[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Vielzahl von Injektoren,
insbesondere einer Vielzahl von Kraftstoffinjektoren für Direkteinspritzsysteme von
Kraftfahrzeugen. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Paaren wenigstens
zweier Injektoren sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Injektors. Des Weiteren
betrifft die Erfindung einen Injektor, insbesondere einen Kraftstoffinjektor für ein
Direkteinspritzsystem eines Verbrennungsmotors.
[0002] Immer strenger werdende, gesetzliche Vorschriften bezüglich zulässiger Schadstoffemissionen
von Verbrennungsmotoren für Kraftfahrzeuge machen es erforderlich, mittels Kraftstoffinjektoren
eine verbesserte Gemischaufbereitung in den Zylindern der Verbrennungsmotoren zu erzielen.
- Bei derzeitigen Kraftstoffinjektoren erfolgt eine Steuerung einer Einspritzung von
Kraftstoff mittels einer Düsennadel, die im Kraftstoffinjektor verschieblich gelagert
ist und einen Öffnungsquerschnitt oder ein bzw. eine Mehrzahl von Spritzlöchern einer
Düsenbaugruppe des Kraftstoffinjektors in Abhängigkeit von ihrem Hub freigibt bzw.
verschließt. Eine Ansteuerung der Düsennadel erfolgt beispielsweise mittels eines
piezoelektrischen Aktors, welcher die Düsennadel hydraulisch oder mechanisch betätigt.
[0003] Um die Schadstoffemissionen des Verbrennungsmotors zu senken und dessen Verbrauch
dabei so gering wie möglich zu halten, ist es wünschenswert, eine möglichst optimale
Verbrennung innerhalb der Zylinder des Verbrennungsmotors zu erzielen. Für eine gute
Prozessführung bzw. eine Steuerung/Regelung einer Verbrennung in den Zylindern ist
es notwendig, den einzuspritzenden Kraftstoff volumetrisch und zeitlich möglichst
genau dosieren zu können, um zu einem jedem Zeitpunkt eine möglichst optimale Verbrennung
und/oder eine möglichst vollständige Regenerierung eines Partikelfilters des Kraftfahrzeugs
zu erreichen, da Drehmomentanforderungen des Verbrennungsmotors in Einspritzmengen
umgerechnet werden, welche wiederum mit einer Einspritzdauer in Abhängigkeit eines
Einspritzdrucks, eines Hubs der Düsennadel und einer Geometrie des Kraftstoffinjektors
korrelieren.
[0004] Eine Abweichung einer Ist-Einspritzmenge von einer Soll-Einspritzmenge eines Kraftstoffinjektors
hat immer negative Auswirkungen auf eine Verbrennung, also die dadurch entstehenden
Schadstoffemissionen, und meist auch einen Verbrauch des Verbrennungsmotors. Insbesondere
für direkt einspritzende Kraftstoffinjektoren gelten hohe Anforderungen an eine Genauigkeit
der Einspritzmengen und eine Stabilität eines Stahlbilds unter allen Betriebsbedingungen
und über die gesamte Lebensdauer des Kraftstoffinjektors hinweg. Dies gilt viel mehr
noch im Hinblick auf kleine Einspritzmengen, bei einem Mehrfach-Einspritz-Modus mit
den dort verbundenen kurzen Einspritzabständen und/oder in einem Teilhubmodus einer
Düsennadel.
[0005] Eine Einspritzdüse des Kraftstoffinjektors wird durch die Düsennadel angesteuert,
welche beispielsweise mittels eines durch einen Piezoaktor betätigbaren Servoventil
antreibbar ist. Eine solchermaßen hydraulisch indirekt angetriebene Düsennadel ist
Stand der Technik. - Die Düsennadel kann jedoch auch direkt ohne einen Umweg über
ein Servoventil angesteuert werden. Bei einem solchen Kraftstoffinjektor kann eine
Kopplung einer Bewegung des Piezoaktors und darauf folgend einer Bewegung der Düsennadel
hydraulisch direkt erfolgen, was signifikante Vorteile mit sich bringt. Für solche
hydraulisch direkt angetriebenen Kraftstoffinjektoren gelten dieselben Anforderungen
wie für mittels Servoventil ansteuerbare Einspritzdüsen. Durch einen hydraulischen
Direktantrieb ergeben sich jedoch weitere vorteilhafte Eigenschaften der Kraftstoffinjektoren.
[0006] Aus der
DE 10 2011 079 468 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Injektors bekannt. Bei diesem Verfahren werden
zwei für Einspritzmengen, Leckagemengen und/oder Druckdifferenzen des Injektors relevante
mechanische Spiele, einander zugepaart. Dabei wird ein Paarungsspiel einer Baugruppe
des Injektors einem Istpaarungsspiel einer anderen Baugruppe des Injektors zugepaart.
Es werden also zwei für Leckagemengen des Injektors relevante mechanische Spiele einander
zugepaart.
[0007] Aus der
DE 10 2009 027 103 A1 ist ein Injektor bekannt, bei welchem zwei für ein Einspritzmengen des Injektors
relevante mechanische Spiele, hier die Zulaufspalte, einander zugepaart sind.
[0008] Es ist Aufgabe der Erfindung, insbesondere für hydraulisch direkt angetriebene Injektoren,
ein verbessertes Herstellungsverfahren mit einem Kriterium für eine überwiegende Vielzahl
der Injektoren anzugeben. Ferner ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes
Verfahren zum Paaren wenigstens
zweier Injektoren anzugeben.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung ist durch ein Verfahren zum Herstellen von Injektoren,
insbesondere von Kraftstoffinjektoren für Direkteinspritzsysteme von Kraftfahrzeugen,
gemäß Anspruch 1gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen, zusätzliche Merkmale und/oder
Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und der folgenden
Beschreibung der Erfindung.
[0010] Um bei einem Injektorkonzept mit hydraulisch direkt betätigbarer Düsennadel möglichst
geringe Streuungen bei den Einspritzmengen in Betriebs- bzw. Testpunkten und/oder
-bereichen bei den Injektoren untereinander wenigstens in deren Neuzuständen zu gewährleisten,
hat es sich herausgestellt, eine Bilanz der Leckageströme bzw. -mengen und/oder bestimmte
Druckdifferenzen innerhalb einer Düsen- und/oder Steuerbaugruppe eines einzelnen Injektors
möglichst exakt einzustellen und/oder über eine Mehrzahl von Injektoren, z. B. die
Injektoren eines einzelnen Einspritzsystems, oder über eine Vielzahl von Injektoren,
z. B. die Injektoren eines Fertigungsloses, hinweg möglichst genau einzuhalten, also
einzustellen, wobei die Fertigungstoleranzen nicht zu gering werden dürfen, um die
Kosten nicht zu hoch werden zu lassen.
[0011] Bei dem ersten Verfahren, einem Verfahren zum Herstellen von Injektoren, also z.
B. einem Fertigungslos von
Injektoren, werden die Injektoren derart eingestellt bzw. hergestellt, dass eine Gesamtleckage
und/oder eine Druckdifferenz an einem Übertragungspin des jeweiligen Injektors über
eine ggf. überwiegende Mehrzahl oder eine überwiegende Vielzahl der Injektoren hinweg
näherungsweise, hauptsächlich oder im Wesentlichen konstant ist. Hierbei können die
Injektoren derart ausgebildet sein, dass die Gesamtleckagen und/oder die Druckdifferenzen
an den Übertragungspins der Injektoren ein Maß für die Einspritzmengen und/oder -genauigkeiten
der Injektoren ist.
[0012] D. h. ein Kriterium für ein Herstellen einer Vielzahl von Injektoren ist, z. B. neben
reproduzierbaren Einspritzmengen, deren näherungsweise, hauptsächlich oder im Wesentlichen
untereinander konstanten Gesamtleckagen, z. B. Gesamtleckageströme und/oder -mengen,
und/oder deren näherungsweise, hauptsächlich oder im Wesentlichen untereinander konstanten
Druckdifferenzen an deren Übertragungspins. Dieses Kriterium kann z. B. eine Nebenbedingung
zu den Einspritzmengen sein. Hierbei ist es bevorzugt, wenn die untereinander möglichst
konstanten Gesamtleckagen und/oder untereinander möglichst konstanten Druckdifferenzen
für eine Vielzahl von Betriebs- bzw. Testpunkten und/oder -bereichen der Injektoren
gilt.
[0013] Bei weiteren Verfahren zum Paaren wenigstens zweier Injektoren, ist ein Kriterium
für das Paaren der Injektoren eine Gesamtleckage und/oder eine Druckdifferenz an einem
Übertragungspin des jeweiligen Injektors. Hierbei können die Injektoren derart gepaart
werden, dass die Gesamtleckagen und/oder die Druckdifferenzen an den Übertragungspins
der Injektoren hauptsächlich, im Wesentlichen oder nahezu gleich sind. D. h. eine
Einrichtung zum Einspritzen von Kraftstoff, z. B. eine Einspritzanlage für einen Verbrennungsmotor,
weist wenigstens zwei Injektoren auf. Die Injektoren sind gemäß der Erfindung derart
ausgewählt, dass diese in wenigstens einem Betriebs- bzw. Testpunkt und/oder -bereich
untereinander eine hauptsächlich, im Wesentlichen oder nahezu
gleiche Gesamtleckage und/oder Druckdifferenz an ihren Übertragungspins aufweisen.
[0014] Die die entsprechenden Messwerte und/oder berechneten Werte für die Gesamtleckagen
und/oder Druckdifferenzen in Relation setzenden Begriffe "näherungsweise", "hauptsächlich",
"im Wesentlichen" oder "nahezu" sollen sich in folgende absteigende Reihenfolge einordnen
lassen: (deutlich) verschieden (z. B. wenigstens das Zehnfache oder ein Zehntel),
ungefähr, näherungsweise, hauptsächlich (nicht mehr als das Doppelte bzw. weniger
als die Hälfte), im Wesentlichen, nahezu, identisch (bis auf eine oder zwei übliche
Nachkommastellen). Der jeweils vorhergehende Begriff, also z. B. der Begriff "nahezu",
soll dabei den nachfolgenden Begriff, also in diesem Beispiel den Begriff "identisch",
mitumfassen.
[0015] Bei dem dritten erfindungsgemäßen Verfahren, einem Verfahren zum Herstellen eines
Injektors, werden wenigstens zwei, bevorzugt drei, für Einspritzmengen, Leckagemengen
und/oder Druckdifferenzen des Injektors relevante mechanische Spiele, insbesondere
Paarungsspiele, aufeinander abgestimmt, insbesondere einander zugepaart. Das aufeinander
Einstellen oder das einander Zupaaren der mechanischen Spiele des Injektors kann derart
erfolgen, dass ein Leckagezufluss zu einem Steuerraum des Injektors im Wesentlichen
oder wenigstens einem Leckageabfluss stromabwärts dieses Steuerraums entspricht. Ferner
ist es möglich, dass eine Druckdifferenz zwischen einem Düsenraum und einem Steuerraum
des Injektors im Wesentlichen gleich bleibt oder sich verringert. Dies kann alternativ
oder zusätzlich auch auf eine Druckdifferenz zwischen dem oder einem Steuerraum und
einem Leckageraum des Injektors angewendet werden.
[0016] In Ausführungsformen der Erfindung kann ein Sollpaarungsspiel einer Baugruppe des
Injektors einem gemeinsamen Istpaarungsspiel einer anderen Baugruppe des Injektors
berechnet und in Abhängigkeit davon zugepaart werden, wobei ggf. ein Nominalpaarungsspiel
der zugepaarten Baugruppe berücksichtigt wird. Dabei können einem mechanischen Spiel
zwei
oder mehr andere mechanische Spiele zugepaart werden, wobei die zwei oder mehr
anderen mechanischen Spiele bevorzugt ebenfalls aufeinander abgestimmt bzw. einander
zugepaart werden können. Dies kann z. B. gemäß der Erfindung erfolgen. D. h. es können
z. B. drei mechanische Spiele aufeinander abgestimmt bzw. einander zugepaart werden,
was bevorzugt sukzessive oder parallel erfolgt.
[0017] Erfolgt dies sukzessive, so wird einem ersten mechanischen Spiel ein möglichst optimales
zweites Spiel zugepaart, welchem dann ein möglichst optimales drittes Spiel zugepaart
wird. Es ist auch möglich, das zweite und dritte Spiel gemeinsam dem ersten Spiel
zuzupaaren. Bei letzterer Ausführungsform lässt sich ein z. B. zu kleines, d. h. eventuell
schädliches, Spiel vermeiden. Dies ist natürlich auch bei ersterer Ausführungsform
möglich, solange das dritte Spiel beim Einrichten des zweiten Spiels bzw. umgekehrt
als Nebenbedingung berücksichtigt wird. Diese Vorgehensweise ist natürlich auch auf
zwei, vier oder mehr einander in einem kausalen Zusammenhang stehenden mechanischen
Spielen des Injektors anwendbar.
[0018] In weiteren Ausführungsformen kann zu einer bereits an/in einem entstehenden Injektor
verbauten Baugruppe mit einem Istpaarungsspiel, am/im entstehenden Injektor wenigstens
eine Baugruppe mit einem dazu zugepaarten Sollpaarungsspiel verbaut werden. D. h.
ein Zuordnen eines Sollpaarungsspiels einer zweiten Baugruppe zum Istpaarungsspiel
einer ersten Baugruppe bzw. des bereits teilweise bestehenden Injektors folgt bevorzugt
einer sukzessiv aufeinander aufbauenden Montage des Injektors. Der Injektor kann nach
wie vor derart aufgebaut werden, dass nicht ein bereits montiertes Bauteil wieder
demontiert werden muss, um ein betreffendes Spiel einstellen bzw. zupaaren zu können.
[0019] Die mechanischen Spiele einer Düsennadel können z. B. in einer Führung der Düsennadel,
z. B. einer Düsennadelhülse, einem Übertragungspin in einer Zwischenplatte und/oder
einem Steuerkolben in einer
Steuerplatte aufeinander eingestellt oder einander zugepaart werden. Andere
Bauteile bzw. Baugruppen sind ebenfalls anwendbar. Das aufeinander Einstellen oder
Zupaaren der mechanischen Spiele für einen Injektor, kann aufgrund von wenigstens
einem Testpunkt und/oder wenigstens einer Testreihe für einzelne Baugruppen oder aneinander
montierten Baugruppen oder Bauteilen erfolgen. D. h. Messwerte für Drücke, Leckagen,
Abmessungen und/oder andere Parameter können bei einem oder einer Mehrzahl von Testpunkten
und/oder Testreihen für eine einzelne betreffende Baugruppe oder für aneinander montierte
Baugruppen oder Bauteile für einen hypothetischen Injektor ermittelt werden.
[0020] In Ausführungsformen kann ein betreffendes mechanisches Spiel, also ein Istpaarungsspiel,
durch eine Gasleckagemessung, durch eine Durchflussmessung, durch Durchmesserbestimmungen
und/oder durch Formbestimmungen ermittelt werden. Das Verfahren kann zeitlich nach
einer getrennten Vormontage von wenigstens zwei einzelnen Baugruppen durchgeführt
werden. Das aufeinander Einstellen oder einander Zupaaren der wenigstens zwei einzelnen
Baugruppen wird für eine Endmontage eines Injektors berücksichtigt. Ferner kann das
Verfahren bei einer Endmontage des Injektors durchgeführt werden.
[0021] Bei dem Injektor, sind wenigstens zwei für Einspritzmengen, Leckagemengen und/oder
Druckdifferenzen des Injektors relevante mechanische Spiele, insbesondere Paarungsspiele,
aufeinander abgestimmt, insbesondere einander zugepaart. Die aufeinander eingestellten
oder einander zugepaarten mechanischen Spiele können beispielsweise die einer Düsennadel
in einer Führung der Düsennadel, z. B. einer Düsennadelhülse, einem Übertragungspin
in einer Zwischenplatte und/oder einem Steuerkolben in einer Steuerplatte sein. Bevorzugt
ist der Injektor frei von einem die Einspritzmengen des Injektors ansteuernden Steuerventil
oder Servoventil. Ein Aktor des Injektors ist bevorzugt ein Piezoaktor.
[0022] Gemäß der Erfindung ist es möglich, bei einer Injektormontage mit einem vergleichsweise
geringen Aufwand eine gute bis sehr gute, d. h. möglichst optimale, Kombination von
Paarungsspielen für die Bauteilpaarungen einzurichten bzw. herzustellen. Gemäß der
Erfindung wird eine Injektor/Injektor-Streuung bei einer Montage der Injektoren dadurch
verringert, dass funktionsrelevante Paarungsspiele für eine abfließende Leckage einerseits
und eine zufließende Leckage andererseits, in geeigneter Weise innerhalb eines Montageprozesses
der Injektoren aufeinander abgestimmt werden. Damit wird die Streuung in einer Serienfertigung
bezogen auf eine Injektorfunktion verkleinert, und ein Anteil derjenigen Injektoren,
welche geforderte Toleranzen ihrer Einspritzmengen nicht einhalten, kann reduziert
werden. Somit kann auch ein Aufwand an notwendiger Nacharbeit verringert werden. Dies
wirkt sich einzeln und in Summe in einer Verringerung der Herstellkosten aus.
[0023] Die Erfindung ist im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung näher erläutert. Elemente oder Bauteile, welche eine
identische, univoke oder analoge Ausbildung und/oder Funktion besitzen, sind in verschiedenen
Figuren (Fig.) der Zeichnung mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet. In den Fig.
der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Längsseitenansicht eines erfindungsgemäßen Injektors für ein Common-Rail-Einspritzsystem
eines Verbrennungsmotors, welche mittig und unten zentral geschnitten dargestellt
ist;
- Fig. 2
- eine zentral geschnittene, oben und unten weggebrochen dargestellte, detaillierte
Längsseitenansicht einer Steuerbaugruppe des Injektors aus Fig. 1, mit einem hydraulischen
Direktantrieb einer Düsennadel;
- Fig. 3
- ein Ablaufdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum aufeinander
Abstimmen oder einander Zupaaren dreier mechanischer Spiele innerhalb einer Düsenbaugruppe
des Injektors;
- Fig. 4
- ein zur Fig. 3 analoges Ablaufdiagramm, welches eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens beim aufeinander Abstimmen oder einander Zupaaren der drei mechanischen
Spiele repräsentiert;
- Fig. 5
- ein schematisches Diagramm gemäß den Fig. 3 bzw. 4 zum Auswählen eines zweiten und
dritten mechanischen Spiels aufgrund eines Istwerts eines ersten mechanischen Spiels;
und
- Fig. 6
- ein schematisches Diagramm eines erfindungsgemäß vereinfachten Verfahrens, wobei dem
Istwert des ersten mechanischen Spiels eine Summe des zweiten und dritten mechanischen
Spiels zugepaart wird.
[0024] Die Erfindung ist im Folgenden anhand eines piezoelektrisch betriebenen Common-Rail-Dieselinjektors
1 für einen Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeugs näher erläutert (siehe Fig. 1)
. Die Erfindung ist jedoch nicht auf solche Dieselinjektoren 1 beschränkt, sondern
kann z. B. auch auf Pumpe-Düse-Kraftstoffinjektoren oder Benzininjektoren mit einer
ein- oder mehrteiligen Düsennadel angewendet werden, und für Benzininjektoren typische
Bezeichnungen können der Bezugszeichenliste entnommen werden. Daher ist nachfolgend
nur die Rede von einem Injektor 1. Ein einspritzbares Fluid kann ein Kraftstoff sein,
es ist jedoch natürlich möglich, mittels eines erfindungsgemäßen Injektors ein anderes
Fluid, wie z. B. Wasser, ein Öl oder ein beliebiges anderes Prozessfluid einzuspritzen.
D. h. der erfindungsgemäße Injektor ist nicht auf die Automobilindustrie beschränkt.
[0025] Die Fig. 1 zeigt den Injektor 1 im Wesentlichen in einem Schnittbild, wobei der Injektor
1 eine Düsenbaugruppe 10 und eine Injektorbaugruppe 40 umfasst. Die Düsenbaugruppe
10 und die Injektorbaugruppe 40 sind mittels einer Düsenspannmutter 60 fluiddicht
aneinander festgelegt. Die Injektorbaugruppe 40 weist einen Injektorkörper 400 auf,
in welchem ein Aktor 410 vorgesehen ist, der bevorzugt als Piezoaktor 410 ausgebildet
ist. Es ist jedoch auch ein elektromagnetischer Aktor anwendbar. Im vorliegenden Beispiel
treibt der Piezoaktor 410 eine einteilige, bevorzugt integrale, Düsennadel 110 hydraulisch
direkt an (siehe auch Fig. 2) . Die einteilige nach innen öffnende Düsennadel 110
kann ggf. zwei- oder mehrteilig ausgebildet sein und/oder nach außen öffnend im Injektor
1 eingerichtet sein.
[0026] Der Injektorkörper 400 weist einen hochdruckseitigen Fluidanschluss (nicht zu sehen)
für den einzuspritzenden Kraftstoff auf, wobei der Fluidanschluss mit einer im Injektorkörper
400 ausgebildeten Hochdruckbohrung 402 in Fluidkommunikation steht. Über den hochdruckseitigen
Fluidanschluss ist der Injektor 1 mit einem Hochdruckfluidkreis (nicht dargestellt)
hydraulisch verbindbar. Die Hochdruckbohrung 402 versorgt die Düsenbaugruppe 10 und
somit einen Düsenraum 102 des Injektors 1 mit Kraftstoff unter Hochdruck p
R, z. B. einem sogenannten Raildruck p
R (Common-Rail-System). Im Düsenraum 102 herrscht während eines Betriebs des Injektors
1 im Wesentlichen immer ein aktualer Hoch- bzw. Höchstdruck p
102 = p
R.
[0027] Die Düsenbaugruppe 10 weist einen Düsenkörper 100 mit wenigstens einem Spritzloch
(nicht dargestellt) in seiner Düse 104 und den Düsenraum 102 auf, wobei die Düsennadel
110 im Düsenraum 102 verschieblich angeordnet und abschnittsweise gelagert ist. Die
Düsennadel 110 wird über einen Energiespeicher 114, bevorzugt eine Düsennadelfeder
114, in Richtung ihres Düsennadelsitzes innen in der Düse 104 gedrückt, um auch in
einem elektrisch nicht bestromten Zustand des Piezoaktors 410 sicher geschlossen zu
sein. Je nach einer Ansteuerung des Piezoaktors 410 wird die Düsennadel 110 entweder
in ihren Düsennadelsitz gedrückt oder bewegt sich vom Düsennadelsitz weg, wodurch
Kraftstoff einspritzbar ist.
[0028] Die Düsenbaugruppe 10 beherbergt ferner eine sich zwischen dem Düsenkörper 100 und
der Injektorbaugruppe 40 befindliche Steuerbaugruppe 20 zum Ansteuern der Düsennadel
110 ausgehend von einer Längung des Piezoaktors 410 in Abhängigkeit von dessen Energie
E bzw. Ladung E, also einer daran angelegten elektrischen Spannung. Die Fig. 2 zeigt
die Komponenten der Steuerbaugruppe 20 für eine direkte hydraulische Kopplung einer
Längungsbewegung des Piezoaktors 410 und einer dadurch hervorgerufenen Bewegung der
Düsennadel 110. Der Piezoaktor 410 weist hierfür eine Bodenplatte 412 mit einem bevorzugt
integralen Betätigungsfortsatz auf, der in einem direkten mechanischen Kontakt mit
einem Übertragungspin 212 steht, der mit einem sehr kleinen Spiel in eine Pinbohrung
211 einer Zwischenplatte 210 der Steuerbaugruppe 20 eingepasst und/oder eingepaart
ist.
[0029] Ein Paarungsspiel des Übertragungspins 212 in der Pinbohrung 211 ist derart klein
gewählt, z. B. ca. 1um, dass auch bei einem hohem Raildruck p
R von bis über 2.500bar lediglich eine kleine Kraftstoffleckage L am Übertragungspin
212 auftritt (tropfen). Die Pinbohrung 211 verbindet dabei einen ersten Steuerraum
22, der auch als Kolbensteuerraum 22 bezeichnet wird und in dem ein etwas geringerer
Kraftstoffdruck als der aktuale Raildruck p
R > p
22 herrscht, mit einem Leckageraum 42 des Injektors 1, der bevorzugt mit einem Umgebungsdruck
p
∞ in permanenter Fluidkommunikation steht. Der Leckageraum 42 ist bevorzugt in Fluidkommunikation
mit einem Leckageanschluss 404 des Injektors 1. Am Übertragungspin 212 herrscht eine
große Druckdifferenz Δp = p
22-p
∞ die z. B. bei den oben angenommen 2.500bar Höchstdruck und einem geschlossenen Injektor
1 durchaus einen Wert von 2.450 bar überschreiten kann.
[0030] Der erste Steuerraum 22 steht durch eine Verbindungsbohrung 17 durch einen Abschnitt
der Steuerbaugruppe 20 hindurch mit einem zweiten Steuerraum 12, dem sogenannten Nadelsteuerraum
12 bevorzugt in permanenter Fluidkommunikation. Im zweiten Steuerraum 12 herrscht
ebenso wie im ersten Steuerraum 22 ein etwas geringerer Kraftstoffdruck als Raildruck
p
R > p
12, wobei die Drücke p
12 ≈/= p
22 in den Steuerräumen 12, 22 zumindest bei geschlossenem Injektor 1 im Wesentlichen
gleich sind. Insgesamt gilt: p
∞ = p
42 << p
12 ≈/= p
22 ≤ p
R = p
102. In der Verbindungsbohrung 17 kann eine als Fluiddrossel 232 ausgebildete Dämpfungsdrossel
232 vorgesehen sein, welche bevorzugt in einer separaten Platte 230 der Steuerbaugruppe
20 ausgebildet ist.
[0031] Ein Hub (Längung) des Piezoaktors 410 wird mittels des Übertragungspins 212, der
auch als Leckagepin 212 bezeichnet wird, auf einen Steuerkolben 222 übertragen, der
in eine Kolbenbohrung 221 einer Steuerplatte 220 der Steuerbaugruppe 20 eingepasst
und/oder eingepaart ist. Der Übertragungspin 212 greift am/im ersten Steuerraum 22
an einer oberen Stirnfläche 223 des Steuerkolbens 222 an, wobei der Steuerkolben 222
an seiner unteren Stirnfläche 224 durch einen bevorzugt als eine Spiralfeder 225 ausgebildeten
Energiespeicher 225 abgestützt ist. An der unteren Stirnfläche 224 des Steuerkolbens
222 herrscht bevorzugt im Wesentlichen Raildruck p
R, wobei diese Stirnfläche 224 bevorzugt in permanenter Fluidkommunikation mit dem
Düsenraum 102 steht.
[0032] Der zweite Steuerraum 12 wird von einer Stirnfläche eines oberen Längsendabschnitts
112 der Düsennadel 110, dem sogenannten Nadelkolben 112, einer Wandung einer Nadelbohrung
121 in einer oberen Führung 120 der Düsennadel 110, bevorzugt einer Düsennadelhülse
120, und einer unteren Stirnfläche der Platte 230 gebildet. Der Nadelkolben 112 der
Düsennadel 110 ist dabei einer Düsennadelspitze der Düsennadel 110 bzw. der Düse 104
des Düsenkörpers 100 abgewandt. - Diese kurz dargelegte Ausführungsform des Injektors
1 ist natürlich nicht restriktiv zu verstehen. Die Erfindung ist auf eine Vielzahl
anderer Ausführungsformen von Injektoren, solange sich eine Leckage L und/oder ein
Druckabfall Δp innerhalb des Injektors als ein Gütemaß für den Injektor verwenden
lässt, anwendbar.
[0033] Durch die Bewegung des Steuerkolbens 222 aufgrund eines Hubs des Piezoaktors 410
wird im ersten Steuerraum 22 ein Druckabfall Δp
22 erzeugt, welcher über die Verbindungsbohrung 17 und ggf. zeitverzögert durch die
optionale Fluiddrossel 232 auf die obere Stirnfläche der Düsennadel 110 im zweiten
Steuerraum 12 übertragen wird. Wenn dieser Druckabfall Δp
12 ≈/= Δp
22 einen bestimmten Wert überschreitet, öffnet die Düsennadel 110 und eine Einspritzung
von Kraftstoff kann erfolgen. Ein Hub der Düsennadel 110 kann ab einem Öffnen der
Düsennadel 110 über eine Variation des Hubs des Piezoaktors 410 gesteuert bzw. geregelt
werden. Der Hub des Piezoaktors 410 kann über eine Variation von dessen intrinsischer
elektrischer Energie E, also der an ihm anliegenden Spannung, verändert werden.
[0034] Beim Entladen des Piezoaktors 410 verkürzt sich dieser und der auf/an der unteren
Stirnfläche 224 des Steuerkolbens 222 wirkende Raildruck p
R aus dem Düsenraum 102 des Düsenkörpers 100 zusammen mit der ebenfalls in diese Richtung
wirkenden Federkraft des Federelements 225 wird der Steuerkolben 222 in seine Ausgangsposition
zurück geschoben, welche von einer Position des Übertragungspins 212 determiniert
ist. Dadurch wird die Düsennadel 110 korrespondierend zur Bewegung des Piezoaktors
410 wieder in ihre Schließposition verschoben und das Einspritzen von Kraftstoff wird
beendet. Die Düsennadelfeder 114 hält die Düsennadel 110 sicher geschlossen an/auf
ihrem Sitz in der Düse 104 des Düsenkörpers 100.
[0035] Vorliegend weist der Injektor 1 drei innere Leckagen L bzw. Leckageströme L bzw.
-mengen L auf. Zunächst eine Leckage L
112 an der Düsennadel 110 bzw. deren Nadelkolben 112, also zwischen der Düsennadelhülse
120 und dem Nadelkolben 112 durch die Nadelbohrung 121 hindurch. Dies ist ein Leckagezufluss
L
112 in den zweiten Steuerraum 12 direkt stromabwärts der Düsennadel 110. Und als einen
zweiten Leckagezufluss L
222 eine Leckage L
222 am Steuerkolben 222, also zwischen der Steuerplatte 220 und dem Steuerkolben 222
durch die Kolbenbohrung 211 hindurch. Dies ist ein Leckagezufluss L
222 in den ersten Steuerraum 22 direkt stromabwärts des Steuerkolbens 222. Als ein Leckageabfluss
L
212 bzw. eine Gesamtleckage L
212 des Injektors 1 ergibt sich eine Leckage L
212 am Übertragungspin 212, also zwischen der Zwischenplatte 210 und dem Übertragungspin
212 durch die Pinbohrung 211 hindurch in den Leckageraum 42.
[0036] Eine Leckagebilanz der inneren Leckagen L
122, L
212, L
222 des Injektors 1 bezüglich des Übertragungspins 212 ergibt sich zu L
212 = L
122+L
222 über einen längeren Zeitraum hinweg. Eine Leckage L ist hier immer die Folge einer
Druckdifferenz Δp des Kraftstoffs an/in einem Bauteil bzw. an/in einer Baugruppe.
- Gemäß der Erfindung werden Leckagen L und/oder Druckdifferenzen Δp innerhalb der
Düsenbaugruppe 10 und/oder der Steuerbaugruppe 20 gepaart bzw. eingestellt; d. h.
entsprechende Bauteile und/oder Baugruppen werden im Sinn einer Auslesepaarung gepaart,
was im Folgenden näher erläutert ist. Insbesondere bilden die bevorzugt selbst untereinander
gepassten und/oder gepaarten Bauteile: Übertragungspin 212 und Zwischenplatte 210,
Steuerkolben 222 und Steuerplatte 220, sowie Düsennadel 110 bzw. Nadelkolben 112 und
Düsennadelhülse 120 drei solche Baugruppen im Sinne der Erfindung.
[0037] Wenn die Düsennadel 110 geschlossen ist, kommt es durch die Leckage L
212 am Übertragungspin 212 - der Kraftstoffdruck in einem stromabwärtigen Leckagepfad
hin zum Leckageanschuss 404 entspricht etwa dem Umgebungsdruck p
∞ (siehe oben) - auch zu einem Abfluss von Kraftstoff aus dem ersten Steuerraum 22,
welcher zu einem Druckabfall Δp im ersten Steuerraum 22 auf den Druck p
22 führt. Dieser Leckageabfluss L
212 wird durch einen Leckagezufluss L
112+L
222 in der Düsennadelhülse 120 und am Steuerkolben 222 kompensiert. Für diesen Leckagezufluss
L
112+L
222 wirkt eine Druckdifferenz Δp = p
R-p
12 bzw. Δp = p
R-p
22 zwischen dem Druck p
12, p
22 im Steuerraum 12, 22 und dem Raildruck p
R als treibende Kraft. Daher wird gemäß der Erfindung der Steuerkolben 222 in die Kolbenbohrung
221 sowie ein oberer Durchmesser der Düsennadel 110 in die Düsennadelhülse 120 mit
einem zu definierendem Paarungsspiel eingepasst.
[0038] Aufgrund der oben beschriebenen Leckagebilanz L
212 = L
122+L
222 ergibt sich eine Druckdifferenz Δp zwischen dem Raildruck p
R und einem Druck p
12, p
22 im betreffenden Steuerraum 12, 22 direkt aus den am Übertragungspin 212, am Steuerkolben
222 und in der Düsennadelhülse 120 eingestellten Spielen, insbesondere Paarungsspielen
von Auslesepaarungen. Eine solche ,initiale Druckdifferenz' Δp hat als Folge eine
Reduktion einer schießenden Kraft auf die Düsennadel 110 und beeinflusst daher einen
Öffnungs- und auch Schließzeitpunkt des Injektors 1. Es ergibt sich durch die drei
Spiele ein Einfluss auf eine Dosiergenauigkeit des Injektors 1. Um diesen Einfluss
auf die Einspritzmengen des Injektors 1 zu reduzieren und um geringe Injektor/Injektor-Streuungen
zu erreichen, wird gemäß der Erfindung eine Kombination der Paarungsspiele vor oder
während einer Montage der Injektoren 1 optimiert, d. h. verbessert. Dies ist beispielhaft
im Folgenden erläutert.
[0039] Die abströmende Leckage L
212 wird im Wesentlichen über das Paarungsspiel zwischen dem Übertragungspin 212 und
der Zwischenplatte 210 festgelegt. Da es derzeit noch sehr aufwändig ist, Formtoleranzen
der Pinbohrung 211 in der Zwischenplatte 210 und dem Übertragungspin 212 geometrisch
hinreichend genau zu erfassen, kann auch z. B. mittels einer Gasleckagemessung während
der Montage, einer Vormontage und/oder einer Testmontage ein Integralwert bezüglich
eines zu erwartenden Leckageabflusses L
212 ermittelt werden. Dieser erwartete Wert des Leckageabflusses L
212 legt Sollwerte Δd
soll der Paarungsspiele für den Steuerkolben 222 in der Steuerplatte 220 und den Nadelkolben
112 in der Düsennadelhülse 120 fest.
[0040] In einem folgenden Montageschritt wird der Steuerkolben 222 der Steuerplatte 220
bzw. deren Kolbenbohrung 211 zugepaart. Ein sich ergebendes Istpaarungsspiel Δd
ist kann vom Sollpaarungsspiel Δd
soll im Rahmen einer erlaubten Toleranz abweichen. Um einen Ziel-Steuerraumdruck Δp
12 ≈/= Δp
22 zur Erreichung eines Leckage-Gleichgewichts (abfließende Leckage L
212 = Summe der zufließenden Leckagen L
122, L
222) möglichst exakt zu treffen, ist ein Sollwert Δd
soll des Paarungsspiels für die Düsennadel 110 in der Düsennadelhülse 120 in einer Abhängigkeit
des Istpaarungsspiels Δd
ist des Steuerkolbens 222 in der Steuerplatte 220 zu wählen.
[0041] Ein Durchfluss von Kraftstoff durch einen idealen Ringspalt ist bei vorgegebener
Druckdifferenz Δp und Viskosität des Kraftstoffs proportional zum Durchmesser eines
Ringspalts multipliziert mit der dritten Potenz des Spaltmaßes geteilt durch eine
Spaltlänge. Eine Exzentrizität von Spielpassungen kann einen resultierenden Durchfluss
von Kraftstoff im Bereich von einem Faktor 0,5 bis 2,5 beeinflussen. Dieser Parameter
kann bei Bedarf z. B. auf statistischer Basis berücksichtigt werden. Basierend auf
diesem Zusammenhang lässt sich in Abhängigkeit einer Abweichung des Spiels des Steuerkolbens
222 vom Sollwert Δd
soll der Sollwert Δd
soll des Paarungsspiels der Düsennadelhülse 120 ggü. der Düsennadel 110 ermittelt, d.
h. berechnet werden.
[0042] Es ergibt sich folgende Formel für das Sollpaarungsspiel Δd
120_ soll der Düsennadelhülse 120, also der Düsennadel 110 bzw. deren Nadelkolbens 112 in der
Düsennadelhülse 120 bzw. der Nadelbohrung 121:

mit den Variablen:
- l120
- einer Länge der Düsennadelhülse 120;
- d222
- einem Durchmesser des Steuerkolbens 222;
- l222
- einer Länge des Steuerkolbens 222;
- d120
- einem Innendurchmesser der Düsennadelhülse 120;
- Δd222_nom
- einem Nominalpaarungsspiel des Steuerkolbens 222, also des Steuerkolbens 222 in der
Steuerplatte 220 bzw. deren Kolbenbohrung 221;
- Δd222_ist
- einem Istpaarungsspiel des Steuerkolbens 222, also des Steuerkolbens 222 in der Steuerplatte
220 bzw. deren Kolbenbohrung 221; und
- Δd120_nom
- einem Nominalpaarungsspiel der Düsennadelhülse 120, also der Düsennadel 110 bzw. deren
Nadelkolbens 112 in der Düsennadelhülse 120 bzw. deren Nadelbohrung 121.
[0043] In Fig. 3 ist dieses erfindungsgemäße Verfahren in Form eines Ablaufdiagramms dargestellt.
Das angewendete erfindungsgemäße Verfahren lässt sich auch in einer umgekehrten Reihenfolge
anwenden, sodass das Spiel an der Düsennadelhülse 120 (anderes bzw. zweites mechanisches
Spiel) als Ausgangsparameter verwendet wird und ein einzustellendes Spiel am Steuerkolben
222 (anderes bzw. drittes mechanisches Spiel) daraus berechnet wird, was im Ablaufdiagramm
in der Fig. 4 verdeutlicht ist. Die Fig. 5 zeigt ein den Fig. 3 bzw. 4 analoges Diagramm
zum Auswählen des zweiten bzw. dritten mechanischen Spiels aufgrund des Istwerts eines
ersten mechanischen Spiels am Übertragungspin 212 (mechanisches Ausgangsspiel) . -
Prinzipiell ist es möglich, ein jegliches der drei Spiele als Ausgangsspiel anzuwenden
und die beiden anderen Spiele, wiederum egal in welcher Reihenfolge, gemäß der Erfindung
einzustellen, also die betreffenden Baugruppen zu paaren.
[0044] Ferner kann eine Vereinfachung der erfindungsgemäßen Berechnung beispielsweise dahingehend
erfolgen, dass in Abhängigkeit des Istpaarungsspiels Δd
ist des Übertragungspins 212 in der Zwischenplatte 210 bzw. des Messwerts aus der Gasleckagemessung
ein Sollwert Δd
soll für eine Summe (der Paarungsspiele) aus dem Paarungsspiel am Steuerkolben 222 und
dem Paarungsspiel in der Düsennadelhülse 120 ermittelt wird. Das Sollpaarungsspiel
Δd
soll für die Düsennadel 110 in der Düsennadelhülse 120 ergibt sich aus einer Differenz
zwischen der festgelegten Summe der Paarungsspiele und einem ermittelten Istpaarungsspiel
Δd
ist des Steuerkolbens 222 in der Steuerplatte 220. Damit kann auch verhindert werden,
dass beide Paarungsspiele an einer Toleranzober- bzw. -untergrenze zu liegen kommen,
was unerwünschte Effekte zeitigt.
[0045] In Fig. 6 ist dieses Verfahren schematisch dargestellt. Auch hier kann eine Reihenfolge
zwischen dem Paarungsspiel des Steuerkolbens 222 in der Kolbenbohrung 221 und dem
Paarungsspiel des Nadelkolbens 112 in der Düsennadelhülse 120 umgekehrt werden. -
Da sich insbesondere zu geringe Paarungsspiele für die zufließende Leckage L
122+L
222 auf Abweichungen in den Einspritzmengen des Injektors 1 auswirken, kann noch ein
weiter vereinfachtes erfindungsgemäßes Kriterium in der Form angewendet werden, dass
die Summe der Paarungsspiele am Steuerkolben 222 und in der Düsennadelhülse 120 größer
als ein Sollwert (z. B. abhängig von einem Ergebnis der oben beschriebenen Gasleckage
messung am Übertragungspin 212) sein muss. D. h. es erfolgt nur dann eine Korrektur,
wenn dieser Sollwert unterschritten wird; z. B. durch ein Vorsehen einer Düsenbaugruppe
10 mit einem vergleichsweise großen Paarungsspiel zwischen der Düsennadel 110 bzw.
deren Nadelkolben 112 und der Düsennadelhülse 120.
[0046] Gemäß der Erfindung erfolgt eine Paarung von wenigstens zwei Baugruppen des Injektors
1 zueinander, wobei wenigstens eine dieser Baugruppen selbst eine Folge einer Paarung
zweier Bauteile dieser Baugruppe ist. Es werden also Paarungen gepaart, d. h. gepaarte
Bauteile, nämlich die der ersten Baugruppe, werden zu gepaarten Bauteilen, nämlich
die der zweiten Baugruppe, in der Form zugepaart, dass die Paarung der zweiten Baugruppe
in Bezug auf die Paarung der ersten Baugruppe eingerichtet, d. h. gepaart wird. Sämtliche
Paarungen können als Auslesepaarung betrachtet werden. Diese Paarungen wirken dabei
im Injektor 1 fluidmechanisch wenigstens zeitweise derart zusammen, dass ein Durchfluss
von Kraftstoff durch die erste "Paarung" hindurch einen Einfluss auf einen Durchfluss
des Kraftstoffs durch die zweite "Paarung" hindurch hat.
[0047] Das Paaren von Paarungen lässt sich natürlich auch auf drei (siehe oben) oder mehr
Baugruppen, die aus gepaarten Bauteilen bestehen können, angewendet werden. Ferner
ist es gemäß der Erfindung auch möglich, statt einer Baugruppe ein einzelnes Bauteil,
das in einem solchen Fall als eine Baugruppe bezeichnet werden kann, einer Baugruppe
aus bereits gepaarten Bauteilen zuzupaaren. Eine Reihenfolge des Zupaarens von Baugruppen,
also des Paarens von Paarungen kann prinzipiell beliebig erfolgen, wobei eine Ausgangsbaugruppe
bevorzugt möglichst nominal in Bezug auf ihren Durchfluss von Kraftstoff gepaart ist.
Die Ausgangsbaugruppe ist bevorzugt diejenige Baugruppe, welche als erstes von den
einander zuzupaarenden Baugruppen am Injektor 1 montiert wird.
[0048] Eine bevorzugte Ausgangsbaugruppe ist daher der Übertragungspin 212 in der Pinbohrung
211 der Zwischenplatte 210. Das weitere Zupaaren erfolgt dann bevorzugt einem fortschreitenden
Aufbau des Injektors 1 in der Form, dass bereits montierte Baugruppen bevorzugt nicht
mehr demontiert werden müssen. Ein jeweiliger Teil-Injektor (1) determiniert aufgrund
seines gemessenen, berechneten und/oder abgeschätzten Leckageverhaltens ein Zupaaren
der noch zu montierenden Baugruppe (n) bzw. Bauteile (n) . Andere Reihenfolgen des
Zupaarens bzw. der Montage des Injektors 1 sind natürlich anwendbar.
Bezugszeichenliste
[0049]
- 1
- Injektor, Kraftstoffinjektor, Common-Rail-/Piezo-Kraftstoffinjektor, Pumpe-Düse-Kraftstoffinjektor,
Dieselinjektor, Benzininjektor
- 10
- Düsenbaugruppe, Einspritzmodul
- 12
- zweiter Steuerraum, Nadelsteuerraum, p12
- 17
- Verbindungsbohrung/-leitung zwischen erstem 22 und zweitem Steuerraum 12
- 20
- Steuerbaugruppe der Düsenbaugruppe 10 zum Ansteuern der Düsennadel 110
- 22
- erster Steuerraum, Kolbensteuerraum, p22
- 40
- Injektorbaugruppe, Antriebsmodul
- 42
- Leckageraum (Gesamtleckage L212 bevorzugt lediglich am Übertragungspin 212), p42
- 60
- Düsenspannmutter, Ventilspannmutter
- 100
- Düsenkörper
- 102
- Düsenraum, Düsenbohrung, p102
- 104
- Düse, Einspritzdüse, Ventil
- 110
- Düsennadel, Einspritznadel, ggf. zwei-/mehrteilig, nach innen oder außen öffnend
- 112
- oberer Längsendabschnitt der Düsennadel 110, Nadelkolben, der Düse 104 bzw. einem
Ventil des Injektors 1 abgewandt
- 114
- Energiespeicher, Federelement, Spiralfeder, Druckfeder, Düsennadelfeder, Einspritznadelfeder
für Vorspannung der Düsennadel 110
- 120
- (obere) Führung der Düsennadel 110, Düsennadelhülse
- 121
- Nadelbohrung
- 210
- Zwischenplatte
- 211
- Pinbohrung
- 212
- Übertragungspin, Leckagepin, Δp (p22-p∞) hoch
- 220
- Steuerplatte
- 221
- Kolbenbohrung
- 222
- Steuerkolben
- 223
- obere Stirnfläche Steuerkolben 222, Begrenzung des Kolbensteuerraums 22, p22
- 224
- untere Stirnfläche des Steuerkolbens 222, pR
- 225
- Energiespeicher, Federelement, Spiralfeder, Druckfeder für Vorspannung des Steuerkolbens
222
- 230
- Platte
- 232
- Fluiddrossel, Dämpfungsdrossel
- 400
- Injektorkörper, Injektorgehäuse mit Hochdruckleitung 402 zu Düsenraum 102
- 402
- Hochdruckbohrung/-leitung in Fluidverbindung mit Düsenraum 102 durch die Steuerbaugruppe
20 hindurch, pR
- 404
- Leckageanschuss
- 410
- Aktor, Piezoaktor, elektromagnetischer Aktor
- 412
- Bodenplatte des Aktors 410 bevorzugt mit integralem Betätigungsfortsatz für den Übertragungspin
212
- L
- (Kraftstoff-)Leckage, Leckagestrom, Leckagemenge (allgemein)
- L112
- Leckage(-strom/-menge) an der Düsennadel 110 (Nadelkolben 112), also zwischen Düsennadelhülse
120 und Düsennadel 110 durch Nadelbohrung 121 hindurch, Leckagezufluss; Korrektur
durch mechanisches Spiel (anderes mechanisches Spiel)
- L212
- Leckage(-strom/-menge) am Übertragungspin 212, also zwischen Zwischenplatte 210 und
Übertragungspin 212 durch Pinbohrung 211 hindurch, Leckagebilanz: L212 = L122+L222, Leckageabfluss, Gesamtleckage; aufgrund von mechanischem Ausgangsspiel (mechanisches
Spiel)
- L222
- Leckage(-strom/-menge) am Steuerkolben 222, also zwischen Steuerplatte 220 und Steuerkolben
222 durch Kolbenbohrung 211 hindurch, Leckagezufluss; Korrektur durch mechanisches
Spiel (anderes mechanisches Spiel)
- Δp
- Druckabfall, Druckdifferenz (allgemein)
- p∞
- Umgebungsdruck mit p∞ = p42 << p12 ≈/= p22 ≤ pR = p102
- p12
- Druck im Nadelsteuerraum 12, z. B. p12 = pR-25bar bis pR-300bar
- p22
- Druck im Kolbensteuerraum 22, z. B. p12 = pR-25bar bis pR-300bar
- p42
- Druck im Leckageraum 42, p42 = p∞
- pR
- Raildruck, aktueller Hoch- bzw. Höchstdruck im Injektor 1 bis über 2.500bar, pR = p102
- Δdsoll
- Sollpaarungsspiel (allgemein)
- Δdist
- Istpaarungsspiel (allgemein)
- Δdnom
- Nominalpaarungsspiel (allgemein)
- Δd120_soll
- Sollpaarungsspiel Düsennadelhülse 120, also der Düsennadel 110 in der Düsennadelhülse
120 bzw. der Nadelbohrung 121
- Δd120_nom
- Nominalpaarungsspiel Düsennadelhülse 120, also der Düsennadel 110 in der Düsennadelhülse
120 bzw. der Nadelbohrung 121
- Δd222_ist
- Istpaarungsspiel Steuerkolben 222, also des Steuerkolbens 222 in der Steuerplatte
220 bzw. der Kolbenbohrung 221
- Ad222_nom
- Nominalpaarungsspiel Steuerkolben 222, also des Steuerkolbens 222 in der Steuerplatte
220 bzw. der Kolbenbohrung 221
- d120
- (Innen-)Durchmesser der Düsennadelhülse 120
- l120
- Länge der Düsennadelhülse 120
- d222
- Durchmesser des Steuerkolbens 222
- l222
- Länge des Steuerkolbens 222
- E
- Energie, Ladung, korrespondiert mit der am Aktor 410 anliegenden elektrischen Spannung
1. Verfahren zum Herstellen eines Injektors, insbesondere eines Kraftstoffinjektors (1)
für ein Direkteinspritzsystem eines Verbrennungsmotor, dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens zwei für Einspritzmengen, Leckagemengen (L112, L212, L222) und/oder Druckdifferenzen (Δp = pR-p12 ≈/= Δp = pR-p22) des Injektors (1) relevante mechanische Spiele (110/120, 210/212, 220/222), insbesondere
Paarungsspiele (110/120, 210/ 212, 220/222), einander zugepaart werden, indem ein
Sollpaarungsspiel (Δdsoll) einer Baugruppe (110, 120; 210, 212; 220, 222) des Injektors (1) einem gemessenen
Istpaarungsspiel (Δdist) einer anderen Baugruppe (110, 120; 210, 212; 220, 222) des Injektors (1) berechnet
und in Abhängigkeit davon zugepaart wird, wobei ggf. ein Nominalpaarungsspiel (Δdnom) der zugepaarten Baugruppe (110, 120; 210, 212; 220, 222) berücksichtigt wird.
2. Herstellungsverfahren gemäß vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das einander Zupaaren der mechanischen Spiele (110/120, 210/212, 220/222) des Injektors
(1) derart erfolgt, dass
ein Leckagezufluss (L112, L222) zu einem Steuerraum (22) des Injektors (1) im Wesentlichen oder wenigstens einem
Leckageabfluss (L212) stromabwärts des Steuerraums (22) entspricht, und/oder
eine Druckdifferenz (Δp = pR-p12 ≈/= Δp = pR-p22) zwischen einem Düsenraum (102, pR) und einem Steuerraum (12, p12; 22, p22) des Injektors (1) im Wesentlichen gleich bleibt oder sich verringert.
3. Herstellungsverfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einem mechanischen Spiel (110/120, 210/212, 220/222) zwei andere mechanische Spiele
(110/120, 210/212, 220/222) zugepaart werden, wobei die zwei anderen mechanischen
Spiele (110/120, 210/212, 220/222) bevorzugt ebenfalls einander zugepaart werden.
4. Herstellungsverfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zu einer bereits an/in einem entstehenden Injektor (1) verbauten Baugruppe (110,
120; 210, 212; 220, 222) mit einem Istpaarungsspiel (Δdist), am/im Injektor (1) wenigstens eine Baugruppe (110, 120; 210, 212; 220, 222) mit
einem zugepaarten Sollpaarungsspiel (Δdsoll verbaut wird.
5. Herstellungsverfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanischen Spiele (110/120, 210/212, 220/222) einer Düsennadel (110) in einer
Führung (120) der Düsennadel (110), einem Übertragungspin (212) in einer Zwischenplatte
(210) und/oder einem Steuerkolben (222) in einer Steuerplatte (220) einander zugepaart
werden.
6. Herstellungsverfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zupaaren der mechanischen Spiele (110/120, 210/212, 220/222) für einen Injektor
(1), aufgrund von wenigstens einem Testpunkt und/oder wenigstens einer Testreihe für
einzelne Baugruppen (110, 120; 210, 212; 220, 222) oder aneinander montierte Bauteile
erfolgt.
7. Herstellungsverfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass:
• ein betreffendes mechanisches Spiel (110/120, 210/212, 220/222) durch eine Gasleckagemessung,
durch eine Durchflussmessung, durch Durchmesserbestimmungen und/oder durch Formbestimmungen
ermittelt wird;
• das Verfahren zeitlich nach einer getrennten Vormontage von wenigstens zwei einzelnen
Baugruppen (110, 120; 210, 212; 220, 222) durchgeführt wird;
• das Zupaaren der wenigstens zwei einzelnen Baugruppen (110, 120; 210, 212; 220,
222) für eine Endmontage eines Injektors (1) berücksichtigt wird;
• das Verfahren bei einer Endmontage des Injektors (1) durchgeführt wird; und/oder
• der Injektor (1) gemäß einem der Ansprüche 13 bis 15 ausgebildet ist.
1. Method for producing an injector, in particular a fuel injector (1) for a direct injection
system of an internal combustion engine, characterized in that
at least two instances of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222), in particular
instances of pairing play (110/120, 210/212, 220/222) which are relevant to injection
quantities, leakage quantities (L112, L212, L222) and/or pressure differences (Δp = pR-p12 ≈/= Δp = pR-p22) of the injector (1) are paired with one another in that an instance of setpoint pairing play (Δdsetp) of an assembly (110, 120; 210, 212; 220, 222) of the injector (1) is calculated
from an instance of measured actual pairing play (Δdact) of another assembly (110, 120; 210, 212; 220, 222) of the injector (1) and is paired
therewith as a function thereof, wherein, if appropriate, an instance of nominal pairing
play (Δdnom) of the paired assembly (110, 120; 210, 212; 220, 222) is taken into account.
2. Production method according to the preceding claim, characterized in that the pairing of the instances of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) of the
injector (1) with one another is carried out in such a way that
a leakage inflow (L112, L222) to a control space (22) of the injector (1) corresponds essentially or at least
to a leakage outflow (L212) downstream of the control space (22), and/or
a pressure difference (Δp = pR-p12 ≈/= Δp = pR-p22) between a nozzle space (102, pR) and a control space (12, p12; 22, p22) of the injector (1) remains essentially the same or decreases.
3. Production method according to one of the preceding claims, characterized in that an instance of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) has two other instances
of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) paired with it, wherein the two other
instances of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) are preferably also paired
with one another.
4. Production method according to one of the preceding claims, characterized in that in addition to an assembly (110, 120; 210, 212; 220, 222) which is already installed
on/in an existing injector (1) and which has actual pairing play Δdact), it is possible to install at least one assembly (110, 120; 210, 212; 220, 222)
which has paired setpoint pairing play (Δdsetup), on/in the existing injector (1).
5. Production method according to one of the preceding claims, characterized in that the instances of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) of a nozzle needle (110)
in a guide (120) of the nozzle needle (110), a transmission pin (212) in an intermediate
plate (210) and/or a control piston (222) in a control plate (220) are paired with
one another.
6. Production method according to one of the preceding claims, characterized in that the pairing of the instances of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) for an
injector (1) is carried out on the basis of at least one test point and/or at least
one test series for individual assemblies (110,120;210,212;220,222) or components
which are mounted one against the other.
7. Production method according to one of the preceding claims,
characterized in that:
• a respective instance of mechanical play (110/120, 210/212, 220/222) is determined
by measuring the gas leakage, by measuring the throughflow rate, by determining the
diameter and/or by determining the shape;
• the method is carried out chronologically after separate premounting of at least
two individual assemblies (110, 120; 210, 212; 220, 222);
• the pairing of the at least two individual assemblies (110, 120; 210, 212; 220,
222) is taken into account for final assembly of an injector (1);
• the method is carried out when final assembly of the injector (1) takes place; and/or
• the injector (1) is embodied according to one of Claims 13 to 15.
1. Procédé de fabrication d'un injecteur, en particulier d'un injecteur de carburant
(1) pour un système d'injection directe d'un moteur à combustion interne, caractérisé en ce que l'on couple l'un à l'autre au moins deux jeux mécaniques (110/120, 210/212, 220/222),
en particulier des jeux de couplage (110/120, 210/212, 220/222), pertinents pour des
débits d'injection, des débits de fuite (L112, L212, L222) et/ou des différences de pression (Δp = pR - p12 ≈/= Δp = pR - p22) de l'injecteur (1), par le fait que l'on calcule un jeu de couplage de consigne
(Δdcons) d'un groupe de construction (110, 120; 210, 212; 220, 222) de l'injecteur (1) à
un jeu de couplage réel mesuré (Δdréel) d'un autre groupe de construction (110, 120; 210, 212; 220, 222) de l'injecteur
(1) et on opère le couplage en fonction de ceci, dans lequel on tient éventuellement
compte d'un jeu de couplage nominal (Δdnom) du groupe de construction couplé (110, 120; 210, 212; 220, 222).
2. Procédé de fabrication selon la revendication précédente, caractérisé en ce que l'on couple l'un à l'autre des jeux mécaniques (110/120, 210/212, 220/222) de l'injecteur
(1) de telle manière qu'un débit de fuite entrant (L112, L222) vers une chambre de commande (22) de l'injecteur (1) corresponde essentiellement
au moins à un débit de fuite sortant (L212) en aval de la chambre de commande (22), et/ou qu'une différence de pression (Δp
= pR - p12 ≈/= Δp = pR - p22) entre un espace de buse (102, pR) et une chambre de commande (12, p12; 22, p22) de l'injecteur (1) reste essentiellement constante ou diminue.
3. Procédé de fabrication selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on couple à un jeu mécanique (110/120, 210/212, 220/222) deux autres jeux mécaniques
(110/120, 210/212, 220/222), dans lequel on couple de préférence également l'un à
l'autre les deux autres jeux mécaniques (110/120, 210/212, 220/222).
4. Procédé de fabrication selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on ajoute à un groupe de construction (110, 120; 210, 212; 220, 222) avec un jeu
de couplage réel (Δdréel) installé sur/dans un injecteur existant (1), sur/dans l'injecteur (1) au moins un
groupe de construction (110, 120; 210, 212; 220, 222) avec un jeu de couplage de consigne
couplé (Δdcons).
5. Procédé de fabrication selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on couple l'un à l'autre les jeux mécaniques (110/120, 210/212, 220/222) d'un pointeau
(110) dans un guide (120) du pointeau (110), à une broche de transmission (212) dans
une plaque intermédiaire (210) et/ou à un piston de commande (222) dans une plaque
de commande (220).
6. Procédé de fabrication selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on opère le couplage des jeux mécaniques (110/120, 210/212, 220/222) pour un injecteur
(1), sur la base d'au moins un point de test et/ou d'au moins une série de test pour
des groupes de construction individuels (110, 120; 210, 212; 220, 222) ou pour d'autres
pièces montées l'une sur l'autre.
7. Procédé de fabrication selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
• on détermine un jeu mécanique concerné (110/120, 210/212, 220/222) par une mesure
de fuite de gaz, par une mesure de débit, par des déterminations de diamètre et/ou
par des déterminations de forme;
• on exécute le procédé temporellement après un pré-montage séparé d'au moins deux
groupes de construction individuels (110, 120; 210, 212; 220, 222);
• le couplage desdits au moins deux groupes de construction individuels (110/120;
210/212; 220/222) est pris en compte pour un montage final d'un injecteur (1);
• on exécute le procédé lors d'un montage final de l'injecteur (1); et/ou
• l'injecteur (1) est configuré selon l'une quelconque des revendications 13 à 15.