[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Fördereinrichtung zur
Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs aus einem Behälter über eine Entnahmeeinheit,
wobei das Stoffgemisch vor und/oder während eines Entnahmevorgangs mittels eines über
eine der Entnahmeeinheit zugeordnete Gasleitung in das Stoffgemisch eingeleiteten
gasförmigen Medienstroms durchmischt wird.
[0002] Derartige Verfahren und Fördereinrichtungen sind bereits aus dem Stand der Technik
bekannt.
[0003] Aus der
DE 440 800 A geht in diesem Zusammenhang die Verwendung zweier Mammutpumpen hervor, die vollständig
in dem zu durchmischenden Stoffgemisch eingetaucht sind und dem zugehörigen Behälter
fest zugeordnet sind. Eine dieser Mammutpumpen dient zum Einmischen von Druckluft,
während die andere zum Entnehmen des Stoffgemischs aus dem Behälter vorgesehen ist.
Weiter zeigt die
DE 25 53 824 A1 eine Fallrohrvorrichtung, bei der jedoch ein Durchmischen des Stoffgemischs erst
im Zielbehälter erfolgt, also nicht beim Einsaugen, sondern vielmehr beim Ausblasen
des zuvor geförderten Stoffgemischs.
[0004] Im Rahmen dieser Patentanmeldung soll ein besonderer Fokus auf die spezielle Anwendung
einer Zudosierung von Desinfektionsmittel in das Schwimm- und Badebeckenwasser eines
Schwimmbades gelegt werden. Hierzu kennt der Stand der Technik ebenfalls bereits einige
Lösungen, mit deren Hilfe eine Zudosierung einer Calciumhypochlorit-Lösung in das
Schwimm- und Badebeckenwasser erfolgt. Gleiches gilt bei der Desinfektion von Trinkwasser.
Grundsätzlich sind mit der nachstehend beschriebenen Erfindung jedoch unterschiedlichste
Aufgaben zu bewältigen, unabhängig von dem hier vorrangig beschriebenen Gegenstand.
[0005] Zunächst ist eine Lösung der Firma
Evoqua bekannt, in welcher ein Wechselfass mit Calciumhypochlorit-Granulat vorgehalten wird.
In diesen Behälter, der einen vorgegebenen Granulatfüllstand aufweist, wird über einen
Lösungsbereiter Wasser zugeführt, das sich mit dem Granulat vermischt. Mit einer an
einem Adapter des Lösungsbereiters angeschlossenen Schlauchpumpe wird dann eine Entnahme
der entstehenden Calciumhypochloritlösung durchgeführt.Mit dem Lösungsbereiter wird
eine mehr oder weniger gleichmäßige Lösung erreicht, wobei festzustellen ist, dass
zunächst ein Überangebot von Granulat vorhanden ist, welches im ersten Moment mit
dem zugeführten Wasser reagieren wird. Weiterhin sind auch Zweikammersysteme bekannt,
bei denen die durch Zuführen von Wasser und Calciumhypochlorit erstellte Lösung sofort
abgeführt und in einem zweiten Sammelbehälter vorgehalten wird, um von dort aus entnommen
und zudosiert zu werden. Dabei verbleiben die unlöslichen Bestandteile in der ersten
Kammer.
[0006] Es sind auch weitere Verfahren zur Mischung von Granulat mit Wasser bekannt, so beispielsweise
einen Behälter so über Kopf auszurichten, dass ein vorbeiströmender Wasserstrom das
nachfallende Granulat im Vorbeispülen löst und somit die einzumischenden Teilchen
mitreißt. Die bereitete Lösung wird dann über Injektoren eindosiert.
[0007] Eine weitere, in den technischen Regelwerken der Schwimmbadbranche beschriebene Lösung
wäre es, ein zusätzliches Rührwerk in einen fest installierten Behälter einzubringen,
welches eine ständige Durchmischung der Lösung aus Lösemittel und Granulat ermöglicht.
Dies reduziert zwar den Aufwand gegenüber vorgenannter Lösungen, bedeutet jedoch,
dass die unlöslichen Bestandteile schwierig zu entfernen sind und die Befüllung mit
Granulat unter zusätzlichen Aufwendungen für den Arbeitsschutz erfolgen muss. Dies
soll im Rahmen der vorliegenden Erfindung minimiert werden.
[0008] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein
Verfahren sowie eine Fördereinrichtung zur Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs
aus einem Behälter zu schaffen, welches mit einem geringen Aufwand unter Verzicht
auf zusätzliche Rührwerke eine exakt dosierte Lösung bereithalten kann, deren Durchmischung
stets gleichmäßig ist und welche auch bei Liefergebinden angewendet werden kann.
[0009] Gelöst wird dies durch ein Verfahren zur Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs aus
einem Behälter gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1, sowie durch eine Fördereinrichtung
zur Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs aus einem Behälter gemäß den Merkmalen
des nebengeordneten Anspruchs 9. Weitere, sinnvolle Ausgestaltungen des Verfahrens
und der Fördereinrichtung können den jeweils nachfolgenden Unteransprüchen entnommen
werden.
[0010] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, im Rahmen eines Verfahrens zur Entnahme eines flüssigen
Stoffgemischs aus einem Behälter diesen Behälter zunächst mit einer definierten Menge
an Granulat zu füllen und ihn dann mit einer hierzu passenden Menge an Lösungsmittel
zu beaufschlagen. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Mischungsverhältnis aus
Lösungsmittel und Granulat zueinander passend ist und damit die Konzentration der
erzeugten Lösung den Vorgaben exakt entspricht. Als solcher Behälter kann ein Liefergebinde
mit einer vordefinierten Menge an Granulat eingesetzt werden. Hierdurch ist ein Umfüllen
des Granulats nicht erforderlich und ein Hautkontakt von Mitarbeitern mit dem Granulat
kann wirksam vermieden werden, so dass hiermit einhergehende Gefahren, die beim Stand
der Technik weiterhin bestehen, ausgeräumt sind.
[0011] Um sicherzustellen, dass eine derartige Lösung sich nicht im Laufe der Zeit wieder
entmischt, ist vorgesehen, vor und/oder während eines Entnahmevorgangs einen gasförmigen
Medienstrom, beispielsweise einen Luftstrom, in das Stoffgemisch einzuleiten und durch
das eingeleitete Gas das Stoffgemisch aufzuwirbeln und damit zu durchmischen. Hierzu
ist es lediglich erforderlich, dass der Behälter eine Möglichkeit zur Zuführung einer
Gasleitung aufweist, über die das verwendete Gas in das Stoffgemisch eingeleitet werden
kann. Auf diese Weise ist eine Durchmischung ohne stationären Behälter mit zusätzlichen
Rührwerken, die zudem zusätzliche Verschleißteile darstellen, möglich, so dass auf
diese Art und Weise sehr verschleißoptimiert gearbeitet werden kann.
[0012] Die Entnahme des Stoffgemischs aus dem Behälter erfolgt über eine Entnahmeeinheit,
die im Wesentlichen zunächst eines Saugleitung umfasst, über welche mithilfe geeigneter
Fördereinrichtungen die Lösung entnommen wird. Dieser Entnahmeeinheit kann direkt
eine zusätzliche Gasleitung zugeordnet sein, über die das Gas eingeleitet wird. Dies
hat den Vorteil, dass in der Nähe der Mündung der Saugleitung auch der Gasstrom ausgestoßen
werden kann, so dass an der Mündung der Saugleitung eine besonders gute Durchmischung
ohne Feststoffanteil aufgrund der räumlichen Nähe zu dem verwirbelnden Gas gewährleistet
wird.
[0013] Mit weiterem Vorteil kann die Entnahme des Stoffgemischs über eine Pumpeneinheit
erfolgen, die mit der Entnahmeeinheit verbunden ist. Die Pumpeneinheit weist hierbei
eine Förderpumpe auf, beispielsweise eine Dosierpumpe, über welche das aus dem Behälter
entnommene Stoffgemisch abgesaugt und an ein Empfängersystem weitergeleitet bzw. diesem
zudosiert wird.
[0014] Die Saugleitung einer solchen Entnahmeeinheit kann ferner im Bereich ihres freien
Endes, also dem am weitesten in den Behälter einragenden Ende, einen bogenförmigen
Mündungsabschnitt aufweisen, welcher dafür sorgt, dass die Mündung der Saugleitung
vom Boden weg weist. Hierbei nimmt die Mündung auch einigen Abstand vom Boden ein,
so dass nicht das Stoffgemisch direkt vom Boden des Behälters eingesaugt wird, sondern
aus einer Schicht unmittelbar darüber. Dies hat den Vorteil, dass sich etwa im Bodenbereich
absetzende Partikel, neben ungelösten Bestandteilen kann das bei Einsatz von Calciumhypochlorit
auch Gips sein, nicht eingesaugt werden. Ein hierbei etwa entstehender Bodensatz wird
bei einem ansonsten vollständigen Entleeren des Behälters zurückgelassen und mit dem
Behälter zur Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung fortgegeben.
[0015] Neben der Förderpumpe zum Absaugen des Stoffgemischs aus dem Behälter kann der Pumpeneinheit
ferner eine zusätzliche Gaspumpe zugeordnet sein, über welche die Gaspumpe mit dem
zum Durchmischen des Stoffgemischs vorgesehenen gasförmigen Medienstrom beaufschlagt
wird. Hierbei kann bedarfsweise die Gaspumpe mit einem Gasbehälter verbunden sein,
oder im Falle des Einsatzes von Umgebungsluft mithilfe eines Ansaugstutzens mit dieser
versorgt werden. Insbesondere beim Einsatz von Außenluft ist es unproblematisch möglich,
die Gaspumpe ununterbrochen zu betreiben, so dass eine möglichst gute Durchmischung
zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist. Selbst bei einem längeren Stillstand der Zudosierung
kann dann auf eine gleichmäßig durchmischte Lösung zurückgegriffen werden.
[0016] Dem eigentlichen Entnahmevorgang kann idealerweise vor Ort ein initialer Befüllvorgang
vorgeschaltet sein, bei dem ein Liefergebinde als Behälter verwendet wird, welches
mit einer vorgegebenen Menge an Granulat befüllt ist. In diesem Fall wird nicht zunächst
eine Entnahmeeinheit, sondern vielmehr eine Befülleinheit mit dem Behälter verbunden,
wobei über diese Befülleinheit ein zugeführter zweiter Stoff zu dem in dem Behälter
bereits befindlichen ersten Stoff hinzugefügt werden kann. Im Falle des Calciumhypochlorit-Granulats
wäre dies im hier betrachteten Fall der Desinfektion von Schwimm- und Badebeckenwasser
normales Wasser. Bei einem ersten Kontakt von Wasser mit dem zuvor trockenen Granulat
reagiert dieses im ersten Moment, so dass Chlordämpfe entstehen. Nach dem Hinzufügen
einer vorgegebenen Menge des zweiten Stoffs, hier also des Wassers, wird daher eine
kurze Reaktionszeit abgewartet und schließlich die Befülleinheit gegen die Entnahmeeinheit
ausgetauscht und mit dem oben beschriebenen Entnahmevorgang kann sofort begonnen werden.
[0017] Die Befülleinheit kann mit Vorteil einen T-förmigen Rohrabschnitt aufweisen, von
dem ein Behälteranschluss mit dem Behälter verbunden wird. Dem Behälteranschluss gegenüber
liegt ein Gasaustritt, über welchen die entstehenden Reaktionsgase aus dem Behälter
abgeführt und neutralisiert werden. Über den dritten, verbleibenden Anschluss, der
als Zuführanschluss für den zweiten Stoff, hier also Wasser, dient, erfolgt die Befüllung
des Behälters. Über den Behälteranschluss fließt also der über den Zuführanschluss
eintretende zweite Stoff in den Behälter hinein und gleichzeitig das entweichende
Reaktionsgas hinaus. Nachdem es sich bei dem Reaktionsgas um chlorhaltige Luft handeln
wird, in anderen Fällen möglicherweise ebenfalls um gesundheitlich bedenkliche Gase
handeln könnte, kann dem Gasaustritt des T-förmigen Rohrabschnitts ein Aktivkohlefilter
zugeordnet sein, den das austretende Gas zunächst durchläuft und dabei neutralisiert
wird.
[0018] Wie bereits aus der Verfahrensbeschreibung erkennbar, besteht eine erfindungsgemäße
Förderleistung zur Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs aus einem Behälter im Wesentlichen
aus einer Pumpeneinheit, die eine Förderpumpe sowie eine Gaspumpe umfasst. Dabei können
bei dieser bevorzugten Konfiguration Förderpumpe und Gaspumpe baueinheitlich in einem
Pumpengehäuse angeordnet sein. Die Förderpumpe ist hierbei einerseits über einen Sauganschluss
mit der Entnahmeeinheit verbunden, über einen Druckanschluss mit der zu speisenden
Anordnung, im vorliegenden Beispiel mit einem Rohrsystem für das Schwimm- und Badebeckenwasser.
Die Gaspumpe hingegen ist mit der Gasleitung der Entnahmeeinheit verbunden und fördert
Gas in diese hinein, die im Bereich des Auslasses der Gasleitung das Stoffgemisch
verwirbelt.
[0019] Förderpumpe und Gaspumpe können hierbei unabhängig voneinander steuerbar sein, so
dass die Gaspumpe beispielsweise ununterbrochen laufen kann und eine ständige gleichmäßige
Durchmischung gewährleisten kann, während die Förderpumpe nach Bedarf zugeschaltet
wird.
[0020] Zur Vereinfachung der Handhabung können Saugleitung und Gasleitung in der Entnahmeeinheit
zusammengefasst sein, insbesondere auch von einem gemeinsamen Außenmantel umschlossen
sein, so dass die Entnahmeeinheit einfach und mit geringem Aufwand in dem Behälter
angeordnet werden kann.
[0021] Die Saugleitung kann an ihrem freien Ende ferner einen Bogenabschnitt aufweisen,
wobei die Eintrittsrichtung in die Mündung der Saugleitung mit dem restlichen Verlauf
der Saugleitung einen Winkel von mehr als 90° einschließt. Dies sorgt dafür, dass
die Mündung in einem gewissen Abstand vom Boden des Behälters angeordnet wird, so
dass ein sich bildender Bodensatz von der Saugleitung nicht eingesaugt werden kann.
Etwa ausfallender Gips und dergleichen wird dadurch nicht in das Schwimm- und Badebeckenwasser
bzw. in das zu speisende System eingebracht.
[0022] Um eine weitere Verbesserung der Durchmischung zu gewährleisten, können der Gasleitung
geeignete Leitelemente zugeordnet werden, über welche die Austrittsrichtung des Gases
aus der Gasleitung vorgegeben bzw. auch im Fall einer drehbaren Austrittseinheit über
die Zeit verändert werden kann.
[0023] Die vorstehend beschriebene Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0024] Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Darstellung der Gesamtkonfiguration einer Zudosierung von Desinfektionsmittel
in ein Schwimmbad,
- Figur 2
- eine perspektivische Querschnittsdarstellung einer Pumpeneinheit von schräg oben,
sowie
- Figur 3
- eine seitliche Querschnittsdarstellung einer Entnahmeeinheit mit einer Saugleitung
mit Bogenabschnitt und wenigstens einer Gasleitung.
[0025] Figur 1 zeigt eine Fördereinrichtung 1, mit welcher aus einem Behälter 4 eine Desinfektionslösung
in ein Rohrsystem 5 eines Schwimmbads eingebracht werden kann. Hierzu wird zunächst
ein Behälter 4 mit einem Granulat aus Calciumhypochlorit angeliefert und im Rahmen
eines Befüllvorgangs mit einer bestimmten Menge von Wasser aufgefüllt. Nach einer
Reaktionszeit wird in den Behälter 4 eine Entnahmeeinheit 3 eingebracht, welche mit
einer Pumpeneinheit 2 verbunden ist. Die Pumpeneinheit 2 umfasst eine Förderpumpe
22 zur Entnahme der in dem Behälter 4 enthaltenen Lösung und deren Weiterleitung an
das Rohrsystem 5. Die Weiterleitung erfolgt über eine Impfstelle 6, welche vorzugsweise
selbstreinigend ausgeführt ist und damit auch Ablagerungen im Bereich der Austrittsöffnung
vermieden werden. Dadurch, dass ein abgeschlossener Behälter mit einer festen Menge
an Granulat und einer hierzu passenden Menge an Lösungsmittel, vorliegend Wasser,
verwendet wird, ist stets ein exaktes Verhältnis von Wasser und Calciumhypochlorit
in der zudosierten Lösung vorhanden, so dass ein exaktes Zudosieren möglich ist. Ein
auch nach mehreren Befüllvorgängen entleertes Liefergebinde wird zunächst von der
Entnahmeeinheit 3 befreit und dann gegen ein anderes Gebinde ausgetauscht, welches
zunächst im Rahmen eines Befüllvorgangs vorgemischt und dann wieder mit der Entnahmeeinheit
versehen wird.
[0026] Um sicherzustellen, dass stets eine gleichmäßig gemischte Lösung zur Verfügung steht,
wird die Pumpeneinheit 2 über eine zweite Leitung der Entnahmeeinheit 3 Gas in den
Behälter 4 einbringen, welches in das darin befindliche Stoffgemisch eingeleitet wird.
Dieses wird dadurch verwirbelt, was zu einer gleichmäßigen Durchmischung führt. Eine
in der Pumpeneinheit 2 hierfür vorgesehene Gaspumpe 25 saugt Außenluft an und pumpt
diese über eine Gasleitung 26 in den Behälter 4. Der Behälter 4 bzw. die Entnahmeeinheit
3 sind nicht gasdicht und bieten hierbei eine Möglichkeit zum Entweichen des eingebrachten
Gases.
[0027] Figur 2 zeigt die soeben thematisierte Pumpeneinheit 2 in einer Querschnittsdarstellung,
wobei festgestellt werden kann, dass die Pumpeneinheit 2 in einem gemeinsamen Pumpengehäuse
20 eine Gaspumpe 25 und eine Förderpumpe 22 umfasst. Die Förderpumpe 22 weist einen
mit der Entnahmeeinheit zu verbindenden Sauganschluss 23 auf, sowie einen mit dem
Rohrsystem 5 zu verbindenden Druckanschluss 24. Eine Steuerung der Förderpumpe 22
erfolgt über die Steuerung 21, wobei hierüber auch eine Steuerung der Gaspumpe 25
erfolgen kann. Die Gaspumpe 25 wird im Allgemeinen mithilfe der Steuerung 21 durchgehend
betrieben, sodass eine ständige Durchmischung des in dem Behälter 4 befindlichen Stoffgemischs
gewährleistet ist. Die Gaspumpe 25 wird zum Einleiten des Gases in das Stoffgemisch
einen Ansaugstutzen für Außenluft aufweisen, welcher hier nicht näher dargestellt
ist. Über die Gasleitung 26 versorgt die Gaspumpe 25 die Entnahmeeinheit 3 und damit
den Behälter 4 mit einem gasförmigen Medienstrom aus Außenluft.
[0028] Figur 3 zeigt die mit der Pumpeneinheit 2 zu verbindende Entnahmeeinheit 3, welche
zunächst einen Behälterdeckel 30 zum Abschluss des Behälters 4 aufweist. Dieser umfasst
wenigstens eine hier nicht näher dargestellte Gasaustrittsöffnung, durch welche in
den Behälter eingleitetes Gas entweichen kann.
[0029] Durch Behälterdeckel 30 sind mehrere Leitungen so geführt, dass diese von außen anschließbar
sind. Hierbei handelt es sich zumindest um eine Saugleitung 31 und eine Gasleitung
32. Über die Gasleitung 32 wird die Außenluft in den Behälter 4 eingebracht, wobei
die Gasleitung 32 im Bereich des unteren Endes eine Gasaustrittsöffnung 35 aufweist.
Die Figur 3 zeigt in diesem Zusammenhang noch eine Rückführleitung zum Anschluss für
ein Sicherheitsüberströmventil, wobei es auch ohne weiteres möglich ist, weitere Gasleitungen
35 und/oder Saugleitungen 31 in einer Entnahmeeinheit 3 zusammenzufassen. Aufgrund
der durch das eingeleitete Gas erzeugten Verwirbelung wird sich insbesondere im Bereich
der Gasaustrittsöffnungen 35 das Stoffgemisch sehr homogen mischen, so dass über eine
Mündung 34 der Saugleitung 31 eine sehr gleichmäßige Mischung des Stoffgemischs ansaugen
lässt. Die Mündung 34 der Saugleitung 31 weist hierbei nach oben, also vom Boden weg,
was auf einen Bogenabschnitt 33 am unteren Ende der Saugleitung 31 zurückzuführen
ist. Hierdurch wird die Mündung 34 in einigen Abstand zum Boden des Behälters 4 gebracht,
so dass sich dort ein Bodensatz bilden kann, der aber nicht von der Saugleitung 31
angesaugt wird. Sich absetzende unlösliche Bestandteile aus dem Calciumhypochlorit
werden auf diese Weise nicht angesaugt, so dass eine Beaufschlagung des Schwimmbadwassers
mit diesen unerwünschten Stoffen nicht erfolgt. Nach einer Entleerung des Behälters
mit Ausnahme dieses Bodensatzes wird der Bodensatz zusammen mit dem Behälter 4 zur
Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung zurückgegeben.
[0030] Vorstehend beschrieben ist somit ein Verfahren sowie eine Fördereinheit zur Entnahme
eines flüssigen Stoffgemischs aus einem Behälter, wobei eine Verbesserung der Dosierung
durch vorgegebene Mengen erzielt wird, gleichzeitig aber eine gleichmäßige Durchmischung
dadurch erreicht wird, dass der Saugleitung eine zusätzliche Gasleitung zugeordnet
ist, über welche ein verwirbelnder, gasförmiger Medienstrom in das zu entnehmende
Stoffgemisch eingeleitet wird. Auf aufwändige zusätzliche Maßnahmen zum Rühren kann
hierdurch verzichtet werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0031]
- 1
- Fördereinrichtung
- 2
- Pumpeneinheit
- 3
- Entnahmeeinheit
- 4
- Behälter
- 5
- Rohrsystem
- 6
- Impfstelle
- 20
- Pumpengehäuse
- 21
- Steuerung
- 22
- Förderpumpe
- 23
- Sauganschluss
- 24
- Druckanschluss
- 25
- Gaspumpe
- 26
- Gasleitung
- 30
- Behälterdeckel
- 31
- Saugleitung
- 32
- Gasleitung
- 33
- Bogenabschnitt
- 34
- Mündung
- 35
- Gasaustrittsöffnung
1. Verfahren zur Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs aus einem Behälter (4) über eine
Entnahmeeinheit (3), wobei das Stoffgemisch vor und/oder während eines Entnahmevorgangs
mittels eines über eine der Entnahmeeinheit (3) zugeordnete Gasleitung (26) in das
Stoffgemisch eingeleiteten gasförmigen Medienstroms durchmischt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass der Entnahmeeinheit (3) eine Pumpeneinheit (2) mit einer Förderpumpe (22), vorzugsweise
einer Dosierpumpe, zugeordnet ist, über welche das Stoffgemisch mittels einer in das
Stoffgemisch einragenden Saugleitung (31) entnommen wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchmischung des Stoffgemisches mittels des gasförmigen Medienstroms unabhängig
von dem Entnahmevorgang gesteuert wird.
3. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugleitung (31) an ihrem freien Ende einen bogenförmigen Mündungsabschnitt aufweist,
welcher bei einem Aufliegen eines Bogenabschnitts (33) des bogenförmigen Mündungsabschnitts
auf dem Boden des Behälters (4) die Mündung (34) der Saugleitung (31) in einem Abstand
zu dem Boden des Behälters (4) hält.
4. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Pumpeneinheit (2) baueinheitlich eine zusätzliche Gaspumpe (25) zugeordnet ist,
über welche Gas, vorzugsweise Außenluft, angesaugt und als gasförmiger Medienstrom
in das Stoffgemisch eingeleitet wird.
5. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Entnahmevorgang ein Befüllvorgang vorgeschaltet ist, bei dem zu einem in dem
Behälter befindlichen ersten Stoff ein über eine Befülleinheit zugeführter zweiter
Stoff unter Bildung des Stoffgemischs hinzugefügt, nach dem Hinzufügen des zweiten
Stoffs eine Mischzeit abgewartet und schließlich die Befülleinheit gegen die Entnahmeeinheit
(3) ausgetauscht wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befülleinheit einen T-förmigen Rohrabschnitt umfasst, wobei über einen Behälteranschluss
der zweite Stoff in den Behälter (4) gefördert wird und Reaktionsgase entweichen,
über einen dem Behälteranschluss gegenüberliegenden Gasaustritt die Reaktionsgase
abgeführt werden und über einen Zuführanschluss der zweite Stoff zugeführt wird.
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass über den Gasaustritt entweichende Reaktionsgase mittels eines zwischengeschalteten
Aktivkohlefilters neutralisiert werden.
8. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stoffgemisch Chlorgranulat, vorzugsweise Calciumhypochlorit, als ersten Stoff
und Wasser als zweiten Stoff umfasst und das entnommene Stoffgemisch mittels einer
Dosierpumpe dem Schwimm- und Badebeckenwasser eines Schwimmbads zudosiert wird.
9. Fördereinrichtung zur Entnahme eines flüssigen Stoffgemischs aus einem Behälter (4),
umfassend eine Pumpeneinheit (2) mit einer Förderpumpe (22) sowie eine Entnahmeeinheit
(3) mit einer mit der Förderpumpe (22) verbundenen, in das Stoffgemisch einragenden
Saugleitung (31), wobei der Pumpeneinheit (2) eine zusätzliche, mit einer in das Stoffgemisch
einragenden Gasleitung (26) verbundene, Gaspumpe (25) zum Einleiten eines Gases in
das Stoffgemisch zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Förderpumpe (22) und die Gaspumpe (25) baueinheitlich in einem Pumpengehäuse
(20) angeordnet sind, wobei die Saugleitung (31) und die Gasleitung (32) in der Entnahmeeinheit
(3) zusammengefasst, vorzugsweise von einem Außenmantel umschlossen sind.
10. Fördereinrichtung gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderpumpe (22) und die Gaspumpe (25) unabhängig voneinander steuerbar sind.
11. Fördereinrichtung gemäß Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugleitung (31) an ihrem freien Ende ein Bogenabschnitt (33) derart zugeordnet
ist, dass die Eintrittsrichtung in die Mündung (34) der Saugleitung (31) mit dem Rest
der Saugleitung (31) einen Winkel von weniger als 90° einschließt.
12. Fördereinrichtung gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasleitung (32) eine drehbare Austrittseinheit zugeordnet ist, welche eine veränderliche
Austrittsrichtung des Gases aus der Gasleitung (32) vorgibt.
13. Fördereinrichtung gemäß einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderpumpe (22) eine Dosierpumpe, vorzugsweise eine Schlauchpumpe oder eine
Membranpumpe, ist.
14. Fördereinrichtung gemäß einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspumpe (25) Außenluft ansaugt und in das Stoffgemisch einleitet.