[0001] Die Erfindung betrifft eine Laserpanzerung zum Schutz eines Objekts, insbesondere
eines Fahrzeugs, vor Laserwaffen mit einem Panzerungselement. Einen weiteren Gegenstand
der Erfindung bildet ein Verfahren zum Schutz eines Objekts vor Laserwaffen mit einer
ein Panzerungselement aufweisenden Laserpanzerung. Einen weiteren Gegenstand der Erfindung
bildet schließlich ein Fahrzeug, insbesondere ein militärisches Fahrzeug, mit einer
Laserpanzerung.
[0002] In zunehmendem Maße werden beispielsweise im Bereich der Flugabwehr und auch der
Bekämpfung von mobilen und immobilen Zielen an Land verschiedene Arten von Laserwaffen
eingesetzt, bei denen ein hochenergetischer Laserstrahl gebündelt auf ein zu bekämpfendes
Ziel gerichtet wird. Durch die über den Laserstrahl eingebrachte Energie wird das
Ziel im Bereich des Einstrahlpunktes der Laserstrahlung lokal stark erwärmt, wodurch
es bereits nach kurzen Einstrahlzeiten zu einer Zerstörung oder zumindest Beeinträchtigung
des Objekts bis hin zu dessen vollständiger Zerstörung kommen kann. Als problematisch
in diesem Zusammenhang hat sich beispielsweise bei militärischen Landfahrzeugen erwiesen,
dass die an diesen vorgesehenen Panzerungselemente zwar beispielsweise gegen ballistische
Geschosse oder Sprengsätze eine gute Schutzwirkung zu entfalten vermögen, im Falle
eines Laserangriffs jedoch weitgehend wirkungslos sind. Dies liegt vor allem daran,
dass über den Laserstrahl große Energiemengen in das beispielsweise aus einem Panzerstahl
bestehende Panzerungselement eingebracht werden, was aufgrund der damit verbundenen
Wärmeentwicklung bereits nach kurzer Einstrahldauer zu einer Zerstörung des Panzerungselements
führen kann. In diesem Zusammenhang schlägt
DE 10 2009 040 661 A1 als Gegenmaßnahme gegen Laserbestrahlung ein Laserschutzmodul vor, das aus einem
mit einem zu schützenden Objekt verbindbaren Hohlkörper besteht, dessen Hohlraum mit
einem bei Bestrahlung mit Laserlicht dampf- oder rauchbildenden Material gefüllt ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Laserpanzerung anzugeben, bei welcher die Schutzwirkung
gegenüber Laserbeschuss im Vergleich zu herkömmlichen Panzerungen deutlich verbessert
wird. Gelöst wird diese Aufgabe bei einer Laserpanzerung der eingangs genannten Art
dadurch, dass diese ein Kühlsystem zum Ableiten von durch die Laserwaffen in das Panzerungselement
eingebrachter Wärme und eine die Laserstrahlung erkennende Sensorik mit lichtempfindlichen
Sensoren zur Aktivierung des Kühlsystems aufweist. Über das Kühlsystem kann die durch
den auftreffenden Laserstrahl in das Panzerungselement eingebrachte Wärme vom Einstrahlpunkt
der Laserstrahlung abgeleitet werden. Hierdurch kann ein oberhalb der Zerstörschwelle
des Materials des Panzerungselements liegender Wärmeeintrag im Bereich des Einstrahlpunkts
vermieden werden. Die Gefahr eines Materialversagens infolge der durch die Laserstrahlung
eingebrachten Wärme wird deutlich verringert.
[0003] Eine im Hinblick auf deren Kühlleistung vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass
das Kühlsystem ein Kühlfluid aufweist. Über das Kühlfluid können auch größere Wärmemengen
auf einfache Weise abtransportiert werden.
[0004] Vorteilhaft ist es in diesem Zusammenhang, wenn das Kühlfluid in einem Kühlkreislauf
zirkuliert, der durch das Panzerungselement geführt ist. Bei dem Kühlkreislauf kann
es sich um einen geschlossenen Kreislauf handeln, dem im Bereich des Panzerungselements
über die Laserstrahlung eingebrachte Wärme zugeführt wird, die dann über das Kühlfluid
abtransportiert und an einer Abgabestelle abgegeben wird. Zum Abführen großer Wärmemengen
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn es sich bei dem Kühlkreislauf um einen
Kältemittelkreis mit einem Kompressor, einer Drossel, einem Kondensator und einem
Verdampfer handelt. Denn durch das in einem solchen Kältemittelkreis einer ständigen
Phasenumwandlung unterliegende, als Kühlfluid dienende Kältemittel können vergleichsweise
große Wärmemengen abgeführt werden.
[0005] Eine konstruktiv vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass das Kühlfluid aus einem
Reservoir kommend durch das Panzerungselement geführt ist. In dem Reservoir kann eine
bestimmte Menge Kühlfluid bevorratet werden. Im Falle eines Laserbeschusses kann das
Kühlfluid aus dem Reservoir entnommen und zur Kühlung des Panzerungselements verwendet
werden. Beim Durchlaufen des Panzerungselements kann das Kühlfluid Wärme aufnehmen
und anschließend erwärmt aus dem Panzerungselement ausströmen, beispielsweise in Richtung
der Fahrzeugumgebung.
[0006] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass das über die Laserstrahlung erwärmte Kühlfluid
aus einem im unteren Bereich des Panzerungselements vorgesehenen Auslass geführt ist
und dass Kühlfluid geringerer Temperatur über einen im oberen Bereich des Panzerungselements
vorgesehenen Einlass geführt ist. Über den Einlass kann zunächst kühleres Kühlfluid
in das Panzerungselement hineingeführt werden. Unter Aufnahme von über die Laserstrahlung
eingebrachter Wärme kann das Kühlfluid durch das Panzerungselement strömen und das
Panzerungselement anschließend über den Auslass erwärmt verlassen.
[0007] Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass das Kühlfluid über eine Sprühvorrichtung
auf das Panzerungselement aufgebracht wird. Über die Sprühvorrichtung kann das Kühlfluid
nach Art eines Sprays feintropfig und gezielt auf das Panzerungselement aufgebracht
werden.
[0008] In diesem Zusammenhang sieht eine Ausgestaltung vor, dass die Sprühvorrichtung an
der Bedrohungsseite des Panzerungselements, im Inneren des Panzerungselements oder
an der Objektseite des Panzerungselements angeordnet ist.
[0009] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass das Panzerungselement
eine Kammer aufweist, in welcher das Kühlfluid umgewälzt wird. Das Kühlfluid kann
über einen Einlass in die Kammer eintreten und diese über einen Auslass verlassen.
Im Bereich des Einlasses kann eine Sprühvorrichtung angeordnet sein. Es kann ein geschlossener
Kreislauf vorgesehen sein, in welchem das Kühlfluid umgewälzt wird. Hierzu kann eine
Umwälzpumpe und ein dem erwärmten Kühlfluid Wärme entziehendes Kühlaggregat vorgesehen
sein.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass an der Bedrohungsseite des
Panzerungselements eine mit Kühlfluid befüllte Opferplatte angeordnet ist. Beim Auftreffen
der Laserstrahlung auf die Opferplatte wird diese von dem auftreffenden Laserstrahl
zunächst erwärmt. Dabei erwärmt sich auch das innerhalb der Opferplatte angeordnete
Fluid. Nach einer gewissen Zeit wird die Opferplatte zerstört und das innerhalb der
Opferplatte vorgesehene Kühlfluid verlässt die Opferplatte über den Einstrahlpunkt
der Laserstrahlung. Das von oben unter dem Einfluss der Schwerkraft nachströmende
Kühlfluid kühlt den Einstrahlbereich weiter, wodurch sich eine gewisse Kühlwirkung
ergibt, bevor der Laserstrahl nach Zerstörung der Opferplatte auf die eigentliche
Panzerplatte trifft.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass als Kühlfluid ein
Flüssiggas, insbesondere gekühlter Stickstoff, Wasser, Glykol, Kältemittel, ein Instand-Kühlfluid,
ein Gel oder ein Schaum verwendet wird.
[0012] Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass das Panzerungselement mehrere miteinander
verbindbare Kammern aufweist, wobei sich in jeder Kammer eine Komponente eines Mehrkomponentenfluids
befindet, das nach Mischen infolge einer chemischen Reaktion eine Kühlwirkung erzeugt.
Die einzelnen Kammern können durch den Beschuss der Laserstrahlung miteinander verbunden
werden, indem Trennwände derart ausgebildet und angeordnet sind, dass diese durch
die auftreffende Laserstrahlung zerstört werden. Alternativ kann zwischen den einzelnen
Kammern eine über eine Steuerung ansteuerbare Vorrichtung zum Verbinden der jeweiligen
Kammern vorgesehen sein. Beispielsweise kann hierzu ein Ventil zwischen den Kammern
vorgesehen sein.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass mehrere Panzerungselemente
vorgesehen sind. Es kann insbesondere eine Vielzahl von Panzerungselementen über das
zu schützende Objekt verteilt angeordnet sein, beispielsweise nach Art einer kachelartigen
Anordnung. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung können die Panzerungselemente mit separaten
Kühlsystemen ausgestattet sein. Im Falle der Zerstörung eines Panzerungselements kann
dieses auf einfache Weise mitsamt des zugehörigen Kühlsystems gegen ein neues Panzerungselement
ersetzt werden. Eine konstruktiv vorteilhafte da einfache Ausgestaltung sieht vor,
dass mehrere Panzerungselemente über ein gemeinsames Kühlsystem verfügen. Es ergibt
sich ein vergleichsweise einfacher Aufbau, da nicht jedes Panzerungselement separat
beispielsweise mit einem Kühlaggregat zum Kühlen des Kühlfluids ausgestattet sein
muss. Alternativ oder zusätzlich zu dem Kühlfluid kann das Kühlsystem auch ein elektrisches
Kühlmittel, insbesondere ein Peltier-Element aufweisen. Das Peltier-Element kann beispielsweise
an der objektseitigen Rückseite des Panzerungselements angebracht sein und dort durch
Bestromung eine Kühlwirkung entfalten. Die Erfindung sieht vor, dass eine die Laserstrahlung
erkennende Sensorik zur Auslösung eines Panzerungselements vorgesehen ist. Bei der
die Laserstrahlung erkennenden Sensorik handelt es sich um lichtempfindliche Sensoren.
Sobald diese eine auftreffende Laserstrahlung erkennen, kann das Kühlsystem aktiviert
und die entstehende Wärme abgeleitet werden. Obgleich dies nicht zum Gegenstand der
durch die Patentansprüche definierten Erfindung gehört, kann vorgesehen sein, dass
das Panzerungselement eine Vielzahl optischer Wirkkörper zur Beeinträchtigung der
eingestrahlten Laserstrahlung aufweist. Durch Beeinträchtigung der eingestrahlten
Laserstrahlung mittels einer Vielzahl optischer Wirkkörper ergibt sich eine verbesserte
Schutzwirkung. Hohe Intensitäten der Laserstrahlung, wie diese bei einem ungestörten
Laserstrahl auf lokal begrenztem Raum auftreten, werden vermieden. Die Gefahr zerstörerischer
Überbeanspruchungen des Materials aufgrund der durch die Laserstrahlung eingebrachten
Wärme wird durch die Beeinträchtigung der Strahlung deutlich reduziert. Aufgrund der
Vielzahl optischer Wirkkörper kann die Beeinträchtigung weitgehend unabhängig vom
Einstrahlwinkel der Laserstrahlung erfolgen.
[0014] Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht in diesem Zusammenhang weiter vor, dass die
Wirkkörperzum Reflektieren der Laserstrahlung als Reflexionskörper ausgebildet sind.
Durch Reflektieren der Laserstrahlung können wesentliche Anteile der Laserstrahlung
von dem zu schützenden Objekt abgewehrt werden.
[0015] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn die Reflexionskörper eine reflektierende
Oberfläche, insbesondere eine Spiegelfläche, aufweisen. Die Reflexionskörper können
vollflächig verspiegeltoder nur teilweise verspiegelt sein. Die Spiegelfläche kann
entsprechend der Wellenlänge der erwarteten Laserstrahlung mit einer hoch reflektierenden
Schicht versehen sein.
[0016] Alternativ oder zusätzlich kann ferner vorgesehen sein, dass die Wirkkörper zum Brechen
der Laserstrahlung als Brechungskörper ausgebildet sind. Auch durch Brechung der Laserstrahlung
kann diese beeinträchtigt werden. Beispielsweise kann ein Laserstrahl durch Brechungseffekte
aufgeweitet werden, wodurch sich geringere Intensitäten im Einstrahlpunkt ergeben.
[0017] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn die Brechungskörper aus einem optisch
transparenten Material bestehen. Die Brechungskörper selbst werden daher beim Auftreffen
der Laserstrahlung von dieser kaum beeinträchtigt. Die Laserstrahlung durchdringt
die Brechungskörper ohne diese nennenswert zu erwärmen. Durch Brechung an den Kanten
der Brechungskörper erfolgt ein Aufweiten bzw. Streuen der Laserstrahlung, so dass
diese auf das dahinter liegend angeordnete Objekt nur mit deutlich geringerer Intensität
auftrifft.
[0018] Vorteilhaft weisen die Brechungskörper eine gekrümmte Fläche zum Aufweiten der Laserstrahlung
auf. Die gekrümmte Fläche kann beispielsweise kugelförmig, sphärisch oder zylindrisch
ausgebildet sein. Auch können die Wirkkörper bzw. die Brechungskörper zur Erzeugung
einer Streuwirkung eine angeraute Oberfläche aufweisen.
[0019] Alternativ oder zusätzlich sieht eine weitere Ausgestaltung vor, dass die Wirkkörper
zur Beugung der Laserstrahlung als Beugungskörper ausgebildet sind. Auch durch Ausnutzung
von Beugungseffekten kann die eingestrahlte Laserstrahlung derart beeinträchtigt werden,
dass sich geringere Intensitäten an dem zu schützenden Objekt einstellen.
[0020] Eine konstruktiv vorteilhafte Ausgestaltung sieht in diesem Zusammenhang vor, dass
die Beugungskörper Beugungsspalte aufweisen. Die Beugungsspalte können beispielsweise
durch eine auf den Beugungskörpern aufgebrachte Beschichtung, durch innerhalb der
Beugungskörper vorgesehene Materialunterschiede oder ähnliche Strukturen erzeugt werden.
[0021] Eine vorteilhafte, ein besonders gute Schutzwirkung entfaltende Ausgestaltung sieht
vor, dass in Wirkrichtung der Laserstrahlung mehrere Wirkkörper hintereinander angeordnet
sind. Es ergibt sich eine Art gestufte Schutzanordnung, bei welcher nach Ausfall oder
nach Durchlaufen eines weiter vorne liegenden Wirkkörpers die Laserstrahlung im Anschluss
auf einen weiteren Wirkkörper trifft. Vorteilhaft sind die Wirkkörper derart zueinander
angeordnet, dass sich eine stufenweise Beeinträchtigung der Laserstrahlung verbunden
mit einer stufenweise reduzierten Strahlintensität ergibt.
Um eine gleichmäßige Schutzwirkung gegen aus unterschiedlichsten Richtungen einstrahlende
Laserstrahlung zu erhalten, wird in weiterer Ausgestaltung vorgeschlagen, dass die
Wirkkörper als loses Schüttgut innerhalb einer gehäuseartigen Aufnahme des Panzerungselements
angeordnet sind. Durch die Anordnung der Wirckörper als loses Schüttgut weisen diese
keine bevorzugte Ausrichtung auf, sondern liegen stochastisch verteilt innerhalb der
entsprechenden Aufnahme. Insoweit sind bestimmte Wirkkörper immer auf unterschiedliche
Einstrahlrichtungen optimal ausgerichtet.
Vorteilhaft ist es in diesem Zusammenhang, wenn die Aufnahme zumindest bedrohungsseitig
im Wellenlängenbereich der Laserwaffen optisch transparent ausgebildet ist. Auf diese
Weise tritt der eintreffende Laserstrahl zunächst ungehindert durch die Aufnahme hindurch,
bevor er dann auf die in der Aufnahme angeordneten optischen Wirkkörper tritt. Eine
Zerstörung der Aufnahme durch die eintreffende Laserstrahlung und damit beispielsweise
ein Austreten der als Schüttgut angeordneten Wirkkörper wird vermieden.
[0022] Eine alternative oder zusätzliche Ausgestaltung sieht vor, dass die Wirkkörper nach
Art eines Schutzvorhangs angeordnet sind. Die Wirkkörper können vorhangartig um das
zu schützende Objekt herum angeordnetwerden. Der Vorhang kann geöffnet oder geschlossen
werden, je nachdem, ob gerade eine Laserbedrohung vorherrscht oder nicht.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Wirkkörper in ein Trägermaterial eingebettet
sind, welches auf die Bedrohungsseite des Panzerungselements aufbringbar ist. Bei
dem Trägermaterial kann es sich insbesondere um ein pastöses Material handeln, in
welches die Wirkkörper eingebettet sind. Ähnlich einer Sonnencreme kann das Trägermaterial
mitsamt den Wirkkörpern im Falle einer erkannten Laserstrahlung dann beispielsweise
über eine Düse auf bedrohte Stellen aufgebracht werden.
[0023] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Wirkkörper mehrere gegeneinander abgewinkelt
verlaufende Flächen aufweisen. Die gegeneinander abgewinkelt verlaufenden Flächen
können beispielsweise als Reflexions-, Brechungs- oder Beugungsflächen genutzt werden.
[0024] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Wirkkörper kugelförmig sind. An den
Kugelflächen können beispielsweise Reflexions- oder Brechungseffekte zur Beeinträchtigung
der Laserstrahlung genutzt werden. Obgleich dies ebenfalls nicht zum Gegenstand der
durch die Patentansprüche definierten Erfindung gehört, kann vorgesehen sein, dass
das Panzerungselement gegenüber dem Objekt bewegbar angeordnet ist. Durch die bewegbare
Anordnung des Panzerungselements gegenüber dem Objekt kann das Panzerungselement auch
gegenüber dem auf dem Objekt auftreffenden Laserstrahl bewegt werden. Hierdurch wird
ein lokal auf einen einzigen Einstrahlpunkt begrenzter Energieeintrag vermieden. Die
Energie des Laserstrahls wird entsprechend der Bewegung des Panzerungselements nicht
lokal in nur einem Einstrahlpunkt, sondern entlang des Bewegungswegs des Panzerungselements
über eine größere Fläche verteilt in das Panzerungselement eingekoppelt. Die Gefahr
eines Materialversagens infolge der durch die Laserstrahlung eingebrachten Wärme wird
deutlich verringert. Bei bewegbarer Anordnung des Panzerungselements ist dafür Sorge
zu tragen, dass die Elemente des Kühlsystems, wie beispielsweise Rohrleitungen, Düsen
usw., durch die Bewegungen nicht beeinträchtigt werden.
[0025] Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass das Panzerungselement vor einer zu
schützenden Fläche des Objekts angeordnet und in einer Richtung parallel und/oder
quer zu der zu schützenden Fläche bewegbar angeordnet ist. Durch paralleles Bewegen
lässt sich der Energieeintrag des Laserstrahls über die Fläche verteilen. Durch eine
Bewegung quer zur zu schützenden Fläche kann das Schutzelement aus der Fokuslage des
Laserstrahls heraus bewegt werden, wodurch die Energiedichte im Einstrahlpunkt ebenfalls
gesenkt werden kann.
[0026] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass das Panzerungselement in mehreren Richtungen
bewegbar angeordnet ist. Beispielsweise kann das Panzerungselement in einer im Wesentlichen
vertikalen und zusätzlich in einer im Wesentlichen horizontalen Richtung bewegt werden.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass das Panzerungselement über einen Antrieb,
insbesondere einen elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen Antrieb bewegbar
ausgebildet ist. Über den Antrieb lassen sich definierte Bewegungsabläufe auf das
Panzerungselement übertragen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass das Panzerungselement federnd
gelagert ist. Durch die federnde Lagerung des Panzerungselements kann sich dieses
beispielsweise bei Anbringung an einem militärischen Fahrzeug infolge der im Fahrbetrieb
auftretenden Kräfte selbsttätig bewegen.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass ein Sichtschutz vorgesehen
ist, durch welchen die Bewegungen des Panzerungselements verdeckt werden. Durch den
im Einstrahlweg des Laserstrahls angeordneten Sichtschutz sind die Bewegungen des
Panzerungselements für den Angreifer nicht sichtbar. Der Sichtschutz ist auf der Bedrohungsseite
des Panzerungselements angeordnet. Es ist dem Angreifer daher nicht möglich, die Bewegungen
zu antizipieren und zu versuchen, den Laserstrahl den Bewegungen des Panzerungselements
nachzuführen, um auf diese Weise eine bestimmte Stelle des Panzerungselements gezielt
unter Dauerbeschuss zu nehmen.
[0027] Vorteilhaft ist es in diesem Zusammenhang, wenn der Sichtschutz zumindest die Kanten
des Panzerungselements abdeckt. Ein Abdecken der Kanten des Panzerungselements reicht
in den meisten Fällen aus, da sich die Bewegung eines insbesondere plattenförmig ausgebildeten
Panzerungselements zumeist nur an dessen Kanten erkennen lässt.
[0028] Eine konstruktiv vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass der Sichtschutz feststehend
ausgebildet ist und das Panzerungselement im Sichtschatten des Sichtschutzes bewegbar
ist.
[0029] Eine weitere in konstruktiver Hinsicht vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass
das Panzerungselement in einem Zwischenbereich zwischen einer Außenfläche des zu schützenden
Objekts und dem Sichtschutz angeordnet ist.
[0030] In weiterer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass der Sichtschutz in einem schmalbandigen
Wellenlängenbereich optisch transparent ausgebildet ist. Der Wellenlängenbereich,
in welchem der Sichtschutz optisch transparent ist, kann entsprechend der Wellenlänge
der Laserwaffe eingestellt sein. In diesem Fall ist der Sichtschutz für den Laserstrahl
transparent, so dass dieser bei Einstrahlung nicht beeinträchtigt wird und der Laserstrahl
ungehindert durch den Sichtschutz hindurchtritt. Diese Ausgestaltung bietet sich insbesondere
bei Laserstrahlung im UV- oder IR-Wellenlängenbereich an, welche außerhalb des vom
menschlichen Auge optisch wahrnehmbaren Spektrums liegt. In diesem Fall strahlt der
Laserstrahl ungehindert durch den Sichtschutz hindurch auf das sich hinter dem Sichtschutz
bewegende Panzerungselement, was für den Angreifer jedoch nicht zu erkennen ist. Dem
Angreifer stellt sich die Situation so dar, als ob der Laserstrahl von der Fläche
absorbiert würde, ohne dass dies überhaupt irgendeine Wirkung hätte.
[0031] Für einen flächigen Schutz auch großflächigerer Objekte ist es von Vorteil, wenn
die Laserpanzerung mehrere bewegbar angeordnete Panzerungselemente aufweist, die kachelartig
über das zu schützende Objekt verteilt angeordnet sind. Auf diese Weise lässt sich
mit im Wesentlichen als Gleichteile ausgebildeten Panzerungselementen auch ein Schutz
von größeren Objekten realisieren. Sollte einmal eines der Panzerungselemente beispielsweise
durch gegnerischen Laserbeschuss beschädigt sein, kann dieses auf einfache Weise gegen
ein neues Panzerungselement ausgetauscht werden. Die Panzerungselemente können als
Schutzmodule ausgebildet sein, die sich mit wenigen Handgriffen an dem Objekt anbringen
bzw. von diesem entfernen lassen.
[0032] Eine für die Schutzwirkung der Laserpanzerung vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor,
dass die Panzerungselemente in mehreren Lagen angeordnet sind. Es ergibt sich eine
redundante Anordnung der Panzerungselemente derart, dass bei Versagen einer äußeren
Lage von Panzerungselementen der Laserstrahl auf eine weiter innen liegende Lage trifft.
[0033] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn jede Lage mehrere Panzerungselemente
aufweist, wobei die Bewegungsrichtungen der Panzerungselemente in zwei benachbarten
Lagen unterschiedlich sind.
[0034] Darüber hinaus hat es sich im Zusammenhang mit der Laserpanzerung als vorteilhaft
erwiesen, wenn diese eine Sensorik zur Erkennung der Laserstrahlung aufweist. Im Falleeiner
Laserstrahlerkennung mittels der Sensorik können die Panzerungselemente automatisch
in Bewegung versetzt werden. Es ist nicht erforderlich, die Panzerungselemente ständig
zu bewegen, sondern nur im Falle einer konkreten Bedrohungslage, die über die Sensorik
zuverlässig erkannt wird.
[0035] Darüber hinaus wird zur Lösung der vorstehend genannten Aufgabe bei einem Verfahren
der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass die über die Laserwaffen in das Panzerungselement
eingebrachte Wärme über ein Kühlsystem abgeleitet und das Kühlsystem über eine die
Laserstrahlung erkennende Sensorik mit lichtempfindlichen Sensoren aktiviert wird.
Es ergeben sich die bereits im Zusammenhang mit der Laserpanzerung geschilderten Vorteile.
Auch bei dem Verfahren ist es von Vorteil, wenn das Panzerungselement gemäß einem
oder mehreren der vorstehend genannten Merkmale ausgebildet ist.
[0036] Schließlich wird zur Lösung der vorstehend genannten Aufgabe bei einem Fahrzeug vorgeschlagen,
dass dieses mit einer Laserpanzerung der vorstehend beschriebenen Art ausgestattet
ist. Auch hier ergeben sich die bereits im Zusammenhang mit der Laserpanzerung geschilderten
Vorteile.
[0037] Weitere Aspekte, Vorteile und Einzelheiten einer erfindungsgemäßen Laserpanzerung,
eines Verfahrens zum Schutz eines Objekts vor Laserwaffen wie auch eines mit einer
entsprechenden Laserpanzerung ausgestatteten Fahrzeugs werden nachfolgend anhand der
beigefügten Zeichnungen von Ausführungsbeispielen erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in perspektivischer, stark schematisierter Prinzipansicht ein zu schützendes Objekt
mit einer mehrere Panzerungselemente aufweisenden Laserpanzerung,
- Fig. 2-7
- verschiedene Ausgestaltungen einer Laserpanzerung in schematischen Prinzipansichten
und
- Fig. 8
- eine Laserpanzerung mit einer zusätzlich vorgesehenen Opferplatte,
- Fig. 9 - 12
- schematische Ansichten unterschiedlicher Ausführungen von Panzerungselementen mit
optischen Wirkkörpern.
- Fig. 13 - 18
- schematische Ansichten unterschiedlicher Ausführungen einer Laserpanzerung mit einem
bewegbaren Panzerungselement.
[0038] Fig. 1 zeigt in perspektivischer, stark schematisierter Ansicht ein Objekt 10, welches
über eine Laserpanzerung 1 gegen Beschuss von Laserwaffen geschützt ausgeführt ist.
[0039] Bei dem Objekt 10 kann es sich um ein immobiles Objekt, wie beispielsweise ein Gebäude
oder einen Bunker oder um ein mobiles Ziel, wie beispielsweise ein militärisches Fahrzeug
und insbesondere ein militärisches Landfahrzeug handeln. Die Laserpanzerung 1 dient
zum Schutz vor Laserwaffen, worunter erfindungsgemäß sämtliche mittels gebündelter
Strahlung arbeitende Strahlenwaffen zu verstehen sind.
[0040] Wie die Darstellung in Fig. 1 dies erkennen lässt, besteht die Laserpanzerung 1 aus
mehreren kachelartig über das Objekt 10 verteilt angeordneten Panzerungselementen
2, die vor einer zu schützenden Fläche des Objekts 10 angeordnet sind. Während die
Darstellung in Fig. 1 eine Ausgestaltung der Laserpanzerung 1 erkennen lässt, bei
welcher die Panzerungselemente 2 lediglich an einer Seite des Objekts 10 angeordnet
sind, versteht es sich, dass die Laserpanzerung 1 auch Panzerungselemente 2 an den
übrigen Seiten des Objekts umfassen kann, was vor allem davon abhängt, von welcher
Seite her die Bedrohung zu erwarten ist. Bei einem militärischen Fahrzeug bietet es
sich an, sämtliche Fahrzeugseiten wie auch das Fahrzeugdach mit Panzerungselementen
2 zu versehen und lediglich den Fahrzeugboden nicht gegen Laserbeschuss zu panzern,
da der Beschuss mittels Laserwaffen üblicherweise von der Seite bzw. von oben her
erfolgt.
[0041] Wie die Darstellung in Fig. 1 dies veranschaulicht, sind die einzelnen Panzerungselemente
2 von plattenförmiger Geometrie und mit einem Kühlsystem 3 zum Ableiten von durch
die Laserstrahlung eingebrachter Wärme versehen. Bei dem Kühlsystem 3 handelt es sich
um ein aktives Kühlsystem 3, welchem zum Zwecke der Kühlung Energie zugeführt wird,
beispielsweise zum Betrieb eines Kühlaggregats oder zum Betrieb von Pumpen P.
[0042] Bei der Ausführung gemäß Fig. 1 verfügen mehrere Panzerungselemente 2 über ein gemeinsames
Kühlsystem 3. Alternativ ist es jedoch auch denkbar dass jedes Panzerungselement 2
mit einem eigenen Kühlsystem 3 ausgestattet ist, vgl. beispielsweise Fig. 5.
[0043] Gemäß der Darstellung in Fig. 1 weisen die Panzerungselemente 2 jeweils einen Teil
eines Kühlkreislaufes 4 auf. Die Panzerungselemente 2 sind schuppenartig über eine
Fläche des zu schützenden Objekts 10 verteilt angeordnet und der Kühlkreislauf 4 ist
mäanderförmig durch mehrere Panzerungselemente 2 hindurchgeführt. Die Panzerungselemente
2 weisen hierzu jeweils Rohrleitungsstücke auf, die mit entsprechenden Rohrleitungsstücken
eines benachbarten Panzerungselements 2 beispielsweise durch Ineinanderstecken verbunden
werden können, um auf diese Weise einen geschlossenen Kühlkreislauf 4 zu bilden. Innerhalb
des Kühlkreislaufs 4 strömt ein Kühlfluid, welches beim Durchlaufen der Panzerungselemente
2 Wärme aufnimmt und diese an anderer Stelle als Abwärme q
ab abgibt.
[0044] Bei der Ausführung gemäß Fig. 1 ist der Kühlkreislauf 4 über einen eine Art Kühlaggregat
bildenden Kältemittelkreis 8 mit einem Abwärmekreis 9 verbunden. Der Kältemittelkreis
8 besteht in üblicher Weise aus einem Verdampfer 8.1, in welchem das über die Laserstrahlung
erwärmte Kühlfluid unter Abgabe von Wärme zu einer Verdampfung des innerhalb des Kältemittelkreises
8 strömenden Kältemittels sorgt. Das verdampfte Kältemittel wird über einen Kompressor
8.2 in einen Wärmetauscher 8.3 geführt, in welchem das Kältemittel seine Wärme an
den Abwärmekreis 9 abgibt. Hierbei verflüssigt sich das Kältemittel in Teilen, wonach
es dann über eine Drossel 8.4 in den Verdampfer 8.1 zurückgeführt wird, wo es dann
unter erneuter Aufnahme von über die Laserstrahlung eingebrachter Energie verdampft.
Es ergibt sich eine Anordnung, bei welcher aufgrund des zwischengeschalteten Kältemittelkreises
8 große Wärmemengen abgeführt werden können. Alternativ wäre es jedoch auch denkbar,
die von dem Kühlfluid aufgenommene Wärme auf andere Weise und insbesondere ohne eine
Kältemittelkreis 8 abzuführen.
[0045] Während die Darstellung in Fig. 1 eine Laserpanzerung 1 mit einem geschlossenen Kühlkreislauf
4 zeigte, in welchem das Kühlfluid zirkuliert, zeigen die Darstellungen in den Fig.
2 bis 7 Ausgestaltungen, bei welchen das Kühlfluid 11 nicht notwendigerweise in einem
Kühlkreislauf 4 zirkuliert.
[0046] Bei den Ausführungen gemäß den Fig. 2 bis 4 ist jeweils eine Sprühvorrichtung 5 vorgesehen.
Über diese wird das Kühlfluid 11 unter erhöhtem Druck zerstäubt und auf eine zu kühlende
Fläche des Panzerungselements 2 aufgebracht.
[0047] Bei der Ausführung gemäß Fig. 2 sind die Sprühvorrichtungen 5 derart angeordnet,
dass die Bedrohungsseite der Panzerungselemente 2 besprüht wird. Durch kontinuierliches
Besprühen nimmt das Kühlfluid 11 beim Nachuntenrinnen Wärme auf und führt diese ab.
[0048] Von ganz ähnlicher Konstruktion ist die Ausführung gemäß Fig. 4, bei welcher die
Sprühvorrichtungen 5 nicht an der Bedrohungsseite, sondern an der Objektseite der
Panzerungselemente 2 angeordnet sind. Die Sprühvorrichtungen 5 befinden sich in einem
Spalt zwischen den Panzerungselementen 2 und dem zu schützenden Objekt 10, so dass
diese für einen Angreifer von außen nicht sichtbar sind.
[0049] Bei der Ausführung gemäß Fig. 3 sind die Sprühvorrichtungen 5 im Inneren der Panzerungselemente
2 angeordnet. Die Sprühvorrichtungen 5 werden über einen Einlass 2.2 mit Kühlfluid
11 versorgt. Über die Sprühvorrichtungen 5 wird das Kühlfluid 11 derart in das Innere
der Panzerungselemente 2 eingesprüht, dass diese großflächig mit Kühlfluid 11 benetzt
wird. Das Kühlfluid 3 strömt unter dem Einfluss der Schwerkraft nach unten und verlässt
das Panzerungselement 2 schließlich über Auslässe 2.1. Anschließend kann das Kühlfluid
11 entweder in die Umwelt entweichen oder in einem Kühlkreislauf 4 abgekühlt und dann
erneut über den Einlass 2.2 in das Innere des Panzerungselements 2 geführt werden.
[0050] Fig. 5 zeigt eine Ausgestaltung eines Panzerungselements 2, bei welcher ein Panzerungselement
2 mit einem separaten Kühlsystem 3 versehen ist. Dem Panzerungselement 2 ist ein separater
Kühlkreislauf 4 zugeordnet. Im oberen Bereich des Panzerungselements 2 befindet sich
der Einlass 2.2, bzw. bei der Ausführung gemäß Fig. 5 zwei Einlässe 2.2. Im Bereich
jeden Einlasses 2.2 ist eine Sprühvorrichtung 5 angeordnet, über welche das Kühlfluid
11 in das Innere des Panzerungselements 2 eingesprüht wird. Das Innere des Panzerungselements
2 weist eine Kammer 6 auf. Im unteren Endbereich des Panzerungselements 2 sammelt
sich das Kühlfluid 11 innerhalb der Kammer 6 und verlässt diese über den Auslass 2.1.
Nach Verlassen des Panzerungselements 2 wird das Kühlfluid 3 getrieben über eine Pumpe
P nach Durchströmen des Kühlkreislaufs 4 erneut dem Einlass 2.2 zugeführt. Dabei kann
das Kühlfluid 11 vor Erreichen den Einlasses 2.2 zunächst eine Abkühlung durchlaufen,
beispielsweise durch Wärmeabgabe an einen Kältemittelkreis, wie dies bereits anhand
der Darstellung in Fig. 1 erläutert wurde.
[0051] Fig. 7 zeigt eine Ausgestaltung ähnlich jener der Fig. 5, bei welcher mehrere in
Reihe geschaltete Kammern 6 vorgesehen sind, was zu einer gleichmäßigeren Kühlwirkung
beiträgt. Die einzelnen Kammern 6 sind kaskadiert zueinander angeordnet. Das sich
in einer höher liegenden Kammer 6 in deren unterem Bereich sammelnde Kühlfluid 11
wird über eine im oberen Bereich einer darunter liegenden Kammer 6 vorgesehene Sprühvorrichtung
5 geführt, so dass das Kühlfluid 11 nacheinander mehrere Sprühvorrichtungen 5 durchläuft.
Es ergibt sich eine Art Kaskade mit guter Kühlwirkung.
[0052] Fig. 6 zeigt eine Ausgestaltung, bei welcher das Panzerungselement 2 vollständig
mit Kühlfluid 11 befüllt ist. Über den Einlass 2.2 tritt das Kühlfluid 3 in das Innere
des Panzerungselements 2 ein und verlässt dieses über den Auslass 2.1 unter Mitnahme
der über die Laserstrahlung in das Panzerungselement 2 eingekoppelten Wärme. Auch
hier kann eine kaskadierte Anordnung mit mehreren Kammern 6 die Kühlwirkung verbessern.
[0053] Fig. 8 zeigt schließlich eine Ausgestaltung, bei welcher den Panzerungselementen
2 der Laserpanzerung 1 eine Opferplatte 7 vorgeschaltet ist. Die Opferplatte 7 ist
nach Art eines Kühlfluidreservoirs ausgeführt und wirkt als eine Art passives Kühlsystem,
bei welchem auch ohne Zufuhr externer Energie eine gewisse Kühlwirkung erzeugt wird.
Bei Beschuss mittels Laserstrahlung wird das in der Opferplatte 7 vorgesehene Kühlfluid
11 zunächst erwärmt, bevor dann die Opferplatte 7 nach einer gewissen Einstrahlzeit
zerstört wird. Im Bereich der Zerstörstelle, d. h. des Einstrahlpunkts der Laserstrahlung,
tritt das innerhalb der Opferplatte 3 vorgesehene Kühlfluid 11 unter Schwerkraftwirkung
dann nach und nach aus, wobei ebenfalls Wärme abgeführt wird. Auch kann das aus der
Opferplatte 7 ausströmende Kühlfluid 11 zu einer Benetzung der dahinterliegend angeordneten
Panzerungselemente 2 ebenfalls unter Aufbringung einer gewissen Kühlwirkung erzeugen.
[0054] Zusätzlich zu einem Kühlsystem 3 der zuvor beschriebenen Art können die Panzerungselemente
2 auch mit mehreren optischer Wirkkörpern 13, 14, 15 versehen sein, was nachfolgend
anhand der Darstellungen in den Figuren 9 bis 12 erläutert werden wird, in welchen
Einzelheiten des Kühlsystems 3 aus Gründen der Übersicht nicht dargestellt sind.
[0055] Wie dies anhand der Ausführungen in den Fig. 9 bis 12 deutlich wird, können die Panzerungselemente
2 jeweils eine Vielzahl optischer Wirkkörper 13, 14, 15 zur Beeinträchtigung der eingestrahlten
Laserstrahlung aufweisen. Hierdurch wird eine Schwächung der Intensität der Laserstrahlung
und damit eine Reduktion der erforderlichen Kühlleistung des Kühlsystems 3 erreicht.
Es wird verhindert, dass Laserstrahlen mit einer oberhalb der Zerstörschwelle des
zu schützenden Objekts 10 liegenden Intensität auf dieses einwirken.
[0056] Bei der Ausführung gemäß Fig. 9 ist eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkkörpern 13
vorgesehen. Die Wirkkörper 13 sind als Reflexionskörper 13 ausgebildet und befinden
sich als loses Schüttgut in einer kastenförmigen Aufnahme 2.3 des Panzerungselements
2. Die optischen Wirkkörper 13 weisen eine aus einer optisch reflektierenden Schicht
bestehende Oberfläche 13.1 auf. Die reflektierende Oberfläche 13.1 kann sich über
den gesamten optischen Wirkkörper 13 oder nur über Teilbereiche des Wirkkörpers 13
erstrecken. Die Wirkkörper 13 gemäß der Ausführung in Fig. 9 weisen mehrere sich gegeneinander
abgewinkelt erstreckende Oberflächen 13.1 auf, wodurch sich ganz unterschiedliche
Reflexionsebenen ergeben.
[0057] Beim Auftreffen eines Laserstrahls wird dieser an der entsprechenden Oberfläche 13.1
des Wirkkörpers 13 reflektiert. Nach erfolgter Reflexion trifft der Laserstrahl dann
ggf. auf einen weiteren Wirkkörper 13 und wird erneut reflektiert. Mit jeder Reflexion
sinkt die Intensität des auf das Objekt 10 einwirkenden Laserstrahls, so dass dieser
- falls das Panzerungselement 2 überhaupt durchstrahlt werden sollte, nur mit deutlich
reduzierter Intensität auf das Objekt 10 trifft. Wesentliche Anteile des Laserstrahls
werden zudem von dem Objekt 10 weg gelenkt.
[0058] Auf einem anderen physikalischen Wirkprinzip beruht das in Fig. 10 dargestellte Panzerungselement
2.
[0059] Bei diesem ist ebenfalls eine Vielzahl optischer Wirkkörper 14 von zum Teil unterschiedlicher
Geometrie vorgesehen. Über die Wirkkörper 14 wird ein auftreffender Laserstrahl, wie
ein solcher in Fig. 10 exemplarisch in durchgezogenen Linien dargestellt ist, durch
Brechung beeinträchtigt, wodurch der Laserstrahl aufweitet und hierdurch an Intensität
verliert. Wie die punktierten Linien dies veranschaulichen sollen, wir der Laserstrahl
nicht nur durch die Brechungseffekte sondern auch durch Reflexionen an den Grenzflächen
der Wirkkörper 14 beeinträchtigt. Die Wirkkörper 14 sind zum Brechen der Laserstrahlung
als optisch transparente Brechungskörper 14 ausgestaltet. Beim Auftreffen eines Laserstrahls
auf einer Fläche des Brechungskörpers 14 erfolgt eine Lichtbrechung, wodurch sich
nach Durchlaufen mehrerer hintereinander angeordneter Brechungskörper eine Schwächung
des Laserstrahls derart ergibt, dass dieser beim Verlassen des Schutzelements 2 eine
deutlich geringere Intensität aufweist. Die Gefahr einer Zerstörung des Objekts 10
wird auch durch diese Wirkkörper 14 deutlich reduziert wird. Der Durchmesser des auf
der Bedrohungsseite des Panzerungselements 2 auftreffenden Laserstrahls wird durch
das Durchlaufen der Brechungskörper 14 auf ein Vielfaches aufgeweitet, wodurch die
Intensität der Laserstrahlung auf ein unkritisches Niveau gesenkt werden kann.
[0060] Die Wirkkörper 14 können gemäß der schematischen Darstellung verschiedene Geometrien
aufweisen. Wichtig ist, dass diese gegeneinander abgewinkelt verlaufende Flächen oder
runde Flächen aufweisen, an welchen dann die Brechung des Lichts erfolgt.
[0061] Alternativ oder zusätzlich kann es sich bei den Wirkkörpern 14 gemäß der Darstellung
in Fig. 10 auch um sog. Stahlteiler handeln, die Anteile der Laserstrahlung mit einer
bestimmten Strahleigenschaft durchlassen und andere Teile der Laserstrahlung, die
diese Strahleigenschaft nicht aufweisen, reflektieren. Beispielsweise können p- und
s-polarisierte Strahlanteile voneinander getrennt werden, wodurch sich ebenfalls eine
deutliche Reduktion der eingestrahlten Laserintensität ergibt. Hierzu können an den
Wirkkörpern 14 beispielsweise Polarisationsfilter vorgesehen sein.
[0062] Auf einem weiteren physikalischen Wirkprinzip beruht der in Fig. 11 dargestellte
Wirkkörper 15.
[0063] Auch dieser kann gemäß den Darstellungen in den Fig. 9 bzw. 10 als loses Schüttgut
in ein Panzerungselement 2 eingebracht sein. Bei dem in Fig. 11 dargestellten Wirkkörper
15 handelt es sich um einen Beugungskörper 15. Dieser weist mehrere Beugungsspalte
15.1 auf, an welchen das auftreffende Laserlicht gebeugt wird. Es ergeben sich Beugungsmuster
mit einer weniger intensiven Laserstrahlung auf der Oberfläche des zu schützenden
Objekts 10.
[0064] Gemäß der Darstellung in den Fig. 9 und 10 können die Wirkkörper 13, 14, 15 als loses
Schüttgut immer innerhalb einer gehäuseartigen Aufnahme 2.3 des Panzerungselements
2 angeordnet werden. Innerhalb eines Panzerungselements 2 können unterschiedliche
Wirkkörper 13, 14, 15 mit reflektierenden, brechenden und beugenden Eigenschaften
gemischt angeordnet werden, vorzugsweise als loses Schüttgut.
[0065] Vorteilhaft ist es in diesem Zusammenhang, wenn die Aufnahme 2.3 von kastenförmiger
Geometrie ist und bedrohungsseitig mit einer optisch transparenten Abdeckung nach
Art eines Deckels versehen ist. Die Abdeckung kann im Bereich der erwarteten Laserstrahlung
in einem schmalbandigen Wellenlängenbereich optisch transparent ausgebildet sein.
Dies führt dazu, dass der auftreffende Laserstrahl ungehindert durch die Abdeckung
hindurch tritt und erst durch die dahinter liegenden Wirkkörper 13, 14, 15 beeinträchtigt
wird. Eine Zerstörung der Abdeckung wird auf diese Weise vermieden. Ein anderer positiver
Effekt stellt sich bei solchen Abdeckungen ein, die in einem außerhalb des vom menschlichen
Auge wahrnehmbaren Wellenlängenbereichs optisch transparent sind. Denn bei diesen
tritt beispielsweise ein Laserstrahl im IR-Bereich durch die Abdeckung hindurch, hinter
welcher er dann über die optischen Wirckörper 13, 14, 15 beeinträchtigt wird. Da dies
für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist, kann der Angreifer diese Effekte jedenfalls
nicht ohne Weiteres erkennen.
[0066] Alternativ oder zusätzlich ist es auch denkbar, dass eine Vielzahl Wirkkörper 13,
14, 15 in ein Trägermaterial eingebettet ist, welches auf die Bedrohungsseite des
Panzerungselements 2 aufbringbar ist. Ähnlich einer Sonnenschutzcreme können innerhalb
des Trägermaterials eine Vielzahl kleinerer Wirkkörper 13, 14, 15 eingebettet sein.
Bei Erkennung eines Laserangriffs kann dann das Trägermaterial und mit diesem die
Wirckörper 13, 14, 15 auf die bedrohte Seite des zu schützenden Objekts 10 gezielt
ausgebracht werden. Hierzu kann beispielsweise ein entsprechendes Leitungssystem mit
mehreren Austrittsdüsen zum Aufbringen der in dem Trägermaterial angeordneten Wirkkörper
13, 14, 15 auf eine bedrohte Stelle des Objekts vorgesehen sein.
[0067] Eine weitere alternative Anordnung der Wirckörper 13, 14, 15 ist in Fig. 12 dargestellt.
Bei dieser befinden sich eine Vielzahl von Wirkkörpern 13, 14, 15 in einer Art Vorhanganordnung.
Diese Art von Vorhang kann an der Bedrohungsseite eines Objekts 10 angeordnet werden.
[0068] Durch Beeinträchtigung der eingestrahlten Laserstrahlung mittels einer Vielzahl optischer
Wirkkörper 13, 14, 15, kann die auftreffende Laserstrahlung durch Reflexion, Brechung
oder Beugung derart beeinträchtigt werden, dass unabhängig von der Einstrahlrichtung
des auftreffenden Laserstrahls eine Abschwächung der Intensität der Laserstrahlung
erfolgt. Die Gefahr eines Materialversagens infolge sehr intensiver Einstrahlung wird
deutlich verringert.
[0069] Darüber hinaus können die Panzerungselemente 2 gegenüber dem Objekt 10 bewegbar angeordnet
werden, was nachfolgend anhand der Darstellungen in den Figuren 13 bis 18 erläutert
werden wird, ich welchen Einzelheiten des Kühlsystems 3 wie auch der optischen Wirkkörper
13, 14, 15 aus Gründen der Übersicht nicht dargestellt sind.
[0070] Wie die Darstellung beispielsweise in Fig. 13 dies veranschaulicht, sind die Panzerungselemente
2 gegenüber dem Objekt 10 bewegbar angeordnet. Hierdurch wird erreicht, dass ein auf
dem Objekt 10 bzw. der Laserpanzerung 1 auftreffender Laserstrahl über längere Zeit
auf ein und denselben Punkt einwirkt und dort nach einer gewissen Einstrahlzeit ggf.
eine Zerstörungswirkung entfaltet.
[0071] Bei der Ausführung gemäß Fig. 13 ist das Panzerungselement 2 vor der zu schützenden
Fläche 12 des Objekts 10 in vertikaler Richtung R
1 wie auch in horizontaler Richtung R
2 bewegbar. Durch das Bewegen des Panzerungselements 2 gegenüber dem Objekt 10 ergibt
sich auch eine Relativbewegung gegenüber dem auftreffenden Laserstrahl, weshalb dieser
nicht über längere Zeiträume auf ein und denselben Punkt trifft, womit der lokale
Energieeintrag deutlich reduziert wird, so dass Zerstörungen des Panzerungselements
2 nicht zu befürchten stehen.
[0072] Während die Darstellung in Fig. 13 zwei Bewegungsrichtungen des Panzerungselements
2 in einer Fläche parallel zu der zu schützenden Fläche 12 des Objekts 10 zeigt, ist
es auch denkbar, das Panzerungselement 2 zusätzlich oder alternativ auch quer zur
Richtung der zu schützenden Fläche 12 zu bewegen. Durch eine solche Bewegung wird
das Panzerungselement 2 in Richtung des auftreffenden Laserstrahls bewegt. Üblicherweise
wird der von der Laserwaffe ausgehende Laserstrahl direkt in die Fläche des Objekts
10 hinein fokussiert, da die Intensität der Laserstrahlung im Fokus am größten ist.
Durch eine Bewegung des Panzerungselements 2 quer zur zu schützenden Fläche 12 des
Objekts 10 kann das Panzerungselement 2 aus dieser Fokuslage heraus bewegt werden,
wodurch die Intensität der Laserstrahlung in deren Einstrahlpunkt gesenkt wird. Auch
hierdurch lässt sich die Gefahr einer Zerstörung des Panzerungselements 2 durch die
auftreffende Laserstrahlung verringern.
[0073] Wie die Darstellung in Fig. 16 zeigt, können die Bewegungen des Panzerungselements
2 über einen Antrieb M initiiert werden. Bei dem Antrieb M kann es sich um einen motorischen
Antrieb, wie beispielsweise einen Elektro-, Hydraulik- oder Pneumatikmotor handeln.
Über den Antrieb M kann das Panzerungselement 2 definiert in Bewegung versetzt werden,
beispielsweise über eine Art Exzentergetriebe oder ähnliche Vorrichtungen. Da es nicht
erforderlich ist, das Panzerungselement 2 ständig in Bewegung zu halten, ist zudem
eine Sensorik S zur Erkennung der auftreffenden Laserstrahlung vorgesehen. Hierbei
kann es sich um lichtempfindliche Sensoren handeln, welche die auftreffende Laserstrahlung
erkennen. Nach Erkennen der Laserstrahlung kann dann der Antrieb M angesteuert und
das Panzerungselement 2 in Bewegung versetzt werden.
[0074] Alternativ oder zusätzlich kann das Panzerungselement 2 auch federnd aufgehängt sein,
wie dies in Fig. 17 dargestellt ist. Zu erkennen ist, dass das Panzerungselement 2
über eine Feder 24 an das zu schützende Objekt 10 angekoppelt ist. Eine derartig federnde
Aufhängung bietet sich insbesondere bei mobilen Objekten 10 und insbesondere bei militärischen
Landfahrzeugen an. Aufgrund der im Fahrbetrieb auftretenden Kräfte wird das Panzerungselement
2 bei diesen durch Auslenken der Feder 24 ständig in Bewegung gehalten. Vorteil dieser
Aufhängung über Federn 24 ist zudem, dass die Bewegung rein stochastisch erfolgt,
so dass ein Nachführen der Laserstrahlung entsprechend der Bewegungen des Panzerungselements
2 nicht möglich ist.
[0075] Zur Vermeidung einer Zielnachführung der Laserstrahlung ist gemäß der Darstellungen
in den Fig. 14 und 15 zudem ein Sichtschutz 23 vorgesehen, auf welchen nachfolgend
im Einzelnen eingegangen werden wird.
[0076] Wie die Darstellung in Fig. 14 zunächst erkennen lässt, befindet sich der Sichtschutz
23 auf der Bedrohungsseite der Panzerungselemente 2 der Laserpanzerung 1 und deckt
diese zu deren Bedrohungsseite zumindest teilweise ab. Die Panzerungselemente 2 befinden
sich in einem Zwischenbereich zwischen dem gegenüber dem Objekt 10 fest stehend angeordneten
Sichtschutz 23 und dem Objekt 10. Es ergibt sich eine Art Spalt, in welchem die Panzerungselemente
2 bewegt werden können. Zweck des Sichtschutzes 23 ist es, die Bewegungen der Panzerungselemente
2 für den Angreifer unsichtbar zu machen.
[0077] Gemäß der Ausgestaltung in Fig. 14 ist der Sichtschutz 3 so ausgebildet, dass dieser
die Kanten 2.4 der Panzerungselemente 2 derart überdeckt, dass diese im Sichtschatten
des Sichtschutzes 23 liegen, vgl. auch die Darstellung in Fig. 2. Die Überdeckung
der Kanten 2.4 des Panzerungselements 2 ist dabei derart gewählt, dass diese selbst
bei maximaler Bewegung des Panzerungselements 2 nicht aus dem Sichtschatten des Sichtschutzes
23 heraustreten. Für den Angreifer ist die Bewegung des ansonsten flächigen Panzerungselements
2 daher nicht zu erkennen und es ist jedenfalls nicht ohne weiteres möglich, den Laserstrahl
diesen Bewegungen nachzuführen.
[0078] Eine alternative Ausgestaltung des Sichtschutzes 23 ist in Fig. 15 dargestellt. Während
der Sichtschutz 23 in den Fig. 13 und 14 jeweils nur die Kanten des Panzerungselements
2 überdeckt und ansonsten Öffnungen zum Durchtritt der Laserstrahlung aufweist, überdeckt
der Sichtschutz 23 gemäß Fig. 15 die Panzerungselemente 2 vollflächig. Die Panzerungselemente
2 sind bei dieser Anordnung kachelartig über das Objekt verteilt angeordnet und liegen
vollständig im Sichtschatten des Sichtschutzes 23. Der Sichtschutz 23 ist bei dieser
Ausgestaltung in einem schmalbandigen Wellenlängenbereich, beispielsweise im Wellenlängenbereich
von 1064 nm optisch transparent gehalten. Der optisch transparente Wellenlängenbereich
ist an die Wellenlänge der erwarteten Laserwaffe angepasst, in Fortführung des obigen
Wellenlängenbeispiels an einen Nd:YAG-Laser. Der hierdurch erreichte Effekt ist der
folgende:
[0079] Da der Sichtschutz 23 für den auftreffenden Laserstrahl optisch transparent ist,
tritt dieser quasi ungehindert durch den Sichtschutz 23 hindurch und trifft auf das
Panzerungselement 2, welches sich gegenüber dem Objekt 10 bewegt. Die Bewegungen des
Panzerungselements 2 sind für den Angreifer jedoch nicht sichtbar, da die Wellenlänge
der Laserstrahlung häufig außerhalb des für das menschliche Auge sichtbaren Bereichs
liegt oder aufgrund der Schmalbandigkeit der optischen Transparenz des Sichtschutzes
23 für den Angreifer zumindest nur schwer zu erkennen. Dem Angreifer bietet sich daher
ein Bild, bei welchem der Laserstrahl quasi in dem Sichtschutz 23 verschwindet ohne
hier eine nennenswerte Wirkung hervorzurufen. Denn selbst bei Zerstörung eines der
Panzerungselemente 2 wäre dies aufgrund des Sichtschutzes 23 für den Angreifer 2 nicht
erkennbar.
[0080] Eine im Hinblick auf deren Schutzwirkung verbesserte Ausgestaltung zeigt schließlich
die Darstellung in Fig. 18. Bei dieser sind die Panzerungselemente 2 in mehreren Lagen
L
1, L
2 angeordnet, wodurch sich eine redundante Anordnung derart ergibt, dass bei Ausfall
eines der Panzerungselemente 2 einer äußeren Lage L
2 die Laserstrahlung in einem nächsten Schritt auf eine weiter Innen liegende Lage
L
1 trifft. Die Bewegungen der Panzerungselemente 2 sind in den Lagen L
1, L
2 vorteilhafter Weise unterschiedlich ausgerichtet.
[0081] Die Panzerungselemente 2 können aus Panzerstahl bestehen und nach Art ballistisch
wirksamer Panzerungsplatten ausgebildet sein. Alternativ kann es sich bei den Schutzplatten
auch um Verbundpanzerplatten handeln, bei welchen eine Vielzahl ballistisch wirksamer
Wirkkörper beispielsweise aus einem Keramikmaterial in ein Matrixmaterial eingebettet
ist. Alternativ oder zusätzlich kann ferner eine Ausgestaltung mit mehreren optischen
Wirkkörpern 13, 14, 15 vorgesehen sein.
Bezugszeichen:
[0082]
- 1
- Laserpanzerung
- 2
- Panzerungselement
- 2.1
- Auslass
- 2.2
- Einlass
- 2.3
- Aufnahme
- 2.4
- Kante
- 3
- Kühlsystem
- 4
- Kühlkreislauf
- 5
- Sprühvorrichtung
- 6
- Kammer
- 7
- Opferplatte
- 8
- Kältemittelkreis
- 9
- Abwärmekreis
- 10
- Objekt
- 11
- Kühlfluid
- 12
- Fläche
- 13
- optischer Wirkkörper, Reflexionskörper
- 13.1
- Oberfläche
- 14
- optischer Wirkkörper, Brechungskörper
- 15
- optischer Wirkkörper, Beugungskörper
- 15.1
- Beugungsspalt
- 23
- Sichtschutz
- 24
- Feder
- qab
- Abwärme
- P
- Pumpe
- R1
- Richtung
- R2
- Richtung
- L1
- Lage
- L2
- Lage
- M
- Antrieb
- S
- Sensorik
1. Laserpanzerung zum Schutz eines Objekts (10) vor Laserwaffen mit einem Panzerungselement
(2),
gekennzeichnet durch
ein Kühlsystem (3) zum Ableiten von durch die Laserwaffen in das Panzerungselement (2) eingebrachter Wärme und eine die Laserstrahlung
erkennende Sensorik mit lichtempfindlichen Sensoren zur Aktivierung des Kühlsystems
(3).
2. Laserpanzerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem (3) ein Kühlfluid (11) aufweist.
3. Laserpanzerung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlfluid (11) aus einem Reservoir kommend durch das Panzerungselement (2) geführt
ist.
4. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das über die Laserstrahlung erwärmte Kühlfluid (11) aus einem im unteren Bereich
des Panzerungselements (2) vorgesehenen Auslass (2.1) geführt ist und dass Kühlfluid
(11) geringer Temperatur über einen im oberen Bereich des Panzerungselements (2) vorgesehenen
Einlass (2.2) geführt ist.
5. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlfluid (11) über eine Sprühvorrichtung (5) auf das Panzerungselement (2) aufgebracht
wird.
6. Laserpanzerung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühvorrichtung (5) an der Bedrohungsseite des Panzerungselements (2), im Inneren
des Panzerungselements (2) oder an der Objektseite des Panzerungselements (2) angeordnet
ist.
7. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Panzerungselement (2) eine Kammer (6) aufweist, in welcher das Kühlfluid (11)
umgewälzt wird.
8. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Panzerungselement (2) mehrere strömungsverbundene Kammern (6) aufweist, in welchen
das Kühlfluid (11) umgewälzt wird.
9. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Bedrohungsseite des Panzerungselements (2) eine mit Kühlfluid (11) befüllte
Opferplatte (7) angeordnet ist.
10. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Panzerungselement (2) mehrere miteinander verbindbare Kammern (6) aufweist, wobei
sich in jeder Kammer (6) eine Komponente eine Mehrkomponentenfluids befindet, das
nach Mischen infolge einer chemischen Reaktion eine Kühlwirkung erzeugt.
11. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Panzerungselemente (2) vorgesehen sind.
12. Laserpanzerung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Panzerungselemente (2) mit separaten Kühlsystemen (3) versehen ist oder dass
mehrere Panzerungselemente (2) über ein gemeinsames Kühlsystem (3) verfügen.
13. Laserpanzerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem (3) ein elektrisches Kühlmittel, insbesondere ein Peltier-Element
aufweist.
14. Verfahren zum Schutz eines Objekts (10) vor Laserwaffen mit einer ein Panzerungselement
(2) aufweisenden Laserpanzerung (1),
dadurch gekennzeichnet,
dass die über die Laserwaffen in das Panzerungselement (2) eingebrachte Wärme über ein
Kühlsystem (3) abgeleitet und das Kühlsystem (3) über eine die Laserstrahlung erkennende
Sensorik mit lichtempfindlichen Sensoren aktiviert wird.
15. Fahrzeug, insbesondere militärisches Fahrzeug, gekennzeichnet durch eine Laserpanzerung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 1344.
1. Armour against laser radiation for protecting an object (10) against laser weapons,
having an armour element (2),
characterized by
a cooling system (3) for dissipating heat introduced into the armour element (2) by
the laser weapons, and a sensor system with light-sensitive sensors which detects
the laser radiation and serves for activating the cooling system (3).
2. Armour against laser radiation according to Claim 1, characterized in that the cooling system (3) has a cooling fluid (11).
3. Armour against laser radiation according to Claim 2, characterized in that the cooling fluid (11), coming from a reservoir, is conducted through the armour
element (2).
4. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that the cooling fluid (11) heated via the laser radiation is conducted out of an outlet
(2.1) provided in the lower region of the armour element (2), and in that cooling fluid (11) of lower temperature is conducted via an inlet (2.2) provided
in the upper region of the armour element (2).
5. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that the cooling fluid (11) is applied to the armour element (2) via a spray device (5).
6. Armour against laser radiation according to Claim 5, characterized in that the spray device (5) is arranged on the threat side of the armour element (2), in
the interior of the armour element (2) or on the object side of the armour element
(2).
7. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that the armour element (2) has a chamber (6) in which the cooling fluid (11) is circulated.
8. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that the armour element (2) has multiple flow-connected chambers (6) in which the cooling
fluid (11) is circulated.
9. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that a sacrificial plate (7) filled with cooling fluid (11) is arranged on the threat
side of the armour element (2).
10. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that the armour element (2) has multiple chambers (6) which are able to be connected to
one another, wherein situated in each chamber (6) is one component of a multi-component
fluid which, after mixing, generates a cooling effect as a result of a chemical reaction.
11. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that multiple armour elements (2) are provided.
12. Armour against laser radiation according to Claim 11, characterized in that the armour elements (2) are provided with separated cooling systems (3), or in that multiple armour elements (2) have a common cooling system (3).
13. Armour against laser radiation according to one of the preceding claims, characterized in that the cooling system (3) has an electrical cooling means, in particular a Peltier element.
14. Method for protecting an object (10) against laser weapons, having armour against
laser radiation (1) having an armour element (2),
characterized
in that the heat introduced into the armour element (2) via the laser weapons is dissipated
via a cooling system (3), and the cooling system (3) is activated via a sensor system
with light-sensitive sensors which detects the laser radiation.
15. Vehicle, in particular military vehicle, characterized by armour against laser radiation (1) according to one of claims 1 to 13.
1. Blindage anti-laser pour la protection d'un objet (10) contre des armes laser avec
un élément de blindage (2), caractérisé par un système de refroidissement (3) pour évacuer de la chaleur introduite dans l'élément
de blindage (2) par les armes laser et des capteurs avec des senseurs sensibles à
la lumière identifiant le rayonnement laser pour l'activation du système de refroidissement
(3).
2. Blindage anti-laser selon la revendication 1, caractérisé en ce que le système de refroidissement (3) présente un fluide de refroidissement (11).
3. Blindage anti-laser selon la revendication 2, caractérisé en ce que le fluide de refroidissement (11) venant d'un réservoir est conduit à travers l'élément
de blindage (2).
4. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le fluide de refroidissement (11) échauffé par le rayonnement laser est conduit hors
d'une sortie (2.1) prévue dans la région inférieure de l'élément de blindage (2) et
en ce que du fluide de refroidissement (11) à basse température est conduit par une entrée
(2.2) prévue dans la région supérieure de l'élément de blindage (2).
5. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le fluide de refroidissement (11) est appliqué sur l'élément de blindage (2) par
un dispositif de pulvérisation (5).
6. Blindage anti-laser selon la revendication 5, caractérisé en ce que le dispositif de pulvérisation (5) est disposé sur le côté exposé à la menace de
l'élément de blindage (2), à l'intérieur de l'élément de blindage (2) ou sur le côté
objet de l'élément de blindage (2).
7. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de blindage (2) présente une chambre (6), dans laquelle le fluide de refroidissement
(11) est mis en recirculation.
8. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de blindage (2) présente plusieurs chambres (6) qui communiquent en écoulement,
dans lesquelles le fluide de refroidissement (11) est mis en recirculation.
9. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une plaque sacrificielle (7) remplie de fluide de refroidissement (11) est disposée
sur le côté exposé à la menace de l'élément de blindage (2).
10. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de blindage (2) présente plusieurs chambres (6) pouvant être reliées entre
elles, dans lequel il se trouve dans chaque chambre (6) un composant d'un fluide à
plusieurs composants, qui produit après mélange un effet de refroidissement suite
à une réaction chimique.
11. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu plusieurs éléments de blindage (2).
12. Blindage anti-laser selon la revendication 11, caractérisé en ce que les éléments de blindage (2) sont dotés de systèmes de refroidissement séparés (3),
ou en ce que plusieurs éléments de blindage (2) disposent d'un système de refroidissement commun
(3).
13. Blindage anti-laser selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système de refroidissement présente un moyen de refroidissement électrique, en
particulier un élément Peltier.
14. Procédé de protection d'un objet (10) contre des armes laser avec un blindage anti-laser
(1) présentant un élément de blindage (2), caractérisé en ce que l'on évacue la chaleur introduite dans l'élément de blindage (2) par les armes laser
au moyen d'un système de refroidissement (3) et on active le système de refroidissement
(3) par des capteurs avec des senseurs sensibles à la lumière identifiant le rayonnement
laser.
15. Véhicule, en particulier véhicule militaire, caractérisé par un blindage anti-laser (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 13.