[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schmiedemaschine mit wenigstens einem Spannkopf
für ein Werkstück und mit einem in Abhängigkeit vom Eingriff der Schmiedewerkzeuge
steuerbaren Drehantrieb für eine Spindel des Spannkopfs.
[0002] Beim Rundschmieden wird das über einen Spannkopf gehaltene und mit Hilfe einer Spindel
angetriebene Werkstück während des Eingriffs der Schmiedewerkzeuge durch die Schmiedewerkzeuge
drehfest festgehalten. Zur Vermeidung von dadurch bedingten Torsionsbelastungen des
Werkstücks ist es bekannt (
AT 278 481 B), die Spindel über ein Schneckengetriebe anzutreiben, dessen axial verschiebbar gelagerte
Schnecke sich axial an einem Federspeicher abstützt. Dem kontinuierlichen Drehantrieb
der Schnecke kann sich somit ein drehschwingender Antrieb durch das Schneckengetriebe
überlagern, wenn die Schnecke beim Festhalten des Werkstücks durch die Schmiedewerkzeuge
axial verlagert wird. Der dabei gespannte Federspeicher sorgt für eine axiale Rückstellbewegung
der Schnecke, sobald das Werkstück wieder freigegeben wird. Bei einer entsprechenden
Abstimmung des Resonanzverhaltens des Federspeichers auf das schwingungsfähige Antriebsystem
kann somit ein mit dem Antrieb der Schmiedewerkzeuge synchroner, intermittierender
Antrieb der Spindel erreicht werden. Zur Anpassung des Schwingungsverhaltens an unterschiedliche
Schmiedebedingungen ist es außerdem bekannt (
AT 396 883 B), den mechanischen Federspeicher durch eine hydraulische Feder mit einem einstellbaren
Hydraulikvolumen zu ersetzen, in das an einem schwingenden Antriebsteil angreifende
Verdrängungskörper abwechselnd eintauchen.
[0003] Es wurde darüber hinaus auch vorgeschlagen (
EP 1 600 228 A1), einen Drehantrieb in Form eines Riementriebs mit einem kontinuierlich antreibbaren
Antriebsrad und einem mit der Spindel verbundenen Abtriebsrad vorzusehen und diesen
Drehantrieb mit einem Überlagerungsantrieb zu koppeln, der einen um die Achse des
Abtriebsrads drehschwingend verlagerbaren Träger mit zwei Umlenkrollen für den Treibriemen
aufweist. Durch einen drehschwingenden Antrieb des Trägers verlängert sich das Riementrum
abwechselnd auf der Zu- und Ablaufseite des Antriebsrads, während sich das Riementrum
auf der jeweils gegenüberliegenden Seite verkürzt, sodass sich die dadurch bedingte
Drehbewegung des Abtriebsrads dem kontinuierlichen Drehantrieb durch das Antriebsrad
überlagert. Abgesehen davon, dass der Konstruktionsaufwand dieser bekannten intermittierenden
Drehantriebe für die Spannköpfe erheblich ist, sind diese Drehantriebe für neuere
Schmiedeverfahren ungeeignet, die aufgrund größerer Drehwinkel höhere Drehbeschleunigungen
und Verzögerungen zwischen den Eingriffen der Schmiedewerkzeuge erfordern.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Drehantrieb für die Spindel
eines Spannkopfs einer Schmiedemaschine so auszugestalten, dass sich hinsichtlich
eines intermittierenden Spindelantriebs vorteilhafte Konstruktionsbedingungen ergeben
und die dabei zu berücksichtigenden Massenkräfte vergleichsweise klein gehalten werden
können.
[0005] Ausgehend von einer Schmiedemaschine der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung
die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Drehantrieb zumindest einen an einen Pumpenkreis
angeschlossenen, Hydraulikmotor umfasst, der zum periodischen Zu- und Abführen einer
vorgegebenen Menge an Hydraulikmittel in Abhängigkeit von der Hubfrequenz und/oder
der Hublage der Schmiedewerkzeuge an einen parallel zum Pumpenkreis geschalteten Hydraulikkreis
angeschlossen ist.
[0006] Der Einsatz eines Hydraulikmotors, vorzugsweise eines hydraulischen Radialkolbenmotors,
der bei niedrigen Drehzahlen hohe Drehmomente entwickelt, stellt vorteilhafte Voraussetzungen
für einen einfachen, intermittierenden Drehantrieb der Spindel eines Spannkopfs dar,
weil einerseits die zu berücksichtigenden Massenkräfte klein gehalten werden können
und anderseits die Möglichkeit besteht, zum Pumpenkreis mit einem kontinuierlichen
Hydraulikmittelstrom einen gesonderten Hydraulikkreis parallelzuschalten, über den
der den Hydraulikmotor beaufschlagende Hydraulikmittelstrom in Abhängigkeit von der
Hubfrequenz, aber auch von der Hublage der Schmiedewerkzeuge periodisch geändert werden
kann, indem dem Hydraulikmittelstrom des Pumpenkreises eine vorgegebene Menge an Hydraulikmittel
mit dem Ergebnis zu- und abgeführt wird, dass der Hydraulikmotor in Abhängigkeit von
der Zu- und abgeführten Hydraulikmittelmenge periodisch beschleunigt und gebremst
wird, sodass bei einer entsprechenden Abstimmung der über den Hydraulikkreis zu- und
abgeführten Hydraulikmittelmengen auf den durch den Pumpenkreis vorgegebenen Hydraulikmitteldurchsatz
die Spindel des Spannkopfs intermittierend angetrieben werden kann. Entspricht die
durch den Hydraulikkreis abgeführte Hydraulikmittelmenge der durch den Pumpenkreis
zugeführten Menge an Hydraulikmittel, so steht der Hydraulikmotor. Während des Stillstands
kann vorteilhaft der Eingriff der Schmiedewerkzeuge erfolgen. Wird jedoch der Hydraulikmotor
erst nach dem Werkzeugeingriff stillgesetzt oder noch während des Werkzeugeingriffs
wieder beschleunigt, so werden im Werkstück Torsionsspannungen aufgebaut, die im Bedarfsfall
zur Einflussnahme auf die kristalline Struktur des Werkstücks genützt werden können.
[0007] Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben sich, wenn der Hydraulikkreis
eine Kolben-Zylindereinheit aufweist, deren Kolben über einen Stelltrieb hin- und
hergehend antreibbar ist, wobei die Druckräume beidseits des Kolbens an den Hydraulikmotor
angeschlossen sind, sodass der Kolbenweg in den Druckräumen die auf der einen Seite
zu- und auf der anderen Seite abgeführte Hydraulikmittelmenge des Hydraulikkreises
bestimmt. Der Hydraulikmitteldurchsatz des Hydraulikmotors kann somit über den Stelltrieb
für den Kolben der Kolbenzylindereinheit des Hydraulikkreises im Sinne des gewünschten
intermittierenden Drehantriebs der Spindel des Spannkopfs durch ein vergleichsweise
kleines Servoventil gesteuert werden.
[0008] Um die hinsichtlich des Spindelantriebs zu berücksichtigenden Massenkräfte klein
zu halten, kann der Stelltrieb wenigstens einen Stellzylinder umfassen, der über ein
Umschaltventil beidseitig beaufschlagt werden kann. Es können hierfür aber auch zwei
gegensinnig beaufschlagbare Stellzylinder vorgesehen werden. Über die Steuerung des
Stelltriebs für den Kolben der Kolben-Zylindereinheit kann der Hydraulikmotor an sich
beliebig hinsichtlich des vom Durchsatz des Hydraulikmittels abhängigen zeitlichen
Verlaufs des Drehwinkels angesteuert werden, sodass sich bei einer vom Werkzeugeingriff
abhängigen Steuerung des Stelltriebs vorteilhafte Anpassungsmöglichkeiten an unterschiedliche
Schmiedebedingungen ergeben.
[0009] Selbstverständlich kann zur Energieeinsparung der Stelltrieb auch mit einem Federspeicher
gekoppelt werden, sodass sich ein Schwingungssystem ergibt, das durch den Stelltrieb
in Abhängigkeit von der Hubfrequenz der Schmiedewerkzeuge angeregt werden kann. Um
unterschiedliche Resonanzfrequenzen in einfacher Weise berücksichtigen zu können,
kann der Federspeicher als hydraulischer Federspeicher ausgebildet werden, auf dessen
Resonanzverhalten über das maßgebende Volumen des Hydraulikmittels Einfluss genommen
werden kann.
[0010] Um während des Werkzeugeingriffs besondere Spannungen innerhalb des Werkstücks zur
Einflussnahme auf die kristalline Struktur, auf den Flächenverlauf beim Schmieden
von im Querschnitt rechteckigen oder quadratischen Werkstücken oder auf die Verwindung
eines Werkstücks ausüben zu können, kann die Schmiedemaschine zwei Spannköpfe mit
Drehantrieben in Form von Hydraulikmotoren aufweisen, deren von den Pumpenkreisen
gesonderte Hydraulikkreise voneinander abhängig steuerbar sind, sodass über unterschiedliche
Drehwinkel der Spindeln der Spannköpfe unterschiedliche Torsionsspannungen innerhalb
des Werkstücks aufgebaut und auch während des Schmiedevorgangs aufrechterhalten werden
können.
[0011] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Schmiedemaschine in einer schematischen Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen Drehantrieb für die Spindel eines Spannkopfs der Schmiedemaschine in einem vereinfachten
Blockschaltbild,
- Fig. 3
- eine gegenüber der Ausführung nach Fig. 2 geänderte Kolben-Zylindereinheit für den
Hydraulikkreis in einem Blockschaltbild,
- Fig. 4
- eine einen möglichen zeitlichen Verlauf des Drehwinkels des Radialkolbenmotors veranschaulichende
Kennlinie und
- Fig. 5
- eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung einer Kennlinie für einen unterschiedlichen
zeitlichen Drehwinkelverlauf.
[0012] Die Schmiedemaschine weist gemäß der Fig. 1 in herkömmlicherweise ein Gestell 1 mit
vier einander paarweise bezüglich einer Schmiedeachse 2 gegenüberliegenden Schmiedewerkzeugen
3 auf, die über Stelltriebe radial zur Schmiedeachse 2 beaufschlagt werden und mit
Schmiedehämmern 4 bestückt sind. Die Stelltriebe für die paarweise angeordneten Schmiedewerkzeuge
3 können dabei je nach dem gewählten Schmiedeverfahren für die Werkzeugpaare gleichzeitig
oder in einem zeitlichen Abstand nacheinander betätigt werden, sodass das Werkstück
5 durch die über seinen Umfang verteilten Schmiedewerkzeuge 3 gleichzeitig oder abschnittsweise
bearbeitet wird. Das Werkstück 5 wird mit Hilfe zumindest eines Spannkopfs 6 endseitig
erfasst und um die Schmiedeachse 2 gedreht. Der Spannkopf 6 selbst ist in einem Gehäuse
7 gelagert, das mit Hilfe eines Schlittens 8 entlang einer Führung 9 verfahrbar ist.
[0013] Der im Gehäuse 7 gelagert Spannkopf 6 wird über eine Spindel 10 angetrieben. Der
hierfür vorgesehene Drehantrieb umfasst wenigstens einen gegen Druckstöße unempfindlichen
Hydraulikmotor 11, der vorzugsweise als hydraulischer Radialkolbenmotor, aber unter
Umständen auch als Axialkolbenmotor ausgeführt sein kann. Dieser Hydraulikmotor 11
wird gemäß der Fig. 2 über einen Pumpenkreis 12 kontinuierlich mit einem Hydraulikmittelstrom
beaufschlagt. Die Hydraulikpumpe 13 des Pumpenkreises 12 wird durch einen Motor 14
angetrieben. Die Antriebsverbindung zwischen dem Hydraulikmotor 11 und der Spindel
10 erfolgt in einfacher Weise über ein Zahnradgetriebe, das ein auf der Spindel 10
sitzendes Zahnrad 15 und ein mit dem Zahnrad 15 kämmendes, vom Hydraulikmotor 11 angetriebenes
Ritzel 16 umfasst. Wie der Fig. 2 entnommen werden kann, besteht die Möglichkeit,
das Zahnrad 15 auch über zwei mit je einem Hydraulikmotor 11 verbundene Ritzel 16
anzutreiben, was eine hydraulische Verspannung der mit dem Zahnrad 15 kämmenden Ritzel
16 über die Hydraulikmotoren 11 erlaubt, die aufgrund ihrer Reihenschaltung synchron
angetrieben werden und im Vergleich zu einem Einzelantrieb eine geringe Baugröße erlauben.
[0014] Um die Spindel 10 für den Spannkopf 6 entsprechend den Schmiedebedingungen intermittierend
antreiben zu können, ist der Hydraulikmotor 11 parallel zum Pumpenkreis 12 an einen
gesonderten Hydraulikkreis 17 angeschlossen, über den vorgegebene Hydraulikmittelmengen
zu- und abgeführt werden können, sodass der durch den Pumpenkreis vorgegebene kontinuierliche
Hydraulikmittelstrom durch den Hydraulikmittelstrom des Hydraulikkreises 17 vergrößert
oder verringert und demzufolge der Hydraulikmotor 11 entsprechend beschleunigt oder
gebremst wird.
[0015] Entsprechend der Fig. 2 ist zu diesem Zweck im Hydraulikkreis 17 eine Kolben-Zylindereinheit
18 vorgesehen, deren Kolben 19 über einen Stelltrieb 20 hin- und hergehend angetrieben
werden kann. Da die Druckräume 21 auf den beiden Kolbenseiten an den Hydraulikmotor
11 angeschlossen sind, bedingt eine Verstellung des Kolbens 19 in eine Richtung, dass
Hydraulikmittel aus einem der beiden Druckräume 21 verdrängt und über den anderen
Druckraum 21 mit der Wirkung angesaugt wird, dass dem kontinuierlichen Hydraulikmittelstrom
des Pumpenkreises 12 die Hydraulikmittelmenge aus der Kolben-Zylindereinheit 18 zu-
und abgeführt wird. Entspricht die zu- und abgeführte Hydraulikmittelmenge der Hydraulikmittelrate
des Pumpenkreises 12, so wird der Hydraulikmotor 11 periodisch beschleunigt und nach
einer entsprechenden Beschleunigung auf Stillstand gebremst. Der Stelltrieb 20 für
den Kolben 19 ist daher in Abhängigkeit von der Hubfrequenz der Schmiedewerkzeuge
3 periodisch anzusteuern. Außerdem kann die Steuerung auch von der Hublage der Schmiedewerkzeuge
3 abhängig gemacht werden.
[0016] Der Stelltrieb 20 wird nach der Fig. 2 durch zwei gegensinnig beaufschlagbare Stellzylinder
22 gebildet, die über ein Steuerventil 23 entsprechend beaufschlagt werden. Über die
Ansteuerung des Steuerventils 23 kann somit die Stellbewegung des Kolbens 19 den jeweiligen
Anforderungen angepasst werden.
[0017] Die Kolben-Zylindereinheit 18 gemäß der Fig. 3 unterscheidet sich von der nach der
Fig. 2 im Wesentlichen nur dadurch, dass diese Kolben-Zylindereinheit 18 mit einem
hydraulischen Federspeicher 24 gekoppelt ist, sodass der Kolben 19 energiesparend
als Teil eines Schwingungssystems betrieben werden kann. Zu diesem Zweck sind dem
geteilten Kolben 19 Verdrängungskörper 25 zugeordnet, die in Bohrungen 26 eines von
der Kolbenstange 27 zwischen den beiden Teilkolben 19 durchsetzten Gehäuses 28 eingreifen.
Diese um die Kolbenstange 27 verteilten Verdrängungskörper 25 stützen sich axial an
Druckplatten 29 ab, die jeweils in einer Richtung durch die Teilkolben 19 mitgenommen
werden. Da die Bohrungen 26 über einen Ringraum 30 mit dem hydraulischen Federspeicher
24 verbunden sind, bedingt die hin- und hergehende Kolbenverstellung eine abwechselnde
Beaufschlagung des hydraulischen Federspeichers 24 durch die den beiden Kolbenseiten
zugehörigen Verdrängungskörper 25.
[0018] In der Fig. 4 ist der zeitliche Verlauf des Drehwinkels ω des Hydraulikmotors 11
dargestellt. Die Kennlinie 31 zeigt den zeitlichen Verlauf des Drehwinkels ω für den
Fall, dass der Hydraulikkreis 17 durch ein Sperren des Steuerventils 23 abgeschaltet
wird und daher der Hydraulikmotor 11 lediglich durch den kontinuierlichen Hydraulikmittelstrom
des Pumpenkreis 12 beaufschlagt wird. Bei abgeschalteter Hydraulikpumpe 13 und einer
Beaufschlagung des Hydraulikmotors 11 über eine Kolben-Zylindereinheit 18 gemäß der
Fig. 3 ergibt sich ein sinusförmiger Verlauf der Hydraulikmittelströmung im Hydraulikkreis
17, was einen sinusförmigen Verlauf des Drehwinkels ω gemäß der Kennlinie 32 der Fig.
3 zur Folge hat. Mit einer Überlagerung der Hydraulikmittelströme des Pumpenkreises
12 und des Hydraulikkreises 17 ergibt sich für den Hydraulikmotor 11 ein Drehwinkelverlauf
entsprechend der Kennlinie 33. Bei einer entsprechenden Abstimmung der Hydraulikmittelmengen
kann somit in einfacher Weise ein periodischer Stillstand des Hydraulikmotors 11 erreicht
werden, wie dies dem Verlauf des Drehwinkels ω entsprechend der Kennlinie 33 entnommen
werden kann, und zwar bei den Drehwinkeln ω
i und ω
i+1.
[0019] Der zeitliche Verlauf des Drehwinkels ω hängt also von der Größe und vom Geschwindigkeitsverlauf
der über den Hydraulikkreis 17 zu- und abgeführten Hydraulikmittelmenge ab. Dies bedeutet,
dass sich bei einem linearen Anstieg der zu- und abgeführten Hydraulikmittelmenge
ein linear zwischen einem Höchst- und einem Tiefstwert ändernder Drehwinkelverlauf
gemäß der Kennlinie 34 der Fig. 4 aufgrund einer alleinigen Beaufschlagung des Hydraulikmotors
11 über den Hydraulikkreis 17 ergibt. Eine Überlagerung des Pumpenkreises 12 mit einem
Drehwinkelverlauf entsprechend der Kennlinie 31 und eines auf diese Weise gesteuerten
Hydraulikkreises 17 bedingt somit einen Drehwinkelverlauf gemäß der Kennlinie 35 mit
besonders ausgeprägten Stillstandzeiten bei den Drehwinkeln ω
i und ω
i+1. Durch eine entsprechende Wahl der Größe und der Geschwindigkeit der Hydraulikmittelmenge
innerhalb des Hydraulikkreises 17 lässt sich somit in weiten Grenzen Einfluss auf
den zeitlichen Drehwinkelverlauf des Hydraulikmotors 11 und damit des Spannkopfs 6
einer Schmiedemaschine nehmen.
[0020] Aufgrund der erfindungsgemäßen Steuerung des Drehantriebs für den Spannkopf 6 kann
auch zusätzlich Einfluss auf die beim Schmieden entstehende Gefügestruktur genommen
werden, wenn die Schmiedemaschine mit zwei erfindungsgemäßen Spannköpfen 6 ausgerüstet
wird, wie dies in der Fig. 1 strichpunktiert angedeutet ist. Aufgrund der steuerbaren
Drehwinkel ω der Spannköpfe 6 kann nämlich das Werkstück 5 zwischen den Spannköpfen
6 Torsionsspannungen unterworfen werden, die die Gefügestruktur des Werkstücks 5 beim
Schmieden beeinflussen.
1. Schmiedemaschine mit wenigstens einem Spannkopf (6) für ein Werkstück (5) und mit
einem in Abhängigkeit vom Eingriff der Schmiedewerkzeuge (3) steuerbaren Drehantrieb
für den Spannkopf (6), dadurch gekennzeichnet, dass der Drehantrieb zumindest einen an einen Pumpenkreis (12) angeschlossenen Hydraulikmotor
(11) umfasst, der zum periodischen Zu- und Abführen einer vorgegebenen Menge an Hydraulikmittel
in Abhängigkeit von der Hubfrequenz und/oder der Hublage der Schmiedewerkzeuge (3)
an einen parallel zum Pumpenkreis (12) geschalteten Hydraulikkreis (17) angeschlossen
ist.
2. Schmiedemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikkreis (17) eine Kolben-Zylindereinheit (18) umfasst, deren Kolben (19)
über einen Stelltrieb (20) hin- und hergehend antreibbar ist, und dass die Druckräume
(21) beidseits des Kolbens (19) der Kolben-Zylindereinheit (18) an den Hydraulikmotor
(11) angeschlossen sind.
3. Schmiedemaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stelltrieb (20) wenigstens einen Stellzylinder (22) umfasst.
4. Schmiedemaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Stelltrieb (20) mit einem Federspeicher gekoppelt ist.
5. Schmiedemaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Federspeicher als hydraulischer Federspeicher (24) ausgebildet ist.
6. Schmiedemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Spannköpfe (6) mit Drehantrieben in Form von Hydraulikmotor (11) vorgesehen
sind, deren von den Pumpenkreisen (12) gesonderte Hydraulikkreise (17) voneinander
abhängig steuerbar sind.