[0001] Die Erfindung betrifft einen Falzaufbau einer Rollendruckmaschine, welcher aus einer
ersten und einer zweiten Trichterebene besteht, wobei jede der beiden Trichterebenen
jeweils mindestens einen Falztrichter umfasst und die zweite Trichterebene über der
ersten Trichterebene angeordnet ist.
[0002] Bei Rollendruckmaschinen kommen Falzaufbauten zum Einsatz, bei denen eine oder mehrere
Bahnen, welche vor dem Falzaufbau in einer sogenannten Wendeeinheit zueinander in
die für eine bestimmte Produktion erforderliche Ausrichtung gebracht werden. Gegebenenfalls
wird eine oder mehrere Bahnen auch an einer oder mehreren Positionen über die Bahnbreite
in Transportrichtung der Bahn aufgeschnitten. Durch einen Schnitt in Längsrichtung
wird somit eine Bedruckstoffbahn, welche nachfolgend nur noch als Bahn bezeichnet
wird, in eine Mehrzahl von Teilbahnen aufgeteilt. Eine oder mehrere übereinander liegende
Bahnen werden im Falzaufbau über einen Falztrichter geführt, mit welchem die eine
oder mehrere übereinander liegende Bahnen mittig oder außermittig mit einem in Transportrichtung
der Bahn verlaufenden Längsfalz versehen wird bzw. werden. Wird eine Bahn in nebeneinander
liegende Teilbahnen im Bereich der Trichterkanten aufgeschnitten, so werden diese
nebeneinander liegenden Teilbahnen in der Regel über die gleiche Anzahl nebeneinander
liegender Falztrichter geführt. Diese nebeneinander liegenden Falztrichter besitzen
entweder eine feste Breite oder sind quer zur Transportrichtung der Bahn verstellbar.
Die in einer Ebene nebeneinander angeordneten Falztrichter bilden eine Trichterebene,
wobei diese auch aus einem einzelnen Falztrichter bestehen kann.
[0003] Sollen aus einer Bahn für verschiedene Produktionen unterschiedlich breite Teilbahnen
herausgeschnitten werden, müssen entweder die Falztrichter quer zueinander verfahren
werden können, so dass die durch die Trichterspitzen verlaufenden Trichtermitten in
etwa auf der Mittellinie der Teilbahnen liegen, oder es werden mehrere Trichterebenen
aus einem Falztrichter oder mehreren nebeneinander angeordneten Falztrichtern eingesetzt,
wobei die Falztrichter der verschiedenen Trichterebenen unterschiedliche Trichterbreiten
aufweisen. Die Falztrichter einer Trichterebene können auch quer der Trichterneigung
gemeinsam oder zueinander verstellt werden, so dass die Lage der längsgefalzten Stränge
variiert werden kann.
[0004] So beschreibt beispielsweise die
DE 10 2008 054 953 A1 einen Falzaufbau mit mehreren in einer Trichterebene liegenden Falztrichtern, bei
denen mindestens ein Falztrichter zur Anpassung an eine variable Bahn- bzw. Teilbahnbreite
quer zur Bahnlaufrichtung verschoben werden kann.
[0005] Die
DE 10 2008 044 091 A1 lehrt eine Trichterebene, bei welcher die Trichter entlang der Trichterneigung zueinander
versetzt werden können.
[0006] In der
DE 42 04 254 A1 wird ein Falzaufbau offenbart, bei welchem Teilbahnen übereinander angeordneten Falztrichtern
zugeführt werden, wobei die Falztrichter in einer Ebene auch quer zueinander verschoben
werden können.
[0007] Die
EP 17 81 562 B1 offenbart einen Falzaufbau mit mehreren übereinander angeordneten Trichterebenen,
wobei die Falztrichter der verschiedenen Trichterebenen unterschiedliche Breiten aufweisen,
um unterschiedliche Bahnbreiten verarbeiten zu können.
[0008] Aus der
DE 10 2004 05 890 B4 ist ein Falzaufbau zu entnehmen, bei welchem unterschiedlich breite Trichter in mehreren
Ebenen übereinander angeordnet sind, so dass damit unterschiedlich breite Bahnen bzw.
Teilbahnen über die Falztrichter gefahren werden können.
[0009] Die
WO 97/17200 A2 offenbart den Falzaufbau einer Rollendruckmaschine mit bewegbaren Längsfalztrichtern,
wobei die in horizontaler Richtung nebeneinander angeordneten Längsfalztrichter in
vertikaler Richtung zueinander versetzt angeordnet sind und wobei jeder Trichter eine
separate Leitwalze und separate Trichterfalzwalzen aufweist.
[0010] Aus dem Stand der Technik sind somit nur Falzaufbauten bekannt, bei denen eine Mehrzahl
von Trichterebenen übereinander angeordnet ist, so dass damit unterschiedlich breite
Bahnen bzw. Teilbahnen gefalzt werden können.
[0011] Alle aus dem Stand der Technik bekannten Falzaufbauten weisen jedoch gemeinsam das
Merkmal auf, dass jeder Trichterebene eine gesonderte Trichterwalze vorgelagert ist,
über welche die einlaufende Bahn bzw. Teilbahn geführt und umgelenkt wird. Hierbei
ist es unbedeutend, ob diese Trichterwalze motorisch angetrieben oder durch die Reibung
mit der Bahn mitgeschleppt wird.
[0012] Eine derartige Konfiguration hat allerdings den Nachteil, dass für eine zusätzliche
Trichterebene somit ein hoher zusätzlicher Bauraum insbesondere in vertikaler Richtung
erforderlich ist, da bei derartigen Trichterebenen, welche jeweils eine gesonderte
Trichterwalze aufweisen, ein relativ großer Platzbedarf zur Sicherstellung der Zugänglichkeit
und Bedienbarkeit, den Antriebs- bzw. Verstellkomponenten oder aber zur Sicherstellung
der Maschinensicherheit erforderlich ist, auch wenn bei vielen Anwendungen jeweils
nur eine der mehreren übereinander angeordneten Trichterebenen in Betrieb ist.
[0013] Soll ein Falzaufbau mit reduziertem Platzbedarf beispielsweise aufgrund der gegebenen
Gebäudehöhe realisiert werden, der dennoch eine Mehrzahl von Trichterebenen beispielsweise
mit unterschiedlich breiten oder unterschiedlich geneigten bzw. geformten Trichtern
für unterschiedliche Bedruckstoffarten aufweist, so ist dies mit den bekannten Falzaufbauten
nicht möglich.
[0014] Auch im Falle von Nachrüstungen von einem oder mehreren Falztrichtern mit beispielsweise
unterschiedlicher Breite im Vergleich zu den bestehenden Falztrichtern zur Erhöhung
der Bahnbreitenvariabilität oder unterschiedlicher Trichtergeometrie und/oder -neigung
ist eine Lösung gemäß dem Stand der Technik entweder extrem aufwendig und somit kostenintensiv,
oder dies ist aufgrund der gegebenen Platzverhältnisse und hierbei insbesondere aufgrund
von Höhenbeschränkungen des Gebäudes nicht möglich.
[0015] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, mit welcher
der erforderliche Bauraum sowie der maschinenbauliche Aufwand für eine zusätzliche
Trichterebene, welche aus einem oder mehreren nebeneinander angeordneten Falztrichtern
besteht, erheblich verringert werden kann.
[0016] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Der erfindungsgemäße
Falzaufbau einer Rollendruckmaschine besteht aus aus einer ersten Trichterebene und
einer zweiten Trichterebene, wobei die erste Trichterebene und die zweite Trichterebene
jeweils mindestens einen Falztrichter umfasst, und wobei die zweite Trichterebene
oberhalb der ersten Falztrichterebene angeordnet ist, und wobei eine einlaufende Bahn
oder Teilbahn entweder auf mindestens einen Falztrichter der ersten Trichterebene
und/oder der zweiten Trichterebene führbar ist, wobei die Bahn oder Teilbahn dem mindestens
einen Falztrichter der ersten Trichterebene und dem mindestens einen Falztrichter
der zweiten Trichterebene mittels nur einer Trichterwalze zuführbar ist, wobei die
zweite Trichterebene senkrecht zum Trichterblech eines Falztrichters der ersten Trichterebene
beabstandet ist.
[0017] Die Erfindung weist den Vorteil auf, dass für den erfindungsgemäßen Falzaufbau ein
deutlich geringerer Bauraum, insbesondere eine deutlich geringere Bauhöhe erforderlich
ist. Ferner ist damit auch ein geringerer Materialeinsatz erforderlich, weil nicht
nur die Trichterwalze samt deren Antrieb entfällt, sondern auch die erforderlichen
Seitenwandanteile, Galerieebenen und sonstige Peripheriekomponenten entfallen.
[0018] In einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die zweite Trichterebene eine andere Trichterneigung
als die erste Trichterebene auf. Die Neigung der zweiten Trichterebene ist hierbei
in der Regel flacher als die Neigung der ersten Trichterebene. Somit kann der mindestens
eine Falztrichter der zweiten Falztrichterebene an der Einlaufseite des Trichters
tangential zur Trichterwalze angestellt werden, so dass dennoch ein ausreichend großer
vertikaler Abstand der Trichternase des mindestens einen Falztrichters der ersten
Trichterebene zu der Trichternase des mindestens einen Falztrichters der zweiten Trichterebene
besteht. Diese Variante weist ferner den Vorteil auf, dass die zweite Trichterebene
um einen Drehpunkt im Bereich der Trichterwalze nach oben abgeschwenkt werden kann,
so dass für Einzieh-, Rüst- oder Wartungsvorgänge der unter der zweiten Trichterebene
angeordnete erste Trichterebene frei zugänglich ist.
[0019] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung besitzt die erste Trichterebene dieselbe
Anzahl von Falztrichtern, wie die zweite Trichterebene. Dies hat den Vorteil, dass
eine beispielsweise vier-Seiten-breite Maschine eine erste Bahnbreite, beispielsweise
die maximal mögliche Bahnbreite über die erste Trichterebene produziert, sofern die
Trichter der ersten Trichterebene die hierfür erforderliche Breite aufweisen, wovon
jedoch aufgrund der Auslegung der Anlage auf eine entsprechend große Bahnbreite als
wahrscheinlich anzunehmen ist. Wenn die Falztrichter der zweiten Trichterebene eine
geringere Breite als die Falztrichter der zweiten Trichterebene aufweisen, kann die
Druckmaschine ebenfalls mit einer vier-Seiten-breiten Bahn bzw. Produktion betrieben
werden, wenngleich dadurch die Bahnbreite und somit auch die Breite der Druckseiten
verringert werden kann. Dies ist zwar mit den aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen auch möglich, allerdings ist hierfür ein wesentlich höherer Falzaufbau erforderlich,
was beispielsweise auch Nachrüstungen erheblich erschwert.
[0020] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung weicht die Anzahl der Falztrichter
in der ersten Trichterebene von der Anzahl der Falztrichter der zweiten Trichterebene
ab. So kann entweder die Anzahl der Falztrichter der ersten Trichterebene größer oder
kleiner als die Anzahl der Falztrichter der zweiten Trichterebene sein, abhängig davon,
wie die unterschiedlichen Produktionen gestaltet sein sollen. So kann beispielsweise
die erste Trichterebene zwei nebeneinander angeordnete Falztrichter enthalten, die
zweite Trichterebene kann jedoch nur aus einem Falztrichter bestehen. Somit können
bei einer vier-Seiten-breiten Maschine in der ersten Variante zwei zwei-Seiten-breite
Teilbahnen über zwei Falztrichter der ersten Trichterebene produziert werden. Mit
der gleichen oder einer reduzierten Bahnbreite kann dann über den beispielsweise breiteren
Falztrichter der zweiten Trichterebene produziert werden, beispielsweise wenn mit
der zweiten Produktionsvariante eine sogenannte Commercial-Produktion produziert wird,
bei welcher üblicherweise eine vier-Seiten-breite Bahn über nur einen Falztrichter
produziert wird.
[0021] Es ist jedoch auch möglich, beispielsweise in einer ersten Produktion eine vier-Seiten-breite
Bahn in zwei zwei-Seiten-breite Teilbahnen aufzuteilen, und diese über die zwei Falztrichter
der ersten Trichterebene zu führen, wohingegen in einer zweiten Produktion die Bahn
beispielsweise in drei zwei-Seiten-breite Teilbahnen aufgeteilt wird, wobei hierbei
die erste Seitenbreite größer als die zweite Seitenbreite ist. Diese drei Teilbahnen
können dann über drei Falztrichter der zweiten Trichterebene produziert werden, wobei
die Breite der Falztrichter der zweiten Trichterebene kleiner als die Breite der Falztrichter
der ersten Trichterebene ist.
[0022] Bevorzugte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand
der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- einen Falzaufbau mit zwei Trichterebenen mit unterschiedlich breiten Trichtern je
Trichterebene gemäß dem Stand der Technik
- Fig. 2:
- einen Falzaufbau mit zwei Trichterebenen mit unterschiedlich breiten Trichtern je
Trichterebene
- Fig. 3:
- detaillierte Seitenansicht eines Falzaufbaus
- Fig. 4:
- einen Falzaufbau mit abgeschwenkter zweiter Trichterebene
- Fig. 5:
- einen Falzaufbau mit zwei Trichterebenen und Ableitzunge
- Fig. 6:
- einen Falzaufbau mit zwei Trichterebenen, Leitblech und Ableitzunge
- Fig. 7:
- einen Falzaufbau mit jeweils einer Mehrzahl von Trichterwalzen zugeordneten Mehrzahl
von Trichterebenen
[0023] Die Erfindung ist nachstehend anhand einer Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
[0024] Fig. 1 zeigt einen Falzaufbau 1 mit zwei übereinander angeordneten Trichterebenen
3 gemäß dem Stand der Technik. Hierbei ist über einer ersten Trichterebene 3-1, welche
aus drei nebeneinander angeordneten Falztrichtern 4 einer ersten Falztrichterbreite
b1 eine zweite Trichterebene 3-2 mit zwei nebeneinander angeordneten Falztrichtern
4 der Falztrichterbreite b2 angeordnet. Sowohl die erste Falztrichterebene 3-1 als
auch die zweite Falztrichterebene 3-2 verfügt über jeweils eine Trichterwalze 5, mit
welcher die nicht dargestellte einlaufende Bahn 10 bzw. die einlaufenden Teilbahnen
10 umgelenkt und auf das Trichterblech geleitet wird. Nicht dargestellt sind die Antriebsmotoren
der jeweiligen Trichterwalzen 5 sowie die Seitenwände, in welchen sowohl die Falztrichter
4 samt Antrieben befestigt sind. Ferner ist jedem Falztrichter 4 ein Paar Falzwalzen
8 zugeordnet,.
[0025] Im gezeigten Beispiel weicht die Trichterbreite b1 von der Trichterbreite b2 ab,
so dass im gezeigten Beispiel bei Produktion einer 6-Seiten-breiten Bahn 10 oder mehrerer
entsprechender Bahnen 10 gleichzeitig drei gefalzte Stränge 11 der Breite 0,5 x b1
produziert werden können.
[0026] Bei Verwendung einer oder mehrerer 4-Seiten-breiter Bahnen mit der Seitenbreite b2/2
können über die obere zweite Trichterebene 3-2 gleichzeitig zwei Stränge der Strangbreite
0,5 x b2 produziert werden. Eine derartige Bahnbreitenvariabilität erhöht die Produktionsvielfalt
einer Maschine und somit auch die Flexibilität. Die Stränge, welche mit den Falztrichtern
4 der zweiten Trichterebene 3-2 produziert werden, werden im Bedarfsfall über nicht
dargestellte zusätzliche Umlenkwalzen um die Falztrichter 4 der ersten Trichterebene
3-1 geführt.
[0027] Wie aus Fig. 1 jedoch ersichtlich ist, benötigt eine zusätzliche zweite Trichterebene
3-2 einen erheblichen Platzbedarf insbesondere in vertikaler Richtung. Ferner bedarf
diese Lösung zusätzliche Seitenwandanteile, mindestens einen Antriebsmotor für die
Trichterwalze 5, desweiteren ist aufgrund der Baugröße derartiger Falztrichter 4 beispielsweise
eine zusätzliche Galerieebene, gegebenenfalls eine zusätzliche Einziehvorrichtung
zur oberen Trichterwalze 5 etc. erforderlich, was einen erheblichen Materialeinsatz
bedeutet und sich in hohen Investitionskosten äußert.
[0028] Um diesen zusätzlichen erheblichen Platzbedarf zu vermeiden, verfügt die in Fig.
2 dargestellte erfindungsgemäße Lösung zwar ebenfalls über eine erste Trichterebene
3-1 und eine zweite Trichterebene 3-2, so dass die Produktionsmöglichkeiten mit der
unter Fig. 1 beschriebenen Variante identisch sind. Allerdings wird bei der erfindungsgemäßen
Konfiguration die Anordnung der zweiten Trichterebene 3-2 in vertikaler Richtung oberhalb
der ersten Trichterebene 3-1 im Gegensatz zum Stand der Technik in der Form erreicht,
als dass die Bahn 10 bzw. die Teilbahnen 10 über nur noch eine Trichterwalze 5 auf
entweder die erste Trichterebene 3-1 oder die zweite Trichterebene 3-2 geführt wird.
Wie der Vergleich der Figuren 1 und 2 zeigt, ist dies bei der erfindungsgemäßen Ausführung
mit einer erheblichen Platzeinsparung verbunden. Die in Fig. 2 dargestellte Ausführung
der Anordnung der zweiten Trichterebene 3-2 oberhalb der ersten Trichterebene 3-1,
jedoch mit einem geringeren Neigungswinkel, ist nur ein Beispiel für die grundsätzliche
Konfiguration der beiden Trichterebenen 3. In den nachfolgenden Beispielen werden
noch verschiedene Ausgestaltungsformen beschrieben. Bei der Art der Anordnung der
zweiten Trichterebene 3-2 gemäß Fig. 2 kann jedoch beispielsweise die zweite Trichterebene
3-2 nach oben abgeschwenkt werden, wie die unterbrochene Linie zeigt, so dass die
Zugänglichkeit zu den Trichtern 4 der ersten Trichterebene beispielsweise für Wartungs-
oder Reinigungszwecke in keinster Weise eingeschränkt ist. In Fig. 2 sind aus Gründen
der Anschaulichkeit nicht die gegebenenfalls zusätzlichen Umlenkwalzen unterhalb der
Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 dargestellt, um im Bedarfsfall die Falztrichter
4 der ersten Trichterebene 3-1 mit dem bzw. den Strängen zu umgehen.
[0029] Die Anordnung, die Anzahl oder die Größenverhältnisse der Falztrichter 4 der ersten
Trichterebene 3-1 und der zweiten Trichterebene 3-2 sind sowohl in Fig. 2 als auch
in den anderen Figuren rein beispielhafter Natur, aufgrund der Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten
von Falzaufbauten 1 ist eine Ausführung aller Varianten wenig sinnvoll.
[0030] Dennoch sei an dieser Stelle angemerkt, dass der erfindungsgemäße Falzaufbau 1 für
unterschiedlichste Ausführungen umsetzbar ist. So kann, wie in Fig. 2 dargestellt,
der mindestens eine Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 eine andere Trichterbreite
und/oder eine andere Trichterneigung als der mindestens eine Falztrichter 4 der ersten
Trichterebene 3-1 aufweisen. Es können naturgemäß auch Falztrichter 4 in der ersten
Trichterebene 3-1 und in der zweiten Trichterebene 3-2 mit gleicher Trichterbreite
zum Einsatz kommen, was aber von den geforderten Produktionsvarianten abhängt.
[0031] Ferner kann abweichend von der in Fig. 2 gezeigten Konfiguration die Anzahl der Falztrichter
4 der ersten Trichterebene 3-1 gleich der Anzahl der Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene
3-2 sein. Diese Variante macht insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, dann Sinn,
wenn die Breite der Falztrichter 4 der ersten Ebene 3-1 und der zweiten Trichterebene
3-2 voneinander abweichen, um beispielsweise unterschiedlich breite Bahnen 10 oder
Druckprodukte herstellen zu können.
[0032] Diese Variante hat den Vorteil, dass eine beispielsweise vier-Seiten-breite Maschine
eine erste Bahnbreite, beispielsweise die maximal mögliche Bahnbreite über die erste
Trichterebene 3-1 produziert, sofern die Trichter 4 der ersten Trichterebene 3-1 die
hierfür erforderliche Breite aufweisen, wovon jedoch aufgrund der Auslegung der Anlage
auf eine entsprechend große Bahnbreite auszugehen ist. Wenn die Falztrichter 4 der
zweiten Trichterebene 3-2 eine geringere Breite als die Falztrichter 4 der ersten
Trichterebene 3-1 aufweisen, kann die Druckmaschine ebenfalls mit einer vier-Seiten-breiten
Bahn 10 bzw. Produktion betrieben werden, wenngleich dadurch die Bahnbreite und somit
auch die Breite der Druckseiten verringert werden kann.
[0033] Ferner kann diese Ausführung dahingehend von Nutzen sein, wenn die Falztrichter 4
der ersten Trichterebene 3-1 und der zweiten Trichterebene 3-2 unterschiedliche Trichterneigungen
aufweisen, was das Verdrucken bzw. Falzen unterschiedlicher Papierqualitäten ermöglicht
bzw. erleichtert. Denn die Trichterneigung oder aber auch die Ausgestaltung der Trichtergeometrie,
insbesondere auch die Gestaltung der Trichternase hat erheblichen Einfluss darauf,
wie sich verschiedene Papierqualitäten falzen lassen.
[0034] Es ist aber auch die grundsätzliche Variante möglich, dass die Anzahl der Falztrichter
4 der ersten Trichterebene 3-1 von der Anzahl der Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene
3-2 abweicht. So kann entweder die Anzahl der Falztrichter 4 der ersten Trichterebene
3-1 größer oder kleiner als die Anzahl der Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene
3-2 sein, abhängig davon, wie die unterschiedlichen Produktionen gestaltet sein sollen.
[0035] So kann beispielsweise wie in Fig. 2 dargestellt die erste Trichterebene 3-1 drei
nebeneinander angeordnete Falztrichter 4 enthalten, die zweite Trichterebene 3-2 kann
jedoch nur aus zwei Falztrichtern 4 bestehen. Somit können bei einer sechs-Seiten-breiten
Maschine in der ersten Variante drei zwei-Seiten-breite Teilbahnen 10 über die drei
Falztrichter 4 der ersten Trichterebene 3-1 produziert werden. Mit der gleichen -
diese Variante ist jedoch in Fig. 2 nicht dargestellt - oder wie in Fig. 2 dargestellt
mit einer reduzierten Bahnbreite können dann über die beispielswei se breiteren zwei
Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 zwei zwei-Seitenbreite Teilstränge 10
produziert werden, so dass unterhalb des Falzaufbaus 1 zwei längsgefalzte Stränge
mit größerer Strangbreite verfügbar sind.
[0036] Es ist jedoch abweichend zu Fig. 2 beispielsweise auch möglich, in einer ersten Produktion
eine vier-Seiten-breite Bahn 10 in zwei zwei-Seiten-breite Teilbahnen 10 aufzuteilen,
und diese über die zwei Falztrichter 4 der ersten Trichterebene 3-1 zu führen, wohingegen
in einer zweiten Produktion die Bahn 10 beispielsweise in drei zwei-Seiten-breite
Teilbahnen 10 aufgeteilt wird, wobei hierbei die erste Seitenbreite größer als die
zweite Seitenbreite ist. Diese drei Teilbahnen 10 können dann über drei Falztrichter
4 der zweiten Trichterebene 3-2 produziert werden, wobei die Breite der Falztrichter
4 der zweiten Trichterebene 3-2 kleiner als die Breite der Falztrichter 4 der ersten
Trichterebene 3-1 ist.
[0037] In Fig. 2 nicht dargestellt, jedoch eine vorteilhafte Ausgestaltung ist, dass die
Falztrichter 4 sowohl der ersten Trichterebene 3-1 als auch der zweiten Trichterebene
3-2 quer zur Transportrichtung der Bahn 10 verschoben werden können, um die Variabilität
der Bahnbreite bzw. Teilbahnbreite noch weiter zu erhöhen bzw. die Abstufungen noch
feiner untergliedern zu können.
[0038] Wie aus der Fig. 2 ebenfalls abgeleitet werden kann, ist auch ein Mischbetrieb zwischen
den beiden Trichterebenen 3 möglich, d. h. eine oder mehrere Teilbahnen können über
einen oder mehrere Falztrichter 4 der ersten Trichterebene 3-1 produziert werden;
eine oder mehrere Teilbahnen 10, welche aus einem anderen Bereich der Bahn 10 herausgeschnitten
werden, können gleichzeitig über einen oder mehrere Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene
3-2 produziert werden. Dies ist insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, dann möglich,
wenn die Falztrichter 4 der ersten und zweiten Trichterebene 3 an einem selben Punkt
quer zur Bahnlaufrichtung enden. Doch auch bei einem Versatz der Falztrichter 4 der
beiden Trichterebenen 3 quer zur Bahnlaufrichtung kann dieser Versatz mit einer sogenannten
Spreizeinrichtung, wie diese aus dem Stand der Technik bekannt ist, überbrückt werden.
[0039] Den Falztrichtern 4 sind zumeist Längsschneideinrichtungen12 vorgelagert, mit welchen
die auf die Falztrichter 4 zulaufende Bahn 10 in Transportrichtung dieser aufgeschnitten
und somit in Teilbahnen 10 aufgeteilt wird. Dies ist erforderlich, da eine auf einem
Falztrichter 4 auflaufende Bahn bzw. Teilbahn 10 nicht breiter als der Falztrichter
4 auf seiner Einlaufseite sein darf. Werden mehrere Falztrichter 4 nebeneinander angeordnet,
so ist die Bahn 10 an den Stellen längszuschneiden, an welchen die Trichter 4 aneinander
stoßen. Im Falle des Einsatzes unterschiedlich breiter Falztrichter 4 in den beiden
Trichterebenen 3 kann es erforderlich sein, dass die Bahnen 10 für die verschiedenen
Produktionen über die erste Trichterebene 3-1 als auch über die zweite Trichterebene
3-2 an unterschiedlichen Positionen in Teilbahnen 10 aufgetrennt werden müssen. Dasselbe
gilt für den Fall, wenn mindestens ein Falztrichter 4 aus mindestens einer der beiden
Trichterebenen 3 quer zur Transportrichtung der Bahn 10 verschoben werden kann bzw.
verschoben wird.
[0040] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung ist, dass die den Falztrichtern vorgeschaltete
Längsschneideinrichtungen 12 abhängig von der Breite der Bahn bzw. Teilbahn 10 und/oder
abhängig von der Position des mindestens einen Falztrichters 4 der ersten Trichterebene
3-1 oder der zweiten Trichterebene 3-2 einstellbar ist.
[0041] Da jedoch bei derartigen relativ ortsfesten Falztrichterpositionen sowohl der ersten
Trichterebene 3-1 als auch der zweiten Trichterebene 3-2 auch mehrere Längsschneideinrichtungen
12 an verschiedenen Positionen zum Einsatz kommen können, kann in Abhängigkeit der
aktivierten Trichterebene 3 die entsprechende mindestens eine Längsschneideinrichtung
12 aktiviert werden. Bezogen auf das Beispiel der Fig. 2 bedeutet dies, dass bei Führung
der Bahn bzw. Teilbahnen 10 über die erste Trichterebene 3-1 selbständig die beiden
äußeren gezeichneten Längsschneideinrichtungen 12 aktiviert werden, um in diesem Fall
die Bahn 10 in drei Teilbahnen aufzutrennen. Wird in diesem Beispiel jedoch die Bahn
10 über die zweite Trichterebene 3-2 geführt, so wird selbständig die mittlere Längsschneideinrichtung
12 aktiviert, um die einlaufende Bahn 10 in zwei Teilbahnen 10 aufzuteilen.
[0042] Wie das oben angeführte Beispiel zeigt, beinhaltet eine vorteilhafte Ausgestaltung
somit auch, dass der Falzaufbau 1 im Bedarfsfall, d. h. wenn mindestens eine Trichterebene
3 mindestens zwei nebeneinander angeordnete Falztrichter 4 aufweist, dann die mindestens
eine Längsschneideinrichtung 12 selbständig aktiviert oder an der richtigen Stelle
positioniert in Abhängigkeit davon, welche Trichterebene 3 aktiviert ist.
[0043] Anhand von Fig. 3 wird die Ausgestaltung der beiden Trichterebenen 3 des Falzaufbaus
1 näher erläutert. Der Trichterwalze 5 in Bahnlaufrichtung gesehen nachgelagert ist
eine erste Trichterebene 3-1 mit mindestens einem Falztrichter 4. In der in Fig. 3
gezeigten Ausführung weist dieser eine andere Trichterneigung als der mindestens eine
Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 auf. Der Neigungswinkel der ersten Trichterebene
3-1 kann beispielsweise 70° aufweisen, wohingegen der Neigungswinkel der zweiten Trichterebene
3-2 beispielsweise 60° aufweist. In einer ersten Produktionsvariante kann die Bahn
10 oder die Teilbahnen 10 über den mindestens einen Falztrichter 4 der ersten Trichterebene
3-1 geführt werden, in einer zweiten Produktionsvariante kann die Bahn 10 oder die
Teilbahnen 10 über den mindestens eine Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2
geführt werden. Beide Trichterebenen 3 weisen dieselbe Trichterwalze 4 auf. Bei der
Produktion über die erste Trichterebene 3-1 besitzt somit die Bahn 10 oder Teilbahn
10 eine geringfügig größere Umschlingung der Trichterwalze 5 als bei Produktion über
die zweite Trichterebene 3-2, was aber technisch gesehen keinerlei Nachteile mit sich
bringt. Denn auch wenn nur eine Trichterebene 3 pro Trichterwalze 5 zugeordnet ist,
so ist der Umschlingungswinkel immer auch von der Trichterneigung abhängig. Zur Justage
der Trichterneigung sind Verstellmechanismen hierfür vorgesehen, welche an dem Falztrichter
4 angreifen, welcher dann um eine Achse quer zur Transportrichtung der Bahn 10 drehbar
gelagert sein muss. Unterhalb jedem Falztrichter 4 der beiden Falztrichterebenen 3
ist ein Paar von Falzwalzen 8 angeordnet. In Fig. 3 sind die Walzen, welche abhängig
von der Konfiguration der Falztrichter 4 und somit gegebenenfalls für die Umlenkung
der auf der zweiten Trichterebene 3-2 gefalzten Stränge um die Falztrichter 4 der
ersten Falztrichterebene 3-1 erforderlich sind, nicht dargestellt, da derartige Umlenkwalzen
bereits aus dem Stand der Technik bekannt sind.
[0044] Aus Fig. 3 kann auch sehr anschaulich entnommen werden, dass sich die zweite Trichterebene
3-2 sehr leicht, d. h. mit verhältnismäßig geringem Aufwand nachrüsten lässt, da eine
zweite Falzwalze 5, der zugehörige Seitenwandanteil, Antriebe etc. nicht erforderlich
sind.
[0045] In Fig. 4 ist das Beispiel der in Fig. 3 dargestellten Variante in der Form dargestellt,
bei welcher der mindestens eine Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 abgeschwenkt
ist. Zur Erhöhung der Zugänglichkeit zur der ersten Trichterebene 3-1 beispielsweise
für Wartungs- oder Reinigungszwecke oder zum Erleichtern des Einziehens der Bahnen
10 kann die zweite Trichterebene 3-2 entweder ganz abgeschwenkt werden oder die zweite
Trichterebene 3-2 kann nur in Teilen abgeschwenkt werden, d. h. nur eine Teilmenge
der zur zweiten Trichterebene 3-2 zugehörigen Falztrichter 4 werden abgeschwenkt.
Der Drehpunkt zum Abschwenken der zweiten Trichterebene 3-2 liegt hier vorzugsweise
außerhalb des Falztrichters 4 der zweiten Trichterebene 3-2 und/oder außerhalb der
Trichterwalze 5. Somit kann die zweite Trichterebene in der Form abgeschwenkt werden,
dass im Bereich der Einlaufseite des Falztrichters 4, d. h. auf der zur Trichterwalze
5 zugewandten Seite, ein größerer Abstand zwischen den beiden Trichterebenen 3 erreicht
wird, was grundsätzlich das Einziehen einer Bahn 10 oder Teilbahn 10 über die erste
Trichterebene 3-1 erleichtert. In Fig. 4 sind die Befestigungen bzw. Aufhängungen
der zweiten Trichterebene 3-2 nicht dargestellt.
[0046] In vorteilhafter Weise kann auch eine Variante des Falzaufbaus generiert werden,
bei welcher die erste Trichterebene 3-1 zur zweiten Trichterebene 3-2 nur durch einen
Abstand senkrecht zum Trichterblech beabstandet ist und die zweite Trichterebene nicht
zwingend einen anderen Neigungswinkel als die erste Trichterebene 3-1 aufweisen muss.
Eine derartige Ausführung ist in Fig. 5 dargestellt. Hierbei ist der mindestens eine
Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 in Richtung senkrecht zum Trichterblech
der ersten Trichterebene 3-1 beabstandet, wobei zusätzlich zu dieser Beabstandung
auch ein Versatz der beiden Trichterebenen entlang der Trichterneigung oder auch quer
dazu möglich ist. Durch diese Ausführung kann die zweite Trichterebene 3-2 die gleiche
Trichterneigung wie die erste Trichterebene 3-1 aufweisen, es kann aber auch ein davon
abweichender Neigungswinkel realisiert werden.
[0047] Dies kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass zwischen der Trichterwalze
5 und dem mindestens einen Trichter 4 der ersten Trichterebene 3-1 bzw. somit auch
der zweiten Trichterebene 3-2 ein Leitblech 6 und/oder eine Ableitzunge 7angeordnet
sind. In Fig. 5 kommt zwischen der Trichterwalze 5 und den Trichterebenen 3 eine Ableitzunge
7 zum Einsatz, mit welcher wechselweise die einlaufende Bahn 10 der Teilbahn 10 entweder
mindestens einem Falztrichter 4 der ersten Trichterebene 3-1 oder mindestens einem
Falztrichter 4 der zweiten Trichterebene 3-2 zugeführt wird, in dem die Ableitzunge
7 in die entsprechende Position geschwenkt wird.
[0048] Somit kann die Bahn oder Teilbahn 10 über unterschiedlich ausgestaltete Falztrichter
4 verschiedener Trichterebenen 3 produziert werden, welche dieselbe Trichterneigung
aufweisen können. Zum Anwählen der aktivierten Trichterebene 3 muss lediglich die
Position der Ableitzunge 7 verändert werden, was entweder mittels einem nicht dargestelltem
Verstellantrieb oder mittels manueller Umstellung erfolgen kann.
[0049] Die Ableitzunge 7 ist von der Beschaffenheit her mit einem Leitblech oder mit einem
Trichterblech vergleichbar, d. h. es ist ein flächiges oder mit Durchbrüchen versehenes,
vorzugsweise poliertes Blech, welches auch zusätzlich mit einer farbabweisenden oder
verschleißhemmenden Beschichtung beschichtet werden kann. Optional kann die Ableitzunge
7 auch mit Luftaustrittsbohrungen versehen sein, welche an eine nicht dargestellte
Blasluftversorgung angeschlossen sind, so dass auf der Ableitzunge 7 optional ein
Luftpolster zwischen Ableitzunge 7 und über den Falztrichter 4 laufenden Bahn 10 bzw.
Teilbahn 10 erzeugt werden kann.
[0050] Eine wie in Fig. 5 schematisch dargestellte Ausführung ist auch für Nachrüstungen
von zusätzlichen Trichterebenen geeignet, gegebenenfalls muss die erste Trichterebene
3-1 entlang der Trichterneigung versetzt werden, um die Ableitzunge 7 positionieren
zu können.
[0051] Der Neigungswinkel der zweiten Trichterebene 3-2 kann auch vom Neigungswinkel der
ersten Trichterebene 3-1 abweichen, gegebenenfalls sind hierbei die geometrischen
Verhältnisse der Ableitzunge 7 zu beachten, um ein ununterbrochenes Aufliegen der
Bahn bzw. Teilbahn 10 sowohl auf der Ableitzunge 7 als auch auf dem Trichterblech
der Falztrichter 4 sicher zu stellen. Im Bedarfsfall kann auch noch eine zusätzliche,
in Fig. 5 nicht dargestellte Andrückrolle oder Andrückwalze angebracht werden.
[0052] Fig. 6 zeigt eine vorteilhafte Ausgestaltung der Fig. 5, wenn der Neigungswinkel
der zweiten Trichterebene 3-2 vom Neigungswinkel der ersten Trichterebene 3-1 abweicht,
wobei die in Fig. 6 dargestellte Ausführung auch möglich ist, wenn die beiden Trichterebenen
3 den gleichen Neigungswinkel aufweisen.
[0053] Bei der in Fig. 6 dargestellten Lösung kommt zusätzlich zu der Ableitzunge 7 ein
Leitblech 6 zum Einsatz, wobei das Leitblech 6 vorzugsweise starr ausgeführt ist und
an die Trichterwalze 5 angrenzt. Das Leitblech 6 ist von der Beschaffenheit her ebenfalls
mit einem Trichterblech vergleichbar, d. h. es ist ein flächiges oder mit Durchbrüchen
versehenes, vorzugsweise poliertes Blech, welches auch zusätzlich mit einer farbabweisenden
oder verschleißhemmenden Beschichtung beschichtet werden kann. Optional kann das Leitblech
6 auch mit Luftaustrittsbohrungen versehen sein, welche an eine Blasluftversorgung
angeschlossen sind, so dass auf der Ableitzunge optional ein Luftpolster zwischen
Leitblech 6 und über den Falztrichter 4 laufenden Bahn 10 bzw. Teilbahn 10 erzeugt
werden kann.
[0054] In Transportrichtung der Bahn 10 gesehen, ist dem Leitblech 6 die Ableitzunge 7 nachgeschaltet,
welche die Bahn 10 oder die Teilbahnen 10 wahlweise auf die erste Trichterebene 3-1
und/oder die zweite Trichterebene 3-2 führt. Sollte die Geometrie beispielsweise aufgrund
der Trichterneigung der zweiten Trichterebene 3-2 es erfordern, so kann im Bereich
des Leitbleches 6 zusätzlich eine angetriebene oder nicht angetriebene und somit durch
Reibung mit der Bahn bzw. Teilbahn 10 mitgeschleppte Leitwalze eingesetzt werden.
[0055] Grundsätzlich, wenngleich in Fig. 6 nicht dargestellt, kann die Reihenfolge von Leitblech
6 und Ableitzunge 7 auch geändert werden, d. h. dass in Transportrichtung der Bahn
10 gesehen nach der Trichterwalze zunächst die Ableitzunge 7 folgt, und an diese das
Leitblech 6 angesetzt ist. Allerdings ist bei dieser Variante zu beachten, dass dann
zwei Leitbleche 6 erforderlich sind, nämlich jeweils ein Leitblech 6 für die erste
Trichterebene 3-1 und die zweite Trichterebene 3-2.
[0056] Der Vollständigkeit halber wird an dieser Stelle erwähnt, dass eine vorteilhafte
Ausgestaltung des Falzaufbaus 1 auch mehrere übereinander angeordnete Trichterebenen
3 mit jeweils einer zugehörigen Trichterwalze 5 aufweisen kann, wobei jeder dieser
Trichterebenen 3 samt zugehöriger Trichterwalze 5 jeweils eine ersten Trichterebene
3-1 und eine zweite Trichterebene 3-2 zugeordnet sein kann. Somit ist eine Konfiguration
möglich, bei welcher mit zwei übereinander angeordneten Trichterwalzen vier unterschiedliche
Trichter, sei es in unterschiedlicher Breite, Ausführung oder Trichterneigung für
unterschiedliche Papierqualitäten und/oder für unterschiedliche Breitenverhältnisse
realisiert werden kann. Ein Beispiel einer derartigen Konfiguration ist in Fig. 7
dargestellt. In Fig. 7 ist die Zuordnung der beiden Trichterebenen 3 gemäß der in
Fig. 2 und 3 beschriebenen Ausführung dargestellt, die beiden Trichterebenen 3 können
auch bei dieser Konfiguration parallel zueinander angeordnet werden.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Falzaufbau
- 2
- Trichtersektion
- 3
- Trichterebene
- 3-1
- erste Trichterebene
- 3-2
- zweite Trichterebene
- 4
- Falztrichter
- 5
- Trichterwalze
- 6
- Leitblech
- 7
- Ableitzunge
- 8
- Falzwalze
- 10
- Bahn / Teilbahn
- 11
- Strang
- 12
- Längsschneideinrichtung
1. Falzaufbau einer Rollendruckmaschine bestehend aus einer ersten Trichterebene (3-1)
und einer zweiten Trichterebene (3-2), wobei die erste Trichterebene (3-1) und die
zweite Trichterebene (3-2) jeweils mindestens einen Falztrichter (4) umfasst, und
wobei die zweite Trichterebene (3-2) oberhalb der ersten Falztrichterebene (3-1) angeordnet
ist, und wobei eine einlaufende Bahn (10) oder Teilbahn (10) entweder auf mindestens
einen Falztrichter (4) der ersten Trichterebene (3-1) und/oder der zweiten Trichterebene
(3-2) führbar ist, wobei die Bahn (10) oder Teilbahn (10) dem mindestens einen Falztrichter
(4) der ersten Trichterebene (3-1) und dem mindestens einen Falztrichter (4) der zweiten
Trichterebene (3-2) mittels nur einer Trichterwalze (5) zuführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Trichterebene (3-2) senkrecht zum Trichterblech eines Falztrichters der
ersten Trichterebene beabstandet ist.
2. Falzaufbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Falztrichter (4) der zweiten Trichterebene (3-2) eine andere
Trichterbreite und/oder eine andere Trichterneigung als der mindestens eine Falztrichter
(4) der ersten Trichterebene (3-1) aufweist.
3. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Falztrichter (4) der ersten Trichterebene (3-1) gleich der Anzahl
der Falztrichter (4) der zweiten Trichterebene (3-2) ist.
4. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Falztrichter (4) der ersten Trichterebene (3-1) von der Anzahl der
Falztrichter (4) der zweiten Trichterebene (3-2) abweicht.
5. Falzaufbau nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Falztrichter (4) der ersten Trichterebene (3-1) größer als die Anzahl
der Falztrichter (4) der zweiten Trichterebene (3-2) ist.
6. Falzaufbau nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Falztrichter (4) der ersten Trichterebene (3-1) kleiner als die Anzahl
der Falztrichter (4) der zweiten Trichterebene (3-2) ist.
7. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Trichterebene (3-2) von der ersten Trichterebene (3-1) abschwenkbar ist,
so dass durch ein An- bzw. Abschwenken der jeweiligen Falztrichter (4) die Bahn oder
Teilbahn (10) entweder über die erste Trichterebene (3-1) oder über die zweite Trichterebene
(3-2) führbar ist.
8. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Trichterebene (3-2) senkrecht zum Trichterblech eines Falztrichters (4)
der ersten Trichterebene (3-1) beabstandet ist und zusätzlich eine Trichterneigung
aufweist, welcher von der ersten Trichterebene (3-1) abweicht.
9. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 7 bis8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Führung der Bahn oder Teilbahn (10) mindestens eine zusätzliche Ableitzunge (7)
zwischen Trichterwalze (5) und dem mindestens einen Falztrichter (4) der ersten Trichterebene
(3-1) oder der zweiten Trichterebene (3-2) eingesetzt ist.
10. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Falztrichter (4) der ersten Trichterebene (3-1) und/oder der zweiten
Trichterebene (3-2) quer zur Richtung der einlaufenden Bahn (10) verfahrbar ist.
11. Falzaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine den Falztrichtern (4) vorgeschaltete Längsschneideinrichtung (12) abhängig von
der Breite der Bahn bzw. Teilbahn (10) und/oder abhängig von der Position des mindestens
einen Falztrichters (4) der ersten Trichterebene (3-1) oder der zweiten Trichterebene
(3-2) einstellbar ist.
12. Falzaufbau nach Anspruch11, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsschneideinrichtung (12) selbständig in Abhängigkeit der relevanten und aktivierten
Trichterebene (3) an den relevanten Positionen im Bereich der für diese Produktion
relevanten Trichterkanten aktiviert ist, so dass im Falle der Aktivierung einer Trichterebene
(3) mit mindestens zwei nebeneinander angeordneten Falztrichtern (4) dann die mindestens
eine Längsschneideinrichtung (12) selbständig aktiviert oder an der richtigen Stelle
in Abhängigkeit von der aktivieren Trichterebene (3) positioniert ist.
13. Falzaufbau einer Rollendruckmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass der Falzaufbau (1) mehrere übereinander angeordnete Trichterebenen (3) mit jeweils
einer zugehörigen Trichterwalze (5) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 umfasst.
1. A folder superstructure of a web-fed printing press consisting of a first former plane
(3-1) and a second former plane (3-2), wherein the first former plane (3-1) and the
second former plane (3-2) each comprises at least one former (4), and wherein the
second former plane (3-2) is arranged above the first former plane (3-1), and wherein
an incoming web (10) or partial web (10) can either be guided to at least one folder
(4) of the first folder plane (3-1) and/or the second folder plane (3-2), wherein
the web (10) or partial web (10) can be fed to the at least one folder (4) of the
first folder plane (3-1) and to the at least one folder (4) of the second folder plane
(3-2) by means of only one former roller (5), characterized in that the second folder plane (3-2) is spaced apart perpendicularly to the triangular blank
of a folder of the first folder plane.
2. The folder superstructure according to claim 1, characterized in that the at least one folder (4) of the second folder plane (3-2) has a different folder
width and/or a different folder slope than the at least one folder (4) of the first
folder plane (3-1).
3. The folder superstructure according to one of claims 1 to 2, characterized in that the number of the folders (4) of the first folder plane (3-1) is identical to the
number of the folders (4) of the second folder plane (3-2).
4. The folder superstructure according to one of claims 1 to 2, characterized in that the number of the folders (4) of the first folder plane (3-1) differs from the number
of the folders (4) of the second folder plane (3-2).
5. The folder superstructure according to claim 4, characterized in that the number of the folders (4) of the first folder plane (3-1) is larger than the
number of the folders (4) of the second folder plane (3-2) .
6. The folder superstructure according to claim 4, characterized in that the number of the folders (4) of the first folder plane (3-1) is smaller than the
number of the folders (4) of the second folder plane (3-2) .
7. The folder superstructure according to one of claims 1 to 6, characterized in that the second folder plane (3-2) can be pivoted away from the first folder plane (3-1),
so that the web or partial web (10) can either be guided across the first folder plane
(3-1) or across the second folder plane (3-2) by means of a pivoting to or fro, respectively,
of the respective folders (4).
8. The folder superstructure according to one of claims 1 to 6, characterized in that the second folder plane (3-2) is spaced apart perpendicularly to the triangular blank
of a folder (4) of the first folder plane (3-1) and additionally has a folder slope,
which differs from the first folder plane (3-1) .
9. The folder superstructure according to one of claims 7 to 8, characterized in that at least one additional deflection tongue (7) is inserted between folder roller (5)
and the at least one folder (4) of the first folder plane (3-1) or the second folder
plane (3-2) for guiding the web or partial web (10).
10. The folder superstructure according to one of claims 1 to 9, characterized in that at least one folder (4) of the first folder plane (3-1) and/or of the second folder
plane (3-2) can be moved at right angles to the direction of the incoming web (10)
.
11. The folder superstructure according to one of claims 1 to 10, characterized in that a longitudinal cutting device (12), which is connected upstream of the folders (4),
can be set as a function of the width of the web or partial web (10), respectively,
and/or as a function of the position of the at least one folder (4) of the first folder
plane (3-1) or of the second folder plane (3-2).
12. The folder superstructure according to claim 11, characterized in that the longitudinal cutting device (12) is activated independently as a function of
the relevant and activated folder plane (3) at the relevant positions in the region
of the folder edges, which are relevant for this production, so that, in the event
of the activation of a folder plane (3) with at least two folders (4) arranged next
to one another, the at least one longitudinal cutting device (12) is then activated
independently or is positioned at the correct location as a function of the activated
folder plane (3) .
13. A folder superstructure of a web-fed printing press, characterized in that the folder superstructure (1) comprises a plurality of folder planes (3) arranged
on top of one another, each comprising a corresponding folder roller (5) according
to one of claims 1 to 12.
1. Structure de pliage d'une machine d'impression rotative, composé d'un premier plan
de cônes (3-1) et d'un second plan de cônes (3-2), le premier plan de cônes (3-1)
et le second plan de cônes (3-2) comprenant respectivement au moins un cône plieur
(4), et le second plan de cônes (3-2) étant disposé au-dessus du premier plan de cônes
plieurs (3-1), et une bande entrante (10) ou bande partielle (10) pouvant être guidée
soit sur au moins un cône plieur (4) du premier plan de cônes (3-1) et/soit du second
plan de cônes (3-2), la bande (10) ou la bande partielle (10) pouvant être acheminée
vers l'au moins un cône plieur (4) du premier plan de cônes (3-1) et l'au moins un
cône plieur (4) du second plan de cônes (3-2) au moyen seulement d'un rouleau de cônes
(5), caractérisée en ce que le second plan de cônes (3-2) est espacé perpendiculairement à la tôle de cône d'un
cône plieur du premier plan de cônes.
2. Structure de pliage selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'au moins un cône plieur (4) du second plan de cônes (3-2) présente une largeur
de cône et/ou une inclinaison de cône différente de celle de l'au moins un cône plieur
(4) du premier plan de cônes (3-1).
3. Structure de pliage selon une des revendications 1 à 2, caractérisée en ce que le nombre de cônes plieurs (4) du premier plan de cônes (3-1) est égal au nombre
de cônes plieurs (4) du second plan de cônes (3-2).
4. Structure de pliage selon une des revendications 1 à 2, caractérisée en ce que le nombre de cônes plieurs (4) du premier plan de cônes (3-1) est différent du nombre
de cônes plieurs (4) du second plan de cônes (3-2).
5. Structure de pliage selon la revendication 4, caractérisée en ce que le nombre de cônes plieurs (4) du premier plan de cônes (3-1) est supérieur au nombre
de cônes plieurs (4) du second plan de cônes (3-2) .
6. Structure de pliage selon la revendication 4, caractérisée en ce que le nombre de cônes plieurs (4) du premier plan de cônes (3-1) est inférieur au nombre
de cônes plieurs (4) du second plan de cônes (3-2) .
7. Structure de pliage selon une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que le second plan de cônes (3-2) peut être basculé par rapport au premier plan de cônes
(3-1), de sorte que, en faisant pivoter ou basculer les cônes plieurs respectifs (4),
la bande ou la bande partielle (10) peut être guidée soit par le premier plan de cônes
(3-1), soit par le second plan de cônes (3-2).
8. Structure de pliage selon une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que le second plan de cônes (3-2) est espacé perpendiculairement à la tôle de cône d'un
cône plieur (4) du premier plan de cônes (3-1) et présente en outre une inclinaison
de cône qui est différente de celle du premier plan de cônes (3-1) .
9. Structure de pliage selon une des revendications 7 à 8, caractérisée en ce que, pour guider la bande ou la bande partielle (10), au moins une languette de dérivation
(7) est insérée entre le rouleau de cônes (5) et l'au moins un cône plieur (4) du
premier plan de cônes (3-1) ou du second plan de cônes (3-2).
10. Structure de pliage selon une des revendications 1 à 9, caractérisée en ce qu'au moins un cône plieur du premier plan de cônes (3-1) et/ou du second plan de cônes
(3-2) est déplaçable transversalement au sens de la bande entrante (10).
11. Structure de pliage selon une des revendications 1 à 10, caractérisée en ce qu'un dispositif de coupe longitudinale (12) situé en amont des cônes plieurs (4) est
réglable en fonction de la largeur de la bande ou de la bande partielle (10) et/ou
en fonction de la position de l'au moins un cône plieur (4) du premier plan de cônes
(3-1) ou du second plan de cônes (3-2).
12. Structure de pliage selon la revendication 11, caractérisée en ce que le dispositif de coupe longitudinale (12) est activé automatiquement en fonction
du plan de cônes concerné et activé (3) à la position concernée au niveau des bords
de cônes concernés par cette production, de sorte que, en cas d'activation d'un plan
de cônes (3) comportant au moins deux cônes plieurs juxtaposés (4), l'au moins un
dispositif de coupe longitudinale (12) est activé automatiquement ou est positionné
au bon endroit en fonction du plan de cônes activé (3).
13. Structure de pliage d'une machine d'impression rotative, caractérisée en ce que cette structure de pliage (1) comprend plusieurs plans de cônes superposés (3) comportant
respectivement un rouleau de cônes corrélatif (5) selon une des revendications 1 à
12.