[0001] Die Erfindung betrifft eine Spritze mit einem Fingerflansch und einer Fingerauflage.
Ferner betrifft die Erfindung einen derartigen Fingerflansch.
[0002] Spritzen mit einem länglichen, zylinderförmigen Spritzenkörper, in dem eine in Richtung
der Längsachse bewegliche Kolbenstange angeordnet ist, sind allgemein bekannt. Derartige
Spritzen sind üblicherweise aus Kunststoff oder Glas hergestellt. Sie weisen im allgemeinen
an dem distalen Ende des Spritzenkörpers einen konusartigen Spritzenansatz auf, der
mit einem Nadelträger oder einer Vorrichtung zur Aufnahme einer Nadel verbunden werden
kann. Ferner weist der Spritzenkörper im allgemeinen ein proximales offenes Ende auf,
in das die Kolbenstange eingeführt werden kann.
[0003] Das in dem Spritzenkörper ausgebildete Innenvolumen kann mit einer Substanz gefüllt
werden. Durch eine Hubbewegung der Kolbenstange kann die Substanz an dem distalen
Ende des Spritzenkörpers durch einen Durchlass aus diesem ausgetrieben werden. Zur
Erleichterung der Handhabung während der Hubbewegung ist häufig ein sogenannter Fingerflansch
vorgesehen, welcher eine Auflage für Finger aufweist.
[0004] In vielen Fällen ist der Fingerflansch einstückig zusammen mit dem Spritzenkörper
ausgebildet. Dieses ist beispielsweise bei einem Spritzenkörper aus Kunststoff relativ
einfach möglich. Werden dagegen Spritzenkörper aus Glas verwendet, so ist das Ausbilden
eines geeigneten Fingerflansches aus dem Glaskörper engen konstruktiven Grenzen gesetzt.
Dieses gilt umso mehr, wenn der Spritzenkörper beispielsweise aus einem Stück Glasrohr
gefertigt wird. Um eine hinreichende Festigkeit des Fingerflansches zu gewährleisten,
sind größere Umformungen des Glasrohrs oder auch eine Fertigung mit Übergröße erforderlich.
[0005] Um dieses zu vermeiden, sind verschiedene Fingerflansche zur nachtäglichen Montage
an einer Spritze entwickelt worden.
[0006] So ist beispielsweise der Patentschrift
DE 43 23 124 B4 eine Spritze mit einem Fingerflansch zu entnehmen, welcher auf den Spritzenkörper
axial aufgeschoben werden kann. Der Fingerflansch ist dabei derart ausgebildet, dass
er eine Öffnung aufweist, die so bemessen ist, dass sie beim Aufschieben aufgedrückt
wird und anschließend in einem dafür vorgesehenen Bereich einrastet. Als ungünstig
kann bei diesem Verfahren der hohe Aufwand angesehen werden, der an die Genauigkeit
der Außengeometrie des Spritzenkörpers gestellt wird, so dass ein Aufschieben des
Fingerflansches überhaupt erst ermöglicht wird. Durch das Aufschieben erfolgt eine
Aufweitung der Öffnung des Fingerflansches.
[0007] Eine andere Form eines nachträglich an einer Spritze montierbaren Fingerflansches
offenbart die
DE 10 2004 036 051 A1. Es wird ein Fingerflansch vorgeschlagen, welcher an dem distalen Ende des Spritzenkörper
montiert werden kann durch ein seitliches Aufschieben in einem dafür vorgesehenen
Bereich des Spritzenkörpers. Der hier vorgestellte Fingerflansch ist zwar einfach
zu montieren. Allerdings kann er auch einfach demontiert werden bzw. er ist nicht
gegen ein unbeabsichtigtes Lösen gesichert. Zudem ist eine Verdrehung zum Spritzenkörper
möglich, so dass eine Handhabung des Fingerflansches erschwert werden kann.
[0008] Ferner offenbart das Dokument
DE 10 2006 005 784 eine Spritze mit einem zylinderförmigen Spritzenkörper, bei welchem ein mehrteiliges
Bauteil vorgesehen ist, welches als Fingerflansch ausgebildet ist. Der Fingerflansch
kann mit dem proximalen Ende des Spritzenkörpers verbunden werden und ist dazu ausgebildet,
nicht ohne Beeinträchtigung des Spritzenkörpers abgenommen werden zu können. Ein Nachteil
dieser Ausführungsform ist der mehrteilige Aufbau, der zu einem erhöhten Aufwand bzgl.
Lagerhaltung und Logistik sowie einer komplizierten Montage führt.
[0009] Hieraus ergibt sich die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die darin zu sehen ist,
eine Spritze mit einem Fingerflansch zur Verfügung zu stellen, wobei der Fingerflansch
nachträglich an die Spritze montiert werden kann. Ferner soll ein entsprechender Fingerflansch
zur Verfügung gestellt werden.
[0010] Dabei soll der Fingerflansch fest mit der Spritze verbunden werden können, ohne dass
er wieder demontiert werden kann. Ferner soll er auch im montierten Zustand verdrehsicher
an der Spritze halten. Eine Montage des Fingerflansches soll auch bei geringen Form-
und Lageabweichungen der Spritze, insbesondere im Bereich des proximalen Endes, möglich
sein.
[0011] Die Fertigung des Fingerflansches soll kostengünstig und in großen Stückzahlen möglich
sein. Daher soll der Fingerflansch möglichst einstückig ausgebildet sein, bevorzugt
aus einem einzigen Material, und/oder mittels eines einfachen, auf große Stückzahlen
ausgerichteten Fertigungsverfahrens herstellbar sein.
[0012] Überraschend einfach wird diese Aufgabe durch eine Spritze sowie einen Fingerflansch
nach einem der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen
der Erfindung sind den jeweiligen Unteransprüchen zu entnehmen.
[0013] Die Erfindung betrifft demnach eine Spritze, umfassend einen zylinderförmigen Spritzenkörper
mit einem distalen Ende und einem proximalen Ende sowie einen Fingerflansch mit zumindest
einer Auflagefläche für einen Finger, wobei
- der Spritzenkörper eine zylinderförmige Kammer umfasst zur Aufnahme einer flüssigen
Substanz,
- das proximale Ende des Spritzenkörpers eine Öffnung aufweist, durch die eine Kolbenstange
geführt werden kann,
- das proximale Ende des Spritzenkörpers ferner zumindest einen radial nach außen vorspringenden,
über die Mantelfläche des Spritzenkörpers vorstehenden Vorsprung umfasst,
- der Fingerflansch einstückig ausgebildet ist,
- der Fingerflansch zumindest ein erstes und ein zweites Fingerflanschelement umfasst,
welche beweglich miteinander verbunden sind und von einer geöffneten Position in eine
geschlossene Position bewegt werden können,
- der Fingerflansch in geschlossener Position zumindest teilweise mit dem zumindest
einen Vorsprung kraftschlüssig verbunden ist und den Vorsprung zumindest teilweise
derart umschließt, dass in geschlossener Position ein axiales Verschieben des Fingerflansches
relativ zu dem Spritzenkörper verhindert wird, und wobei
- der Fingerflansch eine Ausnehmung zur Durchführung der Kolbenstange aufweist.
[0014] Das distale Ende des Spritzenkörpers ist dabei ausgebildet zur Verbindung mit einer
Nadel oder einer Nadelaufnahmevorrichtung. Der Spritzenkörper umfasst ferner eine
Kammer zur Aufnahme einer flüssigen Substanz oder eines Fluids. Die Spritze kann sowohl
ungefüllt, aber auch bereits mit der Substanz gefüllt sein. Im gefüllten Zustand ist
im allgemeinen ein Stopfen vorgesehen, welcher die Kammer fluiddicht verschließt,
um ein ungewolltes Austreten der Substanz zu vermeiden. Das distale Ende der Spritze
kann einen Durchlass zum Austreiben der Substanz aufweisen. Das proximale Ende des
Spritzenkörpers weist ferner eine Öffnung auf, durch die eine Kolbenstange in die
Kammer eingeführt werden kann.
[0015] Im Bereich des proximalen Endes kann der Spritzenkörper mit zumindest einem nach
außen vorstehenden Vorsprung, der somit über die äußere Mantelfläche des Spritzenkörpers
hervorsteht, ausgebildet sein. Dies kann beispielsweise ein vorstehender ringförmiger
oder ringförmig umlaufender Vorsprung bzw. auch ein ringförmig umlaufender Wulst sein.
Der Spritzenkörper kann auch an seinem proximalen Ende eine Nut umfassen.
[0016] Der Fingerflansch kann im Sinne der Erfindung mit dem proximalen Ende des Spritzenkörpers
kraftschlüssig und/oder formschlüssig verbunden sein. Bevorzugt ist er in der geschlossenen
Position dabei gleichzeitig gegen ein ungewolltes Lösen gesichert. Dabei kann der
Fingerflansch zumindest ein erstes und ein zweites Fingerflanschelement umfassen,
welche beweglich zueinander angeordnet sind und von einer geöffneten Position in eine
geschlossene Position bewegt werden können. Bevorzugt dient die geöffnete Position
einer einfachen Montage des Fingerflansches an dem Spritzenkörper, wobei durch eine
Schließbewegung sodann die formschlüssige Verbindung geschaffen werden kann.
[0017] Durch die kraft- und/oder formschlüssige Verbindung, welche in geschlossener Position
des Fingerflansches zwischen diesem und dem Spritzenkörper geschaffen wird, wird eine
axiale Bewegung des Fingerflansches relativ zu dem Spritzenkörper, also eine Relativbewegung
parallel zur Mittenlinie des Spritzenkörpers, verhindert. Dabei kann zumindest ein
Teil des Fingerflansches und/oder des Fingerflanschelements den Spritzenkörper an
seinem proximalen Ende zumindest teilweise umgeben oder auch vollständig umschließen.
[0018] Der Fingerflansch weist weiterhin zumindest eine bevorzugt durchgehende Ausnehmung
auf, welche in montierter Position vorteilhaft deckungsgleich zur Öffnung des Spritzenkörpers
angeordnet ist, so dass bei einem an dem Spritzenkörper montierten Fingerflansch die
Durchführung der Kolbenstange ermöglicht wird. Diese Ausnehmung kann auch eine durchgehende
Öffnung sein.
[0019] Durch die Öffnung im proximalen Ende des Spritzenkörpers und durch die durchgehende
Ausnehmung oder Öffnung im Fingerflansch kann eine Kolbenstange in die Kammer eingeführt
werden. Diese kann, beispielweise bei einer mit einer Substanz gefüllten Spritze,
dazu verwendet werden, den Stopfen zu bewegen. Hierzu kann die Kolbenstange beispielsweise
in den Stopfen in ein dafür vorgesehenes Gewinde eingedreht und mit diesem somit fest
verbunden werden.
[0020] In einer anderen Ausführungsform ist die Spritze nicht gefüllt. Die Kolbenstange
kann dann mit einem die Kammer fluiddicht abschließenden Endstück ausgebildet sein,
so dass durch eine axiale Hubbewegung in Richtung des proximalen Endes eine Substanz
durch die Öffnung in dem distalen Ende in die Kammer des Spritzenkörpers eingezogen
werden kann, welche dann später durch eine umgekehrte Hubbewegung der Kolbenstange
in Richtung des distalen Endes wieder ausgetrieben werden kann. Es kann aber auch
eine Kolbenstange mit einem daran befestigten Stopfen in die Kammer eingeführt werden.
[0021] Die Montagereihenfolge von Fingerflansch und Kolbenstange kann unterschiedlich sein.
So können zunächst der Fingerflansch und dann die Kolbenstange montiert werden, aber
auch eine umgekehrte Montagereihenfolge ist möglich.
[0022] In vorteilhafter Weise ist die Ausnehmung des Fingerflansches dabei elastisch oder
teilelastisch ausgeführt, so dass die Kolbenstange zwar eingeführt, aber nicht mehr
nachträglich ausgezogen werden kann. Dies kann beispielsweise durch eine sich bei
einem Einschieben der Kolbenstange nur in eine Richtung aufweitende elastische Ausnehmung
ermöglicht werden, welche nach dem Einschieben zurückschnappt und ein Herausziehen
verhindert. Diese Auszugsicherung der Kolbenstange wird auch als "Backstop"-Funktion
bezeichnet.
[0023] Besonders günstig ist diese Ausgestaltung bei einer Montagereihenfolge, bei der die
Kolbenstange nach dem Fingerflansch montiert wird. Durch die Backstop-Funktion des
Fingerflansches kann auf einfache Weise sichergestellt werden, dass die Kolbenstange
unbeabsichtigt wieder entfernt und die Spritze unbrauchbar gemacht wird.
[0024] In einer anderen Ausführungsform ist die Ausnehmung des Fingerflansches derart ausgeführt,
dass ein Herausziehen des Stopfens verhindert wird. Diese Backstop-Funktion dient
demnach als Auszugsicherung des Stopfens. Die Kolbenstange kann bei dieser Ausführungsform
kleiner oder dünner ausgebildet sein.
[0025] Ferner umfasst der Fingerflansch zumindest eine Auflagefläche für einen Finger, welche
zur Auflage eines Fingers radial nach außen hervorsteht. Bevorzugt sind zumindest
zwei, sich gegenüberliegende Fingerauflagen vorgesehen, so dass eine besonders sichere
und stabile Auflagemöglichkeit und damit eine sichere Handhabbarkeit geschaffen werden
kann.
[0026] Ein Fingerflansch im Sinne der Erfindung umfasst zumindest ein erstes und ein zweites
Fingerflanschelement, welche beweglich, bevorzugt drehbeweglich, miteinander verbunden
sind.
[0027] Erfindungsgemäß ist der Fingerflansch einstückig ausgebildet. Hierunter ist insbesondere
zu verstehen, dass der Fingerflansch als ein einziges Bauteil zur Montage an dem Spritzenkörper
bereitgestellt werden kann. Hierdurch ist eine kostengünstige Fertigung in großer
Stückzahl möglich. Zudem können Kosten für Transport und Logistik minimiert werden.
Die Fingerflanschelemente des Fingerflansches sind dabei derart miteinander verbunden,
dass ein Trennen nur unter Überwindung eines Widerstands möglich ist, um ein ungewolltes
oder unbeabsichtigtes Trennen auszuschließen. Besonders bevorzugt sind die Fingerflanschelemente
nicht zerstörungsfrei voneinander trennbar. Hierdurch kann sichergestellt werden,
dass ein bereits montierter Fingerflansch nicht wieder demontiert und anschließend
erneut montiert werden kann.
[0028] Diese zumindest zwei Fingerflanschelemente des einstückigen Fingerflansches können
dabei mittels eines Gelenks, bevorzugt mittels eines Drehgelenks, formschlüssig miteinander
verbunden sein. Auf diese Weise können die Fingerflanschelemente beweglich, bevorzugt
drehbeweglich, miteinander verbunden sein.
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform können die Fingerflanschelemente des
einstückigen Fingerflansches auch stoffschlüssig miteinander verbunden sein, wobei
ebenfalls eine Beweglichkeit mittels eines Gelenks hergestellt sein kann.
[0030] Bevorzugt sind die Fingerflanschelemente drehbeweglich miteinander verbunden, so
dass eine Drehbewegung des zumindest einen Fingerflanschelements relativ zu dem zumindest
einen weiteren Fingerflanschelement ermöglicht wird.
[0031] Die Drehachse der Fingerflanschelemente kann dabei entlang bzw. parallel zu einer
gemeinsamen geraden Kante verlaufen. Diese Drehachse kann - im montierten Zustand
- sowohl parallel als auch senkrecht zu der Mittenlinie des Spritzenkörpers stehen.
Durch eine Drehbewegung der Fingerflanschelemente relativ zueinander kann der Fingerflansch,
insbesondere nach der Montage an dem Spritzenkörper, von einer offenen in eine geschlossene
Position gebracht werden. Hierdurch können die Fingerflanschelemente zumindest eine
gemeinsame Kontaktfläche ausbilden.
[0032] Auf diese Weise kann der Fingerflansch beispielsweise im geöffneten Zustand zur Anbringung
an den Spritzenkörper zunächst mit dem ersten Fingerflanschelement durch Aufstecken,
Aufschieben oder Klemmen mit dem Spritzenkörper verbunden werden, und sodann kann
durch eine einfache Drehbewegung des zweiten Fingerflanschelements der Fingerflansch
in eine geschlossene Position gebracht werden, so dass eine formschlüssige Verbindung
mit zumindest dem den Vorsprung umfassenden Bereich des proximalen Endes des Spritzenkörpers
hergestellt werden kann.
[0033] Zur Erzeugung einer beweglichen, bevorzugt drehbeweglichen, Verbindung zwischen den
Fingerflanschelementen kann ein Gelenk vorgesehen sein.
[0034] Bei einer Ausführungsform des Fingerflansches mit stoffschlüssig verbundenen Fingerflanschelementen
kann das Gelenk ein biegbarer Falz oder eine dünnwandige Verbindung sein, welche eine
Drehbewegung ermöglicht. Ganz besonders bevorzugt handelt es sich dabei um ein Folien-
oder Filmgelenk bzw. ein Filmscharnier. Hierbei kann das Gelenk aus dem gleichen Material
hergestellt sein wie der Fingerflansch, so dass eine besonders kostengünstige Produktion
im Spritzgussverfahren in großen Stückzahlen ermöglicht wird.
[0035] Der einstückige Fingerflansch im Sinne der Erfindung kann aber auch aus zumindest
zwei Fingerflanschelementen, welche derart miteinander verbunden werden, so dass sie
nur unter Überwindung eines Widerstands getrennt werden können, gebildet werden. Dabei
können die Fingerflanschelemente formschlüssig mittels eines Gelenks miteinander verbunden
werden.
[0036] Die Fingerflanschelemente können aus einem ersten Material, welches fest ist oder
keine oder nur eine geringe Elastizität aufweist, hergestellt sein, wobei dann für
das Gelenk ein zweites Material, welches die für die Drehbewegung erforderliche Elastizität
bereitstellt, vorgesehen sein kann. Ein derartiger Fingerflansch kann beispielsweise
durch ein Mehrfachkomponenten-Spritzgießen sehr kostengünstig und in großen Stückzahlen
erzeugt werden.
[0037] Auch eine Erzeugung des Fingerflansches nach dem In-Mould-Verfahren, bei dem zwei
oder mehr Bauteile bzw. Fingerflanschelemente gemeinsam erzeugt werden, wird als im
Sinne der Erfindung angesehen. Bei einem derartig erzeugten Fingerflansch werden daher
auch zwei formschlüssig miteinander verbundene Fingerflanschelemente als einstückig
im Sinne der Erfindung betrachtet. Auch bei diesem Verfahren ist eine kostengünstige
Fertigung mit sehr hohen Stückzahlen möglich.
[0038] Auf diese Weise kann der Fingerflansch auch in dem Kontaktbereich mit dem Spritzenkörper
oder in dem Bereich mit der Ausnehmung ein Material mit einer größeren Elastizität
umfassen als in den übrigen Bereichen. So können die Fingerflanschelemente beispielsweise
aus PP hergestellt sein und einen Elastomer im Bereich der Ausnehmung und/oder im
Bereich der drehbeweglichen Verbindung bzw. des Gelenks umfassen. Hierdurch können
geometrische Abweichungen des Spritzenkörpers kompensiert werden.
[0039] Auf diese Weise kann der Fingerflansch einstückig hergestellt werden, wobei im montierten
Zustand eine sehr feste und stabile Verbindung mit dem Spritzenkörper hergestellt
werden kann. Gleichzeitig kann aber auch die erforderliche Beweglichkeit der Fingerflanschelemente
zueinander gewährleistet werden.
[0040] Vorteilhaft ist der Fingerflansch, zumindest in dem Bereich des Gelenks, aus einem
teilweise elastischen oder teilelastischen Material hergestellt, um die Beweglichkeit
zu gewährleisten. Hierzu können die bekannten, gängigen Materialien verwendet werden,
umfassend PP, PE, POM, PBT, PA, PES, TPE, aber auch beispielsweise glasfaserverstärkte
Kunststoffe. Auf diese Weise kann der Fingerflansch besonders einfach mittels gängiger
Verfahren wie dem Spritzguss hergestellt werden.
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei das zumindest erste Fingerflanschelement
mit einer Ausnehmung, bevorzugt mit einer U-förmigen Ausnehmung, ausgebildet, um zumindest
teilweise mit dem den Vorsprung umfassenden Bereich des proximalen Endes des Spritzenkörpers
formschlüssig verbunden zu werden. Vorteilhaft ist daher der Kontaktbereich des Fingerflanschelements,
insbesondere in dem Bereich der Ausnehmung, mit einer Innenkontur ausgebildet, welche
zumindest teilweise passgenau gegengleich zu der Außenkontur des proximalen Endes
des Spritzenkörpers ist.
[0042] Bevorzugt ist sie passgenau gegengleich zu dem Vorsprung oder der Nut ausgebildet.
In anderen Worten, der Kontaktbereich zumindest eines Fingerflanschelementes ist der
Außenkontur des proximalen Endes des Spritzenkörpers, insbesondere dem Vorsprung,
derart angepasst, dass der Fingerflansch in geschlossener Position eine kraft- und/oder
formschlüssige Verbindung zwischen Fingerflansch und Spritzenkörper ermöglicht.
[0043] Dabei kann das zumindest eine Fingerflanschelement die Umfangsfläche des Spritzenkörpers
in einem vorbestimmten Bereich umfassen. Dies ist etwa dann vorteilhaft, wenn der
Vorsprung auf dem Spritzenkörper zumindest teilweise ringförmig umlaufend ist. In
einer günstigen Ausführungsform, welche besonders montagefreundlich ist, umschließt
zumindest das erste Fingerflanschelement die Umfangsfläche des Spritzenkörpers in
einem Bereich, welcher einem Öffnungswinkel von höchstens 180° beträgt, so dass das
Fingerflanschelement besonders einfach auf die Umfangsfläche aufgeschoben werden kann.
Daher kann auch eine Ausführungsform, bei der der Öffnungswinkel weniger als 180°
und bevorzugt weniger als 175° beträgt, sehr günstig sein, da auf diese Weise sehr
einfach das Fingerflanschelement formschlüssig mit dem proximalen Ende des Spritzenkörpers
verbunden werden kann.
[0044] In einer besonders günstigen Ausführungsform ist ein zweites Fingerflanschelement
vorgesehen, welches weitgehend komplementär zu dem ersten Fingerflansch ausgebildet
ist. Nach Montage des ersten Fingerflanschelements kann dann besonders einfach mittels
einer Drehbewegung der Fingerflansch geschlossen werden und die Umfangsfläche des
Spritzenkörpers formschlüssig nahezu vollständig von dem Fingerflansch umschlossen
sein. Die Drehachse der Fingerflanschelemente kann bei dieser Ausführungsform parallel
zur Mittenachse des Spritzenkörpers angeordnet sein.
[0045] Der erfindungsgemäße Fingerflansch kann weitere Fingerflanschelemente umfassen, die
ebenso beweglich, bevorzugt drehbeweglich, mit zumindest einem weiteren Fingerflanschelement
verbunden sein können. Bevorzugt sind diese weiteren Fingerflanschelemente stoffschlüssig
miteinander verbunden.
[0046] In einer weiteren günstigen Ausführungsform kann der Fingerflansch beispielsweise
drei Fingerflanschelemente umfassen, welche drehbeweglich zueinander mittels zweier
Foliengelenke miteinander verbunden sind und welche jeweils eine Ausnehmung aufweisen
mit einer Innenkontur, die passgenau gegengleich zu der Umfangsfläche des Spritzenkörpers
ausgebildet ist. Dabei kann in einer bevorzugten Ausführungsform jedes Fingerflanschelement
die Umfangsfläche des Spritzenkörpers in einem Bereich umfassen, welcher einem Öffnungswinkel
von annähernd 60° beträgt, so dass sämtliche Fingerflanschelemente besonders einfach
auf die Umfangsfläche des Spritzenkörpers aufgesetzt werden können und durch entsprechende
Drehbewegungen die einzelnen Fingerflanschelemente in eine geschlossene Position gebracht
werden können, so dass im geschlossenen Zustand der Fingerflansch den Spritzenkörper
vollständig formschlüssig umschließt.
[0047] Im Sinne der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass die Fingerflanschelemente in geschlossener
Position miteinander und/oder mit dem Spritzenkörper derart verbunden sind, dass ein
ungewolltes Lösen sicher verhindert wird. Hierzu kann eine Verriegelung oder Verrastung
der Fingerflanschelemente vorgesehen sein. In anderen Worten, die Fingerflanschelemente
können in geschlossener Position miteinander beispielsweise fest verriegelt werden,
um ein Öffnen zu verhindern.
[0048] Im Fall von zwei Fingerflanschelementen kann beispielsweise die Verriegelung nach
der Montage automatisch durch eine Drehbewegung um die gemeinsame Drehachse erfolgen.
Hierzu kann beispielsweise an einem ersten Fingerflanschelement ein Verriegelungselement
vorgesehen sein, welches in ein komplementäres Aufnahmeelement eines zweiten Fingerflanschelementes
eingreift und auf diese Weise eine formschlüssige, dauerhafte Verbindung schafft,
welche zugleich ein ungewolltes Lösen verhindert.
[0049] Ebenso ist es auch möglich, dass die Fingerflanschelemente in geschlossener Position
miteinander und/oder mit dem Spritzenkörper stoffschlüssig verbunden werden. Beispielsweise
können die Fingerflanschelemente miteinander und/oder mit dem Spritzenkörper hierzu
verklebt sein. Ein ungewolltes Entfernen des montierten Fingerflansches kann so unterbunden
werden. Eine stoffschlüssige Verbindung bietet zudem den Vorteil, dass zugleich auch
eine Sicherung des Fingerflansches gegen ein Verdrehen um die Mittenachse des Spritzenkörpers
bewirkt wird.
[0050] In einer Weiterbildung der Erfindung kann die Ausnehmung des Fingerflansches in dem
Kontaktbereich mit dem Vorsprung elastisch ausgebildet sein, um einen Toleranzausgleich
gegenüber dem Spritzenkörper zu schaffen. Bevorzugt weist die Ausnehmung dabei ein
gewisses Übermaß in dem Kontaktbereich auf, so dass im montierten Zustand zusätzlich
zu dem Formschluss ein Kraftschluss bzw. eine Klemmung bewirkt wird, der einer Drehbewegung
des Fingerflansches um den Spritzenkörper entgegenwirkt. Somit kann einer Drehbewegung
des montierten Fingerflansches um die Mittenachse des Spritzenkörpers entgegenwirkt
und eine Verdrehung des Fingerflansches verhindert werden.
[0051] Der Fingerflansch kann dazu beispielsweise zumindest teilweise eine Nut aufweisen,
welche dazu ausgebildet ist, den Vorsprung des Spritzenkörpers aufzunehmen und/oder
zu umschließen. Diese Nut kann elastisch ausgebildet sein. Durch ein Übermaß der Nut
kann eine Klemmung des Vorsprungs im montierten Zustand erreicht werden.
[0052] Durch eine elastische Ausbildung des Fingerflansches im Kontaktbereich mit dem Spritzenkörper
lassen sich auch Form- und Lageabweichungen des Spritzenkörpers und/oder des Vorsprungs
vorteilhaft kompensieren. Dies ist besonders günstig, wenn der Spritzenkörper aus
Glas hergestellt ist und der Vorsprung durch ein Heiß-Umformverfahren erzeugt wird.
Hierbei sind gewisse geometrische Abweichungen des Spritzenkörpers häufig nicht ganz
auszuschließen.
[0053] In einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform kann ein Fingerflanschelement, insbesondere
zur Erleichterung der Montage auf der Stirnseite des proximalen Endes des Spritzenkörpers,
eine Zentrierhilfe umfassen. Diese kann beispielsweise passgenau gegengleich zu der
Innenkontur der Öffnung an dem proximalen Ende des Spritzenkörpers ausgebildet sein.
[0054] Die Erfindung umfasst ferner einen einstückigen Fingerflansch mit zumindest einem
ersten und einem zweiten Fingerflanschelement zur Montage an einem proximalen Ende
eines Spritzenkörpers. Dabei sind die einzelnen Fingerflanschelemente beweglich miteinander
verbunden, bevorzugt drehbeweglich. Hierzu kann zumindest ein Gelenk, bevorzugt ein
Folien- oder Filmgelenk, vorgesehen sein. Ein Fingerflansch kann auch mehr als zwei
Fingerflanschelemente umfassen.
[0055] Ein erfindungsgemäßer Fingerflansch kann nachträglich an einen Spritzenkörper montiert
werden. Bevorzugt ist er dabei mit seiner Innenkontur an die Umfangsfläche des Spritzenkörpers
an seinem proximalen Ende, insbesondere an die Außenkontur des Vorsprungs, angepasst.
Auf diese Weise ist es möglich, Spritzen mit einem erfindungsgemäßen Fingerflansch
nachzurüsten bzw. mit einer Fingerauflagefläche auszustatten.
[0056] Ein Fingerflansch im Sinne der Erfindung ist zum einen sehr einfach an der Spritze
zu montieren, so dass bezüglich der Montage eine größtmögliche Flexibilität gegeben
ist. Darüber hinaus ist er aber auch einfach herzustellen, beispielsweise als einstückiges
Spritzgussteil. Hierdurch sind auch die Anforderungen an Transport, Lagerhaltung und
Logistik entsprechend gering.
[0057] Im montierten Zustand zeichnet sich der Fingerflansch ferner durch einen Schutz gegen
ein Demontieren aus. Zudem kann er auch durch die zusätzliche Nut verdrehsicher ausgebildet
sein, so dass ein fester Sitz auf der Spritze gewährleistet ist. Er kann überdies
auch einen Toleranzausgleich gegenüber Abweichungen der Form oder Lage des Spritzenkörpers
umfassen.
Die Zeichnungen zeigen:
[0058]
- Fig. 1
- schematisch eine beispielhafte Spritze mit einem Fingerflansch im montierten Zustand
im Schnitt,
- Fig. 2
- schematisch eine beispielhafte Spritze mit einem Fingerflansch im montierten Zustand
in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- schematisch eine Ausführungsform eines Fingerflansches in einer Draufsicht,
- Fig. 4
- schematisch eine weitere Ausführungsform eines Fingerflansches in einer perspektivischen
Schrägansicht
- Fig. 5
- schematisch die weitere Ausführungsform eines Fingerflansches in einer Draufsicht
und
- Fig. 6
- schematisch eine Backstop-Funktion.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0059] Bei der nachfolgenden detaillierten Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen bezeichnen
um der Klarheit willen gleiche Bezugszeichen im Wesentlichen gleiche Teile in oder
an diesen Ausführungsformen.
[0060] Es ist dem Fachmann ersichtlich, dass die Erfindung nicht auf die vorstehend anhand
der Figuren beschriebenen lediglich beispielhaften Ausführungsformen beschränkt ist,
sondern in vielfältiger Weise im Rahmen des Gegenstandes der Patentansprüche variiert
werden kann. Insbesondere können auch die Merkmale einzelner Ausführungsbeispiele
miteinander kombiniert werden. Die Abmessungen und Größenverhältnisse in den Figuren
können aufgrund einer besseren Veranschaulichung von den tatsächlichen Größen abweichen.
[0061] Fig. 1 zeigt schematisch eine beispielhafte Spritze 10 mit einem Fingerflansch 20
im montierten Zustand, also in einer geschlossenen Position, im Schnitt. Die Spritze
10 umfasst eine zylinderförmige Kammer 13 zur Aufnahme einer flüssigen Substanz. Sie
kann ungefüllt sein, aber auch bereits mit einer Flüssigkeit gefüllt hergestellt werden.
Im Beispiel ist die Spritze 10 mit einer Flüssigkeit 16 gefüllt.
[0062] Die Spritze 10 umfasst ferner ein distales Ende 15. In diesem Bereich kann die Spritze
mit einer Nadel oder einer Nadelaufnahmevorrichtung verbunden werden (nicht dargestellt),
um eine in der Kammer 13 vorhandene Flüssigkeit 16 auszutreiben. Die distale Spitze
der Spritze 10 kann hierzu einen Durchlass aufweisen. Es kann auch durch das Verbinden
der Spritze 10 mit einer Nadel ein Durchlass geschaffen werden, durch die die Flüssigkeit
16 ausgetrieben werden kann.
[0063] Die Spritze 10 umfasst weiterhin ein proximales Ende 14, welches stirnseitig mit
einem umlaufenden Vorsprung, im Beispiel mit einem ringförmig umlaufenden, über die
Mantelfläche des Spritzenkörpers vorstehenden Vorsprung 11, ausgebildet ist. Der Vorsprung
11 kann umlaufend ausgebildet sein, oder beispielsweise nur auf einer Seite des Spritzenkörpers
angeordnet sein. Stirnseitig weist die Spritze 10 eine innere Öffnung 19 auf, durch
die eine Kolbenstange 18 in die Kammer 13 eingeführt werden kann. Im gefüllten Zustand
ist die Spritze 10 mit einem Stopfen 17 ausgestattet, welcher die Kammer 13 fluiddicht
gegen ein ungewolltes Austreten der Substanz 16 abdichtet. Die Kolbenstange 18 kann
in die Kammer 13 eingeführt und mit dem Stopfen 17 verbunden werden, beispielsweise
durch Eindrehen in eine im Stopfen vorgefertigte Gewindebohrung. Auf diese Weise kann
mittels der Kolbenstange 18 der Stopfen 17 axial in der Kammer 13 bewegt werden und
durch eine Hubbewegung in Richtung des distalen Endes die Flüssigkeit 16 ausgetrieben
werden. Im Fall einer ungefüllten Spritze 10 kann der Kolben aber auch derart ausgebildet
sein, dass er fluiddicht mit der Innenwand der Kammer 13 abschließt. Durch eine Hubbewegung
in Richtung des proximalen Endes 14 kann dann durch das distale Ende eine Flüssigkeit
in die Kammer 13 eingezogen und durch eine umgekehrte Hubbewegung wieder ausgetrieben
werden.
[0064] Um die Handhabung einer derartigen Spritze 10 zu erleichtern, ist eine Fingerauflage
hilfreich, deren Verwendung als hinreichend bekannt angenommen wird, so dass auf eine
ausführliche Beschreibung an dieser Stelle verzichtet wird.
[0065] Erfindungsgemäß wird ein Fingerflansch 20 mit zumindest einer Fingerauflage 21 zur
Verbindung mit einer Spritze 10 vorgeschlagen. Der Fingerflansch 20 ist dabei in geschlossener
Position mit dem Vorsprung 11 des Spritzenkörpers 12 formschlüssig verbunden, wobei
zumindest eine gemeinsame Kontaktfläche zwischen dem Fingerflansch 20 und dem Vorsprung
11 ausgebildet wird. Auf diese Weise kann ein axiales Verschieben des Fingerflansches
20 relativ zu dem Spritzenkörper 12 verhindert werden.
[0066] Im abgebildeten Beispiel umfasst der Fingerflansch 20 zwei Fingerauflageflächen 21,
welche gegenüberliegend angeordnet sind und radial nach außen über den Spritzenkörper
12 hervorstehen. Hiermit kann eine besondere einfache und sichere Handhabung der Spritze
10 gewährleistet werden.
[0067] Die Innenkontur des Fingerflansches 20 ist derart ausgebildet, dass sie passgenau
gegengleich zur Außenkontur des Spritzenkörpers 12, insbesondere des Vorsprungs 11,
ausgebildet ist. In anderen Worten, die Innenkontur des Fingerflansches 12 ist der
Außenkontur des umlaufenden ringförmigen Vorsprungs 11 des Spritzenkörpers derart
angepasst, dass in geschlossener Position eine formschlüssige Verbindung geschaffen
werden kann. Im montierten Zustand umgibt der Fingerflansch den umlaufenden ringförmigen
Vorsprung zumindest teilweise. Dabei umfasst der Fingerflansch 20 eine Ausnehmung,
im Beispiel eine durchgehende Öffnung, zur Durchführung der Kolbenstange, welche im
Innendurchmesser auf die Öffnung 19 der Spritze 10 abgestimmt ist.
[0068] Der Fingerflansch 20 ist im Sinne der Erfindung einstückig ausgebildet, um eine besonders
einfache Herstellbarkeit zu gewährleisten. Dabei kann er vollständig oder nur in bestimmten
Bereichen ein elastisches Material umfassen. Das elastische Material kann ein thermoplastischer
Kunststoff sein, welcher sich durch ein geringes Gewicht und eine einfach Formbarkeit
auszeichnet. Für das Filmscharnier und/oder den Kontaktbereich zwischen Fingerflansch
20 und Spritzenkörper 12 können die bekannten, gängigen Materialien verwendet werden,
umfassend PP, PE, POM, PBT, PA, PES, TPE, aber auch beispielsweise glasfaserverstärkte
Kunststoffe. Somit sind auch besonders kostengünstige Spritzgussverfahren für die
Herstellung des Fingerflansches 20 möglich.
[0069] In geschlossener Position umschließt der Fingerflansch 20 den zumindest einen Vorsprung
11, so dass eine formschlüssige Verbindung geschaffen werden kann. Diese formschlüssige
Verbindung verhindert eine axiale Bewegung des Fingerflansches 20 entlang der Mittenlinie
28 des Spritzenkörpers 12, so dass eine sehr stabile und sichere Fingerauflagemöglichkeit
21 geschaffen werden kann.
[0070] Zusätzlich kann der Fingerflansch 20 im Bereich der Kontaktfläche zu dem Spritzenkörper
12 auch mit diesem stoffschlüssig, etwa mittels einer Klebung, verbunden werden, um
eine noch größere Stabilität der Verbindung zu schaffen und obendrein ein ungewolltes
Lösen des Fingerflansches auszuschließen. Auch eine Sicherung gegen ein Verdrehen
des Fingerflansches relativ gegenüber dem Spritzenkörper kann hierdurch realisiert
werden.
[0071] Im Bereich des Vorsprungs 11 kann zumindest ein Fingerflanschelement zusätzlich zumindest
teilweise eine Nut 26 aufweisen, welche zumindest teilweise passgenau gegengleich
zu dem aufzunehmenden Vorsprung 11 ausgebildet ist und entlang der Ausnehmung verläuft.
Diese kann mit einem kleinen Untermaß gegenüber dem Vorsprung gefertigt werden, so
dass bei der Montage zusätzlich eine Klemmung des Vorsprungs 11 bewirkt wird. Auf
diese Weise kann sehr einfach eine Sicherung gegen ein Verdrehen des Fingerflansches
20 um die Mittenlinie 28 gewährleistet werden.
[0072] In Fig. 2 ist schematisch eine beispielhafte Spritze 10 mit einem Fingerflansch 20
im montierten Zustand in einer Seitenansicht abgebildet. Der abgebildete Fingerflansch
20 umfasst zwei im Wesentlichen komplementär zueinander ausgebildete Fingerflanschelemente
22, 23. Beide Fingerflanschelemente 22, 23 weisen eine Ausnehmung auf mit einer Innenkontur,
die passgenau gegengleich zu der Außenkontur des Vorsprungs 11 der Spritze 10 ist.
Im montierten Zustand umgreifen beide Fingerflanschelemente 22, 23 die Umfangsfläche
des Spritzenkörpers 12 an seinem proximalen Ende 14 vollständig.
[0073] Die Ausnehmungen sind in axialer Richtung im Wesentlichen U-förmig ausgebildet, um
den umlaufenden Vorsprung 11 optimal umgreifen zu können. Die Ausnehmungen sind dabei
besonders vorteilhaft derart angeordnet, dass diese im montierten Zustand eine durchgehende
Öffnung bilden, welche mit der Öffnung 19 des Spritzenkörpers 12 übereinstimmt und
so die Durchführung der Kolbenstange 18 ermöglicht.
[0074] Der Fingerflansch 20 umfasst ferner ein Gelenk zum drehbeweglichen Verbinden der
beiden Fingerflanschelemente 22, 23, welches rückseitig angeordnet und von daher in
der Abbildung nicht erkennbar ist, sowie gegenüberliegend Verriegelungselemente zum
Verrasten oder Verriegeln der beiden Fingerflanschelemente in geschlossener Position.
In der geschlossenen Position kann ein Verriegelungselement 24 des ersten Fingerflanschelementes
22 in ein passgenau gegengleich ausgebildetes Aufnahmeelement 25 eines zweiten Fingerflanschelements
23 eingreifen, um im montierten Zustand die beiden Fingerflanschelemente miteinander
unlösbar verriegeln zu können.
[0075] Das Verriegelungs- bzw. Rastelement 24 ist lediglich schematisch und beispielhaft
dargestellt. Besonders günstig es derart ausgebildet, dass ein Einrasten, bevorzugt
während der Drehbewegung zum Schließen der Fingerflanschelemente, ermöglicht wird,
und wobei gleichzeitig einem erneuten Öffnen durch die Ausgestaltung der Rastelemente
entgegengewirkt wird. Somit wird ein ungewolltes Öffnen und Lösen des Fingerflansches
20 von der Spritze 10 unterbunden.
[0076] Hierdurch kann daher eine unlösbare Verbindung der beiden Fingerflanschelemente 22,
23 erfolgen. Ein erstes Fingerflanschelement 23 kann dabei beispielsweise mit einem
federelastischen Widerhaken ausgebildet sein, welcher in eine passgenau gegengleiche
Aufnahme 25 eines weiteren Fingerflanschelements 22 eingreifen kann.
[0077] Der federelastische Widerhaken sowie die gegengleiche Aufnahme können dabei derart
ausgebildet sein, dass ein erneutes Öffnen ohne Zerstörung der Verbindungselemente
nicht möglich ist. Auf diese Weise kann der Fingerflansch 20 formschlüssig und unlösbar
mit der Spritze 10 verbunden werden. Einem unbeabsichtigten Entfernen des Fingerflansches
20 von dem Spritzenkörper 12 kann auf diese Weise entgegengewirkt werden.
[0078] Der Fingerflansch ist einstückig ausgebildet. Er kann dabei zwei oder mehr Fingerflanschelemente
umfassen, welche beweglich zueinander, bevorzugt drehbeweglich, angeordnet sind und
stofflich fest miteinander verbunden sind.
[0079] Fig. 3 zeigt schematisch eine beispielhafte Ausführungsform eines Fingerflansches
20 in einer Draufsicht. Die Abbildung zeigt einen Fingerflansch 20 in montagebereiter
Form, also vor der Montage an dem Spritzenkörper 12. Die zwei Fingerflanschelemente
22, 23 sind also in einer geöffneten Position gezeigt. Herstellbedingt kann die geöffnete
Position selbstverständlich von der abgebildete Form abweichen.
[0080] Die beiden Fingerflanschelemente 22, 23 sind weitgehend komplementär zueinander ausgebildet.
Beide Fingerflanschelemente sind jeweils entlang einer gemeinsamen geraden Kante stoffschlüssig
und drehbeweglich miteinander verbunden über ein Gelenk 33. Das Gelenk 33 kann ein
Filmscharnier, ein Folien- oder ein Filmgelenk umfassen, welches eine Drehbewegung
der Fingerflanschelemente 22, 23 relativ zueinander erlaubt und eine Drehachse festlegt,
welche im abgebildeten Beispiel entlang der gemeinsamen Kante verläuft.
[0081] Im abgebildeten Beispiel liegt die Drehachse des Fingerflansches 20 parallel zur
Mittenlinie 28 des Spritzenkörpers 12, wenn der Fingerflansch 20 an der Spritze 10
fertig montiert ist. Die Lage der Drehachse relativ zur Mittenlinie 28 des Spritzenkörpers
bestimmt die Art und Weise, wie der Fingerflansch an dem Spritzenkörper montiert und
sodann geschlossen werden kann. In weiteren Ausführungsformen kann die Drehachse dabei
auch senkrecht zur Mittenachse 28 des Spritzenkörpers 12 angeordnet sein.
[0082] Der Fingerflansch 20 ist mit einer zentralen Durchgangsöffnung ausgebildet, welche
sich durch die Form zweier gleich großer Ausnehmungen 34, 35 in beiden Fingerflanschelementen
22, 33 ergibt. Die Ausnehmungen 34, 35 sind dabei von annähernd U-förmiger Form und
der Außenfläche des Spritzenkörpers angepasst. Hierdurch kann im montierten Zustand
zumindest ein Abschnitt des Spritzenkörpers durch den Fingerflansch derart umschlossen
werden, dass der Spritzenkörper 12 in einem Umfangsbereich, der einem Öffnungswinkel
von mehr als 180° entspricht, umschlossen wird. Im vorliegenden Beispiel kann der
ringförmige Vorsprung 11 des Spritzenkörpers 12 durch den Fingerflansch, welcher hierzu
mit einer Nut 26 ausgebildet ist, nahezu vollständig umschlossen werden, was einem
Winkelbereich von gleich oder nahezu 360° entspricht. Dabei umgreift ein einzelnes
Fingerflanschelement 22, 23 den ringförmigen Vorsprung jeweils nur zu einem Teil,
vorliegend in einem Umfangsbereich, der einem Öffnungswinkel von etwa 180° entspricht.
[0083] Es sind selbstverständlich auch andere Öffnungswinkel möglich. Bei einem Fingerflansch
20 mit beispielsweise drei komplementär zueinander ausgebildeten Fingerflanschelementen
kann jedes einzelne Fingerflanschelement den Spritzenkörper 12 beispielsweise in einem
Umfangsbereich umfassen, welcher einem Öffnungswinkel von 120° entspricht. Im geschossenen
Zustand kann aufgrund der drei einzelnen Fingerflanschelemente der Fingerflansch den
ringförmigen Vorsprung dann zu 360° umfassen, so dass eine besonders stabile, formschlüssige
Verbindung geschaffen werden kann.
[0084] Auf diese Weise ist eine besonders einfache Montage des Fingerflansches 20 an dem
Spritzenkörper 12 möglich, da keine zusätzliche Kraftkomponente zur Überwindung der
Haftreibung durch axiales Aufschieben oder zum Aufdrücken des Fingerflanschelements
erforderlich ist.
[0085] Die in axialer Richtung U-förmige Ausnehmung 34, 35 ermöglicht es, einen Umfangsabschnitt
des Spritzenkörpers 12 zumindest teilweise zu umschließen.
[0086] Zumindest eine Ausnehmung kann dabei in einer Weiterbildung der Erfindung besonders
günstig mit einer nach Innen verlaufenden, mittig angeordneten Nut 26 ausgebildet
sein, welche mit leichtem Untermaß passgenau gegengleich zur Außenkontur des Vorsprungs
11 derart ausgebildet ist, dass zusätzlich zu dem Formschluss auch eine Klemmung des
Vorsprungs bewirkt wird. Dabei ist es von Vorteil, wenn das Material des Fingerflanschelements
22, 23, zumindest in dem Kontaktbereich mit dem Vorsprung 11, eine Elastizität aufweist,
so dass geringfügige Form- und Lageabweichungen des Vorsprungs 11, aber auch in der
Außenkontur oder in dem Außendurchmesser des Spritzenkörpers 12, kompensiert werden
können.
[0087] Die Ausnehmung 34, 35 des Fingerflansches 20 ist vorteilhaft derart angeordnet, dass
sie im montierten Zustand deckungsgleich mit der Öffnung 19 des Spritzenkörpers 12
ist und auf diese Weise eine Durchgangsöffnung schafft. Auf diese Weise kann die Kolbenstange
18 durch die Durchgangsöffnung des Fingerflansches 20 in die Kammer 16 des Spritzenkörpers
12 geführt und axial bewegt werden.
[0088] Das Verriegelungselement 24 sowie das Aufnahmeelement 25 können in einer günstigen
Ausführungsform auf einer von der gemeinsamen geraden Kante abgewandten oder gegenüberliegenden
Seite angeordnet sein. Im abgebildeten Beispiel ist ein elastisches Federelement 24
des Fingerflanschelements 23 zum Einrasten in die entsprechend ausgebildete Aufnahme
25 des Fingerflanschelements 22 auf den im montierten Zustand zusammenstoßende Flächen
der beiden Fingerflanschelemente 22, 23 angeordnet.
[0089] Eine Montage des Fingerflansches 20 an dem Spritzenkörper 12 kann beispielsweise
derart erfolgen, dass zunächst ein erstes Fingerflanschelement 22 auf den Spritzenkörper
12 aufgeschoben oder aufgesteckt und sodann durch eine Drehbewegung in Richtung A
der Fingerflansch geschlossen werden kann. Hierdurch kann ein Formschluss zwischen
Fingerflansch 20 und Vorsprung 11 geschaffen werden, welcher sehr stabil ist.
[0090] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fingerflansches zeigt
Fig. 4 schematisch in einer perspektivischen Schrägansicht.
[0091] Der abgebildete Fingerflansch 40 umfasst zwei Fingerflanschelemente 41, 42, welche
entlang einer gemeinsamen geraden Kante 48 aneinanderstoßen und stoffschlüssig und
beweglich zueinander verbunden sind. Entlang der gemeinsamen geraden Kante 48 ist
ein Gelenk, im Beispiel ein Filmgelenk 43, angeordnet, so dass beide Fingerflanschelemente
41, 42 um die durch das Gelenk ausgebildete Drehachse zueinander von einer geöffneten
in eine geschlossene Position gedreht werden können. Im abgebildeten Beispiel liegt
diese Drehachse senkrecht zur Mittenlinie 28 des Spritzenkörpers 12, wenn der Fingerflansch
40 an der Spritze 10 montiert ist.
[0092] Bei dieser Ausführungsform kommt eine Kontaktfläche zwischen Fingerflansch 40 und
Spritzenkörper 12 zustande, welche sowohl einen Teil der Mantelfläche, insbesondere
im Bereich des Vorsprungs, als auch zumindest einen Teil der Stirnseite des Spritzenkörpers
umfasst. Zumindest ein Fingerflanschelement 42 ist daher passgenau gegengleich zu
der Stirnseite des Spritzenkörpers ausgebildet.
[0093] Ein erstes Fingerflanschelement 41 ist derart ausgebildet, dass es eine Ausnehmung
51 aufweist, die ein radiales Aufschieben auf das proximale Ende des Spritzenkörpers
12 ermöglicht. Dabei wird zwischen dem Vorsprung 11 des Spritzenkörpers und dem Fingerflanschelement
41 eine Kontaktfläche ausgebildet, welche in axialer Richtung etwa hälftig den in
Richtung des distalen Endes des Spritzenkörpers weisenden Anteil des Vorsprungs 11
umfasst. Die Ausnehmung 51 ist daher passgenau gegengleich zu der Außenkontur desjenigen
Teilabschnitts des Vorsprungs ausgebildet, welcher in Richtung des distalen Endes
des Spritzenkörpers weist. Im montierten Zustand umgreift das Fingerflanschelement
41 die Mantelfläche des Spritzenkörpers 12 in einem Bereich, der einem Öffnungswinkel
von 180° oder mehr entspricht. Sofern der Öffnungswinkel mehr als 180° entspricht,
ist eine gewisse Elastizität des Fingerflanschelements 41 günstig, um ein seitliches
Aufschieben auf den Spritzenkörper 12 zu ermöglichen.
[0094] Eine weitere Kontaktfläche wird zwischen dem weiteren Fingerflanschelement 42 und
dem in Richtung der Öffnung des Spritzenkörpers 12 weisenden Vorsprung und/oder zumindest
einem Teil der Stirnseite des Spritzenkörpers 12 gebildet, wenn nach dem Aufschieben
des Fingerflanschelements 41 das weitere Fingerflanschelement 42 geschlossen wird.
Zum Schließen der beiden Fingerflanschelemente kann eine Bewegung in Drehrichtung
A erfolgen.
[0095] Im Beispiel ist das zuerst montierbare Fingerflanschelement 41 mit zwei in Richtung
der Öffnung des Spritzenkörpers vorspringenden elastischen Federelementen 46 ausgebildet,
welche beim Schließen in die passgenau gegengleich ausgebildeten Aufnahmen 47 des
anderen Fingerflanschelements 42 eingreifen. Hierdurch können beide Fingerflanschelemente
sicher miteinander verrastet werden, wobei durch entsprechende Ausgestaltung ein erneutes
Öffnen verhindert werden kann.
[0096] Der Fingerflansch 40 umfasst ferner eine Durchgangsöffnung, welche in dem Fingerflanschelement
42 als mittige, durchgehende Öffnung 44 ausgebildet ist, und welche in dem Fingerflanschelement
41 einen Teil der Ausnehmung umfasst.
[0097] Die im montierten Zustand gebildete Kontaktfläche zwischen Fingerflansch 20, 40 und
Spritze 10 kann also einen Teil der Umfangsfläche des Spritzenkörpers, insbesondere
an seinem proximalen Ende 14, und/oder einen Teil der Stirnseite des Spritzenkörpers
12 umfassen.
[0098] In Fig. 5 ist schematisch ein Fingerflansch 40 in einer Draufsicht in einem für die
Montage geeigneten, geöffneten Zustand abgebildet. Die abgebildete, annähernd U-förmige
Ausnehmung 51 ist mittig ausgebildet zur Durchführung der Kolbenstange und verläuft
zur Außenkante hin in zwei sich gegenüberliegenden, kragenförmig vorstehenden Abschnitten
52. Bei dieser Ausführungsform wird die Kolbenstange oder die Kolbenstange mit einem
Stopfen erst nach dem Anbringen und Schließen des Fingerflansches 40 montiert, um
durch die Durchgangsöffnung 44 geschoben werden zu können. Eine Backstop-Funktion
kann durch eine Ausbildung des Fingerflansches im Bereich der Durchgangsöffnung 44
mit einem elastischen Material geschaffen werden, so dass sich die Durchgangsöffnung
44 elastisch aufweiten kann bei der Montage der Kolbenstange oder der Kolbenstange
mit einem Stopfen.
[0099] Durch diese Form der Ausnehmung 51 kann ein Umgreifen des proximalen Endes des Spritzenkörpers
erreicht werden, welches einem Öffnungswinkel α von mehr als 180° entspricht. Im abgebildeten
Beispiel hat der Öffnungswinkel α eine Größe von etwa 220°. Zumindest das Fingerflanschelement
41 ist dabei, insbesondere im Bereich der Ausnehmung, elastisch ausgebildet, so dass
ein seitliches Aufschieben auf den Spritzenkörper 12 erleichtert wird. Die Ausnehmung
des Fingerflanschelements kann aber auch derart ausgebildet sein, dass ein Umgreifen
mit einem Öffnungswinkel von weniger als 180° erreicht wird. Hierdurch kann mit geringer
Kraftaufwendung die Montage des Fingerflanschelements erfolgen.
[0100] In Fig. 6 ist schließlich schematisch eine Backstop-Funktion dargestellt. Ein ausschnittsweise
dargestelltes Fingerflanschelement 61 aus einem elastischen Material umfasst eine
Durchgangsöffnung 62. Umlaufend um die Durchgangsöffnung 62 ist das Fingerflanschelement
mit einem kragenförmigen Vorsprung 63 ausgebildet, welcher sich entgegen der Montagerichtung
des Stopfens oder der Kolbenstange verjüngt.
[0101] Sofern nun ein ausschnittsweise dargestellter Stopfen 64 in Montagerichtung B durch
die Durchgangsöffnung 62 geschoben wird, dehnt sich das elastische Material des Fingerflanschelements,
bevorzugt im Bereich des kragenförmigen Vorsprungs 63. Durch diese Aufweitung der
Durchgangsöffnung 62 kann der Stopfen 64 hindurchgeschoben werden. Nach erfolgtem
Durchschieben des Stopfens 64 verringert sich die Aufweitung der Durchgangsöffnung
62 wieder und ein weiterer Vorsprung 65 des Stopfens 64 verhindert eine Bewegung entgegen
der Montagerichtung B. In gleicher Weise kann auch eine Backstop-Funktion für eine
Kolbenstange (nicht dargestellt) realisiert werden.
[0102] Die Erfindung umfasst ferner einen einstückigen Fingerflansch 20, 40, der ausgebildet
ist, um mit einem Spritzenkörper 12 an seinem proximalen Ende 14, insbesondere im
Bereich des Vorsprungs 11, verbunden werden zu können. Der Fingerflansch kann zwei
oder mehr Fingerflanschelemente 22, 23, 41, 42 umfassen, welche beweglich, bevorzugt
drehbeweglich, miteinander verbunden sind. In einer bevorzugten Ausführungsform sind
die Fingerflanschelemente stoffschlüssig miteinander verbunden.
[0103] Die stoffschlüssige drehbewegliche Verbindung der Fingerflanschelemente kann dabei
durch ein Gelenk, bevorzugt ein Filmscharnier, ein Folien- oder ein Filmgelenk, vorgesehen
sein.
[0104] Ein erfindungsgemäßer Fingerflansch 20, 40 kann an einer Spritze 10 montiert werden.
Bevorzugt ist dabei die Innenkontur des Fingerflansches passgenau gegengleich zu der
Außenkontur des Spritzenkörpers 12 an seinem proximalen Ende 14 ausgebildet, um eine
kraft- und/oder stoffschlüssige Verbindung zu schaffen. Bei einem Spritzenkörper mit
einer Nut an seinem proximalen Ende kann der Fingerflansch demnach auch einen passgenau
gegengleich ausgebildeten Vorsprung aufweisen.
[0105] Auf diese Weise ist es möglich, Spritzen mit einem Fingerflansch nachzurüsten und
mit einer Fingerauflagefläche auszustatten.
[0106] Der erfindungsgemäße Fingerflansch 20, 40 ist zum einen sehr einfach an dem Spritzenkörper
zu montieren. Darüber hinaus ist er aber auch kostengünstig und in hohen Stückzahlen
herzustellen, beispielsweise als einstückiges Spritzgussteil oder aber in einem Mehrfachkomponenten-Spritzgussverfahren
oder einem In-mould-Verfahren.
[0107] Im montierten Zustand zeichnet sich der Fingerflansch ferner durch einen Schutz gegen
ein Demontieren aus. Hierzu kann die Verrastung ausgebildet sein, um eine unlösbare
Verriegelung in geschlossener Position der Fingerflanschelemente zu erreichen. Zudem
kann der Fingerflansch auch drehsicher befestigt sein, so dass ein fester Sitz auf
der Spritze gewährleistet ist. Er kann überdies auch einen Toleranzausgleich bereitstellen.
Bezugszeichenliste
[0108]
- 10
- Spritze
- 11
- Vorsprung
- 12
- Spritzenkörper
- 13
- Kammer
- 14
- proximales Ende
- 15
- distales Ende
- 16
- Flüssigkeit
- 17
- Stopfen
- 18
- Kolbenstange
- 19
- innere Öffnung
- 20
- Fingerflansch
- 21
- Fingerauflage
- 22
- Fingerflanschelement
- 23
- Fingerflanschelement
- 24
- Verriegelungselement
- 25
- Aufnahmeelement
- 26
- Nut
- 28
- Mittenlinie
- 33
- Gelenk
- 34
- Ausnehmung
- 35
- Ausnehmung
- 40
- Fingerflansch
- 41
- Fingerflanschelement
- 42
- Fingerflanschelement
- 43
- Filmgelenk
- 44
- Durchgangsöffnung
- 46
- Federelement
- 47
- Aufnahme
- 48
- Kante
- 51
- Ausnehmung
- 52
- Abschnitt
- 61
- Fingerflanschelement (Ausschnitt)
- 62
- Durchgangsöffnung
- 63
- kragenförmiger Vorsprung
- 64
- Stopfen
- 65
- Vorsprung
1. Spritze, umfassend einen zylinderförmigen Spritzenkörper mit einem distalen Ende und
einem proximalen Ende sowie einen Fingerflansch mit zumindest einer Auflagefläche
für einen Finger, wobei
- der Spritzenkörper eine zylinderförmige Kammer umfasst zur Aufnahme einer flüssigen
Substanz,
- das proximale Ende des Spritzenkörpers eine Öffnung aufweist, durch die eine Kolbenstange
geführt werden kann,
- das proximale Ende des Spritzenkörpers ferner zumindest einen radial nach außen
vorspringenden, über die Mantelfläche des Spritzenkörpers vorstehenden Vorsprung umfasst,
- der Fingerflansch einstückig ausgebildet ist,
- der Fingerflansch zumindest ein erstes und ein zweites Fingerflanschelement umfasst,
welche beweglich miteinander verbunden sind und von einer geöffneten Position in eine
geschlossene Position bewegt werden können,
- der Fingerflansch in geschlossener Position zumindest teilweise mit dem zumindest
einen Vorsprung kraftschlüssig verbunden ist und den Vorsprung zumindest teilweise
derart umschließt, dass in geschlossener Position ein axiales Verschieben des Fingerflansches
relativ zu dem Spritzenkörper verhindert wird, und wobei
- der Fingerflansch eine Ausnehmung zur Durchführung der Kolbenstange aufweist.
2. Spritze nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Fingerflansch in geschlossener Position zumindest teilweise mit dem zumindest
einen Vorsprung formschlüssig verbunden ist.
3. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kolbenstange zur Verbindung mit einem Stopfen in der Kammer oder eine Kolbenstange
mit einem Stopfen durch die Öffnungen an dem proximalen Ende des Spritzenkörpers und
des Fingerflansches eingeführt werden kann.
4. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Fingerflanschelement mittels eines Gelenks drehbeweglich
miteinander verbunden sind.
5. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest das erste und das zweite Fingerflanschelement mittels eines Folien- oder
Filmgelenks stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
6. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung des Fingerflansches eine Innenkontur aufweist, welche zumindest teilweise
passgenau gegengleich zu der Außenkontur des zumindest einen Vorsprungs ausgebildet
ist.
7. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung des Fingerflansches zumindest teilweise ein Übermaß gegenüber dem
Vorsprung aufweist.
8. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung des Fingerflansches in dem Kontaktbereich mit dem Spritzenkörper zumindest
teilweise durch ein elastisches Material gebildet wird, um geometrische Abweichungen
des Spritzenkörpers zu kompensieren.
9. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fingerflansch ausgebildet ist, um ein Herausziehen der Kolbenstange oder des
Stopfens zu verhindern.
10. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Fingerflanschelement die Umfangsfläche des Spritzenkörpers in einem
Bereich umschließt, welcher einem Öffnungswinkel α von höchstens 180°, bevorzugt weniger
als 180° und bevorzugt weniger als 175° entspricht.
11. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fingerflanschelemente in geschlossener Position miteinander verrastet und/oder
unlösbar verriegelt sind.
12. Spritze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fingerflansch ein elastisches Material umfasst, umfassend PP, PE, POM, PBT, PA,
PES, TPE, oder glasfaserverstärkte Kunststoffe.
13. Fingerflansch mit einer Ausnehmung oder Durchgangsöffnung zur Durchführung einer Kolbenstange,
der einstückig ausgebildet ist, umfassend zumindest ein erstes und ein zweites Fingerflanschelement,
welche beweglich, bevorzugt drehbeweglich, miteinander verbunden sind.
14. Fingerflansch nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest erste und zweite Fingerflanschelement mittels eines Gelenks, bevorzugt
stoffschlüssig mittels eines Folien- oder Filmgelenks, miteinander verbunden sind.
15. Fingerflansch nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fingerflansch ein Herausziehen und/oder Verdrehen der Kolbenstange und/oder des
Stopfens verhindern kann.