Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stromabgriff-Vorrichtung umfassend ein stromführendes
Bauteil und ein stromabgreifendes Bauteil, wobei zwischen dem stromführenden Bauteil
und dem stromabgreifenden Bauteil eine Trennwand angeordnet ist. Die Trennwand weist
dabei zur Durchführung des stromabgreifenden Bauteils eine Öffnung auf, wobei der
Durchmesser des stromabgreifenden Bauteils zumindest dem Durchmesser eines menschlichen
Fingers entspricht. Die vorliegende Erfindung betrifft auch einen Schutzkörper zur
Bedeckung einer Öffnung deren Durchmesser zumindest dem Durchmesser eines Fingers
entspricht.
Stand der Technik
[0002] In verschiedenen technischen Systemen, beispielsweise bei der Anordnung einer Hochvoltbatterie
in einem Kraftfahrzeug, kann es dazu kommen, dass ein spannungsführendes Bauteil,
beispielsweise ein Pol einer Hochvoltbatterie, von außerhalb eines trennenden Körpers
kontaktiert werden muss. Wenn das stromabgreifende Bauteil, beispielsweise ein Stecker-Pin,
dicker als ein Finger ist, ergibt sich dabei ein Sicherheitsproblem. Bei einer derartigen
Vorrichtung muss die Öffnung der Trennwand zur Durchführung des stromabgreifenden
Bauteils ebenfalls zumindest so groß wie der Durchmesser eines Fingers sein, also
insbesondere größer als 10 mm oder 12 mm, wenn durch die Vorrichtung ein Finger eines
Kindes berücksichtigt werden soll größer als 5 mm oder größer als 7,5 mm. Dadurch
ist es möglich, dass unbeabsichtigt, zum Beispiel durch Montage- oder Bedienpersonal,
ein Finger durch die Öffnung gesteckt werden kann und durch eine Berührung mit dem
stromführenden Bauteil gesundheitliche Schäden der betreffenden Person verursacht
werden können. Dieses Sicherheitsproblem soll erfindungsgemäß gelöst werden.
Zusammenfassung der Erfindung
[0003] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Stromabgriff-Vorrichtung der genannten Art
in dieser Hinsicht zu verbessern und insbesondere einen Berührungsschutz anzugeben,
der eine Berührung des stromführenden Bauteils durch einen Finger verhindert, sowie
einen dazu eingerichteten Schutzkörper.
[0004] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Stromabgriff-Vorrichtung umfassend ein
stromführendes Bauteil und ein stromabgreifendes Bauteil, wobei zwischen dem stromführenden
Bauteil und dem stromabgreifenden Bauteil eine Trennwand angeordnet ist, wobei die
Trennwand zur Durchführung des stromabgreifenden Bauteils eine Öffnung aufweist, wobei
der Durchmesser des stromabgreifenden Bauteils zumindest dem Durchmesser eines Fingers
entspricht, insbesondere zumindest 5 mm, wobei im Bereich der Öffnung flexible und/oder
gefederte Schutzelemente angeordnet sind, sodass ein Freiraum zwischen den Schutzelementen
so klein ist, dass ein Finger und das stromabgreifende Bauteil lediglich bei Aufbringen
eines Kraftaufwandes zum Wegdrücken der Schutzelemente durch den Freiraum gesteckt
werden kann.
[0005] Erfindungsgemäß ist ein stromabgreifendes Bauteil, insbesondere ein Stecker, dicker
als ein Finger, und daher auch eine Öffnung in einer Trennwand, beispielsweise einem
Gehäuse, durch die das stromabgreifende Bauteil gesteckt werden muss größer als ein
Finger. Damit ein Finger nicht unbeabsichtigt durch diese Öffnung gesteckt werden
kann, sind im Bereich der Öffnung flexible Schutzelemente angeordnet, die die Öffnung
hinreichend verkleinern, sodass ein Finger durch die Schutzelemente gestoppt wird
und nur bei Aufbringung einer wesentlichen Kraft weiter durch die Öffnung gesteckt
werden könnte. Das stromabgreifende Bauteil kann jedoch durch Aufbringen einer entsprechend
hohen Kraft und somit Wegdrücken der Schutzelemente durch die Öffnung gesteckt werden
und das stromführende Bauteil kontaktieren.
[0006] Das stromführende Bauteil kann insbesondere ein Hochspannung führendes Bauteil sein.
[0007] Das stromführende Bauteil kann eine Batterie sein, die Trennwand ein Gehäuse und
das stromabgreifende Bauteil kann ein Pin bzw. ein Stecker sein.
[0008] Die Öffnung und das stromabgreifende Bauteil weisen einen Durchmesser von mindestens
5mm, bevorzugt mindestens 10mm, besonders bevorzugt mindestens 12mm auf, da andernfalls
ein Finger bereits von der Trennwand abgehalten wird und keine Schutzelemente erforderlich
sind.
[0009] Der Abstand zwischen Trennwand und stromführendem Bauteil ist bevorzugt größer als
die Länge der Schutzelemente, so dass die Schutzelemente auch wenn sie in Richtung
zum stromführenden Bauteil geschwenkt werden den Zugang des stromabgreifenden Bauteils
zum stromführenden Bauteil nicht verhindern.
[0010] Bevorzugt sind im Bereich der Öffnung mehrere Schutzelemente umfänglich verteilt
angeordnet, insbesondere gleichmäßig am Umfang verteilt. Die Schutzelemente verlaufen
vorzugsweise radial nach innen und/oder auf diejenige Seite der Trennwand hin, auf
welcher das stromführende Bauteil angeordnet ist. Die Schutzelemente sind dabei bevorzugt
an einem Ende das der Trennwand zugewandt ist schwenkbar gelagert, befestigt oder
mit der Trennwand oder einem weiteren Zwischenelement einstückig verbunden.
[0011] Vorzugsweise sind die Schutzelemente auf einem isolierenden Schutzkörper ausgebildet,
der zur Bedeckung der Öffnung eingerichtet ist, wobei die Schutzelemente insbesondere
einstückig auf diesem Schutzkörper ausgebildet sind.
[0012] Auf einem erfindungsgemäßer Schutzkörper zur Bedeckung einer Öffnung deren Durchmesser
zumindest dem Durchmesser eines Fingers entspricht sind daher flexible und/oder gefederte
Schutzelemente ausgebildet, sodass ein Freiraum zwischen den Schutzelementen im Bereich
der Öffnung so klein ist, dass ein Finger lediglich bei Aufbringen eines Kraftaufwandes
zum Wegdrücken der Schutzelemente durch den Freiraum gesteckt werden kann.
[0013] Der Schutzkörper kann eine ebene, insbesondere kreisförmige, Fläche aufweisen.
[0014] Der Schutzkörper kann einen durch die Öffnung steckbaren Hohlzylinder aufweisen und
die Schutzelemente können im Bereich des Innenumfangs des Hohlzylinders ausgebildet
sein.
[0015] Am Außenumfang des Hohlzylinders des Schutzkörpers sind bevorzugt Fixierhilfen, insbesondere
Nasen oder Federelemente angeordnet.
[0016] Der Schutzkörper besteht bevorzugt aus Kunststoff.
[0017] Bevorzugt weist der Schutzkörper eine Durchschlagsfestigkeit von mindestens 2KV auf
und/oder eine Kriechstromfestigkeit mit einem CTI Wert von mindestens 350.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0018] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben.
- Fig. 1
- ist eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Stromabgriff Vorrichtung.
- Fig. 2
- ist eine dreidimensionale Ansicht eines erfindungsgemäßen Schutzkörpers.
- Fig. 3
- ist eine seitliche Ansicht eines erfindungsgemäßen Schutzkörpers gemäß Fig. 2.
- Fig. 4
- ist eine Ansicht von vorne (von der Seite der ebenen Fläche) eines erfindungsgemäßen
Schutzkörpers gemäß Fig. 2.
- Fig. 5
- ist eine Schnittansicht gemäß Schnitt B-B der Fig. 4.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0019] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Stromabgriff-Vorrichtung dargestellt, umfassend
ein stromführendes Bauteil 1 und ein stromabgreifendes Bauteil 2, insbesondere ein
Pin, wobei zwischen dem stromführenden Bauteil 1 und dem stromabgreifenden Bauteil
2 eine Trennwand 3, beispielsweise die Wand eines Gehäuses, angeordnet ist. Die Trennwand
3 weist zur Durchführung des stromabgreifenden Bauteils 2 eine Öffnung 4 auf. Der
Durchmesser des stromabgreifenden Bauteils 2 entspricht zumindest dem Durchmesser
eines menschlichen Fingers, insbesondere ca. 12 mm - 20 mm. Im Bereich der Öffnung
4 sind flexible und gefederte Schutzelemente 5 angeordnet, sodass ein Freiraum 13
zwischen den Schutzelementen 5 begrenzt wird, sodass das stromabgreifende Bauteil
2 lediglich bei Aufbringen eines Kraftaufwandes zum Wegdrücken der Schutzelemente
5 durch den Freiraum 13 gesteckt werden kann. Die Schutzelemente 5 sind auf einem
isolierenden Schutzkörper 6 aus Kunststoff einstückig ausgebildet, der in den Fig.
2 bis 5 näher dargestellt ist.
[0020] Auf dem Schutzkörper 6 sind mehrere elastische Schutzelemente 5 gleichmäßig am Umfang
verteilt angeordnet. Die Schutzelemente 5 verlaufen radial nach innen und auf diejenige
Seite der Trennwand hin, auf welcher das stromführende Bauteil angeordnet ist. Die
Schutzelemente 5 lassen dabei einen zentralen Freiraum 13 (siehe Fig. 5) kleiner als
ein Normfinger, also kleiner als 7,5 mm offen.
[0021] Der Schutzkörper 6 weist eine ebene, insbesondere kreisförmige, Fläche 7 auf, sowie
einen durch die Öffnung 4 steckbaren Hohlzylinder 8, auf dessen Innenumfang die Schutzelemente
5 ausgebildet sind. Der Durchmesser 12 des Hohlzylinders 8 des Schutzkörpers 6 kann
an einen Durchmesser einer Öffnung 4 einer Trennwand 3 angepasst sein. Die Tiefe 10
des Schutzkörpers, insbesondere des Hohlzylinders 8, kann an die Tiefe der Trennwand
3 angepasst sein. Über die Dicke 11 der als Federn ausgebildeten Schutzelemente 5
kann der Widerstand gegen ein Wegdrücken der Schutzelemente 5 durch Durchstecken eines
Fingers bzw. stromabgreifenden Bauteils eingestellt werden.
[0022] Am Außenumfang des Hohlzylinders 8 des Schutzkörpers 6 sind Fixierhilfen 9 als Nasen
zum besseren Halt in einer Öffnung angeordnet.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- stromführendes Bauteil
- 2
- stromabgreifendes Bauteil
- 3
- Trennwand
- 4
- Öffnung
- 5
- Schutzelemente
- 6
- Schutzkörper
- 7
- ebene Fläche
- 8
- Hohlzylinder
- 9
- Fixierhilfe
- 10
- Tiefe Schutzkörper
- 11
- Dicke Schutzelement
- 12
- Durchmesser Hohlzylinder
- 13
- Freiraum
1. Stromabgriff-Vorrichtung umfassend ein stromführendes Bauteil (1) und ein stromabgreifendes
Bauteil (2), wobei zwischen dem stromführenden Bauteil (1) und dem stromabgreifenden
Bauteil (2) eine Trennwand (3) angeordnet ist, wobei die Trennwand (3) zur Durchführung
des stromabgreifenden Bauteils (2) eine Öffnung (4) aufweist, wobei der Durchmesser
des stromabgreifenden Bauteils (2) zumindest dem Durchmesser eines Fingers entspricht,
dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Öffnung (4) flexible und/oder gefederte Schutzelemente (5) angeordnet
sind, sodass ein Freiraum (13) zwischen den Schutzelementen (5) im Bereich der Öffnung
(4) so klein ist, dass ein Finger und das stromabgreifende Bauteil (2) lediglich bei
Aufbringen eines Kraftaufwandes zum Wegdrücken der Schutzelemente (5) durch den Freiraum
(13) gesteckt werden kann.
2. Stromabgriff-Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das stromführende Bauteil (1) ein Hochspannung führendes Bauteil ist.
3. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das stromführende Bauteil (1) eine Batterie ist und/oder die Trennwand (3) ein Gehäuse
ist und/oder das stromabgreifende Bauteil (2) ein Stecker ist.
4. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (4) und das stromabgreifende Bauteil (2) einen Durchmesser von mindestens
5mm, bevorzugt mindestens 10mm, besonders bevorzugt mindestens 12mm aufweisen.
5. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen Trennwand (3) und stromführendem Bauteil (1) größer ist als
die Länge der Schutzelemente (5).
6. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Öffnung (4) mehrere Schutzelemente (5) umfänglich verteilt angeordnet
sind, insbesondere gleichmäßig am Umfang verteilt.
7. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzelemente (5) radial nach innen und/oder auf diejenige Seite der Trennwand
hin verlaufen, auf welcher das stromführende Bauteil angeordnet ist.
8. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzelemente (5) auf einem isolierenden Schutzkörper (6) ausgebildet sind,
der zur Bedeckung der Öffnung (4) eingerichtet ist, wobei die Schutzelemente (5) insbesondere
einstückig auf dem Schutzkörper (6) ausgebildet sind.
9. Stromabgriff-Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzkörper (6) eine ebene, insbesondere kreisförmige, Fläche (7) aufweist.
10. Stromabgriff-Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzkörper (6) einen durch die Öffnung (4) steckbaren Hohlzylinder (8) aufweist
und die Schutzelemente (5) im Bereich des Innenumfangs des Hohlzylinders (8) ausgebildet
sind.
11. Stromabgriff-Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass am Außenumfang des Hohlzylinders (8) des Schutzkörpers (6) Fixierhilfen (9), insbesondere
Nasen oder Federelemente angeordnet sind.
12. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzkörper (6) aus Kunststoff besteht.
13. Stromabgriff-Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzkörper (6) eine Durchschlagsfestigkeit von mindestens 2KV aufweist und/oder
einen CTI Wert von mindestens 350.
14. Schutzkörper zur Bedeckung einer Öffnung (4) deren Durchmesser zumindest dem Durchmesser
eines Fingers entspricht, wobei auf dem Schutzkörper flexible und/oder gefederte Schutzelemente
(5) ausgebildet sind, sodass ein Freiraum (13) zwischen den Schutzelementen (5) im
Bereich der Öffnung (4) so klein ist, dass ein Finger lediglich bei Aufbringen eines
Kraftaufwandes zum Wegdrücken der Schutzelemente (5) durch den Freiraum (13) gesteckt
werden kann.
15. Schutzkörper nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzkörper (6) eine ebene, insbesondere kreisförmige, Fläche (7) aufweist und
bevorzugt einen Hohlzylinder (8) aufweist, wobei die Schutzelemente (5) im Bereich
des Innenumfangs des Hohlzylinders (8) ausgebildet sind.