Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Glühkerze oder Glühstiftkerze, und genauer gesagt eine
metallische Glühstiftkerze zur Anordnung in einer Kammer einer Brennkraftmaschine,
so zum Beispiel einer Vor-, Wirbel- oder Brennkammer eines luftverdichtenden, selbstzündenden
Dieselmotors. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer
derartigen Glühstiftkerze.
[0002] In modernen Kraftfahrzeugen und anderen Anwendungen kommen verbreitet Dieselmotoren
zum Einsatz, die im Vergleich zu benzinbetriebenen Brennkraftmaschinen über einen
höheren Wirkungsgrad verfügen. Dieselmotoren benötigen jedoch während des Anlassvorgangs
vielfach eine Kaltstarthilfe, da bei einem Kaltstart eines Dieselmotors eine problemlose
Selbstzündung des eingespritzten Dieselkraftstoffs in der Regel nicht möglich ist.
Der Brennraum befindet sich auf niedrigem Temperaturniveau und verfügt zudem über
eine hohe spezifische Wärmekapazität, so dass die beim Anlassvorgang des Dieselmotors
erzeugte Kompressionswärme schnell in den Motorblock abfließt. Für eine vollständige
Verbrennung in einer Kaltleerlaufphase ist jedoch bei den meisten selbstzündenden
Verbrennungskraftmaschinen eine Glühunterstützung bei einer Temperatur von ∼850°C
erforderlich. Dies ist insbesondere für die niedrig verdichtenden selbstzündenden
Verbrennungskraftmaschinen moderner Bauart unabdingbar, die in der Regel ein schlechteres
Kaltstart- bzw. Kaltleerlaufverhalten aufweisen. Bei diesen selbstzündenden Verbrennungskraftmaschinen
wird aktuell eine Dauerglühtemperatur von ∼850° gefordert. Darüber hinaus können unterschiedliche
Kraftstoffqualitäten die Zündwilligkeit des komprimierten Luft/Dieselgemisches herabsetzen.
[0003] Um den genannten Effekten zu begegnen, befindet sich in den Brennräumen eines Dieselmotors
normalerweise jeweils mindestens eine elektrisch beheizbare Glühstiftkerze, auch GLP
(von dem englischen Fachbegriff "glow plug") genannt, mit einer Sättigungstemperatur
von 950 bis 1000°C, mittels der der Dieselmotor in der Startphase vorgeglüht wird.
Wie es in Figur 2 in einer schematischen Ansicht gezeigt ist, besteht ein Heizelement
9 einer derartigen bekannten metallischen Glühstiftkerze üblicherweise aus einem einseitig
geschlossenen Glührohr 91 aus einer temperaturbeständigen Legierung, wie zum Beispiel
einer Legierung mit einem Nickel-Basiswerkstoff oder einer Legierung mit temperaturbeständigem
Stahl, wobei die brennraumseitige, geschlossene Seite des Glührohrs 91 mit einer Heizwendel
92 verschweißt ist, mit welcher eine Regelwendel 93 in Reihe geschaltet elektrisch
verbunden ist. Für die Heizwendel 92 wird üblicherweise ein metallischer Werkstoff
mit möglichst hohem spezifischen elektrischem Widerstand verwendet, der bei einer
Temperaturänderung nahezu konstant bleibt, wie zum Beispiel FeCrAl oder NiCr. Die
Regelwendel 93 hingegen besteht aus einem Metall oder einer Metalllegierung mit einem
ausgeprägter PTC (Positive Temperature Coeffizient)-Effekt, wie zum Beispiel Nickel
(Ni) oder Eisenkobalt (FeCo). Die Regelwendel 93 ist mit einem Anschlussbolzen 94
des Heizelements 9, beispielsweise einer Zentral-Elektrode der Glühstiftkerze, elektrisch
verbunden, auf den beispielweise ein Anschlussstecker aufgeschraubt werden kann. Die
Regelwendel 93 und die Heizwendel 92 sind weiterhin in einem Isolierpulver 95 eingebettet,
das durch Reduzieren des Außendurchmessers des Glührohrs 91 nach dem Befüllen verdichtet
wurde. Dieses Isolierpulver, üblicherweise Magnesiumoxid, weist auch noch bei Temperaturen
über 1400°C einen hohen spezifischen elektrischen Widerstand auf. Das Glührohr 91
dient dem mechanischen Schutz der Heizwendel 92 und schirmt diese gegenüber chemisch
aggressiven Medien, wie zum Beispiel Luftsauerstoff und -stickstoff, Kraftstoffrückständen
und Verbrennungsrückständen ab. Zudem überträgt das Glührohr 91 die von der Heizwendel
92 freigesetzte Wärmeenergie in den Brennraum. Diese Anordnung sorgt dafür, dass der
elektrische Widerstand bei Raumtemperatur niedrig bleibt, sich im Betrieb dann aber
mit zunehmender Temperatur erhöht. Derartige Glühstiftkerzen finden weiterhin in Glühzündermotoren
oder als Kaltstarthilfe beim Anlassen von mit Kerosin betriebenen Gasturbinen und
Ölheizungen verbreitet Anwendung. Die Schrift
DE 10157466 A1 offenbart eine Glühstiftkerze mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1
und ein Verfahren zur Herstellung der Glühstiftkerze mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 8. Wie oben beschriebene Glühstiftkerzen sind neben einem Steuergerät
als Teil von sogenannten Schnellstartsystemen für Dieselmotoren Stand der Technik.
Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Betriebsspannung der verwendeten Glühstiftkerzen,
sogenannter Niedervolt-Glühstiftkerzen, 4 bis 7 Volt unter der verfügbaren Bordnetzspannung
liegt. Diese Betriebsspannung wird im Folgenden als Nominalspannung bezeichnet. Durch
kurzzeitiges Betreiben derartiger Schnellstartsysteme mit einer höheren Spannung als
der Nominalspannung, dem sogenannten "Pushen", können kurze Aufheizzeiten und damit
eine schnelle Startbereitschaft des Dieselmotors auch bei tiefen Außentemperaturen
realisiert werden, selbst wenn beim Startvorgang die Bordnetzspannung unvorteilhafterweise
kurzfristig auf beispielsweise 7 V zurückgehen sollte. Außerdem kann mit einem derartigen
Schnellstartsystem ein Auskühlen beziehungsweise ein Überhitzen der Glühstiftkerze
je nach Betriebszustand des Fahrzeugs durch eine in einem Kennfeld hinterlegte Spannungsansteuerung
abhängig von Motorlast, Kühlwasser, Außentemperatur und dergleichen, ausgeglichen
werden kann. Ein derartiges Kennfeld wird gemäß des bekannten Stands der Technik mit
Hilfe von sogenannten Temperaturmesskerzen ermittelt, bei denen ein Thermoelement
in die Spitze der oben beschriebenen Glühstiftkerze eingeschweißt ist. Die Nachteile
dieser Temperaturmesskerzen sind ihre kurze Lebensdauer und der hohe Preis. Ferner
können derartige Niedervolt-Glühstiftkerzen durch Falschapplikation, Chiptuning, absichtliches
oder unabsichtliches Überbrücken eines mit der Glühstiftkerze verbundenen Steuergeräts
oder durch eine Fehlfunktion eines mit der Glühstiftkerze verbundenen Glühzeitsteuergerätes
bis hin zum Abschmelzen des Heizkörpers überhitzen und so zu Motorschäden führen.
[0004] Um den oben genannten Problemen zu begegnen gibt es Ansätze, eine Glühstiftkerze
zu bauen, bei der der elektrische Widerstand als Temperatursignal zur Kontrolle verwendet
wird. Dazu wird die Glühstiftkerze als sogenannte Einwendelkerze ausgeführt. Diese
ebenfalls bereits bekannte Einwendelkerze besteht aus einem in Figur 3 gezeigten Heizelement
9' aus einem einseitig geschlossenen Glührohr 91', wobei die brennraumseitige, geschlossene
Seite des Glührohrs 91' mit einer PTC-Heizwendel 92' verschweißt ist, ohne eine Regelwendel
vorzusehen. Als Wendelmaterial der Heizwendel 92' wird dabei entsprechend ein Metall
mit positivem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstandes verwendet, um
den PTC-Effekt zu erzielen. Die Heizwendel 92' ist ähnlich zu der Heizwendel 92 aus
Figur 2 in einem Isolierpulver 95' eingebettet, wobei hier die Heizwendel 92' direkt
mit einem Anschlussbolzen 94' des Heizelements 9' elektrisch verbunden ist. Die oben
genannten Schäden durch Falschapplikation und Chiptuning können durch derartige Einwendelkerzen,
deren Heizwendelwiderstand eine PTC -Charakteristik aufweist und als Temperatursignal
für das Glühzeitsteuergerät verwendet wird, in Verbindung mit diesem Steuergerät vermieden
werden. Motorschäden durch Überbrücken des Steuergeräts, beabsichtigt oder unbeabsichtigt,
wie beispielsweise durch einen Unfall, oder durch eine Fehlfunktion des Steuergeräts
können damit jedoch nicht verhindert werden. Außerdem haben derartige Einwendelkerzen
den Nachteil, dass die Leistung beim Aufheizen durch den Widerstandsanstieg schnell
abnimmt, so dass sie bei üblichen Kaltwiderständen von 300 bis 700 mΩ mit einem 12V-Bordspannungsnetz
nicht in 1 bis 2s auf 1000 °C aufgeheizt werden können. Deshalb muss der Kaltwiderstand
sehr niedrig gehalten werden, mit der Folge, dass die Anfangsströme sehr hoch sind.
Dies erfordert teurere Halbleiter im Glühzeitsteuergerät, größere Kabelquerschnitte
und in Grenzfällen höhere Batteriekapazitäten wie bei den oben beschriebenen Glühstiftkerzen
mit einer Kombination aus Heizwendel und Regelwendel.
Offenbarung der Erfindung
[0005] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird eine elektrisch beheizbare Glühstiftkerze mit
den Merkmalen von Anspruch 1 vorgeschlagen, vorzugsweise zur Kaltstarthilfe einer
selbstzündenden Brennkraftmaschine, wie zum Beispiel eines Dieselmotors. Weiterhin
wird gemäß der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen
Glühstiftkerze vorgeschlagen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch
die Merkmale der abhängigen Ansprüche gekennzeichnet.
[0006] Gemäß einem ersten Gesichtspunkt der Erfindung umfasst eine erfindungsgemäße elektrisch
beheizbare Glühstiftkerze ein Heizelement als einen Hauptbestandteil. Das Heizelement
weist wiederum ein geschlossenes Glührohr, eine elektrisch leitfähige Heizwendel,
einen elektrisch leitfähigen Anschlussbolzen, der mit der Heizwendel elektrisch verbunden
ist, und ein Füllmaterial auf. Die Heizwendel und zumindest ein Teil des Anschlussbolzens
sind dabei in dem Glührohr angeordnet, und das Füllmaterial ist so in das Glührohr
eingebracht, dass dieses die Heizwendel und zumindest einen Teil des Anschlussbolzens
aufnimmt beziehungsweise vollständig umgibt. Das Glührohr kann dabei aus einer temperaturbeständigen
Metalllegierung bestehen, beispielsweise aus einem Nickel-Basiswerkstoff oder einer
temperaturbeständigen Stahllegierung. Ferner besteht die Heizwendel aus zumindest
einem temperaturfesten Werkstoff, vorzugsweise einem hochtemperaturfesten Werkstoff,
mit einem für vergleichbare elektrische Leiter hohem spezifischen elektrischen Widerstand,
der aber nur wenig temperaturabhängig ist, also mit kleinem Temperaturkoeffizienten,
und das Füllmaterial besteht zumindest teilweise aus einem Material mit negativem
Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands. Ein Aufbau der Heizwendel aus
einer Kombination aus verschiedenen hochtemperaturfesten Werkstoffen mit hohem spezifischen
elektrischen Widerstand ist hier ebenso denkbar, was aber wiederum zu erhöhten Herstellungskosten
führen kann. Im Prinzip handelt es sich bei einer so aufgebauten Glühstiftkerze um
eine Parallelschaltung des Heizwendel-Widerstandes, der sich mit der Temperatur nur
wenig verändert, mit einem NTC-Widerstand in Form des Füllmaterials. Mit einer derartigen
Kombination aus Werkstoffen im Inneren des Glührohrs wird es möglich, ein schnelles
Aufheizen der Glühstiftkerze trotz vergleichsweise hohem Kaltwiderstand zu erreichen.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Glühstiftkerze ist der
Werkstoff der Heizwendel ein hitzebeständiges Metall, das seinen Widerstandswert in
Abhängigkeit von der Temperatur wenig oder gar nicht ändert, also einen annähernd
konstanten spezifischen elektrischen Widerstand über einen breiten Temperaturbereich,
beispielsweise bis zu 1400°C beibehält. Ein derartiges Material kann eine FeCrAl-Legierung,
so zum Beispiel Kanthal, oder eine NiCr-Legierung sein. Weiter vorzugsweise kann das
Füllmaterial im Inneren des Glührohrs zumindest teilweise oder vollständig als Pulver
vorliegen. Dies erleichtert ein Einfüllen des Füllmaterials in das Glührohr. Es ist
dabei insbesondere vorzuziehen, dass das Material mit negativem Temperaturkoeffizienten
des elektrischen Widerstands, aus dem das Füllmaterial zumindest teilweise besteht,
als NTC-Pulver vorliegt. Die Abkürzung "NTC" bedeutet hier "Negative Temperature Coefficient",
und der Begriff NTC-Pulver bezeichnet demnach ein NTC-Widerstandspulver oder Heißleiterpulver
mit einem negativen Temperaturkoeffizienten. Das Füllmaterial besteht zumindest teilweise
aus einem derartigen Material mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen
Widerstands Erfindungsmäßig besteht das Füllmaterial aus einer Mischung aus mindestens
einem Material mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands
und einem Isoliermaterial, wobei das Isoliermaterial ein isolierendes Sintermaterial
sein kann, wie zum Beispiel Magnesiumoxid. Durch die Art des Pulvers und bei Mischungen
aus Isolierpulver und NTC-Pulver auch durch das Mischungsverhältnis und das Verhältnis
der Korngrößenverteilungen von Isolierpulver und NTC-Pulver kann die Widerstandscharakteristik
der Glühstiftkerze abhängig von der Temperatur in weiten Bereichen eingestellt werden.
Eine derartige Mischung beziehungsweise ein Mischverhältnis aus einem Material mit
negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands und einem Isoliermaterial
ist erfindungsmäßig dabei so angepasst, dass das Füllmaterial einen spezifischen elektrischen
Widerstand aufweist, der zwischen 100°C und 400 °C niederohmig ist, was bei Niedertemperaturanwendungen
wie zum Beispiel bei Kraftstoffheizern vorzuziehen ist.
[0008] Alternativ dazu ist erfindungsmäßig das Mischverhältnis und das Material so angepasst,
dass der spezifische elektrische Widerstand des Füllpulvers zwischen 800 und 1300°C
stark abfällt, was bei Hochtemperaturanwendungen vorzuziehen ist.
[0009] In einer weiter bevorzugten Ausführung ist das Material mit negativem Temperaturkoeffizienten
des elektrischen Widerstands eines von einem modifizierten Kohlenstoffmaterial, Siliziumkarbid
(SiC), dotiertem Silizium (Si), elementarem Silizium (Si), stabilisiertem oder teilstabilisiertem
Oxid von Titan (Ti), , stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Eisen (Fe),
stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Kobalt (Co), stabilisiertem oder teilstabilisiertem
Oxid von Nickel (Ni), stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Kupfer (Cu),
und stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Zirkonium (Zr). Des Weiteren kann
das Material mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands aus
einer Kombination aus mehreren der Gruppe aus Materialen bestehend aus modifiziertem
Kohlenstoffmaterial, Siliziumkarbid (SiC), dotiertem Silizium (Si), elementarem Silizium
(Si), stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Titan (Ti), , stabilisiertem
oder teilstabilisiertem Oxid von Eisen (Fe), stabilisiertem oder teilstabilisiertem
Oxid von Kobalt (Co), stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Nickel (Ni),
stabilisiertem oder teilstabilisiertem Oxid von Kupfer (Cu), und stabilisiertem oder
teilstabilisiertem Oxid von Zirkonium (Zr) bestehen. Das Material mit negativem Temperaturkoeffizienten
des elektrischen Widerstands muss dabei so gewählt werden, dass es bei der entsprechenden
Einsatztemperatur nicht mit anderen Heizelementkomponenten reagiert, da sich dadurch
die Widerstandscharakteristik des Heizelements über der Temperatur im Laufe des Betriebs
unerwünschterweise ändern kann.
[0010] Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung umfasst ein Verfahren zur Herstellung
einer vorhergehend beschriebenen elektrisch beheizbaren Glühstiftkerze das Befüllen
des Glührohrs des Heizelements der Glühstiftkerze zumindest teilweise mit einem Material
mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands. Die Schritte des
Fertigens der einzelnen Komponenten, des Anbringens der Heizwendel in thermischen
und elektrischen Kontakt mit dem Glührohr, des elektrischen Verbindens des Anschlussbolzens
mit der Heizwendel, und des Anordnens der Heizwendel und zumindest eines Teils des
Anschlussbolzens in dem Glührohr sind bereits bekannt und demnach vorausgesetzt.
Vorteile der Erfindung
[0011] Eine gemäß der Erfindung ausgeführte Glühstiftkerze hat den Vorteil, dass die Heizwendel
der Glühstiftkerze aus zumindest einem Heizleiterwerkstoff oder einer Kombination
aus mehreren Heizleiterwerkstoffen mit nahezu konstantem Temperaturkoeffizient ausgeführt.
wird. Dadurch wird ein schnelles Aufheizen der Glühstiftkerze trotz vergleichsweise
hohem Kaltwiderstand möglich. Gegenüber der bekannten Glühstiftkerze mit einer Kombination
aus Heizwendel und Regelwendel hat die Glühstiftkerze den Vorteil, dass die gesamte
eingebrachte elektrische Leistung dort in Wärme umgewandelt wird, wo sie gebraucht
wird. Zudem ist die Glühstiftkerze in der Lage, ab einer bestimmten Grenztemperatur
ein Temperatursignal zu liefern, dass durch Erfassen und
[0012] Auswerten der Veränderung des elektrischen Widerstands der Glühstiftkerze erhalten
wird. Das bedeutet, dass im Gegensatz zu den Vorschlägen des Stands der Technik, die
auf dem PTC-Effekt der Heizwendel beruhen, die ausgeführte Glühstiftkerze einen negativen
Temperaturkoeffizient aufweist, wobei die daraus resultierende Widerstandsänderung
ab einer gewissen Mindesttemperatur der Glühstiftkerze als Temperatursignal für ein
mit dem Heizelement der Glühstiftkerze verbundenes Glühzeitsteuergerät verwendet werden
kann. Durch die Überwachung dieses Temperatursignals, das einen zusätzlichen Temperatursensor
an dem Heizelement der Glühstiftkerze überflüssig macht, kann eine Beschädigung des
Heizelements der Glühstiftkerze, wie zum Beispiel ein Schmelzen von diesem, verhindert
werden, und somit Motorschäden sicher verhindert werden.
[0013] Diesen Effekt kann man sich auch bei Kraftstoffheizern zunutze machen, bei denen
das Durchschmelzen des beheizten Kraftstoffreservoirs auf Grund von Überhitzung des
Kraftstoffheizers sicher und unabhängig vom Steuergerät verhindert werden muss. Dazu
ist bei einem derart ausgeführten Kraftstoffheizer beispielsweise eine (Schmelz-)Sicherung
in Reihe zu schalten.
[0014] Weitere Vorteile und bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung ersichtlich.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Blockschaltbildansicht einer Glühstiftkerze gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 2
- eine schematische Blockschaltbildansicht eines Heizelements einer Glühstiftkerze gemäß
dem Stand der Technik; und
- Figur 3
- eine schematische Blockschaltbildansicht eines Heizelements einer weiteren Glühstiftkerze
gemäß dem Stand der Technik.
Bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
[0016] Figur 1 zeigt eine schematische Blockschaltbildansicht einer bevorzugten Ausführungsform
einer Glühstiftkerze der vorliegenden Erfindung. Die erfindungsgemäße Glühstiftkerze
besteht aus einem Heizelement 1, einer optionalen Sicherung 2 und einem Glühzeitsteuergerät
3 zur Steuerung einer auf die Glühstiftkerze aufzubringenden Spannung. Ein Zuschalten
der optionale Sicherung 2 ist in Figur 1 durch eine gestrichelt dargestellte Leitung
4 gezeigt, wobei die Sicherung 2 dabei in Reihe zwischen das Heizelement 1 und das
Glühzeitsteuergerät 3 geschaltet ist. Das Glühzeitsteuergerät 3 ist mit einer Leitung
g direkt mit einem Glührohr 11 des Heizelements 1 elektrisch verbunden. Für den Fall,
dass die Sicherung 2 nicht zugeschaltet ist, steht das Heizelement 1 direkt über eine
Leitung 6 mit dem Glühzeitsteuergerät 3 in elektrischer Verbindung. Die Sicherung
2 kann als zusätzliche Maßnahme dienen, ein unerwünschtes Schmelzen des Heizelements
1 unabhängig vom Glühzeitsteuergerät 3 zu unterbinden und somit Motorschäden sicher
zu verhindern, da mit steigender Temperatur auch der benötigte Strom steigt. Das Glühzeitsteuergerät
3 dient dazu, die Glühstiftkerze beispielweise durch Pulsweitenmodulation aus der
Bordspannung eines Kraftfahrzeugs mit einer Spannung oberhalb ihrer Betriebsspannung
anzusteuern, um eine kürzere Aufheizzeit bei Niederspannungs-Glühstiftkerzen zu erreichen,
beispielsweise innerhalb von 3s Aufheizzeit auf 1000 °C Aufheiztemperatur, und abhängig
vom GLP-Widerstand die Temperatur zu regeln.
[0017] Neben dem Glührohr 11 besteht das Heizelement 1 weiterhin aus einer Heizwendel 12,
die an einer Innenseite eines geschlossenen Endes 111 des Glührohrs 11 mit diesem
in elektrischer Verbindung steht. Ferner ist ein Anschlussbolzen 14 mit der Heizwendel
12 in Reihe geschaltet und ist teilweise innerhalb des Glührohrs 11 angeordnet. Der
Anschlussbolzen 14 ist weiterhin, je nach optionaler Zuschaltung der Sicherung 2,
über die Sicherung 2 oder direkt mit dem Glühzeitsteuergerät 3 elektrisch verbunden.
Die Heizwendel 12 besteht bei der hier beschriebenen bevorzugten Ausführungsform aus
einer FeCrAl-Legierung. Das Innere des Glührohrs 11 ist mit einem Füllmaterial 15
gefüllt, das die Heizwendel 12 und den im Inneren des Glührohrs 11 angeordneten Teil
des Anschlussbolzens 14 umgibt. Das Füllmaterial 15 besteht bei der hier beschriebenen
bevorzugten Ausführungsform vollständig aus einem NTC-Pulver aus Siliziumkarbid, kann
aber auch in einer Pulvermischung vorliegen. Durch die Wahl an Materialien der Heizwendel
12 und des Füllmaterials 15, also der Kombination aus einem Heizwendel-Werkstoff mit
einem hohen spezifischen elektrischen Widerstand und einem Füllmaterial mit negativem
Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands wird eine Parallelschaltung des
Heizwendel-Widerstandes, der sich mit der Temperatur nur wenig verändert, mit dem
NTC-Widerstand des Füllmaterials erreicht. Diese Parallelschaltung ist in Figur 1
schematisch durch das Schaltsymbol 151 für einen temperaturabhängigen Widerstand,
hier einen Heißleiter oder NTC-Leiter, dargestellt. Bei einem Einsatz der Glühstiftkerze
gemäß der hier beschriebenen Ausführungsform wird bei Aufbringung einer Spannung durch
das Glühzeitsteuergerät 3 auf das Heizelement 1 die Heizwendel 12 zum Glühen angeregt.
Durch die daraus resultierende Erhitzung des Heizelements 1 wird wiederum der elektrische
Widerstand, das heißt die Stromleitfähigkeit des NTC-Füllmaterials 15 und damit des
gesamten Heizelements 1 erhöht. Diese Änderung des elektrischen Widerstands, also
die erhöhte Stromleitung zu der Heizwendel 12 kann durch das Glühzeitsteuergerät 3
erfasst und als Temperatursignal ausgewertet werden, wobei das Glühzeitsteuergerät
3 anhand dieses Temperatursignals die Temperatur des Heizelements regeln oder bei
einer für das Heizelement kritischen Temperatur auch ganz unterbrechen kann, um eine
Beschädigung des Heizelements 1, beispielsweise durch Schmelzen, zu verhindern. Als
weitere Sicherheitsvorkehrung kann zusätzlich die Sicherung 2 zugeschaltet sein.
[0018] Als Einsatzgebiet für ein derartig aufgebautes Heizelement sind neben einer Glühstiftkerze
noch weitere Anwendungsgebiete denkbar, wie zum Beispiel für einen Kraftstoffheizer
wie beispielsweise einen Ethanolheizer in einem Flex-Startsystem, oder jede Form von
elektrischem Rohrheizkörper, in dem ein nicht isolierter Heizwiderstand in eine Pulverpackung
eingebettet ist.
1. Elektrisch beheizbare Glühstiftkerze mit einem Heizelement (1), das Folgendes aufweist:
ein geschlossenes Glührohr (11),
eine elektrisch leitfähige Heizwendel (12),
einen elektrisch leitfähigen Anschlussbolzen (14), der mit der Heizwendel (12) elektrisch
verbunden ist, und
ein Füllmaterial (15), das in dem Glührohr (11) vorgesehen ist und die Heizwendel
(12) und zumindest einen Teil des Anschlussbolzens (14) aufnimmt, wobei
die Heizwendel (12) aus zumindest einem temperaturfesten Werkstoff mit einem für elektrische
Leiter hohen, nur wenig temperaturabhängigen spezifischen elektrischen Widerstand
besteht, und
das Füllmaterial (15) zumindest teilweise aus zumindest einem Material mit negativem
Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands besteht, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial (15) aus einer Mischung aus mindestens einem Material mit negativem
Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands und einem Isoliermaterial besteht,
vorzugsweise Magnesiumoxid, wobei die Mischung angepasst ist, um einen spezifischen
elektrischen Widerstand aufzuweisen, der zwischen 100°C und 400°C niederohmig ist,
oder einen spezifischen elektrischen Widerstand aufzuweisen, der zwischen 800°C und
1300°C stark abfällt.
2. Glühstiftkerze nach Anspruch 1, wobei der Werkstoff der Heizwendel (12) ein hitzebeständiges
Metall ist, das seinen Widerstandswert in Abhängigkeit von der Temperatur wenig oder
gar nicht ändert, vorzugsweise eine FeCrAI-Legierung oder eine NiCr-Legierung.
3. Glühstiftkerze nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Füllmaterial (15)
zumindest teilweise als Pulver vorliegt.
4. Glühstiftkerze nach Anspruch 3, wobei das Material mit negativem Temperaturkoeffizienten
des elektrischen Widerstands als NTC-Pulver vorliegt.
5. Glühstiftkerze nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Füllmaterial (15)
vollständig aus einem Material mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen
Widerstands besteht.
6. Glühstiftkerze nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Material mit negativem
Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands eines von den folgenden Materialien
oder eine Kombination aus mehreren von den folgenden Materialien ist:
einem modifizierten Kohlenstoffmaterial;
Siliziumkarbid;
dotiertem Silizium;
elementarem Silizium;
Titanoxid;
Eisenoxid;
Kobaltoxid;
Nickeloxid;
Kupferoxid, und
stabilisiertem oder teilstabilisiertem Zirkoniumoxid.
7. Glühstiftkerze nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Glührohr (11) aus
einer temperaturbeständigen Metalllegierung besteht, vorzugsweise aus einem Nickel-Basiswerkstoff
oder einer temperaturbeständigen Stahllegierung.
8. Verfahren zur Herstellung einer elektrisch beheizbaren Glühstiftkerze, insbesondere
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Glührohr (11) zumindest teilweise
mit einem Material mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands
befüllt wird, dadurch gekennzeichnet, dass Füllmaterial (15) aus einer Mischung aus mindestens einem Material mit negativem
Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstands und einem Isoliermaterial besteht,
vorzugsweise Magnesiumoxid, wobei die Mischung angepasst ist, um einen spezifischen
elektrischen Widerstand aufzuweisen, der zwischen 100°C und 400°C niederohmig ist,
oder einen spezifischen elektrischen Widerstand aufzuweisen, der zwischen 800°C und
1300°C stark abfällt.
1. Electrically heatable sheathed-element glow plug having a heating element (1) having
the following:
a closed glow tube (11),
an electrically conductive heating spiral (12),
an electrically conductive connection bolt (14) that is electrically connected to
the heating spiral (12), and
a filler material (15) which is provided in the glow tube (11) and receives the heating
spiral (12) and at least part of the connection bolt (14), wherein
the heating spiral (12) is made of at least one temperature-resistant material having
a specific electrical resistance that is high for an electrical conductor and is only
slightly temperature-dependent, and
the filler material (15) consists at least partially of at least one material having
a negative temperature coefficient of the electrical resistance, characterized in that the filler material (15) consists of a mixture of at least one material having a
negative temperature coefficient of the electrical resistance and an insulating material,
preferably magnesium oxide, wherein the mixture is adapted to have low specific electrical
resistance between 100°C and 400°C, or to have a specific electrical resistance that
drops sharply between 800°C and 1300°C.
2. Sheathed-element glow plug according to Claim 1, wherein the material of the heating
spiral (12) is a heat-resistant metal of which the resistance changes very little
or not at all in dependence on temperature, preferably a FeCrAl alloy or a NiCr alloy.
3. Sheathed-element glow plug according to either of the preceding claims, wherein the
filler material (15) is present at least in part as a powder.
4. Sheathed-element glow plug according to Claim 3, wherein the material having a negative
temperature coefficient of the electrical resistance is present as a NTC powder.
5. Sheathed-element glow plug according to one of the preceding claims, wherein the filler
material (15) consists entirely of a material having a negative temperature coefficient
of the electrical resistance.
6. Sheathed-element glow plug according to one of the preceding claims, wherein the material
having a negative temperature coefficient of the electrical resistance is one of the
following materials or a combination of more than one of the following materials:
a modified carbon material;
silicon carbide;
doped silicon;
elemental silicon;
titanium oxide;
iron oxide;
cobalt oxide;
nickel oxide;
copper oxide, and
stabilized or partially stabilized or zirconium oxide.
7. Sheathed-element glow plug according to one of the preceding claims, wherein the glow
tube (11) is made of a temperature-resistant metal alloy, preferably a nickel-based
material or a temperature-resistant steel alloy.
8. Method for the production of an electrically heatable sheathed-element glow plug,
in particular one according to one of the preceding claims, wherein the glow tube
(11) is at least partially filled with a material having a negative temperature coefficient
of the electrical resistance, characterized in that the filler material (15) consists of a mixture of at least one material having a
negative temperature coefficient of the electrical resistance and an insulating material,
preferably magnesium oxide, wherein the mixture is adapted to have low specific electrical
resistance between 100°C and 400°C, or to have a specific electrical resistance that
drops sharply between 800°C and 1300°C.
1. Bougie d'allumage chauffée électriquement, présentant un élément chauffant (1) doté
des éléments suivants :
un tube incandescent fermé (11),
un filament chauffant (12) électriquement conducteur,
un goujon électriquement conducteur de raccordement (14) raccordé électriquement au
filament de chauffage (12) et
un matériau de charge (15) prévu dans le tube incandescent (11) et reprenant le filament
de chauffage (12) et au moins une partie du goujon de raccordement (14),
le filament de chauffage (12) étant constitué d'au moins un matériau réfractaire doté
d'une résistance électrique élevée pour le conducteur électrique mais dépendant peu
de la température et
le matériau de charge (15) étant constitué au moins en partie d'un matériau dont la
résistance électrique présente un coefficient de température négatif,
caractérisé en ce que
le matériau de charge (15) est constitué d'un mélange d'au moins un matériau dont
la résistance électrique présente un coefficient de température négatif et un matériau
isolant, en particulier l'oxyde de magnésium, le mélange étant adapté pour présenter
une résistance électrique spécifique à basse valeur ohmique entre 100°C et 400°C ou
une résistance électrique spécifique qui diminue fortement entre 800°C et 1 300°C.
2. Bougie d'allumage selon la revendication 1, dans laquelle le matériau du filament
de chauffage (12) est un métal réfractaire dont la valeur de la résistance varie peu
ou ne varie pas en fonction de la température, et de préférence un alliage de FeCrAl
ou un alliage de NiCr.
3. Bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle le matériau
de charge (15) présente au moins la forme d'une poudre.
4. Bougie d'allumage selon la revendication 3, dans laquelle le matériau dont la résistance
électrique a un coefficient de température négatif présente la forme d'une poudre
NTC.
5. Bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle le matériau
de charge (15) est entièrement constitué d'un matériau dont la résistance électrique
a un coefficient de température négatif.
6. Bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle le matériau
dont la résistance électrique a un coefficient de température négatif est un des matériaux
suivants ou une combinaison de plusieurs des matériaux suivants :
un matériau de carbone modifié,
le carbure de silicium,
un silicium dopé,
du silicium élémentaire,
l'oxyde de titane,
l'oxyde de fer,
l'oxyde de cobalt,
l'oxyde de nickel,
l'oxyde de cuivre ou
un oxyde de zirconium stabilisé ou partiellement stabilisé.
7. Bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle le tube
incandescent (11) est constitué d'un alliage métallique réfractaire, de préférence
un matériau à base de nickel ou un alliage d'acier réfractaire.
8. Procédé de fabrication d'une bougie d'allumage chauffée électriquement, en particulier
selon l'une des revendications précédentes, le tube incandescent (11) étant rempli
au moins en partie d'un matériau dont la résistance électrique a un coefficient de
température négatif,
caractérisé en ce que
le matériau de charge (15) est constitué d'un mélange d'au moins un matériau dont
la résistance électrique présente un coefficient de température négatif et un matériau
isolant, en particulier l'oxyde de magnésium, le mélange étant adapté pour présenter
une résistance électrique spécifique à basse valeur ohmique entre 100°C et 400°C ou
une résistance électrique spécifique qui diminue fortement entre 800°C et 1 300°C.