 mit einer Detailansicht
der Oszillationseinrichtung für eine Breitseite der Kokille) einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur zweidimensionalen Oszillation der Kokille.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0035] In Fig 1 ist eine Ortskurve (auch Bewegungsbahn genannt) für eine Breitseite einer
vertikal oszillierenden Kokille nach dem Stand der Technik bei einer eindimensionalen
Oszillation dargestellt. Aus der Ortskurve geht unmittelbar hervor, dass sich die
Bewegungsrichtung der Kokille - und somit auch der Breitseitenplatte - jeweils im
oberen Totpunkt OT und im unteren Totpunkt UT umkehrt; weiters gilt für die Geschwindigkeit
v der Kokille in den beiden Totpunkten OT und UT
v ≡ 0. Außerdem weist die Beschleunigung der Kokille in den Totpunkten OT und UT gerade
ein Maximum auf (wenn z.B. für den Weg s in vertikaler y-Richtung gilt
s = A. sin(
ω. t) gilt für die Geschwindigkeit v und die Beschleunigung
a ν = ṡ = A. ω. cos(
ω. t) und
a =
s̈ = -
A. ω2. sin (
ω.t). Bedingt durch die hohe Beschleunigung a mit |
a|
= A.ω
2 und die damit verbundenen hohen Reibungskräften in den Totpunkten OT und UT wird
die Strangschale bzw. auch das Gießpulver, das eine ausreichende Schmierung des Strangs
in der Kokille sicherstellen soll, in diesen Punkten besonders hoch belastet.
[0036] Die Fig 2a, 2b zeigen eine nicht erfindungsgemäße Bewegungsbahn einer zweidimensional
oszillierenden Breitseitenplatte (vertikale Oszillation und horizontale Oszillation
in Breitenrichtung der Breitseitenplatte) einer Kokille. Die Fig 2a zeigt die zeitliche
Abfolge der Oszillation (Abszisse in Sekunden); die Fig 2b zeigt die Ortskurve der
Bewegungsbahn. Für die Bewegungsbahn in vertikaler V- und horizontaler H-Richtung
(jeweils in mm) gilt:

[0037] Die Ortskurve in Fig 2b weist zwei ausgeprägte Totpunkte OT, UT auf, sodass der Strang
in diesen Punkten hoch belastet wird.
[0038] Die Fig 3a, 3b zeigen die Bewegungsbahn und die Ortskurve einer Breitseite einer
Kokille für Brammenquerschnitte, die gemäß der Erfindung zweidimensional oszilliert
(d.h. vertikal und horizontal in Breitenrichtung der Breitseitenplatte) wird. Die
Parameter der Oszillationen betragen f
H = 33,3/60 Hz, f
V = 100/60 Hz, A
H = 2 mm, A
V = 4 mm und 0̸ = 90°. Aus der Ortskurve geht hervor, dass die Bewegungsbahn keine
Totpunkte aufweist und daher günstig ist.
[0039] Die Fig 4a, 4b zeigen eine weitere erfindungsgemäße Bewegungsbahn für eine Breitseitenplatte
einer Kokille. Die Parameter der Oszillationen betragen f
H= 170/60 Hz, f
v = 100/60 Hz, A
H = 2 mm, A
V = 4 mm und Ø = 90°. Auch aus dieser Ortskurve geht hervor, dass die Bewegungsbahn
keine Totpunkte aufweist und im Vergleich zu den Fig 3a, 3b deutlich länger ist (weder
f
H/f
V noch f
V/f
H ist ein ganzzahliges Vielfaches). Sie ist daher äußerst günstig ist.
[0040] Aus den Fig 3 und 4 geht hervor, dass die erfindungsgemäßen Bewegungsbahnen der Breitseitenplatten
der Kokille wesentlich glatter sind als bei der vertikalen, eindimensionalen Oszillation,
bei der die Kokille sowohl im oberen als auch im unteren Totpunkt die Bewegungsrichtung
umkehrt. Weiters weisen die erfindungsgemäßen Bewegungsbahnen keine ausgeprägten Totpunkte
mit Richtungsumkehr auf. Durch die glattere Bewegungsbahn wird die Schmierwirkung
des Gießpulvers verbessert bzw. die Reibung zwischen der Kokille und dem Strang reduziert.
[0041] In der Fig 5 ist eine Kokille 1 einer Stranggießmaschine für Brammenformate schematisch
dargestellt. Im Sinne einer einfachen Darstellung wurde die Oszillationseinrichtung
für die vertikale Oszillation der Kokille (inkl. der stationären Stützkonstruktion,
den Federbändern zwischen der Stützkonstruktion und dem Kokillenrahmen 6 und dem ersten
Oszillationsantrieb für die vertikale Oszillation der Kokille 1) nicht dargestellt.
Dem Fachmann ist das Konzept der vertikalen Kokillenoszillation bereits seit 1921
(Van Ranst) bekannt; hydraulische Oszillationseinrichtungen sind seit 1962 (Koopers)
bekannt. Weiters sind die Einrichtungen für die vertikale Oszillation der Kokille
auch aus der Literatur bekannt, z.B. aus
The Making, Shaping and Treating of Steel (MSTS), Casting Volume, Kap. 15 (insbes.
15.6.8.1-15.6.8.4), AISE, 2003.
[0042] In Fig 8 ist die zweite Oszillationseinrichtung 5 näher dargestellt. Ein rechteckiger,
die beiden Breitseiten- 3, 3a, 3b und Schmalseitenplatten 2 der Kokille 1 umschließender
Kokillenrahmen 6 wird durch die nicht dargestellte erste Oszillationseinrichtung in
eine vertikale Oszillation V gebracht. Die beiden Schmalseitenplatten 2 und die beiden
Breitseitenplatten 3 bilden den rechteckigen Formhohlraum 4 aus (für die Erfindung
spielt es keine Rolle, ob der Formhohlraum 4 quadratisch ist oder nicht; insbesondere
muss eine Breitseitenplatte auch nicht länger sein als eine Schmalseitenplatte). Durch
je eine zweite Oszillationseinrichtung 5a, 5b wird eine Breitseite 3a, 3b gegenüber
dem in vertikaler Richtung V schwingenden Kokillenrahmen 6 horizontal in Breitenrichtung
H (d.h. in Breitenrichtung des Strangs) der Breitseitenplatte 3a, 3b oszilliert. Gemäß
Fig 7 stützt sich der zweite Oszillationsantrieb 7, der als Hydraulikzylinder 9 ausgebildet
ist, am Kokillenrahmen 6 ab und beaufschlagt ein als Federband ausgeprägtes zweites
elastisches Element 8. Über das Federband wird die Breitseitenplatte 3 gemeinsam mit
der Stützplatte 10 und dem Wasserkasten 11 der Kokille 1 in eine horizontale Oszillation
H quer zur Dickenrichtung des Strangs gebracht. Die an die Breitseitenplatte 3 angrenzenden
Schmalseitenplatten 2 werden nicht in horizontaler Richtung oszilliert, oszillieren
aber gemeinsam mit dem Kokillenrahmen 6 in vertikaler Richtung V. Um die Reibung zwischen
den Breit- und Schmalseitenplatten 3, 2 niedrig zu halten, weisen die Platten jeweils
Gleitflächen 12 aus Sintermetall auf. Die Klemmeinheit 15 inkl. des nicht detailliert
dargestellten hydraulischen Klemmzylinders stellt sicher, dass der Formhohlraum 4
fluiddicht abgedichtet ist, ohne dass es jedoch zu einer übermäßig hohen Reibung zwischen
den Platten kommt.
[0043] Obwohl bei den Figuren 5 und 8 jeder Breitseitenplatte 3a, 3b eine eigene zweite
Oszillationseinrichtung 5 zugeordnet ist (und somit die beiden Breitseitenplatten
gegenläufig zueinander bewegt werden können), wäre es ebenfalls möglich, die horizontale
Oszillationsbewegung für beide Breitseitenplatte 3a, 3b über nur einen einzigen zweiten
Oszillationsantrieb 5 zu bewerkstelligen. Außerdem könnte je ein zweiter Oszillationsantrieb
5 in Breitenrichtung beiderseits der Breitseitenplatte 3 angeordnet werden.
[0044] Um übermäßige Reibung zwischen dem Wasserkasten 11, der über die Stützplatte 10 mit
der Breitseitenplatte 3a oder 3b verbunden ist, und der Fest- 13 bzw. Losseite 14
des Kokillenrahmens 6 zu vermeiden, liegt der Wasserkasten 11 entweder nicht an der
Stützkonstruktion 6 auf (z.B. kann zwischen ein Spalt zwischen dem Wasserkasten 11
und der Stützkonstruktion 6 vorgesehen sein), oder es sind Gleitflächen 12 zwischen
dem Wasserkasten und der Stützkonstruktion vorgesehen.
[0045] In der Fig 6 ist die Kokille 1 von schräg unten dargestellt, wobei der sich in der
Kokille 1 ausbildende, nicht dargestellte, Strang durch mehrere Fußrollen 16 gestützt
wird.
[0046] Die Fig 7 zeigt eine Darstellung der Kokille 1 ohne der Losseite 14 (siehe Fig 6)
des Kokillenrahmens 6. Die Losseite 14 der Kokille 1 wird über die beiden Klemmeinheiten
15 mit der Festseite 13 verspannt. Hierbei ist die Klemmkraft hydraulisch einstellbar.
[0047] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Kokille
- 2
- Schmalseitenplatte
- 3, 3a, 3b
- Breitseitenplatte
- 4
- Formhohlraum
- 5, 5a, 5b
- zweite Oszillationseinrichtung
- 6
- Kokillenrahmen
- 7
- zweiter Oszillationsantrieb
- 8
- zweites elastisches Element
- 9
- Hydraulikzylinder
- 10
- Stützplatte
- 11
- Wasserkasten
- 12
- Gleitfläche
- 13
- Festseite
- 14
- Losseite
- 15
- Klemmeinheit
- 16
- Fußrollen
- f
- Frequenz
- H
- horizontale Breitenrichtung
- OT
- Oberer Totpunkt
- UT
- Unterer Totpunkt
- V
- vertikale Richtung
1. Verfahren zum Oszillieren einer Kokille (1) einer Stranggießmaschine, wobei die Kokille
(1) zwei Schmalseiten-(2) und zwei Breitseitenplatten (3, 3a, 3b) umfasst, und die
Kokille (1) in vertikaler Richtung (V) gegenüber einer ortsfesten Stützkonstruktion
mit einer ersten Frequenz fV oszilliert, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) der Kokille (1) horizontal in Breitenrichtung
(H) der Breitseitenplatte (3,3a,3b) mit einer zweiten Frequenz fH oszilliert, wobei gilt fV ≠ fH , und
dass für alle Punkte der Ortskurve der Breitseitenplatte (3) der Betrag der Geschwindigkeit
lv| größer 0 ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Frequenz fV ein ganzzahliges Vielfaches der zweiten Frequenz fH ist, fV = n . fH mit n ∈ {2,3,4,5...}, oder
- die zweite Frequenz fH ein ganzzahliges Vielfaches der ersten Frequenz fV ist, fH = n . fV mit n ∈ {2,3,4, 5 ... }.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Frequenz fV kein ganzzahliges Vielfaches der zweiten Frequenz fH ist, fV ≠ n. fH mit n ∈ {2,3,4,5...}, oder
- die zweite Frequenz fH kein ganzzahliges Vielfaches der ersten Frequenz fV ist, fH ≠ n . fV mit n ∈ {2,3,4,5...}.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Frequenz größer der zweiten Frequenz ist, fV > fH .
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Amplitude der vertikalen Oszillation größer oder gleich als die Amplitude der
horizontalen Oszillation ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Breitseitenplatten (3, 3a, 3b) der Kokille (1) in horizontaler Richtung
(H) gegenläufig oszillieren.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Breitseitenplatten (3, 3a, 3b) der Kokille (1) in horizontaler Richtung
(H) gleichläufig oszillieren.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) horizontal in Breitenrichtung (H) der Breitseitenplatte
harmonisch oszilliert.
9. Vorrichtung zum Oszillieren einer Kokille (1) einer Stranggießmaschine, aufweisend
- die Kokille (1) mit einem im Wesentlichen rechteckigen Formhohlraum (5), wobei die
Kokille (1) zwei Schmalseiten-(2) und zwei Breitseitenplatten (3, 3a, 3b) umfasst;
- eine erste Oszillationseinrichtung zur Oszillation der Kokille (1) gegenüber einer
ortsfesten Stützkonstruktion in vertikaler Richtung (V);
gekennzeichnet durch
- eine zweite Oszillationseinrichtung (5) zur horizontalen Oszillation zumindest einer
Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) der Kokille (1) gegenüber den angrenzenden Schmalseitenplatten
(2) in Breitenrichtung (H) der Breitseitenplatte (3, 3a, 3b), wobei die Breitseitenplatte
(3, 3a, 3b) verschieblich gegenüber den angrenzenden Schmalseitenplatten (2) ausgebildet
ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zwei zweite Oszillationseinrichtungen (5a,5b) umfasst, wobei jede
zweite Oszillationseinrichtung zur horizontalen Oszillation einer Breitseite (3, 3a,
3b) der Kokille (1) in Breitenrichtung (H) ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (1) eine Kokillenrahmen (6) und die zweite Oszillationseinrichtung (5,
5a, 5b) einen zweiten Oszillationsantrieb (7) umfasst, wobei der zweite Oszillationsantrieb
(7) einerseits mit dem in vertikaler Richtung (V) schwingenden Kokillenrahmen (6)
und der Breitseitenplatte (3) verbunden ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Oszillationseinrichtung (5, 5a, 5b) ein zweites elastisches Element (8)
umfasst, das zwischen dem Kokillenrahmen (6) und der Breitseitenplatte (3, 3a, 3b)
angeordnet ist, wobei die Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) durch den zweiten Oszillationsantrieb
(7) gegenüber dem in vertikaler Richtung (V) schwingenden Kokillenrahmen (6) in eine
horizontale Oszillation in Breitenrichtung (H) der Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) versetzt
werden kann.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite elastische Element (8) ein Federband ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Oszillationsantrieb (7) ein Linearmotor ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearmotor ein hydraulischer Linearmotor, vorzugsweise ein Hydraulikzylinder
(9), oder ein elektrische Linearmotor, vorzugsweise ein Piezoaktuator, ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) und dem Kokillenrahmen (6) eine Stützplatte
(10) und ein Wasserkasten (11) angeordnet sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Breitseitenplatte (3, 3a, 3b) und die angrenzenden Schmalseitenplatten (2) Gleitflächen
(12), vorzugsweise aus Sintermetall, aufweisen, die eine Relativbewegung zulassen.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Breitseitenplatte (3a) mit der Festseite (13) und die zweite Breitseitenplatte
(3b) mit der Losseite (14) des Kokillenrahmens (6) verbunden ist, wobei die Losseite
(14) über eine Klemmeinheit (15) mit der Festseite (13) verbunden ist, wobei vorzugsweise
die Klemmkraft der Klemmeinheit (15) hydraulisch einstellbar ist.
1. Method for oscillating a mould (1) of a continuous casting machine, the mould (1)
comprising two narrow-side plates (2) and two broad-side plates (3, 3a, 3b), and the
mould (1) oscillating with respect to a positionally fixed supporting structure in
the vertical direction (V) with a first frequency fV, characterized
in that at least one broad-side plate (3, 3a, 3b) of the mould (1) oscillates horizontally
in the direction of the width (H) of the broad-side plate (3, 3a, 3b) with a second
frequency fH, where fV ≠ fH, and
in that, for all points of the locus of the broad-side plate (3), the magnitude of the velocity
|v| is greater than 0.
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
- the first frequency fV is an integral multiple of the second frequency fH, fV = n. fH with n ∈ {2, 3, 4, 5...}, or
- the second frequency fH is an integral multiple of the first frequency fV, fH = n. fV with n ∈ {2, 3, 4, 5...} .
3. Method according to Claim 1,
characterized in that
- the first frequency fV is not an integral multiple of the second frequency fH, fV ≠n. fH with n ∈ {2, 3, 4, 5...}, or
- the second frequency fH is not an integral multiple of the first frequency fV, fH ≠ n. fV with n ∈ {2, 3, 4, 5...} .
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the first frequency is greater than the second frequency, fV > fH.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the amplitude of the vertical oscillation is greater than or equal to the amplitude
of the horizontal oscillation.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the two broad-side plates (3, 3a, 3b) of the mould (1) oscillate in opposite senses
in the horizontal direction (H).
7. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the two broad-side plates (3, 3a, 3b) of the mould (1) oscillate in the same sense
in the horizontal direction (H).
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the broad-side plate (3, 3a, 3b) horizontally oscillates harmonically in the direction
of the width (H) of the broad-side plate.
9. Apparatus for oscillating a mould (1) of a continuous casting machine, having
- the mould (1) with a substantially rectangular mould cavity (5), the mould (1) comprising
two narrow-side plates (2) and two broad-side plates (3, 3a, 3b);
- a first oscillating device for the oscillation of the mould (1) with respect to
a positionally fixed supporting structure in the vertical direction (V);
characterized by
- a second oscillating device (5) for the horizontal oscillation of at least one broad-side
plate (3, 3a, 3b) of the mould (1) with respect to the adjacent narrow-side plates
(2) in the direction of the width (H) of the broad-side plate (3, 3a, 3b), the broad-side
plate (3, 3a, 3b) being designed displaceably with respect to the adjacent narrow-side
plates (2) .
10. Apparatus according to Claim 9, characterized in that the apparatus comprises two second oscillating devices (5a, 5b), each second oscillating
device being designed for the horizontal oscillation of a broad-side plate (3, 3a,
3b) of the mould (1) in the direction of the width (H).
11. Apparatus according to either of Claims 9 and 10, characterized in that the mould (1) comprises a mould frame (6) and the second oscillating device (5, 5a,
5b) comprises a second oscillating drive (7), the second oscillating drive (7) being
connected to the mould frame (6) oscillating in the vertical direction (V) and to
the broad-side plate (3).
12. Apparatus according to Claim 11, characterized in that the second oscillating device (5, 5a, 5b) comprises a second elastic element (8),
which is arranged between the mould frame (6) and the broad-side plate (3, 3a, 3b),
it being possible for the broad-side plate (3, 3a, 3b) to be made to undergo a horizontal
oscillation in the direction of the width (H) of the broad-side plate (3, 3a, 3b)
with respect to the mould frame (6) oscillating in the vertical direction (V) by the
second oscillating drive (7).
13. Apparatus according to Claim 12, characterized in that the second elastic element (8) is a resilient band.
14. Apparatus according to one of Claims 11 to 13, characterized in that the second oscillating drive (7) is a linear motor.
15. Apparatus according to Claim 14, characterized in that the linear motor is a hydraulic linear motor, preferably a hydraulic cylinder (9),
or an electric linear motor, preferably a piezoactuator.
16. Apparatus according to one of Claims 9 to 15, characterized in that a supporting plate (10) and a water tank (11) are arranged between the broad-side
plate (3, 3a, 3b) and the mould frame (6).
17. Apparatus according to one of Claims 9 to 16, characterized in that the broad-side plate (3, 3a, 3b) and the adjacent narrow-side plates (2) have sliding
surfaces (12), preferably of sintered metal, which allow a relative movement.
18. Apparatus according to one of Claims 9 to 17, characterized in that the first broad-side plate (3a) is connected to the fixed side (13) and the second
broad-side plate (3b) is connected to the loose side (14) of the mould frame (6),
the loose side (14) being connected to the fixed side (13) by way of a clamping unit
(15), the clamping force of the clamping unit (15) preferably being hydraulically
adjustable.
1. Procédé d'oscillation d'une lingotière (1) d'une machine de coulée continue, la lingotière
(1) comprenant deux plaques de côté étroit (2) et deux plaques de côté large (3, 3a,
3b), et la lingotière (1) oscillant avec une première fréquence fv en direction verticale (V) par rapport à une construction de support stationnaire,
caractérisé en ce
qu'au moins une plaque de côté large (3, 3a, 3b) de la lingotière (1) oscille avec une
deuxième fréquence fH horizontalement en direction en largeur (H) de la plaque de côté large (3, 3a, 3b),
avec fV ≠ fH, et
en ce que pour tous les points de la courbe locale de la plaque de côté large (3), le montant
de la vitesse |v| est plus grand que 0.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
- la première fréquence fV est un multiple entier de la deuxième fréquence fH, fV = n . fH avec n ∈ {2, 3, 4, 5, ...}, ou
- en ce que la deuxième fréquence fH est un multiple entier de la première fréquence fV, fH = n . fV avec n ∈ {2, 3, 4, 5, ...} .
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
- la première fréquence fv n'est pas un multiple entier de la deuxième fréquence fH, fV ≠ n . fH avec n ∈ { 2, 3, 4, 5, ...}, ou
- en ce que la deuxième fréquence fH n'est pas un multiple entier de la première fréquence fV, fH ≠ n . fV avec n ∈ {2, 3, 4, 5, ...} .
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la première fréquence est plus grande que la deuxième fréquence, fv > fH.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'amplitude de l'oscillation verticale est plus grande que ou égale à l'amplitude
de l'oscillation horizontale.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les deux plaques de côté large (3, 3a, 3b) de la lingotière (1) oscillent en sens
inverse en direction horizontale (H).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les deux plaques de côté large (3, 3a, 3b) de la lingotière (1) oscillent dans le
même sens en direction horizontale (H).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la plaque de côté large (3, 3a, 3b) oscille harmoniquement horizontalement dans le
sens de la largeur (H) de la plaque de côté large.
9. Dispositif d'oscillation d'une lingotière (1) d'une machine de coulée continue, présentant
- la lingotière (1) avec un espace creux de moule (5) essentiellement rectangulaire,
la lingotière (1) comprenant deux plaques de côté étroit (2) et deux plaques de côté
large (3, 3a, 3b) ;
- une première installation d'oscillation pour l'oscillation de la lingotière (1),
par rapport à une construction de support stationnaire, en direction verticale (V)
;
caractérisé par
- une deuxième installation d'oscillation (5) pour l'oscillation horizontale d'au
moins une plaque de côté large (3, 3a, 3b) de la lingotière (1) par rapport aux plaques
adjacentes de côté étroit (2) en direction en largeur (H) de la plaque de côté large
(3, 3a, 3b), la plaque de côté large (3, 3a, 3b) étant réalisée de manière déplaçable
par rapport aux plaques adjacentes de côté étroit (2).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que le dispositif comprend deux deuxièmes installations d'oscillation (5a, 5b), chaque
deuxième installation d'oscillation étant réalisée pour l'oscillation horizontale
d'un côté large (3, 3a, 3b) de la lingotière (1) dans le sens de la largeur (H).
11. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 10, caractérisé en ce que la lingotière (1) comprend un cadre de lingotière (6) et en ce que la deuxième installation d'oscillation (5, 5a, 5b) comprend un deuxième entraînement
d'oscillation (7), le deuxième entraînement d'oscillation (7) étant relié d'un côté
avec le cadre de lingotière (6) oscillant en direction verticale (V) et avec la plaque
de côté large (3).
12. Dispositif selon la revendication 11, caractérisé en ce que la deuxième installation d'oscillation (5, 5a, 5b) comprend un deuxième élément élastique
(8) qui est disposé entre le cadre de lingotière (6) et la plaque de côté large (3,
3a, 3b), la plaque de côté large (3, 3a, 3b) pouvant être mise par le deuxième entraînement
d'oscillation (7) dans une oscillation horizontale en direction en largeur (H) de
la plaque de côté large (3, 3a, 3b) par rapport au cadre de lingotière (6) oscillant
en direction verticale (V).
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé en ce que le deuxième élément élastique (8) est une bande élastique.
14. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, caractérisé en ce qu'un deuxième entraînement d'oscillation (7) est un moteur linéaire.
15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que le moteur linéaire est un moteur linéaire hydraulique, de préférence un vérin hydraulique
(9), ou un moteur linéaire électrique, de préférence un actionneur piézoélectrique.
16. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 15, caractérisé en ce qu'une plaque de support (10) et une caisse d'eau (11) sont disposés entre la plaque
de côté large (3, 3a, 3b) et le cadre de lingotière (6).
17. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 16, caractérisé en ce que la plaque de côté large (3, 3a, 3b) et les plaques adjacentes de côté étroit (2)
présentent des surfaces de glissement (12), de préférence en métal fritté, lesquelles
permettent un mouvement relatif.
18. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 17, caractérisé en ce qu'une première plaque de côté large (3a) est reliée au côté fixe (13) du cadre de lingotière
(6) et en ce que la deuxième plaque de côté large (3b) est reliée au côté amovible (14) du cadre de
lingotière (6), le côté amovible (14) étant relié au côté fixe (13) par l'intermédiaire
d'une unité de serrage (15), de préférence la force de serrage de l'unité de serrage
(15) étant réglable hydrauliquement.
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In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur
- The Making, Shaping and Treating of Steel (MSTS), Casting20030000 [0041]