[0001] Die Erfindung betrifft eine Tastvorrichtung, die mittels einer Druckbewegung eines
Benutzers betätigt wird. In einer speziellen Anwendung dient die Vorrichtung z.B.
als Türöffner für eine Fahrzeugtüre.
[0002] Die
DE 20 2009 009 861 U1 zeigt einen vorbekannten Türöffner zur Anbringung an der Außenseite einer Fahrzeugtüre
mit einem Betätigungsschalter.
[0003] Die
DE 10 2006 024 292 A1 zeigt einen vorbekannten Griff zur elektrischen Betätigung eines Verschlusses an
einer Klappe oder einer Tür in einem Fahrzeug mittels eines elektrischen Schalters.
[0004] Die Erfinder befanden den Stand der Technik insofern als nachteilig, als das Maß,
mit dem die Tastvorrichtung bezüglich einer umgebenden Oberfläche hervorsteht oder
versenkt ist, abhängig ist von Bauteil- und Montagetoleranzen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile des Stands der Technik zu
verbessern. Die Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen definiert.
[0006] Insbesondere wird die Aufgabe gelöst durch eine Tastvorrichtung zum Betätigen einer
Funktionalität in einem Kraftfahrzeug, wobei die Tastvorrichtung aufweist:
- eine mechanische und/oder elektrische Funktionssteuereinrichtung, die einen ersten
Steuerzustand und einen zweiten Steuerzustand aufweist;
- ein Tastelement mit einer manuell betätigbaren (oder manuell zu betätigenden) Tastfläche
(d.h. dass auf diese Fläche z.B. mit der Hand gedrückt werden soll), wobei das Tastelement
mittels einer Druckkraft von einem ausgerückten Zustand in einen gedrückten Zustand,
bevorzugt entlang einer Bewegungsrichtung des Tastelements, drückbar ist, wobei bevorzugt
das Tastelement im gedrückten Zustand bezüglich einer die Tastvorrichtung direkt umgebenden
Oberfläche des Kraftfahrzeugs weiter eingerückt ist als im ausgerückten Zustand,
wobei die Funktionssteuereinrichtung den ersten Steuerzustand aufweist, wenn sich
das Tastelement im ausgerückten Zustand befindet und die Funktionssteuereinrichtung
den zweiten Steuerzustand aufweist, wenn sich das Tastelement im gedrückten Zustand
befindet,
- eine erste Feder, welche das Tastelement mit einer ersten Kraft in Richtung des ausgerückten
Zustands beaufschlagt,
- eine Rückhalteeinrichtung, welche die Position des ausgerückten Zustands des Tastelements
definiert,
- eine Justageeinrichtung, mittels welcher die Position des ausgerückten Zustands des
Tastelements einstellbar ist.
[0007] Mittels der Rückhalteeinrichtung kann die Position des ausgerückten Zustands vorbestimmt
werden und an verschiedene Einbausituationen angepasst werden. So ist z.B. ein bündiger
Abschluss der Tastvorrichtung mit der umgebenden Fahrzeugtüroberfläche definierbar,
dabei führen Bauteiltoleranzen jedoch zu teils unerwünschten Ergebnissen. Mittels
der Justageeinrichtung kann auch nach dem Einbau oder im Laufe des Einbaus eine Feineinstellung
der Ruheposition des Tastelements (Position des ausgerückten Zustands) vorgenommen
werden, z.B. ein Angleichen an die umgebende Oberfläche des Fahrzeugs. Unter der Position
des ausgerückten Zustands des Tastelements bzw. Ruheposition wird besonders bevorzugt
die Position des Tastelements in Richtung der aufzubringenden Druckkraft verstanden,
d.h. z.B. der Abstand zwischen dem Tastelement und der Funktionssteuereinrichtung
oder der Betrag, um den das Tastelement bezüglich der direkt umgebenden Oberfläche
des Kraftfahrzeugs versenkt ist oder hervorsteht.
[0008] Die erste Feder ist bevorzugt eine Druckfeder, z.B. Blattfeder oder ein Blattfederpaket,
welches zwischen Tastelement und Funktionssteuereinrichtung kraftübertragend angeordnet
ist, die erste Feder kann dabei z.B. an einem oder mehreren der vorhandenen Schwenkarme
angekoppelt sein. Durch eine Blattfeder oder ein Blattfederpaket ist eine bauraumsparende
Realisierung einer Druckfeder gegeben, welche zur geringen Einbautiefe der Tastvorrichtung
(z.B. zum Einbau in der Fahrzeugtüre) beiträgt.
[0009] Die erste Feder beaufschlagt bevorzugt einen beweglichen Teil einer als Schalter
ausgebildeten Funktionssteuereinrichtung, z.B. den Tastkopf eines Mikroschalters.
[0010] Die Rückhalteeinrichtung bildet bevorzugt einen Anschlag (z.B. einen feststehenden
oder verstellbaren Vorsprung), besonders bevorzugt einen nachgebenden Anschlag, z.B.
über eine zweite Feder, wie anschließend ausgeführt.
[0011] Die Tastvorrichtung ist bevorzugt eine Vorrichtung, mittels der ein Benutzer (z.B.
Fahrer oder Mitfahrer) durch Drücken des Tastelements eine bestimmte Funktion des
Fahrzeugs bedienen kann. Dabei muss das Tastelement nach dem Drücken nicht zwingend
wieder von alleine in die ausgerückte Position zurückkehren, sondern es ist z.B. auch
eine Push-Push Mechanik (Funktionsprinzip wie bei einem Kugelschreiber) möglich. Die
Tastvorrichtung ist bevorzugt im Innenraum des Fahrzeugs oder von außen zugänglich
im Fahrzeug einbaubar. Die Tastvorrichtung weist bevorzugt eine Halterung auf, welche
z.B. ein erstes Drehgelenk und die Funktionssteuereinrichtung verbindet. Bevorzugt
weist die Tastvorrichtung einen bevorzugt schalenartigen Träger auf, in welchen die
Tastvorrichtung vormontiert ist.
[0012] Unter einer Funktionalität in einem Kraftfahrzeug kann z.B. verstanden werden: das
Öffnen und/oder Schließen des Fahrzeugs (Türen, Heckklappe, Kofferraumdeckel), Öffnen
und/oder Schließen einer Klappe (z.B. Handschuhfach, Tankdeckel, Ladedeckel), Umklappen/Einstellen
von Sitzflächen, Funktionen, die per Bedienelement im Armaturenbrett/Cockpit/Innenraumverkleidung
gesteuert werden können (z.B. Klimaanlage, Entertainment, Blinker/Scheibenwaschanlage,
elektrische Fensterheber).
[0013] Unter einer mechanischen und/oder elektrischen Funktionssteuereinrichtung wird bevorzugt
eine Einrichtung verstanden, welche eine Bewegung des Tastelements aufnimmt oder detektiert,
und in Folge darauf die Funktionalität steuert, z.B. einschaltet oder ausschaltet.
Die Funktionssteuereinrichtung kann z.B. rein mechanisch sein, z.B. ein Bowdenzug
oder ein Steuergestänge und/oder -getriebe, rein elektrisch, z.B. eine Sensoranordnung
mit Hallsensor, oder elektromechanisch, z.B. ein Mikroschalter. Bevorzugt steuert
die Funktionssteuereinrichtung einen elektrischen und/oder mechanischen Aktor. Sie
ist bevorzugt ortsfest bezüglich des Fahrzeugs oder der Halterung der Tastvorrichtung.
[0014] Unter dem ersten Steuerzustand und dem zweiten Steuerzustand der Funktionssteuereinrichtung
sind bevorzugt zwei verschiedene Zustände zu verstehen, die z.B. direkt oder indirekt
den Zustand der Funktionalität beeinflussen (z.B. AN/AUS, GESCHLOSSEN/GEÖFFNET).
[0015] Als direkt umgebende Oberfläche des Fahrzeugs kommen insbesondere Türinnenverkleidung,
Sitzverkleidung, Armaturenbrett, sichtbare oder in Reichweite des Benutzers liegende
Fahrzeugblechbereiche (Innen oder Außen) in Betracht. Die direkt umgebende Oberfläche
des Fahrzeugs ist z.B. das Außenblech der Fahrzeugtüre.
[0016] Das Tastelement dient zum Betätigen der Funktionalität durch den Benutzer. Die Tastfläche
ist bevorzugt dem Benutzer zugewandt. Bevorzugt weist das Tastelement eine aufgesetzte
Blende auf und die Tastfläche ist die Oberfläche der Blende. Auf die Tastfläche soll
der Benutzer zur Betätigung der Tastvorrichtung drücken. Die erforderliche Druckkraft
ist bevorzugt im Bereich von 1 N bis 1000 N, besonders bevorzugt von 10 N bis 100
N, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 20 N bis 40 N. Bevorzugt sind mittels der
Blende Öffnungen des Tastelements zur Justage der ausgerückten Position und/oder zur
Justage der eingedrückten Position des Tastelements gegenüber dem Halter oder Träger
abgedeckt. Bevorzugt schließt die Tastfläche in etwa bündig an die Oberfläche des
Fahrzeugs (z.B. Türoberfläche) an. Bevorzugt ist das Tastelement im Wesentlichen oder
annähernd linear bzw. translatorisch zwischen dem ausgerückten und gedrückten Zustand
verschiebbar. Das Tastelement ist bevorzugt gegenüber der Halterung und/oder der Funktionssteuereinrichtung
und/oder Fahrzeugtüre beweglich. Der Unterschied zwischen eingedrückter und ausgerückter
Position ist bevorzugt, insbesondere im Falle eines Türöffners, weniger als 5 mm,
besonders bevorzugt weniger als 2 mm, ganz besonders bevorzugt ist er 1,5 mm.
[0017] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die Tastvorrichtung
ein Türöffner und/oder die Funktionssteuereinrichtung ist ein elektrischer Schalter.
[0018] Hierdurch ist eine sehr vorteilhafte Anwendung gegeben. Einerseits als Taster zum
Öffnen der Tür, andererseits zum elektrischen Betätigen einer Funktionalität, z.B.
des Öffnens der Tür.
[0019] Bei dem Türöffner handelt es sich bevorzugt um einen elektrischen Türöffner zum Betätigen
eines Aktors eines Fahrzeugtürverschlusses und/oder eines Aktors einer Fahrzeugtür-Öffnungs-
und/oder -Schließmechanik zum Einbau in die Fahrzeugtüre. Der Türöffner ist bevorzugt
ein Modul, welches in eine Fahrzeugtüre einbaubar ist. Bevorzugt weist der Türöffner
keinen Griff auf, so dass allein eine Druckbewegung durch den Benutzer auf den Türöffner
aufbringbar ist. Unter Fahrzeugtürverschluss wird bevorzugt das Schloss der Fahrzeugtüre
verstanden, welches z.B. einen Schnapper und eine Verriegelung aufweist. Unter einer
Fahrzeugtür-Öffnungs- und/oder - Schließmechanik wird bevorzugt eine Mechanik verstanden,
welche die Fahrzeugtür selbsttätig auf- und/oder zuschwenkt oder auf- und/oder zuschiebt.
[0020] Die Fahrzeugtüre ist z.B. eine Fahrer- oder Beifahrertüre oder auch eine Heckklappe.
[0021] Bei dem Schalter handelt es sich bevorzugt um einen Schalter zum Erzeugen eines elektrischen
Signals, wobei der erste Steuerzustand ein erster Schaltzustand ist und der zweite
Steuerzustand ein zweiter Schaltzustand. Der Schalter ist bevorzugt ein Tastschalter,
bevorzugt Mikroschalter. Unter Schalter kann auch eine Sensoranordnung, z.B. mit einem
Hallsensor oder Piezoelement, verstanden werden, welche mindestens zwei verschiedene
mechanische Zustände unterscheidet und abhängig davon ein Signal ausgibt.
[0022] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die erste Feder
eine Schnappfeder, z.B. eine Blattfeder mit Knackfroscheffekt.
[0023] Eine Schnappfeder hat den Vorteil eines hörbaren Knackens oder fühlbaren Umschnappens,
sobald die Feder einen bestimmten zusammengedrückten Zustand überschreitet, was als
akustische und/oder taktile Rückmeldung für den Benutzer des Türgriffs verwendet werden
kann. Die Schnappfeder ist bevorzugt kuppel- oder kegelförmig.
[0024] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist die Tastvorrichtung
eine zweite Feder als Teil der Rückhalteeinrichtung auf, welche das Tastelement mit
einer zweiten Kraft in Richtung des gedrückten Zustands beaufschlagt.
[0025] Hierdurch bildet die zweite Feder einen in Ausrückrichtung nachgebenden Anschlag.
Es erfolgt somit kein plötzlicher Bewegungsstop beim Ausrücken des Tastelements, sondern
ein sanfteres Abbremsen, bis ein Federgleichgewicht zwischen erster und zweiter Feder
erreicht ist. Außerdem werden Klappergeräusche, die z.B. aufgrund eines Anschlags
entstehen, vermieden. Die zweite Feder ist bevorzugt eine Zugfeder. Sie ist bevorzugt
kraftübertragend einerseits an das Tastelement gekoppelt und andererseits an einen
ortsfesten (bzgl. Fahrzeug und/oder Halterung) Teil der Tastvorrichtung (jeweils mittelbar
oder unmittelbar), sie kann dabei z.B. an einem oder mehreren von vorhandenen Schwenkarmen
angekoppelt sein. Darunter, dass die Feder ein Teil der Rückhalteeinrichtung ist,
wird auch der Fall verstanden, dass die zweite Feder das einzige Teil der Rückhalteeinrichtung
ist, die Rückhalteeinrichtung somit durch die zweite Feder gebildet ist.
[0026] Bevorzugt weist die erste Feder eine Federkonstante auf, die im Vergleich zu der
Federkonstante der zweiten Feder sehr hoch ist (z.B. um eine, bevorzugt zwei, besonders
bevorzugt drei Größenordnung höher). Hierdurch ist der Weg, der zum Eindrücken des
Tastelements zur Betätigung der Funktionssteuereinrichtung notwendig ist, annähernd
konstant, so dass auch bei einem durch die Justageeinrichtung verstellten Tastelement
das Tastgefühl annähernd gleich ist. Die Änderung des Tastelements entspricht dann
z.B. dem Weg, um den die Schraube der Justageeinrichtung ein- oder ausgeschraubt wird.
[0027] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die zweite Feder
eine sich quer, bevorzugt im Wesentlichen senkrecht, zur Bewegungsrichtung des Tastelements
erstreckende Drahtbügelfeder.
[0028] Hierdurch wird eine besonders bauraumsparende Realisierung einer Zugfeder erreicht,
welche zur geringen Einbautiefe der Tastvorrichtung im Fahrzeug beiträgt. Die Drahtbügelfeder
ist bevorzugt durch mindestens einen ortsfesten Haken bevorzugt im mittleren Bereich
der Drahtbügelfeder gehalten. Bevorzugt beaufschlagen die Enden der Drahtbügelfeder
zwei mit dem Tastelement verbundene Schwenkarme oder das Tastelement.
[0029] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist mittels der
Justageeinrichtung der Betrag der ersten Kraft und/oder der Betrag der zweiten Kraft
einstellbar und somit die Position des ausgerückten Zustands des Tastelements einstellbar.
[0030] Hierdurch kann auch nach dem Einbau eine Feineinstellung einer beidseitig gefederten
Ruheposition in einfacher Weise vorgenommen werden. Bevorzugt ist mittels eines Einstellelements,
z.B. einer (Maden-)Schraube, die Vorspannung einer oder beider Federn veränderbar.
Dabei wird bevorzugt zumindest einer der Ankopplungspunkte einer Feder in seiner relativen
Lage zum Tastelement und/oder zur Funktionssteuereinrichtung verändert.
[0031] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist die Justageeinrichtung
eine Schraube auf, die von einer der Federn beaufschlagt wird, wobei mittels der Schraube
eine Vorspannung dieser Feder einstellbar ist.
[0032] Hierdurch ist eine einfache Justagemöglichkeit mit wenigen Bauteilen gegeben, die
durch einfaches Werkzeug bedienbar ist.
[0033] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist das Tastelement
eine Öffnung zur Bedienung der Justageeinrichtung auf.
[0034] Hierdurch ist eine einfache Zugänglichkeit zur Justage gegeben.
[0035] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist die Tastvorrichtung
mindestens einen verstellbaren Anschlag auf, welcher eine Position eines maximal gedrückten
Zustand des Tastelements definiert.
[0036] Hierdurch ist ein verstellbarer Überlastschutz gegeben, so dass der Benutzer die
Funktionssteuereinrichtung nicht durch zu starkes Eindrücken des Tastelements beschädigen
kann.
[0037] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist der Anschlag
eine Schraube, die zumindest teilweise unter- oder innerhalb des Tastelements angeordnet
ist, wobei das Tastelement eine Öffnung zur Verdrehung der Schraube aufweist.
[0038] Hierdurch ist eine einfache und platzsparende Möglichkeit der Einstellung gegeben,
die keinen Bauraum seitlich des Tastelements benötigt und außerdem für den Benutzer
verdeckt werden kann z.B. durch eine Abdeckblende für die Öffnung. Die Schraube ist
bevorzugt aus Sicht eines Bedieners unter- oder innerhalb des Tastelements angeordnet.
[0039] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist die Tastvorrichtung
ein Koppelgetriebe auf, das aus einem oder mehreren Drehgelenken besteht, welche mit
einem oder mehreren Schwenkarmen zusammenwirken, wobei das Tastelement gegenüber der
Funktionssteuereinrichtung mittels des Koppelgetriebes geführt ist.
[0040] Hierdurch wird die exakte Einstellung der Ruheposition des Tastelements mittels der
Justageeinrichtung erleichtert. Bevorzugt sind mindestens zwei Drehachsen der Drehgelenke
parallel und beabstandet zueinander und mittels eines Schwenkarms hintereinander geschaltet.
Besonders bevorzugt sind zwei derartig durch je einen Schwenkarm gekoppelte Drehgelenkpaare
vorhanden. Bevorzugt verschwenken diese Schwenkarme, in gleicher Rotationsrichtung,
wenn das Tastelement gedrückt wird. Besonders bevorzugt sind die Schwenkarme durch
einen weiteren Kopplungsarm und zwei weitere Drehgelenke miteinander gekoppelt.
[0041] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist die Tastvorrichtung
ein Dichtelement auf, welches das Tastelement zumindest bereichsweise umgibt und an
diesem anliegt und welches einen Wulst aufweist, der im eingebauten Zustand der Tastvorrichtung
an der Unterseite der direkt umgebenden Oberfläche des Fahrzeugs anliegt.
[0042] Hierdurch ist eine flexible Abdichtung des Bauraums, in den die Tastvorrichtung eingebaut
ist, z.B. des Fahrzeugtürhohlraums, gegeben, welche der Bewegung des Tastelements
durch ein Abrollen des Wulstes an der Unterseite folgen kann und welche somit sowohl
im gedrückten als auch im ausgerückten Zustand eine Dichtwirkung erzielt. Der Wulst
passt sich somit der Bewegung, insbesondere einer zur umgebenden Oberfläche senkrechten
Bewegungskomponente des Bauelements an und erlaubt eine gleichbleibende Dichtwirkung.
[0043] Das Dichtelement kann bevorzugt in anderen Anwendungsfällen angewendet werden, die
nicht zwingend eine Tastvorrichtung betreffen, sondern allgemeiner, eine Abdichtung
eines Spalts zwischen zwei den Spalt zwischen sich bildenden Bauteilen eines Fahrzeugs
unterhalb einer Oberfläche, wobei sich die Bauteile relativ zueinander bewegen (z.B.
ein Tankdeckel und die umgebende Fahrzeugoberfläche). Ein vorteilhafter synergetischer
Effekt zwischen einer Justageeinrichtung und dem Dichtelement ist, dass mit der Einstellbarkeit
der Ruheposition des Tastelements auch die Größe der Auflagefläche des Wulstes an
der Unterseite der Oberfläche einstellbar ist, womit somit auch die Dichtwirkung einstellbar
ist. Zudem kann der Einfluss, welchen das elastische Dichtelement auf das Federgleichgewicht
hat und somit das Tastelement in eine unerwünschte Ruheposition bringt, kompensiert
werden.
[0044] Bevorzugt genügt eine Dichtwirkung bezogen auf Verschmutzung (Staubschutz), besonders
bevorzugt Spritzwasser, wobei eine Spritzwasserdichtigkeit insbesondere an der im
eingebauten Zustand oben liegenden Seite des Dichtelements sowie bevorzugt den Seitenflächen
vorliegt. Bevorzugt umgibt das Dichtelement das Tastelement komplett.
[0045] Bevorzugt ist der Wulst durch eine konvexe Auswölbung des Dichtelements in Richtung
der anzuliegenden Fläche gebildet, wobei der Wulst besonders bevorzugt hohl oder an
der anderen Seite konkav ist, so dass er leicht verformbar ist und somit ein Abrollen
an der Unterseite besonders vorteilhaft erfolgen kann. Bevorzugt liegt der Wulst mit
der konvexen Seite an der Unterseite an bzw. ist er derart eingerichtet. Bevorzugt
ist das Ende des Wulstes, das dem Tastelement abgewandt ist, d.h. ein äußerer Rand
des Dichtelements oder das Ende, das nicht an den Bereich des Dichtelement angrenzt,
welcher am Tastelement anliegt, zumindest bereichsweise relativ zu der Unterseite
der Oberfläche des Fahrzeugs fixiert, indem z.B. das Dichtelement an seinem äußeren
Rand bereichsweise oder durchgehend an der Unterseite der umgebenden Oberfläche in
eine oder mehrere Nuten geschoben ist. Die Nuten sind z.B. Teil eines Gehäuses, welches
das Bauelement trägt oder sie sind direkt an der Unterseite angeordnet. Bevorzugt
wird das Bauelement durch einen schalenartigen Träger gehalten, der relativ zu der
Unterseite der Oberfläche des Fahrzeugs fixiert ist, und das Ende des Wulstes, das
dem Bauelement abgewandt ist, ist zumindest bereichsweise an dem Träger fixiert. Hierdurch
dient das Dichtelement weiterhin gleichzeitig als Abdichtung zwischen dem Träger und
dem den Träger umgebenden Fahrzeugraum.
[0046] Das Dichtelement definiert bevorzugt eine innere Öffnung mit einem inneren Rand,
welcher am Tastelement anliegt. Das Tastelement weist bevorzugt einen zumindest teilweise
umlaufenden Absatz auf, auf welchem der innere Rand aufliegt und somit in zwei Richtungen
positioniert ist. Bevorzugt verläuft der Wulst des Dichtelements weiter außen.
[0047] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist der Wulst
Drainagemulden auf.
[0048] Hierdurch kann Wasser, welches sich im Spalt zwischen Tastelement und der direkt
umgebenden Oberfläche ansammelt, ablaufen oder verdunsten, während Schmutz weiterhin
effektiv abgehalten wird. Hierdurch wird außerdem ein selbstreinigender Effekt begünstigt,
da getrockneter Schmutz leichter durch den Fahrtwind ausgeblasen werden kann. Bevorzugt
sind die Drainagemulden insbesondere an der im eingebauten Zustand unten liegende
Seite des Dichtelements vorhanden, so dass Wasser einfach ablaufen kann, Schmutz jedoch
abgehalten wird.
[0049] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist das Tastelement
eine aufsetzbare Blende auf und das Dichtelement liegt in einem Spalt zwischen der
Blende und einer Oberfläche des Tastelements an dem Tastelement und/oder der Blende
an.
[0050] Hierdurch können einerseits Öffnungen im Tastelement (z.B. für die Justage) durch
die Blende abgedeckt werden, wobei eine Abdichtung (Spritzwasser und/oder Schmutz)
zwischen Tastelement und Blende durch das Dichtelement bewirkt wird, andererseits
hält die Blende das Dichtelement an seinem inneren Rand in Position.
[0051] Die Blende ist z.B. eine Blende, bevorzugt Chromblende, wodurch eine ansprechende
Optik erreichbar ist, ohne dass das Tastelement, welches aufwändiger herzustellen
ist aufgrund seiner Anbindungspunkte an z.B. Drehgelenke und/oder Feder und/oder anderer
Führungsmittel, eine teure Oberflächenbehandlung erfahren muss. Sie weist bevorzugt
eine Fläche auf, welche die dem Benutzer zugewandte Seite des Tastelements zumindest
in dem Ausmaß abdeckt, wie es der Benutzer der Tastvorrichtung sehen würde. Bevorzugt
weist die Blende seitliche Vorsprünge auf, die das Tastelement auch seitlich teilweise
überdecken. Die Blende ist bevorzugt mittels eines Schnappverschlusses oder eines
Aufsetz-Schieb-Verschlusses (in etwa ein linearer Bajonettverschluss) mit bevorzugt
L-förmigen Führungsnuten auf das Tastelement aufsetzbar.
[0052] Der Spalt kann dabei auch größer sein als die Dicke des Dichtelements an dieser Stelle
(für die angestrebte Dichtwirkung reicht das trotzdem aus), vorteilhaft ist der Spalt
jedoch genauso groß wie oder ein wenig kleiner als die Dicke des Dichtelements an
dieser Stelle, so dass kein Restspalt verbleibt.
[0053] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist das Dichtelement
einen Bereich hoher Shore-Härte zur Anlage an dem Tastelement und/oder der Blende
und einen Bereich niedriger Shore-Härte zur Ausbildung des Wulstes auf. Hierdurch
kann das Dichtelement einerseits im Bereich des Tastelements und/oder der Blende stabiler
ausgestaltet sein, so dass dort die Montage einfacher ist und/oder das Aufsetzen der
Blende leichter ist, z.B. da sich das Dichtelement nicht unerwünscht faltet. Weiterhin
erlaub ein härterer Bereich eine bessere Positionierung in Nuten. Andererseits kann
der Bereich, in dem das Tastelement an der Fahrzeugtürinnenfläche (als Unterseite
der direkt umgebenden Oberfläche) abrollt, weich gestaltet sein, so dass das Abrollen
vorteilhaft erfolgt. Bevorzugt ist das Dichtelement als ein Zweikomponenten- oder
Mehrkomponenten-Spritzgussteil hergestellt. Bevorzugt besteht dabei der Bereich hoher
Shore-Härte aus einer ersten Komponente und der Bereich niedriger Shore-Härte aus
einer zweiten Komponente.
[0054] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist das Tastelement
an einer Seite eine Nut auf, in welche eine Innenkante des Dichtelements eingelegt
ist.
[0055] Hierdurch ist eine Fixierung des Dichtelements an dem Tastelement gegeben, welche
einfach zu montieren ist. Bevorzugt ist die seitliche Nut bei einer Tastvorrichtung,
die ein Türöffner ist, an der Seite des Tastelements vorhanden, welche sich im eingebauten
Zustand des Türöffners nahe und parallel zu der Türseitenkante befindet.
[0056] Die Erfindung soll nun anhand von Zeichnungen beispielhaft weiter veranschaulicht
werden. Hierbei zeigen:
Figur 1 eine erfindungsgemäße Tastvorrichtung
Figur 2a-b eine erfindungsgemäße Tastvorrichtung aufbauend auf Fig. 1, wobei die Rückhaltevorrichtung
eine Feder aufweist und zudem ein optionales Dichtelement gezeigt ist,
Fig. 3a-c eine erfindungsgemäße Tastvorrichtung aufbauend auf Fig. 1 und teilweise
Fig. 2a und b, wobei die erste Feder eine Schnappfeder ist,
Fig. 4a-d eine Realisierung der Erfindung aufbauend auf den vorigen Figuren mit einer
Vielzahl vorteilhafter weiterer Merkmale.
[0057] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Tastvorrichtung 1 zum Betätigen einer Funktionalität
in einem Kraftfahrzeug. Sie weist eine mechanische und/oder elektrische Funktionssteuereinrichtung
10, die einen ersten Steuerzustand und einen zweiten Steuerzustand aufweist, auf.
Sie weist ein Tastelement 20 mit einer manuell betätigbaren Tastfläche auf, wobei
das Tastelement 20 mittels einer Druckkraft 100 von einem ausgerückten Zustand in
einen gedrückten Zustand drückbar ist. Die Funktionssteuereinrichtung 10 weist den
ersten Steuerzustand auf, wenn sich das Tastelement 20 im ausgerückten Zustand befindet
und die Funktionssteuereinrichtung 10 weist den zweiten Steuerzustand auf, wenn sich
das Tastelement 20 im gedrückten Zustand befindet. Die Tastvorrichtung 1 weist weiterhin
eine erste Feder 61, welche das Tastelement 20 mit einer ersten Kraft in Richtung
des ausgerückten Zustands beaufschlagt, und eine Rückhalteeinrichtung 62, welche die
Position des ausgerückten Zustands des Tastelements 20 definiert, auf. Ferner weist
die Tastvorrichtung 1 eine Justageeinrichtung 70 auf, mittels welcher die Position
des ausgerückten Zustands des Tastelements 20 einstellbar ist. Die Rückhaltevorrichtung
62 ist hier beispielhaft als hakenähnliches Element gezeichnet, dessen Länge mittels
der Justageeinrichtung 70 verstellbar ist.
[0058] Hierdurch ist die Position des Tastelements 20 im ausgerückten Zustand, insbesondere
der Überstand des Tastelements 20 gegenüber einer die Tastvorrichtung 1 direkt umgebenden
Fläche 110 des Fahrzeugs einstellbar.
[0059] Figur
2a-b zeigen eine erfindungsgemäße Tastvorrichtung 1 aufbauend auf Fig. 1, wobei Tastvorrichtung
1 eine zweite Feder 62.1 als Teil der Rückhalteeinrichtung 62 aufweist und zudem ein
optionales Dichtelement 90 gezeigt ist. In Fig. 2a ist der ausgerückte Zustand des
Tastelements 20 gezeigt, in Fig. 2b der eingerückte Zustand. Die zweite Feder 62.1
beaufschlagt das Tastelement 20 mit einer zweiten Kraft in Richtung des gedrückten
Zustands. Die Justageeinrichtung 70 weist eine Schraube 71 auf, die von der zweiten
Feder 62.1 beaufschlagt wird, wobei mittels der Schraube 71 eine Vorspannung der zweiten
Feder 62.1 einstellbar ist, womit sich eine geänderte Position des Tastelements im
ausgerückten Zustand aufgrund des sich geänderten Federgleichgewichts ergibt. Aufgrund
des Federgleichgewichts ist somit mittels der Justageeinrichtung 70 der Betrag der
ersten Kraft und der Betrag der zweiten Kraft einstellbar und somit ist die Position
des ausgerückten Zustands des Tastelements 20 einstellbar. Das Tastelement 20 weist
eine Öffnung 23 zur Bedienung der Justageeinrichtung 70 auf. Das optionale Dichtelement
90 umgibt das Tastelement 20 und liegt an diesem an. Es weist einen Wulst 91 auf,
der im eingebauten Zustand der Tastvorrichtung 1 an der Unterseite der direkt umgebenden
Oberfläche 110 des Fahrzeugs anliegt. In Fig. 2a liegt der Wulst 91 großflächig auf
der Unterseite an, in Fig. 2b, dem eingedrückten Zustand des Tastelements 20, liegt
der Wulst 91 weniger großflächig an.
[0060] Hierdurch ist eine durch ein Kräftegleichgewicht definierte Ruheposition des Tastelements
gegeben, die zudem mittels der Justageeinrichtung, hier mittels einer Schraube, einstellbar
ist. Ferner ist eine Dichtung gegeben, in jedem Zustand gedrückt oder ausgerückt eine
Dichtwirkung erzielt. Insbesondere bei der Verwendung eines Dichtelements ist die
Justageeinrichtung von Vorteil, da hiermit einerseits die Dichtwirkung eingestellt
werden kann, andererseits kann der Einfluss, welchen das elastische Dichtelement auf
das Federgleichgewicht hat und somit das Tastelement in eine unerwünschte Ruheposition
bringt, kompensiert werden.
[0061] Fig. 3a-c zeigen eine erfindungsgemäße Tastvorrichtung 1 aufbauend auf Fig. 1 und teilweise
Fig. 2a und b, wobei die erste Feder 61 eine Schnappfeder ist. In dieser Variante
wird die Schraube 71 von der ersten Feder 61 beaufschlagt. Fig. 3a zeigt das Tastelement
20 in Ruheposition, Fig. 3b das Tastelement 20 in der gedrückten Position, wobei hier
die Schnappfeder umgeschnappt ist. Fig. 3c zeigt die Ruheposition des Tastelements
20 nachdem die Schraube 71 weiter in das Tastelement 20 hineingedreht worden ist (gestrichelter
Rotationspfeil). Das Tastelement 20 ist durch das Drehen der Schraube 71 weiter nach
oben gewandert. Durch die Schnappfeder wird eine taktile und/oder haptische Rückmeldung
ermöglicht. Außerdem weist eine Schnappfeder üblicherweise eine hohe Federkonstante
bis zum Umschnapppunkt auf, so dass der Druckweg bis zum Umschnapppunkt auch nach
einem Verstellen mittels der Justageeinrichtung annähernd gleich bleibt. Hier ist
eine beispielhafte optionale Lagerung des Tastelements gezeigt, um das Tastelement
auf einer translatorischen Bahn zu halten - es sind auch andere Lagerungsmöglichkeiten
(wie z.B. ein Kopplungsgetriebe) anwendbar.
[0062] Fig. 4a-d zeigen eine Realisierung der Erfindung aufbauend auf den vorigen Figuren mit einer
Vielzahl vorteilhafter weiterer Merkmale. Fig. 4a und b zeigen zwei Längsschnitte
an verschiedenen Z-Positionen. Fig. 4c zeigt eine perspektivische Aufsicht, wobei
das Tastelement 20 zum Zwecke der Darstellung entfernt ist, Fig. 4d eine perspektivische
Querschnittdarstellung. Die Tastvorrichtung 1 ist ein Türöffner und die Funktionssteuereinrichtung
10 ein elektrischer Schalter.
[0063] Die Tastvorrichtung 1 weist ein Koppelgetriebe auf, wobei das Tastelement 20 gegenüber
der Funktionssteuereinrichtung 10 mittels des Koppelgetriebes geführt ist. Die Tastvorrichtung
1 weist ein erstes Drehgelenk 31 mit einer Drehgelenkachse auf und sie weist einen
ersten Schwenkarm 51 auf. Die Tastvorrichtung 1 weist zudem ein zweites Drehgelenk
32 mit einer Drehgelenkachse auf, wobei die Drehgelenkachsen des ersten und zweiten
Drehgelenks 31, 32 voneinander beabstandet sind und das Tastelement 20 und die Funktionssteuereinrichtung
10 über das erste Drehgelenk 31, den ersten Schwenkarm 51 und das zweite Drehgelenk
32 miteinander verbunden sind. Das erste und das zweite Drehgelenk 31, 32 sind über
den ersten Schwenkarm 51 hintereinander geschaltet. Hier ist zudem eine Halterung
2 als Teil der Tastvorrichtung 1 gezeigt, welche das erste Drehgelenk 31 und die Funktionssteuereinrichtung
10 verbindet, wobei auch eine direkte Verbindung zwischen Funktionssteuereinrichtung
1 und Tastelement 20 ohne Halterung 2 vorliegen kann. Die Tastvorrichtung 1 weist
einen zweiten Schwenkarm 52 auf sowie ein drittes Drehgelenk 33 und ein viertes Drehgelenk
34 mit je einer Drehgelenkachse, wobei die Drehgelenkachsen des dritten und vierten
Drehgelenks 33, 34 parallel zu den vorhandenen Drehgelenkachsen angeordnet sind, wobei
das Tastelement 20 und die Funktionssteuereinrichtung 10 weiterhin über das dritte
Drehgelenk 33 und das vierte Drehgelenk 34 miteinander verbunden sind und das dritte
Drehgelenk 33 und das vierte Drehgelenk 34 über den zweiten Schwenkarm 52 hintereinander
geschaltet sind. Hierbei bildet das Tastelement 20 eine, einem Viergelenk entsprechende
Kopplung zwischen dem ersten und dritten Drehgelenk 31, 33, so dass diese in etwa
synchron drehen. Der erste Schwenkarm 51 und der zweite Schwenkarm 52 sind eingerichtet,
in Folge einer Bewegung des Tastelements 20 in einer gleichen Rotationsrichtung verschwenkt
zu werden. Drückt ein Benutzer mit einer Kraft 100 weit außen auf das Tastelement
20, wie gezeigt, wird auch das andere Ende des Tastelements 20 über die Drehgelenkanordnung
nach unten gezogen, da die Bewegungsfreiheit des Tastelements 20 auf der anderen Seite
durch das Drehgelenk 34, das Drehgelenk 33 und den Schwenkarm 52 eingeschränkt ist.
[0064] Weiterhin weist die Tastvorrichtung 1 bevorzugt einen Kopplungsarm 53 sowie ein fünftes
Drehgelenk 35 und ein sechstes Drehgelenk 36 mit je einer Drehachse auf, wobei die
Drehachsen des fünften und sechsten Drehgelenks 35, 36 parallel zu den vorhandenen
Drehgelenkachsen angeordnet sind und wobei der erste Schwenkarm 51 über das fünfte
Drehgelenk 35 mit dem Kopplungsarm 53 verbunden ist und der zweite Schwenkarm 52 über
das sechste Drehgelenk 36 mit dem Kopplungsarm 53 verbunden ist. Hierdurch wird die
Synchronisation zwischen den Drehgelenken 31, 33 noch verbessert, was insbesondere
im Winkelbereich, der für die translatorische Bewegung des Tastelements 20 interessant
ist (beide Schwenkarme 51, 52 in etwa parallel und auf einer Achse) sehr wirkungsvoll
ist. Drückt ein Benutzer mit einer Kraft 100 weit außen auf das Tastelement 20, wie
gezeigt, wird auch das andere Ende des Tastelements 20 über die Drehgelenkanordnung
nach unten gezogen. Über das Drehgelenk 32 und den Schwenkarm 51 wird der Schwenkarm
51 um das Drehgelenk 31 verschwenkt. Dabei wird mit dem Schwenkarm 51 auch das Drehgelenk
35 verschwenkt, so dass der Kopplungsarm 53 eine Druckkraft auf das Drehgelenk 36
ausübt. Diese Druckkraft verschwenkt den Schwenkarm 52 um das Drehgelenk 33 und bewirkt
ein Ziehen am Tastelement 20 über das Drehgelenk 34.
[0065] Die Tastfläche weist eine lange Seite 21 und eine kurze Seite 22 auf und die vorhandenen
Drehgelenkachsen sind gegenüber der kurzen Seite 22 senkrecht angeordnet.
[0066] Die zweite Feder 62.1 ist eine sich quer und im Wesentlichen senkrecht, zur Bewegungsrichtung
des Tastelements 20 erstreckende Drahtbügelfeder. Die Tastvorrichtung 1 weist mindestens
zwei verstellbare Anschläge 80, 80' auf, welche eine Position eines maximal gedrückten
Zustand des Tastelements 20 definieren. Die Anschläge 80, 80' sind Schrauben 81, 81',
die zumindest teilweise unter- oder innerhalb des Tastelements 20 angeordnet sind.
Das Tastelement 20 weist eine aufsetzbare Blende 25 auf und das Dichtelement 90 liegt
in einem Spalt zwischen der Blende 25 und einer Oberfläche des Tastelements 20 an
dem Tastelement 20 und der Blende 25 an. Das Dichtelement 90 weist einen Bereich hoher
Shore-Härte 92 zur Anlage an dem Tastelement 20 und der Blende 25 und einen Bereich
niedriger Shore-Härte 93 zur Ausbildung des Wulstes 90 auf. Der Wulst 90 ist in einer
entspannten Lage gezeigt, als ob die Oberfläche 110 nicht vorhanden wäre. Das Tastelement
20 weist an einer Seite eine Nut 26 auf, in welche eine Innenkante des Dichtelements
90 eingelegt ist. Die Tastvorrichtung 1 weist eine Halterung 2 auf, welche das erste
Drehgelenk 31 und die Funktionssteuereinrichtung 10 verbindet, sowie einen schalenartigen
Träger 3, in welchen die Tastvorrichtung 1 vormontiert ist. Das Tastelement 20 wird
somit über die Halterung 2 und den Träger 3 gehalten, wobei der Träger 3 relativ zu
der Unterseite der Oberfläche 110 des Fahrzeugs fixiert ist. Das Ende des Wulstes
91, das dem Tastelement 200 abgewandt ist, ist zumindest bereichsweise an dem Träger
3 fixiert, wodurch das Dichtelement 90 weiterhin auch den Innenraum des Trägers 3
gegenüber dem Fahrzeugraum unterhalb der Oberfläche 110 abdichtet.
[0067] Mit dieser Erfindung wird eine einfache Einstellbarkeit eines Tastelements gegenüber
einer dieses umgebenden Oberfläche bereitgestellt, wodurch Herstellungs- oder Montagetoleranzen
ausgeglichen werden können. In einer besonderen Ausführungsform mit zwei Federn, wobei
die Feder, welche das Tastelement in die Ruheposition drückt, eine hohe Federkonstante
aufweist im Vergleich zu der Feder, die das Tastelement in Richtung des gedrückten
Zustands beaufschlagt, ist der Weg des Tastelements von der Ruheposition bis zum gedrückten
Zustand annähernd gleichbleibend, auch wenn ein Justage der Ruheposition durchgeführt
wird. Die Erfindung beinhaltet bevorzugt eine mechanische Kopplung des Tastelements
mittels einer Justierschraube und zwei Federn, die sich gegeneinander vorgespannt
in einem Federgleichgewicht befinden. Die eine Feder hält das Tastelement in der Ruheposition,
so dass Tastelement nicht wegfallen kann (und sich außerdem in einer definierten Position
befindet), die andere Feder drückt das Tastelement aus dem gedrückten Zustand in die
Ruheposition zurück. Ein optionale Schnappfeder erlaubt ein angenehmes Schaltgefühl
durch haptisches und/oder akustisches Feedback.
Bezugszeichenliste
1 |
Tastvorrichtung, z.B. elektrischer Türöffner |
52 |
zweiter Schwenkarm |
|
53 |
Kopplungsarm |
2 |
Halterung |
61 |
erste Feder |
3 |
Träger |
62 |
Rückhalteeinrichtung |
10 |
Funktionssteuereinrichtung, z.B. Schalter |
62.1 |
zweite Feder |
|
70 |
Justageeinrichtung |
20 |
Tastelement |
71 |
Schraube |
21 |
lange Seite des Tastelements |
80 |
Anschlag |
22 |
kurze Seite des Tastelements |
81 |
Schraube |
23 |
Öffnung für Schraube 71 |
90 |
Dichtelement |
25 |
Blende |
91 |
Wulst |
26 |
Nut |
92 |
Bereich hoher Shore-Härte |
31 |
erstes Drehgelenk |
93 |
Bereich niedriger Shore-Härte |
32 |
zweites Drehgelenk |
|
|
33 |
drittes Drehgelenk |
100 |
Druckkraft |
34 |
viertes Drehgelenk |
110 |
die die Tastvorrichtung direkt |
35 |
fünftes Drehgelenk |
|
umgebende Oberfläche des |
36 |
sechstes Drehgelenk |
|
Fahrzeugs |
51 |
erster Schwenkarm |
|
|
1. Tastvorrichtung (1) zum Betätigen einer Funktionalität in einem Kraftfahrzeug, wobei
die Tastvorrichtung (1) aufweist:
- eine mechanische und/oder elektrische Funktionssteuereinrichtung (10), die einen
ersten Steuerzustand und einen zweiten Steuerzustand aufweist;
- ein Tastelement (20) mit einer manuell betätigbaren Tastfläche, wobei das Tastelement
(20) mittels einer Druckkraft (100) von einem ausgerückten Zustand in einen gedrückten
Zustand drückbar ist,
wobei die Funktionssteuereinrichtung (10) den ersten Steuerzustand aufweist, wenn
sich das Tastelement (20) im ausgerückten Zustand befindet und die Funktionssteuereinrichtung
(10) den zweiten Steuerzustand aufweist, wenn sich das Tastelement (20) im gedrückten
Zustand befindet,
- eine erste Feder (61), welche das Tastelement (20) mit einer ersten Kraft in Richtung
des ausgerückten Zustands beaufschlagt,
- eine Rückhalteeinrichtung (62), welche die Position des ausgerückten Zustands des
Tastelements (20) definiert,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tastvorrichtung (1) eine Justageeinrichtung (70) aufweist, mittels welcher die
Position des ausgerückten Zustands des Tastelements (20) einstellbar ist.
2. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, wobei die Tastvorrichtung 1 ein Türöffner und/oder
die Funktionssteuereinrichtung 10 ein elektrischer Schalter ist.
3. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die erste Feder (61) eine Schnappfeder
ist.
4. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Tastvorrichtung
(1) eine zweite Feder (62.1) als Teil der Rückhalteeinrichtung (62) aufweist, welche
das Tastelement (20) mit einer zweiten Kraft in Richtung des gedrückten Zustands beaufschlagt.
5. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 4, wobei die zweite Feder (62.1) eine sich quer
zur Bewegungsrichtung des Tastelements (20) erstreckende Drahtbügelfeder ist.
6. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 4 oder 5, wobei mittels der Justageeinrichtung
(70) der Betrag der ersten Kraft und/oder der Betrag der zweiten Kraft einstellbar
ist und somit die Position des ausgerückten Zustands des Tastelements (20) einstellbar
ist.
7. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 6, wobei die Justageeinrichtung (70) eine Schraube
(71) aufweist, die von einer der Federn (61, 62.1) beaufschlagt wird, wobei mittels
der Schraube (71) eine Vorspannung dieser Feder (61, 62.1) einstellbar ist.
8. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Tastelement
(20) eine Öffnung (23) zur Bedienung der Justageeinrichtung (70) aufweist.
9. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Tastvorrichtung
(1) mindestens einen verstellbaren Anschlag (80) aufweist, welcher eine Position eines
maximal gedrückten Zustand des Tastelements (20) definiert.
10. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 9, wobei der Anschlag (80) eine Schraube (81) ist,
die zumindest teilweise unter- oder innerhalb des Tastelements (20) angeordnet ist,
wobei das Tastelement (20) eine Öffnung zur Verdrehung der Schraube (81) aufweist.
11. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Tastvorrichtung
(1) ein Koppelgetriebe aufweist, das aus einem oder mehreren Drehgelenken (31, 32,
33, 34, 35, 36) besteht, welche mit einem oder mehreren Schwenkarmen (51, 52) zusammenwirken,
wobei das Tastelement (20) gegenüber der Funktionssteuereinrichtung (10) mittels des
Koppelgetriebes geführt ist.
12. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Tastvorrichtung
(1) ein Dichtelement (90) aufweist, welches das Tastelement (20) zumindest bereichsweise
umgibt und an diesem anliegt und welches einen Wulst (91) aufweist, der im eingebauten
Zustand der Tastvorrichtung (1) an der Unterseite der direkt umgebenden Oberfläche
(110) des Fahrzeugs anliegt.
13. Tastvorrichtung (1) gemäß Anspruch 12, wobei das Tastelement (20) eine aufsetzbare
Blende (25) aufweist und das Dichtelement (90) in einem Spalt zwischen der Blende
(25) und einer Oberfläche des Tastelements (20) an dem Tastelement (20) und/oder der
Blende (25) anliegt.
14. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 12 bis 13, wobei das Dichtelement (90)
einen Bereich hoher Shore-Härte (92) zur Anlage an dem Tastelement (20) und/oder der
Blende (25) und einen Bereich niedriger Shore-Härte (93) zur Ausbildung des Wulstes
(90) aufweist.
15. Tastvorrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei das Tastelement (20)
an einer Seite eine Nut (26) aufweist, in welche eine Innenkante des Dichtelements
(90) eingelegt ist.