(19)
(11) EP 3 029 220 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.06.2016  Patentblatt  2016/23

(21) Anmeldenummer: 15195846.9

(22) Anmeldetag:  23.11.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04G 21/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 02.12.2014 CH 18502014
16.07.2015 CH 10362015

(71) Anmelder: Ikona AG
8867 Niederurnen (CH)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Rentsch Partner AG 
Rechtsanwälte und Patentanwälte Fraumünsterstrasse 9 Postfach 2441
8022 Zürich
8022 Zürich (CH)

   


(54) TRANSPORTANKER FÜR VORGEFERTIGTE STAHLBETON DOPPELWÄNDE


(57) Bei einem Transportanker für vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände (41, 42), umfassend einen Stahlbügel (10) mit einem gebogenen Mittenabschnitt (11) zum Einhängen der Anschlagmittel und sich beidseitig an diesen anschliessende, abschnittweise parallel zueinander verlaufende Bügelschenkel (12), und ein zwischen den Bügelschenkeln (12) angeordnetes, mit diesen unter den aufzunehmenden Lasten zumindest in ihrer Längsrichtung nicht starr verbundenes Druckelement (20), ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass das Druckelement (20) aus Stahl besteht, und/oder dass Abschnitte (13) der Bügelschenkel (12) an ihren freien Enden gegenüber ihrem parallelen Verlauf jeweils in Richtung aufeinander zu abgebogen sind.




Beschreibung

TECHNISCHES GEBIET



[0001] Die Erfindung betrifft einen Transportanker für vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände, umfassend einen Stahlbügel mit einem gebogenen Mittenabschnitt zum Einhängen der Anschlagmittel und sich beidseitig an diesen anschliessende, abschnittweise parallel zueinander verlaufende Bügelschenkel, und ein zwischen den Bügelschenkeln angeordnetes, mit diesen unter den aufzunehmenden Lasten in ihrer Längsrichtung nicht starr verbundenes Druckelement.

STAND DER TECHNIK



[0002] Ein solcher Transportanker ist beispielsweise aus DE 10 2005 009 708 B4 bekannt. Das Druckelement ist dort aus einem nachgiebigen Werkstoff wie Holz, Kunststoff oder Textilfaserbeton gebildet. Die Bügelschenkel sind jeweils in endseitige, rinnenförmige Ausnehmungen des Druckelements eingelegt. Durch einen Bügel im Endbereich der Bügelschenkel, der diese jeweils u-förmig übergreift, werden die Bügelschenkel in ihrer parallelen Ausrichtung zusammengehalten. Gleichzeitig wird das Druckelement dadurch zwischen ihnen eingeklemmt.

[0003] Mit solchen, mit Druckelementen aus Holz versehenen Transportankern können für die Praxis ausreichend hohe Tragfähigkeiten erzielt werden. Diese sind deutlich höher als die mit Ankertypen beispielsweise gemäss DE 297 06 644 U1 oder DE 100 38 249 A1 erreichbaren Tragfähigkeiten, bei denen Druckelemente aus Stahl auf die Bügelschenkel aufgeschweisst sind. Bei diesen Ankertypen treten unter Last Betonabplatzungen auf. Bei dem Transportanker gemäss DE 297 06 644 U1 sind die Bügelschenkel an ihren freien Enden aus der Ebene des Stahlbügels heraus halbkreisförmig umgebogen.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG



[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die an sich bewährten Transportanker weiter zu verbessern. Diese Aufgabe wird gelöst durch die im Anspruch 1 angegebenen Massnahmen.

[0005] So sieht die Erfindung unter anderem vor, das Druckelement aus Stahl auszubilden. Dabei geht die Erfindung davon aus, dass für die mit Druckelementen aus Stahl bei den bekannten Ankertypen aufgetreten Probleme weniger das Material des Druckelements ausschlaggebend war, als viel mehr die starre Verbindung des Druckelements mit den Bügelschenkeln durch Verschweissen. Indem die Erfindung auf eine solch starre Verbindung verzichtet, kann sie Stahl als Material für den Druckbolzen wieder zur Anwendung bringen. Daraus ergeben sich unter anderem folgende Vorteile:

Ein Druckbolzen aus Stahl bildet keine Feuchtigkeitsbrücke zwischen den beiden Schalen der Doppelwand, wie dies mit den wasseraufnehmenden und weiterleitenden Druckbolzen aus Holz der Fall sein kann. Beim Ausgiessen der Schalen verbindet sich der eingegossene Beton nicht absolut dicht mit den Schalen, so dass Wasser zwischen die Schalen und den eingegossenen Beton eindringen kann. Man spricht hierbei von Hinterläufigkeit. Durch die Druckelemente aus Holz kann das Wasser die Schicht aus dem eingegossenen Beton queren, so dass ggf. zusätzliche Abdichtungsmassnahmen erforderlich sind.



[0006] Probleme mit den Druckelementen aus Holz ergeben sich auch bei der Herstellung der Doppelwände. Dabei wird zunächst eine der beiden Schalen in eine mit den üblichen Gitterträgern zur Bewehrung dieser Schale ausgelegte sowie mit der erforderlichen Anzahl an Transportankern versehene Schalung gegossen. Die zweite Schale wird entsprechend erstellt und die erste Schale nach ihrer Aushärtung von oben auf sie aufgesetzt und in den noch frischen Beton gedrückt. Beim Betonieren der ersten Schale werden die aus dem Beton dieser Schale hervorstehenden Bewehrungsteile, darunter der oder die Transportanker, mit einer porösen Betonschicht überzogen, was für ihre Einbettung in den Beton der zweiten Schale sowie in den zwischen die Schalen später gegossenen Beton ungünstig ist. Diese Betonschicht wird denn auch in der Regel durch Putzen zumindest teilweise entfernt. Da sie auf Holz jedoch stärker haftet als auf Stahl, ist ihre Entfernung von den Holzdruckelementen häufig nur unzureichend. In der fertig ausgegossenen Wand bildet die poröse Betonschicht zusätzlich zum Holzmaterial eine für Wasser durchlässige Schicht.

[0007] Mit Druckbolzen aus Stahl lässt sich eine höhere Knickstabilität erreichen. Zumindest können Stahldruckbolzen gegenüber solchen aus Holz bei vergleichbarer Knickstabilität schlanker ausgeführt werden.

[0008] Schlanker ausgeführt werden können bei Verwendung eines Stahldruckbolzens auch die Bügelschenkel bzw. der Stahlbügel insgesamt. Eine schlankere Ausführung des Stahlbügels ggf. unter Verwendung eines höherwertigen Stahls reduziert das Gewicht des Transportankers. Bei Druckbolzen aus Holz darf der Durchmesser der Bügelschenkel ein gewisses Mass nicht unterschreiten, um zu vermeiden, dass sich die Bügelschenkel unter Last in das Holzmaterial eindrücken.

[0009] Zusätzlich oder als Alternative zur Ausbildung des Druckelements aus Stahl sieht die Erfindung vor, dass Abschnitte der Bügelschenkel an ihren freien Enden gegenüber ihrem parallelen Verlauf jeweils in Richtung aufeinander zu abgebogen sind. Die freien Enden sind somit in der Ebene des Stahlbügels abgebogen. Daraus ergeben sich unter anderem folgende Vorteile:

Durch die Abbiegung wird die Verankerung der Bügelschenkel in den Doppelwandschalen erhöht, was allerdings durch das halbkreisförmige Umbiegen der freien Enden wie beim Transportanker gemäss DE 297 06 644 U1 auch schon erreicht wurde. Durch das Abbiegen in der Ebene des Stahlbügels ragen die freien Enden bei geeigneter Bemessung ihrer Länge aus den Doppelwandschalen jedoch innenseitig heraus. An ihnen ist dadurch bereits beim oder auch nach dem Betonieren der Doppelwandschalen erkennbar, wie tief die Bügelschenkel in sie eingebettet sind. Eine ungenügend tiefe Einbettung kann zu einer ungenügenden Verankerung der Bügelschenkel in den Schalen und darüber zu einer reduzierten Tragfähigkeit des Transportankers führen. Eine ungenügende, aussenseitige Betonüberdeckung der Bügelschenkel kann zu Rissbildungen, aussenseitigen Betonabplatzungen und darüber zum Eindringen von Feuchtigkeit in und durch die jeweilige Wandschale sowie letztlich zu Korrosionsschäden an deren Bewehrung führen.



[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0011] So kann das Druckelement jeweils stirnseitig mit von den Bügelschenkeln durchgriffenen Ausnehmungen versehen sein.

[0012] Damit der Transportanker als Ganzes handhabbar und montierbar ist, kann das Druckelement zwischen den Bügelschenkeln eingeklemmt und/oder durch eine schweisstechnische Heftung fixiert ist. Diese Heftung darf jedoch nicht so stark dass, dass sich zwischen dem Druckelement und den Bügelschenkeln eine unter den aufzunehmenden Lasten starr verhaltende Verbindung ergibt. Die gewünscht mögliche Verformung der Bügelschenkel unter Last im Bereich des Druckelements kann durch Einfügen einer dünnen, nur wenige Millimeter dicken Schicht aus einem gegenüber Stahl weicheren Material, insbesondere aus einem Kunststoffmaterial, zusätzlich erleichtert werden.

[0013] Das Druckelement kann rohrförmig sein. In diesem Fall ist es bevorzugt, wenn es beispielsweise an sein Enden durch die Bügelschenkel nicht abgedeckte Öffnungen aufweist, durch welche Beton in seinen Innenraum eindringen kann und diesen gegen einen Durchtritt von Wasser verschliesst. Auch andere Öffnungen könnten zu diesem Zweck vorgesehen sein. Alternativ könnte das rohförmige Druckelement in seiner Längsrichtung durch Einbringen einer Dichtmasse gegen den Durchtritt von Wasser abgedichtet werden.

[0014] Das Druckelement kann aus zwei Druckelementteilen und einem Verbindungselement zusammengebaut sein. Das Verbindungselement kann eine Wärmesperre bilden. Insbesondere kann das Verbindungselement aus einem faserverstärkten Polyamid hergestellt sein. Am Verbindungselement kann eine Wassersperre angebracht sein, insbesondere in der Form eines am Umfang des Verbindungselements umlaufenden Vorsprungs.

[0015] Wie dies beim Stand der Technik ebenfalls so vorgesehen ist, können die Bügelschenkel im Bereich ihrer freien Enden durch einen Quersteg miteinander verbunden sein. Dadurch werden die Bügelschenkel parallel zueinander gehalten. Ausserdem kann der erwähnte Klemmdruck auf das Druckelement erzeugt werden. Wenn der Quersteg die Bügelschenkel jeweils u-förmig umgreift und mit ihnen verschweisst ist, dient dies auch zur Reduktion der erforderlichen Verankerungslänge der Bügelschenkel. Der Quersteg kann auch ein Profilstab sein, durch Bohrungen von welchem die Bügelschenkel einfach durchgesteckt und vorzugsweise darin wieder fest verschweisst sind.

[0016] Der gebogene Mittenabschnitt des Stahlbügels kann zumindest teilweise flexibel ausgeführt ist. Dadurch kann der Mittenabschnitt für das Einhängen der Anschlagmittel in eine dafür günstige Position gebracht werden, insbesondere aus den Stahlbeton-Fertigelementen hervorstehend, und für das Fertigstellen der Betonwand in eine dafür günstige Position, insbesondere zwischen den Stahlbeton-Doppelwänden. Der Stahlbügel kann aus einem Stahlseil bestehen. Das Druckelement kann aus einem runden oder eckigen Rohr bestehen, an dessen Enden Führungselemente angebracht sind, durch welche das Stahlseil geführt ist. Das Stahlseil kann Verankerungselemente aufweisen, die für die Verankerung in den Stahlbeton-Doppelwänden vorgesehen sind. Der Abstand zwischen dem Druckelement und dem gebogenen Mittenabschnitt kann mindestens 150cm betragen. Das Stahlseil kann eine Länge aufweisen, dass über eine Länge von mindestens 150cm in den Stahlbeton-Doppelwänden geführt werden kann. Das Stahlseil kann einen Durchmesser von zwischen 5mm bis 12mm aufweisen.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN



[0017] Es zeigen:
Fig. 1
eine Ansicht eines erfindungsgemässen Transportankers;
Fig. 2
den Transportanker in einer Seitenansicht;
Fig. 3
den Transportanker in einem Teilschnitt (I - I) mit Aufsicht auf drei Ausführungsarten des Druckelements unter a) - c);
Fig. 4a)
den Transportanker in einem weiteren Schnitt (II - II) mit Aufsicht auf einen Quersteg;
Fig. 4b)
den Transportanker im Schnitt (II - II) mit Aufsicht auf einen anders ausgebildeten Quersteg;
Fig. 5
eine Ansicht eines Transportankers mit einem Druckelement welches zwei Teile aufweist, die mit einem Verbindungselement miteinander verbunden sind; und
Fig. 6
eine Ansicht eines Transportankers mit einem Stahlbügel, der aus einem Stahlseil besteht.

WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG



[0018] Der in den Figuren dargestellte Transportanker umfasst einen aus einem Stahlstab mit rundem Querschnitt hergestellten Stahlbügel 10 mit einem gebogenen Mittenabschnitt 11 zum Einhängen der Anschlagmittel wie einem Kran- oder einem Karabinerhaken. Beidseitig an den Mittelabschnitt 11 schliessen sich abschnittweise parallel zueinander verlaufende Bügelschenkel 12 an. Deren untere, freie Endabschnitte 13 sind in Richtung aufeinander zu abgebogen. Wie dies in Fig. 2 erkennbar ist, erstreckt sich der Stahlbügel 10 in einer Ebene.

[0019] Am oberen Ende der Bügelschenkel 12 ist zwischen diese ein Druckelement 20 eingefügt. Im Bereich ihrer freien Enden, jedoch noch dort, wo sie parallel zueinander verlaufen, sind die Bügelschenkel 12 durch einen Quersteg 30 mit einander verbunden.

[0020] Das Druckelement 20 ist aus Stahl gefertigt und beispielsweise rohrförmig mit rechteckigem oder rundem Querschnitt ausgebildet. Wie dies in Fig. 3 dargestellt ist, ist das Druckelement 20 jeweils stirnseitig mit von den Bügelschenkeln 12 durchgriffenen Ausnehmungen 21 versehen ist. In Fig. 3a) sind die Ausnehmungen 21 abgerundet und liegen eng an den Bügelschenkeln 12 an. In Fig. 3b) sind die Ausnehmungen 21 etwa v-förmig. In Fig. 3c) ist zwischen das Druckelement 20 und die Bügelschenkeln 12 eine Zwischenschicht 23 aus einem gegenüber Stahl weicheren Material, insbesondere einem Kunststoffmaterial, eingefügt. Die Tiefe der Ausnehmungen 21 ist in Fig.3a) etwa entsprechend dem Durchmesser der Bügelschenkel 12 bemessen. In Fig. 3b) endet das Druckelement 20 etwa beim halben Durchmesser der Bügelschenkel 12. In Fig.3c) steht das Druckelement 20 beidseitig etwas über die Bügelschenkel 12 vor. Dabei ist die Tiefe der Ausnehmungen 21 nicht notwendig mit ihrer Form korreliert.

[0021] In allen drei Ausführungsarten von Fig. 3 sind die Bügelschenkel 12 mit dem Druckelement 20, ausser dass sie in den Ausnehmungen 21 nach drei Seiten hin formschlüssig gehalten sind, zumindest nicht starr verbunden. Das Druckelement 20 kann ohne weitere Fixierung einfach zwischen die Bügelschenkel 12 eingefügt und zwischen diesen beispielsweise klemmend gehalten sein. Möglich wäre auch, wie dies in Fig. 3b) dargestellt ist, die Bügelschenkel 12 mit dem Druckelement 20 durch eine schweisstechnische Heftung 23 zu verbinden. Eine solche Verbindung oder eine Klemmung dürfen jedoch nur so stark sein, dass die Handhabung und Montage des Transportankers als Ganzes, andererseits jedoch gewisse Bewegungen der Bügelschenkel 12 in den Ausnehmungen 21 unter den durch den Transportanker bestimmungsgemäss aufzunehmenden Lasten möglich sind. Durch das bei der Ausführungsart von Fig.3c) in den Ausnehmungen 21 zusätzlich vorhandene Kunststoffmaterial 23 werden diese Bewegungen noch erleichtert.

[0022] Sofern das Druckelement 20 wie vorstehend angenommen rohrförmig und breit genug ist, ist es bevorzugt, wenn es an seinen Enden durch die Bügelschenkel 12 nicht abgedeckte Öffnungen 24 aufweist, wie sie in Fig. 2 zu erkennen sind. In Fig. 3 sind die seitlichen Innenwände der drei Druckelemente 20 durch gestrichelte Linien angedeutet. Auch dadurch ist erkennbar, dass die Druckelemente 20 stirnseitig offen sind. Durch die Öffnungen 24 kann beim Einbau des Transportankers in die Schalen einer Doppelwand Beton in das Druckelement 20 eindringen, was unter anderem dessen Einbettung in die Schalen verbessert. Der eingedrungene Beton kann das Druckelement zudem gegen einen Durchtritt von Wasser verschliessen. Zu diesem Zweck könnte auch eine Dichtmasse in das Druckelement vorgängig eingebracht werden, was vor allem erforderlich sein kann, wenn das Druckelement 20 nur eine geringe Breite aufweist, so dass Öffnungen 24 nur sehr eng oder ggf. gar nicht vorhanden sind.

[0023] Wie dies in Fig. 4a zu erkennen ist, sind die Enden 31 des Querstegs 30 jeweils u-förmig umgebogen und umgreifen mit diesen umgebogenen Enden jeweils die Bügelschenkel 12, wobei sie mit diesen auch fest verschweisst sind. Auf diese Weise lässt sich der vorerwähnte Klemmdruck zum Einklemmen des Druckelements 20 zwischen der Bügelschenkeln 12 ebenfalls erzeugen und aufrechterhalten. Anstelle eines stabförmigen Querstegs mit rundem Querschnitt und umgebogenen Enden könnte auch ein Profilstab mit beispielsweise rechteckigem, L- oder U-förmigem Querschnitt verwendet sein, durch endseitige Bohrungen von welchem die Bügelschenkel 12 einfach durchgesteckt und vorzugsweise darin wieder fest verschweisst sind. Das lässt sich mit geringerem Aufwand herstellen. Fig. 4b zeigt einen solchen Profilstab 30' mit nach unten offener U-Form.

[0024] In Fig. 1 sind zwei Schalen 41 und 42 einer Stahlbeton-Doppelwand gestrichelt angedeutet, so dass erkennbar ist, wie der erfindungsgemässe Transportanker üblicherweise in einer solchen Doppelwand eingebaut wird. Die beiden nach innen abgebogenen Endabschnitte 13 ragen dabei jeweils aus den Schalen 41 und 42 ein Stück weit heraus. An ihnen ist erkennbar, ob der Transportanker in den Doppelwandschalen 41 und 42 richtig positioniert und die Bügelschenkel 12 ausreichend mit Beton überdeckt sind.

[0025] Die die Bügelschenkel 12 umgreifenden, u-förmig gebogenen Enden 31 des Querstegs 30 oder, diesen entsprechend, das die Bohrungen umrahmende Material eines Profilstabs bewirken bei ausreichend fester Schweissverbindung eine zusätzliche Verankerung bzw. eine höhere Verbundspannung der Bügelschenkel 12 in den Doppelwandschalen 41 und 42, wodurch deren Einbindetiefe und damit ihre Länge ggf. kürzer gewählt werden kann. Bei Verwendung eines Profilstabes sollte dieser dazu möglichst allseitig um mindestens 3 mm über die Bohrungen bzw. die Bügelschenkel 12 vorstehen. Die zusätzliche Verankerung der Bügelschenkel 12 kann insbesondere von Vorteil sein bei Verwendung von Glattstahl für den Stahlbügel 10 des erfindungsgemässen Transportankers, wie dies nachstehend noch erläutert wird. Die Verbundspannung von Glattstahl ist wesentlich geringer als diejenige von üblichem Betonrippenstahl, so dass die Bügelschenkel 12 relativ lang bemessen werden müssen. Durch die zusätzliche Verankerung kann die Länge der Bügelschenkel gegebenenfalls um bis zu 30% geringer bemessen werden.

[0026] Stahlbeton-Doppelwände werden üblicherweise mit langgestreckten Gitterträgern bewehrt. Sofern der Transportanker 20 mit den Bügelschenkeln 12 quer zur Längserstreckung der Gitterträger eingebaut werden muss, ist der Quersteg 30 im Weg. Entweder muss der Quersteg 30 für einen solchen Einbau von vornherein weggelassen oder beispielsweise durch Absägen entfernt werden. In beiden Fällen ist jedoch beim Betonieren der Doppelwandschalen und auch danach an den nach innen abgebogenen Enden 13 der Bügelschenkel 12 erkennbar, ob diese vorschriftsmässig in den Schalen eingebettet sind.

[0027] Für den Stahlbügel des erfindungsgemässen Transportankers wird bevorzugt Glattstahl der Güte S235 verwendet. Sein Durchmesser liegt dabei typisch im Bereich 13 mm - 20mm, insbesondere bei 13 mm oder 15 mm. Bei Verwendung eines höherwertigen Stahls z.B. der Güte S255 könnte der Durchmesser bis auf 10 mm reduziert werden. Ein rohrförmiges Druckelement könnte bei rechteckigem Querschnitt mit Aussenmassen von lediglich ca. 20 mm x 20 mm eine Wandstärke von ca. 2 mm aufweisen. Die Länge der abgebogenen Endabschnitte 13 kann zwischen30 mm und 100 mm betragen. Die Abbiegung muss nicht rechtwinklig sein. Ein stumpfer Winkel zwischen 105° und 150° ist ausreichend.

[0028] Fig. 5 zeigt eine Ansicht eines Transportanker mit einem Druckelement 20, welches aus zwei Druckelementteilen 201, 202 und einem Verbindungselement 203 für die Druckelementteile 201, 202 zusammengebaut ist. Das Verbindungselement 203 hat die Form eines Quaders, wobei auf zwei Stirnseiten quaderförmige Öffnungen ausgebildet sind. Ein erstes Druckelementteil 201 ist in die eine der quaderförmigen Öffnungen gesteckt und ein zweites Druckelementteil 202 ist in die andere der quaderförmigen Öffnungen gesteckt. Die Werkstoffe und Dimensionierungen, insbesondere der Werkstoff des Verbindungselements 203 sowie Querschnitt und Länge der quaderförmigen Öffnungen des Verbindungselements 203, sind so gewählt, dass das zusammengebaute Druckelement 20 zuverlässig die Funktion erfüllt, eine hohe Tragfähigkeit zu erzielen. Wird z.B. die Länge der quaderförmigen Öffnungen zu kurz gewählt, dann kann bei grossen Kräften das Druckelement 20 einknicken.

[0029] Das Verbindungselement 203 ist aus einem Werkstoff hergestellt, welches geeignet ist, eine Wärmesperre zwischen den beiden Druckelementteilen 201, 202 zu bilden. Das Verbindungselement 203 ist insbesondere aus einem faserverstärktem Polyamid hergestellt.

[0030] Mit einem in der Fig. 5 gezeigten zusammengebauten Druckelement 20 lässt sich somit sowohl eine hohe Tragfähigkeit erzielen als auch eine Wärmeisolation zwischen den Tragschalen 41, 42 herstellen.

[0031] Wie in Fig. 5 schematisch dargestellt, weist das Verbindungselement 203 eine Wassersperre 204 auf. Die Wassersperre 204 wird durch einen am Umfang des Verbindungselements 203 umlaufenden Vorsprung gebildet. Die Dimensionierung des Vorsprungs kann an die gewünschte Effektivität der Wassersperre angepasst werden, wobei ein grösserer Vorsprung die Effektivität verbessert. Die Wassersperre 204 verringert oder unterbindet den Wasserfluss entlang dem Druckelement 20.

[0032] Die beiden Druckelementteile 201, 202 können dieselbe Länge aufweisen. Es ist aber auch denkbar, dass die Druckelementteile 201, 202 unterschiedlich lang sind.

[0033] Die Druckelementteile 201, 202 können in das Verbindungselement 203 einfach eingesteckt sein. Es kann auch ein Klebstoff zur Anwendung kommen, um die Druckelementteile 201, 202 mit dem Verbindungselement 203 stoffschlüssig zu verbinden.

[0034] Die Wassersperre 204 kann auf einer Symmetrieachse des Verbindungselements 203 angeordnet sein. Es ist denkbar, die Wassersperre 204 in Bezug auf das Verbindungselement 203 asymmetrisch anzuordnen. Die Wassersperre 204 kann auch vollständig entfallen.

[0035] Die Oberfläche des Verbindungselements 203 ist in einer Art ausgeführt, dass ein Anhaften von Beton oder andern Materialien erschwert oder verunmöglicht ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass durch das Anhaften der Materialien keine zusätzliche Möglichkeit geschaffen wird für einen Wasserfluss entlang dem Druckelement 20.

[0036] Fig. 6 zeigt einen Transportanker mit einem Stahlbügel 10, welcher aus einem Stahlseil 18 besteht. Die beiden Enden des Stahlseils 18 sind in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 geführt. Der mittlere Abschnitt des Stahlseils 18 befindet sich zwischen den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 und ragt aus diesen heraus. Der Abstand 19 zwischen dem mittleren Abschnitt des Stahlseils 18 und dem Druckelement 20 ist so gewählt, dass das Stahlseil 18 um mindestens 150cm aus den Stahlbeton-Doppelwänden herausragt. Beim Transport der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 kann das Stahlseil 18 soweit daraus herausragen, dass keine zusätzlichen Stahlseile angebracht werden müssen, um Anschlagmittel einzuhängen zum Abheben der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 von einem Transportmittel und zum Bewegen der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 vom Transportmittel zu einer Einbaustelle, an welcher die Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 eingebaut werden. Das Anbringen von zusätzlichen Stahlseilen die eine Mindestlänge aus den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 kann beispielsweise aufgrund von gesetzlichen Vorschriften erforderlich sein, um zu vermeiden, dass eine Person vor dem Abheben der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 das Transportmittel besteigen muss, um die Anschlagmittel einzuhängen.

[0037] Wie in Fig. 6 schematisch dargestellt, ist ein Druckelement 20 vorgesehen, welches anschliessend an einen mittleren Bereich des Stahlseils 18 angeordnet ist und die beiden betreffenden Abschnitte des Stahlseils 18 in einem Abstand zueinander hält. Das Stahlseil 18 ist an den Enden des Druckelements 20 geführt, beispielsweise in Führungen, die an den Enden des Druckelements 20 angebracht sind. Die Führungen können ösenförmig ausgeführt sein. Das Druckelement 20 kann als rundes oder eckiges Rohr ausgeführt sein. Die Führungen können in der Form von kurzen Rohrabschnitten ausgeführt sein. Die Führungen können an den Enden des Druckelements 20 angeschweisst sein. In einer Variante haben die Führungen die Form eines zylinderförmigen Rohrs, welches einen Durchmesser von zwischen 10mm und 30mm, bevorzugt 20mm hat.

[0038] Das Stahlseil 18 hat bevorzugt einen Durchmesser von zwischen 5mm und 1 2mm. Dadurch ergibt sich zugleich die erforderliche Flexibilität als auch Zugfestigkeit. Das Stahlseil 18 hat bevorzugt eine Länge, dass es über eine Länge von jeweils mindestens 150cm in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 eingegossen werden kann. Dadurch ergibt sich eine feste Verankerung des Stahlseils 18 in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42, wie dies bei geripptem oder profilierten Betonstahl bekannt ist. Die Enden des Stahlseils 18 können zusätzlich mit Verankerungselementen 61, 62 versehen sein, um das Stahlseil 18 in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 zu verankern. Die Verankerungselemente 61, 62 können in der Form von Seilkauschen ausgeführt sein.

[0039] Das Stahlseil 18 schaut 150cm aus dem Beton oben heraus, so dass ein Arbeiter stehend neben der Wand den Kranhaken anschlagen kann. Die Wandhöhe beträgt zwischen 2.5m und 3.0m.

[0040] Das Stahlseil 18 ist flexibel und kann je nach Bedarf so angeordnet werden, dass es nach dem Einbau des Transportankers in vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 aus den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 herausragt oder dass es sich zwischen den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 befindet. Wenn das Stahlseil 18 aus den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 herausragt, ist das Einhängen der Anschlagmittel vereinfacht. Wenn das Stahlseil 18 sich zwischen den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 befindet, ist das Fertigstellen einer Betonwand durch Ausgiessen der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 vereinfacht.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0041] 
10
Stahlbügel
11
Mittenabschnitt 11
12
Bügelschenkel
13
Endabschnitte der Bügelschenkel
20
Druckelement
201, 202
zwei Teile des Druckelements
21
Ausnehmungen
22
Schicht
23
Heftung
24
Öffnungen
30
Quersteg
30'
Quersteg
31
Enden 31 des Querstegs
41
Doppelwandschale
42
Doppelwandschale
50
Verbindungselement
51
Wassersperre
18
Stahlseil
19
Abstand zwischen Mittenabschnitt und Druckelement
61, 62
Verankerungselemente



Ansprüche

1. Transportanker für vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände (41, 42), umfassend: einen Stahlbügel (10) mit einem gebogenen Mittenabschnitt (11) zum Einhängen der Anschlagmittel und sich beidseitig an diesen anschliessende, abschnittweise parallel zueinander verlaufende Bügelschenkel (12), und ein zwischen den Bügelschenkeln (12) angeordnetes, mit diesen unter den aufzunehmenden Lasten zumindest in ihrer Längsrichtung nicht starr verbundenes Druckelement (20), dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus Stahl besteht, und/oder dass Abschnitte (13) der Bügelschenkel (12) an ihren freien Enden gegenüber ihrem parallelen Verlauf jeweils in Richtung aufeinander zu abgebogen sind.
 
2. Transportanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) jeweils stirnseitig mit von den Bügelschenkeln (12) durchgriffenen Ausnehmungen (21) versehen ist.
 
3. Transportanker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) zu Handhabungszwecken zwischen den Bügelschenkeln (21) eingeklemmt und/oder durch eine schweisstechnische Heftung (23) fixiert ist.
 
4. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Druckelement (20) und den Bügelschenkeln (12) eine nur wenige Millimeter dicke Schicht (22) aus einem gegenüber Stahl weicheren Material, insbesondere einem Kunststoffmaterial, eingefügt ist.
 
5. Transportanker nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) rohrförmig ist.
 
6. Transportanker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das rohförmige Druckelement (20) zumindest an sein Enden durch die Bügelschenkel (12) nicht abgedeckte Öffnungen (24) ausweist, durch welche Beton in seinen Innenraum eindringen kann.
 
7. Transportanker nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das rohförmige Druckelement (20) in seiner Längsrichtung durch Einbringen einer Dichtmasse gegen den Durchtritt von Wasser abgedichtet ist.
 
8. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bügelschenkel (12) im Bereich ihrer freien Enden durch einen Quersteg (30) miteinander verbunden sind.
 
9. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus zwei Druckelementteilen (201, 202) und einem Verbindungselement (203) zusammengebaut ist.
 
10. Transportanker nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (203) eine Wärmesperre bildet, wobei das Verbindungselement (203) insbesondere aus faserverstärkten Polyamid hergestellt ist.
 
11. Transportanker nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass am Verbindungselement (203) eine Wassersperre (204) angebracht ist, insbesondere in der Form eines umlaufenden Vorsprungs.
 
12. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass der gebogene Mittenabschnitt (11) des Stahlbügels (10) zumindest teilweise flexibel ausgeführt ist.
 
13. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahlbügel (10) aus einem Stahlseil (18) besteht.
 
14. Transportanker nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus einem runden oder eckigen Rohr besteht, an dessen Enden Führungselemente angebracht sind, durch welche das Stahlseil (18) hindurch geführt ist.
 
15. Transportanker nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlseil (18) Verankerungselemente (61, 62) aufweist, die für die Verankerung in den Stahlbeton-Doppelwänden (41, 42) vorgesehen sind.
 
16. Transportanker nach einem der Ansprüche 13 - 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (19) zwischen dem Druckelement (20) und dem gebogenen Mittenabschnitt (11) mindestens 150cm beträgt.
 
17. Transportanker nach einem der Ansprüche 13 -16, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlseil (18) eine Länge aufweist, dass das Stahlseil (18) über eine Länge von mindestens 150cm in den Stahlbeton-Doppelwänden (41, 42) geführt werden kann.
 
18. Transportanker nach einem der Ansprüche 13 - 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlseil (18) einen Durchmesser von zwischen 5mm bis 6mm aufweist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente