[0001] Die Erfindung betrifft eine Bewegungsausgleichsvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Bei bekannten Bewegungsausgleichsvorrichtungen kommen Hydrospeicher, insbesondere
gasbelastete, hydraulische Kolbenspeicher zur Anwendung, die als Gasfeder zum Kraftausgleich
oder als Komponente zur Speicherung von Energie eingesetzt werden. Bei einem Kolbenspeicher
wird eine Hydraulikflüssigkeit gegen ein Gas, in der Regel Stickstoff oder Luft, in
einen Behälter gepresst. Gas und Hydraulikflüssigkeit sind beispielsweise durch einen
abdichtenden Kolben getrennt. Die Gasfeder dient zum Ausgleichen einer passiven Last,
wobei ein separater aktiver Teil der Bewegungsausgleichsvorrichtungen, der einen Hydrospeicher
zur Energiespeicherung nutzt, zum Bewegungsausgleich dient. Um das Speichervolumen
der Gasfeder zu vergrößern, kann das Gasvolumen durch eine oder mehrere nachgeschaltete
Druckbehälter vergrößert werden.
[0003] Diese bekannten hydraulischen Kolbenspeicher haben den Nachteil, dass das Gas in
dem Kolbenspeicher bei Temperaturschwankungen und Volumenänderungen relativ hohen
Druckänderungen unterliegt.
[0004] Weitere Nachteile der bekannten Kolbenspeicher sind, dass zur Aufrechterhaltung eines
Drucks und/oder zur Anpassung an eine durch eine Laständerung bedingte Druckänderung
viele Kompressoren und Druckbehälter benötigt werden, was einen erhöhten Platzbedarf
und ein erhöhtes Gewicht zur Folge hat. Außerdem ist die Anpassung an eine solche
Druckänderung, insbesondere an eine größere Druckänderung, mit einem Kolbenspeicher
relativ langsam, insbesondere bei einer erforderlichen Druckerhöhung, da Kompressoren
einen relativ schlechten Wirkungsgrad haben.
[0005] Dem gegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Bewegungsausgleichsvorrichtung
zu schaffen, die schnell an eine Laständerung anpassbar ist und bei der Druckänderungen
aufgrund von Temperaturschwankungen und Volumenänderungen vermieden werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Bewegungsausgleichsvorrichtung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung
sind in den weiteren Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Eine Bewegungsausgleichsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung enthält einen
hydraulischen Aktuator, der zur Abstützung einer Last vorgesehen ist. Weiter enthält
die erfindungsgemäße Bewegungsausgleichsvorrichtung eine Versorgungseinrichtung, die
mindestens eine Antriebseinrichtung mit mindestens einer mit dem hydraulischen Aktuator
fluidisch verbindbaren in ihrem Hubvolumen verstellbaren Hydromaschine aufweist, die
sowohl als Pumpe als auch als Hydromotor betreibbar ist und von der in einem Betrieb
als Pumpe dem hydraulischen Aktuator Druckmittel zugeführt wird und die in einem Betrieb
als Hydromotor von von dem hydraulischen Aktuator zurückfließendem Druckmittel angetrieben.
Erfindungsgemäß weist die Antriebseinrichtung ein sowohl im Pumpenbetrieb als auch
im Motorbetrieb der Hydromaschine mit der Hydromaschine koppelbares Schwungrad auf.
Bevorzugt weist die Antriebseinrichtung zwei oder mehr fluidisch, insbesondere vier
parallel zueinander angeordnete Hydromaschinen auf.
[0009] Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass die erfindungsgemäße Bewegungsausgleichsvorrichtung
schnell an eine Laständerung anpassbar ist. Die in dem Schwungrad gespeicherte Energie
ist umso höher, je höher die Drehzahl und je größer die träge Masse des Schwungrads
ist. Die gespeicherte Energie nimmt mit dem Quadrat der Drehzahl zunimmt. Große Mengen
an Energie sind sehr schnell speicherbar und wieder abgebbar.
[0010] Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung sind ein geringerer
Platzbedarf, geringeres Gewicht, geringerer Energieverbrauch aufgrund der geringen
installierten Leistung und ein geringerer gerätetechnischer Aufwand.
[0011] Vorteilhafterweise ist die mindestens eine Hydromaschine eine Hydromaschine ist,
deren Hubvolumen von einem positiven Wert über den Wert null zu einem negativen Wert
verstellbar ist, so dass die Hydromaschine unter Beibehaltung der Drehrichtung als
Pumpe und als Hydromotor betreibbar ist. Es sind dann keine Ventile notwendig, um
die Anschlüsse der Hydromaschine in ihrer Funktion als Hochdruckanschluss und Niederdruckanschluss
zu vertauschen.
[0012] Vorteilhafterweise weist die Antriebseinrichtung zusätzlich zu der mindestens einen
Hydromaschine einen insbesondere elektrischen Motor zum Antreiben des Schwungrads
auf. Mit dem Antrieb können insbesondere hydraulische und/oder mechanische Verluste
in der erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung ausgeglichen werden. Bevorzugt
ist der Antrieb ein drehzahlvariabler Elektromotor, also ein Elektromotor, dessen
Drehzahl mit Hilfe eines elektrischen Steuergeräts willkürlich einstellbar ist.
[0013] Die Versorgungseinrichtung kann mehrere fluidisch parallelgeschaltete Antriebseinrichtungen
aufweisen, so dass die zu speichernde Energie auf mehrere Antriebseinrichtungen verteilt
werden kann. Dies wirkt sich nicht nur kosteneinsparend auf die Konstruktion der einzelnen
Schwungräder aus, sondern bietet auch den Vorteil einer redundanten Auslegung.
[0014] Vorteilhafterweise können eine oder mehrere Antriebseinrichtungen ganz oder teilweise
in einen unwirksamen oder neutralen Betriebszustand gebracht werden. Je nachdem, wie
viel Leistung vom System angefordert oder abgegeben wird, ist so lediglich die jeweils
benötigte Anzahl von Antriebseinrichtungen oder Teilen von Antriebseinrichtungen wirksam
und der Wirkungsgrad ist optimiert. Eine Antriebseinrichtung kann zum Beispiel dadurch
ganz oder teilweise unwirksam gemacht werden, dass die fluidische Verbindung zwischen
allen ihren Hydromaschinen oder die fluidische Verbindung zwischen einigen der Hydromaschinen
und dem hydraulischen Aktuator abgesperrt wird. Eine andere Möglichkeit, eine Antriebseinrichtung
ganz oder teilweise unwirksam zu machen, besteht darin, dass alle Hydromaschinen oder
weniger als alle Hydromaschinen einer Antriebsvorrichtung auf ein Hubvolumen null
gestellt werden.
[0015] Vorteilhafterweise ist die Änderung der Last in Abhängigkeit eines Druckes in einem
hochdruckseitigen Arbeitsraum des hydraulischen Aktuators oder in einem damit fluidisch
verbundenen Druckraum ermittelbar. Alternativ oder zusätzlich dazu ist die Änderung
der Last in Abhängigkeit einer Längenänderung eines Tragelements, zum Beispiel eines
Seils ermittelbar. Eine Laständerung tritt beispielsweise bei einem schrittweisen
Beladen oder Entladen eines Behälters auf, der von dem Tragelement gehalten ist, beispielsweise
an einem Drahtseil hängt. Alternativ oder zusätzlich dazu tritt eine Laständerung
oder eine Bewegungsänderung beispielsweise bei einer durch Wellengang bedingte Hubbewegung
der Bewegungsausgleichsvorrichtung auf, wenn diese auf einem Schiff montiert ist.
Grund hierfür ist eine durch Massenträgheit bedingte, zusätzliche Belastung beziehungsweise
Entlastung des Tragelements. Die durch derartige Laständerungen bedingten Druckänderungen
in dem hochdruckseitigen Arbeitsraum des hydraulischen Aktuators, oder in dem damit
fluidisch verbundenen Druckraum, sind vorteilhafterweise ein Maß für den Betrag und
die Richtung der Änderung der wirksamen Länge des Tragelements, die zum Beibehalten
einer Position der Last erforderlich ist, das heißt, ob die wirksame Länge verkürzt
oder verlängert wird und um wie viel. Als eine Last im Sinne der Erfindung ist eine
Nutzlast oder eine Personenlast zu verstehen.
[0016] Vorteilhafterweise weist die Versorgungseinrichtung eine Ladepumpe zur Druckmittelversorgung
mindestens einer der Antriebseinrichtungen auf. Die Ladepumpe gewährleistet immer
ausreichenden Saugdruck und trägt somit zur schnellen Anpassung an die durch die oben
genannten Laständerungen bedingten Druckänderungen bei.
[0017] Vorteilhafterweise ist der hydraulische Aktuator linear betätigbar, beispielsweise
ein Hydrozylinder, insbesondere ein Differentialzylinder, oder er ist rotatorisch
betätigbar, beispielsweise eine drehende Hydromaschine, insbesondere als Teil einer
hydraulischen Winde.
[0018] Vorteilhaft ist eine Bewegung eines Schiffes auf dem Wasser in Bezug auf die von
dem Tragelement gehaltene, insbesondere hängende Last oder in Bezug auf ein sich auf
dem Wasser befindliches zweites Schiff über die auf mindestens einem der Schiffe montierte
Bewegungsausgleichsvorrichtung ausgleichbar. Durch den erfindungsgemäßen Bewegungsausgleich
sind Wartezeiten auf hoher See reduzierbar, die durch hohen Wellengang entstehen,
der ansonsten ein Beladen von einer oder ein Entladen auf eine Plattform oder von
einem zweiten Schiff oder auf ein zweites Schiff unsicher oder unmöglich machen würde.
[0019] Die Bewegung schließt vorteilhafterweise ein oder ist vorteilhafterweise begrenzt
auf eine Hubbewegung des Schiffes, eine Seitwärtsbewegung des Schiffes, eine Vorwärts/Rückwärts-Bewegung
des Schiffes, eine Rollbewegung des Schiffes um seine Längsachse, eine Stampfbewegung
des Schiffes um seine Querachse und/oder eine Gierbewegung des Schiffes um seine vertikale
Achse.
[0020] Die verschiedenen Bewegungen werden vorteilhafterweise über ein Hebelsystem in geeigneter
Weise auf die Bewegungsausgleichsvorrichtung übertragen, so dass eine mehrere Freiheitsgrade
aufweisende Bewegungsausgleichsvorrichtung zur Verfügung steht. Je nach den Anforderungen
an ein System kann der Bewegungsausgleich für einen Freiheitsgrad bis zu sechs Freiheitsgraden
stattfinden.
[0021] Je nach zur Verfügung stehendem Bauraum und konstruktiver Ausführung des hydraulischen
Aktuators kann dieser beliebig ausgerichtet sein. Der linear betätigbare Aktuator,
beispielsweise ein Hydraulikzylinder, insbesondere ein Differentialzylinder, ist vorteilhafterweise
horizontal oder vertikal ausgerichtet. Der hydraulische Aktuator gleicht vorteilhafterweise
die Schiffsbewegungen zusammen mit der Bewegungsausgleichsvorrichtung aus und behält
somit seine Ausrichtung bei.
[0022] Vorteilhafterweise ist die erfindungsgemäße Bewegungsausgleichsvorrichtung bei einer
Netzunterbrechung als unterbrechungsfreie Energieversorgung nutzbar, da in diesem
Fall im Schwungrad gespeicherte Energie abrufbar ist.
[0023] Die erfindungsgemäße Bewegungsausgleichsvorrichtung ist beispielsweise für Anwendungen
nutzbar die eine maximale Zyklusdauer von etwa 60 Sekunden haben und bei denen eine
Energierückgewinnung möglich ist.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung ist
in der Zeichnung dargestellt. Anhand der Figur dieser Zeichnung wird die Erfindung
nun näher erläutert.
[0025] Es zeigt
Figur 1 ein Schaltbild einer erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung.
[0026] Die in Figur 1 dargestellte Bewegungsausgleichsvorrichtung 1 enthält einen hydraulischen
Aktuator 2, der hier linear betätigbar ausgebildet ist und zwar als ein Differentialzylinder.
Alternativ dazu kann der Aktuator rotatorisch betätigbar ausgebildet sein, beispielsweise
als eine hydraulische Winde.
[0027] Zur Versorgung des hydraulischen Aktuators 2 mit einem Druckmittel ist dieser mit
seinem hochdruckseitigem Arbeitsraum 3 fluidisch mit einer Versorgungseinrichtung
4 verbunden, die zwei parallelgeschaltete Antriebseinrichtungen 6 und eine Hydropumpe
8 enthält. Die Antriebseinrichtungen 6 sind je nach Lastzustand und/oder Energiebedarf
in der erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung 1 jeweils mit einem Schaltventil
10 von dem hydraulischen Aktuator 2 fluidisch trennbar. Weiter kann jede einzelne
Antriebseinrichtung 6 je nach Lastzustand und/oder Energiebedarf in der erfindungsgemäßen
Bewegungsausgleichsvorrichtung 1 zur Erhöhung des Wirkungsgrads in einen Freilaufbetrieb
oder Neutralbetrieb geschaltet werden.
[0028] In jeder Antriebseinrichtung 6 sind vier fluidisch parallelgeschaltete Hydromaschinen
12 enthalten, die mit einem Schwungrad 14 der Antriebseinrichtung 6 koppelbar sind.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind jeweils zwei Hydromaschinen 12 auf jeder Seite
des Schwungrads 14 angeordnet und jeweils mit dem Schwungrad 14 koppelbar. Die Hydromaschinen
12 sind als Einheiten mit verstellbarem Hubvolumen ausgebildet und als Pumpe oder
als Motor betreibbar. Das Hubvolumen ist über den Wert null zwischen positiven Werten
und negativen Werten verstellbar. Durch die Möglichkeit, eine Hydromaschine 12 auf
ein Hubvolumen null zu stellen, kann eine Antriebseinrichtung 6 auch teilweise unwirksam
geschaltet werden. Dies wäre auch möglich, wenn das Schaltventil 10 nicht allen Hydromaschinen
2 einer Antriebseinrichtung 6 zugeordnet wäre, sondern mehrere Schaltventile 10 vorgesehen
wären, von denen jedes nur einer geringeren als der maximalen Zahl der Hydromaschinen
einer Antriebseinrichtung 6, zum Beispiel einer oder zwei Hydromaschinen, zugeordnet
wäre.
[0029] Zu jeder Antriebseinrichtung gehört ein Elektromotor 16, dessen Drehzahl mit Hilfe
eines elektrischen Steuergeräts einstellbar oder regelbar ist und von dem das jeweilige
Schwungrad antreibbar ist. Die Energieverluste des Systems können mit dem Elektromotor
16 ausgeglichen werden. Der Elektromotor erhöht die Drehzahl des Schwungrads, wenn
dies notwendig ist, und zu Beginn des Betriebs.
[0030] Den Hydromaschinen 12 vorgeschaltet ist die Hydropumpe 8, die Druckmittel aus einem
Tank 22 ansaugt und es an eine Niederdruckleitung abgibt, an die die Hydromaschinen
12 mit ihrem jeweiligen den Schaltventilen 10 fluidisch abgelegenen Niederdruckanschluss
angeschlossen sind. An die Niederdruckleitung ist ein Hydrospeicher 18 angeschlossen.
Die Hydropumpe gewährleistet als Ladepumpe zusammen mit dem Hydrospeicher 18 eine
ausreichende Druckmittelversorgung der Hydromaschinen 12 im Saugbereich. An die Niederdruckleitung
ist außerdem ein Druckbegrenzungsventil 20 angeschlossen, dessen Ausgang mit dem Tank
22 verbunden ist und durch das der Druck in der Niederdruckleitung auf zum Beispiel
20 bar begrenzt ist.
[0031] Nicht dargestellt ist das Tragelement, mit dem die ebenfalls nicht dargestellte Last
an der Bewegungsausgleichsvorrichtung 1 aufgenommen ist. Das Tragelement kann ein
Drahtseil sein, das derart über an beiden Enden (Ende Kolbenstange und Ende Zylindergehäuse)
des Differentialzylinders vorgesehenen Umlenkrollen um den Differentialzylinder verläuft,
dass ein Ausfahren des Differentialzylinders eine Verkürzung einer wirksamen Länge
des Drahtseils bewirkt. Die wirksame Länge des Drahtseils erstreckt sich zwischen
dem Differentialzylinder und der Last. Im Fall dass ein rotatorisch betätigbarer hydraulischer
Aktuator 2, beispielsweise eine hydraulische Winde, zum Einsatz kommt, erstreckt sich
das Drahtseil zwischen der Winde und der Last. Eine Verkürzung der wirksamen Länge
des Drahtseils erfolgt über eine Drehung der Winde in einer ersten Drehrichtung, so
dass das Drahtseil weiter auf die Winde aufgewickelt wird.
[0032] Eine Verlängerung des Drahtseils erfolgt analog zu dem oben beschriebenen in umgekehrter
Weise: Bei dem Differentialzylinder über ein Einfahren des Differentialzylinders,
bei der Winde über eine Drehung der Winde in einer zweiten Drehrichtung, so dass das
Drahtseil von der Winde abgewickelt wird. Diese Bewegungen finden dabei unter Wirkung
der Last statt.
[0033] Ist die erfindungsgemäße Bewegungsausgleichsvorrichtung 1 zum Ausgleichen von durch
Wellengang bedingten Bewegungen eines Schiffes auf dem Schiff montiert, bedingt ein
Anheben des Schiffes durch eine Welle eine Laständerung im Drahtseil, hier eine erhöhte
Belastung des Drahtseils wegen der Massenträgheitswirkung auf die Last. Dadurch erhöht
sich der in einem hochdruckseitigen Arbeitsraum 3 des hydraulischen Aktuators 2, hier
des Differentialzylinders, entstehende Druck. Damit die Last ihre vor der Hubbewegung
des Schiffes eingenommene Position behält, wird in Abhängigkeit von der durch die
Laständerung hervorgerufenen Druckänderung eine Verlängerung der wirksamen Länge des
Drahtseils dadurch herbeigeführt, dass die Hydromaschinen 12 als Motor betrieben werden
und der Differentialzylinder einfährt. Die alternativ zum Differentialzylinder eingesetzte
Winde wickelt in diesem Fall Drahtseil ab. Die Höhe der Druckänderung ist ein Maß
für den Betrag der Verlängerung der wirksamen Länge.
[0034] Im Motorbetrieb der Hydromaschinen 12 wird das angekoppelte Schwungrad 14 angetrieben
und speichert die Energie aus dem Druckmittel, das beim Einfahren des Differentialzylinders
aus dessen hochdruckseitigem Arbeitsraum 3 strömt.
[0035] Von der Niederdruckseite der Hydromaschinen 12 strömt das Druckmittel über das Druckbegrenzungsventil
20 in den Tank 22, wobei stromauf des Druckbegrenzungsventils 20 der Druck von 20
bar aufrechterhalten wird.
[0036] Nicht dargestellt ist eine Verbindung eines niederdruckseitigen Zylinderraums 24
des Differentialzylinders mit der Atmosphäre oder einem Gasreservoir, wenn man einmal
annimmt, dass der Zylinderraum 24 mit Gas oder Luft gefüllt ist. Ist Zylinderraum
24 mit Hydraulikflüssigkeit gefüllt, so ist er mit dem Tank 22 oder gegebenenfalls
einem zweiten Tank fluidisch verbunden, um Hydraulikflüssigkeit daraus nachsaugen
und dorthin abgeben zu können. Der zylinderraum 24 soll einen möglichst geringen Einfluss
auf die erfindungsgemäße Bewegungsausgleichsvorrichtung 1 haben und ist deswegen vorteilhafterweise
mit Gas, beispielsweise Luft, gefüllt.
[0037] Ein Absenken des Schiffes durch ein Wellental bedingt ebenfalls eine Laständerung
im Drahtseil, hier eine verringerte Belastung des Drahtseils wegen der Massenträgheitswirkung
auf die Last. Dadurch verringert sich der in dem hochdruckseitigen Arbeitsraum 3 des
hydraulischen Aktuators 2, hier des Differentialzylinders, entstehende Druck. Damit
die Last ihre vor der Hubbewegung des Schiffes eingenommene Position behält, wird
in Abhängigkeit von der durch die Laständerung hervorgerufenen Druckänderung eine
Verkürzung der wirksamen Länge des Drahtseils dadurch herbeigeführt, dass die Hydromaschinen
12 von dem angekoppelten Schwungrad 14 angetrieben als Pumpe betrieben werden. Alternativ
oder zusätzlich können die Hydromaschinen 12 von dem als drehzahlvariablen Elektromotor
ausgebildeten Antrieb 16 angetrieben werden. Druckmittel strömt in den hochdruckseitigen
Arbeitsraum 3, der Differentialzylinder fährt aus und verringert so die wirksame Länge.
Die alternativ zum Differentialzylinder eingesetzte Winde wickelt in diesem Fall Drahtseil
auf. Die Höhe der Druckänderung ist ein Maß für den Betrag der Verkürzung der wirksamen
Länge.
[0038] Aus dem niederdruckseitigen Arbeitsraum 24 strömt Gas in die Atmosphäre oder Hydraulikflüssigkeit
in die gegebenenfalls zweite Druckmittelsenke.
[0039] Hydraulische und/oder mechanische Verluste in der erfindungsgemäßen Bewegungsausgleichsvorrichtung
1 können vorteilhafterweise über den durch ein elektrisches Steuergerät in seiner
Drehzahl steuerbaren oder regelbaren Elektromotor 16 ausgeglichen werden. Der Elektromotor
treibt erforderlichenfalls das Schwungrad 14 und/oder die als Pumpen arbeitenden Hydromaschinen
12 an.
[0040] Alternativ oder zusätzlich zu der oben beschriebenen Druckänderung ist die Änderung
der Last in Abhängigkeit einer Längenänderung des Tragelement ermittelbar, beispielsweise
über eine Dehnungsmessung am Tragelement, hier am Drahtseil.
[0041] Offenbart ist eine Bewegungsausgleichsvorrichtung zum Beibehalten einer Position
einer Last, bei der eine Energierückgewinnung über eine Schwungmasse erfolgt. Die
erfindungsgemäße hat einen hydraulischen Aktuator, der über ein zur Aufnahme einer
Last vorgesehenes Tragelement der Bewegungsausgleichsvorrichtung mit der Last verbindbar
ist, und eine Versorgungseinrichtung, über die der hydraulische Aktuator mit einem
Druckmittel versorgbar ist. Eine wirksame Länge des Tragelements ist in Abhängigkeit
einer Änderung der Last über den hydraulischen Aktuator verkürzbar oder verlängerbar.
Die Versorgungseinrichtung weist mindestens eine Antriebseinrichtung mit mindestens
einer Hydromaschine auf, die als eine Pumpe oder als ein Motor betreibbar ist. Erfindungsgemäß
weist die Antriebseinrichtung ein mit der Hydromaschine koppelbares Schwungrad auf,
über das der hydraulische Aktuator antreibbar ist.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Bewegungsausgleichsvorrichtung
- 2
- hydraulischer Aktuator
- 3
- hochdruckseitiger Arbeitsraum des hydraulischen Aktuators
- 4
- Versorgungseinrichtung
- 6
- Antriebseinrichtung
- 8
- Ladepumpe
- 10
- Schaltventil
- 12
- Hydromaschine
- 14
- Schwungrad
- 16
- Antrieb
- 18
- Druckspeicher
- 20
- Druckbegrenzungsventil
- 22
- Tank
- 24
- Zylinderraum
1. Bewegungsausgleichsvorrichtung mit einem hydraulischen Aktuator (2), der zur Abstützung
einer Last dient, und mit einer Versorgungseinrichtung (4), die mindestens eine Antriebseinrichtung
(6) mit mindestens einer mit dem hydraulischen Aktuator (2) fluidisch verbindbaren
in ihrem Hubvolumen verstellbaren Hydromaschine (12) aufweist, die sowohl als Pumpe
als auch als Hydromotor betreibbar ist und von der in einem Betrieb als Pumpe dem
hydraulischen Aktuator (2) Druckmittel zugeführt wird und die in einem Betrieb als
Hydromotor von von dem hydraulischen Aktuator (2) zurückfließendem Druckmittel angetrieben
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (6) ein sowohl im Pumpenbetrieb als auch im Motorbetrieb
der Hydromaschine (12) mit der Hydromaschine (12) koppelbares Schwungrad (14) aufweist.
2. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die mindestens eine Hydromaschine
(12) eine Hydromaschine ist, deren Hubvolumen von einem positiven Wert über den Wert
null zu einem negativen Wert verstellbar ist, so dass die Hydromaschine unter Beibehaltung
der Drehrichtung als Pumpe und als Hydromotor betreibbar ist.
3. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 , wobei die Antriebseinrichtung
(6) zusätzlich zu der mindestens einen Hydromaschine (12) einen Motor (16) zum Antreiben
des Schwungrads (14) aufweist.
4. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei die Versorgungseinrichtung
(4) mehrere parallelgeschaltete Antriebseinrichtungen (6) aufweist.
5. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei eine oder mehrere
Antriebseinrichtungen (6) ganz oder teilweise in einen neutralen Betriebszustand versetzbar
sind.
6. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Änderung der Last in Abhängigkeit eines Druckes in einem hochdruckseitigen Arbeitsraum
(3) des hydraulischen Aktuators (2) oder in einem damit fluidisch verbundenen Druckraum
ermittelbar ist.
7. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Versorgungseinrichtung (4) eine Ladepumpe (8) zur Druckmittelversorgung mindestens
einer der Antriebseinrichtungen (6) aufweist.
8. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der
hydraulische Aktuator (2) linear betätigbar oder rotatorisch betätigbar ist.
9. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine
Bewegung eines Schiffes auf dem Wasser in Bezug auf die von dem Tragelement gehaltene
Last oder in Bezug auf ein sich auf dem Wasser befindliches zweites Schiff über die
auf mindestens einem der Schiffe montierte Bewegungsausgleichsvorrichtung ausgleichbar
ist.
10. Bewegungsausgleichsvorrichtung nach Anspruch 8, wobei die Bewegung einschließt oder
begrenzt ist auf eine Hubbewegung des Schiffes, eine Seitwärtsbewegung des Schiffes,
eine Vorwärts/Rückwärts-Bewegung des Schiffes, eine Rollbewegung des Schiffes um seine
Längsachse, eine Stampfbewegung des Schiffes um seine Querachse und/oder eine Gierbewegung
des Schiffes um seine vertikale Achse.