(19)
(11) EP 3 017 510 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
01.09.2021  Patentblatt  2021/35

(21) Anmeldenummer: 14736294.1

(22) Anmeldetag:  02.07.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01R 12/91(2011.01)
H01R 12/73(2011.01)
H01R 24/40(2011.01)
H01R 13/11(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2014/001819
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2015/000590 (08.01.2015 Gazette  2015/01)

(54)

STECKVERBINDER

PLUG-IN CONNECTOR

CONNECTEUR À FICHE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 05.07.2013 DE 202013006067 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.05.2016  Patentblatt  2016/19

(73) Patentinhaber: Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG
83413 Fridolfing (DE)

(72) Erfinder:
  • SINGHAMMER, Martin
    83413 Fridolfing (DE)
  • BIERMANN, Christian
    83395 Freilassing (DE)
  • HÖFLING, Thomas
    83355 Grabenstätt (DE)

(74) Vertreter: Zeitler Volpert Kandlbinder Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Herrnstrasse 44
80539 München
80539 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 340 952
EP-A1- 2 302 742
EP-A1- 2 610 971
WO-A1-2007/098617
WO-A1-2012/119826
DE-B3-102007 059 254
DE-U1-202012 008 969
EP-A1- 0 340 952
EP-A1- 2 302 742
EP-A2- 2 053 705
WO-A1-2011/088902
CN-A- 102 097 723
DE-U1- 9 106 995
US-B1- 6 361 348
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder. Weiterhin betrifft die Erfindung einen Mehrfachsteckverbinder, der im Zusammenwirken mit einem Gegensteckverbinder insbesondere zur Übertragung von Hochfrequenzsignalen zwischen zwei Leiterplatten vorgesehen ist.

    [0002] Derartige Steckverbinder bzw. Mehrfachsteckverbinder sollen eine möglichst verlustfreie Übertragung von Hochfrequenzsignalen auch in einem definierten Toleranzbereich bezüglich der Parallelität sowie des Abstands der beiden Leiterplatten sicherstellen. Weiterhin sollen die Steckverbinder kostengünstig herstellbar und regelmäßig ausreichend robust für die Integration in eine Montagelinie sein.

    [0003] Bekannt ist, eine einfache (d.h. einen einzigen Hochfrequenzsignalpfad ausbildende) Verbindung zwischen zwei Leiterplatten mittels zwei, mit den Leiterplatten fest verbundenen Koaxialsteckverbindern sowie einem die beiden Koaxialsteckverbinder verbindenden Adapter, dem sogenannten "Bullet", herzustellen. Dieser Adapter ermöglicht einen axialen und radialen Toleranzausgleich, sowie den Ausgleich von Parallelitätstoleranzen. Typische hierfür eingesetzte Koaxialsteckverbinder sind SMP, Mini-SMP oder FMC. Sind eine Vielzahl von Hochfrequenzpfaden zwischen zwei Leiterplatten vorgesehen, müssen eine Vielzahl derartiger Einfachsteckverbindungen eingesetzt werden, was insbesondere einen erheblichen Montageaufwand darstellt.

    [0004] Mittels Mehrfachsteckverbindern, die eine Vielzahl von Kontaktelementen in einer definierten Anordnung in einem Gehäuse integrieren, kann der Montageaufwand beim Verbinden von zwei Leiterplatten im Vergleich zu der Verwendung von Einfachsteckverbindern erheblich reduziert werden. Dabei stellt jedoch die Integration einer Toleranzausgleichsfunktionalität der Mehrfachsteckverbinder eine Herausforderung dar.

    [0005] Die WO 2011/088902 A1 beschreibt einen Steckverbinder mit einem ersten Distanzstück, einem zweiten Distanzstück und Federzungen. Dabei sind die Federzungen mit dem zweiten Distanzstück in Kontakt aber nicht mit dem ersten Distanzstück.

    [0006] Die US 6,361,348 B1 offenbart einen Steckverbinder mit einem Gehäuse, einem Dielektrikum und einer Spiralfeder. Die Spiralfeder ist weder mit dem Gehäuse noch mit dem Dielektrikum verbunden.

    [0007] Die EP 2 053 705 A2 beschreibt einen Steckverbinder mit einem Isolator, einem Übergangsstück und einer Zunge. Die Zunge ist mit einem ersten Kontaktstück, welches einen Innenleiter darstellt, verbunden. Der Isolator und das Übergangsstück stehen nicht in Kontakt miteinander.

    [0008] Aus der DE 20 2012 008 969 U1 ist eine Steckverbindung mit zwei Mehrfachsteckverbindern zur elektrischen Verbindung von zwei Leiterplatten bekannt Die Mehrfachsteckverbinder sind dabei als Winkelsteckverbinder ausgebildet sind, so dass die Steckrichtung, in der die beiden Mehrfachsteckverbinder zusammengesteckt werden, parallel zu den Leiterplatten ausgerichtet ist. Dort sind alle Kontaktelemente als Stanzbiegebauteile aus Metallblech ausgebildet. Dabei sind die einzelnen Innenleiter des einen Steckverbinders als flächige Kontaktlaschen ausgebildet, die beidseitig von zangenartig angeordneten Kontaktfederlaschen der jeweils entsprechenden Innenleiter des anderen Steckverbinders kontaktiert werden. Die die jeweiligen Innenleiter umgebenden Außenleiter sind bei beiden Steckverbindern kastenförmig ausgeführt, wobei die Außenleiter des einen Steckverbinders in die Außenleiter des anderen Steckverbinders eingeschoben werden, wodurch sich ein großflächiger Kontakt an jeweils drei Seiten der Außenleiter ergibt. Bei den aus der DE 20 2012 008 969 U1 bekannten Mehrfachsteckverbindern ergibt sich die Toleranzen ausgleichende Funktionalität durch die elastische Deformierbarkeit sowie die Relativverschiebbarkeit der flächigen Kontaktelemente.

    [0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder anzugeben, der sich trotz einer Toleranzen ausgleichenden Funktionalität durch eine robuste Ausgestaltung auszeichnet.

    [0010] Diese Aufgabe wird durch einen Steckverbinder gemäß dem Anspruch 1 gelöst. Ein mehrere erfindungsgemäße Steckverbinder integrierender Mehrfachsteckverbinder ist Gegenstand des Anspruchs 9. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Steckverbinders und des erfindungsgemäßen Mehrfachsteckverbinders sind Gegenstand der jeweiligen abhängigen Ansprüche und ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Erfindung.

    [0011] Ein erfindungsgemäßer Steckverbinder mit einem (länglichen, insbesondere rohr- oder stiftförmigen) Innenleiter und einem den Innenleiter umgebenden Isolator ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass der Isolator einen ersten Isolatorteil und einen von dem ersten Isolatorteil strukturell getrennten zweiten Isolatorteil aufweist, die mittels eines Isolatorgelenks relativdrehbar verbunden sind.

    [0012] Dabei wird unter einem "Gelenk" verstanden, dass zwei strukturell getrennte (d.h. nicht einstückig ausgebildete) Teile derart zusammenwirken, dass sie mindestens eine Drehachse für die Relativdrehung ausbilden, wobei die beiden Teile direkt oder indirekt kontaktieren und insbesondere bei der Relativdrehung aneinander abgleiten.

    [0013] Die Isolatorteile sind mittels einer Federvorrichtung in eine Neutralposition relativ zueinander beaufschlagt, die diese im unbelasteten Zustand selbsttätig einnehmen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass sich der steckseitige Isolatorteil sowie der darin angeordnete Innenleiterteil beim Zusammenstecken mit einem Gegensteckverbinder in einer definierten Ausrichtung befindet.

    [0014] Die Federvorrichtung umfasst eine ebene Fläche oder eine eine ebene Fläche definierende Kante auf der teilkugelförmigen Außenfläche des einen Außenleiterteils, die in der Neutralposition flächig an einer ebenen Kontaktfläche eines elastisch auslenkbaren Federelements anliegt. Ein Verdrehen dieses Außenleiterteils kann dann zu einem Verkippen der (von der Kante definierten) ebenen Fläche relativ zu der Kontaktfläche bewirken, wodurch diese bzw. das Federelement elastisch ausgelenkt wird.

    [0015] Einer der Isolatorteile umfasst eine teilkugelförmige Außenfläche, die in einer teilkugelförmigen Innenfläche eines Gehäuses des Steckverbinders angeordnet ist. Dadurch kann die Relativdrehung der Isolatorteile unabhängig von der Drehrichtung sicher geführt werden.

    [0016] Der erfindungsgemäße Steckverbinder kann als Winkelsteckverbinder ausgebildet sein, wobei der Innenleiter einen ersten Innenleiterteil und einen zweiten Innenleiterteil aufweist, deren Längsachsen abgewinkelt zueinander verlaufen.

    [0017] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Steckverbinders ermöglicht, den Innenleiter im Wesentlichen unbeweglich in den vorzugsweise aus einem steifen Material ausgebildeten Isolator zu integrieren, wodurch der Innenleiter gut geschützt ist. Insbesondere kann dadurch ein Verbiegen des regelmäßig als filigranes Metallteil ausgebildeten Innenleiters bei der Handhabung des Steckverbinders und insbesondere beim Zusammenstecken mit einem Gegensteckverbinder vermieden werden. Die Integration eines Gelenks in den Isolator stellt dabei die gewünschte Funktionalität für einen Toleranzausgleich sicher, so dass sich das steckseitige Ende des Innenleiters (mitsamt des entsprechenden Abschnitts des Isolators) in Grenzen bewegen kann.

    [0018] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Steckverbinders, insbesondere in der bevorzugten Ausgestaltung als Winkelsteckverbinder, kann vorgesehen sein, dass das Isolatorgelenk eine Relativdrehung zumindest um die Längsachse einer der beiden Isolatorteile (vorzugsweise nicht des steckseitigen Isolatorteils) sowie um eine zu beiden Längsachsen der Isolatorteile senkrecht stehende Achse ermöglicht. Weiterhin bevorzugt kann vorgesehen sein, dass eine Relativdrehung um die Längsachse des anderen Isolatorteils und insbesondere ein Verdrehen des steckseitigen Isolatorteils um die eigene Längsachse infolge einer entsprechenden Ausgestaltung des Isolatorgelenks nicht möglich ist.

    [0019] Weiterhin bevorzugt kann vorgesehen sein, dass einer der Isolatorteile eine Nut umfasst, in der ein im Querschnitt runder, insbesondere zylindrischer Abschnitt des anderen Isolatorteils angeordnet ist. Dadurch wird auf einfache Weise eine Relativdrehbarkeit der Isolatorteile um die Längsachse des im Querschnitt runden Abschnitts sowie um eine quer zur Nut verlaufende Achse ermöglicht. Gleichzeitig kann eine ungewollte Relativdrehung um eine dritte, zu diesen beiden Achsen senkrechte Achse, wie z.B. die Längsachse des steckseitigen Isolatorteils, wirksam verhindert werden. Dabei kann besonders bevorzugt vorgesehen sein, dass die Nut in dem die teilkugelförmige Außenfläche ausbildenden Abschnitt des Isolatorteils angeordnet ist und sich weiterhin bevorzugt in Richtung der Längsachse dieses Isolatorteils erstreckt.

    [0020] Insbesondere wenn die Innenleiterteile im Wesentlichen unbeweglich innerhalb der Isolatorteile angeordnet sind, kann die Relativdrehung der Isolatorteile auch zu einer Relativdrehung der Innenleiterteile führen. Diese kann bei einem einteiligen Innenleiter durch eine Deformation, insbesondere in einem abgewinkelten Abschnitt des Innenleiters ermöglicht werden. Vorteilhaft kann jedoch sein, dass auch in den Innenleiter ein Gelenk integriert wird, so dass ein erster Innenleiterteil und ein von dem ersten Innenleiterteil strukturell getrennter zweiter Innenleiterteil mittels eines Innenleitergelenks relativdrehbar verbunden sind. Dabei kann besonders bevorzugt vorgesehen sein, dass das Innenleitergelenk eine Relativdrehung um zumindest dieselben Achsen wie das Isolatorgelenk ermöglicht.

    [0021] Eine konstruktiv einfache Ausgestaltung eines solchen Innenleitergelenks kann vorsehen, dass einer der Innenleiterteile eine Gabel ausbildet, die einen im Querschnitt runden, insbesondere zylindrischen Abschnitt des anderen Innenleiterabschnitts aufnimmt.

    [0022] Um eine gute Übertragungsleistung für Hochfrequenzsignale zu erreichen, kann ein als Schirmung für den Innenleiter wirkender, den Innenleiter und den Isolator umgebender Außenleiter vorgesehen sein. Dabei kann vorgesehen sein, dass ein Gehäuse des Steckverbinders den oder einen Teil des Außenleiters ausbildet.

    [0023] Ein erfindungsgemäßer Mehrfachsteckverbinder umfasst zumindest mehrere erfindungsgemäße Steckverbinder sowie ein die Steckverbinder integrierendes Gehäuse. Dabei kann vorgesehen sein, dass das Gehäuse einen Teil von Außenleitern aller Steckverbinder ausbildet, wodurch eine konstruktiv einfache Ausgestaltung für den Mehrfachsteckverbinder erzielt werden kann.

    [0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt:
    Fig. 1:
    eine Steckverbindung mit einem erfindungsgemäßen Mehrfachsteckverbinder sowie einem Gegensteckverbinder im nicht gesteckten Zustand in einer perspektivischen Ansicht;
    Fig. 2:
    die Steckverbindung in einer Ansicht von vorne;
    Fig. 3:
    die Steckverbindung in einer Ansicht von hinten;
    Fig. 4:
    die Steckverbindung in einer Seitenansicht;
    Fig. 5:
    einen Längsschnitt durch die Steckverbindung im teilweise gesteckten Zustand mit einer Neutralstellung der Steckverbinder;
    Fig. 6:
    einen Längsschnitt durch die Steckverbindung im teilweise gesteckten Zustand mit einer Versatzstellung der Steckverbinder;
    Fig. 7:
    ein erster Isolatorteil des Mehrfachsteckverbinders in einer perspektivischen Ansicht;
    Fig. 8:
    einen Innenleiter des Mehrfachsteckverbinders in einer perspektivischen Ansicht;
    Fig. 9:
    ein alternativer erster Isolatorteil für einen erfindungsgemäßen Mehrfachsteckverbinder in einer perspektivischen Ansicht; und
    Fig. 10:
    den Isolatorteil gemäß Fig. 9 mit dazugehörigem zweitem Isolatorteil in einer perspektivischen Ansicht.


    [0025] Die Fig. 1 bis 8 zeigen eine Steckverbindung mit zwei Steckverbindern, einem erfindungsgemäßen Mehrfachsteckverbinder 1 und einem dazu passenden Gegensteckverbinder 2. Die Steckverbindung dient dazu, zwei im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtete (Abschnitte von) Leiterplatten (nicht dargestellt) elektrisch leitend zu verbinden, wobei eine Übertragung von Hochfrequenzsignalen vorgesehen ist. Hierzu sind beide Steckverbinder als (Mehrfach-)Winkelsteckverbinder ausgebildet. Demnach verläuft die Steckrichtung, in der die Steckverbinder zusammensteckbar sind, im Wesentlichen parallel zu den Auflagefläche der Leiterplatten, an denen die Steckverbinder anliegen sollen.

    [0026] Jeder der Steckverbinder umfasst eine Mehrzahl von Innenleitern, die jeweils zumindest abschnittsweise von einem Isolator und einem Außenleiter umgeben sind. Dadurch ergibt sich eine koaxiale Leiteranordnung mit einer guten Schirmwirkung für die signalführenden Innenleiter.

    [0027] Die Innenleiter des als Kuppler dienenden, erfindungsgemäßen Mehrfachsteckverbinders 1 sind zweiteilig ausgeführt und umfassen einen steckseitig angeordneten, rohrförmig ausgebildeten ersten Innenleiterteil 3 und einen leiterplattenseitig angeordneten, stiftförmig ausgebildeten zweiten Innenleiterteil 4. Beide Innenleiterteile 3, 4 weisen Längsachsen auf, die sich in einem Winkel von ca. 90° kreuzen. Im Kontaktbereich der beiden Innenleiterteile 3, 4 ist ein Innenleitergelenk ausgebildet, das ein Verdrehen der Innenleiterteile 3, 4 relativ zueinander ermöglicht. Hierzu ist das dem zweiten Innenleiterteil 4 zugewandte Ende des ersten Innenleiterteils 3 gabelförmig ausgebildet. Zwischen zwei Laschen 5 ist ein Längsschlitz ausgebildet, der beidseitig an einer Stelle ausgebuchtet ist. An dieser Stelle ist ein zylindrischer Abschnitt des zweiten Innenleiterteils 4 unter geringfügiger Aufweitung des Schlitzes und damit einer elastischen Auslenkung der zwei Laschen 5 gehalten. Diese Ausgestaltung des Innenleitergelenks ermöglicht ein weitgehend reaktionskraftfreies Verschwenken des ersten Innenleiterteils 3 um die Längsachse des zweiten Innenleiterteils 4 sowie um eine zu den Längsachsen beider Innenleiterteile 3, 4 senkrechte Achse.

    [0028] Die Innenleiter sind weitgehend unbeweglich in Aufnahmeöffnungen je eines Isolators aufgenommen. Die Isolatoren des Mehrfachsteckverbinders 1 sind ebenfalls zweiteilig ausgeführt. Diese umfassen einen ersten Isolatorteil 6, der den jeweiligen ersten Innenleiterteil 3 vollständig und den das Innenleitergelenk ausbildenden Abschnitt des zweiten Innenleiterteils 4 aufnimmt. Weiterhin umfassen die Isolatoren des Mehrfachsteckverbinders 1 jeweils einen zweiten Isolatorteil 7, durch den sich der zweite Innenleiterteil 4 erstreckt. Die Längsachsen der Isolatorteile 6, 7 sind koaxial oder parallel zu den Längsachsen der Innenleiterteile 3, 4 ausgerichtet und verlaufen somit ebenfalls ca. rechtwinkelig zueinander. Die Isolatoren bilden zwischen den jeweiligen zwei Isolatorteilen 6, 7 ein Isolatorgelenk aus, das ein Verschwenken der Isolatorteile 6, 7 relativ zueinander ermöglicht. Entsprechend den Innenleitergelenken ermöglichen die Isolatorgelenke eine Relativdrehung (bzw. ein Verschwenken der ersten Isolatorteile 6) um die Längsachse der zweiten Isolatorteile 7 sowie um eine zu den Längsachsen beider Isolatorteile 6, 7 senkrechte Achse. Eine Relativdrehung um die Längsachse des ersten Isolatorteils 6 ist dagegen im Wesentlichen nicht möglich.

    [0029] Zur Ausbildung der Isolatorgelenke ist jedes der ersten Isolatorteile 6 an seinem rückseitigen (d.h. nicht dem steckseitigen) Ende mit einer teilkugelförmigen Außenfläche versehen, die in einem Abschnitt an einer teilkugelförmigen Innenfläche eines Gehäuses 8 des Mehrfachsteckverbinders 1 anliegt. Zudem bilden die rückseitigen Enden der ersten Isolatorteile 6 auf den an die zweiten Isolatorteile 7 angrenzenden Seiten (in Richtung der Längsachsen der ersten Isolatorteile 6 verlaufende) Längsnuten 9 aus, in die teilzylindrische Drehzapfen 11 der zweiten Isolatorteile 7 ragen. Die in ihrer Grundform zylindrischen Drehzapfen 11 bilden sich in Richtung der Längsachsen der ersten Isolatorteile 6 erstreckende Stege 12 aus, die als Anschläge für ein Verschwenken der ersten Isolatorteile 6 um die Längsachsen der zweiten Isolatorteile 7 dienen.

    [0030] Die Isolatoren bilden jeweils eine Federvorrichtung aus, durch die die zwei Isolatorteile 6, 7 in die in der Fig. 5 dargestellte Neutralposition beaufschlagt werden. Die Federvorrichtungen umfassen jeweils einen teilweise umlaufenden, eine Kante ausbildenden Vorsprung 13 auf dem kugelförmigen Ende des ersten Isolatorteils 6 sowie einen elastisch auslenkbaren, bügelförmigen Abschnitt 14 des zweiten Isolatorteils 7. Der umlaufende Vorsprung 13 des ersten Isolatorteils 6 liegt in der Neutralposition im Wesentlich über seiner gesamten Länge an einer ebenen Kontaktfläche des auslenkbaren Abschnitts 14 an.

    [0031] Sofern die beiden Steckverbinder, anders als in der Fig. 5 dargestellt, nicht im Wesentlichen exakt koaxial bezüglich der Längsachsen der steckseitigen Teile der Innenleiter bzw. der Isolatoren zusammengesteckt werden, führt ein Kontakt von Außenleitern des Gegensteckverbinders 2 mit den jeweils einen konisch ausgebildeten, umlaufenden Vorsprung 19 aufweisenden, steckseitigen Enden der ersten Isolatorteile 6 zu einer seitlichen Auslenkung bzw. zu einem Verschwenken der ersten Isolatorteile 6, wie dies in der Fig. 6 beispielhaft für ein Verschwenken um die zu den Längsachsen beider Isolatorteile 6, 7 senkrecht angeordnete Achse dargestellt ist. Dabei verkippen die von den umlaufenden Vorsprüngen 13 der kugelförmigen Enden der ersten Isolatorteile 6 definierten Ebenen gegenüber den Kontaktflächen der auslenkbaren Abschnitte 14 der zweiten Isolatorteile 7. Die Drehpunkte für das Verschwenken der ersten Isolatorteile 6 liegen dabei infolge der Anlage der teilkugelförmigen Enden der ersten Isolatorteile 6 in den teilkugelförmigen Innenflächen des Gehäuses 8 in etwa in den Zentren der teilkugelförmigen Enden. Dadurch werden in Folge des Kontakts mit den umlaufenden Vorsprüngen 13 die auslenkbaren Abschnitte 14 der zweiten Isolatorteile 7 elastisch ausgelenkt. Die so erzeugte Vorspannung der auslenkbaren Abschnitte 14 bewirkt eine elastische Beaufschlagung der Isolatorteile 6, 7 in ihre Neutralpositionen.

    [0032] Die Fig. 9 und 10 zeigen eine alternative Ausgestaltung eines zweiteiligen Isolators, der in einem erfindungsgemäßen Mehrfachsteckverbinder gemäß den Fig. 1 bis 8 anstelle der dortigen Isolatoren einsetzbar ist. Bei diesem Isolator wird die elastische Beaufschlagung der Isolatorteile 6, 7 in eine Neutralstellung erreicht, in dem eine ebene Stirnfläche des ersten Isolatorteils 6 an einer (geschlossenen,) ebenen Kontaktfläche eines elastisch auslenkbaren Abschnitts 14 des zweiten Isolatorteils 7 anliegt. Ein Verschwenken des ersten Isolatorteils 6 aus der Neutralstellung heraus bewirkt wie bei den in den Fig. 1 bis 8 gezeigten Isolatoren ein elastisches Auslenken des auslenkbaren Abschnitts 14 des zweiten Isolatorteils 7.

    [0033] Beide Steckverbinder weisen Außenleiter auf, die die dazugehörigen Innenleiter zumindest abschnittsweise koaxial umgeben. Weiterhin ist bei beiden Steckverbindern vorgesehen, dass die aus elektrisch leitfähigem Material ausgebildeten Gehäuse 8, 15 zumindest einen Teil der jeweiligen Außenleiter darstellen. Bei dem Mehrfachsteckverbinder 1 ist für jeden Innenleiter ein ringförmiger Federlaschenkorb 16 aus elastischem, elektrisch leitfähigem Material vorgesehen, der mit dem Gehäuse 8 verbunden ist. In die Federlaschenkörbe 16 wird jeweils ein rohrförmiger, einen integralen Teil des Gehäuses 15 ausbildender Außenleiterabschnitt 17 des Gegensteckverbinders 2 eingesteckt. Dabei werden die Federlaschenkörbe 16 radial aufgeweitet, so dass diese unter Druck an den Außenseiten der Außenleiterabschnitte 17 anliegen. Dadurch wird eine gute Kontaktierung zwischen den Außenleitern beider Steckverbinder auch bei einem nicht exakt koaxialen Zusammenstecken der Steckverbinder sichergestellt und somit eine Toleranz ausgleichende Funktionalität für die Außenleiter realisiert.

    [0034] Die einstückigen Innenleiter 21 des Gegensteckverbinders 2 sind stiftförmig mit um ca. 90° abgewinkeltem Verlauf ausgebildet. Mittels eines Isolators 18 aus einem dielektrischen Material wird jeder der Innenleiter 21 innerhalb des Gehäuses 15 lagegesichert und zudem von dem als Außenleiter dienenden Gehäuse 15 elektrisch isoliert.


    Ansprüche

    1. Steckverbinder mit einem Innenleiter und einem den Innenleiter umgebenden Isolator, wobei der Isolator einen ersten Isolatorteil (6), welcher einen ersten Innenleiterteil (3) des Innenleiters umgibt, und einen zweiten Isolatorteil (7), welcher einen zweiten Innenleiterteil (4) des Innenleiters umgibt, aufweist, wobei die Isolatorteile (6, 7) mittels eines zwei strukturell getrennte und bei der Relativbewegung aneinander abgleitende Teile aufweisenden Isolatorgelenks relativdrehbar miteinander verbunden sind, wobei einer der Isolatorteile (6) eine teilkugelförmige Außenfläche umfasst, die an einer teilkugelförmigen Innenfläche eines Gehäuses (8) anliegt,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Isolatorteile (6,7) mittels einer Federvorrichtung in eine relative Neutralposition beaufschlagt sind, wobei die Federvorrichtung eine ebene Fläche des ersten Isolatorteils (6) oder eine eine ebene Fläche des ersten Isolatorteils (6) definierende Kante auf der teilkugelförmigen Außenfläche umfasst und einen elastisch auslenkbaren Abschnitt (14) des zweiten Isolatorteils (7) mit einer ebenen Kontaktfläche umfasst,
    wobei in der relativen Neutralposition die ebene Fläche oder die definierende Kante des ersten Isolatorteils (6) an der ebenen Kontaktfläche des elastisch auslenkbaren Abschnitts (14) des zweiten Isolatorteils (7) anliegt.
     
    2. Steckverbinder gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Isolatorgelenk eine Relativdrehung um eine Längsachse eines der beiden Isolatorteile (7) sowie um eine zu Längsachsen beider Isolatorteile (6, 7) senkrecht stehende Achse ermöglicht.
     
    3. Steckverbinder gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Isolatorteile (6) eine Nut umfasst, in der ein im Querschnitt runder Abschnitt des anderen Isolatorteils (7) angeordnet ist.
     
    4. Steckverbinder gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut in dem die teilkugelförmige Außenfläche ausbildenden Abschnitt des Isolatorteils (6) angeordnet ist.
     
    5. Steckverbinder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Innenleiterteil (3) und der zweite Innenleiterteil (4) des Innenleiters mittels eines Innenleitergelenks verschwenkbar verbunden sind.
     
    6. Steckverbinder gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Innenleiterteile (3) eine Gabel ausbildet, die einen im Querschnitt runden Abschnitt des anderen Innenleiterteils (4) aufnimmt.
     
    7. Steckverbinder gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein den Innenleiter und den Isolator umgebenden Außenleiter.
     
    8. Steckverbinder gemäß Anspruch 7, gekennzeichnet durch das Gehäuse (8), das einen Teil des Außenleiters ausbildet.
     
    9. Mehrfachsteckverbinder mit mehreren Steckverbindern gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche und einem die Steckverbinder integrierenden Gehäuse (8).
     
    10. Mehrfachsteckverbinder gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (8) einen Teil der Außenleiter aller Steckverbinder ausbildet.
     


    Claims

    1. Plug-in connector with an inner conductor and an insulator surrounding the inner conductor, wherein the insulator has a first insulator part (6) which surrounds a first inner conductor part (3) of the inner conductor and a second insulator part (7) which surrounds a second inner conductor part (4) of the inner conductor, wherein the insulator parts (6, 7) are interconnected such that they can rotate with respect to each other by means of an insulator joint having two structurally separate parts which slide against each other during the relative movement, wherein one of the insulator parts (6) has a partially spherical outer surface which lies against a partially spherical inner surface of a housing (8)
    characterised in that the insulator parts (6, 7) are biased in a relative neutral position by means of a spring device, wherein the spring device comprising a flat surface of the first insulator part (6) or comprising an edge defining a planar surface of the first insulator part (6) on the partially spherical outer surface and an elastically deflectable section (14) of the second insulator part (7) having a flat contact surface,
    wherein in the relative neutral position the flat surface or the defining edge of the first insulator part (6) abuts the flat contact surface of the elastically deflectable section (14) of the second insulator part (7).
     
    2. Plug-in connector according to claim 1, characterised in that the insulator joint makes possible a relative rotation around a longitudinal axis of one of the two insulator parts (7) as well as around an axis perpendicular to the longitudinal axes of both insulator parts (6, 7).
     
    3. Plug-in connector according to claim 1 or 2, characterised in that one of the isolator parts (6) contains a groove within which a section of the other insulator part (7) which is round in cross section is arranged.
     
    4. Plug-in connector according to claim 3, characterised in that the groove is arranged in the section of the insulator part (6) forming the partially spherical outer surface.
     
    5. Plug-in connector according to one of the preceding claims, characterised in that the first inner conductor part (3) and the second inner conductor part (4) of the inner conductor are connected pivotably by means of an inner conductor joint.
     
    6. Plug-in connector according to claim 5, characterised in that one of the inner conductor parts (3) forms a fork which accommodates a section of the other inner conductor section (4) which is round in cross section.
     
    7. Plug-in connector according to one of the preceding claims, characterised by an outer conductor surrounding the inner conductor and the insulator.
     
    8. Plug-in connector according to claim 7, characterised by the housing (8) which forms a part of the outer conductor.
     
    9. Multiple plug-in connector with several plug-in connectors according to one of the preceding claims and a housing (8) integrating the plug-in connectors.
     
    10. Multiple plug-in connector according to claim 9, characterised in that the housing (8) forms a part of the outer conductors of all plug-in connectors.
     


    Revendications

    1. Connecteur comprenant un conducteur intérieur et un isolateur entourant le conducteur intérieur, l'isolateur comprenant une première partie d'isolateur (6) qui entoure une première partie de conducteur intérieur (3) du conducteur intérieur et une deuxième partie d'isolateur (7) qui entoure une deuxième partie de conducteur intérieur (4) du conducteur intérieur, les parties d'isolateur (6, 7) étant reliées l'une à l'autre de manière à pouvoir tourner relativement au moyen d'une articulation d'isolateur présentant deux parties structurellement séparées glissant l'une contre l'autre lors du mouvement relatif, l'une des parties d'isolateur (6) comprenant une surface extérieure partiellement sphérique venant en appui contre une surface intérieure partiellement sphérique d'un boîtier (8),
    caractérisé en ce que les parties d'isolateur (6, 7) sont sollicitées dans une position neutre relative au moyen d'un dispositif à ressort, le dispositif à ressort comprenant une surface plane de la première partie d'isolateur (6) ou un bord définissant une surface plane de la première partie d'isolateur (6) sur la surface extérieure partiellement sphérique et comprenant une section déviable élastiquement (14) de la deuxième partie d'isolateur (7) ayant une surface de contact plane,
    dans lequel, dans la position neutre relative, la surface plane ou le bord définissant de la première partie d'isolateur (6) vient en appui contre la surface de contact plane de la section déviable élastiquement (14) de la deuxième partie d'isolateur (7).
     
    2. Connecteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'articulation d'isolateur permet une rotation relative autour d'un axe longitudinal de l'une des deux parties d'isolateur (7) ainsi qu'autour d'un axe perpendiculaire aux axes longitudinaux des deux parties d'isolateur (6, 7).
     
    3. Connecteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'une des parties d'isolateur (6) comprend une rainure dans laquelle est disposée une section ronde en coupe transversale de l'autre partie d'isolateur (7).
     
    4. Connecteur selon la revendication 3, caractérisé en ce que la rainure est disposée dans la section de la partie d'isolateur (6) formant la surface extérieure partiellement sphérique.
     
    5. Connecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première partie de conducteur intérieur (3) et la deuxième partie de conducteur intérieur (4) du conducteur intérieur sont reliées de manière pivotante au moyen d'une articulation de conducteur intérieur.
     
    6. Connecteur selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'une des parties de conducteur intérieur (3) forme une fourche qui reçoit une section ronde en coupe transversale de l'autre partie de conducteur intérieur (4).
     
    7. Connecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par un conducteur extérieur entourant le conducteur intérieur et l'isolateur.
     
    8. Connecteur selon la revendication 7, caractérisé en ce que le boîtier (8) forme une partie du conducteur extérieur.
     
    9. Connecteur multiple comprenant plusieurs connecteurs selon l'une des revendications précédentes et un boîtier (8) intégrant les connecteurs.
     
    10. Connecteur multiple selon la revendication 9, caractérisé en ce que le boîtier (8) forme une partie des conducteurs extérieurs de tous les connecteurs.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente