TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft einen Transportanker für vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände,
umfassend einen Stahlbügel mit einem gebogenen Mittenabschnitt zum Einhängen der Anschlagmittel
und sich beidseitig an diesen anschliessende, abschnittweise parallel zueinander verlaufende
Bügelschenkel, und ein zwischen den Bügelschenkeln angeordnetes, mit diesen unter
den aufzunehmenden Lasten in ihrer Längsrichtung nicht starr verbundenes Druckelement.
STAND DER TECHNIK
[0002] Ein solcher Transportanker ist beispielsweise aus
DE 10 2005 009 708 B4 bekannt. Das Druckelement ist dort aus einem nachgiebigen Werkstoff wie Holz, Kunststoff
oder Textilfaserbeton gebildet. Die Bügelschenkel sind jeweils in endseitige, rinnenförmige
Ausnehmungen des Druckelements eingelegt. Durch einen Bügel im Endbereich der Bügelschenkel,
der diese jeweils u-förmig übergreift, werden die Bügelschenkel in ihrer parallelen
Ausrichtung zusammengehalten. Gleichzeitig wird das Druckelement dadurch zwischen
ihnen eingeklemmt.
[0003] Mit solchen, mit Druckelementen aus Holz versehenen Transportankern können für die
Praxis ausreichend hohe Tragfähigkeiten erzielt werden. Diese sind deutlich höher
als die mit Ankertypen beispielsweise gemäss
DE 297 06 644 U1 oder
DE 100 38 249 A1 erreichbaren Tragfähigkeiten, bei denen Druckelemente aus Stahl auf die Bügelschenkel
aufgeschweisst sind. Bei diesen Ankertypen treten unter Last Betonabplatzungen auf.
Bei dem Transportanker gemäss
DE 297 06 644 U1 sind die Bügelschenkel an ihren freien Enden aus der Ebene des Stahlbügels heraus
halbkreisförmig umgebogen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die an sich bewährten Transportanker weiter
zu verbessern. Diese Aufgabe wird gelöst durch die im Anspruch 1 angegebenen Massnahmen.
[0005] So sieht die Erfindung unter anderem vor, das Druckelement aus Stahl auszubilden.
Dabei geht die Erfindung davon aus, dass für die mit Druckelementen aus Stahl bei
den bekannten Ankertypen aufgetreten Probleme weniger das Material des Druckelements
ausschlaggebend war, als viel mehr die starre Verbindung des Druckelements mit den
Bügelschenkeln durch Verschweissen. Indem die Erfindung auf eine solch starre Verbindung
verzichtet, kann sie Stahl als Material für den Druckbolzen wieder zur Anwendung bringen.
Daraus ergeben sich unter anderem folgende Vorteile:
Ein Druckbolzen aus Stahl bildet keine Feuchtigkeitsbrücke zwischen den beiden Schalen
der Doppelwand, wie dies mit den wasseraufnehmenden und weiterleitenden Druckbolzen
aus Holz der Fall sein kann. Beim Ausgiessen der Schalen verbindet sich der eingegossene
Beton nicht absolut dicht mit den Schalen, so dass Wasser zwischen die Schalen und
den eingegossenen Beton eindringen kann. Man spricht hierbei von Hinterläufigkeit.
Durch die Druckelemente aus Holz kann das Wasser die Schicht aus dem eingegossenen
Beton queren, so dass ggf. zusätzliche Abdichtungsmassnahmen erforderlich sind.
[0006] Probleme mit den Druckelementen aus Holz ergeben sich auch bei der Herstellung der
Doppelwände. Dabei wird zunächst eine der beiden Schalen in eine mit den üblichen
Gitterträgern zur Bewehrung dieser Schale ausgelegte sowie mit der erforderlichen
Anzahl an Transportankern versehene Schalung gegossen. Die zweite Schale wird entsprechend
erstellt und die erste Schale nach ihrer Aushärtung von oben auf sie aufgesetzt und
in den noch frischen Beton gedrückt. Beim Betonieren der ersten Schale werden die
aus dem Beton dieser Schale hervorstehenden Bewehrungsteile, darunter der oder die
Transportanker, mit einer porösen Betonschicht überzogen, was für ihre Einbettung
in den Beton der zweiten Schale sowie in den zwischen die Schalen später gegossenen
Beton ungünstig ist. Diese Betonschicht wird denn auch in der Regel durch Putzen zumindest
teilweise entfernt. Da sie auf Holz jedoch stärker haftet als auf Stahl, ist ihre
Entfernung von den Holzdruckelementen häufig nur unzureichend. In der fertig ausgegossenen
Wand bildet die poröse Betonschicht zusätzlich zum Holzmaterial eine für Wasser durchlässige
Schicht.
[0007] Mit Druckbolzen aus Stahl lässt sich eine höhere Knickstabilität erreichen. Zumindest
können Stahldruckbolzen gegenüber solchen aus Holz bei vergleichbarer Knickstabilität
schlanker ausgeführt werden.
[0008] Schlanker ausgeführt werden können bei Verwendung eines Stahldruckbolzens auch die
Bügelschenkel bzw. der Stahlbügel insgesamt. Eine schlankere Ausführung des Stahlbügels
ggf. unter Verwendung eines höherwertigen Stahls reduziert das Gewicht des Transportankers.
Bei Druckbolzen aus Holz darf der Durchmesser der Bügelschenkel ein gewisses Mass
nicht unterschreiten, um zu vermeiden, dass sich die Bügelschenkel unter Last in das
Holzmaterial eindrücken.
[0009] Zusätzlich oder als Alternative zur Ausbildung des Druckelements aus Stahl sieht
die Erfindung vor, dass Abschnitte der Bügelschenkel an ihren freien Enden gegenüber
ihrem parallelen Verlauf jeweils in Richtung aufeinander zu abgebogen sind. Die freien
Enden sind somit in der Ebene des Stahlbügels abgebogen. Daraus ergeben sich unter
anderem folgende Vorteile:
Durch die Abbiegung wird die Verankerung der Bügelschenkel in den Doppelwandschalen
erhöht, was allerdings durch das halbkreisförmige Umbiegen der freien Enden wie beim
Transportanker gemäss DE 297 06 644 U1 auch schon erreicht wurde. Durch das Abbiegen in der Ebene des Stahlbügels ragen
die freien Enden bei geeigneter Bemessung ihrer Länge aus den Doppelwandschalen jedoch
innenseitig heraus. An ihnen ist dadurch bereits beim oder auch nach dem Betonieren
der Doppelwandschalen erkennbar, wie tief die Bügelschenkel in sie eingebettet sind.
Eine ungenügend tiefe Einbettung kann zu einer ungenügenden Verankerung der Bügelschenkel
in den Schalen und darüber zu einer reduzierten Tragfähigkeit des Transportankers
führen. Eine ungenügende, aussenseitige Betonüberdeckung der Bügelschenkel kann zu
Rissbildungen, aussenseitigen Betonabplatzungen und darüber zum Eindringen von Feuchtigkeit
in und durch die jeweilige Wandschale sowie letztlich zu Korrosionsschäden an deren
Bewehrung führen.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] So kann das Druckelement jeweils stirnseitig mit von den Bügelschenkeln durchgriffenen
Ausnehmungen versehen sein.
[0012] Damit der Transportanker als Ganzes handhabbar und montierbar ist, kann das Druckelement
zwischen den Bügelschenkeln eingeklemmt und/oder durch eine schweisstechnische Heftung
fixiert ist. Diese Heftung darf jedoch nicht so stark dass, dass sich zwischen dem
Druckelement und den Bügelschenkeln eine unter den aufzunehmenden Lasten starr verhaltende
Verbindung ergibt. Die gewünscht mögliche Verformung der Bügelschenkel unter Last
im Bereich des Druckelements kann durch Einfügen einer dünnen, nur wenige Millimeter
dicken Schicht aus einem gegenüber Stahl weicheren Material, insbesondere aus einem
Kunststoffmaterial, zusätzlich erleichtert werden.
[0013] Das Druckelement kann rohrförmig sein. In diesem Fall ist es bevorzugt, wenn es beispielsweise
an sein Enden durch die Bügelschenkel nicht abgedeckte Öffnungen aufweist, durch welche
Beton in seinen Innenraum eindringen kann und diesen gegen einen Durchtritt von Wasser
verschliesst. Auch andere Öffnungen könnten zu diesem Zweck vorgesehen sein. Alternativ
könnte das rohförmige Druckelement in seiner Längsrichtung durch Einbringen einer
Dichtmasse gegen den Durchtritt von Wasser abgedichtet werden.
[0014] Das Druckelement kann aus zwei Druckelementteilen und einem Verbindungselement zusammengebaut
sein. Das Verbindungselement kann eine Wärmesperre bilden. Insbesondere kann das Verbindungselement
aus einem faserverstärkten Polyamid hergestellt sein. Am Verbindungselement kann eine
Wassersperre angebracht sein, insbesondere in der Form eines am Umfang des Verbindungselements
umlaufenden Vorsprungs.
[0015] Wie dies beim Stand der Technik ebenfalls so vorgesehen ist, können die Bügelschenkel
im Bereich ihrer freien Enden durch einen Quersteg miteinander verbunden sein. Dadurch
werden die Bügelschenkel parallel zueinander gehalten. Ausserdem kann der erwähnte
Klemmdruck auf das Druckelement erzeugt werden. Wenn der Quersteg die Bügelschenkel
jeweils u-förmig umgreift und mit ihnen verschweisst ist, dient dies auch zur Reduktion
der erforderlichen Verankerungslänge der Bügelschenkel. Der Quersteg kann auch ein
Profilstab sein, durch Bohrungen von welchem die Bügelschenkel einfach durchgesteckt
und vorzugsweise darin wieder fest verschweisst sind.
[0016] Der gebogene Mittenabschnitt des Stahlbügels kann zumindest teilweise flexibel ausgeführt
ist. Dadurch kann der Mittenabschnitt für das Einhängen der Anschlagmittel in eine
dafür günstige Position gebracht werden, insbesondere aus den Stahlbeton-Fertigelementen
hervorstehend, und für das Fertigstellen der Betonwand in eine dafür günstige Position,
insbesondere zwischen den Stahlbeton-Doppelwänden. Der Stahlbügel kann aus einem Stahlseil
bestehen. Das Druckelement kann aus einem runden oder eckigen Rohr bestehen, an dessen
Enden Führungselemente angebracht sind, durch welche das Stahlseil geführt ist. Das
Stahlseil kann Verankerungselemente aufweisen, die für die Verankerung in den Stahlbeton-Doppelwänden
vorgesehen sind. Der Abstand zwischen dem Druckelement und dem gebogenen Mittenabschnitt
kann mindestens 150cm betragen. Das Stahlseil kann eine Länge aufweisen, dass über
eine Länge von mindestens 150cm in den Stahlbeton-Doppelwänden geführt werden kann.
Das Stahlseil kann einen Durchmesser von zwischen 5mm bis 12mm aufweisen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0017] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemässen Transportankers;
- Fig. 2
- den Transportanker in einer Seitenansicht;
- Fig. 3
- den Transportanker in einem Teilschnitt (I - I) mit Aufsicht auf drei Ausführungsarten
des Druckelements unter a) - c);
- Fig. 4a)
- den Transportanker in einem weiteren Schnitt (II - II) mit Aufsicht auf einen Quersteg;
- Fig. 4b)
- den Transportanker im Schnitt (II - II) mit Aufsicht auf einen anders ausgebildeten
Quersteg;
- Fig. 5
- eine Ansicht eines Transportankers mit einem Druckelement welches zwei Teile aufweist,
die mit einem Verbindungselement miteinander verbunden sind; und
- Fig. 6
- eine Ansicht eines Transportankers mit einem Stahlbügel, der aus einem Stahlseil besteht.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0018] Der in den Figuren dargestellte Transportanker umfasst einen aus einem Stahlstab
mit rundem Querschnitt hergestellten Stahlbügel 10 mit einem gebogenen Mittenabschnitt
11 zum Einhängen der Anschlagmittel wie einem Kran- oder einem Karabinerhaken. Beidseitig
an den Mittelabschnitt 11 schliessen sich abschnittweise parallel zueinander verlaufende
Bügelschenkel 12 an. Deren untere, freie Endabschnitte 13 sind in Richtung aufeinander
zu abgebogen. Wie dies in Fig. 2 erkennbar ist, erstreckt sich der Stahlbügel 10 in
einer Ebene.
[0019] Am oberen Ende der Bügelschenkel 12 ist zwischen diese ein Druckelement 20 eingefügt.
Im Bereich ihrer freien Enden, jedoch noch dort, wo sie parallel zueinander verlaufen,
sind die Bügelschenkel 12 durch einen Quersteg 30 mit einander verbunden.
[0020] Das Druckelement 20 ist aus Stahl gefertigt und beispielsweise rohrförmig mit rechteckigem
oder rundem Querschnitt ausgebildet. Wie dies in Fig. 3 dargestellt ist, ist das Druckelement
20 jeweils stirnseitig mit von den Bügelschenkeln 12 durchgriffenen Ausnehmungen 21
versehen ist. In Fig. 3a) sind die Ausnehmungen 21 abgerundet und liegen eng an den
Bügelschenkeln 12 an. In Fig. 3b) sind die Ausnehmungen 21 etwa v-förmig. In Fig.
3c) ist zwischen das Druckelement 20 und die Bügelschenkeln 12 eine Zwischenschicht
23 aus einem gegenüber Stahl weicheren Material, insbesondere einem Kunststoffmaterial,
eingefügt. Die Tiefe der Ausnehmungen 21 ist in Fig.3a) etwa entsprechend dem Durchmesser
der Bügelschenkel 12 bemessen. In Fig. 3b) endet das Druckelement 20 etwa beim halben
Durchmesser der Bügelschenkel 12. In Fig.3c) steht das Druckelement 20 beidseitig
etwas über die Bügelschenkel 12 vor. Dabei ist die Tiefe der Ausnehmungen 21 nicht
notwendig mit ihrer Form korreliert.
[0021] In allen drei Ausführungsarten von Fig. 3 sind die Bügelschenkel 12 mit dem Druckelement
20, ausser dass sie in den Ausnehmungen 21 nach drei Seiten hin formschlüssig gehalten
sind, zumindest nicht starr verbunden. Das Druckelement 20 kann ohne weitere Fixierung
einfach zwischen die Bügelschenkel 12 eingefügt und zwischen diesen beispielsweise
klemmend gehalten sein. Möglich wäre auch, wie dies in Fig. 3b) dargestellt ist, die
Bügelschenkel 12 mit dem Druckelement 20 durch eine schweisstechnische Heftung 23
zu verbinden. Eine solche Verbindung oder eine Klemmung dürfen jedoch nur so stark
sein, dass die Handhabung und Montage des Transportankers als Ganzes, andererseits
jedoch gewisse Bewegungen der Bügelschenkel 12 in den Ausnehmungen 21 unter den durch
den Transportanker bestimmungsgemäss aufzunehmenden Lasten möglich sind. Durch das
bei der Ausführungsart von Fig.3c) in den Ausnehmungen 21 zusätzlich vorhandene Kunststoffmaterial
23 werden diese Bewegungen noch erleichtert.
[0022] Sofern das Druckelement 20 wie vorstehend angenommen rohrförmig und breit genug ist,
ist es bevorzugt, wenn es an seinen Enden durch die Bügelschenkel 12 nicht abgedeckte
Öffnungen 24 aufweist, wie sie in Fig. 2 zu erkennen sind. In Fig. 3 sind die seitlichen
Innenwände der drei Druckelemente 20 durch gestrichelte Linien angedeutet. Auch dadurch
ist erkennbar, dass die Druckelemente 20 stirnseitig offen sind. Durch die Öffnungen
24 kann beim Einbau des Transportankers in die Schalen einer Doppelwand Beton in das
Druckelement 20 eindringen, was unter anderem dessen Einbettung in die Schalen verbessert.
Der eingedrungene Beton kann das Druckelement zudem gegen einen Durchtritt von Wasser
verschliessen. Zu diesem Zweck könnte auch eine Dichtmasse in das Druckelement vorgängig
eingebracht werden, was vor allem erforderlich sein kann, wenn das Druckelement 20
nur eine geringe Breite aufweist, so dass Öffnungen 24 nur sehr eng oder ggf. gar
nicht vorhanden sind.
[0023] Wie dies in Fig. 4a zu erkennen ist, sind die Enden 31 des Querstegs 30 jeweils u-förmig
umgebogen und umgreifen mit diesen umgebogenen Enden jeweils die Bügelschenkel 12,
wobei sie mit diesen auch fest verschweisst sind. Auf diese Weise lässt sich der vorerwähnte
Klemmdruck zum Einklemmen des Druckelements 20 zwischen der Bügelschenkeln 12 ebenfalls
erzeugen und aufrechterhalten. Anstelle eines stabförmigen Querstegs mit rundem Querschnitt
und umgebogenen Enden könnte auch ein Profilstab mit beispielsweise rechteckigem,
L- oder U-förmigem Querschnitt verwendet sein, durch endseitige Bohrungen von welchem
die Bügelschenkel 12 einfach durchgesteckt und vorzugsweise darin wieder fest verschweisst
sind. Das lässt sich mit geringerem Aufwand herstellen. Fig. 4b zeigt einen solchen
Profilstab 30' mit nach unten offener U-Form.
[0024] In Fig. 1 sind zwei Schalen 41 und 42 einer Stahlbeton-Doppelwand gestrichelt angedeutet,
so dass erkennbar ist, wie der erfindungsgemässe Transportanker üblicherweise in einer
solchen Doppelwand eingebaut wird. Die beiden nach innen abgebogenen Endabschnitte
13 ragen dabei jeweils aus den Schalen 41 und 42 ein Stück weit heraus. An ihnen ist
erkennbar, ob der Transportanker in den Doppelwandschalen 41 und 42 richtig positioniert
und die Bügelschenkel 12 ausreichend mit Beton überdeckt sind.
[0025] Die die Bügelschenkel 12 umgreifenden, u-förmig gebogenen Enden 31 des Querstegs
30 oder, diesen entsprechend, das die Bohrungen umrahmende Material eines Profilstabs
bewirken bei ausreichend fester Schweissverbindung eine zusätzliche Verankerung bzw.
eine höhere Verbundspannung der Bügelschenkel 12 in den Doppelwandschalen 41 und 42,
wodurch deren Einbindetiefe und damit ihre Länge ggf. kürzer gewählt werden kann.
Bei Verwendung eines Profilstabes sollte dieser dazu möglichst allseitig um mindestens
3 mm über die Bohrungen bzw. die Bügelschenkel 12 vorstehen. Die zusätzliche Verankerung
der Bügelschenkel 12 kann insbesondere von Vorteil sein bei Verwendung von Glattstahl
für den Stahlbügel 10 des erfindungsgemässen Transportankers, wie dies nachstehend
noch erläutert wird. Die Verbundspannung von Glattstahl ist wesentlich geringer als
diejenige von üblichem Betonrippenstahl, so dass die Bügelschenkel 12 relativ lang
bemessen werden müssen. Durch die zusätzliche Verankerung kann die Länge der Bügelschenkel
gegebenenfalls um bis zu 30% geringer bemessen werden.
[0026] Stahlbeton-Doppelwände werden üblicherweise mit langgestreckten Gitterträgern bewehrt.
Sofern der Transportanker 20 mit den Bügelschenkeln 12 quer zur Längserstreckung der
Gitterträger eingebaut werden muss, ist der Quersteg 30 im Weg. Entweder muss der
Quersteg 30 für einen solchen Einbau von vornherein weggelassen oder beispielsweise
durch Absägen entfernt werden. In beiden Fällen ist jedoch beim Betonieren der Doppelwandschalen
und auch danach an den nach innen abgebogenen Enden 13 der Bügelschenkel 12 erkennbar,
ob diese vorschriftsmässig in den Schalen eingebettet sind.
[0027] Für den Stahlbügel des erfindungsgemässen Transportankers wird bevorzugt Glattstahl
der Güte S235 verwendet. Sein Durchmesser liegt dabei typisch im Bereich 13 mm - 20mm,
insbesondere bei 13 mm oder 15 mm. Bei Verwendung eines höherwertigen Stahls z.B.
der Güte S255 könnte der Durchmesser bis auf 10 mm reduziert werden. Ein rohrförmiges
Druckelement könnte bei rechteckigem Querschnitt mit Aussenmassen von lediglich ca.
20 mm x 20 mm eine Wandstärke von ca. 2 mm aufweisen. Die Länge der abgebogenen Endabschnitte
13 kann zwischen30 mm und 100 mm betragen. Die Abbiegung muss nicht rechtwinklig sein.
Ein stumpfer Winkel zwischen 105° und 150° ist ausreichend.
[0028] Fig. 5 zeigt eine Ansicht eines Transportanker mit einem Druckelement 20, welches
aus zwei Druckelementteilen 201, 202 und einem Verbindungselement 203 für die Druckelementteile
201, 202 zusammengebaut ist. Das Verbindungselement 203 hat die Form eines Quaders,
wobei auf zwei Stirnseiten quaderförmige Öffnungen ausgebildet sind. Ein erstes Druckelementteil
201 ist in die eine der quaderförmigen Öffnungen gesteckt und ein zweites Druckelementteil
202 ist in die andere der quaderförmigen Öffnungen gesteckt. Die Werkstoffe und Dimensionierungen,
insbesondere der Werkstoff des Verbindungselements 203 sowie Querschnitt und Länge
der quaderförmigen Öffnungen des Verbindungselements 203, sind so gewählt, dass das
zusammengebaute Druckelement 20 zuverlässig die Funktion erfüllt, eine hohe Tragfähigkeit
zu erzielen. Wird z.B. die Länge der quaderförmigen Öffnungen zu kurz gewählt, dann
kann bei grossen Kräften das Druckelement 20 einknicken.
[0029] Das Verbindungselement 203 ist aus einem Werkstoff hergestellt, welches geeignet
ist, eine Wärmesperre zwischen den beiden Druckelementteilen 201, 202 zu bilden. Das
Verbindungselement 203 ist insbesondere aus einem faserverstärktem Polyamid hergestellt.
[0030] Mit einem in der Fig. 5 gezeigten zusammengebauten Druckelement 20 lässt sich somit
sowohl eine hohe Tragfähigkeit erzielen als auch eine Wärmeisolation zwischen den
Tragschalen 41, 42 herstellen.
[0031] Wie in Fig. 5 schematisch dargestellt, weist das Verbindungselement 203 eine Wassersperre
204 auf. Die Wassersperre 204 wird durch einen am Umfang des Verbindungselements 203
umlaufenden Vorsprung gebildet. Die Dimensionierung des Vorsprungs kann an die gewünschte
Effektivität der Wassersperre angepasst werden, wobei ein grösserer Vorsprung die
Effektivität verbessert. Die Wassersperre 204 verringert oder unterbindet den Wasserfluss
entlang dem Druckelement 20.
[0032] Die beiden Druckelementteile 201, 202 können dieselbe Länge aufweisen. Es ist aber
auch denkbar, dass die Druckelementteile 201, 202 unterschiedlich lang sind.
[0033] Die Druckelementteile 201, 202 können in das Verbindungselement 203 einfach eingesteckt
sein. Es kann auch ein Klebstoff zur Anwendung kommen, um die Druckelementteile 201,
202 mit dem Verbindungselement 203 stoffschlüssig zu verbinden.
[0034] Die Wassersperre 204 kann auf einer Symmetrieachse des Verbindungselements 203 angeordnet
sein. Es ist denkbar, die Wassersperre 204 in Bezug auf das Verbindungselement 203
asymmetrisch anzuordnen. Die Wassersperre 204 kann auch vollständig entfallen.
[0035] Die Oberfläche des Verbindungselements 203 ist in einer Art ausgeführt, dass ein
Anhaften von Beton oder andern Materialien erschwert oder verunmöglicht ist. Dadurch
kann sichergestellt werden, dass durch das Anhaften der Materialien keine zusätzliche
Möglichkeit geschaffen wird für einen Wasserfluss entlang dem Druckelement 20.
[0036] Fig. 6 zeigt einen Transportanker mit einem Stahlbügel 10, welcher aus einem Stahlseil
18 besteht. Die beiden Enden des Stahlseils 18 sind in den Stahlbeton-Doppelwänden
41, 42 geführt. Der mittlere Abschnitt des Stahlseils 18 befindet sich zwischen den
Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 und ragt aus diesen heraus. Der Abstand 19 zwischen
dem mittleren Abschnitt des Stahlseils 18 und dem Druckelement 20 ist so gewählt,
dass das Stahlseil 18 um mindestens 150cm aus den Stahlbeton-Doppelwänden herausragt.
Beim Transport der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 kann das Stahlseil 18 soweit daraus
herausragen, dass keine zusätzlichen Stahlseile angebracht werden müssen, um Anschlagmittel
einzuhängen zum Abheben der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 von einem Transportmittel
und zum Bewegen der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 vom Transportmittel zu einer Einbaustelle,
an welcher die Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 eingebaut werden. Das Anbringen von zusätzlichen
Stahlseilen die eine Mindestlänge aus den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 kann beispielsweise
aufgrund von gesetzlichen Vorschriften erforderlich sein, um zu vermeiden, dass eine
Person vor dem Abheben der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 das Transportmittel besteigen
muss, um die Anschlagmittel einzuhängen.
[0037] Wie in Fig. 6 schematisch dargestellt, ist ein Druckelement 20 vorgesehen, welches
anschliessend an einen mittleren Bereich des Stahlseils 18 angeordnet ist und die
beiden betreffenden Abschnitte des Stahlseils 18 in einem Abstand zueinander hält.
Das Stahlseil 18 ist an den Enden des Druckelements 20 geführt, beispielsweise in
Führungen, die an den Enden des Druckelements 20 angebracht sind. Die Führungen können
ösenförmig ausgeführt sein. Das Druckelement 20 kann als rundes oder eckiges Rohr
ausgeführt sein. Die Führungen können in der Form von kurzen Rohrabschnitten ausgeführt
sein. Die Führungen können an den Enden des Druckelements 20 angeschweisst sein. In
einer Variante haben die Führungen die Form eines zylinderförmigen Rohrs, welches
einen Durchmesser von zwischen 10mm und 30mm, bevorzugt 20mm hat.
[0038] Das Stahlseil 18 hat bevorzugt einen Durchmesser von zwischen 5mm und 1 2mm. Dadurch
ergibt sich zugleich die erforderliche Flexibilität als auch Zugfestigkeit. Das Stahlseil
18 hat bevorzugt eine Länge, dass es über eine Länge von jeweils mindestens 150cm
in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 eingegossen werden kann. Dadurch ergibt sich
eine feste Verankerung des Stahlseils 18 in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42, wie
dies bei geripptem oder profilierten Betonstahl bekannt ist. Die Enden des Stahlseils
18 können zusätzlich mit Verankerungselementen 61, 62 versehen sein, um das Stahlseil
18 in den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 zu verankern. Die Verankerungselemente 61,
62 können in der Form von Seilkauschen ausgeführt sein.
[0039] Das Stahlseil 18 schaut 150cm aus dem Beton oben heraus, so dass ein Arbeiter stehend
neben der Wand den Kranhaken anschlagen kann. Die Wandhöhe beträgt zwischen 2.5m und
3.0m.
[0040] Das Stahlseil 18 ist flexibel und kann je nach Bedarf so angeordnet werden, dass
es nach dem Einbau des Transportankers in vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände 41,
42 aus den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 herausragt oder dass es sich zwischen den
Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 befindet. Wenn das Stahlseil 18 aus den Stahlbeton-Doppelwänden
41, 42 herausragt, ist das Einhängen der Anschlagmittel vereinfacht. Wenn das Stahlseil
18 sich zwischen den Stahlbeton-Doppelwänden 41, 42 befindet, ist das Fertigstellen
einer Betonwand durch Ausgiessen der Stahlbeton-Doppelwände 41, 42 vereinfacht.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0041]
- 10
- Stahlbügel
- 11
- Mittenabschnitt 11
- 12
- Bügelschenkel
- 13
- Endabschnitte der Bügelschenkel
- 20
- Druckelement
- 201, 202
- zwei Teile des Druckelements
- 21
- Ausnehmungen
- 22
- Schicht
- 23
- Heftung
- 24
- Öffnungen
- 30
- Quersteg
- 30'
- Quersteg
- 31
- Enden 31 des Querstegs
- 41
- Doppelwandschale
- 42
- Doppelwandschale
- 50
- Verbindungselement
- 51
- Wassersperre
- 18
- Stahlseil
- 19
- Abstand zwischen Mittenabschnitt und Druckelement
- 61, 62
- Verankerungselemente
1. Transportanker für vorgefertigte Stahlbeton-Doppelwände (41, 42), umfassend: einen
Stahlbügel (10) mit einem gebogenen Mittenabschnitt (11) zum Einhängen der Anschlagmittel
und sich beidseitig an diesen anschliessende, abschnittweise parallel zueinander verlaufende
Bügelschenkel (12), und ein zwischen den Bügelschenkeln (12) angeordnetes, mit diesen
unter den aufzunehmenden Lasten zumindest in ihrer Längsrichtung nicht starr verbundenes
Druckelement (20), dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus Stahl besteht, und/oder dass Abschnitte (13) der Bügelschenkel
(12) an ihren freien Enden gegenüber ihrem parallelen Verlauf jeweils in Richtung
aufeinander zu abgebogen sind.
2. Transportanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) jeweils stirnseitig mit von den Bügelschenkeln (12) durchgriffenen
Ausnehmungen (21) versehen ist.
3. Transportanker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) zu Handhabungszwecken zwischen den Bügelschenkeln (21) eingeklemmt
und/oder durch eine schweisstechnische Heftung (23) fixiert ist.
4. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Druckelement (20) und den Bügelschenkeln (12) eine nur wenige Millimeter
dicke Schicht (22) aus einem gegenüber Stahl weicheren Material, insbesondere einem
Kunststoffmaterial, eingefügt ist.
5. Transportanker nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) rohrförmig ist.
6. Transportanker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das rohförmige Druckelement (20) zumindest an sein Enden durch die Bügelschenkel
(12) nicht abgedeckte Öffnungen (24) ausweist, durch welche Beton in seinen Innenraum
eindringen kann.
7. Transportanker nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das rohförmige Druckelement (20) in seiner Längsrichtung durch Einbringen einer Dichtmasse
gegen den Durchtritt von Wasser abgedichtet ist.
8. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bügelschenkel (12) im Bereich ihrer freien Enden durch einen Quersteg (30) miteinander
verbunden sind.
9. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus zwei Druckelementteilen (201, 202) und einem Verbindungselement
(203) zusammengebaut ist.
10. Transportanker nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (203) eine Wärmesperre bildet, wobei das Verbindungselement
(203) insbesondere aus faserverstärkten Polyamid hergestellt ist.
11. Transportanker nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass am Verbindungselement (203) eine Wassersperre (204) angebracht ist, insbesondere
in der Form eines umlaufenden Vorsprungs.
12. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass der gebogene Mittenabschnitt (11) des Stahlbügels (10) zumindest teilweise flexibel
ausgeführt ist.
13. Transportanker nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahlbügel (10) aus einem Stahlseil (18) besteht.
14. Transportanker nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus einem runden oder eckigen Rohr besteht, an dessen Enden
Führungselemente angebracht sind, durch welche das Stahlseil (18) hindurch geführt
ist.
15. Transportanker nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlseil (18) Verankerungselemente (61, 62) aufweist, die für die Verankerung
in den Stahlbeton-Doppelwänden (41, 42) vorgesehen sind.
16. Transportanker nach einem der Ansprüche 13 - 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (19) zwischen dem Druckelement (20) und dem gebogenen Mittenabschnitt
(11) mindestens 150cm beträgt.
17. Transportanker nach einem der Ansprüche 13 -16, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlseil (18) eine Länge aufweist, dass das Stahlseil (18) über eine Länge von
mindestens 150cm in den Stahlbeton-Doppelwänden (41, 42) geführt werden kann.
18. Transportanker nach einem der Ansprüche 13 - 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlseil (18) einen Durchmesser von zwischen 5mm bis 6mm aufweist.