[0001] Die Erfindung betrifft nicht zuletzt eine Kosmetikeinheit nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1, bei der ein spezieller Abstreifer und ein spezieller Applikator zusammenwirken,
um ein bisher so noch nicht realisiertes Schminkergebnis zu verwirklichen.
[0002] Typischerweise sind Kosmetikeinheiten und insbesondere die Mascaraeinheiten, um die
es hier geht, so ausgestaltet, dass ein Applikator über einen Stiel an einer Handhabe
befestigt ist. Die Handhabe bildet zugleich den Verschluss des Kosmetikvorratsbehälters,
in dem das Kosmetikum bevorratet gehalten wird. In den Hals des Kosmetikvorratsbehälters
ist ein Abstreifer eingesetzt, der den Besatz des Applikators abstreift und dadurch
die Masse des in dem Besatz des Applikators verbleibenden und damit zur Applikation
zur Verfügung stehenden Kosmetikums begrenzt.
[0003] Es besteht seit langem der Wunsch, den Applikator so abzustreifen, dass der Besatz
bereichsweise stärker und bereichsweise weniger stark abgestreift ist. Auf diese Art
und Weise kann die Benutzerin oder der Benutzer (im Folgenden ist der Einfachheit
halber nur von Benutzerin die Rede) selbst entscheiden, ob mehr oder weniger von der
Kosmetikmasse aufgetragen werden soll, und diesen Entschluss dann dadurch in die Tat
umsetzen, dass der Applikator etwas gedreht wird und dann diejenige Stelle seines
Besatzes, die mehr oder weniger von der Kosmetikmasse trägt, mit der zu behandelnden
Partie in Kontakt gebracht wird.
[0004] Zu diesem Zweck wird seit langem mit Applikatoren gearbeitet, deren Besatz lokale
Unterschiede aufweist, etwa längere und kürzere Borsten.
[0005] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Kosmetikeinheit zu schaffen, die seitens des
Applikators eine noch höhere Variabilität bietet, d. h. Besatzbereiche gewährleistet,
die auch nach dem Durchgang durch den Abstreifer unterschiedlicher beladen sind, als
das bisher der Fall ist.
[0006] Diese Aufgabe wird mit einer Kosmetikeinheit gelöst, wie sie per Hauptanspruch definiert
wird.
[0007] Bei der Kosmetikeinheit handelt es sich vorzugsweise um eine Mascaraeinheit zum Auftragen
von Mascara.
[0008] Die erfindungsgemäße Kosmetikeinheit weist einen Kosmetikvorratsbehälter, einen Abstreifer
und einen Applikator auf. Letzterer besteht seinerseits aus einem die Applikatorlängsachse
vorgebenden Stiel sowie einer Fingereinheit mit einem Fingerträger und davon abstehenden
Fingern.
[0009] Die Finger sind vollständig oder zumindest überwiegend am rund um die Applikatorlängsachse
angeordneten Umfang des Fingerträgers befestigt, das bedeutet am Mantel des Fingerträgers.
Der erfindungsgemäße Applikator folgt also nicht etwa dem Konzept "Applikation von
vorne", bei dem - etwa im Falle eines Mascaraauftrags - der Applikator frontal vorne
an das Auge herangeführt werden muss, sondern dem bewährten herkömmlichen Applikationskonzept,
bei dem der Applikator von der Seite her an die zu behandelnde Hautpartie bzw. das
Auge herangeführt wird.
[0010] Der im Rahmen der Erfindung zum Einsatz kommende Abstreifer und der Stiel des Applikators
zeichnen sich dadurch aus, dass der Stiel und zumindest die Abstreiferlippe des Abstreifers
- ggf. aber auch zumindest das sich an die Abstreiferlippe anschließende untere Fünftel
das Abstreifers - derart aufeinander abgestimmt sind, dass zwischen ihnen Formschluss
auftritt. Dieser Formschluss ist so ausgelegt, dass der Stiel nicht relativ zu dem
Abstreifer um die Längsachse verdreht werden kann.
[0011] Vorzugsweise ist, abgesehen von toleranzbedingten Kleindrehungen von +/- 3°, keine
Relativdrehung möglich. Für eine kleine Zahl von Fällen kann es hinreichend sein,
wenn größere Relativdrehungen von +/- 12° verhindert werden. Entsprechend ist der
Begriff der Verdrehung auszulegen, auch wenn der engen, oben genannten Auslegung der
Vorzug gegeben wird. Der entscheidende Effekt ist darin zu sehen, dass das erfindungsgemäße,
formschlüssige Zusammenwirken des Stiels und der Abstreiferlippe eine in vorgegebenen
Grenzen definierte Ausrichtung der Fingereinheit relativ zum Abstreifer erzwingt.
Hierdurch wird sichergestellt, dass die Fingereinheit immer gleich oder jedenfalls
immer passend ausgerichtet ist, wenn sie beginnt, in den lichten Querschnitt des Abstreifers
einzutreten. Somit wird das Abstreifergebnis in kontrollierte Bahnen gelenkt. Konstellationen,
in denen sich ein sehr schlechtes Abstreifergebnis ergibt, etwa weil die Fingereinheit
und der Abstreifer zu Beginn des Abstreifens eine sehr unglückliche Verdrehposition
relativ zueinander einnehmen und daher das Abstreifergebnis nachteilig beeinflussen,
werden vermieden.
[0012] Darüber hinaus zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, dass die Finger so ausgeführt
sind, dass sie in radialer Richtung über den Stiel hervorstehen. Das bedeutet, dass
mehr als nur einige wenige Finger in radialer Richtung über den Stiel hervorstehen
müssen, nämlich mindestens 30 %, besser mindestens der überwiegende Teil, im Idealfall
alle Finger.
[0013] Während Finger, die in radialer Richtung nicht über den Stiel hinausstehen, nicht
effektiv abgestreift werden können, sondern tendenziell eher vom Abstreifer mit der
von ihm mitgeführten, am Stiel überschüssigen Kosmetikmasse "zugeschmiert" werden,
können die in radialer Richtung über den Stiel hinausstehenden Finger intensiv mit
dem Abstreifer in Interaktion treten und zwar wegen der vorangegangenen, formschlussbedingten
Ausrichtung der Fingereinheit in optimaler Art und Weise. Hierdurch stellt sich recht
wiederholgenau das vorherbestimmte Abstreifergebnis ein. Dabei ist es besonders günstig,
wenn die Finger überwiegend oder sogar vollständig durch flexible Borsten gebildet
werden.
[0014] Auch selbstständiger, von dem bisher Geschilderten "in radialer Richtung über den
Stiel Hervorstehen der Finger" völlig unabhängiger Schutz wird dafür beansprucht,
dass der starre Teil der Fingereinheit so gestaltet ist, dass er als solcher keinen,
seine Drehung um die Längsachse relativ zur Abstreiferlippe verhindernden Formschluss
mit der Abstreiferlippe eingeht. Das bedeutet, dass die Fingereinheit, sobald die
Abstreiferlippe vom Stiel abgeglitten ist und nun den Fingerträger umgreift, nun doch
zumindest ein unschädliches Stück weit relativ zu der Abstreiferlippe verdreht werden
kann, so dass sich die nach dem Abstreifen übrig bleibende Beladung der Fingereinheit
variieren lässt. Als starren Teil der Fingereinheit bezeichnet man hier den Fingerträger
und ggf. daran befestigte Kammzinken, die sich jeweils nicht quer zu ihrer jeweiligen
Längsachse flexibel auslenken lassen und erst recht nicht um ein Mehrfaches ihres
Durchmessers.
[0015] Darüber hinaus wird auch Schutz für solche Kosmetikeinheiten beansprucht, bei denen
der starre Teil der Fingereinheit ebenfalls so gestaltet ist, dass er als solcher
keinen, seine Drehung um die Längsachse relativ zur Abstreiferlippe verhindernden
Formschluss mit der Abstreiferlippe eingeht, wobei aber zusätzlich die Vorgabe erfüllt
ist, dass zumindest ein Teil der Finger in der bereits oben näher geschilderten Weise
in radialer Richtung über den Stiel hervorsteht, wobei gerade dann die Finger vorzugsweise
als flexible Borsten ausgeführt sind, im oben bereits näher definierten zahlenmäßigen
Umfang.
[0016] Zu den einzelnen Begriffen des betreffenden Hauptanspruchs ist Folgendes zu sagen:
Kosmetikvorratsbehälter
[0017] Vorzugsweise handelt es sich um einen Kosmetikvorratsbehälter in Flaschenform, d.
h. einen Kosmetikvorratsbehälter, der ein meist bauchiges Gefäß bildet, das auf der
Seite seiner Entnahmeöffnung einen Hals ausbildet, der einen gegenüber dem Rest des
Vorratsbehälters geringeren lichten Querschnitt besitzt. Meist ist der Querschnitt
des Halses kreisrund, von lokalen Ausnahmen ggf. abgesehen, wie evtl. Längsnuten oder
dergl. zur Verdrehsicherung des Abstreifers. Meist ist auch der restliche Teil des
Kosmetikvorratsbehälters im Querschnitt kreisrund.
Abstreifer
[0018] Der Abstreifer bildet im Regelfall, von Ausnahmen abgesehen, gegenüber dem Kosmetikvorratsbehälter
ein separates, getrennt hergestelltes Teil aus. Der Abstreifer ist vorzugsweise als
Rohrabstreifer ausgeführt, d. h. er bildet ein innen hohles Rohr aus. In der Regel
besteht ein Abstreifer im Sinne der Erfindung aus einem in Umfangsrichtung in sich
geschlossenen Bauteil und nicht nur aus einzelnen, voneinander beabstandeten Armen
oder Lamellen.
[0019] Er besteht vorzugsweise aus nicht geschäumtem Vollmaterial, in der Regel einem Kunststoff,
idealerweise in Gestalt eines Elastomers. Abstreifer, die aus einem Schaumstoffblock
mit einem Schlitz bestehen, durch den die Fingereinheit hindurchgeschoben wird, sind
also nicht anspruchsgemäß.
[0020] Die größte Erstreckung E des Abstreifers in Richtung der gleich noch näher zu definierenden
Längsachse ist vorzugsweise größer als seine größte Erstreckung e senkrecht dazu,
idealerweise mindestens um den Faktor E/e = 1,5.
[0021] Vorzugsweise ist dieser Abstreifer als sog. Lippenabstreifer mit einer in Umfangsrichtung
in sich geschlossenen Abstreiferlippe ausgeführt. In vereinzelten Fällen kann die
Abstreiferlippe durch bis zu acht, besser nur bis zu vier Schlitze in Abstreiferlippenabschnitte
aufgeteilt sein.
[0022] Die Abstreiferlippe verschließt die Passage durch den Abstreifer hindurch auch dann
nicht vollständig, wenn sie unbelastet ist, weil der Abstreifer gerade keinen Stiel
und keine Fingereinheit in sich aufgenommen hat. Stattdessen umgrenzt die Abstreiferlippe
auch bei unbelastetem Abstreifer einen lichten Querschnitt, d. h. man kann durch den
nicht in Benutzung befindlichen Abstreifer in Richtung der Längsachse hindurchsehen.
[0023] Die Querschnittsform dieses lichten Querschnitts ist unrund, vorzugsweise elliptisch,
dreieckig oder viereckig oder sie hat vorzugsweise die Gestalt eines Schlüssellochs,
eines Kreuzes oder eines Sterns. Das ermöglicht ihr es, mit einem in geeigneter Weise
unrund gestalteten Stiel formschlüssig in Interaktion zu treten.
[0024] Dabei weisen der lichte Querschnitt des Abstreifers und der Querschnitt des Stiels
vorzugsweise beide die gleiche Querschnittsform auf, z. B. beide eine dreieckige Querschnittsform.
Absolut zwingend ist das indes nicht, es ist z. B. auch denkbar, dass der Abstreifer
eine fünfeckige Querschnittsform aufweist und der Stiel eine dreieckige Querschnittsform,
die sich aber in der fünfeckigen Querschnittsform des lichten Abstreiferquerschnitts
formschlüssig verfängt und daher keine Rotation um die Längsachse relativ zum Abstreifer
ausführen kann.
[0025] Ein Abstreiferquerschnitt, der von seinem gedachten Schwerpunkt aus gemessen einen
maximalen Durchmesser D und einen minimalen Durchmesser d aufweist, die sich um mindestens
0,7 mm unterscheiden, kann als unrund im Sinne der Erfindung angesehen werden. Er
ist jedenfalls dann unrund, wenn sich die besagten Durchmesser um mehr als 1 mm unterscheiden.
Stiel
[0026] Als Stiel im Sinne der Erfindung wird das Verbindungsorgan bezeichnet, das zwischen
der noch näher zu definierenden Handhabe und dem Fingerträger liegt und diese beiden
Komponenten mit Abstand voneinander (vorzugsweise mindestens 3,5 cm) miteinander verbindet.
Der Stiel definiert eine Längsachse, die in zusammengebautem Zustand auch die bzw.
eine Längsachse des Abstreifers und des Fingerträgers sowie der Handhabe und meist
auch des Kosmetikvorratsbehälters darstellt. Die maximale Erstreckung des Stiels in
Richtung der Längsachse ist vorzugsweise um mindestens den Faktor 4, besser noch um
mindestens den Faktor 6 größer als seine maximale Erstreckung senkrecht dazu.
[0027] Idealerweise lässt sich der Querschnitt des Stiels auf überwiegender oder gesamter
Länge des Stiels mit einem gedachten Kreis umfangen, dessen Durchmesser kleiner oder
gleich 7 mm ist.
[0028] Zweckmäßigerweise ist der Stiel in alle Richtungen senkrecht zur Längsachse elastisch
auslenkbar, idealerweise um mindestens 3 mm, d. h. nicht nur um den Mikrobetrag, um
den jeder Festkörper auf Grund seines endlichen Elastizitätsmoduls auslenkbar ist.
Diese Federwirkung führt zu einem gutmütigen, angenehmen Applikationsverhalten. Auch
hieran sieht man, dass ein Stiel im Sinne der Erfindung ein längliches, stabartiges
Gebilde ist und keine Platte, die mindestens in einer Richtung, nämlich parallel zu
ihren großen Hauptflächen, nahezu starr ist.
[0029] Für die Querschnittsform des Stiels gilt das oben im Zusammenhang mit dem Abstreifer
Gesagte sinngemäß, seine Querschnittsform ist ebenfalls unrund.
[0030] Nun ist nochmals näher auf die einzelnen bevorzugten Ausführungsformen einzugehen,
die explizit durch die Unteransprüche beschrieben werden.
[0031] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Abstreiferlippe in
Umfangsrichtung endlos ist, d. h. in sich geschlossen ist. Die Abstreiferlippe bildet
also einen endlosen Ring, mit dem sie den Stiel umgibt. Auf diese Art und Weise kann
besonders effektiv ein den Stiel an der Verdrehung relativ zum Abstreifer hindernder
Formschluss hergestellt werden.
[0032] Ebenfalls bevorzugt ist, dass der Querschnitt des Stiels und der lichte Querschnitt
der Abstreiferlippe die gleiche Querschnittsform aufweisen. Dabei müssen der lichte
Querschnitt der Abstreiferlippe und der Querschnitt des Stiels nicht gleich groß sein,
d. h. den gleichen Betrag aufweisen, sondern lediglich die gleiche geometrische Form
besitzen. So kann beispielsweise der lichte Querschnitt der Abstreiferlippe ein Dreieck
ausbilden und der Querschnitt des Stiels ein etwas kleineres, aber geometrisch im
Prinzip identisches Dreieck. Besonders günstig ist es, wenn der Querschnitt des Stiels
und der lichte Querschnitt der Abstreiferlippe die Querschnittsform eines Dreiecks,
eines Vierecks, eines Kreuzes, eines 5- oder 6-zackigen Sterns oder einer Ellipse
ausbilden.
[0033] Für andere Anwendungszwecke können der Querschnitt des Stiels und der lichte Querschnitt
der Abstreiferlippe unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen. Es kann also sein,
dass der Querschnitt des Stiels die Querschnittsform eines Dreiecks aufweist und der
lichte Querschnitt der Abstreiferlippe die Querschnittsform eines Vierecks, wobei
allerdings diese beiden Querschnittsformen, wenn sie ineinander liegen, einer Relativdrehung
hindernd entgegenstehen.
[0034] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Abstreiferlippe allseitig dicht und vorzugsweise
unter elastischer Vorspannung an dem Stiel anliegt, wenn sich der Applikator in seiner
Parkposition befindet, d. h. wenn die Handhabe auf dem Hals des Kosmetikvorratsbehälters
festgesetzt ist und der Applikator in den Kosmetikvorratsbehälter hineinragt. Auf
diese Art und Weise wird mit einfachen Mitteln verhindert, dass beim Lagern des Kosmetikvorratsbehälters
Kosmetikmasse bis unmittelbar an das öffnungsseitige Ende des Halses herantritt und
dann dort früher oder später zu Verschmutzungen beim Herausziehen des Kosmetikapplikators
führt.
[0035] Besonders günstig ist es, wenn die Finger überwiegend oder vollständig aus biegeweichen
Borsten bestehen. Der Begriff "biegeweich" wird an späterer Stelle näher erläutert.
Die Ausführung der Finger in Gestalt von biegeweichen Borsten hat den großen Vorteil,
dass die besondere Abstreifwirkung des erfindungsgemäßen Abstreifers, die sich mithilfe
der durch den Abstreifer vorgegebenen Positionierung des Fingerträgers erreichen lässt,
wesentlich stärker zur Geltung kommt als bei der Verwendung von Fingern in Gestalt
von Kammzinken, mehr oder minder starren Kegeln oder dergleichen. Hierbei ist es ideal,
wenn sämtliche Finger aus biegeweichen Borsten bestehen. Absolut zwingend erforderlich
ist dies aber nicht, es sind durchaus Konstellationen vorstellbar, wo einzelne Finger
in Gestalt von Kammzinken oder dergl. nicht stören. Man denke nur einmal an eine Reihe
von Kammzinken, die ansonsten von einem Besatz aus biegeweichen Fingern umgeben ist.
Für diese eine Reihe von Kammzinken kann in der Abstreiferlippe eine Aussparung vorgesehen
werden, so dass sich für den Rest des Besatzes ohne weiteres der spezielle, erfindungsgemäße
Effekt erreichen lässt.
[0036] Besonders günstig ist es, wenn der Borstenbesatz keine in Umfangsrichtung in sich
geschlossene, zylindrische, barrelförmige, erdnussförmige oder kegelige Gestalt hat,
sondern stattdessen mehrere, vorzugsweise drei in Umfangsrichtung voneinander getrennte
Borstenfelder bildet. Einzelne oder jedes dieser Borstenfelder können dann zum Zwecke
ihres Abgestreift-Werdens mit unterschiedlichen Abschnitten der Abstreiferlippe interagieren.
Auf diese Art und Weise lassen sich an dem Borstenbesatz mehrere definierte, sich
in Richtung entlang parallel zur Längsachse erstreckende Besatzbereiche realisieren,
die unterschiedlich abgestreift sind und daher auch ein klar unterschiedliches Auftragsverhalten
zeigen.
[0037] Besonders günstig ist es, wenn die Querschnittsform des Borstenbesatzes von der Querschnittsform
des lichten Querschnitts der Abstreiferlippe und vorzugsweise auch von der Querschnittsform
des Stiels abweicht. Auf diese Art und Weise kann der Borstenbesatz besonders variabel
von der Abstreiferlippe abgestreift werden, da schon kleine, von dem nicht völlig
blockierenden Formschluss zwischen dem Stiel und der Abstreiferlippe zugelassene Drehbewegungen
des Applikators um dessen Längsachse ausreichen, um ein unterschiedliches Abstreifergebnis
zu erreichen. So leuchtet beispielsweise ein, dass ein Besatz, dessen Querschnitt
eine dreieckige Form hat, sehr variabel abgestreift werden kann, wenn er durch eine
Abstreiferlippe hindurchgezogen wird, deren lichter Querschnitt eine 4-eckige Form
aufweist, nur um ein Beispiel zu geben.
[0038] Idealerweise bestehen die Finger überwiegend oder vorzugsweise alle aus gespritzten
Borsten. Dabei ist der Fußpunkt jeder Borste vom Fußpunkt aller unmittelbar benachbarten
Borsten beabstandet, was sich im Übrigen nur mit gespritzten Borsten realisieren lässt.
Durch eine solche Borstenanordnung lässt sich die Aufnahmefähigkeit, die der Borstenbesatz
an jedem einzelnen Ort besitzt, sehr genau individuell einstellen und auf die unterschiedlichen
Abschnitte der Abstreiferlippe einstellen. Aufgrund dessen sind derart gespritzte
Borsten prädestiniert dafür, mit dem erfindungsgemäßen System zusammenzuwirken.
[0039] Besonders günstig kann es sein, wenn der Fingerträger einen Querschnitt aufweist,
der die gleiche Querschnittsform (im Regelfall aber nicht die gleiche Querschnittsfläche)
besitzt wie der lichte Querschnitt des Abstreifers. Dies verbessert die Haptik beim
Herausziehen des Applikators durch den Abstreifer. Eine derartige Gestaltung vermeidet,
dass es zu einem spürbaren Ruck kommt, wenn die Abstreiferlippe von dem Stiel abgeleitet
und erstmals in den Bereich des Fingerträgers gelangt.
[0040] Vorzugsweise weist der Fingerträger allseitig einen kleineren Durchmesser auf als
der Stiel. Besonders günstig ist es, wenn die Querschnittsfläche des Fingerträgers
maximal 75 % der Querschnittsfläche des Stiels beträgt. Dies ist gerade im Zusammenhang
mit der Ausführung der Finger als Borsten von erheblicher Bedeutung. Auf diese Art
und Weise wird auch bei engen Abstreifern, deren Abstreiferlippe in Parkposition elastisch
vorgespannt gegen den Stiel abdichtet, vermieden, dass die Borsten beim Durchgang
durch den Abstreifer zu hart umgelegt werden und dann nach kurzer Zeit Schäden erleiden,
wie etwa eine dauerhafte Verformung.
[0041] Bevorzugt ist es, wenn der Fingerträger allseitig mit einem Absatz in den Stiel übergeht,
der einen Sprung in Richtung senkrecht zur Längsachse aufweist. Der Begriff senkrecht
wird hier vorzugsweise als "im wesentlichen senkrecht" gebraucht. Daher kann "senkrecht"
in diesem Sinne auch +/-15° relativ zur Senkrechten auf die Abstreiferlängsachse bedeuten.
Idealerweise bedeutet "senkrecht" 90° relativ zur Abstreiferlängsachse.
[0042] Idealerweise sind der Stiel und der Fingerträger zwei getrennt voneinander hergestellte
Bauteile. Dies lässt eine deutlich effektivere Fertigung zu, da der Fingerträger mit
den angespritzten Fingern beim Spritzgießen andere Zykluszeiten vorgibt als das Spritzgießen
des Stiels. Zudem kann in einem solchen Fall für den Stiel und den Fingerträger jeweils
das optimale Material verwendet werden, ohne dass der Stiel auf den Fingerträger Rücksicht
nehmen müsste oder umgekehrt. Der Fingerträger wird dann hinterher in den Stiel hineingesteckt.
Dabei ist vorzugsweise an dem Stiel und/oder dem Fingerträger eine eigene Positionierungseinrichtung
vorgesehen, die bewirkt, dass der Fingerträger nur in einer bestimmten Position relativ
zum Stiel an diesem festgesetzt werden kann und verdrehsicher im Stiel gehalten wird.
Auf diese Art und Weise wird sichergestellt, dass der Fingerträger mit seinen Fingern
in immer der gleichen Position am Stiel befestigt ist. Dies bedeutet, dass es dann,
wenn der Applikator in Parkposition auf dem Hals des Kosmetikvorratsbehälters befestigt
ist, nicht zu unnötigen Spannungen zwischen dem Stiel und der Abstreiferlippe kommt,
weil beide in einer ungünstigen, nicht eingeplanten Verdrehposition relativ zueinander
zu liegen gekommen sind.
[0043] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Abstreifer an dem Kosmetikvorratsbehälter und
insbesondere an dessen Hals verdrehfest festgesetzt ist. Dieses Festsetzen erfolgt
vorzugsweise durch Formschluss. Die Formschlusselemente erzwingen eine bestimmte Orientierung
des Abstreifers relativ zum Kosmetikvorratsbehälter. Dies trägt ebenfalls dazu bei,
dass der Stiel und die Abstreiferlippe in Parkposition des Applikators in einer vorgegebenen
Art und Weise relativ zueinander positioniert sind, um ohne unnötige Spannungen aneinander
anzuliegen.
[0044] Insgesamt gesehen ist es also vorzugsweise so, dass die Fingereinheit eine bestimmte,
verdrehfeste Position gegenüber der Handhabe einnimmt und auch die Handhabe nur eine
oder mehrere vorgegebene Vorzugspositionen als "Parkposition" an dem Kosmetikvorratsbehälter
einnehmen kann.
[0045] In diesem Zusammenhang ist eine abgewandelte Ausführungsform vorstellbar, die besonders
günstig ist. Es handelt sich um einen Abstreifer, der gegenüber dem Kosmetikvorratsbehälter
gedreht werden kann und dann in verschiedenen unterschiedlichen Vorzugspositionen
an dem Kosmetikvorratsbehälter verrastet. Wenn ein solcher Abstreifer mit einem nicht-runden
Besatz eines Applikators zusammenwirkt, können auf diese Art und Weise von der Anwenderin
unterschiedliche Abstreifergebnisse ausgewählt werden, je nachdem in welcher Verdrehposition
der Abstreifer an dem Kosmetikvorratsbehälter verrastet ist und welcher Besatzabschnitt
demzufolge mit welchem Abschnitt der Abstreiferlippe interagiert. Das Gleiche, allerdings
gröber, lässt sich auch dadurch erreichen, dass der Abstreifer in unterschiedlichen
Verdrehpositionen relativ zum Kosmetikvorratsbehälter an diesem festgesetzt werden
kann. Bei einer solchen Ausgestaltung kann es sich um ein System handeln, das werkseitig
unterschiedlich zusammengebaut wird, um werkseitig fest vorgegebene unterschiedliche
Abstreifergebnisse zu erzeugen, oder um ein System, bei dem der Abstreifer von der
Benutzerin herausgezogen und in anderer Position wieder festgesetzt werden kann, um
dann nach Wahl der Benutzerin unterschiedliche Abstreifergebnisse zu erzeugen.
[0046] Besonders günstig ist es, wenn der Behälterhals und die Handhabe des Applikators
komplementäre Formschlussmittel aufweisen, die so gestaltet sind und so zusammenwirken,
dass die Handhabe nur in bestimmter Verstauposition oder in ausgewählten, unterschiedlichen
Verstaupositionen an dem Vorratsbehälter festgesetzt werden kann. Dies trägt ebenfalls
dazu bei, dass der Stiel und die Abstreiferlippe in Parkposition des Applikators in
einer vorgegebenen Art und Weise relativ zueinander positioniert sind und ohne unnötige
Spannungen aneinander liegen.
[0047] Im Rahmen einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verriegelungsmittel,
die die Handhabe in ihrer Verstauposition am Kosmetikvorratsbehälter halten, so gestaltet
sind und so interagieren, dass die Handhabe zum Festsetzen in ihrer Verstauposition
am Vorratsbehälter um weniger als 90° und vorzugsweise um weniger als 60° relativ
zu dem Kosmetikvorratsbehälter um ihre Längsachse gedreht werden muss. Eine solche
Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die Verriegelungsmittel als Bajonettverschluss
oder vorzugsweise zweigängiges Kurzgewinde ausgeführt werden können, also so gestaltet
sind, dass sich die Schließbewegung der Handhabe zwangsweise in eine Axialbewegung
der Handhabe umwandeln lässt. Beide vorgenannten Lösungen führen zu einem hinreichend
festen Anpressen der Handhabe gegenüber dem Kosmetikvorratsbehälter, wenn die Handhabe
in ihrer Parkposition angekommen ist.
[0048] Um ein derartiges Festsetzen der Handhabe an dem Kosmetikvorratsbehälter zu ermöglichen,
kann es günstig sein, wenn der Abstreifer begrenzt drehbar an dem Behälterhals befestigt
ist. Besser ist es allerdings in einem solchen Fall, wenn der Abstreifer in sich beweglich
ist. Insbesondere kann der Abstreifer derart in sich selbst beweglich sein, dass er
sich allein durch elastische Verformung in sich selbst drehen kann, sodass die Abstreiferlippe
die besagte, beschränkte Drehung der Handhabe um ihre Längsachse mitgeht und sich
automatisch wieder in ihre Ausgangsposition zurückbewegt, sobald die Handhabe ihre
Parkposition erreicht hat.
[0049] Alternativ zu dem Bajonettverschluss oder dem Kurzgewinde weisen die Handhabe oder
der Kosmetikvorratsbehälter mindestens einen schwenkbaren Verschlussbügel auf. Dieser
kann derart in eine geschlossene Position geschwenkt werden, dass die Handhabe und
der Kosmetikvorratsbehälter in axialer Richtung aneinander festgelegt werden, vorzugsweise
unter axialer Verspannung gegeneinander.
[0050] Idealerweise ist der mindestens eine verschwenkbare Verschlussbügel entweder an der
Handhabe oder an dem Kosmetikvorratsbehälter schwenkbar angelenkt. Er übergreift in
seiner geschlossenen Position die freie Stirnfläche des Kosmetikvorratsbehälters oder
die freie Stirnfläche der Handhabe.
[0051] Weitere Wirkungen, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Vorteile ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung einiger bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand ihrer Figuren.
Figur 1 zeigt einen Applikator eines ersten Ausführungsbeispiels in perspektivischer
Ansicht.
Figur 2 zeigt einen Kosmetikvorratsbehälter des ersten Ausführungsbeispiels mit in
seinen Hals eingesetztem Abstreifer von oben her gesehen.
Figur 3 zeigt einen Abstreifer des ersten Ausführungsbeispiels in ausgebautem Zustand.
Figur 4 zeigt den Hals des zu dem ersten Ausführungsbeispiel gehörenden Kosmetikvorratsbehälters,
ohne darin eingesetzten Abstreifer.
Figur 5 zeigt einen Kosmetikvorratsbehälter des zweiten Ausführungsbeispiels mit in
seinen Hals eingesetztem Abstreifer von oben her gesehen.
Figur 6 zeigt den Abstreifer gemäß Figur 5 von unten her gesehen, in ausgebautem Zustand.
Figur 7 zeigt eine Kosmetikeinheit gemäß des ersten Ausführungsbeispiels von der Seite
her gesehen.
Figur 8 zeigt eine Kosmetikeinheit gemäß Figur 7 im Mittellängsschnitt.
Figur 9 zeigt eine Kosmetikeinheit gemäß Figur 7, ebenfalls im Mittellängsschnitt,
aber mit einer Schnittführung, die gegenüber der Figur 8 um 90° gedreht ist.
Figur 10 zeigt den oberen Bereich des Kosmetikvorratsbehälters gemäß den Figuren 7
bis 9.
Figur 11 zeigt einen Applikator gemäß eines vierten Ausführungsbeispiels der Erfindung
in perspektivischer Ansicht schräg von oben.
Figur 12 zeigt eine ausschnittweise Vergrößerung der Fingereinheit mit angrenzendem
Stiel gemäß Figur 11, aber von hinten her gesehen.
Figur 13 zeigt den zu den Figuren 11 und 12 zugehörigen Abstreifer, von oben her gesehen.
Figur 14 zeigt eine Kosmetikeinheit gemäß dieses vierten Ausführungsbeispiels im Mittellängsschnitt.
Figur 15 zeigt eine perspektivische Seitenansicht eines Applikators, der zu einem
fünften Ausführungsbeispiel gehört.
Figur 16 zeigt einen als ganzen drehbaren Abstreifer, der dem Applikator gemäß Figur
15 funktional zugeordnet werden kann.
Figur 16 a zeigt einen Abstreifer, dessen Abstreiferlippe in einer Scheibe ausgebildet
ist, die in den Rohrkörper des Abstreifers drehbar eingespreizt ist.
Figur 17 zeigt den Querschnitt des Fingerträgers und des Fingerbesatzes bzw. Borstenbesatzes
des Applikators gemäß Figur 15.
Figur 18 zeigt einen Abstreifer in ausgebautem Zustand, von unten her gesehen, wie
er in Figur 16 bereits gezeigt worden ist.
Figur 19 zeigt einen Applikator in perspektivischer Ansicht, der zu einem sechsten
Ausführungsbeispiel gehört.
Figur 20 zeigt den Applikator gemäß Figur 19 genau von der Seite her gesehen.
Figur 21 zeigt den Applikator gemäß Figur 19 und 20 in eine Kosmetikeinheit eingesetzt
und dort in Parkposition befestigt, im Mittellängsschnitt.
Figur 22 zeigt einen Abstreifer, wie er im Rahmen dieses Ausführungsbeispiels Verwendung
findet.
Figur 23 zeigt in Vergrößerung, wie die Handhabe bei diesem Ausführungsbeispiel mithilfe
des Bajonettverschlusses auf den Kosmetikvorratsbehälter aufgesetzt und dort verriegelt
ist.
Figuren 24 bis 39 zeigen unterschiedliche Querschnittsformen, wie sie für den lichten
Querschnitt verwendet werden können, der von der Abstreiferlippe umgrenzt ist, und
für den Querschnitt des Stiels.
Figuren 40 bis 45 zeigen drei unterschiedliche Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen
Abstreifers zum Einsatz im Rahmen der erfindungsgemäßen Kosmetikeinheiten aus unterschiedlichen
Blickwinkeln.
Figur 46 zeigt eine Illustration, was im Sinne der Erfindung unter einer Borste zu
verstehen ist.
Figur 47 zeigt eine Illustration, was im Sinne der Erfindung unter einem elastisch
reversibel verformbaren Stiel zu verstehen ist.
Figur 48 zeigt den im Rahmen eines dritten Ausführungsbeispiels zum Einsatz kommenden
Applikator in einem Querschnitt auf der Höhe seines Fingerträgers.
Figur 49 entspricht von ihrer Darstellungsweise der Figur 23 und zeigt, wie alternativ
zu dem von Figur 23 dargestellten Bajonettverschluss ein Kurzgewinde zum Einsatz kommen
kann.
Erstes Ausführungsbeispiel - Fig. 1 bis 4 und 7 bis 10 sowie 17
[0052] Die Figuren 1, 2, 3 und 4 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel.
[0053] Anhand der Fig. 1 ist der Applikator 2 sehr gut zu erkennen. Er besteht aus einem
Stiel 3, der an seinem proximalen Ende mit der Handhabe 7 verbunden ist, vorzugsweise
einstückig oder sogar einstofflich. Die Handhabe 7 bildet vorzugsweise eine Schürze
aus, also einen innen hohlen Rohrabschnitt, der in sich einen Behälterhals 13 aufnimmt.
Am Innenumfang dieser Schürze ist idealerweise mindestens eine Ausnehmung ausgebildet,
die mit einer Ausbuchtung am Behälterhals korrespondiert, worauf später noch näher
einzugehen ist.
[0054] An seinem anderen, distalen Ende ist der besagte Stiel 3 mit der Fingereinheit 4
verbunden. Der Stiel kann stattdessen auch einstückig in die Fingereinheit 4 übergehen.
[0055] Der Stiel weist eine unrunde Querschnittsform auf, nämlich in diesem besonders bevorzugten
Fall einen Querschnitt mit einer dreieckigen Querschnittsform.
[0056] Wie deutlich anhand der Fig. 1 zu erkennen ist, definiert der Stiel eine Längsachse
L, bei der es sich im Regelfall um die gemeinsame Längsachse L der Handhabe 7 mit
dem Stiel 3 und der Fingereinheit 4 handelt. Vorzugsweise bildet die Längsachse L
des Stiels bei in Parkposition befindlichem Stiel zugleich auch die Längsachse des
Kosmetikvorratsbehälters. Als Parkposition wird die Position des Applikators bezeichnet,
in der sich seine Fingereinheit und sein Stiel im Inneren des Kosmetikvorratsbehälters
befinden und es i. d. R. so ist, dass die Handhabe den Kosmetikvorratsbehälter abdichtet,
also als dessen Verschlusskappe fungiert.
[0057] Mit Blick auf die für alle Ausführungsbeispiele geltende Fig. 47 ist vorab noch festzuhalten,
dass der Stiel 3 vorzugsweise nicht starr ist, sondern elastisch. Der Stiel ist zwar
nicht in alle Richtungen gleichmäßig elastisch, er lässt sich aber in jede Richtung
senkrecht zur Längsachse L elastisch reversibel auslenken, mindestens um einen Betrag,
der dem 3-fachen Stieldurchmesser entspricht bzw. einem Wert von mindestens 5 mm,
besser mindestens 7 mm. Die Auslenkung des Stiels ist in Fig. 47 als AST eingezeichnet.
Diese bevorzugte Art der Ausgestaltung des Stiels ist für alle erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiele
vorteilhaft.
[0058] Die Fingereinheit 4 besteht ihrerseits aus einem stabartigen Fingerträger 5, von
dessen Umfangsmantelfläche in radialer Richtung (bezogen auf die Längsachse L) Finger
6 nach außen abstehen. Diese Finger sind bevorzugt so gestaltet, dass sie orthogonal
zur Längsachse ausgerichtet sind oder zumindest um einen Winkel von maximal +/- 25°
hierzu schräg gestellt sind.
[0059] Anzumerken ist noch, dass die Handhabe 7 zugleich eine Verschlusskappe bildet, mit
deren Hilfe der Kosmetikvorratsbehälter dicht verschlossen werden kann, wenn der Stiel
mit dem Fingerträger durch den Abstreifer hindurchgesteckt wird und seine Parkposition
einnimmt.
[0060] Um eine zuverlässige Dichtung auszubilden, geht der Stiel 3 vorzugsweise nicht unmittelbar,
sondern über einen Dichtungsabschnitt 18 mit einem i. d. R. kreisrunden Querschnitt
in die Handhabe 7 über. Dieser Dichtungsabschnitt weist meist eine kegelige bzw. umfangsseitig
ggü. der Längsachse angeschrägte Gestalt auf, so dass er sich nach Art eines Stopfens
in den Innenumfang des gleich noch näher zu beschreibenden Abstreifers einspreizen
lässt.
[0061] Die Figuren 2 und 3 zeigen den Abstreifer 8, der zusammen mit dem Applikator 2 zum
Einsatz kommen soll.
[0062] Bei diesem Abstreifer 8 handelt es sich, wie man am besten anhand der Fig. 3 sieht,
um einen sogenannten Rohrabstreifer. Der Körper des Abstreifers besteht überwiegend
aus einem Rohr, dessen Querschnitt bei diesem Ausführungsbeispiel kreisrund ist.
[0063] Dieses Rohr ist an seinem proximalen Ende vorzugsweise mit einem Bund 10 versehen,
der an der freien Stirnseite des Halses des Kosmetikvorratsbehälters zur Anlage kommt
und verhindert, dass der Abstreifer zu tief in den Hals eingepresst wird. Im Regelfall
unterhalb dieses Bundes ist ein Rastvorsprung 12 vorhanden, der in eine entsprechende
Rastausnehmung am Innenumfang des Behälterhalses eingreift, wenn der Abstreifer in
den Behälterhals eingesetzt worden ist. Selbstverständlich kann es auch umgekehrt
sein, nämlich so, dass der Rastvorsprung an der inneren Umfangsfläche des Behälterhalses
angebracht ist und die Rastausnehmung am Außenumfang des Abstreifers.
[0064] Darüber hinaus ist gut zu erkennen, ebenfalls anhand der Fig. 3, dass der Abstreifer
vorzugsweise einen Positionierungsvorsprung 11 aufweist, dessen größte Länge sich
im Regelfall in Richtung der Längsachse L des Abstreifers erstreckt.
[0065] Wie man weiterhin gut anhand der Fig. 3 sieht, weist der Abstreifer an seinem anderen,
distalen Ende eine Abstreiferlippe 9 auf. Es ist bevorzugt so, dass die Abstreiferlippe
durch einen Blendenabschnitt B ausgebildet wird, also einen Wandabschnitt, der sich
von dem hier vorzugsweise kreisrund ausgeführten Rohr ausgehend vollständig oder überwiegend
in radialer Richtung einwärts hin zu der Längsachse erstreckt.
[0066] Die Abstreiferlippe 9 schließt bei diesem bevorzugten Ausführungsbeispiel einen lichten
Querschnitt ein, der die Querschnittsform eines Dreiecks hat. Der Stiel 3 des Applikators
und der von der Abstreiferlippe begrenzte lichte Querschnitt haben also bei diesem
Ausführungsbeispiel die gleiche Querschnitts
form. Gut zu erkennen ist, dass die Abstreiferlippe auch in unbelastetem Zustand, d. h.
wenn kein Stiel und kein Fingerträger durch den Abstreifer hindurchgeschoben sind,
einen freien lichten Querschnitt lässt. Man kann also in diesem Zustand sozusagen
durch den Abstreifer 8 "hindurchsehen". Wenn die Fläche des lichten Querschnitts,
den die Abstreiferlippe 9 umschließt, etwas kleiner ist als die Fläche des dreieckigen
Querschnitts des Stiels 3, dann führt dies dazu, dass die Abstreiferlippe unter einer
elastischen Vorspannung gegen die bzw. alle drei Oberflächen des Stiels anliegt. Auf
diese Art und Weise wird der Stiel sauber abgewischt. Außerdem ergibt sich in der
Parkposition eine vollständige Abdichtung zwischen der Abstreiferlippe 9 und dem Stiel
3.
[0067] Der Stiel interagiert hier derart formschlüssig mit der Abstreiferlippe 9, dass sich
der Stiel nicht relativ zu dem Abstreifer 8 um die gemeinsame Längsachse L des Abstreifers
und des Stiels drehen kann. Dies führt logischerweise dazu, dass jedes der an dem
hier verwendeten Fingerträger 5 anzutreffenden drei Fingerfelder in definierter Position
auf die ihm zugeordnete Abstreiferlippe trifft. Das führt dazu, dass das Fingerfeld
in der vorgegebenen Art und Weise, immer gleich, abgestreift wird.
[0068] Wie man sieht, sind die Finger am rund um die Applikatorlängsachse herum angeordneten
Umfang des Fingerträgers befestigt. An der distalen Stirnseite des Fingerträgers können
zusätzliche Finger angebracht sein, die eine Hilfsfunktion ausüben und die daher zahlenmäßig
in der Regel höchstens 5 % der Gesamtzahl der Finger ausmachen. Applikatoren, die
mit in Reihen angeordneten Fingern bestückt sind, deren Fingerzahl in Richtung quer
zur Applikatorlängsachse größer ist als die Fingerzahl von Reihen in Richtung parallel
zur Applikatorlängsachse, fallen nicht unter die Erfindung.
[0069] Der im Rahmen dieses Ausführungsbeispiels beschriebene Fingerbesatz stellt eine ausgesprochen
bevorzugte Besatzform dar. Jedes der Fingerfelder besteht in Umfangsrichtung gesehen
vorzugsweise aus mehreren, idealerweise drei bis sechs Reihen allesamt parallel zueinander
angeordneter Finger, die hier vorzugsweise alle oder zumindest überwiegend in radialer
Richtung über den Stiel 3 hinausragen. Sie tun das vorzugsweise nur auf einem Teil
ihrer Länge, der optimalerweise aber mindestens 1/3 der Gesamtlänge beträgt. Die Finger
können alle identisch gestaltet sein, so, wie hier dargestellt.
[0070] Hier und generell gilt, dass zwischen in Umfangsrichtung unmittelbar benachbarten
Fingerfeldern vorzugsweise ein außen von einem Bogen berandetes Tortenstück "fingerfrei"
bleibt. Dieser Bogen entspricht einem Winkel von ≥ 60° und idealerweise von ≥ 90°,
vgl. auch Fig. 17, die zwar zu einem anderen Ausführungsbeispiel gehört, das jedoch
den gleichen Borstenbesatz aufweist. In diesen Freiraum ragt vorzugsweise eine keilförmige
Spitze KFS des Fingerträgers hinein, so dass sich zwischen dieser Spitze und der nächsten
in Umfangsrichtung unmittelbar benachbarten Fingerreihe ein V-förmiger Raum ergibt,
in dem besonders gut Kosmetikmasse gespeichert werden kann.
[0071] Diese mehreren Reihen aus Fingern treffen auf jeder Seite auf einen geraden Abschnitt
der dreieckigen Abstreiferlippe. Das bedeutet, dass hier ein außergewöhnliches Abstreifergebnis
erzielt wird, weil jedes Feld aus parallel angeordneten Fingern sehr gleichmäßig abgestreift
wird. Einen solchen Abstreifeffekt hat man bisher bei solchen Besatzanordnungen aus
drei, vier oder mehr Fingerfeldern noch nicht realisieren können.
[0072] Bei Bedarf kann das Abstreifergebnis von der Seite des Konstrukteurs aus recht einfach
variiert werden, um einen wiederum anderen Abstreifeffekt zu erreichen. Es ist nämlich
möglich, die Fläche des lichten Querschnitts, der von der Abstreiferlippe 9 umgrenzt
wird, etwas größer zu wählen als die Fläche des Querschnitts des Stiels 3. Dies führt
dann dazu, dass der Stiel 3 mit Spiel von der Abstreiferlippe 9 umgriffen wird, so
dass der Applikator zwar nach wie vor formschlüssig geführt wird, aber dennoch schon
während des Herausziehens um einen vorgegebenen Maximalbetrag nach links oder rechts
um die Längsachse L gedreht werden kann. Dies führt dann dazu, dass jedes der Fingerfelder
etwas schräg auf die ihm jeweils zugeordnete Abstreiferlippe auftrifft und dadurch
in sich schräg abgestreift wird. Auf diese Art und Weise variiert die Beladung in
jedem Fingerfeld, was wiederum einen anderen, neuartigen Auftragseffekt ermöglicht.
[0073] Die hier zum Einsatz kommenden, bevorzugt drei, vier oder fünf und idealerweise identischen
Fingerfelder ermöglichen schon als solche einen neuartigen Auftragseffekt. Denn hier
stehen jeweils mehrere Finger in Umfangsrichtung gesehen voll hintereinander in einer
Flucht, auf ganzer Länge, anders als bei einem zylindrischen Fingerfeld. Das bedeutet,
dass eine Wimper gegebenenfalls in einen Zwischenraum eindringt, der in Umfangsrichtung
links und rechts jeweils von mehreren Fingern auf voller Länge begrenzt ist. Auf diese
Art und Weise kommt die einzelne Wimper besonders intensiv und gleichmäßig mit der
zwischen den Fingern gespeicherten Kosmetikmasse in Kontakt, intensiver als bei einem
Applikator mit einem zylindrischen Fingerbesatz, bei dem die Finger strahlenförmig
divergieren.
[0074] Bemerkenswert ist noch, dass bei diesem Ausführungsbeispiel der Querschnitt des Fingerträgers
5 die gleiche Querschnittsform hat wie der Stiel 3. Das bedeutet, dass auch der Fingerträger
5 im Querschnitt dreieckig ist. Vorzugsweise ist die Längsachse L zugleich auch die
Längsachse des Fingerträgers 5. Idealerweise beträgt auch beim Fingerträger 5 selbst
die Erstreckung in Längsrichtung mindestens das 4-fache, besser mindestens das 6-fache
der Erstreckung senkrecht dazu.
[0075] Allerdings besitzt der Fingerträger 5 eine kleinere Querschnittsfläche als der Stiel.
Der Fingerträger ist also rundum gegenüber dem Stiel zurückgenommen, d. h. es gibt
einen in Fig. 1 nicht richtig erkennbaren Sprung, der in Umfangsrichtung rundum verläuft
und an dem der Stiel 3 in den Fingerträger 5 übergeht. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist die Querschnittsfläche des Fingerträgers 5 so gering gewählt, dass der Fingerträger
5 als solcher nicht formschlüssig mit der Abstreiferlippe 9 zum Eingriff kommt, d.
h. der Fingerträger 5 setzt als solcher einer Drehung des Applikators um die Längsachse
L keinen Widerstand entgegen, wenn er sich im Bereich der Abstreiferlippe 9 befindet.
[0076] Wie man sieht, stehen die Finger in radialer Richtung bei diesem Ausführungsbeispiel
alle über den Stiel hervor. Das bedeutet, dass der Durchmesser eines gedachten Zylinders,
der die Fingereinheit 4 umhüllt, größer ist als der Durchmesser eines gedachten Zylinders,
der den Stiel 3 umhüllt.
[0077] Vorzugsweise sind die Finger alle als Borsten und damit biegeweich ausgeführt, so,
wie das hier dargestellt ist. Was unter einer Borste zu verstehen ist, wird durch
die Fig. 46 erläutert. Eine Borste ist ein stabförmiges Gebilde, das vorzugsweise
leicht kegelig ausgebildet ist und daher einen Mantel besitzt, der unter einem Winkel
α zwischen 0,5° und 2,5° geneigt zur Borstenlängsachse verläuft.
[0078] Borsten im Sinne der Erfindung besitzen oberhalb des Radius, mit dem sie in den Fingerträger
5 übergehen mögen, einen maximalen Durchmesser DFmax zwischen 0,15 mm und 0,45 mm.
[0079] Eine Borste im Sinne der Erfindung zeichnet sich ausweislich der Figur 46 dadurch
aus, dass sie derart elastisch ist, dass ihr distales, freies Ende unter den bei der
Applikation auftretenden Kräften reversibel elastisch um einen Betrag ausgelenkt werden
kann, der vorzugsweise mindestens dem 3-fachen Borstenfußdurchmesser DFmax und besser
noch mindestens dem 6-fachen Borstenfußdurchmesser DFmax entspricht. Diese Auslenkung
wird hier als AB bezeichnet.
[0080] Die Borsten haben vorzugsweise auch eine bestimmte Länge BL. Diese Länge BL beträgt
im Idealfall zwischen 2,5 mm und 6 mm. Ideales Kunststoffmaterial für die Herstellung
solcher Borsten stammt aus der Gruppe der PEBA, wie es beispielsweise unter dem Handelsnamen
Grillflex EMS-GRIVORY mit Sitz in Domat/Ems, Schweiz, auf dem Markt ist.
[0081] Der Fingerträger 5 ist bei diesem Ausführungsbeispiel einstückig mit dem Stiel 3
verbunden. Auf diese Art und Weise ist eine feste Ausrichtung des Fingerträgers und
seines Fingerbesatzes relativ zum Stiel 3 sichergestellt. Alternativ ist es allerdings
auch möglich, den Fingerträger 5 mit einem Kupplungsansatz (hier nicht gezeigt) auszurüsten,
der in eine entsprechende Aufnahmeöffnung des Stiels 3 eingeschoben und dort befestigt
wird. In diesem Fall ist der Kupplungsansatz vorzugsweise mit einer Art Nocken oder
einem Orientierungsmittel versehen, der bzw. das in eine entsprechende Ausnahme bzw.
ein komplementäres Orientierungsmittel am Innenumfang des Stiels 3 eingreift, um so
sicherzustellen, dass der Fingerträger 5 immer nur in einer bestimmten Position relativ
zum Stiel 3 an diesen befestigt werden kann.
[0082] Wenn man sich die Fig. 2, 3 und 4 näher ansieht, dann kann man gut erkennen, auf
welche Art und Weise der Abstreifer in einer definierten Position im Behälterhals
festgesetzt wird. Rein schematisch zeigt die Fig. 4 einen Behälterhals, der noch nicht
mit einem Abstreifer bestückt ist. Der Behälterhals weist an zumindest einer Stelle
seines Umfangs hier eine Ausbuchtung 14 auf, die am Innenumfang des Behälterhalses
eine behälterseitige Ausnehmung 15 bildet. Diese behälterseitige Ausnehmung 15 nimmt
beim Einschieben des von Fig. 3 gezeigten Abstreifers dessen Positionierungsvorsprung
11 auf. Auf diese Art und Weise ist der Abstreifer verdrehfest in dem Behälterhals
13 festgesetzt. Im Inneren des Behälterhalses kann man bei Fig. 4 recht gut die Ausnehmung
sehen, die zur rastenden Aufnahme des Rastvorsprungs 12 des Abstreifers bestimmt ist,
den die Fig. 3 zeigt. Auf diese Art und Weise wird der Abstreifer 8 formschlüssig
an dem Behälterhals 13 festgesetzt und kann so nicht versehentlich beim Herausziehen
des Applikators aus dem Kosmetikvorratsbehälter mitgezogen werden.
[0083] Auch der Umstand, dass der von Fig. 4 schematisch gezeigte Behälterhals mindestens
eine Ausbuchtung 14 nach außen ausbildet, ist von Vorteil. Denn diese Ausbuchtung
14 korrespondiert mit der hier auf der Innenseite der Handhabe befindlichen Ausnehmung
16, die in Fig. 1 gut zu erkennen ist. Die sich ausweislich der Fig. 2 und 4 vorzugsweise
keilförmig, in Richtung entlang der Längsachse hin zur freien Stirnseite des Behälterhalses
radial verschlankende Ausbuchtung 14 greift in die Ausnehmung 16 auf der Seite der
Handhabe ein, so dass die Handhabe immer nur in einer ganz bestimmten Parkposition
auf dem Behälterhals 13 festgesetzt werden kann. Dies schont den Abstreifer. Es ist
ausgeschlossen, dass der Applikator in einer etwas verdrehten Parkposition auf dem
Behälterhals 13 festgesetzt wird und auf diese Art und Weise dauerhaft Spannung auf
die Abstreiferlippe 9, vgl. Fig. 2, ausübt, was diese bei längerer derartiger Lagerung
verformen und womöglich unbrauchbar machen würde.
[0084] Die Fig. 7, 8 und 9 zeigen die gesamte Kosmetikeinheit 1, im Zusammenspiel mit dem
Applikator 2.
[0085] Man sieht hier sehr gut den Kosmetikvorratsbehälter 17, der hier die bevorzugte Gestalt
einer Flasche mit einem Boden und einem dem Boden gegenüberliegenden, sich an den
Bauchbereich anschließenden Hals 13, aufweist, dessen mittlerer Außendurchmesser sich
gegenüber dem des Bauchbereichs vorzugsweise um mindestens 25 % verringert.
[0086] Wie man nochmals sieht, ist in diesen Hals 13 der Abstreifer 8 eingesetzt. Die Handhabe
7, die hier als Schürze ausgebildet ist, übergreift den Hals, allerdings ohne mit
ihm mithilfe eines Gewindes in Interaktion zu treten. Die Handhabe ist vielmehr allein
durch Bewegung in Richtung parallel zur Längsachse L in ihre Parkposition zu bringen.
[0087] Gut zu erkennen ist hier nochmals der bereits oben angesprochene Dichtungsabschnitt
18, der sich an seinem Außenumfang in den Innenumfang des Abstreifers 8 einspreizt,
um hier eine zuverlässige Dichtung herzustellen.
[0088] Bei Inspektion der Fig. 7 und 10 ist zu erkennen, wie die Handhabe 7 hier in ihrer
Parkposition an dem Kosmetikvorratsbehälter 17 festgesetzt wird. Zu diesem Zweck ist
ein schwenkbarer Verschlussbügel 19 vorhanden, der nach Art einer Kapuze funktioniert.
Der Verschlussbügel 19 ist um zwei sich diametral am Kosmetikvorratsbehälter gegenüberliegende
Lagerstifte 20 schwenkbar gelagert. Er kann aus einer ersten Position, in der er die
Handhabe 7 nicht behindert, wenn diese entlang der Längsachse L aus dem Kosmetikvorratsbehälter
17 herausgezogen werden soll (hier nicht gezeigt) in eine zweite Position geschwenkt
werden.
[0089] Diese zweite Position dieses Verschlussbügels 19 ist die, die die Fig. 7 zeigt. Der
Verschlussbügel 19 übergreift hier tatsächlich die Handhabe wie eine Kapuze, d. h.
der Verschlussbügel 19 liegt gegen die dem Applikator abgewandte Stirnseite der Handhabe
7 an und verhindert, dass die Handhabe 7 aus dem Kosmetikvorratsbehälter 17 herausgezogen
werden kann. Vorzugsweise ist dieses Anliegen sogar derart, dass der Verschlussbügel
19 die Handhabe 7 in Richtung parallel zur Längsachse L gegen den Kosmetikvorratsbehälter
17 und/oder den Abstreifer 8 elastisch verspannt.
[0090] Sehr gut anhand der Fig. 8 zu erkennen ist, dass der kapuzenartige Verschlussbügel
19 im Bereich seines Kapuzenoberteils, d. h. seines "Dachs", eine Art Rastausnehmung
bzw. Vertiefung besitzt. Diese ist bei diesem Ausführungsbeispiel konkav ausgeführt.
Die obere freie Stirnseite der Handhabe spreizt sich in diese Ausnehmung ein. Auf
diese Art und Weise wird der Verschlussbügel seinerseits gegenüber der Handhabe 7
gesichert und kann nicht unbeabsichtigt aufgeschwenkt werden.
[0091] Ebenfalls gut anhand der Fig. 8 ist zu erkennen, warum der Verschlussbügel 19 als
kapuzenartig bezeichnet wird. Insgesamt besteht der Verschlussbügel 19 aus einem Kapuzenoberteil
O und einem halbzylindrischen Abschnitt HZ, der die Handhabe 7 bereichsweise seitlich
umgibt, sowie zwei Armen A, die vorzugsweise schräg hin zu den Lagerstiften 20 verlaufen,
vgl. auch Fig. 7.
[0092] Besonders günstig ist es, wenn der Kosmetikvorratsbehälter 17 auf einer Seite neben
dem jeweiligen Lagerstift 20 eine Aussparung aufweist, die eine Endposition für den
kapuzenartigen Verschlussbügel 19 vorgibt, bis zu der dieser seitlich, hier nach rechts
unten, aufgeklappt werden kann.
[0093] Hinzuweisen ist nochmals auf die Fig. 8, bei der man im Bereich des Details D gut
erkennen kann, wie die Ausbuchtung 14 auf der Außenseite eine formschlüssige Zwangspositionierung
der Handhabe 7 erzielt und auf ihrer Innenseite eine Ausnehmung 15 bildet, in die
ein Positionierungsvorsprung 11 des Abstreifers eingreift, vgl. auch nochmals die
Fig. 4 und das dazu Erläuterte.
Zweites Ausführungsbeispiel - Fig. 1 sowie 4 bis 10 und 17
[0094] Dieses zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem ersten Ausführungsbeispiel
allein durch den anders gestalteten Abstreifer bzw. genauer gesagt dadurch, dass der
ansonsten identische Abstreifer eine Abstreiferlippe mit einer andersartigen Kontur
aufweist.
[0095] Die nun näher zu betrachtenden Fig. 5 und 6 zeigen diesen anders ausgeführten Abstreifer
8, der anstatt des von den Fig. 2 und 3 verwendeten Abstreifers eingebaut werden kann.
[0096] Die Fig. 6 zeigt den Abstreifer 8 in ausgebautem Zustand von unten her gesehen, d.
h. von seinem distalen, der Handhabe 7 abgewandten Ende her gesehen. Wie man gut erkennen
kann, umschließt die Abstreiferlippe, die hier aus mehreren Abstreiferlippenabschnitten
(kurz: Abschnitten) 9a bis 9c besteht, ebenfalls einen Querschnitt, dessen Querschnittsform
als mehreckig und bevorzugt dreieckig bezeichnet werden kann.
[0097] Gut zu erkennen ist, dass jeder Abschnitt relativ zur Längsachse L auf einer anderen
Seite liegt und dass jeder Abschnitt mit seinem in Umfangsrichtung unmittelbar benachbarten
Abschnitt über eine Ecke (d. h. zwei in einem Winkel zwischen 60° und 130° aufeinandertreffende
Geraden) verbunden ist bzw. über einen Radius von weniger als 1 mm.
[0098] Es ist daher nach wie vor so, dass zwischen dieser Abstreiferlippe und dem Stiel
3 des von Fig. 1 gezeigten Applikators, der ja mit diesem Abstreifer zusammen zum
Einsatz kommen soll, Formschluss eingeht, so dass der Stiel relativ zu dem Abstreifer
8 nicht um die Längsachse L verdreht werden kann.
[0099] Das Interessante an diesem von Fig. 6 gezeigten Abstreifer ist aber nun, dass vorzugsweise
alle Abschnitte 9a bis 9c, die hier die Abstreiferlippe insgesamt bilden, jeweils
eine unterschiedliche Kontur haben. Der Abschnitt 9a der Abstreiferlippe ist vorzugsweise
geradlinig, so wie die Abstreiferlippen des von Fig. 2 gezeigten Abstreifers. Der
Abschnitt 9b der Abstreiferlippe ist hier bogenförmig gekrümmt, z. B. von innen her
gesehen konkav gekrümmt. Letzteres bedeutet, dass dieser Abschnitt 9b der Abstreiferlippe
dem ihm zugeordneten Fingerbesatz im Mittenbereich mehr Kosmetikmasse lässt, weil
die im Mittenbereich befindlichen Finger weniger stark abgestreift werden. Der dritte
Abschnitt 9c, der hier die Abstreiferlippe bildet, ist, allgemein ausgedrückt, in
sich profiliert ausgeführt, d. h. durch einen mehrfachen Richtungswechsel innerhalb
ihres Gesamtverlaufs ausgezeichnet. Im hier konkret vorliegenden Ausführungsbeispiel
kann man diesen Abschnitt als in sich zackig ausgeführt bezeichnen. Seine Gestalt
ist beispielsweise so, dass die am weitesten nach innen ragenden Spitzen der Zacken
jeweils in einen Zwischenraum zwischen zwei Reihen aus benachbarten und in Richtung
der Längsachse L in einer Flucht hintereinander aufgestellten Borsten eingreifen und
diesen auskämmen. Das ist erfindungsgemäß möglich, weil man ja durch die von dem Stiel
3 zusammen mit der Abstreiferlippe formschlüssig erzwungene Vorpositionierung genau
vorgeben kann, an welcher Stelle die nach innen hin zur Längsachse L ragenden Spitzen
des Abschnitts 9c auf den Fingerbesatz auftreffen.
[0100] Mit einer solchen erfindungsgemäßen Kombination aus dem besonderen Abstreifer und
mit einem besonderen Stiel 3 ausgerüsteten Applikator kann ein Applikator bereitgestellt
werden, der mehrere, voneinander getrennte Borstenfelder besitzt, die jeweils unterschiedlich
mit Kosmetikmasse beladen sind.
[0101] Die Benutzerin kann also durch einfaches Drehen bestimmen, mit welchem der Borstenfelder
sie hier arbeiten will.
[0102] Dabei haben die sternförmig von dem unrunden Fingerträger 5 abstehenden Borstenfeldern
den großen Vorteil, dass klar zu erkennen ist, dass es sich um unterschiedliche Fingerfelder
handelt, und damit auch genau auszumachen ist, wie der Applikator gedreht werden muss,
um ein stärker mit Kosmetikmasse beladenes Fingerfeld zum Einsatz zu bringen oder
ein weniger stark mit Kosmetikmasse beladenes Fingerfeld.
Drittes Ausführungsbeispiel - Fig. 1 bis 10 im Lichte d. Fig. 48
[0103] Das dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem zweiten Ausführungsbeispiel
allein durch seinen abgewandelten Borstenbesatz, den die Fig. 48 illustriert.
[0104] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es so, dass mehrere, idealerweise drei, ansonsten
bevorzugt vier oder fünf Fingerfelder vorhanden sind, die zwar vorzugsweise (jedes
für sich) aus identischen Fingern bestehen, wobei die Finger aber von Feld zu Feld
unterschiedlich sind, z. B. in ihrem Durchmesser und/oder ihrer Länge und/oder ihrer
Profilierung und/oder ihrer Ausrichtung und/oder ihrer Borstendichte.
[0105] Wenn nun ein mit solchen Fingerfeldern besetzter Applikator auf einen Abstreifer
mit unterschiedlichen Abstreiferlippenabschnitten trifft, die in sich z. B. gerade,
gekrümmt und profiliert sind, wie er im zweiten Ausführungsbeispiel beschrieben worden
ist, dann ergibt sich ein Applikator, der eine attraktive Variabilität bietet.
[0106] Rein beispielhaft ist das anhand des im Rahmen des zweiten Ausführungsbeispiels figürlich
dargestellten Applikators zu erläutern:
Drei unterschiedliche Borstenfelder können mit drei unterschiedlichen Abstreiferlippenabschnitten
kombiniert werden. Zweckmäßigerweise gestaltet man die Handhabe und den Kosmetikvorratsbehälter
so, dass die Handhabe in mehreren, hier drei unterschiedlichen Vorzugspositionen an
dem Kosmetikvorratsbehälter festsetzen kann. Dann ergeben sich insgesamt neun verschiedene
Möglichkeiten, wie stark der Applikator nach dem Herausziehen durch den Abstreifer
lokal mit Kosmetikmasse beladen ist.
[0107] Dort, wo ein Abstreifer mit vier oder fünf solcher Borstenfeldern ausgestattet ist,
ergibt sich eine entsprechende Zahl von Kombinationsmöglichkeiten.
[0108] Dieses dritte Ausführungsbeispiel kann man variieren. Alternativ werden die Handhabe
und der Kosmetikvorratsbehälter so gestaltet, dass die Handhabe nach wie vor nur in
einer Vorzugsposition an dem Kosmetikvorratsbehälter festsetzbar ist. Jedoch lässt
sich der Abtreifer bei völlig herausgezogenem Applikator drehen und in unterschiedlichen
Vorzugspositionen festsetzen (bei einem dreieckigen Abstreifer vorzugsweise 3 x 120°,
ansonsten auch 4 x 90° bzw. 4 x 72°, insbesondere bei vier- und fünfeckigen Abstreifern).
Auch auf diese Art und Weise kann man variieren, welcher Abstreiferlippenabschnitt
durch den Stiel vorzentriert auf welches Borstenfeld trifft, und somit unterschiedliche
Abstreif- und Applikationsergebnisse erzeugen.
Viertes Ausführungsbeispiel - Fig. 11 bis 14
[0109] Das vierte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem zweiten Ausführungsbeispiel
wiederum allein durch seinen abgewandelten Borstenbesatz, den die Fig. 11 und 12 am
besten illustrieren, so dass das dort Gesagte auch für dieses Ausführungsbeispiel
gilt, mit folgender Ausnahme:
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Applikator nur mit einem einzigen Borstenfeld
der o. g. Art ausgestattet. Die Handhabe kann in drei unterschiedlichen Parkpositionen
an dem Kosmetikvorratsbehälter festgesetzt werden. Auf diese Art und Weise tritt das
Borstenfeld wahlweise mit einer der unterschiedlichen Abstreiferlippenabschnitte 9a,
9b, 9c in Interaktion, so dass sich ebenfalls unterschiedliche Abstreif- und Applikationsergebnisse
ergeben.
[0110] Besonders vorteilhaft an diesem Ausführungsbeispiel ist, dass man die dem Borstenbesatz
abgewandte glatte und borstenfreie Seite des Fingerträgers gut dazu einsetzen kann,
um das aufzutragende Kosmetikum zu verstreichen, ähnlich wie mit einem Spatel. Das
geht besonders dann sehr gut und trennscharf, wenn die besagte, borstenfreie Seite
des Fingerträgers die hier zu erkennende dachförmige Gestalt hat.
Fünftes Ausführungsbeispiel - Fig. 15 bis 18
[0111] Das fünfte Ausführungsbeispiel ist eine Variante des ersten, zweiten, dritten oder
vierten Ausführungsbeispiels, so dass das dort Gesagte auch für dieses Ausführungsbeispiel
gilt, mit einer Ausnahme:
Der, je nach Variante, zu diesem Ausführungsbeispiel gehörende Abstreifer 8 ist so
ausgeführt, dass er als Ganzer oder zumindest der seinen Lippenabschnitt tragende
Teil drehbar in dem Hals 13 des Kosmetikvorratsbehälters gehalten ist. Den erstgenannten
Fall zeigt die Fig. 16, den letztgenannten die Fig. 16a. Bei dem von Fig. 16a gezeigten
Fall ist der von der Abstreiferlippe 9 umgrenzte lichte Querschnitt vorzugsweise in
eine bei bestimmungsgemäßem Einbau senkrecht zur Applikatorlängsachse L ausgerichtete
und in dieser Richtung ebene Scheibe eingearbeitet. Die Scheibe trägt an ihrem Außenumfang
bevorzugt eine Nut und ist mit dieser in den Rohrkörper des Abstreifers um die Längsachse
L drehbar eingespreizt, vgl. nochmals Fig. 16a.
[0112] Das bedeutet, dass es für die Erfindung besonders vorteilhaft ist, wenn - vorzugsweise
durch Form- oder einstückigen Stoffschluss - die Orientierung vorgegeben ist, die
die Fingereinheit 4 gegenüber dem Stiel 3, der Stiel 3 gegenüber der Handhabe 7 und
die Handhabe 7 in ihrer Parkposition gegenüber dem Kosmetikvorratsbehälter einnimmt.
Es ist aber nicht absolut zwingend notwendig, sondern lediglich von Vorteil, dass
auch der Abstreifer 8 gegenüber dem Kosmetikvorratsbehälter in einer definierten Position
festgesetzt ist.
Sechstes Ausführungsbeispiel - Fig. 19 bis 23
[0113] Das sechste Ausführungsbeispiel ist eine Variante des ersten bis vierten Ausführungsbeispiels.
Unterschiede bestehen lediglich in Bezug auf die Beweglichkeit des Abstreifers und
die Mittel zum Festsetzen der Handhabe an dem Kosmetikvorratsbehälter. Bis auf die
besagten Einschränkungen gilt daher das zuvor für die ersten beiden Ausführungsbeispiele
Gesagte auch für dieses bzw. diese beiden Ausführungsbeispiele.
[0114] Der Abstreifer 8 zeichnet sich bei diesem Ausführungsbeispiel dadurch aus, dass er
zumindest im Bereich seiner Abstreiferlippe drehbar ist. Die Drehbarkeit kann so realisiert
sein, wie für das vierte Ausführungsbeispiel beschrieben.
[0115] Vorzugsweise wird die Drehbarkeit des Abstreifers im Bereich der Abstreiferlippe
aber dadurch verwirklicht, dass der Abstreifer in sich derart elastisch ist, dass
er um mindestens 15°, besser um mindestens 30° reversibel in sich verdreht werden
kann, so dass das proximale Ende des Abstreifers an dem Kosmetikvorratsbehälter festgesetzt
bleibt, während sich das distale Ende des Abstreifers, das auch die Abstreiferlippe
trägt, entsprechend verdrehen lässt, vorzugsweise ohne dass die Abstreiferlippe kollabiert
bzw. ihre Querschnittsform ändert.
[0116] Verriegelungsmittel, die die Handhabe in ihrer Verstauposition am Kosmetikvorratsbehälter
halten, sind so gestaltet und interagieren so, dass die Handhabe zum Festsetzen in
ihrer Verstauposition am Vorratsbehälter um weniger als 90° und vorzugsweise um weniger
als 20° relativ zu dem Kosmetikvorratsbehälter um ihre Längsachse gedreht werden muss.
[0117] Zu diesem Zweck sind die Verriegelungsmittel vorzugsweise als Bajonettverschluss
aus mindestens zwei sich möglichst diametral gegenüberliegenden Bajonettnuten 21 und
zwei zugeordneten Bajonettvorsprüngen 22 ausgebildet.
[0118] Ein solcher Bajonettverschluss sorgt bei richtiger Gestaltung für die zum zuverlässigen
Abdichten erforderliche elastische Vorspannung der Handhabe gegenüber dem Kosmetikvorratsbehälter
und erfordert dabei nur eine kleine Drehbewegung des Applikators um die Applikatorlängsachse
L.
[0119] Die Anordnung ist vorzugsweise so gestaltet, dass der Abstreifer in sich elastisch
verformt wird, wenn die Bajonettvorsprünge in die Bajonettnuten eingefädelt werden,
und dass der Abstreifer wieder vollständig oder im Wesentlichen in seine entspannte
Position zurückgedreht ist, sobald die Handhabe ihre endgültige Parkposition erreicht
hat.
[0120] Anzumerken ist noch, dass statt eines Bajonettverschlusses auch ein kurzes Steilgewinde
verwendet werden kann, wie die Fig. 49 zeigt. Idealerweise ist ein solches Steilgewinde
mit einer Verrastvorrichtung versehen, die einrastet und das Gewinde gegen unbeabsichtigtes
Aufdrehen sichert, sobald die Handhabe ihre Parkposition erreicht hat. Zu diesem Zweck
ist insbesondere der Abschnitt der Schürze, der hier einen Gewindelappen bildet, radial
elastisch nach außen beweglich, sodass er eine Rastnut überfahren kann, in die er
dann einrastet oder umgekehrt so, dass er einen Rastnocken überfahren kann, der dann
in ihn einrastet.
Sonstiges
[0121] Die Fig. 24 bis 39 zeigen eine Auswahl von Querschnittsformen, die für die erfindungsgemäßen
Stiele 3 und die erfindungsgemäßen Abstreifer 8 vorzugsweise zum Einsatz kommen. Besonders
günstig ist es, wenn die Querschnittsform des Stiels und des lichten Querschnitts,
der von der Abstreiferlippe eingeschlossen ist, identisch sind. Es können aber für
den Querschnitt des Stiels und den lichten Querschnitt des Abstreifers auch unterschiedliche
der gezeigten Querschnittsformen miteinander gepaart werden.
[0122] Die Fig. 40 bis 45 zeigen rohrförmige Abstreifer, die in Richtung entlang der Längsachse
L auf ganzer Länge die gleiche Querschnittsform aufweisen, nämlich die, mit der auch
der lichte Querschnitt ausgestattet ist, den die Abstreiferlippe begrenzt. Von solchen
Abstreifern geht eine besonders starke Orientierungswirkung aus, die ggf. noch durch
die entsprechende Form des Behälterhalses unterstützt wird, der den Abstreifer von
außen stützt.
[0123] Der Vollständigkeit halber ist noch festzuhalten, dass absolute Angaben wie parallel
zu, senkrecht zu, rund und dergleichen so auszulegen sind, dass die üblichen Toleranzen
erfasst werden. Sofern nichts anderes angegeben ist liegen diese bei 4 % und vorzugsweise
nur bei 1 % der jeweiligen Angabe.
[0124] Ganz generell ist zu sagen, dass auch, zusätzlich zu dem Gesagten und in den bislang
aufgestellten Ansprüchen Festgelegten, Schutz beansprucht wird für eine Kosmetikeinheit
mit einem Kosmetikvorratsbehälter, einem Abstreifer und einem Applikator, der seinerseits
aus einem die Applikatorlängsachse vorgebenden Stiel, einer Fingereinheit mit einem
Fingerträger und davon abstehenden Fingern besteht und der sich dadurch auszeichnet,
dass der Stiel und zumindest die Abstreiferlippe derart aufeinander abgestimmt sind,
dass zwischen ihnen Formschluss auftritt, der verhindert, dass der Stiel relativ zu
dem Abstreifer um die Längsachse verdreht werden kann. Zu diesem Gegenstand können
andere Merkmale aus der Beschreibung oder den bisher aufgestellten Ansprüchen hinzukombiniert
werden, etwa das Merkmal, dass die Handhabe in ihrer Parkposition nur eine einzige
oder mindestens eine vordefinierte Vorzugsposition einnehmen kann, aber keine davon
abweichenden willkürlichen Positionen, und/oder das Merkmal, dass die Finger vollständig
oder überwiegend Borsten sind, und/oder das Merkmal, dass der Stiel dreieckig ist
und/oder das Merkmal, dass die Querschnittsform des lichten Querschnitts des Abstreifers
dreieckig ist.
[0125] Abschließend ist festzuhalten, dass die erfindungsgemäße und beanspruchte Kosmetikeinheit
sich vorzugsweise auch durch eines oder mehrere der nachfolgend genannten Merkmale
auszeichnet:
Kosmetikeinheit (1) mit der Besonderheit dass die Finger (6) vorzugsweise alle aus
gespritzten Borsten bestehen, wobei der Fußpunkt jeder Borste von dem Fußpunkt aller
unmittelbar benachbarten Borsten beabstandet ist.
[0126] Kosmetikeinheit (1) Besonderheit dass, der Fingerträger (5) allseitig einen kleineren
Durchmesser aufweist als der Stiel (3), vorzugsweise derart, dass die Querschnittsfläche
des Fingerträgers (5) maximal 75 % der Querschnittsfläche des Stiels (3) beträgt.
[0127] Kosmetikeinheit (1) Besonderheit, dass die Verriegelungsmittel, die die Handhabe
(7) in ihrer Verstauposition am Kosmetikvorratsbehälter (17) halten, so gestaltet
sind und interagieren, dass die Handhabe (7) zum Festsetzen in ihrer Verstauposition
am Kosmetikvorratsbehälter (17) um weniger als 90° und vorzugsweise um weniger als
60° relativ zu dem zu dem Kosmetikvorratsbehälter (17) um ihre Längsachse (L) gedreht
werden muss und die Kosmetikeinheit (1) nach dem unmittelbar vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsmittel ein vorzugsweise zweigängiges
Kurzgewinde sind.
[0128] Kosmetikeinheit mit der Besonderheit dass der Abstreifer (8) entweder begrenzt drehbar
an dem Behälterhals (13) befestigt ist und/oder in sich derart beweglich, vorzugsweise
allein durch elastische Verformbarkeit in sich selbst, ausgebildet ist, dass die Abstreiferlippe
(9) die besagte, beschränkte Drehung der Handhabe (7) um ihre Längsachse (L) mitgeht.
[0129] Kosmetikeinheit (1) Besonderheit, dass die Handhabe (7) oder der Kosmetikvorratsbehälter
(17) mindestens einen schwenkbaren Verschlussbügel (19) aufweisen, der derart in eine
geschlossene Position geschwenkt werden kann, dass die Handhabe (7) und der Kosmetikvorratsbehälter
(17) in axialer Richtung aneinander festgelegt werden, vorzugsweise unter axialer
Verspannung gegeneinander.
[0130] Kosmetikeinheit (1) Besonderheit, dass der mindestens eine verschwenkbare Verschlussbügel
(19) entweder an der Handhabe (7) oder dem Kosmetikvorratsbehälter (17) schwenkbar
angelenkt ist und in seiner geschlossenen Position die freie Stirnfläche des Kosmetikvorratsbehälters
(17) übergreift oder die freie Stirnfläche der Handhabe (7).
[0131] Zu guter Letzt wird auch unabhängiger Schutz und abhängiger Schutz (in Verbindung
mit anderen Merkmalen dieser Beschreibung und/oder den aufgestellten Ansprüchen) beansprucht
für eine Kosmetikeinheit (1) mit einem Kosmetikvorratsbehälter (17), einem Abstreifer
(8) und einem Applikator (2), vorzugsweise nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
der seinerseits aus einem die Applikatorlängsachse (L) vorgebenden Stiel (3), einer
Fingereinheit (4) mit einem Fingerträger (5) und davon abstehenden Fingern (6) besteht
und der sich dadurch auszeichnet, dass der Stiel (3) und zumindest die Abstreiferlippe
(9) derart aufeinander abgestimmt sind, dass zwischen ihnen Formschluss auftritt,
der verhindert, dass der Stiel (3) relativ zu dem Abstreifer (8) um die Längsachse
(L) verdreht werden kann.
[0132] Ebenfalls selbstständiger Schutz wird beansprucht - ggf. in Verbindung mit den vorstehenden
Merkmalen und/oder Merkmalen der aufgestellten Ansprüche - für eine Kosmetikeinheit
(1) mit einem Kosmetikvorratsbehälter (17), einem Abstreifer (8) und einem Applikator
(2), der seinerseits aus einem die Applikatorlängsachse (L) vorgebenden Stiel (3),
einer Fingereinheit (4) mit einem Fingerträger (5) und davon abstehenden Fingern (6)
besteht, wobei die Finger (6) am rund um die Applikatorlängsachse (L) angeordneten
Umfang des Fingerträgers (5) befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Stiel
(3) und zumindest die Abstreiferlippe (9) derart aufeinander abgestimmt sind, dass
zwischen ihnen Formschluss auftritt, der verhindert, dass der Stiel (3) relativ zu
dem Abstreifer (8) um die Längsachse (L) verdreht werden kann, während der starre
Teil der Fingereinheit (4) so gestaltet ist, das er als solcher keinen, seine Drehung
um die Längsachse (L) relativ zur Abstreiferlippe (9) verhindernden Formschluss mit
der Abstreiferlippe (9) eingeht.
Bezugszeichenliste
[0133]
- 1
- Kosmetikeinheit
- 2
- Applikator
- 3
- Stiel
- 4
- Fingereinheit
- 5
- Fingerträger
- 6
- Finger, erste Bauart
- 6"
- Finger, zweite bzw. weitere Bauart
- 6'''
- Finger, dritte bzw. nochmals andere Bauart
- 7
- Handhabe
- 8
- Abstreifer
- 9
- Abstreiferlippe
- 9a
- Abschnitt einer Abstreiferlippe
- 9b
- Abschnitt einer Abstreiferlippe
- 9c
- Abschnitt einer Abstreiferlippe
- 10
- Bund
- 11
- Positionierungsvorsprung
- 12
- Rastvorsprung
- 13
- Behälterhals
- 14
- Ausbuchtung
- 15
- Ausnehmung behälterseitig
- 16
- Ausnehmung auf Seite der Handhabe
- 17
- Kosmetikvorratsbehälter
- 18
- Dichtungsabschnitt
- 19
- Verschlussbügel
- 20
- Lagerstift
- 21
- Bajonettnut
- 22
- Bajonettvorsprung
- L
- Längsachse
- 0
- Kapuzenoberteil
- A
- Arm des Verschlussbügels
- D
- Detail
- DFmax
- maximaler Borstenfußdurchmesser
- AB
- maximale Auslenkung einer Borste
- BL
- Borstenlänge
- α
- Kegelmantelwinkel einer Borste
- AST
- Stielauslenkung
- HZ
- halbzylindrischer Abschnitt
- B
- Blendenabschnitt
- KFS
- keilförmige Spitze
- VR
- Vorratsraum
1. Kosmetikeinheit (1) mit einem Kosmetikvorratsbehälter (17), einem Abstreifer (8) und
einem Applikator (2), der seinerseits aus einem die Applikatorlängsachse (L) vorgebenden
Stiel (3), einer Fingereinheit (4) mit einem Fingerträger (5) und davon abstehenden
Fingern (6) besteht, wobei die Finger (6) am rund um die Applikatorlängsachse (L)
angeordneten Umfang des Fingerträgers (5) befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Stiel (3) und zumindest die Abstreiferlippe (9) derart aufeinander abgestimmt
sind, dass zwischen ihnen Formschluss auftritt, der verhindert, dass der Stiel (3)
relativ zu dem Abstreifer (8) um die Längsachse (L) verdreht werden kann, wobei die
Finger (6) so ausgeführt sind, dass sie in radialer Richtung über den Stiel (3) hervorstehen
und die Finger (6) zumindest überwiegend durch flexible Borsten gebildet werden.
2. Kosmetikeinheit (1) nach Anspruch 1, mit einem Kosmetikvorratsbehälter (17), einem
Abstreifer (8) und einem Applikator (2), der seinerseits aus einem die Applikatorlängsachse
(L) vorgebenden Stiel (3), einer Fingereinheit (4) mit einem Fingerträger (5) und
davon abstehenden Fingern (6) besteht, wobei die Finger (6) am rund um die Applikatorlängsachse
(L) angeordneten Umfang des Fingerträgers (5) befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Stiel (3) und zumindest die Abstreiferlippe (9) derart aufeinander abgestimmt
sind, dass zwischen ihnen Formschluss auftritt, der verhindert, dass der Stiel (3)
relativ zu dem Abstreifer (8) um die Längsachse (L) verdreht werden kann, während
der starre Teil der Fingereinheit (4) so gestaltet ist, das er als solcher keinen,
seine Drehung um die Längsachse (L) relativ zur Abstreiferlippe (9) verhindernden
Formschluss mit der Abstreiferlippe (9) eingeht.
3. Kosmetikeinheit (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferlippe (9) in Umfangsrichtung endlos, d. h. in sich selbst geschlossen
ist.
4. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferlippe (9) mehrere, vorzugsweise mindestens drei unterschiedliche, an
ihren Enden über eine Ecke oder einen Radius von weniger als 1 mm miteinander verbundene
Abstreiferlippenabschnitte (9a, 9b, 9c) aufweist.
5. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch kennzeichnet, dass der Querschnitt des Stiels (3) und der lichte Querschnitt der Abstreiferlippe (9)
die gleiche Querschnittsform aufweisen, vorzugsweise die Querschnittsform eines Dreiecks,
eines Vierecks, eines Kreuzes, eines 5- oder 6-zackigen Sterns oder einer Ellipse.
6. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch kennzeichnet, dass der Querschnitt des Stiels (3) und der lichte Querschnitt der Abstreiferlippe (9)
unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen.
7. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferlippe (9) allseitig dicht, vorzugsweise unter elastischer Vorspannung
an dem Stiel (3) anliegt, wenn sich der Applikator (2) in seiner Parkposition befindet.
8. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Finger (6) überwiegend oder vollständig aus Borsten bestehen.
9. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Borstenbesatz keine in Umfangsrichtung in sich geschlossene, zylindrische, barrelförmige,
erdnussförmige oder kegelige Gestalt hat, sondern mehrere, vorzugsweise drei in Umfangsrichtung
voneinander getrennte Borstenfelder bildet, die zum Zwecke ihres Abgestreift-Werdens
idealerweise mit unterschiedlichen Abschnitten (9a, 9b, 9c) der Abstreiferlippe (9)
interagieren.
10. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform des Borstenbesatzes von der Querschnittsform des lichten Querschnitts
der Abstreiferlippe (9) und vorzugsweise auch von der Querschnittsform des Stiels
(3) abweicht.
11. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Fingerträgers (5) die gleiche Querschnittsform aufweist wie der
lichte Querschnitt des Abstreifers (8).
12. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stiel (3) und der Fingerträger (5) zwei getrennt voneinander hergestellte Bauteile
sind und der Fingerträger (5) teilweise in den Stiel (3) hineingesteckt wird, wobei
vorzugsweise eine Positionierungseinrichtung bzw. ein Positionierungsvorsprung (11)
vorgesehen ist, der bewirkt, dass der Fingerträger (5) nur in einer bestimmten Position
relativ zum Stiel (3) an diesem befestigt werden kann und verdrehsicher im Stiel (3)
gehalten wird.
13. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstreifer (8) in einem Hals (13) des Kosmetikvorratsbehälters (17) verdrehfest
festgesetzt ist, vorzugsweise durch Formschluss, wobei die Formschlusselemente eine
bestimmte Orientierung des Abstreifers (8) relativ zum Kosmetikvorratsbehälter (17)
erzwingen.
14. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälterhals (13) und die Handhabe (7) des Applikators (2) komplementäre Formschlussmittel
aufweisen, die so gestaltet sind und zusammenwirken, dass die Handhabe (7) nur in
bestimmter Verstauposition an dem Kosmetikvorratsbehälter (17) festgesetzt werden
kann.
15. Kosmetikeinheit (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsmittel, die die Handhabe (7) in ihrer Verstauposition am Kosmetikvorratsbehälter
(17) halten, so gestaltet sind und interagieren, dass die Handhabe (7) zum Festsetzen
in ihrer Verstauposition am Kosmetikvorratsbehälter (17) um weniger als 90° und vorzugsweise
um weniger als 60° relativ zu dem zu dem Kosmetikvorratsbehälter (17) um ihre Längsachse
(L) gedreht werden muss.