(19)
(11) EP 3 020 648 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.07.2019  Patentblatt  2019/30

(21) Anmeldenummer: 15003165.6

(22) Anmeldetag:  05.11.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65D 47/06(2006.01)
B65D 47/32(2006.01)
B65D 47/12(2006.01)

(54)

VERSCHLUSS FÜR EINE TRINKFLASCHE

CLOSURE FOR A DRINKING BOTTLE

BOUCHON DE BOUTEILLE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 13.11.2014 AT 8212014

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.05.2016  Patentblatt  2016/20

(73) Patentinhaber: Wieder, Manuel
5700 Zell am See (AT)

(72) Erfinder:
  • Wieder, Manuel
    5700 Zell am See (AT)

(74) Vertreter: Torggler & Hofinger Patentanwälte 
Postfach 85
6010 Innsbruck
6010 Innsbruck (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2014/086625
DE-U1- 29 705 178
US-A1- 2002 121 531
US-B1- 6 305 570
DE-U1- 9 005 488
DE-U1-202010 015 802
US-A1- 2003 034 364
US-B1- 6 508 379
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Verschluss für Trinkflaschen mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 sowie eine Trinkflasche gemäß dem Anspruch 8.

    [0002] Verschlüsse für Trinkflaschen sind in Vielfalt aus dem Stand der Technik bekannt. So beschreibt die AT 509 897 einen Handschraubverschluss für Trinkflaschen, wobei der Handschraubverschluss ein Durchgangsloch aufweist, in welchem eine Dichtung lösbar befestigbar ist, welche einen Trinkhalm aufnehmen kann. In dieser Schrift sind zwei Öffnungen in der Verschlusskappe beschrieben, die das Entstehen von Unterdruck während des Trinkvorganges in der Trinkflasche verhindern sollen. Dazu sind in einer Dichtung Lüftungsschlitze vorgesehen, deren Position in dem mit der Flasche verschraubten Zustand mit den Lüftungsöffnungen korrespondieren muss. Dazu weist die Dichtung eine Positioniervorrichtung auf, damit sich die Lüftungsschlitze in der Dichtung beim Verschrauben des Verschlusses mit der Trinkflasche gegenüber den Lüftungsöffnungen in der Verschlusskappe lagerichtig anordnen lassen. Solche Lüftungsschlitze sind auch in hygienischer Hinsicht nicht optimal, da sie sich nicht gut reinigen lassen.

    [0003] Aus der gattungsbildenden US 6 305 570 B1 geht hervor, dass bei Unterdruck eine Ventilöffnung freigegeben wird. Durch diese Ventilöffnung können die Druckunterschiede innerhalb und außerhalb der Flasche ausgeglichen werden, welche durch einen Unterdruck in der Flasche entstehen. Selbiges ist auch in der US 2003/034364 A1 ersichtlich.

    [0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen gegenüber dem Stand der Technik verbesserten Verschluss sowie eine Trinkflasche anzugeben.

    [0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Verschluss mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch eine Trinkflasche mit den Merkmalen von Anspruch 8. Der Anspruch 9 betrifft eine Anordnung mit dem erfindungsgemäßen Verschluss nebst einer Trinkflasche und einem Trinkhalm.

    [0006] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

    [0007] Demnach weist die Dichtung erfindungsgemäß einen Kipppunkt auf, wobei die Dichtung so auf einem Steg aufliegt, dass unter der Entwicklung eines Überdruckes in der Flasche der Dichtabschnitt zwischen Steg und Innenwandung der Verschlusskappe entgegen der Wirkrichtung des Überdrucks aufkippt und damit einen Spalt zur Ventilation der Trinkflasche über die wenigstens eine Ventilationsöffnung freigibt.

    [0008] Durch den freigegebenen Spalt kommuniziert also der Innenraum der Trinkflasche über die wenigstens eine Ventilationsöffnung mit der Umgebung und erreicht damit wieder den Umgebungsdruck. Der Abschnitt der Dichtung, welcher zwischen dem Steg und der Innenwandung der Verschlusskappe liegt, ist der vom Steg nach außen, d.h. Richtung Umfang ragende Teil.

    [0009] Der besondere Vorteil der vorgeschlagenen Lösung gegenüber dem Stand der Technik besteht darin, dass die Entlüftung ohne Perforation der Dichtung auskommt. Somit werden die eingangs beschriebenen Nachteile von Lüftungsschlitzen in einer Dichtung vermieden.

    [0010] Technisch wird das so realisiert, dass die beispielsweise aus Silikon gefertigte Membrandichtung im verbauten Zustand eine Vorspannung und damit einen sogenannten Rückstellflex aufweist. Rückstellflex heißt, dass die Membran das Bestreben hat, in die unverformte Lage zurückzukehren.

    [0011] Durch das Kippen des Dichtungsabschnittes zwischen dem Steg und der Innenwandung der Verschlusskappe wird ein Spalt zwischen Dichtung und Innenwandung freigegeben. Indem die Dichtung so ausgebildet ist, dass sie einen Kipppunkt aufweist, erfolgt die Entlüftungswirkung, also das Ablassen eines Überdruckes aus der Flasche, nicht graduell sondern schlagartig erst bei Erreichen eines bestimmten Betrages des Überdruckes. Die Einstellung des Kipppunktes erfolgt über Versuche oder Simulation, wobei die wesentlichen Einflussgrößen die Steifigkeit der Dichtung und der Hebelabstand der Dichtung auf den Dichtungsabstand zwischen Steg und Innenwandung der Verschlusskappe sind. Die Größen werden so gewählt, dass der Kipppunkt bei einem in einer Trinkflasche üblicherweise zu erwartenden Überdruck sicher erreicht wird.

    [0012] Erfindungsgemäß weisen die Dichtung oder die Verschlusskappe einen Steg auf, über welchen sich Dichtung und Verschlusskappe zumindest abschnittsweise berühren, wobei die Dichtung so ausgebildet ist, dass bei Erreichen eines Über- oder Unterdruckes in der Flasche zumindest jener Abschnitt der Dichtung, welcher zwischen dem Steg und der Innenwandung der Verschlusskappe liegt, von der Innenwandung der Verschlusskappe abhebt und damit einen Spalt zur Ventilation der Trinkflasche über die wenigstens eine Ventilationsöffnung freigibt, und so kann ein Über- oder Unterdruck in der Trinkflasche abgebaut werden.

    [0013] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Dichtung mit dem Steg und der Innenwandung der Trinkflasche einen Spaltraum bildet, wobei der Spaltraum über die wenigstens eine Ventilationsöffnung mit der Umwelt verbunden ist.

    [0014] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Dichtung zumindest abschnittsweise als membranartiger Abschnitt ausgebildet ist. In anderen Worten ist die Dichtung zumindest abschnittsweise dünnwandig und flächig ausgeprägt.

    [0015] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass der membranartige Abschnitt einen sich über 360° erstreckenden Kreissektor oder einen sich über 360° erstreckenden Kreisring bildet. Damit ist gemeint, dass sich der membranartige Abschnitt über den ganzen Umfang der Dichtung erstreckt. Kreissektor (Kreisausschnitt) nennt man eine Teilfläche einer Kreisfläche, die von einem Kreisbogen und zwei Kreisradien begrenzt wird. Als Kreisring bezeichnet man die Fläche zwischen zwei konzentrischen Kreisen, d. h. die Fläche zwischen zwei Kreisen mit gemeinsamem Mittelpunkt.

    [0016] Alternativ kann vorgesehen sein, dass der membranartige Abschnitt einen Kreissektor oder einen Kreissektor unter 360° bildet. Das heißt, der membranartige Abschnitt kann sich auch lediglich über ein Segment eines Vollkreises, also weniger als 360° erstrecken.

    [0017] Der Steg kann umlaufend ausgebildet sein. Alternativ kann der Steg auch unterbrochen ausgebildet sein.

    [0018] Auch die Dichtung kann umlaufend geschlossen oder unterbrochen, also in Sektoren ausgebildet sein.

    [0019] Der Steg kann an der Dichtung oder an der Verschlusskappe ausgebildet sein. In beiden Fällen kann der Steg umlaufend oder unterbrochen ausgebildet sein.

    [0020] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Steg im Bereich des membranartigen Abschnittes ausgebildet ist. Das bedeutet im Fall, in dem der Steg Teil der Dichtung ist, dass der Steg als Erhebung im membranartigen Abschnitt ausgebildet ist.

    [0021] Im Fall, dass der Steg einen Teil der Verschlusskappe bildet, bedeutet es, dass der Steg auf der Höhe des membranartigen Abschnittes ausgebildet ist.

    [0022] Schutz wird auch begehrt für eine Trinkflasche mit einem erfindungsgemäßen Verschluss sowie eine Anordnung einer Trinkflasche mit einem Trinkhalm mit einem erfindungsgemäßen Verschluss.

    [0023] Die Erfindung soll im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert werden. Dabei zeigt bzw. zeigen:
    Fig. 1
    einen Querschnitt des Verschlusses in einer perspektivischen Ansicht,
    Fig. 2
    den Verschluss in einem Querschnitt mit Transportstopfen,
    Fig. 3
    den Verschluss in einem Querschnitt mit geschlossener Dichtung,
    Fig. 4
    den Verschluss in einem Querschnitt mit geöffneter Dichtung,
    Fig. 5
    einen Trinkhalm und
    Fig. 6
    eine Trinkflasche.


    [0024] In Figur 1 dargestellt ist ein erstes Ausführungsbeispiel von Verschluss 1 als Schnitt in einer perspektivischen Ansicht.

    [0025] Die Dichtung 12 ist dabei aus einem flexiblen Material, beispielsweise Gummi oder Silikon gefertigt und dichtet die Verschlusskappe 4 gegenüber dem Durchgangsloch 3 der Verschlusskappe 4 ab. Die Dichtung 12 ist dabei abschnittsweise membranartig, also flächig (im membranartigen Abschnitt 14) ausgebildet. Die geometrische Gestalt des membranartigen Abschnittes 14 ist die eines Kreisringes, der sich in diesem Ausführungsbeispiel über 360°, also um den gesamten Umfang der Dichtung 12 erstreckt. Es sind auch von der idealen Gestalt eines Kreisringes abweichende Formen des membranartigen Abschnittes 14 vorstellbar.

    [0026] Weiters weist die Dichtung 12 einen im Wesentlichen zylindrisch geformten Abschnitt 7 auf, der wie eine Art Pfropfen in die Durchgangsloch 3 der Verschlusskappe eingesetzt wird. Somit bildet die Dichtung 12 gleichzeitig mit der nachgehend erläuterten Dichtfunktion auch das Mundstück zum Trinken bzw. eine Aufnahme für einen Trinkhalm. Der Einfachheit halber ist der Abschnitt 7 als zylindrischer Abschnitt bezeichnet und kann natürlich von einer ideal zylindrischen Gestalt abweichen. Der Abschnitt 7 weist eine durchgehende Öffnung auf und kann daher als Hohlzylinder aufgefasst werden.

    [0027] Die Dichtung 12 muss nicht zwingend einstückig ausgebildet sein. So können der zylindrische Abschnitt 7 und der membranartige Abschnitt 14 getrennt hergestellte und nachträglich verbundene Teile sein.

    [0028] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel liegt die Dichtung 12 über den gesamten Umfang des membranartigen Abschnittes 14, also ganzumfänglich, an der Innenwandung 11 der Verschlusskappe 4 an. Die Dichtung 12 schmiegt sich an.

    [0029] Anders als hier dargestellt, könnte der membranartige Abschnitt 14 auch als Kreissegment ausgebildet sein, d.h. sich nicht über 360° erstrecken.

    [0030] Gleichzeitig liegt die Dichtung 12 zumindest abschnittweise auf dem Steg 5 auf, der als vorspringende Rippe an der Innenwandung 11 der Verschlusskappe 4 gebildet ist. Durch das Anliegen der Dichtung 12 an der Innenwandung 11 der Verschlusskappe 4 ist bei eingesetztem Transportverschluss 8 (hier der Übersichtlichkeit halber nicht gezeigt) ein mit dem Verschluss 1 verschlossenes Behältnis (nicht gezeigt) dicht verschlossen.

    [0031] Die Dichtung 12 ist so ausgebildet, dass die Innenwandung von Abschnitt 7 zur Aufnahme eines Transportverschlusses 8 (gezeigt in Figur 2) oder eines Trinkhalmes 9 (gezeigt in Figur 5) dienen kann. Bevorzugt sind dazu auf der Innenseite einer im zylindrischen Abschnitt 7 gebildeten Durchführung Rasten 6 ausgebildet, die einen Transportverschluss 8 oder einen Trinkhalm 9 sicher fixieren können. Grundsätzlich kommen noch andere, dem Fachmann geläufige Maßnahmen in Betracht, den Abschnitt 7 so zu gestalten, dass Trinkhalme verschiedener Durchmesser sicher gehalten werden können. So kann etwa der Innendurchmesser von Abschnitt 7 konisch sich nach unten (Richtung Verschlusskappen-Inneres) verjüngend ausgebildet sein.

    [0032] Als besonders geeignetes Maß hat sich herausgestellt, den Innendurchmesser von Abschnitt 7 von 7 Millimetern außen (von wo also ein Trinkhalm eingeführt wird) auf 5 Millimeter (am unteren Ende des Abschnittes 7) zulaufen zu lassen. Dann werden marktübliche Trinkhalme fest und auslaufsicher gehalten.

    [0033] In ihrer Befestigungssituation in der Verschlusskappe 4 ist die Dichtung 12 in das Durchgangsloch 3 der Verschlusskappe 4 eingesetzt. Das Material von Dichtung 12 ist ausreichend flexibel gewählt, so dass sich der Abschnitt 7 umfassend die Schulter 17 von innen nach außen durch das Durchgangsloch 3 der Verschlusskappe 4 drücken lässt. Der membranartige Abschnitt 14 ist in der Befestigungssituation an seinem Umfang an die Innenwandung 11 der Verschlusskappe 4 angedrückt.

    [0034] Zum Einstellen der für eine Dichtwirkung erforderlichen Anpresskraft ist der membranartige Abschnitt 14 im unbelasteten Zustand vorzugsweise nach oben schüsselig vorgeformt. Da die Dichtung 12 im eingebauten Zustand mit Schulter 17 an der Außenseite des Durchgangsloches 3 aufliegt, ergibt sich eine Verspannung des membranartigen Abschnitts 14 gegenüber der Innenwandung 11, wodurch der membranartige Abschnitt 14 an seinem Umfang an die Innenwandung 11 angepresst wird.

    [0035] Steigt nun der Innendruck des durch den Verschluss 1 verschlossenen Gefäßes, etwa durch Erwärmung oder bei Austritt von Gas aus karbonisierten Getränken, so wirkt der Innendruck des Gefäßes auf den membranartigen Abschnitt 14 der Dichtung 12.

    [0036] Die Lage von Steg 5 und membranartigem Abschnitt 14 zueinander ist so gewählt, dass der vom Steg 5 nach innen weisende Teil von Abschnitt 14 deutlich größer ist als der vom Steg 5 nach außen ragende Überstand. Durch die größere Angriffsfläche des Innendruckes auf jenen vom Steg 5 nach innen weisenden Teil von Abschnitt 14 bewegt sich der dieser Abschnitt in Richtung Durchgangsloch 3 nach oben.

    [0037] Durch die Hebelwirkung an dem als Widerlager wirkenden Steg 5 bewegt sich der von Steg 5 nach außen weisende ragende Überstand von Abschnitt 14 entgegen der Wirkungsrichtung des Innendruckes nach unten und hebt von der Innenwandung 11 ab. Bei Übersteigen eines bestimmten Innendrucks kippt also der zwischen Steg 5 und Innenwandung 11 ragende Materialabschnitt auf und gibt so zwischen Innenwandung 11 und Dichtung 12 einen Spalt frei.

    [0038] Die Bewegung von Abschnitt 14 wird durch eine entsprechende Materialnachgiebigkeit im unteren Bereich von Abschnitt 7 und / oder durch ein axiales Verschieben der Dichtung 12 im Durchgangsloch ermöglicht. Es ist also durchaus möglich, dass die Betätigung der Dichtung ausschließlich durch Deformation von Abschnitt 14 und der daran anschließenden Bereiche von Abschnitt 7 erfolgt. Ebenso kann die Deformation von Abschnitt 14 von einer axialen Verschiebung von Abschnitt 7 begleitet sein.

    [0039] Die genauen geometrischen Verhältnisse kann sich der Fachmann über Materialkennwerte herleiten und über Spritzversuche festlegen. Die in Figuren 1-4 gezeigten Geometrien geben Verhältnisse wieder, wie sie für handelsübliche Weithals-Trinkflaschen geeignet sind.

    [0040] Durch die Ventilationsöffnung 13, die in der Verschlusskappe 4 in einem Abschnitt, der zwischen Steg 5 und der von der Dichtung 12 zur Innenwandung gebildeten Dichtfläche liegt, kann nun das Gas entweichen und so der Überdruck im Behälter abgebaut werden.

    [0041] Der Steg 5, ein Abschnitt der Innenwandung 11 und jener Abschnitt der Dichtung 12, der zwischen Steg 5 und Innenwandung 11 liegt, bilden also einen Spaltraum 16. Die Ventilationsöffnungen 13 verbinden den Spaltraum 16 mit der Umgebung. Durch den beschriebenen Kippeffekt der Dichtung 12 erfolgt der Druckausgleich besonders komfortabel und elegant.

    [0042] Ein weiterer Vorteil dieses Ausführungsbeispiels gegenüber dem Stand der Technik ist es, dass kein lagerichtiger Einbau der Dichtung 12 vonnöten ist. Damit ist gemeint, dass die Dichtung 12 in jeder beliebigen Winkellage eingesetzt werden kann.

    [0043] Der Druckausgleich funktioniert auch in umgekehrter Weise, wenn der Außendruck den Innendruck übersteigt, wie es etwa durch Auskühlen eines Flascheninhaltes, durch Höhenänderungen oder beim Trinken geschehen kann. Hier erfolgt die Belüftung indem der Außendruck den Überstand von Abschnitt 14 zwischen Steg 5 und Innenwandung 11 nach unten drückt. Auch so hebt die Dichtung 12 von der Innenwandung 11 ab und ein Druckausgleich kann erfolgen.

    [0044] Figur 2 zeigt einen Verschluss 1 in einem Querschnitt, wobei in die Dichtung 12 ein Transportverschluss 8 eingesetzt ist. Gut zu erkennen sind der Steg 5, an dem sich die Dichtung 12 abstützt und der mit der Innenwandung gebildete Spaltraum 16.

    [0045] Auch andere Lösungen zum Verschließen eines mittels Verschluss 1 verschlossenen Getränkebehältnisses kommen in Betracht. Erwähnt sei beispielsweise die Möglichkeit, den Verschluss 1 auf ein Getränkebehältnis aufzusetzen, welches mit einem Originalsiegel verschlossen ist. Ein Originalsiegel ist meist eine dünne Polymerfolie, die den Inhalt eines Einweg-Behältnisses hygienisch verschließt. In diesem Fall könnte ein Trinkhalm durch den Verschluss 1 durch das Originalsiegel gestoßen werden.

    [0046] Der Transportverschluss 8 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel so ausgebildet, dass Ventilationsöffnungen 13 vom Transportverschluss 8 überlappt werden. Dazu ist auf der Außenwandung der Verschlusskappe 4 eine Raste 15 ausgebildet, in die der Transportverschluss 8 einrasten kann.

    [0047] Der Verschluss 1 bietet einen Auslaufschutz im Falle eines Umkippens einer Flasche 10 sowie eine verbesserte Handhabung im Falle der Verwendung des Verschlusses 1 mit einem Trinkhalm 9.

    [0048] Die Dichtung 12 bewirkt bei Verwendung mit einem Trinkhalm 9, dass ein in der Flasche 10 sich aufbauender Unterdruck über den eingangs beschriebenen Effekt der Dichtung 12 zum Umgebungsdruck ausgeglichen wird.

    [0049] Auch wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verschlusses 1 vermieden, dass sich ein Überdruck in der Flasche 10 aufbauen kann, der einen unerwünschten Austritt von Flüssigkeit über den Trinkhalm 9 zur Folge hätte. Auch verhindert wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verschlusses 1 eine von Druckdifferenzen Deformierung der Trinkflasche 10.

    [0050] Figur 3 zeigt den Verschluss 1 in einem Querschnitt mit geschlossener Dichtung 12. Gut zu erkennen ist wieder, dass der membranartige Abschnitt 14 der Dichtung 12 den Spaltraum 16 abdichtet. Wie weiter oben beschrieben, bewirkt ein Überdruck in der Trinkflasche 10 (nicht dargestellt) eine Deformierung des membranartigen Abschnittes 14 derart, dass dieser aufkippt und den Spaltraum 16 gegenüber der Trinkflasche 10 freigibt. Damit kann über die Ventilationsöffnung(en) 13 ein Druckausgleich stattfinden. Umgekehrt kann ein Unterdruck in der Trinkflasche 10 ebenfalls ein Öffnen des Spaltraums 16 gegenüber der Trinkflasche 10 bewirken.

    [0051] Figur 4 zeigt den Verschluss 1 in einem Querschnitt mit Dichtung 12 in geöffneter Lage. Der membranartige Abschnitt 14 der Dichtung 12 ist von der Innenwandung 11 abgehoben. Der Spaltraum 16 ist gegenüber dem Inneren der Verschlusskappe 4 geöffnet. Zu erkennen ist weiters, dass der zylindrische Abschnitt 7 der Dichtung 12 im Durchgangsloch 3 etwas axial nach oben verschoben ist. In diesem Ausführungsbeispiel erfolgt das Öffnen der Dichtung 12, also das Abheben des membranartigen Abschnittes 14 von der Innenwandung 11, von einer Bewegung des zylindrischen Abschnittes begleitet.

    [0052] Der Öffnungsvorgang kann, wie bereits erläutert, durch einen Überdruck in der Flasche 10 bewirkt werden. Ebenfalls kann die Dichtung 12 durch Ziehen an dem zylindrischen Abschnitt 7 in eine geöffnete Position gebracht werden.

    [0053] In einer hier nicht dargestellten Variante könnte der zylindrische Abschnitt 7 an seinem Außendurchmesser mit Rasten o.ä. versehen sein, sodass sich die Dichtung 12 vom Benutzer in einer geöffneten Position fixieren lässt.

    [0054] Es ist keineswegs zwingend für alle Varianten des Verschlusses 1 erforderlich, dass sich zum Öffnen der Dichtung der zylindrische Abschnitt 7 im Durchgangsloch bewegt. Es kann etwa durch eine Schwächung, d.h. durch eine besonders biegeweiche Ausgestaltung des unteren Bereiches von Abschnitt 7 ebenfalls ein bereits beschriebenes Aufkippen und damit Öffnen der Dichtung 12 gewährleistet werden. Durch Zulassen eines solchen Stauchbereiches in Abschnitt 7 muss das Öffnen der Dichtung 12 nicht unbedingt von außen zu sehen sein.

    [0055] Für alle Ausführungsbeispiele gilt, dass der Kipp-Effekt durch den Steg 5 ermöglicht wird. Es ist dafür unerheblich, ob der Steg 5 an der Verschlusskappe 4 oder an der Dichtung 12 ausgebildet ist.

    [0056] Figur 5 zeigt einen Trinkhalm 9, hier am Beispiel eines Knicktrinkhalms.

    [0057] Figur 6 zeigt eine Trinkflasche 10. Es ist nur der im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung relevante obere Teil der Trinkflasche 10 gezeigt.

    [0058] Die Trinkflasche 10 ist geeignet, mit dem Verschluss 1 verschlossen zu werden. Dies kann, wie in der Figur angedeutet, zum Beispiel über ein Gewinde erfolgen.

    [0059] Der erfindungsgemäße Verschluss 1 bewirkt bei Verwendung eines Trinkhalms 9 auch einen Auslaufschutz, etwa bei Umkippen der Trinkflasche 10. Besonders geeignet sind Trinkhalme mit einem Innendurchmesser von kleiner als etwa 8 Millimeter. Dann bewirken die Kapillarkräfte zwischen Flüssigkeit und Trinkhalm, dass keine Flüssigkeit durch den Trinkhalm 9 von der Trinkflasche 10 nach außen läuft. Durch die Flüssigkeitssäule im Trinkhalm wird ein Nachströmen von Luft in die Trinkflasche 10 verhindert, was jedoch für ein Auslaufen von Flüssigkeit erforderlich wäre.

    Liste der verwendeten Bezugszeichen:



    [0060] 
    1
    Verschluss
    3
    Durchgangsloch
    4
    Verschlusskappe
    5
    Steg
    6
    Raste
    7
    Zylindrischer Abschnitt der Dichtung 12
    8
    Transportverschluss
    9
    Trinkhalm
    10
    Trinkflasche
    11
    Innenwandung der Verschlusskappe 4
    12
    Dichtung
    13
    Ventilationsöffnung
    14
    Membranartiger Abschnitt der Dichtung 12
    15
    Raste
    16
    Spaltraum
    17
    Schulter an Dichtung 12



    Ansprüche

    1. Verschluss (1) für eine Trinkflasche (10), umfassend

    - eine Verschlusskappe (4) zur Befestigung des Verschlusses (1) an einer Trinkflasche (10), wobei die Verschlusskappe (4) eine Innenwandung (11), ein Durchgangsloch (3) und wenigstens eine Ventilationsöffnung (13) aufweist,

    - eine Dichtung (12), die in der Verschlusskappe (4) angeordnet ist, wobei entweder die Dichtung (12) oder die Verschlusskappe (4) einen Steg (5) aufweist, über welchen sich Dichtung (12) und Verschlusskappe (4) zumindest abschnittsweise berühren, wobei die Dichtung (12) so ausgebildet ist, dass bei Erreichen eines Unterdrucks in der mit dem Verschluss (1) verschlossenen Flasche (10) zumindest jener Abschnitt der Dichtung (12), welcher zwischen dem Steg (5) und der Innenwandung (11) der Verschlusskappe (4) liegt, von der Innenwandung der Verschlusskappe (4) abhebt und damit einen Spalt zur Ventilation der Trinkflasche (10) über die wenigstens eine Ventilationsöffnung (13) freigibt,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (12) ferner so ausgebildet ist, dass

    - bei Erreichen eines Überdrucks in der mit dem Verschluss (1) verschlossenen Trinkflasche (10) zumindest jener Abschnitt der Dichtung (12), welcher zwischen dem Steg (5) und der Innenwandung (11) der Verschlusskappe (4) liegt, von der Innenwandung (11) der Verschlusskappe (4) abhebt und damit einen Spalt zur Ventilation der Trinkflasche (10) über die wenigstens eine Ventilationsöffnung (13) freigibt, wobei die Dichtung (12) einen Kipppunkt aufweist und so auf dem Steg (5) aufliegt, dass bei Entwicklung eines Überdrucks in der Trinkflasche (10) ein Dichtabschnitt zwischen dem Steg (5) und der Innenwandung (11) der Verschlusskappe (4) entgegen der Wirkrichtung des Überdrucks aufkippt.


     
    2. Verschluss (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (12) mit dem Steg (5) und der Innenwandung (11) der Verschlusskappe (4) einen Spaltraum (16) bildet, wobei der Spaltraum (16) über wenigstens eine Ventilationsöffnung (13) mit der Umwelt verbunden ist.
     
    3. Verschluss (1) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (12) zumindest abschnittsweise als membranartiger Abschnitt (14) ausgebildet ist.
     
    4. Verschluss (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der membranartige Abschnitt (14) einen sich über 360° erstreckenden Kreissektor oder einen sich über 360° erstreckenden Kreisring bildet.
     
    5. Verschluss (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der membranartige Abschnitt (14) einen Kreissektor oder einen Kreisring unter 360° bildet.
     
    6. Verschluss (1) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (5) umlaufend ausgebildet ist.
     
    7. Verschluss (1) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (5) unterbrochen ausgebildet ist.
     
    8. Trinkflasche (10) mit einem Verschluss (1) nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche.
     
    9. Anordnung mit einer Trinkflasche (10), einem Trinkhalm (9) und einem Verschluss (1) nach wenigstens einem der Ansprüche 1-7.
     


    Claims

    1. A closure (1) for a drinking bottle (10) including

    - a closure cap (4) for fixing the closure (1) to a drinking bottle (10), wherein the closure cap (4) has an inside wall, a through hole (3) and at least one ventilation opening (13), and

    - a seal (12) arranged in the closure cap (4), wherein either the seal (12) or the closure cap (4) has a web (5), by way of which the seal (12) and the closure cap (4) are at least section-wise in contact, wherein the seal (12) is of such a configuration that upon the occurrence of a reduced pressure in the bottle (10) closed by the closure (1) at least that section of the seal (12) that is between the web (5) and the inside wall of the closure cap (4) lifts off the inside wall of the closure cap (4) and thus opens a gap for ventilation of the drinking bottle (10) by way of the at least one ventilation opening (13),

    characterised in that the seal (12) is furthermore configured such that

    - upon the occurrence of an increased pressure in the bottle (10) closed by the closure (1) at least that section of the seal (12) that is between the web (5) and the inside wall of the closure cap (4) lifts off the inside wall of the closure cap (4) and thus opens a gap for ventilation of the drinking bottle (10) by way of the at least one ventilation opening (13), wherein the seal (12) has a tipping point and bears against the web (5) in such a way that upon the development of an increased pressure in the drinking bottle (10) a sealing section between the web (5) and an inside wall of the closure cap (4) tips open in opposite relation to the active direction of the increased pressure.


     
    2. A closure (1) as set forth in claim 1 characterised in that the seal (12) with the web (5) and the inside wall (11) of the closure cap (4) forms a gap space (16), wherein the gap space (16) communicates with the environment by way of at least one ventilation opening (13).
     
    3. A closure (1) as set forth in at least one of claims 1 or 2 characterised in that the seal (12) is at least section-wise in the form of a membrane-like section (14) of the seal.
     
    4. A closure (1) as set forth in claim 3 characterised in that the membrane-like section (14) of the seal forms a segment of a circle extending over 360° or a circular ring extending over 360°.
     
    5. A closure (1) as set forth in claim 3 characterised in that the membrane-like section (14) of the seal forms a segment of a circle or a circular ring under 360°.
     
    6. A closure (1) as set forth in at least one of claims 1 through 5 characterised in that the web (5) is of a peripherally extending configuration.
     
    7. A closure (1) as set forth in at least one of claims 1 through 5 characterised in that the web (5) is interrupted.
     
    8. A drinking bottle (10) having a closure (1) as set forth in at least one of the preceding claims.
     
    9. An arrangement having a drinking bottle (10), a drinking straw (9) and a closure (1) as set forth in at least one of claims 1 through 7.
     


    Revendications

    1. Bouchon (1) de bouteille (10) comprenant

    - un capuchon de bouchon (4) pour la fixation du bouchon (1) sur une bouteille (10), dans lequel le capuchon de bouchon (4) présente une paroi intérieure (11), un trou débouchant (3) et au moins une ouverture de ventilation (13),

    - une garniture (12) qui est agencée dans le capuchon de bouchon (4), dans lequel la garniture (12) ou le capuchon de bouchon (4) présente une nervure (5) par le biais de laquelle la garniture (12) et le capuchon de bouchon (4) se touchent au moins par endroits, dans lequel la garniture (12) est réalisée de sorte que, lors de l'atteinte d'une dépression dans la bouteille (10) fermée avec le bouchon (1), au moins la section de la garniture (12) qui se trouve entre la nervure (5) et la paroi intérieure (11) du capuchon de bouchon (4) se soulève de la paroi intérieure du capuchon de bouchon (4) et libère ainsi une fente pour la ventilation de la bouteille (10) par le biais de l'au moins une ouverture de ventilation (13),

    caractérisé en ce que la garniture (12) est de plus réalisée de sorte que

    - lors de l'atteinte d'une surpression dans la bouteille (10) fermée avec le bouchon (1), au moins la section de la garniture (12) qui se trouve entre la nervure (5) et la paroi intérieure (11) du capuchon de bouchon (4) se soulève de la paroi intérieure (11) du capuchon de bouchon (4) et libère ainsi une fente pour la ventilation de la bouteille (10) par le biais de l'au moins une ouverture de ventilation (13), dans lequel la garniture (12) présente un point de basculement et repose sur la nervure (5) de sorte que, lors du développement d'une surpression dans la bouteille (10), une section étanche se soulève entre la nervure (5) et la paroi intérieure (11) du capuchon de bouchon (4) dans le sens d'action inverse de la surpression.


     
    2. Bouchon (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la garniture (12) forme avec la nervure (5) et la paroi intérieure (11) du capuchon de bouchon (4) un espace de fente (16), dans lequel l'espace de fente (16) est raccordé par le biais d'au moins une ouverture de ventilation (13) avec l'environnement.
     
    3. Bouchon (1) selon au moins l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la garniture (12) est réalisée au moins par endroits comme section de type membrane (14).
     
    4. Bouchon (1) selon la revendication 3, caractérisé en ce que la section de type membrane (14) forme un secteur circulaire s'étendant sur 360° ou un anneau circulaire s'étendant sur 360°.
     
    5. Bouchon (1) selon la revendication 3, caractérisé en ce que la section de type membrane (14) forme un secteur circulaire ou un anneau circulaire sous 360°.
     
    6. Bouchon (1) selon au moins l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la nervure (5) est réalisée de manière tournante.
     
    7. Bouchon (1) selon au moins l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la nervure (5) est réalisée de manière interrompue.
     
    8. Bouteille (10) avec un bouchon (1) selon au moins l'une des revendications précédentes.
     
    9. Agencement avec une bouteille (10), une paille (9) et un bouchon (1) selon au moins l'une des revendications 1 à 7.
     




    Zeichnung























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente