(19)
(11) EP 3 029 329 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.06.2016  Patentblatt  2016/23

(21) Anmeldenummer: 15196158.8

(22) Anmeldetag:  25.11.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F04D 23/00(2006.01)
F04D 25/16(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 05.12.2014 DE 102014224954

(71) Anmelder: Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG
73730 Esslingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Humburg, Michael
    73035 Göppingen (DE)
  • Eppler, Hermann
    72336 Balingen (DE)

(74) Vertreter: RLTG 
Ruttensperger Lachnit Trossin Gomoll Patent- und Rechtsanwälte Postfach 20 16 55
80016 München
80016 München (DE)

   


(54) SEITENKANALGEBLÄSE, INSBESONDERE FÜR EIN FAHRZEUGHEIZGERÄT


(57) Ein Seitenkanalgebläse, insbesondere für ein Fahrzeugheizgerät, umfasst in einem Gebläsegehäuse (10) einen Gebläsemotor (16) mit einer zur Drehung um eine Drehachse (D) antreibbaren Motorwelle, einen ersten Gebläsegehäusebereich (30) mit einem zu einer ersten Axialseite (32) offenen, die Drehachse (D) ringartig umgebundenen ersten Förderkanal (34) mit einem ersten Fördermediumeintritt (36) und einem ersten Fördermediumaustritt (38), ein der ersten Axialseite (32) des ersten Gebläsegehäusebereichs (30) gegenüberliegendes und den ersten Förderkanal (34) überdeckendes erstes Förderrad (46), wobei das erste Förderrad (46) an einem ersten Endbereich (44) der Motorwelle (20) getragen ist, einen zweiten Gebläsegehäusebereich (52) mit einem zu einer zweiten Axialseite (54) offenen, die Drehachse (D) ringartig umgebenden zweiten Förderkanal (56) mit einem zweiten Fördermediumeintritt (58) und einem zweiten Fördermediumaustritt (60), ein der zweiten Axialseite (52) des zweiten Gebläsegehäusebereichs (50) gegenüberliegendes und den zweiten Förderkanal (56) überdeckendes zweites Förderrad (68), wobei das zweite Förderrad (68) an einem zweiten Endbereich (64) der Motorwelle (20) getragen ist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Seitenkanalgebläse, das beispielsweise in einem Fahrzeugheizgerät eingesetzt werden kann, um die zur Verbrennung mit Brennstoff erforderliche Verbrennungsluft aus der Umgebung des Fahrzeugheizgeräts in eine Brennkammer zu fördern.

[0002] Ein derartiges Seitenkanalgebläse umfasst einen Gebläsemotor mit einer Motorwelle, an dessen Endbereich ein Förderrad getragen ist. Das Förderrad überdeckt einen die Motorwelle bzw. deren Drehachse ringartig umgebenden, axial offenen Förderkanal. Die zu fördernde Luft kann in einem Fördermediumeintritt in den Förderkanal eintreten und kann in einem im Allgemeinen nahe einem Unterbrecherbereich vorgesehenen Fördermediumaustritt aus dem Förderkanal austreten.

[0003] Zur Veränderung der Heizleistung eines Fahrzeugheizgeräts ist es erforderlich, die Menge des zu verbrennenden Brennstoffs und der Verbrennungsluft entsprechend zu variieren. Eine Verbrennungsluftfördermengenanpassung erfolgt im Allgemeinen durch eine Variation der Drehzahl des Gebläsemotors und damit auch des durch diesen zur Drehung angetriebenen Förderrads. Insbesondere bei Heizleistungsstufen mit großer Heizleistung ist es im Allgemeinen erforderlich, das Förderrad mit hohen Drehzahlen von bis zu 10000 Umdrehungen pro Minute zu betreiben. Da sowohl der Leistungsbedarf, also beispielsweise die elektrische Leistungsaufnahme des Gebläsemotors, als auch der Pegel der emittierten Geräusche mit der Drehzahl des Gebläsemotors und somit des Förderrads überproportional ansteigen, arbeiten bekannte Seitenkanalgebläse insbesondere dann, wenn ein Fahrzeugheizgerät mit hoher Heizleistung zu betreiben ist, nicht nur vergleichsweise unökonomisch, sondern auch mit vergleichsweise starker Geräuschemission.

[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Seitenkanalgebläse, insbesondere für ein Fahrzeugheizgerät, vorzusehen, welches bei kompakter Bauart auch bei hoher geforderter Fördermenge ökonomisch und bei geringem Geräuschpegel arbeitet.

[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Seitenkanalgebläse, insbesondere für ein Fahrzeugheizgerät, umfassend:
  • in einem Gebläsegehäuse einen Gebläsemotor mit einer zur Drehung um eine Drehachse antreibbaren Motorwelle,
  • einen ersten Gebläsegehäusebereich mit einem zu einer ersten Axialseite offenen, die Drehachse ringartig umgebenden ersten Förderkanal mit einem ersten Fördermediumeintritt und einem ersten Fördermediumaustritt,
  • ein der ersten Axialseite des ersten Gehäusebereichs gegenüberliegendes und den ersten Förderkanal überdeckendes erstes Förderrad, wobei das erste Förderrad an einem ersten Endbereich der Motorwelle getragen ist,
  • einen zweiten Gebläsegehäusebereich mit einem zu einer zweiten Axialseite offenen, die Drehachse ringartig umgebenden zweiten Förderkanal mit einem zweiten Fördermediumeintritt und einem zweiten Fördermediumaustritt,
  • ein der zweiten Axialseite des zweiten Gebläsegehäusebereichs gegenüberliegendes und den zweiten Förderkanal überdeckendes zweites Förderrad, wobei das zweite Förderrad an einem zweiten Endbereich der Motorwelle getragen ist.


[0006] Bei dem erfindungsgemäß aufgebauten Seitenkanalgebläse können durch einen einzigen Gebläsemotor zwei parallel zueinander wirkende Förderräder betrieben werden. Jedes der Förderräder fördert im Förderbetrieb eine bestimmte Menge des zu fördernden Mediums, also beispielsweise der Verbrennungsluft für ein Fahrzeugheizgerät, so dass durch die Addition der beiden Volumenströme ein in Bezug auf den Betrieb eines einzelnen Förderrads doppelter Volumenstrom bei wesentlich geringerer Förderraddrehzahl erreicht wird. Dies mindert den Leistungsbedarf des Gebläses ebenso wie die Geräuschemission.

[0007] Um bei baulich einfacher Ausgestaltung die Förderräder in einfacher Art und Weise mit der Motorwelle zur gemeinsamen Rotation koppeln zu können, wird vorgeschlagen, dass die Motorwelle mit ihrem ersten Endbereich eine erste Wellendurchtrittsöffnung im ersten Gebläsegehäusebereich zur Kopplung mit dem ersten Förderrad durchsetzt, oder/und dass die Motorwelle mit ihrem zweiten Endbereich eine zweite Wellendurchtrittsöffnung im zweiten Gebläsegehäusebereich zur Kopplung mit dem zweiten Förderrad durchsetzt.

[0008] Eine kompakte Bauart bei sehr guter Bauraumausnutzung kann dadurch erhalten werden, dass die erste Axialseite und die zweite Axialseite axial voneinander weg orientiert sind.

[0009] Zur Unterbringung des Gebläsemotors in dem Gebläsegehäuse wird vorgeschlagen, dass ein Gebläsemotorgehäusebereich vorgesehen ist, wobei in dem Gebläsemotorgehäusebereich ein Stator und ein mit der Motorwelle gekoppelter Rotor angeordnet sind.

[0010] Dabei kann eine baulich einfache Ausgestaltung mit Funktionenverschmelzung der verschiedenen Gehäusebereiche dadurch erreicht werden, dass ein im Gebläsemotorgehäusebereich ausgebildetes Motoraufnahmevolumen axial vom ersten Gebläsegehäusebereich oder/und vom zweiten Gebläsegehäusebereich begrenzt ist.

[0011] Um das durch die beiden Förderräder geförderte Fördermedium als einen vereinheitlichten Fördermediumstrom aus dem Gebläsegehäuse abgeben zu können, wird vorgeschlagen, dass im Gebläsegehäuse ein Fördermediumaustrittsraum ausgebildet ist, wobei der erste Fördermediumaustritt und der zweite Fördermediumaustritt zu dem Fördermediumaustrittsraum führen.

[0012] Eine hinsichtlich der Volumenstromabgabe des zu fördernden Mediums und auch hinsichtlich der Geräuschemission vorteilhafte Anordnung kann vorsehen, dass der erste Fördermediumaustritt und der zweite Fördermediumaustritt einander in axialer Richtung gegenüberliegen oder/und in radialer Richtung oder/und in Umfangsrichtung einander vorzugsweise im Wesentlichen vollständig überlappen.

[0013] Ein gleichmäßiges Förderverhalten der beiden Förderbereiche, jeder umfassend ein Förderrad und einen Förderkanal, kann dadurch unterstützt werden, dass der erste Förderkanal und der zweite Förderkanal bezüglich einer zur Drehachse im Wesentlichen orthogonalen Symmetrieebene zueinander im Wesentlichen spiegelsymmetrisch ausgebildet sind. Ferner kann vorgesehen sein, dass das erste Förderrad und das zweite Förderrad bezüglich einer zur Drehachse im Wesentlichen orthogonalen Symmetrieebene im Wesentlichen spiegelsymmetrisch ausgebildet sind.

[0014] Bei dieser vorangehend angesprochenen spiegelsymmetrischen Gestaltung der Förderkanäle bzw. der Förderräder kann weiter vorgesehen sein, dass der erste Förderkanal und der zweite Förderkanal oder/und das erste Förderrad und das zweite Förderrad ohne Winkelversatz zueinander angeordnet sind. Dies bedeutet, dass bei grundsätzlich gleicher bzw. spiegelsymmetrischer Gestaltung die jeweiligen Baugruppen Förderkanäle bzw. Förderräder auch so bezüglich einander liegen, dass sie in Umfangsrichtung vollständig deckungsgleich positioniert sind. Dies führt zu einem im Wesentlichen symmetrischen Förderverhalten der beiden Förderbereiche.

[0015] Zur Minimierung der vom Gebläse emittierten Geräusche kann es vorteilhaft sein, wenn der erste Förderkanal und der zweite Förderkanal oder/und das erste Förderrad und das zweite Förderrad mit Winkelversatz zueinander angeordnet sind. Hier arbeiten also im Rotationsbetrieb die beiden Gebläsebereiche nicht phasengleich, so dass die Möglichkeit besteht, durch die phasenverschobene Geräuschemission eine destruktive Interferenz zu erreichen.

[0016] Das erste Förderrad kann einen die Drehachse ringartig umgebenden ersten Förderbereich mit einer Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinanderfolgenden ersten Förderschaufeln umfassen. Gleichermaßen kann das zweite Förderrad einen die Drehachse ringartig umgebenden zweiten Förderbereich mit einer Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinanderfolgenden zweiten Förderschaufeln umfassen.

[0017] Um bei dieser Anordnung die vorangehend angesprochene spiegelsymmetrische Gestaltung der beiden Förderräder zu erreichen, wird vorgeschlagen, dass ein Anordnungsmuster der ersten Förderschaufeln einem Anordnungsmuster der zweiten Förderschaufeln entspricht. Beispielsweise können die ersten Förderschaufeln und die zweiten Förderschaufeln mit gleichem oder gleich variierendem Umfangsabstand zueinander angeordnet sein, was nicht zwingend bedeutet, dass die beiden Förderräder an der Motorwelle so getragen sein müssen, dass bei grundsätzlich gleicher bzw. spiegelsymmetrischer Gestaltung derselben diese auch ohne Winkelversatz zueinander liegen.

[0018] Die kompakte Bauart des erfindungsgemäßen Seitenkanalgebläses kann weiter dadurch unterstützt werden, dass im Gebläsegehäuse ein Fördermediumeintrittsraum ausgebildet ist, wobei der erste Fördermediumeintritt und der zweite Fördermediumeintritt von dem Fördermediumeintrittsraum weg führen.

[0019] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren detailliert beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung eines Seitenkanalgebläses mit zwei durch einen Gebläsemotor angetriebenen Förderrädern;
Fig. 2
eine perspektivische Explosionsdarstellung des Seitenkanalgebläses der Fig. 1;
Fig. 3
eine weitere perspektivische Explosionsdarstellung des Seitenkanalgebläses der Fig. 1.


[0020] In Fig. 1 ist ein Seitenkanalgebläse allgemein mit 8 bezeichnet. Das Seitenkanalgebläse 8, welches beispielsweise zum Fördern von Verbrennungsluft zu einem brennstoffbetriebenen Fahrzeugheizgerät eingesetzt werden kann, umfasst ein Gebläsegehäuse 10, das im dargestellten Beispiel mit einem ersten Gehäuseteil 12 und einem zweiten Gehäuseteil 14 aufgebaut ist. Im Gebläsegehäuse 10 ist ein allgemein mit 16 bezeichneter elektrisch zu erregender Gebläsemotor mit einem Stator 18 und einem mit einer Motorwelle 20 gekoppelten Rotor 22 vorgesehen. Ein den Gebläsemotor 16 im Wesentlichen aufnehmender Gebläsemotorgehäusebereich 24 umfasst am ersten Gehäuseteil 12 sowie am zweiten Gehäuseteil 14 jeweilige im Wesentlichen kreiszylindrische Wandungen 26, 28, welche zu einer Drehachse D des Gebläsemotors 16 im Wesentlichen konzentrisch angeordnet sind und im Zusammenbauzustand ein Motoraufnahmevolumen des Gebläsegehäuses 10 gemeinsam umgeben.

[0021] Am ersten Gehäuseteil 12 ist ein erster Gebläsegehäusebereich 30 vorgesehen. Dieser umfasst einen zu einer ersten Axialseite 32 offenen, die Drehachse D ringartig umgebenden ersten Förderkanal 34 mit einem ersten Fördermediumeintritt 36 und einem ersten Fördermediumaustritt 38. Zum Vermeiden eines Strömungskurzschlusses im Förderkanal 34 sind der erste Fördermediumeintritt 36 und der erste Fördermediumaustritt 38 durch einen ersten Unterbrecherbereich 40 voneinander getrennt.

[0022] Ein erster Endbereich 44 der Motorwelle 20 durchsetzt eine Wellendurchtrittsöffnung 42 im ersten Gebläsegehäusebereich 30, so dass mit diesem ersten Endbereich 44 ein erstes Förderrad 46 beispielsweise durch Aufpressen gekoppelt werden kann. Das erste Förderrad 46 umfasst dem ersten Förderkanal 34 gegenüberliegend einen ersten Förderbereich 48 mit einer Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinander folgenden ersten Förderschaufeln 50. Im Rotationsbetrieb dreht sich das erste Förderrad 46 in einer durch einen Pfeil P1 angedeuteten Drehrichtung um die Drehachse D und fördert dadurch zu förderndes Medium, z.B. Luft, entlang des ersten Förderkanals 34 vom ersten Fördermediumeintritt 36 zum ersten Fördermediumaustritt 38.

[0023] Am zweiten Gehäuseteil 14 ist ein zweiter Gebläsegehäusebereich 52 mit einem zu einer zweiten Axialseite 54 offenen, die Drehachse D ringartig umgebenden zweiten Förderkanal 56 vorgesehen. Dem zweiten Förderkanal 56 sind ein zweiter Fördermediumeintritt 58, ein zweiter Fördermediumaustritt 60 und ein dazwischen liegender zweiter Unterbrecherbereich 62 zugeordnet. Ein zweiter axialer Endbereich 64 der Motorwelle 20 durchsetzt eine zweite Wellendurchtrittsöffnung 66 im zweiten Gebläsegehäusebereich 52, so dass ein zweites Förderrad 68 beispielsweise durch Aufpressen auf den zweiten Endbereich 64 der Motorwelle 20 mit dieser drehfest gekoppelt werden kann. Das zweite Förderrad 68 umfasst dem zweiten Förderkanal 56 axial gegenüberliegend einen zweiten Förderbereich 70 mit einer Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinander folgenden zweiten Förderschaufeln 72. Da das erste Förderrad 46 und das zweite Förderrad 68 mit der Motorwelle 20 zur gemeinsamen Drehung gekoppelt sind, rotiert das zweite Förderrad 68 in einer durch den Pfeil P2 indizierten Drehrichtung um die Drehachse D, wobei diese Drehrichtung der Drehrichtung des ersten Förderrads 46 entspricht. Entsprechend der Förderwirkung des ersten Förderrads 46 fördert im Rotationsbetrieb auch das zweite Förderrad 68 Luft vom zweiten Fördermediumeintritt 58 entlang des zweiten Förderkanals 56 zum zweiten Fördermediumaustritt 60.

[0024] Im Gebläsegehäuse 10 ist begrenzt durch zwei Wandungen 74, 76, welche teilweise am ersten Gehäuseteil 12 und teilweise am zweiten Gehäuseteil 14 ausgebildet sein können, ein Fördermediumeintrittsraum 78 ausgebildet. Eine z.B. in einem Stutzen ausgebildete Eintrittsöffnung 80 führt zu dem Fördermediumeintrittsraum 78. Zu dem Fördermediumeintrittsraum 78 sind ferner die beiden Fördermediumeintritte 36, 58 offen, so dass die in den Fördermediumeintrittsraum 78 gelangende Luft über die Fördermediumeintritte 36, 58 in den ersten Förderkanal 34 und den zweiten Förderkanal 56 strömen kann. Da die beiden Wandungen 74, 76 so angeordnet sind, dass der Fördermediumeintrittsraum 78 die im Wesentlichen den Gebläsemotorgehäusebereich 24 bereitstellenden Wandungen 26, 28 umgibt, kann im Förderbetrieb im Bereich des Gebläsemotors 16 entstehende Wärme von dem in Richtung zu den beiden Förderkanälen 34, 56 strömenden Medium Luft abgeführt werden.

[0025] Im Gebläsegehäuse 10 ist ferner ein im Wesentlichen auch von der Wandung 74 begrenzter bzw. zum Fördermediumeintrittsraum 78 hin abgegrenzter Fördermediumaustrittsraum 82 ausgebildet. Dieser Fördermediumaustrittsraum 82 kann an einer Seite des Gebläsegehäuses 10 offen sein, an welcher dieses beispielsweise an eine Brennkammerbaugruppe eines Fahrzeugheizgeräts anschließend positioniert werden kann. Die beiden Fördermediumaustritte 38, 60 führen das aus den Förderkanälen 34, 56 austretende geförderte Medium in den Fördermediumaustrittsraum 82, aus welchem dann ein vereinheitlichter, gemeinsamer Strom des Fördermediums das Gebläsegehäuse 10 verlassen kann.

[0026] Man erkennt in den Fig. 1 bis 3, dass bei der dargestellten Ausgestaltungsform die beiden in den Gebläsegehäusebereichen 30, 52 vorgesehenen und an bezüglich einander entgegengesetzten Axialseiten 32, 54 offenen Förderkanäle 34, 56 bezüglich einer zur Drehachse D im Wesentlichen orthogonalen Symmetrieebene im Wesentlichen spiegelsymmetrisch ausgebildet sind. Im dargestellten Beispiel sind diese beiden Förderkanäle 34, 56 nicht nur spiegelsymmetrisch ausgebildet, also weisen eine zueinander spiegelsymmetrische geometrische Gestaltung auf, sondern sie sind auch ohne Winkelversatz um die Drehachse D bezüglich einander positioniert, so dass die beiden Fördermediumaustritte 38, 60 einander in Umfangsrichtung und in Radialrichtung vollständig überlappend, mithin einander axial gegenüberliegend positioniert sind. Somit wird die Erzeugung eines vereinheitlichten Fördermediumstroms aus dem Gebläsegehäuse 10 bzw. dem Fördermediumaustrittsraum 82 heraus unterstützt.

[0027] Auch die beiden Förderräder 46, 68 können derart aufgebaut sein, dass sie eine zueinander im Wesentlichen spiegelsymmetrische Gestaltung insbesondere ihrer Förderbereiche 48, 70 aufweisen. Dies bedeutet, dass bei beiden Förderrädern 46, 68 die ersten bzw. zweiten Förderschaufeln 50, 72 mit gleichem Umfangsabstand bzw. gleicher Variation des Umfangsabstands, beispielsweise gemäß einer pseudostatistischen Binärfolge, angeordnet sein können. Die beiden somit grundsätzlich spiegelsymmetrisch zueinander aufgebauten Förderräder 46, 68 können an der gemeinsamen Motorwelle 20 so angebracht werden, dass sie ohne Winkelversatz, also auch mit spiegelsymmetrischer Positionierung auf der Motorwelle 20 getragen sind. Alternativ ist es möglich, die beiden Förderräder 46, 68 mit Winkelversatz zueinander anzuordnen, der beispielsweise der Hälfte des Winkelabstandes oder des mittleren Winkelabstandes der unmittelbar aufeinander folgenden Förderschaufeln 50, 72 entsprechen kann. Somit kann das Entstehen konstruktiver Interferenzen in der Schallausbreitung vermieden werden bzw. durch destruktive Überlagerung eine Geräuschminimierung unterstützt werden.

[0028] Durch das Betreiben zweier Förderräder mit einem einzigen Gebläsemotor und das Erzeugen eines daraus resultierenden gemeinsamen Stroms des zu fördernden Mediums, also beispielsweise der Verbrennungsluft für ein Fahrzeugheizgerät, wird es möglich, vergleichsweise große Fördermengen bei geringerer Drehzahl zu erreichen. Versuche haben gezeigt, dass mit dem erfindungsgemäßen Aufbau bei einer Drehzahl von 7000 Umdrehungen pro Minute nahezu der gleiche Fördermediumstrom erreicht werden kann, wie bei einem mit einem einzigen Förderrad aufgebauten Gebläse bei einer Drehzahl von 10000 Umdrehungen pro Minute, jeweils bezogen auf den gleichen an einem Heizgerät entstehenden Gegendruck. Mit dieser zur Erlangung eines vorgegebenen Volumenstroms deutlich geminderten Drehzahl wird auch die mit der dritten Potenz der Drehzahl einhergehende Leistungsaufnahme des Gebläses bzw. des Gebläsemotors deutlich gemindert, ebenso wie der Schalldruckpegel.


Ansprüche

1. Seitenkanalgebläse, insbesondere für ein Fahrzeugheizgerät, umfassend:

- in einem Gebläsegehäuse (10) einen Gebläsemotor (16) mit einer zur Drehung um eine Drehachse (D) antreibbaren Motorwelle,

- einen ersten Gebläsegehäusebereich (30) mit einem zu einer ersten Axialseite (32) offenen, die Drehachse (D) ringartig umgebundenen ersten Förderkanal (34) mit einem ersten Fördermediumeintritt (36) und einem ersten Fördermediumaustritt (38),

- ein der ersten Axialseite (32) des ersten Gebläsegehäusebereichs (30) gegenüberliegendes und den ersten Förderkanal (34) überdeckendes erstes Förderrad (46), wobei das erste Förderrad (46) an einem ersten Endbereich (44) der Motorwelle (20) getragen ist,

- einen zweiten Gebläsegehäusebereich (52) mit einem zu einer zweiten Axialseite (54) offenen, die Drehachse (D) ringartig umgebenden zweiten Förderkanal (56) mit einem zweiten Fördermediumeintritt (58) und einem zweiten Fördermediumaustritt (60),

- ein der zweiten Axialseite (52) des zweiten Gebläsegehäusebereichs (50) gegenüberliegendes und den zweiten Förderkanal (56) überdeckendes zweites Förderrad (68), wobei das zweite Förderrad (68) an einem zweiten Endbereich (64) der Motorwelle (20) getragen ist.


 
2. Seitenkanalgebläse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Motorwelle (20) mit ihrem ersten Endbereich (44) eine erste Wellendurchtrittsöffnung (42) im ersten Gebläsegehäusebereich (30) zur Kopplung mit dem ersten Förderrad (46) durchsetzt,
oder/und
dass die Motorwelle (20) mit ihrem zweiten Endbereich (64) eine zweite Wellendurchtrittsöffnung (66) im zweiten Gebläsegehäusebereich (50) zur Kopplung mit dem zweiten Förderrad (68) durchsetzt.
 
3. Seitenkanalgebläse nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Axialseite (32) und die zweite Axialseite (54) axial voneinander weg orientiert sind.
 
4. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Gebläsemotorgehäusebereich (24) vorgesehen ist, wobei in dem Gebläsemotorgehäusebereich (24) ein Stator (18) und ein mit der Motorwelle (20) gekoppelter Rotor (22) angeordnet sind.
 
5. Seitenkanalgebläse nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass ein in dem Gebläsemotorgehäusebereich (24) ausgebildetes Motoraufnahmevolumen axial vom ersten Gebläsegehäusebereich (30) oder/und vom zweiten Gebläsegehäusebereich (52) begrenzt ist.
 
6. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass im Gebläsegehäuse (10) ein Fördermediumaustrittsraum (82) ausgebildet ist, wobei der erste Fördermediumaustritt (38) und der zweite Fördermediumaustritt (60) zu dem Fördermediumaustrittsraum (82) führen.
 
7. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Fördermediumaustritt (38) und der zweite Fördermediumaustritt (60) einander in axialer Richtung gegenüberliegen oder/und in radialer Richtung oder/und in Umfangsrichtung einander vorzugsweise im Wesentlichen vollständig überlappen.
 
8. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Förderkanal (34) und der zweite Förderkanal (56) bezüglich einer zur Drehachse (D) im Wesentlichen orthogonalen Symmetrieebene zueinander im Wesentlichen spiegelsymmetrisch ausgebildet sind.
 
9. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Förderrad (46) und das zweite Förderrad (68) bezüglich einer zur Drehachse (D) im Wesentlichen orthogonalen Symmetrieebene im Wesentlichen spiegelsymmetrisch ausgebildet sind.
 
10. Seitenkanalgebläse nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Förderkanal (34) und der zweite Förderkanal (56) oder/und das erste Förderrad (46) und das zweite Förderrad (68) ohne Winkelversatz zueinander angeordnet sind.
 
11. Seitenkanalgebläse nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Förderkanal (34) und der zweite Förderkanal (56) oder/und das erste Förderrad (46) und das zweite Förderrad (68) mit Winkelversatz zueinander angeordnet sind.
 
12. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Förderrad (46) einen die Drehachse (D) ringartig umgebenden ersten Förderbereich (48) mit einer Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinander folgenden ersten Förderschaufeln (50) umfasst und dass das zweite Förderrad (68) einen die Drehachse (D) ringartig umgebenden zweiten Förderbereich (70) mit einer Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinander folgenden zweiten Förderschaufeln (72) umfasst.
 
13. Seitenkanalgebläse nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Anordnungsmuster der ersten Förderschaufein (50) einem Anordnungsmuster der zweiten Förderschaufeln (72) entspricht.
 
14. Seitenkanalgebläse nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass im Gebläsegehäuse (10) ein Fördermediumeintrittsraum (78) ausgebildet ist, wobei der erste Fördermediumeintritt (36) und der zweite Fördermediumeintritt (58) vom Fördermediumeintrittsraum (78) weg führen.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht