[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pumpvorrichtung sowie ein Verfahren zur Förderung
von hochviskosen bzw. zähflüssigen Medien, insbesondere von Klebstoffen.
[0002] Vorrichtungen bzw. Verfahren der eingangs genannten Art können beispielsweise verwendet
werden, um Heißleim aus einem Vorratsspeicher zu fördern und für einen Etikettierungsprozess
bereit zu stellen. Bekannt sind hierbei Vorrichtungen, welche sich auf einen Behälter
aufsetzen lassen und den Leim über entsprechende Leitungsverbindungen einer Beleimungswalze
und/oder weiteren Einrichtungen zuführen.
[0003] Eine beheizbare Pumpe für zähflüssige Medien ist beispielsweise aus der
DE 35 42 848 A1 bekannt. Die dort offenbarte Pumpe besitzt eine Kolbenstange, einen Pumpenkolben
sowie ein konzentrisch zur Kolbenstange angeordnetes Steigrohr. Ein Heizkörper ist
wendelförmig um die Kolbenstange geführt. Mittels eines Linearantriebs wird ein Pumpenkolben
zur Förderung von Leim auf und ab bewegt.
[0004] Derartige Vorrichtungen sind in der technischen Umsetzung aufwendig, da sie zur Erzeugung
einer linearen Bewegung des Pumpenkolbens eine komplexe Mechanik benötigen. Auch ist
bei den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen eine regelmäßige und häufige
Wartung notwendig, um einem Defekt der Pumpe vorbeugen zu können. Soll mittels derartiger
Pumpen beispielsweise Heißleim für einen Etikettierprozess zur Verfügung gestellt
werden, so müssen die Pumpen bei Wartung oder Reparatur ausgetauscht werden, wobei
der Etikettierprozess unterbrochen werden muss. Insbesondere für eine Etikettiervorrichtung
bzw. für einen Etikettierprozess wären daher Pumpvorrichtungen wünschenswert, welche
möglichst geringen Verschleißerscheinungen unterliegen und zudem wartungsfreundlich
sind.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist daher eine Pumpvorrichtung sowie eine Etikettiervorrichtung
mit einer derartigen Pumpvorrichtung zur Verfügung zu stellen, welche sich durch einen
einfachen Aufbau und einen wartungsarmen Betrieb auszeichnen. Weiter ist Aufgabe der
vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Förderung von zähflüssigem Medium zur Verfügung
zu stellen, welches einfach und mit keinen oder geringen Komplikationen umgesetzt
werden kann.
[0006] Die obigen Aufgaben werden durch eine Pumpvorrichtung, ein Verfahren und eine Etikettiervorrichtung
gelöst, welche die Merkmale in den Patentansprüchen 1, 9 und 10 umfassen. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen werden durch die Unteransprüche beschrieben.
[0007] Die erfindungsgemäße Pumpvorrichtung ist vorgesehen zur Förderung von hochviskosen
bzw. zähflüssigen Medien, insbesondere von Klebstoffen. Beispielsweise können bevorzugte
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zur Förderung von Kaltleim, insbesondere
Kaseinleim bzw. Lösungen von Klebstoffen vorgesehen sein. Es ist außerdem denkbar,
dass mittels der erfindungsgemäßen Pumpvorrichtung Heißleim und/oder weitere Leime
gefördert werden. Für die bevorzugt zu fördernden Kaltleime eignen sich Verarbeitungstemperaturen
von ca. 15 bis 36 °C, wobei ein sinnvoller Viskositätsbereich bei ca. 20.000 bis 200.000
[mPa·s] bei einer Temperatur von ca. 20 °C liegen kann.
[0008] Die Pumpvorrichtung umfasst eine Zylindereinheit sowie eine zumindest abschnittsweise
durch die Zylindereinheit aufgenommene Kolbeneinheit, die gemeinsam eine nach dem
Hubkolbenprinzip arbeitende Fördereinrichtung bilden. Die Zylindereinheit ist hierbei
auf der Kolbeneinheit gelagert. Die Kolbeneinheit wird rotatorisch angetrieben, während
die Zylindereinheit vom Kolben mitgenommen bzw. von diesem in Rotation versetz wird.
[0009] Weiter umfasst die erfindungsgemäße Pumpvorrichtung wenigstens eine mit einem Motor
in Verbindung stehende Antriebswelle, über welche die Zylindereinheit und die Kolbeneinheit
um eine gemeinsame Achse drehend bewegbar sind. Die Antriebswelle kann bei Betrieb
der Pumpvorrichtung eine lotrechte Orientierung besitzen. Um die Antriebswelle rotierend
anzutreiben, kann der Motor beispielsweise als Getriebemotor und insbesondere als
Elektromotor ausgebildet sein. Auch andere Antriebsvarianten sind denkbar, bspw. hydraulische
Antriebe o. dgl. Derartige Motoren besitzen gegenüber den bei bekannten Pumpvorrichtungen
verwendeten Linearantrieben einen geringeren Wartungsaufwand sowie geringere Verschleißerscheinungen.
Dem Motor und der Antriebswelle kann eine entsprechende Kupplung zwischengeordnet
sein.
[0010] Auch ist eine mit der Fördereinrichtung in mechanischer Koppelung stehende Zwangsführung
vorgesehen, mittels welcher zum Pumpen des jeweiligen zähflüssigen Mediums die drehende
Bewegung der Fördereinrichtung in eine alternierende Hub- und Rückhubbewegung der
Zylindereinheit umgesetzt wird. Da die Kolbeneinheit zumindest abschnittsweise durch
die Zylindereinheit aufgenommen ist, rotieren die Kolbeneinheit sowie die Zylindereinheit
mit gleicher Drehfrequenz. Insbesondere kann es sein, dass auch die Drehfrequenzen
der Antriebswelle und der Fördereinrichtung gleich sind. Denkbar ist zudem, dass die
Zwangsführung die Fördereinrichtung derart führt, dass die Zylindereinheit während
einer vollständigen Umdrehung der Fördereinrichtung eine Hubbewegung sowie eine Rückhubbewegung
ausführt.
[0011] Die Hub- und Rückhubbewegung der Zylindereinheit erfolgt jeweils durch eine Bewegung,
bei welcher die Zylindereinheit und die Kolbeneinheit relativ zueinander verstellt
werden. Denkbar ist hierbei, dass die relative Bewegung durch eine aktive Verstellung
der Kolbeneinheit erfolgt, jedoch auch dass die Relativbewegung über eine aktive Verstellung
der Zylindereinheit bewirkt wird.
[0012] Hierbei kann es sein, dass, wie nachfolgend noch näher beschrieben, die Kolbeneinheit
fest mit der Antriebswelle in Verbindung steht bzw. direkt mechanisch an die Antriebswelle
gekoppelt ist. Zudem kann die Zylindereinheit an die Zwangsführung gekoppelt sein
bzw. mit der Zwangsführung in Wirkverbindung stehen und bei drehender Bewegung der
Fördereinrichtung relativ zur Kolbeneinheit verstellt werden. Die Erfindung ist nicht
auf derartige Ausführungsformen beschränkt, so dass dem Fachmann weitere Möglichkeiten
zur Verfügung stehen, um eine Relativbewegung einer Kolbeneinheit und einer Zylindereinheit
mittels Zwangsführung zu bewirken.
[0013] Weiter kann die Kolbeneinheit im Zylinder entlang einer zumindest näherungsweise
senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle orientierten Richtung geführt sein. Die
Fördereinrichtung kann somit während eines Betriebs der Pumpvorrichtung eine horizontale
Orientierung besitzen bzw. liegend in einem Speicherbehältnis für den Klebstoff angeordnet
sein. Somit können die Längsachsen der Zylindereinheit und/oder der Kolbeneinheit
senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle orientiert sein. Eine Achse, entlang welcher
die Hubbewegung und die Rückhubbewegung der Zylindereinheit verlaufen, kann somit
senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle orientiert sein.
[0014] In besonders bevorzugten Ausführungsformen besitzt die Zylindereinheit der Fördereinrichtung
einen zumindest näherungsweise senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle orientierten
Einlass oder mehrere zumindest näherungsweise senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle
orientierte Einlässe für das hochviskose bzw. zähflüssige Medium, das gefördert werden
soll. In denkbaren Ausführungsformen kann es hierbei sein, dass die Zylindereinheit
genau einen Einlass besitzt, über welchen zähflüssiges Medium bzw. Klebstoff bei einer
Rückhubbewegung der Kolbeneinheit in die Zylindereinheit eintritt. Das zähflüssige
Medium kann hierbei aufgrund der Rückhubbewegung durch die Fördereinrichtung angesaugt
werden. Bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung kann sich der Einlass rotierend
um die Antriebswelle bewegen.
[0015] In weiteren vorstellbaren Ausführungsformen kann die Zylindereinheit auf gegenüberliegenden
Seiten mindestens zwei Einlässe für das hochviskose bzw. zähflüssige Medium besitzen,
die jeweils zumindest näherungsweise senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle orientiert
sind und miteinander fluchten. Sofern die Zylindereinheit mindestens zwei derartige
Einlässe besitzt, können diese bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung gemeinsam
um die Antriebswelle rotieren. Die Kolbeneinheit kann sodann in der Zylindereinheit
vorzugsweise vollständig aufgenommen sein und sich zwischen den mindestens zwei Einlässen
alternierend hin und her bewegen. Die alternierende Bewegung der Kolbeneinheit kann
weiterhin durch eine mechanische Koppelung der Zylindereinheit an die Zwangsführung
bewirkt werden. Somit kann die Zylindereinheit aktiv verstellt werden und hierbei
die Hub- und Rückhubbewegung der Kolbeneinheit bewirken, wohingegen die Kolbeneinheit
fest mit der Antriebswelle verbunden bleibt.
[0016] Die Pumpvorrichtung kann zudem ein oder mehrere Ventile bzw. Rückschlagventile besitzen.
Die ein oder mehreren Ventile können beispielsweise als Kugelventile ausgebildet sein.
Insbesondere können den ein oder mehreren Einlässen jeweils wenigstens ein Ventil
zugeordnet sein und ein oder mehreren Auslässen der Fördereinrichtung wenigstens ein
weiteres Ventil. Hierbei können die den ein oder mehreren Einlässen zugeordneten Ventile
bei einer Hubbewegung der Kolbeneinheit bzw. bei einer Kompression des zähflüssigen
Mediums schließen und bei einer Rückhubbewegung der Kolbeneinheit bzw. bei einem Ansaugen
des zähflüssigen Mediums öffnen.
[0017] Weiter können die den ein oder mehreren Auslässen zugeordneten Ventile bei einer
Hubbewegung der Kolbeneinheit bzw. bei einer Kompression des zähflüssigen Mediums
öffnen und bei einer Rückhubbewegung der Kolbeneinheit bzw. bei einem Ansaugen des
zähflüssigen Mediums schließen.
[0018] Wie vorhergehend bereits erwähnt, kann es sein, dass die Antriebswelle drehfest mit
der Kolbeneinheit der Fördereinrichtung in Verbindung steht. Insbesondere haben sich
derartige Ausführungsformen bewährt, wenn die Antriebswelle zumindest abschnittsweise
einen Kanal zum Transport des zähflüssigen Mediums bereitstellt, welcher mit der Kolbeneinheit
in fluidischer Verbindung steht. Über den Kanal kann die Antriebswelle das zähflüssige
Medium einer Ringkammer zuführen, in welcher Ringkammer ein oder mehrere Heizmedien,
wie wendelförmige Heizspiralen oder dergleichen, angeordnet sind, um das zähflüssige
Medium zu temperieren. Die wendelförmigen Heizspiralen können zumindest abschnittsweise
um die Antriebswelle geführt sein. Die Antriebswelle kann einen Durchbruch aufweisen,
über welchen das zähflüssige Medium in den Ringkanal eintritt. Der Ringkanal kann
zwischen einem Fördergehäuse der Pumpvorrichtung und der Antriebswelle ausgebildet
sein, wobei das Fördergehäuse die Antriebswelle zumindest abschnittsweise aufnimmt.
[0019] Weiter kann die Pumpvorrichtung zumindest eine mechanisch an die Fördereinrichtung
gekoppelte Pleueleinheit umfassen, die mit einem exzentrisch wirkenden Verstellmechanismus
in Verbindung steht. Die Pleueleinheit kann parallel zur Fördereinrichtung orientiert
sein, wobei die Pleueleinheit ihre parallele Orientierung zur Fördereinrichtung während
einer drehenden Bewegung der Fördereinrichtung durchgehend beibehält.
[0020] Der exzentrisch wirkende Verstellmechanismus kann eine Lagerung für die Pleueleinheit
bereitstellen. Insbesondere kann der exzentrisch wirkende Verstellmechanismus selbst
als unbeweglicher Bestandteil der Pumpvorrichtung ausgebildet sein. Bei exzentrischer
Stellbewegung der Pleueleinheit kann diese relativ zum Verstellmechanismus bewegt
werden bzw. um den Verstellmechanismus exzentrisch rotieren. Der exzentrisch wirkende
Verstellmechanismus kann unbeweglich mit einem Gehäusebereich der Pumpvorrichtung
verbunden sein. Weiter kann die Antriebswelle durch den exzentrisch wirkenden Verstellmechanismus
hindurchtreten und ggf. an ihrem nach unten weisenden freien Ende mit der Fördereinrichtung
verbunden bzw. mechanisch mit der Fördereinrichtung gekoppelt sein.
[0021] Insbesondere kann die Pleueleinheit als Scheibe ausgebildet sein, die mit der Fördereinrichtung
in mechanischer Koppelung steht. Eine Breitseitenfläche der Scheibe kann der Fördereinrichtung
zugewandt sein, eine weitere gegenüberliegende Breitseitenfläche der Scheibe kann
der Fördereinrichtung abgewandt sein. Die Scheibe bzw. die Pleueleinheit kann in einer
denkbaren Ausführungsform über die Antriebswelle drehend und vorzugsweise mit gleicher
Drehfrequenz wie die Fördereinrichtung bewegt werden.
[0022] In besonders bevorzugten Ausführungsformen ist keine direkte mechanische Verbindung
zwischen der Antriebswelle und der Fördereinrichtung vorhanden. Beispielsweise kann
es sein, dass die Pleueleinheit mit der Fördereinrichtung mechanisch gekoppelt ist
und eine drehende Bewegung der Pleueleinheit von der Fördereinrichtung über die mechanische
Koppelung auf die Pleueleinheit übertragen wird. Durch die Verbindung der Pleueleinheit
mit dem exzentrisch wirkenden Verstellmechanismus und die mechanische Koppelung der
Pleueleinheit an die Fördereinrichtung kann bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung
und der Pleueleinheit die Hubbewegung und die Rückhubbewegung der Kolbeneinheit bewirkt
werden. Auch besteht die Möglichkeit, die Pleueleinheit mechanisch an die Antriebswelle
zu koppeln, so dass die Pleueleinheit via die Antriebswelle drehend bewegt wird. Bei
drehender Bewegung der Pleueleinheit kann der exzentrisch wirkende Verstellmechanismus
einen radialen Versatz der Pleueleinheit und somit eine Hubbewegung und eine Rückhubbewegung
der Kolbeneinheit bewirken.
[0023] Insbesondere kann es hierbei sein, dass die Kolbeneinheit und die Pleueleinheit über
eine Zapfenverbindung direkt miteinander mechanisch gekoppelt sind. Die Zapfenverbindung
kann in die Pleueleinheit eingreifen und die Pleueleinheit bei drehender Bewegung
der Fördereinrichtung mit der Fördereinrichtung führen. Die Zapfenverbindung kann
eine parallele Orientierung zur Antriebswelle besitzen.
[0024] Bei Betrieb der Pumpvorrichtung kann es sein, dass über die Fördereinrichtung bzw.
über die drehende Zylindereinheit ein Moment auf die gesamte Pumpvorrichtung übertragen
wird. Um dieses Moment zu reduzieren und weiterhin eine stabile Lagerung während einem
Betrieb der Pumpvorrichtung gewährleisten zu können, kann es sein, dass die Pumpvorrichtung
wenigstens ein vorzugsweise allumfänglich um die Fördereinrichtung geführtes Gehäuse
besitzt, das unbeweglich gelagert ist und auf seiner oberen und/oder unteren Seite
wenigstens eine Öffnung besitzt. Beispielsweise kann das Gehäuse zur unbeweglichen
Lagerung mit dem exzentrischen Verstellmechanismus und/oder mit einer ortsfesten Partie
bzw. Komponente der Pumpvorrichtung mechanisch fest verbunden sein. In besonders bevorzugten
Ausführungsformen ist eine Oberseite und/oder eine Unterseite des Gehäuses vollständig
offen ausgebildet. Somit kann das Gehäuse als ein an seiner oberen Seite sowie seiner
unteren Seite geöffneter Hohlzylinder ausgebildet sein, welcher um die Fördereinrichtung
geführt ist bzw. die Fördereinrichtung aufnimmt.
[0025] Da bei Betrieb der Pumpvorrichtung ihre Fördereinrichtung im zähflüssigen Medium
bzw. Klebstoff gelagert ist, kann das zähflüssige Medium bzw. der Leim als Schmiermittel
für bewegte Teile der Fördereinrichtung dienen. Der Verschleiß wird hierdurch weiter
vermindert.
[0026] Zur weiteren Reduzierung des Momentes kann die Pumpvorrichtung ein oder mehrere Stege
und/oder Schaufeln besitzen, die sich insbesondere radial in Richtung weg von der
Antriebswelle erstrecken. Auch die Stege und/oder Schaufeln können unbeweglich gelagert
sein und hierzu ggf. mit dem exzentrischen Verstellmechanismus und/oder mit einer
feststehenden Partie bzw. Komponente der Pumpvorrichtung mechanisch verbunden sein.
[0027] Die vorliegende Erfindung umfasst zudem eine Etikettiervorrichtung. Die erfindungsgemäße
Etikettiervorrichtung ist vorgesehen zum Aufbringen von Etiketten auf Objekte wie
Getränkbehältnisse oder dergleichen. Hierzu umfasst die Etikettiervorrichtung eine
Auftragseinheit für Klebstoff, welche Auftragseinheit über fluidische Leitungsverbindungen
an eine vorherig bereits beschriebene Pumpvorrichtung gekoppelt ist. Die Auftragseinheit
kann beispielsweise als Leimwalze oder dergleichen ausgebildet sein. Die Objekte können
beispielsweise als Getränkebehältnisse ausgebildet sein.
[0028] Die vorliegende Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zur Förderung von
zähflüssigen Medien. Merkmale, die vorhergehend zur Pumpvorrichtung bzw. zur Etikettiervorrichtung
beschrieben wurden, können ebenso bei denkbaren Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgesehen sein. Weiter können Merkmale, welche nachfolgend zu diversen
Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben werden, bei denkbaren
Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Pumpvorrichtung bzw. Etikettiervorrichtung
vorliegen.
[0029] Das Verfahren ist geeignet zur Förderung von zähflüssigen Medien und hierbei insbesondere
von Klebstoffen bzw. Leimen. Bei erfindungsgemäßem Verfahren bilden eine Zylindereinheit
sowie eine zumindest abschnittsweise in der Zylindereinheit aufgenommene Kolbeneinheit
eine Fördereinrichtung für das zähflüssige Medium. Die Fördereinrichtung bzw. die
Zylindereinheit und die Kolbeneinheit werden via eine Antriebswelle um eine gemeinsame
Achse gedreht. Mit der Fördereinrichtung ist eine Zwangsführung mechanisch gekoppelt,
die aus der drehenden Bewegung eine alternierende Hub- und Rückhubbewegung der Kolbeneinheit
auf die Fördereinrichtung überträgt. Im Rahmen der Hub- und Rückhubbewegung werden
die Zylindereinheit und die Kolbeneinheit relativ zueinander bewegt.
[0030] In besonders bevorzugten Ausführungsformen bewirkt die Zwangsführung im Verlauf einer
vollständigen Umdrehung der Fördereinrichtung um 360° wenigstens eine Hubbewegung
und wenigstens eine Rückhubbewegung der Kolbeneinheit.
[0031] Weiter kann die Antriebswelle drehfest mit der Kolbeneinheit in Verbindung stehen
und die Zylindereinheit bei drehender Bewegung der Antriebswelle von der Kolbeneinheit
mitgenommen werden. Hierbei kann die Antriebswelle direkt an die Kolbeneinheit gekoppelt
sein.
[0032] Vorstellbar ist zudem, dass die Hub- und Rückhubbewegung der Kolbeneinheit über eine
Pleueleinheit bewirkt wird, die über einen Verstellmechanismus exzentrisch bewegt
wird und eine mechanische Koppelung zur Fördereinrichtung besitzt. Die Hubbewegung
und die Rückhubbewegung können somit aus einer exzentrischen Verstellung der Pleueleinheit
bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung resultieren.
[0033] Denkbar ist weiter, dass die Pleueleinheit durch ihre mechanische Verbindung zur
Fördereinrichtung mit einem Drehmoment beaufschlagt wird und hieraus resultierend
eine exzentrische Rotationsbewegung erfährt. Die Pleueleinheit kann somit bei ihrer
Rotation mit gleicher Drehfrequenz wie die Fördereinrichtung und/oder die Antriebswelle
bewegt werden. Somit kann ein Drehmoment von der Antriebswelle über die Fördereinrichtung
auf die Pleueleinheit übertragen werden.
[0034] Weiter können die Hubbewegung und die Rückhubbewegung der Kolbeneinheit unter Zuhilfenahme
eines Lagerzapfens bzw. einer Zapfenverbindung bewirkt werden, welcher die Zylindereinheit
und die Pleueleinheit mechanisch miteinander koppelt. Via den Lagerzapfen kann ein
Drehmoment von der Fördereinrichtung auf die Pleueleinheit übertragen werden.
[0035] Insbesondere kann es sein, dass die Fördereinrichtung um eine zumindest näherungsweise
lotrecht orientierte Achse gedreht wird. Die Hubbewegung und die Rückhubbewegung können
somit in horizontaler Richtung oder zumindest näherungsweise in horizontaler Richtung
verlaufen.
[0036] Die Förderung des zähflüssigen Mediums kann in zweckmäßiger Verbindung für einen
Etikettierprozess vorgesehen sein. So ist vorstellbar, dass das zähflüssige Medium
in Richtung einer Auftragseinheit einer Etikettiervorrichtung gefördert wird und die
Objekte via die Auftragseinheit mit dem zähflüssigen Medium beaufschlagt werden.
[0037] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der
beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente
zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen,
da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert
im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.
Figur 1 zeigt einen schematischen und perspektivischen Längsschnitt einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Pumpvorrichtung;
Figur 2 zeigt eine Detailansicht einer unteren Partie des Ausführungsbeispiels einer
Pumpvorrichtung aus Figur 1;
Figur 3 zeigt eine weitere Detailansicht einer unteren Partie des Ausführungsbeispiels
einer Pumpvorrichtung aus den Figuren 1 und 2;
Figur 4 zeigt eine schematische Perspektivansicht einer weiteren Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Pumpvorrichtung;
Figur 5 zeigt eine Detailansicht einer unteren Partie des Ausführungsbeispiels einer
Pumpvorrichtung aus Figur 4.
[0038] Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische Bezugszeichen
verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren
dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die
dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie die erfindungsgemäße
Vorrichtung oder das erfindungsgemäße Verfahren ausgestaltet sein können und stellen
keine abschließende Begrenzung dar.
[0039] Figur 1 zeigt einen schematischen und perspektivischen Längsschnitt einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Pumpvorrichtung 1. Die Pumpvorrichtung 1 besitzt ein Lagergehäuse
5, welches zur Aufnahme einer in Figur 1 nicht dargestellten Kupplung 55 (vgl. Figur
4) ausgebildet ist. Auf das Lagergehäuse 5 kann beispielsweise ein Elektromotor oder
ein anderer Antriebsmotor wie bspw. eine mechanische Antriebsverbindung oder ein hydraulisch
arbeitender Motor o. dgl. aufgesetzt bzw. angeflanscht werden, welcher die Antriebswelle
7 rotierend antreibt. Eine beispielhafte Ausführungsform eines Elektromotors 50 ist
im Ausführungsbeispiel der Figur 4 dargestellt und kann in gleicher oder entsprechender
Weise ebenso für das Ausführungsbeispiel Verwendung finden, das in den Figuren 1 bis
3 illustriert ist.
[0040] Weiter besitzt die Pumpvorrichtung 1 einen Pumpendeckel 3. Der Pumpendeckel 3 wird
vor Inbetriebnahme der Pumpvorrichtung 1 auf ein in Figur 1 nicht dargestelltes Speicherbehältnis
für Klebstoff bzw. für Leim aufgesetzt und schließt das Speicherbehältnis nach oben
hin ab. Der hier nicht gezeigte Speicherbehälter kann normalerweise als Topf oder
Tonne o. dgl. ausgebildet sein, in dessen Innenraum die Pumpvorrichtung 1 mit ihrer
Länge eintaucht, um das darin befindliche hochviskose Medium, insbesondere den Leim
oder Klebstoff nach oben zu einem Auslassstutzen 15 zu fördern, der mit einer Schlauchleitung
oder einer anderen Förderleitung (nicht dargestellt) verbunden sein kann.
[0041] Ein weiterer Bestandteil der Pumpvorrichtung 1 ist das mit der Bezugsziffer 10 bezeichnete
und in Figur 1 beispielhaft dargestellte Fördergehäuse, welches einen zwischen der
Antriebswelle 7 und der Innenmantelfläche des Fördergehäuses 10 ausgebildeten Ringkanal
zum Transport des zähflüssigen bzw. hochviskosen Mediums bzw. des Klebstoffs bereitstellt
und die Antriebswelle 7 zumindest abschnittsweise koaxial umhüllend aufnimmt.
[0042] Die Antriebswelle 7 ist normalerweise annähernd konzentrisch zum hohlzylindrischen
Fördergehäuse 10 orientiert und kann somit in der gezeigten Weise im Fördergehäuse
10 rotieren. Zudem ist eine Heizspule 9 zu erkennen, welche wendelförmig um die Antriebswelle
7 und damit innerhalb des Ringkanals geführt ist und vollständig durch das Fördergehäuse
10 aufgenommen ist. Die Heizspule 9 bewirkt je nach Bedarf eine Erwärmung des entlang
des Fördergehäuses 10 bzw. entlang des Ringkanals in Richtung nach oben transportierten
Klebstoffes bzw. des darin beförderten hochviskosen Mediums.
[0043] Das Fördergehäuse 10 bzw. der zwischen Antriebswelle 7 und der Innenmantelfläche
des Fördergehäuses 10 ausgebildete Ringkanal mündet nach oben hin in einen Rohrstutzen
15, so dass der mittels der Heizspule 9 erwärmte Leim bzw. Klebstoff vom Ringkanal
in den Rohrstutzen 15 gepumpt wird. Der Rohrstutzen 15 ist bevorzugt an ein Beleimungsaggregat
bzw. eine Auftragseinheit für Leim o. dgl. Applikationseinrichtung (nicht dargestellt)
gekoppelt. Die Pumpvorrichtung 1 kann somit als Bestandteil einer Etikettiervorrichtung
ausgebildet sein und einer Auftragseinheit der Etikettiervorrichtung Klebstoff in
steuerbarer Menge zuführen. Über eine Öffnung 32 ist der Rohrstutzen 15 durch den
Pumpendeckel 3 geführt.
[0044] Wie im unteren Bereich der Pumpvorrichtung 1 zu erkennen, steht die Antriebswelle
7 an ihrem nach unten weisenden Ende fest mit einer liegenden Kolbeneinheit 22 in
Verbindung. Die Antriebswelle 7 ist hierbei direkt und drehfest an die Kolbeneinheit
22 gekoppelt. Wird die Antriebswelle 7 rotierend bewegt, so wird hierdurch die Kolbeneinheit
22 zusammen mit der Antriebswelle 7 gedreht. Die Antriebswelle 7 und Kolbeneinheit
22 drehen sich aufgrund der direkten mechanischen Verbindung synchron.
[0045] Zudem ist eine Zylindereinheit 20 gezeigt, die zusammen mit der Kolbeneinheit 22
eine nach dem Hubkolbenprinzip arbeitende Fördereinrichtung 2 für den Klebstoff ausbilden.
Der Transport bzw. die Förderung des Klebstoffes erfolgt hierbei durch eine relative
Bewegung der Zylindereinheit 20 und der Kolbeneinheit 22 nach dem Hubkolbenprinzip.
Die Richtung der Hubbewegung sowie die Rückhubbewegung zwischen Kolbeneinheit 22 und
Zylindereinheit 20 sind aufgrund der Anordnung der Kolbeneinheit 22 und der zugehörigen
Zylindereinheit 20 jeweils senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle 7 orientiert.
[0046] Gleichzeitig liefert die Kolbeneinheit 22 eine Linearführung für die Zylindereinheit
20, so dass die Zylindereinheit 20 in linearer Richtung ihre Hubbewegung sowie ihre
Rückhubbewegung ausführen kann. Eine direkte mechanische Koppelung zwischen der Antriebswelle
7 und der Zylindereinheit 20 ist nicht vorhanden. Somit wird die Zylindereinheit 20
für ihre drehende Bewegung von der Kolbeneinheit 22 mitgeführt und hierbei über die
Kolbeneinheit 22 mit einem Drehmoment beaufschlagt.
[0047] Um bei Hubbewegung und Rückhubbewegung der Zylindereinheit 20 ein Ansaugen und Fördern
des Klebstoffes zu bewirken, sind vorliegend zwei Kugelventile 24 und 26 vorgesehen.
Die Funktion der beiden Kugelventile 24 und 26 ist hierbei derart, dass bei einer
Rückhubbewegung der Kolbeneinheit 22 und der Zylindereinheit 20 das im Bereich des
Einlasses 23 positionierte Ventil 24 öffnet, so dass Klebstoff durch den Einlass 23
in die Zylindereinheit 20 angesaugt wird. Gleichzeitig schließt das Ventil 26, so
dass zum Ansaugen des Klebstoffes ein Unterdruck in der Zylindereinheit 20 aufgebaut
wird. Der Einlass 23 für den Klebstoff ist senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle
7 in die Zylindereinheit 20 eingebracht. Vice versa schließt bei einer Rückhubbewegung
der Kolbeneinheit 20 das im Bereich des Einlasses 23 angeordnete Ventil 24, wohingegen
das weitere Ventil 26 öffnet.
[0048] Die Antriebswelle 7 besitzt einen Kanal 36, der mit der Fördereinrichtung 2 in fluidischer
Verbindung steht bzw. der in die Fördereinrichtung 2 mündet. Da mittels der Rückhubbewegung
der Kolbeneinheit 20 der durch den Einlass 23 angesaugte und sich im Innenraum der
Zylindereinheit 20 befindlich Klebstoff komprimiert wird und hieraus ein Überdruck
in der Fördereinrichtung 2 entsteht, erfolgt ein Transport des Klebstoffes von der
Fördereinrichtung 2 in den Kanal 36 der Antriebswelle 7.
[0049] Der Kanal 36 besitzt einen Durchbruch 41, über welchen der Klebstoff in den Ringraum
des Fördergehäuses 10 geführt wird. Vom Ringraum bzw. vom Fördergehäuse 10 wird der
Klebstoff dann weiter - wie vorhergehend bereits beschrieben - in den Rohrstutzen
15 transportiert bzw. gepumpt.
[0050] In der in Figur 1 gezeigten Position hat die Zylindereinheit 20 bereits eine Rückhubbewegung
ausgeführt, so dass nun Klebemittel in der Fördereinrichtung 2 aufgenommen ist und
der Einlass 23 durch das Kugelventil 24 verschlossen ist. Weiter ist eine Pleueleinheit
19 zu erkennen, die über einen Lagerzapfen 17 mechanisch an die Zylindereinheit 20
gekoppelt ist.
[0051] Die Pleueleinheit 19 steht mit einer exzentrisch wirkenden Verstelleinrichtung 30
in Verbindung und ist durch die Verstelleinrichtung 30 vertikal unbeweglich gelagert.
Durch die mechanische Verbindung der Fördereinrichtung 2 über den Lagerzapfen 17 mit
der Pleueleinheit 19 wird die Pleueleinheit 19 bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung
2 zusammen mit der Fördereinrichtung 2 geführt und von der Fördereinrichtung 2 mit
einem Drehmoment beaufschlagt. Über die Verstelleinrichtung 30 wird die Pleueleinheit
19 bei ihrer drehenden Bewegung exzentrisch versetzt und führt hierbei die Zylindereinheit
20 der Fördereinrichtung 2 mit sich. Der hiermit einhergehende radiale Versatz des
Lagerzapfens 17 zur Drehachse der Antriebswelle 7 bewirkt eine Verstellung der Zylindereinheit
20 in radialer Richtung und somit die Hubbewegung sowie die Rückhubbewegung der Kolbeneinheit
22.
[0052] Figur 1 lässt hierbei erkennen, dass die Hubbewegung sowie die Rückhubbewegung der
Kolbeneinheit 22 durch eine zur Drehachse der Antriebswelle 7 radiale Verstellung
der Zylindereinheit 20 bewirkt wird, während die Kolbeneinheit 22 drehfest mit der
Antriebswelle 7 verbunden ist und keinen radialen Versatz erfährt.
[0053] Die Pleueleinheit 19 ist zudem als Scheibe ausgebildet und rotiert während ihrer
Drehbewegung relativ zum Verstellmechanismus 30, der unbeweglich und fest mit dem
Fördergehäuse 10 verbunden ist.
[0054] Ein weiterer Bestandteil der Pumpvorrichtung 1 ist ein die Fördereinrichtung 2 aufnehmendes
Gehäuse 33, welches als Hohlzylinder und auf seiner oberen Seite sowie auf seiner
unteren Seite offen ausgebildet ist. Hierdurch kann Klebstoff das Gehäuse 33 passieren
und mittel der Fördereinrichtung 2 aufgenommen und transportiert werden. Da die drehende
Bewegung der Fördereinrichtung 2 mit exzentrischem Versatz der Zylindereinheit 20
unter Kontakt mit Klebstoff erfolgt, wirkt während einem Betrieb ein Moment auf die
gesamte Pumpvorrichtung 1. Vorteilhafterweise kann mittels des Gehäuses 33 das auf
die Pumpvorrichtung 1 einwirkende Moment reduziert bzw. abgestützt werden. Das Gehäuse
33 ist hierbei als unbewegliche Manschette 34 ausgebildet und steht mit einer ortsfest
Komponente bzw. einer ortsfesten Partie der Pumpvorrichtung 1 fest in Verbindung.
[0055] Alternativ oder ergänzend zum Gehäuse 33 bzw. zur Manschette 34 kann die Pumpvorrichtung
1 eine oder mehrere radial von der Antriebswelle 7 weg ragende und als ortsfeste Bestandteile
der Pumpvorrichtung 1 ausgebildete Stege und/oder Schaufeln besitzen, die das auf
die Pumpvorrichtung 1 einwirkende Moment reduzieren. Aus Gründen der Übersichtlichkeit
sind die Stege bzw. Schaufeln in den Figuren vorliegender Patentanmeldung nicht mit
dargestellt.
[0056] Figur 2 zeigt eine Detailansicht einer unteren Partie des Ausführungsbeispiels einer Pumpvorrichtung
1 aus Figur 1. Gut zu erkennen ist hierbei nochmals die direkte und drehfeste Verbindung
zwischen der Antriebswelle 7 und der Kolbeneinheit 22. Bei drehender Bewegung der
Antriebswelle 7 rotieren die Antriebswelle 7 und die Kolbeneinheit 22 mit gleicher
Drehfrequenz.
[0057] Auch lässt der schematische und perspektivische Längsschnitt der Figur 2 nochmals
sehr gut erkennen, dass weder die Pleueleinheit 19 noch die Zylindereinheit 20 in
direkter mechanischer Verbindung mit der Antriebswelle 7 stehen. Ein Drehmoment wird
somit von der Antriebswelle 7 auf die Kolbeneinheit 22 übertragen, wobei die Zylindereinheit
20 von der Kolbeneinheit 22 bei ihrer drehenden Bewegung mitgenommen wird. Mittels
der Zapfenverbindung bzw. dem Lagerzapfen 17 wird die Pleueleinheit 19 von der Fördereinrichtung
2 bzw. von der Zylindereinheit 20 mit einem Drehmoment beaufschlagt, so dass die Fördereinrichtung
2 und Pleueleinheit 19 mit gleicher Drehfrequenz rotieren.
[0058] Die Verstelleinrichtung 30 bewirkt, wie vorhergehend bereits erwähnt, einen radialen
Versatz der Pleueleinheit 19, des Lagerzapfens 17 und der Zylindereinheit 20 während
ihrer rotierenden Bewegung. Hierbei rotieren die Pleueleinheit 19, der Lagerzapfen
17 und die Zylindereinheit 20 relativ zum Verstellmechanismus 30, wobei der Verstellmechanismus
30 fest mit dem unbeweglichen Fördergehäuse 10 der Pumpvorrichtung 1 verbunden ist.
Da die Kolbeneinheit 22 fest an die Antriebswelle 7 gekoppelt ist, werden mit dem
radialen Versatz der Zylindereinheit 20 bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung
2 die Hubbewegung sowie die Rückhubbewegung der Kolbeneinheit 22 in der Zylindereinheit
20 bewirkt.
[0059] Figur 3 zeigt eine weitere Detailansicht einer unteren Partie des Ausführungsbeispiels einer
Pumpvorrichtung 1 aus den Figuren 1 und 2. Nochmals dargestellt ist der Einlass 23
der Zylindereinheit 20, der unter Wirkverbindung mit dem Kugelventil 24 geöffnet und
geschlossen werden kann. Der Lagerzapfen 17 ist vorliegend als einstückiger Bestandteil
der Zylindereinheit 20 ausgebildet, kann jedoch in weiteren denkbaren Ausführungsformen
auch als separate Komponente oder als einstückiger Bestandteil der Pleueleinheit 19
ausgebildet sein.
[0060] Darüber hinaus zeigt Figur 3 nochmal eine feste Verbindung zwischen dem Gehäuse 33
bzw. der Manschette 34 und dem exzentrisch wirkenden Verstellmechanismus 30. Da der
exzentrisch wirkende Verstellmechanismus 30 mit dem ortsfesten Fördergehäuse 10 in
Verbindung steht, sind der exzentrisch wirkende Verstellmechanismus 30 sowie das Gehäuse
33 bzw. die Manschette 34 als unbeweglicher Bestandteil der Pumpvorrichtung 1 ausgebildet.
Zudem ist das Fördergehäuse 10 auf den Verstellmechanismus 30 aufgesetzt, wobei der
Verstellmechanismus 30 abschnittsweise in das Fördergehäuse 10 eintaucht.
[0061] Figur 4 zeigt eine schematische Perspektivansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Pumpvorrichtung 1 a. Die Pumpvorrichtung 1 a gemäß Ausführungsbeispiel der Figuren
4 und 5 besitzt auf gegenüberliegenden Seiten der Zylindereinheit 20 jeweils einen
Einlass 23 und 25 für Klebstoff, wobei die Einlässe 23 und 25 senkrecht zur Drehachse
der Antriebswelle 7 miteinander fluchten.
[0062] Die weiteren Komponenten der Pumpvorrichtung 1a, welche nicht als Bestandteil der
Fördereinrichtung 2 ausgebildet sind, besitzen einen identischen Aufbau gemäß der
Pumpvorrichtung 1 aus dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 3,
so dass auf die einzelnen Komponenten nicht wiederholend eingegangen wird.
[0063] Die Kolbeneinheit 22, welche im Ausführungsbeispiel aus den Figuren 4 und 5 vollständig
in der Zylindereinheit 20 aufgenommen ist, wird zwischen den beiden Einlässen 23 und
25 bei drehender Bewegung der Fördereinrichtung 2 hin und her bewegt. Hierzu greift
der Lagerzapfen 17, welcher als fester Bestandteil der Zylindereinheit 20 ausgebildet
ist, in die Pleueleinheit 19 ein. Bei drehender Bewegung der Zylindereinheit 20 wird
die Pleueleinheit 19 rotierend mit der Fördereinrichtung 2 mitbewegt und bewirkt aufgrund
der mechanischen Verbindung zwischen der Pleueleinheit 19 und der Zylindereinheit
20 über den Lagerzapfen 17 einen radialen Versatz der Zylindereinheit 20 bei drehender
Bewegung der Fördereinrichtung 2.
[0064] Dem ersten Einlass 23 ist das erste Kugelventil 24 zugeordnet, während dem zweiten
Einlass 25 das zweite Kugelventil 24' zugeordnet ist. Im Verlauf einer vollständigen
Umdrehung der Fördereinrichtung 2 werden die Kugelventile 24 und 24' abwechselnd geöffnet
und geschlossen, so dass in Abhängigkeit der jeweiligen Position der Kolbeneinheit
22 entweder Klebstoff über den ersten Einlass 23 oder über den zweiten Einlass 25
angesaugt wird. In einem Teilbereich der Zylindereinheit 20 erfolgt über den Zeitverlauf
durchgehend eine Kompression von Klebstoff, wohingegen in einem weiteren Teilbereich
und je nach Position bzw. Bewegungsrichtung der Kolbeneinheit 22 ein Ansaugen von
Klebstoff über den Einlass 23 oder 25 erfolgt.
[0065] Mit Ausführungsformen gemäß dem Beispiel aus den Figuren 4 und 5 lassen sich hohe
Durchsatzraten an Klebstoff pro Zeiteinheit fördern, wobei die Pumpvorrichtung 1a
zudem verschleißarm betrieben werden kann.
[0066] Figur 5 zeigt eine Detailansicht einer unteren Partie des Ausführungsbeispiels einer Pumpvorrichtung
1a aus Figur 4. Mit dargestellt sind nochmals die bereits in Figur 4 gezeigten Kugelventile
26 und 26'. In Abhängigkeit von der relativen Position der Kolbeneinheit 22 in der
Zylindereinheit 20 bzw. in Abhängigkeit von der Drehposition der Fördereinrichtung
2 ist stets eines der beiden Kugelventile 26 oder 26' geöffnet, wohingegen das weitere
der beiden Kugelventile 26 bzw. 26' geschlossen ist. Auch im Ausführungsbeispiel gemäß
den Figuren 4 und 5 steht die Kolbeneinheit 22 in fluidischer Verbindung mit dem Kanal
36 der Antriebswelle 7. Bei Kompression des Klebstoffes bzw. Leims in der Fördereinrichtung
2 kann der Klebestoff bzw. Leim das geöffnete Kugelventil 26 bzw. 26' passieren und
von der Kolbeneinheit 22 in den Kanal 36 der Antriebswelle 7 eintreten. Aus dem Kanal
36 gelangt der Klebstoff bzw. Leim sodann via den Durchbruch 41 in den Ringraum des
Fördergehäuses 10, wird dort temperiert und sodann über den Rohrstutzen 15 (vgl. Figur
4) in Richtung einer nachgeordneten Auftragseinheit einer Etikettiervorrichtung zugeführt.
[0067] Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben.
Es ist jedoch für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der
Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche
zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Pumpvorrichtung
- 2
- Fördereinrichtung
- 3
- Pumpendeckel
- 5
- Lagergehäuse
- 7
- Antriebswelle
- 9
- Heizspule
- 10
- Fördergehäuse
- 15
- Rohrstutzen
- 17
- Lagerzapfen
- 19
- Pleueleinheit
- 20
- Zylindereinheit
- 21
- Durchbruch
- 22
- Kolbeneinheit
- 23
- Einlass
- 24
- Kugelventil
- 25
- Einlass
- 26
- Kugelventil
- 30
- Verstellmechanismus
- 32
- Öffnung
- 33
- Gehäuse
- 34
- Manschette
- 36
- Kanal
- 41
- Durchbruch
- 50
- Elektromotor
- 55
- Kupplung
1. Pumpvorrichtung (1, 1a) zur Förderung von hochviskosen bzw. zähflüssigen Medien, insbesondere
von Klebstoffen, umfassend
- eine Zylindereinheit (20) sowie eine zumindest abschnittsweise durch die Zylindereinheit
(20) aufgenommene Kolbeneinheit (22), die gemeinsam eine nach dem Hubkolbenprinzip
arbeitende Fördereinrichtung (2) bilden,
- wenigstens eine mit einem Motor (50) in Verbindung stehende Antriebswelle (7), über
welche die Zylindereinheit (20) und die Kolbeneinheit (22) um eine gemeinsame Achse
drehend bewegbar sind, sowie
- eine mit der Fördereinrichtung (2) in mechanischer Koppelung stehende Zwangsführung,
welche zum Pumpen des jeweiligen zähflüssigen Mediums die drehende Bewegung der Fördereinrichtung
(2) in eine alternierende Hub- und Rückhubbewegung der Kolbeneinheit (22) umsetzt,
wobei die Kolbeneinheit (22) und die Pleueleinheit (19) über eine Zapfenverbindung
(17) direkt miteinander mechanisch gekoppelt sind,
und wobei die Hub- und Rückhubbewegungen der Kolbeneinheit (22) über eine Pleueleinheit
(19) bewirkbar ist, die über einen Verstellmechanismus (30) exzentrisch bewegbar ist
und eine mechanische Koppelung zur Fördereinrichtung (2) besitzt.
2. Pumpvorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher die Kolbeneinheit (22) in der Zylindereinheit
(20) entlang einer zumindest näherungsweise senkrecht zur Drehachse der Antriebswelle
(7) orientierten Richtung geführt ist.
3. Pumpvorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, bei welcher die Zylindereinheit (20)
der Fördereinrichtung (2) einen oder mehrere zumindest näherungsweise senkrecht zur
Drehachse der Antriebswelle (7) orientierten Einlass (23, 25) für das zähflüssige
Medium besitzt.
4. Pumpvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, bei welcher die Antriebswelle
(7) drehfest mit der Kolbeneinheit (22) der Fördereinrichtung (2) in Verbindung steht.
5. Pumpvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher die Antriebswelle
(7) zumindest abschnittsweise einen Kanal (36) zum Transport des zähflüssigen Mediums
bereitstellt, welcher mit der Kolbeneinheit (22) in fluidischer Verbindung steht.
6. Pumpvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, umfassend zumindest
eine an die Fördereinrichtung (2) mechanisch gekoppelte Pleueleinheit (19), die für
die Hub- und Rückhubbewegung der Kolbeneinheit (22) mit einem exzentrisch wirkenden
Verstellmechanismus (30) in Verbindung steht.
7. Pumpvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, aufweisend wenigstens
ein vorzugsweise allumfänglich um die Fördereinrichtung geführtes Gehäuse (33), welches
unbeweglich gelagert ist und auf seiner oberen und/oder unteren Seite wenigstens eine
Öffnung besitzt.
8. Etikettiervorrichtung zum Aufbringen von Etiketten auf Objekte wie Getränkebehältnisse
oder dergleichen, umfassend wenigstens eine Auftragseinheit für Klebstoff, welche
Auftragseinheit über fluidische Leitungsverbindungen an eine Pumpvorrichtung (1, 1a)
gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7 gekoppelt ist.
9. Verfahren zur Förderung von hochviskosen bzw. zähflüssigen Medien, insbesondere von
Klebstoffen, bei welchem eine Zylindereinheit (20) sowie eine zumindest abschnittsweise
in der Zylindereinheit (20) aufgenommene Kolbeneinheit (22) eine Fördereinrichtung
(2) bilden und via eine Antriebswelle (7) um eine gemeinsame Achse gedreht werden,
wobei mit der Fördereinrichtung (2) eine Zwangsführung mechanisch gekoppelt ist, die
aus der drehenden Bewegung eine alternierende Hub- und Rückhubbewegung der Kolbeneinheit
(22) auf die Fördereinrichtung (2) überträgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei welchem die Zwangsführung im Verlauf einer vollständigen
Umdrehung der Fördereinrichtung (2) um 360° wenigstens eine Hubbewegung und wenigstens
eine Rückhubbewegung der Kolbeneinheit (22) bewirkt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, bei welchem die Antriebswelle (7) drehfest mit
der Kolbeneinheit (22) in Verbindung steht und die Zylindereinheit (20) bei drehender
Bewegung der Antriebswelle (7) von der Kolbeneinheit (22) mitgenommen wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 11, bei welcher die Hub-und
Rückhubbewegung der Kolbeneinheit (22) über eine Pleueleinheit (19) bewirkt wird,
die über einen Verstellmechanismus (30) exzentrisch bewegt wird und eine mechanische
Koppelung zur Fördereinrichtung (2) besitzt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, bei welchem die Hubbewegung und die Rückhubbewegung der
Kolbeneinheit (22) unter Zuhilfenahme einer Zapfenverbindung (17) bewirkt werden,
welche die Zylindereinheit (20) und die Pleueleinheit (19) mechanisch miteinander
koppelt.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 13, bei welchem die Fördereinrichtung
(2) um eine zumindest näherungsweise lotrecht orientierte Achse gedreht wird.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 14, bei welchem das zähflüssige
Medium in Richtung einer Auftragseinheit einer Etikettiervorrichtung gefördert wird
und Objekte via die Auftragseinheit mit dem zähflüssigen Medium beaufschlagt werden.