[0001] Die Erfindung betrifft eine Nockenwellenanordnung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine
mit mindestens einer phasenverstellbaren Einlass-Nockenwelle und mindestens einer
phasenverstellbaren Auslass-Nockenwelle sowie eine Hubkolbenbrennkraftmaschine mit
einer solchen Nockenwellenanordnung.
[0002] Aus
DE 195 27 503 A1 ist es bekannt, bei Hubkolbenbrennkraftmaschinen die Winkellage von Kurbel- und Nockenwelle
mit Hilfe geeigneter Sensorsysteme zu ermitteln. Diesbezüglich wird insbesondere auf
die Anordnung von Geberrädern mit zugeordneten Sensoren verwiesen.
DE 195 27 503 A1 nimmt keinen Bezug auf Hubkolbenbrennkraftmaschinen mit zwei Nockenwellen, insbesondere
nicht auf Hubkolbenbrennkraftmaschinen mit zwei phasenverstellbaren Nockenwellen.
[0003] Aus
DE 10 2008 032 026 A1 ist eine Nockenwellensensoreinheit zur Bestimmung der absoluten Position einer Nockenwelle
einer Hubkolbenbrennkraftmaschine mit einem Geberrad bekannt. Das Geberrad weist über
seinen Umfang verteilt eine Anzahl von Triggern auf, die eine Winkelerkennungsgenauigkeit
von weniger als 20° NW (Grad Nockenwelle) erlaubt.
DE 20 2008 032 026 A1 nimmt keinen Bezug auf Hubkolbenbrennkraftmaschinen mit zwei phasenverstellbaren
Nockenwellen.
[0004] Aus
DE 101 56 780 A1 ist eine Hubkolbenbrennkraftmaschine mit einer Einlass-Nockenwelle und einer Auslass-Nockenwelle
bekannt, wobei nur die Auslass-Nockenwelle phasenverstellbar ausgebildet ist und dieser
ein sogenanntes Schnellstartgeberrad zugeordnet ist.
DE 101 56 780 A1 nimmt keinen Bezug auf Hubkolbenbrennkraftmaschinen mit zwei phasenverstellbaren
Nockenwellen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Nockenwellenanordnung für eine Hubkolbenbrennkraftmaschine
mit mindestens einer phasenverstellbaren Einlass-Nockenwelle und mindestens einer
phasenverstellbaren Auslass-Nockenwelle sowie eine Hubkolbenbrennkraftmaschine mit
einer solchen Nockenwellenanordnung zur Verfügung zu stellen, die eine Schnellstartfähigkeit
der Hubkolbenbrennkraftmaschine gewährleisten, kostengünstig realisierbar sind und
zugleich eine erhöhte Genauigkeit bei der Positionserfassung der Nockenwelle ermöglichen.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen
Ansprüche.
[0007] Bei einer erfindungsgemäßen Nockenwellenanordnung für eine Hubkolbenbrennkraftmaschine
mit mindestens einer phasenverstellbaren Einlass-Nockenwelle und mindestens einer
phasenverstellbaren Auslass-Nockenwelle ist der mindestens einen phasenverstellbaren
Auslass-Nockenwelle eine Schnellstartgeberrad-Einheit zugeordnet und der mindestens
einen phasenverstellbaren Einlass-Nockenwelle eine Präzisionsgeberrad-Einheit zugeordnet,
wobei die Präzisionsgeberrad-Einheit eine höhere Auflösung aufweist als die Schnellstartgeberrad-Einheit.
[0008] Unter einer Schnellstartgeberrad-Einheit wird in diesem Zusammenhang eine Einheit
verstanden, die einen Signalverlauf erzeugt, welcher in Zusammenhang mit dem Signalverlauf
einer Kurbelwellensensor-Einheit eine eindeutige Zuordnung des Arbeitstaktes jedes
Zylinders der Hubkolbenbrennkraftmaschine ermöglicht. Dies kann im Falle eines Vierzylindermotors
insbesondere dadurch erfolgen, dass die Kombination der Signale der Schnellstartgeberrad-Einheit
und der Kurbelwellensensor-Einheit (z.B. Erfassung einer einen Sensor passierenden
Flanke oder sonstigen Markierung) eindeutig ist. Auf Einzelheiten hierzu wird in Verbindung
mit dem Ausführungsbeispiel noch im Detail Bezug genommen.
[0009] Unter einer Schnellstartgeberrad-Einheit wird in diesem Zusammenhang insbesondere
die Kombination eines Schnellstartgeberrades umfassend n
1 Segmente mit einem mit diesem zusammenwirkenden Schnellstartgeberrad-Sensor verstanden,
welche dazu ausgebildet ist, die Startzeit einer Hubkolbenbrennkraftmaschine zu verringern,
indem sie während des Startvorgangs einer Hubkolbenbrennkraftmaschine eine verlässliche
Information zur Position der Auslassventile liefert. Aus dem Stand der Technik sind
derartige Schnellstartgeberrad-Einheiten bekannt. Die Erfindung geht davon aus, dass
die Phasenversteller der Einlass-Nockenwelle und der Auslass-Nockenwelle beim Start
der Hubkolbenbrennkraftmaschine in einer bekannten Art und Weise in eindeutigen Referenzpositionen
verriegelt sind, so dass mit Hilfe der genannten Schnellstartgeberrad-Einheit nicht
nur die Position der Auslass-Nockenwelle, sondern auch die Position der Einlass-Nockenwelle
bekannt ist.
[0010] Unter einer Präzisionsgeberrad-Einheit wird vorliegend insbesondere die Kombination
eines Präzisionsgeberrades mit n
2 Segmenten und einem mit diesem zusammenwirkenden Präzisionsgeberrad-Sensor verstanden,
welche eine höhere Auflösung aufweist als die Schnellstartgeberrad-Einheit und dazu
ausgebildet ist, während des Betriebes einer Hubkolbenbrennkraftmaschine zusätzliche
Informationen hinsichtlich des Füllungsgrades einzelner Zylinder durch genaue Ermittlung
des Schließzeitpunkts der Einlassventile über die Einlass-Nockenwellenstellung bereitzustellen.
Dies erfolgt durch die permanente Signalauswertung des Präzisionsgeberrades mittels
des Präzisionsgeberrad-Sensors, insbesondere während des Betriebs der Hubkolbenbrennkraftmaschine.
Mit einer "höheren Auflösung" ist vorliegend gemeint, dass die Zahl der Segmente des
Präzisionsgeberrades größer ist als die entsprechende Zahl des Schnellstartgeberrades.
Eine Umdrehung der Einlass-Nockenwelle ist daher mit Hilfe der Präzisionsgeberrad-Einheit
"höher aufgelöst", d.h. in kleinere Abschnitte eingeteilt, als mit der Schnellstartgeberrad-Einheit.
[0011] Zu berücksichtigen ist auch, dass die Schnellstartgeberrad-Einheit und die Präzisionsgeberrad-Einheit
für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, nämlich die Schnellstartgeberrad-Einheit
zur möglichst schnellen Erfassung der Position des Kurbel- und Steuertriebes einer
Hubkolbenbrennkraftmaschine während des Startvorgangs mit verriegelten Nockenwellenstellern
einerseits und die Präzisionsgeberrad-Einheit zur Verbesserung der Füllungserfassung
während des Betriebes der Hubkolbenbrennkraftmaschine andererseits. Das Präzisionsgeberrad
ist daher vorzugsweise in eine Vielzahl gleich großer Segmente mit gleichmäßiger Segmentteilung
geteilt (einzige Ausnahme ist häufig eine Referenzmarkierung mit Wegfall oder Dopplung
eines Segments), während das Schnellstartgeberrad weniger Segmente umfasst und häufig
eine ungleichmäßige Segmentteilung aufweist. Die Schnellstartgeberrad-Einheit ermöglicht
zusätzlich eine Positionserfassung der Auslass-Nockenwelle während des Motorbetriebs,
allerdings mit geringerer Genauigkeit als die Präzisionsgeberrad-Einheit.
[0012] Eine erfindungsgemäße Nockenwellenanordnung hat den Vorteil, dass durch Zuordnung
einer Anordnung einer Präzisionsgeberrad-Einheit zu einer phasenverstellbaren Einlass-Nockenwelle
und Zuordnung einer Schnellstartgeberrad-Einheit zu einer phasenverstellbaren Auslass-Nockenwelle
eine hohe Genauigkeit der Positionserfassung der Einlass-Nockenwelle bei gleichzeitiger
Schnellstartfähigkeit ermöglicht wird und dadurch in einer Vielzahl von Betriebszuständen
eine präzisere und somit effizientere Einspritzung und Verbrennung in einem Hubkolbenverbrennungsmotor
ermöglicht wird. Die Erfindung stellt daher für Hubkolbenbrennkraftmaschinen mit zweifacher
Phasenverstellung (d.h. mit phasenverstellbarer Einlass-Nockenwelle und mit phasenverstellbarer
Auslass-Nockenwelle) einen bevorzugten Kompromiss aus Herstellungs-kosten und Genauigkeit
hinsichtlich der Füllungserfassung von Hubkolbenbrennkraftmaschinen dar.
[0013] Mit dem Begriff Segment wird im vorliegenden Fall jedes Mittel zur Erzeugung und
Erfassung mindestens zwei verschiedener Signale verstanden, das eine Positionsauswertung
ermöglicht. Solche Mittel sind insbesondere geometrisch erkennbare Elemente (wie z.B.
Flanken mit dazwischen angeordneten erhöhten und vertieften Bereichen, Zähne, Lücken,
Schlitze), magnetische Felder und/oder optische Marken, die mit Hilfe bekannter Sensoren
erfasst werden können. Vorzugsweise werden Segmente und Sensoren eingesetzt, mit welchen
zwischen genau zwei verschiedenen Zuständen bzw. Signalen (z.B. Hoch/Tief oder 0/1)
unterschieden werden kann.
[0014] In einer praktischen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Nockenwellenanordnung
besteht jedes Segment des Schnellstartgeberrades und/oder des Präzisionsgeberrades
aus einem erhöhten Bereich e und einem vertieften Bereich v, wobei die erhöhten Bereiche
e und die vertieften Bereiche v über sich radial erstreckende Flanken F miteinander
verbunden sind. Mit "sich radial erstreckend" ist nicht zwangsläufig eine ausschließlich
radiale Erstreckungsrichtung gemeint. Von dieser Formulierung umfasst sollen auch
Erstreckungsrichtungen von Flanken F sein, die teilweise in radialer Richtung und
teilweise in Umfangsrichtung verlaufen. Sie können von den erhöhten Bereichen e und
den vertieften Bereichen v im letzt genannten Fall insbesondere dann unterschieden
werden, wenn die erhöhten Bereiche e und die vertieften Bereiche v sich ausschließlich
in Umfangsrichtung erstrecken.
[0015] In einer weiteren praktischen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Nockenwellenanordnung
sind sämtliche erhöhten Bereiche e und/oder sämtliche vertieften Bereiche v eines
Schnellstartgeberrades und/oder eines Präzisionsgeberrades jeweils auf einem konzentrisch
um die Drehachse D der jeweiligen Nockenwelle angeordneten Kreis angeordnet. Dies
hat den Vorteil, dass ein in radialer Richtung auf das Schnellstartgeberrad und/oder
das Präzisionsgeberrad gerichteter Sensor in wie vorstehend beschriebenen erhöhten
Bereichen e und in wie vorstehend beschriebenen vertieften Bereich v jeweils einen
konstanten Abstand erfassen muss. Es sind daher einfach aufgebaute und kostengünstig
verfügbare Sensoren einsetzbar.
[0016] Weiter bevorzugt ist es bei einer erfindungsgemäßen Nockenwellenanordnung, wenn die
Zahl der Segmente n
1 des Präzisionsgeberrades mindestens (2*n
2-1) beträgt. Vorzugsweise beträgt die Zahl der Segmente n
1 entweder (x*n
2), (x*n
2+1) oder (x*n
2-1), wobei x eine positive, ganze Zahl und n
2 die Zahl der Segmente des Schnellstartgeberrades ist.
[0017] Der Wert (x*n
2+1) ergibt sich, wenn als Markierung einer vollständigen Umdrehung für das Präzisionsgeberrad
ein Segment der "Standard-Größe" in zwei Segmente halber Größe unterteilt wird, d.h.
wenn die Markierung durch einen zusätzlichen erhöhten Bereich e realisiert wird.
[0018] Der Wert (x*n
2-1) ergibt sich, wenn als Markierung einer vollständigen Umdrehung für das Präzisionsgeberrad
ein erhöhter Bereich e entfällt (Lücke als Markierung). Eine Lücke als Markierung
ist insbesondere dann bevorzugt, wenn der vorgesehene Präzisionsgeberrad-Sensor eine
zusätzliche Markierung nicht oder nicht zuverlässig auslösen könnte, d.h. wenn mit
den vorhandenen Markierungen bereits die Auflösung des vorgesehenen Präzisionsgeberrad-Sensors
vollständig oder weitestgehend ausgeschöpft wird.
[0019] Der Wert (x*n
2) ergibt sich, wenn eine von den Segmenten unabhängige, zusätzliche Markierung an
dem Präzisionsgeberrad vorgenommen wird. Eine zusätzliche Markierung ist insbesondere
dann bevorzugt, wenn diese von dem vorgesehenen Präzisionsgeberrad-Sensor zuverlässig
erfasst werden kann.
[0020] Um die Herstellungskosten eines Präzisionsgeberrades und somit auch die Kosten einer
erfindungsgemäßen Nockenwellenanordnung gering zu halten, kann es vorteilhaft sein,
wenn das Präzisionsgeberrad einen größeren Außendurchmesser aufweist als das Schnellstartgeberrad.
In diesem Fall kann das mit einer höheren Auflösung (d.h. mit mehr Segmenten) versehene
Präzisionsgeberrad mit größeren absoluten Toleranzwerten gefertigt werden, weil die
Länge der erhöhten und vertieften Bereiche (dabei handelt es sich üblicherweise um
Kreisbogenabschnitte) mit Vergrößerung des Durchmessers länger werden.
[0021] Die Erfindung betrifft auch eine Hubkolbenbrennkraftmaschine mit einer wie vorstehend
beschriebenen Nockenwellenanordnung. Auf die damit verbundenen Vorteile, die vorstehend
in Verbindung mit der Nockenwellenanordnung bereits beschrieben wurden, wird hiermit
noch einmal Bezug genommen. Unter dem Begriff Hubkolbenbrennkraftmaschine sind vorstehend
insbesondere Viertakt-Ottomotoren von Kraftfahrzeugen gemeint. Die Erfindung ist jedoch
nicht hierauf beschränkt, sondern kann darüber hinaus insbesondere auch für andere
Fahrzeuge, wie z.B. für Marine- oder Flugmotoren, sowie für stationäre Motoren eingesetzt
werden.
[0022] In einer weiteren praktischen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Hubkolbenbrennkraftmaschine
weist diese z Zylinder auf, wobei die Zahl n
2 der Segmente des Schnellstartgeberrades (12) einem ganzzahligen Vielfachen der Zahl
z der Zylinder entspricht. Ganzzahliges Vielfaches bezeichnet insbesondere auch eine
genau der Zahl z der Zylinder entsprechenden Zahl der Segmente n
2. Dadurch wird jedem einzelnen Zylinder der Hubkolbenbrennkraftmaschine im Ladungswechsel-
bzw. Arbeitstakt die gleiche Anzahl auswertbarer Signale zugeordnet.
[0023] Weiter bevorzugt ist es, wenn eine erfindungsgemäße Hubkolbenbrennkraftmaschine eine
Kurbelwelle umfasst, welcher eine eigene Kurbelwellen-Geberrad-Einheit zugeordnet
ist. Bei einer derartigen Kurbelwellen-Geberrad-Einheit handelt es sich vorzugsweise
um ein Geberrad mit einer Vielzahl von Zähnen, Nasen und/oder Schlitzen, die gleichmäßig
über den Umfang verteilt sind, wobei die Auflösung umso höher ist, je mehr Zähne,
Nasen und/oder Schlitze über den Umfang verteilt angeordnet sind. Durch Kombination
der von der Kurbelwellen-Geberrad-Einheit erfassten Signale mit den von der Schnellstart-Geberrad-Einheit
erfassten Signale kann die Position des Kurbel- und Steuertriebes der Hubkolbenbrennkraftmaschine
(bei verriegelten Nockenwellenstellern) eindeutig bestimmt werden. Dies ist mit einer
geringeren Genauigkeit ebenso über eine Kombination der Signale der Schnellstart-Geberrad-Einheit
mit der Präzisionsgeberrad-Einheit möglich (z.B. für Notlauf).
[0024] Vorzugsweise sind die Kurbelwelle, die mindestens eine Einlass-Nockenwelle und die
mindestens eine Auslass-Nockenwelle einer erfindungsgemäßen Hubkolbenbrennkraftmaschine
über einen gemeinsamen Steuertrieb miteinander verbunden und werden gemeinsam angetrieben.
Dies erspart separate Antriebseinheiten sowie eine Synchronisierung dieser Antriebseinheiten.
[0025] Weitere praktische Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung sind nachfolgend
im Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Schnellstartgeberrad-Einheit und eine Präzisionsgeberrad-Einheit einer erfindungsgemäßen
Nockenwellenanordnung zusammen mit einer Präzisionsgeberrad-Einheit einer Kurbelwelle.
[0026] Figur 1 zeigt in einer schematischen Ansicht eine Drehachse D
K einer nicht dargestellten Kurbelwelle, eine Drehachse D
A einer nicht dargestellten Auslass-Nockenwelle und eine Drehachse D
E einer nicht dargestellten Einlass-Nockenwelle einer Reihen-Vierzylinder-Brennkraftmaschine
(Ottomotor).
[0027] Die Auslass-Nockenwelle ist mit einer Schnellstartgeberrad-Einheit 10 gekoppelt,
welche ein Schnellstartgeberrad 12 und einen Schnellstartgeberrad-Sensor 14 umfasst.
Das Schnellstartgeberrad 12 umfasst vier wechselweise angeordnete erhöhte Bereiche
e und vertiefte Bereiche v, die über sich ausschließlich in radialer Richtung erstreckende
Flanken F miteinander verbunden sind. Die erhöhten Bereiche können auch als "Zähne"
bezeichnet werden. Mit "gekoppelt" ist vorliegend gemeint, dass das Schnellstartgeberrad
12 drehfest mit der Auslass-Nockenwelle verbunden ist. Dies kann insbesondere durch
einstückige Ausbildung eines Schnellstartgeberrades 12 mit der Nockenwelle erfolgen
oder durch drehfeste Verbindung eines separaten Schnellstartgeberrades 12 (wie in
Figur 1 dargestellt) mit der Nockenwelle. Über den Schnellstartgeberrad-Sensor 14
wird ermittelt, ob sich im Messbereich des Schnellstartgeberrad-Sensors 14 gerade
ein erhöhter Bereich e und/oder ein vertiefter Bereich v befindet. Daraus werden aktuelle
Positionen der Auslassventile abgeleitet. Wie in Figur 1 erkennbar ist, weist das
Schnellstartgeberrad 12 vier Segmente mit ungleichmäßiger Segmentteilung auf, d.h.
der Winkelbereich einer vertieften Bereichs v und der Winkelbereich eines erhöhten
Bereichs e eines Segments sind unterschiedlich groß.
[0028] Die Einlass-Nockenwelle ist mit einer Präzisionsgeberrad-Einheit 20 gekoppelt, welche
ein Präzisionsgeberrad 22 und einen Präzisionsgeberrad-Sensor 24 umfasst. Das Präzisionsgeberrad
22 umfasst 12+1 (=13) wechselweise angeordnete Bereiche e und vertiefte Bereiche v,
die über sich ausschließlich in radialer Richtung erstreckende Flanken F miteinander
verbunden sind. Durch "Zählen" und Auswerten der Signale mittels des Präzisionsgeberrad-Sensors
24 kann die aktuelle Position der Einlass-Nockenwelle eingegrenzt werden. Die Auswertung
kann beispielsweise in bekannter Art und Weise durch Messen der magnetischen Flussdichte
über den Drehwinkel der Einlass-Nockenwelle erfolgen. Die Auswertung wird für die
Ermittlung des Füllungsgrades der Hubkolbenbrennkraftmaschine verwendet. Der erhöhte
Bereich e, welcher in Figur 1 auf den Präzisionsgeberrad-Sensor 24 gerichtet ist und
Teil eines Zusatzsegment ist, dient als Referenzmarkierung. Das Präzisionsgeberrad
22 weist somit zwölf Segmente mit gleichmäßiger (einfacher) Teilung auf, wobei durch
die vorstehend beschriebene Referenzmarkierung eine Segment mit einfacher Teilung
in zwei Segmente mit halber Teilung "gegliedert" wurde.
[0029] Die Kurbelwelle ist mit einer Kurbelwellen-Geberrad-Einheit 30 gekoppelt, welche
ein Kurbelwellen-Geberrad 32 und einen Kurbelwellen-Geberrad-Sensor 34 umfasst. Das
Kurbelwellen-Geberrad 32 umfasst eine Vielzahl gleichmäßig über den Umfang verteilter
Zähne 36 und eine Zahnlücke 38, die als Referenzmarkierung dient.
[0030] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei den Sensoren 14, 24, 34
um bekannte Hall-Sensoren. Es obliegt dem Fachmann, anstelle dieser Sensoren 14, 24,
34 andere geeignete Sensoren zu verwenden, auch und insbesondere dann, wenn die Segmente
anstelle erhöhter Bereich e und vertiefter Bereiche v abweichend gestaltet sind (z.B.
magnetische und/oder optische Segmente und entsprechende Sensoren).
[0031] In Figur 1 sind folgende Maßangaben enthalten:
de1: Durchmesser im Bereich der erhöhten Bereiche e des Präzisionsgeberrades 22
dv1: Durchmesser im Bereich der vertieften Bereiche v des Präzisionsgeberrades 22
de2: Durchmesser im Bereich der erhöhten Bereiche e des Schnellstartgeberrades 12
dv2: Durchmesser im Bereich der vertieften Bereiche v des Schnellstartgeberrades 12
[0032] In der gezeigten Ausführungsform wurden folgende Maße verwendet: d
e1=80 mm, d
v1=72 mm, d
e2=60 mm. Das Maß d
v2 kann in geeigneter Art und Weise an die Genauigkeit des Schnellstartgeberrad-Sensors
14 angepasst werden. In der gezeigten Ausführungsform beträgt d
v2 ca. 50 mm. Vorteilhaft ist es bei einer erfindungsgemäßen Anordnung, wenn d
e1 größer gewählt wird als d
e2, da die Auflösung des Präzisionsgeberrades 22 höher ist und die erforderlichen Toleranzen
umso größer ausfallen können, je größer d
ei1 gewählt wird.
[0033] Die in Figur 1 am Präzisionsgeberrad 22 eingetragenen Winkel α, β und γ betragen
in der gezeigten Ausführungsform α=25,5° (insgesamt 11 Mal vorhanden), β=10,5° (insgesamt
2 Mal vorhanden) und γ=4,5° (insgesamt 13 Mal vorhanden, d.h. an jedem erhöhten Abschnitt).
Der Umfang des Präzisionsgeberrades 22 ist damit in 11 Segmente mit einem Winkel von
jeweils 30° und 2 Segmente mit einem Winkel von jeweils 15° unterteilt.
[0034] Die in der vorliegenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen
für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich
sein. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt.
Sie kann im Rahmen der Ansprüche und unter Berücksichtigung der Kenntnisse des zuständigen
Fachmanns variiert werden.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 10
- Schnellstartgeberrad-Einheit
- 12
- Schnellstartgeberrad
- 14
- Schnellstartgeberrad-Sensor
- 20
- Präzisionsgeberrad-Einheit
- 22
- Präzisionsgeberrad
- 24
- Präzisionsgeberrad-Sensor
- 30
- Kurbelwellen-Geberrad-Einheit
- 32
- Kurbelwellen-Geberrad
- 34
- Kurbelwellen-Geberrad-Sensor
- 36
- Zahn
- 38
- Zahnlücke
1. Nockenwellenanordnung für eine Hubkolbenbrennkraftmaschine mit mindestens einer phasenverstellbaren
Einlass-Nockenwelle und mindestens einer phasenverstellbaren Auslass-Nockenwelle,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens einen phasenverstellbaren Auslass-Nockenwelle eine Schnellstartgeberrad-Einheit
(10) zugeordnet ist und der mindestens einen phasenverstellbaren Einlass-Nockenwelle
eine Präzisionsgeberrad-Einheit (20) zugeordnet ist, wobei die Präzisionsgeberrad-Einheit
(20) eine höhere Auflösung aufweist als die Schnellstartgeberrad-Einheit (10).
2. Nockenwellenanordnung nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnellstartgeberrad-Einheit (10) ein Schnellstartgeberrad (12) mit n2 Segmenten und einen mit dem Schnellstartgeberrad (12) zusammenwirkenden Schnellstartgeberrad-Sensor
(14) umfasst und die Präzisionsgeberrad-Einheit (20) ein Präzisionsgeberrad (22) mit
n1 Segmenten und einen mit dem Präzisionsgeberrad (22) zusammenwirkenden Präzisionsgeberrad-Sensor
(24) umfasst.
3. Nockenwellenanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Segment des Schnellstartgeberrades (12) und/oder des Präzisionsgeberrades (22)
aus einem erhöhten Bereich e und einem vertieften Bereich v besteht, wobei die erhöhten
Bereiche e und die vertieften Bereiche v über sich radial erstreckende Flanken F miteinander
verbunden sind.
4. Nockenwellenanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche erhöhten Bereiche e und/oder sämtliche vertieften Bereiche v des Schnellstartgeberrades
(12) und/oder des Präzisionsgeberrades (22) jeweils auf einem konzentrisch um die
Drehachse D der jeweiligen Nockenwelle angeordneten Kreis angeordnet sind.
5. Nockenwellenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahl der Segmente n1 des Präzisionsgeberrades (22) mindestens (2*n2-1) beträgt.
6. Nockenwellenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Präzisionsgeberrad (22) einen größeren Außendurchmesser aufweist als das Schnellstartgeberrad
(12).
7. Hubkolbenbrennkraftmaschine umfassend eine Nockenwellenanordnung nach einem der vorstehenden
Ansprüche.
8. Hubkolbenbrennkraftmaschine nach Anspruch 7 mit z Zylindern, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahl n2 der Segmente des Schnellstartgeberrades (12) einem ganzzahligen Vielfachen der Zahl
z der Zylinder entspricht.
9. Hubkolbenbrennkraftmaschine nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch eine Kurbelwelle, welcher eine eigene Kurbelwellen-Geberrad-Einheit (30) zugeordnet
ist.
10. Hubkolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle, die mindestens eine Einlass-Nockenwelle und die mindestens eine
Auslass-Nockenwelle über einen gemeinsamen Steuertrieb verbunden und angetrieben sind.
1. Camshaft arrangement for a reciprocating piston internal combustion engine having
at least one phase-adjustable inlet camshaft and at least one phase-adjustable outlet
camshaft,
characterized
in that the at least one phase-adjustable outlet camshaft is assigned a quick-start encoder
wheel unit (10), and the at least one phase-adjustable inlet camshaft is assigned
a precision encoder wheel unit (20), wherein the precision encoder wheel unit (20)
has a higher resolution than the quick-start encoder wheel unit (10).
2. Camshaft arrangement according to the preceding claim, characterized in that the quick-start encoder wheel unit (10) comprises a quick-start encoder wheel (12)
with n2 segments and a quick-start encoder wheel sensor (14) which interacts with the quick-start
encoder wheel (12), and the precision encoder wheel unit (20) comprises a precision
encoder wheel (22) with n1 segments and the precision encoder wheel sensor (24) which interacts with the precision
encoder wheel (22).
3. Camshaft arrangement according to Claim 2, characterized in that each segment of the quick-start encoder wheel (12) and/or of the precision encoder
wheel (22) is composed of an elevated region e and a countersunk region v, wherein
the elevated regions e and the countersunk regions v are connected to one another
via radially extending edges F.
4. Camshaft arrangement according to Claim 3, characterized in that all the elevated regions e and/or all the countersunk regions v of the quick-start
encoder wheel (12) and/or of the precision encoder wheel (22) are each arranged on
a circle which is arranged concentrically about the rotational axis D of the respective
camshaft.
5. Camshaft arrangement according to one of Claims 2 to 4, characterized in that the number of segments n1 of the precision encoder wheel (22) is at least (2*n2-1).
6. Camshaft arrangement according to one of Claims 2 to 5, characterized in that the precision encoder wheel (22) has a larger external diameter than the quick-start
encoder wheel (12).
7. Reciprocating piston internal combustion engine comprising a camshaft arrangement
according to one of the preceding claims.
8. Reciprocating piston internal combustion engine according to Claim 7 with z cylinders,
characterized in that the number n2 of segments of the quick-start encoder wheel (12) corresponds to an integral multiple
of the number z of cylinders.
9. Reciprocating piston internal combustion engine according to Claim 7 or 8, characterized by a camshaft to which a separate crankshaft encoder wheel unit (30) is assigned.
10. Reciprocating piston internal combustion engine according to one of Claims 7 to 9,
characterized in that the crankshaft, the at least one inlet camshaft and the at least one outlet camshaft
are connected and driven via a common control drive.
1. Turbocompresseur à gaz d'échappement comprenant une turbine, la turbine présentant
un carter de turbine (10) qui, en amont d'une roue mobile de turbine (12), constitue
un canal d'entrée (18) et en aval de la roue mobile de turbine (12), un canal de sortie
(22), la surface en section transversale dans le canal de sortie (22) pouvant être
modifiée au moyen d'un dispositif d'ajustement (24), caractérisé en ce que le dispositif d'ajustement (24) présente un système de paroi en forme d'entonnoir
disposé à l'intérieur du canal de sortie (22), une section transversale d'entrée ou
de sortie du système de paroi pouvant être modifiée par un écartement plus ou moins
important du système de paroi.
2. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans le canal d'entrée (18) sont disposées une ou plusieurs aubes directrices réglables
(20).
3. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le système de paroi en forme d'entonnoir s'élargit dans la direction d'écoulement
du gaz d'échappement.
4. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon l'une quelconque des revendications 1 à
3, caractérisé en ce que la section transversale d'entrée du système de paroi peut être modifiée par un écartement
plus ou moins important du système de paroi.
5. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon l'une quelconque des revendications 1 à
4, caractérisé en ce que le système de paroi présente une pluralité de premiers éléments de paroi (26) qui
sont disposés sous forme annulaire de manière espacée les uns des autres dans la direction
périphérique et présente une pluralité de deuxièmes éléments de paroi (28) qui sont
disposés sous forme annulaire de manière espacée les uns des autres dans la direction
périphérique, les deuxièmes éléments de paroi (28) recouvrant les espaces entre les
premiers éléments de paroi (26) et un dispositif de réglage (34) étant prévu, au moyen
duquel des premières extrémités constituant la section transversale d'entrée ou de
sortie des premiers éléments de paroi (26) et/ou des deuxièmes éléments de paroi (28)
peuvent être déplacées dans la direction radiale.
6. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon la revendication 5, caractérisé en ce que les premiers et/ou les deuxièmes éléments de paroi (26, 28) sont supportés de manière
rotative.
7. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'au moins certains des premiers et/ou des deuxièmes éléments de paroi (26, 28) sont
supportés à la manière d'une bascule de telle sorte que dans le cas d'un déplacement
radial orienté vers l'intérieur des premières extrémités de ces éléments de paroi
(26, 28), des deuxièmes extrémités de ces éléments de paroi (26, 28) soient déplacées
radialement vers l'extérieur, ce qui s'associe avec une précontrainte élastique d'un
élément de ressort.
8. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon l'une quelconque des revendications 5 à
7, caractérisé en ce que les premiers et/ou les deuxièmes éléments de paroi (26, 28) présentent une section
transversale en forme de U.
9. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon l'une quelconque des revendications 5 à
8, caractérisé en ce que le dispositif de réglage (34) comprend une bague de réglage (36) avec une ou plusieurs
fentes de guidage (38), des premiers et/ou deuxièmes éléments de paroi (26, 28) étant
guidés dans une ou plusieurs des fentes de guidage (28) de telle sorte qu'une rotation
de la bague de réglage (36) conduise à un déplacement radial de ces éléments de paroi
(26, 28) dans la direction radiale.
10. Turbocompresseur à gaz d'échappement selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le dispositif d'ajustement (24) comprend un diaphragme à lamelles (44).