[0001] Die Erfindung betrifft ein Bestattungsfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Gattungsgemäße Bestattungsfahrzeuge sind aus der Praxis bekannt. Um die Fahrzeugabmessungen
nicht unhandlich groß werden zu lassen, jedoch einen ausreichend großen Sargraum bereitzustellen,
sowie in Anpassung an die durchschnittlichen Größen des Personals, welches das Bestattungsfahrzeug
fährt und sich in der Fahrerkabine aufhält, ist der Verstellweg der Sitze in der Fahrerkabine
nach hinten begrenzt. Falls beispielsweise groß gewachsene Fahrer eine Position des
Sitzes möglichst weit hinten wünschen, kann für derartige Fälle beispielsweise eine
verlängerte Sitzschiene montiert werden, so dass sich ein längerer Verstellbereich
des Sitzes nach hinten ergibt. Problematisch ist dabei allerdings stets, dass die
Trennwand, die stets als Abschluss der Fahrerkabine vorgesehen ist und welche die
Fahrerkabine geruchsdicht von dem Sargraum trennen soll, die Verstellmöglichkeiten
für den Sitz begrenzt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Bestattungsfahrzeug
dahingehend zu verbessern, dass diese Verstellmöglichkeit einen möglichst großen Nutzraum
hinter der Fahrerkabine, einen möglichst großen Verstellweg für einen Sitz innerhalb
der Fahrerkabine, nach hinten ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Bestattungsfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0005] Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, die Trennwand elastisch auszugestalten,
also statt der bislang üblichen, aus Blech oder ähnlichen starren Elementen bestehenden
Trennwände, die Trennwand wenigstens bereichsweise aus einem elastischen Flächenelement
zu bilden. Durch diese Ausgestaltung wird ermöglicht, dass ein Sitz so weit nach hinten
verschoben werden kann, dass er nicht nur - wie dies auch bislang möglich war - an
die Trennwand anstößt, sondern der Sitz kann unter Verformung des elastischen Flächenelements
noch weiter nach hinten verschoben werden, so dass er wenigstens teilweise, nämlich
beispielsweise mit der Oberkante der Rückenlehne oder mit einer Kopfstütze in die
Trennwand regelrecht eintaucht. Entsprechend geeignete elastische Flächenelemente
sind handelsüblich und somit wirtschaftlich erhältlich.
[0006] Vorteilhaft kann das elastische Flächenelement eine Schicht aus einem Chloropren-Kautschuk
aufweisen, der beispielsweise schaumförmig vorliegen kann. Beispielsweise kann das
elastische Flächenelement ausschließlich aus dem Chloropren-Kautschuk bestehen, oder
es kann vorgesehen sein, dass der Chloropren-Kautschuk eine von mehreren Schichten
des elastischen Flächenelements bildet. In praktischen Versuchen hat sich ein elastisches
Flächenelement als hervorragend geeignet erwiesen, welches aus einem elastischen Schaum
gebildet ist, der auf einer oder vorteilhaft auf beiden seiner Oberflächen mit jeweils
einer elastischen textilen Deckschicht versehen ist. Ein derartiges Flächenelement,
welches eine mittlere Schicht aus geschäumtem Chloropren-Kautschuk aufweist, ist unter
der Handelsbezeichnung Neopren handelsüblich. Abgesehen davon, dass die Elastizität
aller drei Schichten, nämlich des Schaumkerns einerseits und der textilen Deckschichten
andererseits, die gewünschte elastische Verformbarkeit des gesamten Flächenelementes
sicherstellt, bewirkt die elastische Deckschicht eine hervorragende mechanische Belastbarkeit
gegenüber streifenden oder stoßenden Beanspruchungen, so dass das Material im alltäglichen
Gebrauch als besonders robust angesehen werden kann.
[0007] Das elastische Flächenelement kann unmittelbar an Karosserieflächen befestigt werden,
z. B. von innen an die Karosserieflächen geklebt werden. Vorteilhaft jedoch kann die
Trennwand einen umlaufenden Rahmen aufweisen, der mit dem elastischen Flächenelement
bespannt ist, so dass die Handhabung des elastischen Flächenelements und seine Montage
vereinfacht wird.
[0008] In einer ersten Ausgestaltung kann dieser Rahmen die Kontur der kompletten Trennwand
aufweisen, so dass die gesamte Trennwand als Flächenelement ausschließlich das elastische
Flächenelement aufweist. In der Praxis hat sich jedoch herausgestellt, dass ein Verstellbereich
häufig ausreichend ist, bei dem lediglich die oberen Bereiche des Sitzes, wie beispielsweise
die Oberkante der Rückenlehne oder die Kopfstütze, über die Fläche der Trennwand hinaus
nach hinten verschoben werden, während beispielsweise ein unterer Abschnitt der Rückenlehne
oder auch die Hinterkante der Sitzfläche selbst noch vor der Ebene verbleiben, in
welcher die Trennwand vorgesehen ist. Zudem kann vorgesehen sein, dass lediglich für
den Fahrersitz ein erweiterter Verstellbereich ermöglicht wird, da im Fußraum des
Beifahrers keine Pedalerie vorhanden ist und daher üblicherweise der Beifahrersitz
auch für groß gewachsene Personen nicht so weit nach hinten verstellt zu werden braucht
wie der Fahrersitz für eine gleich große Person.
[0009] Es kann daher in einer zweiten Ausgestaltung vorgesehen sein, die Trennwand nur bereichsweise
elastisch auszugestalten. Beispielsweise kann sie in einem unteren Abschnitt und /
oder auf der Seite hinter dem Beifahrersitz starr ausgestaltet sein, indem dort beispielsweise
eine steife Platte montiert wird, und in dieser zweiten Ausgestaltung lediglich die
obere Hälfte, das obere Drittel o. dgl. bzw. die Seite der Trennwand hinter dem Fahrersitz
mit Hilfe des elastischen Flächenelements ausgestaltet wird, so dass der Rahmen, der
das elastische Flächenelement umrahmt, dementsprechend kleiner bemessen sein kann.
[0010] Wenn die optische Anmutung der Trennwand durch die Verwendung des elastischen Flächenelements
als nachteilig empfunden wird, kann vorgesehen sein, ein starres Element in der Trennwand
vorzusehen, nämlich eine starre Platte, die jedoch elastisch gelagert ist, indem nämlich
das elastische Flächenelement diese starre Platte umrandet, so dass das elastische
Flächenelement wie eine Dehnfalte wirkt und es der starren Platte beispielsweise ermöglicht,
nachzugeben und auszuweichen, wenn ein Sitz in der Fahrerkabine dementsprechend weit
nach hinten verschoben wird, dass er gegen diese starre Platte stößt. Unter Verformung
des elastischen Flächenelements kann die starre Platte dann nach hinten gedrückt werden,
so dass der Sitz vorschlagsgemäß in die Trennwand eintauchen kann und weiter nach
hinten verschoben werden kann, als dies bei einer vollkommen starren Trennwand möglich
wäre.
[0011] Wenn eine dehnfaltenartige Konstruktion wie beschrieben vorgesehen ist, kann die
Dehnfalte ringsum die starre Platte umranden. Aufgrund der Tatsache, dass der Sitz
jedoch nur mit oberen Abschnitten in die Trennwand eintauchen wird, kann vorgesehen
sein, dass die starre Platte entlang ihrer Unterkante ortsfest verbleibt und lediglich
scharnierartig verformbar oder scharnierartig beweglich an einen unteren, starren
Abschnitt der Trennwand angrenzt. Auf diese Weise kann durch den starren Abschnitt
der Trennwand und die starre Platte und durch deren Oberflächengestaltung die optische
Anmutung einer insgesamt starren Trennwand weitestgehend erhalten bleiben, während
lediglich ein Streifen aus dem elastischen Flächenelement, der die starre Platte an
drei Seiten umrandet, beispielsweise in Form eines nach unten offenen U, eine davon
abweichende optische Erscheinung aufweist.
[0012] In einer ersten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Fahrerkabine unmittelbar
an den Sargraum grenzt und lediglich diese beiden Räume durch die Trennwand geruchsdicht
voneinander getrennt sind. Das gewünschte Maß an Geruchsdichtheit kann beispielsweise
dadurch erzielt werden, dass die Trennwand insgesamt gasdicht ausgestaltet ist und
gasdicht an die Fahrzeugelemente anschließt, denen die Trennwand anliegt. Ggf. muss
jedoch keine vollständig gasdichte Ausgestaltung der Trennwand und ihrer Einbausituation
erreicht werden, um in der Praxis eine geruchsdichte Trennung zwischen dem Sargraum
und der Fahrerkabine zu bewirken. Wenn das elastische Flächenelement eine Schicht
aus einem Chloropren-Kautschuk aufweist, und wenn dieses elastische Flächenelement
entsprechend dicht an die umgebenden Bereiche der Trennwand anschließt, bewirkt dies
eine geruchsdichte Ausgestaltung der Trennwand.
[0013] In einer zweiten Ausgestaltung kann allerdings vorgesehen sein, in an sich bekannter
Weise ein Staufach zwischen dem Sargraum und der Fahrerkabine vorzusehen, so dass
in diesem Fall die Trennwand zwischen der Fahrerkabine und dem Staufach angeordnet
ist, während zwischen dem Staufach und dem Sargraum eine zweite Wand in Form einer
Stirnwand des Sargraums vorgesehen ist. In diesem Fall kann die geruchsdichte Trennung
zwischen Sargraum und Fahrerkabine bereits durch die Stirnwand des Sargraums sichergestellt
werden. Dennoch ist auch in diesem Fall eine geruchsdichte Ausgestaltung der Trennwand
vorteilhaft, um erstens in Form eines redundanten Systems zusätzlich zu der Stirnwand
eine weitere geruchsdichte Wand vorzusehen, und um zweitens eine Geruchstrennung zwischen
der Fahrerkabine und dem Stauraum sicherzustellen. Ausführungsbeispiele der Erfindung
werden anhand der rein schematischen Darstellungen nachfolgend näher erläutert. Dabei
zeigt
- Fig. 1
- skizzenhaft die Raumaufteilung eines Bestattungsfahrzeugs, wobei sich ein Sitz in
einer ersten Position befindet,
- Fig. 2
- in gegenüber Fig. 1 größerem Maßstab den Sitz in einer demgegenüber weiter hinten
angeordneten zweiten Position, und
- Fig. 3
- einen Blick in das Innere des Bestattungsfahrzeugs von hinten auf eine Stirnwand des
Sargraums.
[0014] In den Zeichnungen ist mit 1 insgesamt ein Bestattungsfahrzeug bezeichnet, das eine
Fahrerkabine 2 aufweist, dahinter ein Staufach 3 und dahinter einen Sargraum 4 zur
Aufnahme eines oder mehrerer Särge. Das Staufach 3 ist zur Fahrerkabine 2 hin durch
eine Trennwand 5 abgetrennt und nach hinten, zum Sargraum 4 hin, durch eine Stirnwand
6 des Sargraums 4. Ein Sitz 7 in der Fahrerkabine 2 weist eine schräg nach hinten
und oben verlaufende Rückenlehne 8 auf. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist der
Sitz 7 so weit nach hinten gestellt, dass die Oberkante der Rückenlehne 8 an der Trennwand
5 anliegt.
[0015] Fig. 2 zeigt, dass der Sitz gegenüber dieser aus Fig. 1 ersichtlichen Stellung noch
weiter nach hinten verschoben werden kann, so dass er teilweise, nämlich mit dem oberen
Bereich seiner Rückenlehne 8, regelrecht in die Trennwand 5 eintaucht. Da die Trennwand
5 ein elastisches Flächenelement aufweist, ist diese Verformung der Trennwand 5 problemlos
möglich. Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 ist vorgesehen, dass die Trennwand
5 durch einen Rahmen geschaffen wird, der innen der Fahrzeugkarosserie anliegt und
der mit einem elastischen Flächenmaterial bespannt ist, so dass die gesamte Trennwand
5 aus diesem elastischen Material besteht, bis auf den erwähnten Rahmen. Aus Fig.
2 ist jedoch ersichtlich, dass die Verformung der Trennwand 5 ausschließlich in einem
höheren Bereich erforderlich ist, nämlich dort, wo der obere Bereich der Rückenlehne
8 angeordnet ist. Es kann daher ein unterer Bereich der Trennwand 5 abweichend von
dem dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehen sein, der starr ausgestaltet ist.
[0016] Fig. 3 betrifft ein zweites Ausführungsbeispiel, bei dem kein Staufach 3 vorgesehen
ist, sondern bei welchem die Fahrerkabine 2 unmittelbar an den Sargraum 4 grenzt und
lediglich durch die Trennwand 5 von diesem Sargraum 4 abgetrennt ist. Die Trennwand
5 bildet in diesem Fall also gleichzeitig auch die Stirnwand des Sargraums 4. In Anlehnung
an den typischen Innenausbau eines Bestattungsfahrzeugs ist daher die Trennwand 5
großteils starr ausgestaltet, insbesondere weist sie einen starren unteren Abschnitt
9 auf, an den scharnierartig eine ebenfalls in sich starre Platte 10 grenzt. Die starre
Platte 10 verbleibt also ortsfest entlang einer Scharnierlinie 11, ist aber an drei
übrigen Seiten von einem elastischen Flächenelement 12 umrandet, so dass sich eine
Art Dehnfalte ergibt, die es ermöglicht, die starre Platte 10 um die Scharnierlinie
11 zu schwenken, so dass die starre Platte 10 mit ihrer Oberkante weiter nach hinten,
in den Sargraum 4 ausgelenkt werden kann und somit innerhalb der Trennwand 5 ein zwar
in sich starrer, aber beweglich gelagerter Bereich geschaffen wird, der es ermöglicht,
bei einer entsprechenden Verstellung des Sitzes 7 nach hinten den Sitz 7 zumindest
teilweise in die Trennwand 5 eintauchen zu lassen.
[0017] Die Scharnierlinie ist dabei in einer solchen Höhe vorgesehen, dass auch bei einer
maximalen Ausnutzung des Sargraums 4 die gewünschte Beweglichkeit der Platte 10 möglich
ist: Die Särge im Sargraum 4 weisen üblicherweise auf annähernd mittlerer Höhe ihren
größten Umfang auf und erstrecken sich von dort nach oben hin schräg, so dass im Querschnitt
der Sarg einen nach oben konischen Verlauf aufweist. Oberhalb der Scharnierlinie 11
wird aufgrund der Sargform ein ausreichender Freiraum bereitgestellt, um die Platte
10 um die Scharnierlinie 11 herum nach hinten schwenken zu können, selbst wenn ein
Sarg bis an die Stirnwand bzw. die Trennwand 5 herangeschoben sein sollte.
1. Bestattungsfahrzeug (1),
mit einer Fahrerkabine (2),
und einem hinter der Fahrerkabine angeordneten Sargraum (4),
und mit einer Trennwand (5), welche die rückwärtige Begrenzung der Fahrerkabine (2)
bildet,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennwand (5) wenigstens bereichsweise aus einem elastischen Flächenelement gebildet
ist, derart, dass bei einer Verstellung eines Sitzes (7) in der Fahrerkabine (2) nach
hinten der Sitz (7) wenigstens teilweise in die Trennwand (5) eintaucht.
2. Bestattungsfahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennwand (5) einen umlaufenden Rahmen aufweist, der mit dem elastischen Flächenelement
(12) bespannt ist.
3. Bestattungsfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennwand (5) eine starre Platte (10) aufweist, die von dem elastischen Flächenelement
(12) in Art einer Dehnfalte umrandet ist.
4. Bestattungsfahrzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennwand (5) einen unteren starren Abschnitt (9) aufweist, an den die starre
Platte (10) scharnierbeweglich anschließt.
5. Bestattungsfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Fahrerkabine (2) und dem Sargraum (4) ein Staufach vorgesehen ist,
wobei der Sargraum zum Staufach (3) hin durch eine Stirnwand (6) begrenzt ist,
und das Staufach (3) zur Fahrerkabine (2) hin durch die Trennwand (5) begrenzt ist.
6. Bestattungsfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Trennwand (5) einerseits die Fahrerkabine (2) und andererseits der Sargraum
(4) angrenzt.
7. Bestattungsfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennwand (5), die wenigstens bereichsweise aus einem elastischen Flächenelement
gebildet ist, geruchsdicht ausgestaltet ist.
8. Bestattungsfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das elastische Flächenelement eine Schicht aus einem Chloropren-Kautschuk aufweist.