Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines thermodynamischen Kreisprozesses,
insbesondere eines ORC-Prozesses.
Stand der Technik
[0002] Ein beispielhaftes System zur Gewinnung von elektrischer Energie aus Wärmeenergie
besteht aus den folgenden Hauptkomponenten: eine Speisepumpe, die flüssiges Arbeitsmedium
unter Druckerhöhung zu einem Verdampfer fördert, dem Verdampfer selbst, in dem das
Arbeitsmedium unter Zuführung von Wärme vorgewärmt, verdampft und optional zusätzlich
überhitzt wird, eine Expansionsmaschine, in welcher das unter hohem Druck stehende
verdampfte Arbeitsmedium entspannt wird und dabei mechanische Energie erzeugt, welche
beispielsweise über einen Generator in elektrische Energie gewandelt werden kann,
und einem Kondensator, in dem der Niederdruckdampf (entspanntes Arbeitsmedium) aus
der Expansionsmaschine enthitzt und verflüssigt wird. Aus dem Kondensator gelangt
das flüssige Arbeitsmedium wieder zur Speisepumpe des Systems, wodurch der thermodynamische
Kreislauf geschlossen ist. Im Falle, dass das Arbeitsmedium ein organisches Arbeitsmedium
ist, handelt es sich um einen Organic Rankine Cycle als thermodynamischen Kreisprozess
(ORC System).
[0003] Zur Vermeidung von Kavitation in der Speisepumpe wird das flüssige Arbeitsmedium
unterkühlt, also auf eine Temperatur gekühlt, die unterhalb der Kondensationstemperatur
(gleichbedeutend mit der Siedetemperatur) bei dem Kondensationsdruck ist. Auf diese
Weise wird der für die Pumpe notwendige NPSH Wert (Net Positive Suction Head, Netto-Vorlaufhöhe)
erzielt.
[0004] Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten den Kondensator eines thermodynamischen Kreisprozesses
(im speziellen einer ORC-Anlage) auszuführen. Zum einen kann die Kondensation des
Arbeitsmediums gegen Flüssigkeit (z.B. Wasser) erfolgen oder die Kondensation kann
zum anderen gegen Luft geschehen. Kondensation gegen Wasser bietet den Vorteil, dass
die Kondensationswärme in einen Heizkreis eingespeist werden kann und so den Wärmeabnehmern
(z.B. einem Stall, einer Gebäudeheizung, einem Fermenter, etc.) zur Verfügung steht.
Sind keine Wärmeabnehmer vorhanden ist nur eine Kondensation gegen Luft möglich, jedoch
geht hierbei der Eigenbedarf eines Lüfters zu Lasten des elektrischen Wirkungsgrades.
[0005] Es gibt auch Anwendungsfälle, bei denen eine Wärmeabnahme nur für eine begrenzte
Zeit im Jahr gewünscht ist. Soll die Wärmenutzung und die Stromerzeugung durch den
ORC dennoch ermöglicht werden, muss in der Zeit des Jahres, in der keine Wärmenutzung
stattfindet, die überschüssige Wärme z.B. über den Notkühler eines Blockheizkraftwerks
abgegeben werden. Dies ist jedoch mit einem hohen Stromverbrauch und dadurch mit erhöhten
Kosten verbunden.
[0006] Man kann (gemäß internem nicht veröffentlichtem Stand der Technik der Anmelderin)
prinzipiell zwei Kondensatoren zusammenschalten, um beide Betriebsarten (Kühlung gegen
Luft und Kühlung gegen eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser) zu ermöglichen. Jedoch
bestehen die Schwierigkeiten hierbei darin, die Aufteilung der Massenströme des Arbeitsmediums
in den jeweiligen Kondensatoren und somit die Wärmeabgabe zu regeln. Ziel ist es,
eine möglichst große bzw. definierte nutzbare Wärmemenge in einem Kondensator, der
in einen Heizkreislauf eingebunden ist, zu ermöglichen.
[0007] Zur Regelung der Massenströme könnten mechanische Armaturen wie beispielsweise Absperrventile
verwendet werden. Dies beinhaltet jedoch die Problematik, dass in beiden Kondensatoren
unterschiedliche Druckniveaus vorliegen. Dadurch kann es zur Rückströmung von kondensiertem
Fluid in den Kondensator mit dem niedrigeren Druck kommen, bis hin zum Volllaufen
dieses Kondensators. Durch die einzubauenden Ventile wird allerdings die Komplexität
der Anlage sowie die Fehleranfälligkeit erhöht, da für die richtigen Betriebsarten
die richtigen Ventilstellungen eingehalten werden müssen.
[0008] FR 2935737 A1 offenbart eine Wärmekraftmaschine mit einem Verdampfer, die von einer Wärmequelle
gespeist wird. Wasser verdampft in dem Verdampfer. Der Ausgang des Verdampfers ist
mit einem Einlass einer Turbine gekoppelt, in der das Wasser expandiert. Die Turbine
erzeugt über den Generator elektrische Energie. Am Ausgang der Turbine sind ein erster
Kondensator und ein zweiter Kondensator separat in paralleler Anordnung positioniert.
FR 2984400 A1 offenbart eine ähnliche Wärmekraftmaschine, die zwei separaten in paralleler Anordnung
positionierten Kondensatoren aufweist.
[0009] WO2005/119014 A1 offenbart ein Heizkraftwerk, welches einen wassergekühlten Kondensator und einen
parallele dazu angeordneten Luftkondensator umfasst.
Beschreibung der Erfindung
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, die genannten Nachteile zumindest teilweise zu überwinden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch 1.
Eine beispielhafte Vorrichtung zum Betreiben eines thermodynamischen Kreisprozesses,
insbesondere eines ORC-Prozesses, umfasst: eine Speisepumpe zum Fördern von flüssigem
Arbeitsmedium unter Druckerhöhung zu einem Verdampfer; den Verdampfer zum Vorwärmen,
Verdampfen und optional zusätzlichen Überhitzen des Arbeitsmediums unter Zuführung
von Wärme; eine Expansionsmaschine zum Erzeugen von mechanischer Energie durch Entspannen
des verdampften Arbeitsmediums; und wenigstens zwei zwischen der Expansionsmaschine
und der Speisepumpe parallel angeschlossene Kondensatoren zum Enthitzen, Kondensieren
und optional zusätzlichen Unterkühlen des entspannten Arbeitsmediums. Dies hat den
Vorteil, dass beispielsweise in einem Heizkreislauf, der über einen der Kondensatoren
mit Wärme versorgt werden kann, nicht benötigte Wärme über den bzw. die anderen Kondensator(en)
abgeführt werden kann. Andererseits können auch zwei Kondensatoren auf verschiedenen
Temperaturniveaus betrieben werden, um beispielsweise verschiedene Heizkreisläufe
mit Wärme zu versorgen. Auf diese Weise kann die Wärmeverteilung flexibel reguliert
werden.
[0011] Die Vorrichtung kann dahingehend weitergebildet werden, dass die wenigstens zwei
Kondensatoren einen Flüssigkeitskondensator und einen Luftkondensator umfassen. Mit
Flüssigkeitskondensator ist gemeint, dass eine Flüssigkeit durch den Kondensator strömt,
die von dem ebenfalls durch den Kondensator strömenden Arbeitsmedium Wärme aufnehmen
kann. Dagegen ist im Falle eines Luftkondensators die Luft, die durch den Kondensator
(oder entlang dessen Kontaktflächen) strömt, das wärmeaufnehmende Fluid.
[0012] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass der Flüssigkeitskondensator in einem
Flüssigkeitskreislauf, insbesondere einem Heizkreislauf, mit einer Pumpe vorgesehen
ist und/oder wobei der Luftkondensator einen Ventilator umfasst. Mit der Pumpe und/oder
dem Ventilator kann eine Wärmeabnahme in den Flüssigkeitskreislauf geregelt, insbesondere
zu- oder abgeschaltet werden und mit dem Ventilator kann eine Kühlung des Arbeitsmediums
gegen Luft geregelt, insbesondere zu- oder abgeschaltet werden.
[0013] Gemäß einer anderen Weiterbildung können der Ventilator und/oder die Pumpe regelbar
sein, insbesondere die Drehzahl des Ventilators bzw. der durch die Pumpe geförderte
Massenstrom der Flüssigkeit. Der Massenstrom, der durch die Pumpe gefördert wird,
kann beispielsweise über eine Drehzahlregelung der Pumpe erfolgen oder über ein Strangregulierventil.
[0014] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass jeder Kondensator über einen Siphon
mit der Speisepumpe verbunden sein kann, wobei durch den Scheitelpunkt des Siphons
einen Mindest-Füllhöhe des kondensierten Arbeitsmediums in dem Kondensator festlegt
wird. Mit Hilfe eines Siphons in der Kondensatleitung ist der Flüssigkeitsspiegel
im Kondensator immer so hoch wie die Höhe des Siphons. Dadurch wird auch eine definierte
Mindest-Unterkühlung sichergestellt.
[0015] Gemäß einer anderen Weiterbildung kann weiterhin zwischen den Kondensatoren und der
Speisepumpe ein druckdichter Behälter vorgesehen sein. Ein Behälter zwischen den Kondensatoren
und der Pumpe stellt sicher, dass immer flüssiges Arbeitsmedium zur Pumpe strömt.
Kommt es zu Betriebszuständen, in denen einer der Kondensatoren leer läuft und somit
gasförmiges Arbeitsmedium in Richtung Pumpe strömt, wird dieses im Behälter abgeschieden.
Auch mit dem flüssigen Arbeitsmedium strömende Gasblasen, die an der Speisepumpe (Teil-)
Kavitation verursachen könnten, werden im Behälter abgeschieden. Wenn der Behälter
nicht komplett gefüllt ist und sich ein Flüssigkeitsspiegel einstellt, strebt das
Arbeitsmedium im Behälter einen gesättigten Zustand an. Hieraus resultieren zwei mögliche
Fälle: Ist das Arbeitsmedium kälter als die Umgebung, verdampft es und es stellt sich
ein Gleichgewichtszustand zwischen flüssiger Phase und dampfförmiger Phase ein. Ist
das Arbeitsmedium im Behälter jedoch wärmer als die Umgebungstemperatur, wird Wärme
an die Umgebung abgegeben und es findet eine Kondensation im Behälter statt. Dies
führt dazu, dass der Flüssigkeitsspiegel steigt, bis hin zum Volllaufen des Behälters.
Indem im Behälter ein zusätzlicher Partialdruck auf den Flüssigkeitsspiegel aufgeprägt
wird, z.B. mittels eines nicht-kondensierenden Gases, kann eine ausreichende Unterkühlung
(Abstand zwischen Siedetemperatur und tatsächlicher Temperatur) sichergestellt und
die Kondensation im Behälter verhindert werden. Mit anderen Worten gesagt wird durch
ein solches Gas eine ausreichende Vorlaufhöhe für die Speisepumpe bereitgestellt.
[0016] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass für jeden der parallel angeschlossenen
Kondensatoren ein Rückschlagventil zwischen dem jeweiligen Kondensator und der Speisepumpe
und/oder zwischen der Expansionsmaschine und dem jeweiligen Kondensator vorgesehen
ist, wobei jedes Rückschlagventil nur ein Strömen in Richtung der Speisepumpe zulässt.
Auf diese Weise kann ein unerwünschter Naturumlauf zwischen den Kondensatoren verhindert
werden.
[0017] Gemäß einer anderen Weiterbildung kann die Vorrichtung weiterhin umfassen: einen
Temperatursensor zum Messen der Temperatur eines Flüssigkeits-/Heizkreis-Rücklaufs,
und/oder einen Temperatursensor zum Messen der Temperatur eines Flüssigkeits-/Heizkreis-Vorlaufs
und/oder einen Temperatursensor zum Messen der Umgebungstemperatur; und eine Steuervorrichtung
zum Einstellen einer Drehzahl des Ventilators und/oder zum Einstellen eines durch
die Pumpe geförderten Massenstroms der Flüssigkeit basierend auf der gemessenen Temperatur
bzw. den gemessenen Temperaturen, insbesondere zum Begrenzen der Rücklauftemperatur
auf einen maximalen Wert und/oder zum Einstellen einer konstanten Vorlauftemperatur.
Damit kann z.B. vermieden werden, dass sich Notkühlaggregate in einem Blockheizkraftwerk
(BHKW) zuschalten, wenn die Rücklauftemperatur zum BHKW zu hoch wird. Andererseits
können beispielsweise Heiznetze bedient werden, die eine gleichbleibende Vorlauftemperatur
bei unterschiedlichen Wärmebedarfen benötigen.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines thermodynamischen Kreisprozesses,
insbesondere eines ORC-Prozesses, umfasst während eines Normalbetriebs die folgenden
Schritte: Fördern von flüssigem Arbeitsmedium unter Druckerhöhung zu einem Verdampfer
mit einer Speisepumpe; Vorwärmen, Verdampfen und optional zusätzliches Überhitzen
des Arbeitsmediums unter Zuführung von Wärme in dem Verdampfer; Entspannen des verdampften
Arbeitsmediums in einer Expansionsmaschine; Enthitzen, Kondensieren und optional zusätzliches
Unterkühlen des entspannten Arbeitsmediums mit wenigstens zwei zwischen der Expansionsmaschine
und der Speisepumpe parallel angeschlossenen Kondensatoren.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass während eines vor
dem Normalbetrieb durchgeführten Anfahrbetriebs die folgenden weiteren Schritte durchgeführt
werden: Bereitstellen einer ausreichenden Vorlaufhöhe von flüssigem Arbeitsmedium
vor der Speisepumpe, um Kavitation in der Speisepumpe zu vermeiden; Starten des thermodynamischen
Kreisprozesses mit dem Kondensator, in dem der niedrigste Kondensationsdruck vorliegt;
und Zuschalten der weiteren Kondensatoren in der Reihenfolge nach größer werdendem
Kondensationsdruck. Daher wird zu Beginn des Startprozesses eine Mindestvorlaufhöhe
NPSH
r sichergestellt. Weiterhin wird ein Start ohne Kavitation an der Speisepumpe sichergestellt,
da der Druck vor der Pumpe während des Startprozesses monoton ansteigt.
[0020] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens und dessen Weiterbildungen entsprechen
- wenn nicht anders angegeben - jenen der beispielhaften Vorrichtung.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein Massenstrom des
entspannten Arbeitsmediums von der Expansionsmaschine selbstregulierend durch ein
sich zwischen den Kondensatoren einstellendes Druckgleichgewicht in Massenströme des
entspannten Arbeitsmediums in die jeweiligen Kondensatoren aufgeteilt werden.
[0022] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass die wenigstens zwei Kondensatoren einen
Luftkondensator mit einem Ventilator und/oder einen Flüssigkeitskondensator in einem
Flüssigkeitskreislauf mit einer Pumpe umfasst, und wobei das Verfahren den folgenden
weiteren Schritt aufweist: Einstellen einer Drehzahl des Ventilators und/oder Einstellen
eines durch die Pumpe geförderten Massenstroms der Flüssigkeit. Durch Einstellen der
Drehzahl des Ventilators und/oder des durch die Pumpe geförderten Massenstroms kann
eine gleitende Regelung der Kondensationsanteile im Luftkondensator bzw. im Flüssigkeitskondensator
erfolgen, wobei im Speziellen durch Abschalten des Ventilators geringe oder keine
Kondensation des Arbeitsmediums im Luftkondensator erfolgt, vorzugsweise bei laufender
Pumpe, oder wobei durch Abschalten der Pumpe geringe oder keine Kondensation im Flüssigkeitskondensator
erfolgt, vorzugsweise bei laufendem Ventilator. Auf diese Weise kann beispielsweise
ein Lastwechsel zwischen den beteiligten Kondensatoren erfolgen.
[0023] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass der Schritt des Startens mit laufendem
Ventilator des Luftkondensators und abgestellter Pumpe des Flüssigkeitskreislaufs
erfolgt, und wobei der Schritt des Zuschaltens des Flüssigkeitskondensators durch
Einschalten oder Erhöhung des geförderten Massenstroms der Pumpe erfolgt.
[0024] Die genannten Weiterbildungen können einzeln eingesetzt oder wie beansprucht geeignet
miteinander kombiniert werden.
[0025] Weitere Merkmale und beispielhafte Ausführungsformen sowie Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es versteht sich,
dass die Ausführungsformen nicht den Bereich der vorliegenden Erfindung erschöpfen.
Es versteht sich weiterhin, dass einige oder sämtliche der im Weiteren beschriebenen
Merkmale auch auf andere Weise miteinander kombiniert werden können.
Zeichnungen
[0026]
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine erste Ausführungsform der beispielhaften Vorrichtung.
- Fig. 2
- zeigt den Verlauf der Kondensattemperatur beim Startvorgang.
- Fig. 3
- zeigt die Füllhöhe im Luft- und Im Heizkondensator.
- Fig. 4
- zeigt Höhenverhältnisse und Füllstande der Kondensatoren.
- Fig. 5
- veranschaulicht die Veränderung der im Heizkondensator ausgekoppelten Wärmemenge ohne
Regelung der Heizwasser-Umwälzpumpe und damit die Veränderung der Vorlauftemperatur
im Heizwasser.
- Fig. 6
- veranschaulicht die Veränderung der im Heizkondensator ausgekoppelten Wärmemenge bei
gleichzeitig gleicher Vorlauftemperatur im Heizwasser mit Regelung der Heizwasser-Umwälzpumpe.
- Fig. 7
- zeigt weitere Ausführungsformen der beispielhaften Vorrichtung, insbesondere mit einem
Siphon (Fig. 7a), und/oder einem Behälter (Fig. 7b), und/oder mit Rückschlag-Ventilen
(Fig. 7c).
- Fig. 8
- zeigt die Ausbildung eines Naturumlaufs bei Beheizung des nicht genutzten Kondensators
3.
Ausführungsformen
[0027] Beim Betrieb eines ORC-Systems mit zwei parallelen Kondensatoren gibt es verschiedene
Betriebszustände, für die jeweils bestimmte Betriebsparameter sicher zu stellen sind.
Die zu betrachtenden Betriebszustände sind: Anfahren, Stationärer Betrieb, Lastwechsel
zwischen Heizkondensator- und Luftkondensator-Betrieb, und Parallelbetrieb von Heizkondensator
und Luftkondensator.
[0028] Die sicherzustellenden Betriebsparameter sind: Geeignete Fluidverteilung jeweils
für die Lastfälle 100 % Luftkondensator-Betrieb, 100 % Heizkondensator-Betrieb und
Parallelbetrieb, sowie eine ausreichende Vorlaufhöhe für die Speisepumpe in den verschiedenen
Betriebsmodi.
[0029] In der einfachsten Ausführungsform des ORC-Systems können die notwendigen Betriebsparameter
in allen verschiedenen Betriebsmodi über regelungstechnische Verfahren sowie eine
geeignete Anordnung von Komponenten und eine entsprechende Füllmenge mit Arbeitsmedium
erreicht werden. Zusätzliche Komponenten, wie Ventile, etc. sind nicht erforderlich.
Im Folgenden werden die Vorrichtungen und Verfahren beschrieben, mit denen die Betriebsparameter
in der einfachsten Ausführungsform eingehalten werden können.
[0030] Fig. 1 zeigt vereinfacht die Standardverschaltung der Anlage. Das flüssige Arbeitsmedium
wird im Wärmeübertrager (Verdampfer) 1 unter Wärmezufuhr vorgewärmt, verdampft und
anschließend in einer Expansionsmaschine 2 (z.B. Schraubenexpander, Turbine) entspannt.
Stromabwärts der Expansionsmaschine findet die Aufteilung des Arbeitsmedienmassenstromes
auf den Flüssigkeitskondensator (Heizkondensator) 3 und den Luftkondensator 4 (mit
einem Ventilator 7) statt. Bei der Verflüssigung des Arbeitsmediums im Heizkondensator
wird Wärme vom Arbeitsmedium an das Heizwassernetz abgegeben, wobei das Heizwasser
über eine Pumpe 6 umgewälzt wird. Der Kreislauf wird geschlossen, indem eine Speisepumpe
5 den Druck des Arbeitsmediums auf den Verdampfungsdruck erhöht und es erneut in den
Verdampfer 1 fördert. In der Verschaltung wird der Fluss des Arbeitsmediums bzw. die
Verteilung des Arbeitsmediums nicht über Ventile geregelt, sondern erfolgt rein thermisch
getrieben.
1. Anfahren
[0031] Wichtig für den Betrieb einer ORC-Anlage mit zwei Kondensatoren ist die Sicherstellung
eines zuverlässigen Anlagenstarts. Um einen sicheren Start ohne Kavitation an der
Speisepumpe sicherzustellen ist es erforderlich, den Druck vor der Pumpe während des
Startprozesses monoton ansteigen zu lassen, zudem muss zu Beginn des Startprozesses
eine Mindestvorlaufhöhe NPSH
r sichergestellt werden.
[0032] Bei abgestellter, kalter Anlage stellt sich ein niedriger Kondensationsdruck mit
niedriger Kondensationstemperatur ein. Selbst bei warmem Heizkondensator wird der
Kondensationsdruck aufgrund der Wärmeabgabe an die Umgebung über den Luftkondensator
den Sättigungsdruck bei Umgebungstemperatur einnehmen. Während des Anfahrprozesses
steigt nun der Kondensationsdruck, womit auch die Kondensationstemperatur steigt.
Würde der Druck nun absinken, läge vor der Pumpe erwärmtes Arbeitsmedium mit niedrigerem
Druck vor. Somit sinkt die vorliegende Unterkühlung des Arbeitsmediums ab, wodurch
Kavitation in der Pumpe entstehen kann. Es muss folglich sichergestellt sein, dass
während des Startvorgangs immer eine ausreichende Unterkühlung vorherrscht. Dies kann
durch zwei Wege erreicht werden. Zum einen muss über die Füllhöhe und Fluidverteilung
in den Kondensatoren eine Unterkühlung sichergestellt werden, die Druckschwankung
ohne Gefahr von Kavitation zulässt. Zum anderen kann über die Regelung sichergestellt
werden, dass während des Startprozesses der Kondensationsdruck monoton ansteigt. Dies
kann dadurch erreicht werden, dass die Anlage im Luftkondensator-Betrieb gestartet
wird. Somit beginnt die Anlage ihren Betrieb mit niedrigem Druck. Anschließend geht
die Anlage fließend in den Heizkondensator-Betrieb über. Wenn die Temperatur des Heizkondensators
höher als die Umgebungstemperatur ist (was nahezu immer zutreffend ist), wird der
Kondensationsdruck langsam monoton ansteigen.
Tabelle 1 (Startprozess):
| Phase |
Heiz-Kondensator |
Luft-Kondensator |
Kondensationsdruck |
Aufenthaltsort Arbeitsmedium |
| 1. Anlage abgestellt |
warm, da durch Heizwasser auf Temperatur |
kalt, da durch Umgebungsluft abgekühlt |
niedrig (Sättigung bei Umgebungstemperatur) |
im Luftkondensator |
| 2. Anlagenstart (Beginn) |
warm |
kalt, wird wärmer |
steigt |
weiterhin im Luftkondensator, da Heizkondensator-Temp. noch höher als Kondensationstemperatur,
welche durch Luftkondensator definiert ist |
| 3. Anlagenstart (fortgeschritten) |
warm |
warm |
weiter angestiegen |
je nach Gleichgewichtszustand in Luftkondensator und Heizkondensator aufgeteilt |
| 4. Anlagenstart (abgeschlossen) |
warm |
wärmer als Heizkondensator |
hoch |
Arbeitsmedium hauptsächlich im Heizkondensator |
[0033] Tabelle 1 zeigt den Ablauf des Startvorgangs. In der Phase 1 ist die Anlage abgestellt.
Die Kondensattemperatur und damit der Kondensationsdruck sind niedrig (siehe Fig.
2). Die Kondensattemperatur T
kond ist gleich der Temperatur der Umgebungsluft T
L. In Phase zwei wird die Anlage gestartet, der Kondensationsdruck steigt langsam an.
Es beginnt sich Fluid in den Heizkondensator zu verschieben (siehe Fig. 3). Die Füllhöhe
L
HK im Heizkondensator steigt. Die Kondensattemperatur steigt bis auf die Temperatur
T
VL des Vorlaufs im Heizkreis. Ab der Kondensattemperatur, die eine Kondensation im Heizkondensator
ermöglicht (Phase 3) wird maßgeblich im Heizkondensator kondensiert. Die Füllhöhe
L
LK im Luftkondensator reduziert sich in dieser Phase. Die Kondensattemperatur nähert
sich der Temperatur T
RL des Rücklaufs im Heizkreis an. In Phase 4 ist der Start abgeschlossen und ein reiner
Heizkondensator-Betrieb aktiv.
2. Stationärer Betrieb
[0034] Im stationären Betrieb wird das Arbeitsmedium immer in den kälteren Kondensator strömen,
da dort geringerer Druck herrscht. Durch das selbstregelnde System ist der kältere
Kondensator der, in dem auch kondensiert werden soll. Im Luftkondensator-Betrieb wird
der Luftkondensator mit kalter Außenluft durchströmt, während der Heizkondensator
im stationären Zustand die Temperatur des Abdampfs einnimmt. Dadurch stellt sich im
Luftkondensator ein geringerer Druck ein und das Fluid (Arbeitsmedium) strömt zur
Kondensation durch den Luftkondensator. Die Kondensationswärme wird an die Umgebungsluft
abgegeben. Im Heizkondensator-Betrieb wird der Heizkondensator mit dem Rücklauf des
Heizungswassers durchströmt. Dieses ist kälter als die Abdampftemperatur. Da der Luftkondensator
bei ausgeschalteten Ventilatoren eine Temperatur (wärmeverlustbedingt nur) nahe der
Temperatur des Abdampfes annimmt, erfolgt die Kondensation im kälteren Heizkondensator.
[0035] 100 % Heizkondensator- oder 100 % Luftkondensator-Betrieb:
Die 100 % Betriebsfälle werden jeweils durch Abschalten oder Leistungsreduzierung
der Ventilatoren, bzw. der Heizwasser-Umwälzpumpe erreicht, so dass in einem der Kondensatoren
keine Wärme mehr abgeführt werden kann. Da die Kondensatoren auf Seite des Arbeitsmediums
nicht durch Ventile voneinander getrennt sind, strömt immer ein kleiner Teil des Abdampfs
durch den nicht benötigten Kondensator und wird durch natürliche Konvektion bzw. Wärmeleitung
abgekühlt.
[0036] Die ausreichende Vorlaufhöhe des Arbeitsmediums vor der Speisepumpe wird durch die
Füllmenge und die geodätische Höhe der Flüssigkeitssäule über der Pumpe eingestellt.
Die geometrischen Verhältnisse zwischen Heizkondensator und Luftkondensator werden
dabei so gewählt, dass bei gleicher Füllmenge und Betrieb von jeweils einem Kondensator
so viel Arbeitsmedium im Kondensator steht, dass eine ausreichende Unterkühlung erreicht
wird. Auf die benötigte Vorlaufhöhe im Parallelbetrieb beider Kondensatoren wird im
folgenden Abschnitt näher eingegangen.
[0037] Selbststabilisierendes Verfahren:
Das hier beschriebene Verfahren stabilisiert sich selbst. Das heißt, dass immer der
Kondensator mit der größeren Wärmeabgabe auch den höchsten Füllstand hat. Dies liegt
an der strömungstechnischen Verteilung der Fluide. Es gibt immer einen Gleichgewichtszustand,
bei dem es keine Druckunterschiede zwischen den beiden Kondensatoren gibt. Der dafür
zu betrachtende Gesamtdruck p
ges setzt sich aus dem jeweils vorherrschenden Kondensationsdruck p
kond und dem sich über den Füllstand Δh einstellenden geodätischen Druck Δp
geod zusammen.

[0038] Wenn beispielhaft angenommen wird, dass in Kondensator b mehr Wärme abgegeben wird
als in Kondensator a, dann gilt hinsichtlich der Prozessparameter folgende Tabelle
(zur Veranschaulichung siehe Fig. 4):
Tabelle 2 (Prozessparameter in Fig. 4):
| Position |
Parameter |
|
|
|
| 1 |
V_dot, p |
a |
= |
b |
| 2 |
V_dot |
a |
< |
b |
| 3 |
p_kond |
a |
> |
b |
| 4 |
p_geod. |
a |
< |
b |
| 5 |
V_dot, p |
a |
= |
b |
| |
h |
a |
< |
b |
| |
Q_dot |
a |
< |
b |
[0039] In der Tabelle bezeichnen die Prozessparameter V_dot den Volumenstrom, p_kond den
Kondensationsdruck, p_geod. den geodätischen Druck, h die Füllhöhe und Q_dot den Wärmestrom.
Die Positionen 1 bis 5 entsprechen für den jeweiligen Kondensator a bzw. b: nach der
Expansionsmaschine und vor dem Aufteilen des Gesamtmassenstroms V_dot,p (Position
1), nach dem Aufteilen und vor dem Eintritt in den Kondensator (Position 2), im Kondensator
(Position 3), nach dem Kondensator und vor dem Zusammenführen der Teil-Massenströme
(Position 4), nach dem Zusammenführen und vor der Speisepumpe (Position 5). Der Vergleich
bezieht sich auf die jeweiligen Prozessparameter in Bezug auf die beiden Kondensatoren
a und b.
[0040] Durch den höheren Volumenstrom in Richtung Kondensator b kommt es zu höheren Druckverlusten
als in Kondensator a (Pfad 1 bis 3a/b). Durch den höheren Druckverlust muss der Kondensationsdruck
im Kondensator b kleiner sein als in Kondensator a. Da die beiden Kondensatoren miteinander
verbunden sind kommt es zu einem Druckausgleich über den geodätischen Druck. Das bewirkt,
dass der Füllstand im Kondensator b soweit steigt, bis es am Punkt 5 keine Druckdifferenz
zwischen den Kondensatoren gibt. Über die höhere Füllhöhe ist sichergestellt, dass
im Kondensator, in dem mehr Wärme abgegeben wird, in dem also auch der größere Teil
des Abdampfs kondensiert wird eine ausreichende Unterkühlung des Arbeitsmedienstroms
erreicht wird und damit auch eine ausreichende Vorlaufhöhe vor der Pumpe sichergestellt
ist. Um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten muss die Füllmenge des Systems so
gewählt sein, dass keiner der beiden Kondensatoren im Betrieb leerläuft. Idealerweise
spielen Füllmenge und die konstruktive Höhe der Kondensatoren zueinander so zusammen,
dass im jeweils nicht genutzten Kondensator (100% Heizkondensator oder 100% Luftkondensator)
gerade kein oder nur minimal Fluid steht. Dies verringert Wärmeverluste und hilft
Fluid einzusparen.
3. Lastwechsel zwischen Heizkondensator und Luftkondensator
[0041] Durch das selbstregelnde Prinzip wird der Lastwechsel erreicht, indem durch Einstellen
der Drehzahl des Ventilators und/oder des durch die Pumpe geförderten Massenstroms
eine gleitende Regelung der Kondensationsanteile im Luftkondensator bzw. im Flüssigkeitskondensator
erfolgt, im Speziellen indem jeweils Ventilatoren bzw. Heizungspumpe abgeschaltet
werden. Dadurch erhöht sich der Druck im nicht benutzen Kondensator und die Kondensation
erfolgt im anderen Kondensator in dem ein niedrigerer Druck herrscht.
4. Parallelbetrieb zwischen Heizkondensator und Luftkondensator
[0042] Wird im Heiznetz nicht die volle Wärmeleistung benötigt, kann nur ein Teil der vom
ORC-System abgegebenen Wärme in das Heiznetz kondensiert werden. Der andere Teil wird
dann über den Luftkondensator abgeführt. Beide Kondensatoren sind parallel im Betrieb.
Der Parallelbetrieb wird erreicht, indem beispielsweise die Ventilatoren des Luftkondensators
in Teillast betrieben werden. Regelungsparameter kann dabei zum Beispiel eine maximale
Temperatur des Heizkreis-Rücklaufes sein. Bei zu hohem Wärmeeintrag durch den ORC
in das Heiznetz kann sich die Temperatur des Rücklaufes zum Blockheizkraftwerk (BHKW)
erhöhen. Übersteigt diese einen gewissen Maximalwert, schaltet sich der Notkühler
ein, um den Wärmeüberschuss aus dem System abzuführen. Um dies zu vermeiden, muss
die ORC-Anlage frühzeitig die eingekoppelte thermische Leistung reduzieren.
[0043] Ein anderer Regelungsparameter kann die gewünschte Vorlauftemperatur für das Heiznetz
sein. Durch eine Verringerung der Ventilator-Drehzahl wird weniger Wärme im Luftkondensator
abgeführt. Dadurch steigt der Kondensationsdruck von p
1 auf p
2 an und ein Teil des Abdampfs strömt in den Heizkondensator und erhöht dort die Wärmeabfuhr
in das Heiznetz. Bei gleichem Wasservolumenstrom (ungeregelter Betrieb der Heizwasser-Umwälzpumpe)
steigt die Austrittstemperatur (= Vorlauftemperatur T
VL) des Heizwassers von T
VL,1 auf T
VL,2 an (siehe Fig. 5). Dadurch kann das System auf einen sich ändernden kundenseitigen
Wärmebedarf reagieren und mehr Wärme in das Heiznetz einkoppeln, wenn dieses benötigt
wird. Genauso wird aber auch ein übermäßig großer Wärmeeintrag verhindert. Nimmt der
Wärmekunde die Wärme nicht ab, denn steigt die Rücklauftemperatur (aus dem Heiznetz
kommend) und somit auch die Vorlauftemperatur. Wird hier eine Grenztemperatur erreicht,
dann regelt das System dem entgegen und koppelt mehr Wärme über den Luftkondensator
aus, indem die Ventilatordrehzahl wieder erhöht wird.
[0044] Zusätzlich oder alternativ dazu kann auch die Heizwasser-Umwälzpumpe geregelt werden,
was eine konstante Vorlauftemperatur T
VL im Heiznetz ermöglicht (siehe Fig. 6). Somit können Heiznetze bedient werden, die
eine gleichbleibende Vorlauftemperatur bei unterschiedlichen Wärmebedarfen benötigen
(zum Beispiel für temperatursensible Prozesse, oder für eine Hygienisierung, etc.).
Durch eine Regelung der Heizwasser-Umwälzpumpe kann die Leistung der Pumpe an den
tatsächlichen Wärmebedarf angepasst und somit die Effizienz des Systems gesteigert
werden.
[0045] Die ausreichende Vorlaufhöhe durch entsprechende Unterkühlung des Fluids (Arbeitsmediums)
wird durch das unter Punkt 2 beschriebene selbstregelnde Prinzip gewährleistet. Es
ist durch eine ausreichende Füllmenge mit Arbeitsmedium sicherzustellen, dass auch
bei Aufteilung des Arbeitsmediums auf beide Kondensatoren eine ausreichende Unterkühlung
vorliegt.
[0046] Das einfache ORC-System mit zwei Kondensatoren kann durch verschiedene Variationen
der Verschaltung verbessert werden, so dass die geforderten Betriebsparameter sicherer
eingehalten werden können (siehe Fig. 7).
1. Einbau eines Siphons (Fig. 7a)
[0047] Mit Hilfe eines Siphons 8 in der Kondensatleitung kann im Kondensator 3, 4 eine definierte
Mindest-Füllhöhe festgelegt werden, da der Flüssigkeitsspiegel im Kondensator immer
so hoch sein muss, wie die Höhe des Siphons. Dadurch wird auch eine definierte Mindest-Unterkühlung
sichergestellt.
2. Behälter (Fig. 7b)
[0048] Ein Behälter 9 zwischen den Kondensatoren 3, 4 und der Speisepumpe 5 stellt sicher,
dass immer flüssiges Arbeitsmedium zur Pumpe strömt. Kommt es zu Betriebszuständen,
in denen einer der Kondensatoren leer läuft und somit gasförmiges Arbeitsmedium in
Richtung Pumpe strömt, wird dieses im Behälter abgeschieden. Auch mit dem flüssigen
Arbeitsmedium strömende Gasblasen, die an der Speisepumpe (Teil-) Kavitation verursachen
könnten, werden im Behälter abgeschieden. Wenn der Behälter nicht komplett gefüllt
ist und sich ein Flüssigkeitsspiegel einstellt, strebt das Arbeitsmedium im Behälter
einen gesättigten Zustand an. Hieraus resultieren zwei mögliche Fälle: Ist das Arbeitsmedium
kälter als die Umgebung verdampft es und es stellt sich ein Gleichgewichtszustand
zwischen flüssiger Phase und dampfförmiger Phase ein. Ist das Arbeitsmedium im Behälter
jedoch wärmer als die Umgebungstemperatur, wird Wärme an die Umgebung abgegeben und
es findet eine Kondensation im Behälter statt. Dies führt dazu, dass der Flüssigkeitsspiegel
steigt, bis hin zum Volllaufen des Behälters. Indem im Behälter ein zusätzlicher Druck
auf den Flüssigkeitsspiegel aufgeprägt wird, z.B. mittels eines nicht-kondensierenden
Gases (siehe z.B. Patent
DE 10 2009 053 390 B3 zur Kavitationsvermeidung), wird eine ausreichende Unterkühlung erzeugt.
3. Rückschlagventile (Fig. 7c)
[0049] In bestimmten Fällen kann es zwischen Heizkondensator 3 und Luftkondensator 4 zu
unerwünschtem Naturumlauf kommen (siehe Fig. 8). Wird der nicht benutzte Kondensator
3 trotzdem beheizt, z.B. mit warmem Heizwasser durchströmt, kommt es in diesem zur
Verdampfung. Der dadurch fallende Füllstand würde das Druck-Gleichgewicht aus Kondensationsdruck
und geodätischem Druck aufgrund unterschiedlicher Füllhöhen aus dem Gleichgewicht
bringen. Um dieses Gleichgewicht zu erhalten strömt kondensiertes Arbeitsmedium aus
dem Kondensator 1 nach. Durch den Einbau von Rückschlagventilen 10 entweder in der
Abdampf- oder der KondensatLeitung wird dieses Phänomen verhindert.
[0050] Die dargestellten Ausführungsformen sind lediglich beispielhaft und der vollständige
Umfang der vorliegenden Erfindung wird durch die Ansprüche definiert.