[0001] Die Erfindung betrifft einen Rotor sowie ein Verfahren zur Instandsetzung eines Rotors
für einen Prallbrecher, zur Zerkleinerung von Baustoffen, Gestein oder dergleichen,
wobei der Rotor aus einer Rotorwelle mit in axialer Richtung der Rotorwelle seitlich
anliegend oder beabstandet angeordneten Tragscheiben, und an den Tragscheiben angeordneten
Befestigungsvorrichtungen für Schlagleisten gebildet ist, wobei mittels der Befestigungsvorrichtung
eine Schlagleiste lösbar an den Tragscheiben formschlüssig befestigbar ist, wobei
die Befestigungsvorrichtung von zumindest zwei Backen ausgebildet ist, wobei die Backen
mit den Tragscheiben fest verbunden sind, wobei die Backen derart voneinander beabstandet
und an den Tragscheiben angeordnet sind, dass die Backen eine Schlagleistenaufnahme
ausbilden und die Schlagleiste zwischenliegend den Backen anordbar ist.
[0002] Die aus dem Stand der Technik bekannten Rotoren werden in Zerkleinerungsmaschinen
eingesetzt, die regelmäßig als Prallbrecher oder Prallmühle bezeichnet werden. Diese
Rotoren weisen Schneiden oder Kanten auf, die durch sogenannte Schlagleisten ausgebildet
werden, und die eine Zerkleinerung eines der Zerkleinerungsmaschine zugeführten Aufgabeguts
bewirken. Eine Zerkleinerung von Aufgabegut bzw. Aufgabestücken erfolgt dabei im Wesentlichen
durch Prall der Aufgabestücke. Die an einem Außenumfang des Rotors angeordneten Schlagleisten
schleudern die Aufgabestücke an eine Innenwandung eines Zerkleinerungsraums, derart,
dass die Aufgabestücke beim Auftreffen auf die Schlagleiste oder der Innenwandung
zerkleinert werden. Dabei wirken die Schneiden bzw. Schlagleisten des Rotors auch
mit einer Prallschwinge oder Prallplatte im Zerkleinerungsraum zusammen. Die Prallschwinge
ist im Wesentlichen plattenförmig ausgebildet und im Zerkleinerungsraum relativ zum
Rotor so angeordnet, dass zwischen der Prallschwinge bzw. einer unteren Kante der
Prallschwinge und dem Rotor ein Spalt einer bestimmten Größe ausgebildet ist. Durch
einen Aufgabeschacht dem Zerkleinerungsraum zugeführtes Aufgabegut fällt unter anderem
auf den Rotor und wird von den Schlagleisten entsprechend einer Drehrichtung des Rotors
auf die Prallschwinge geschleudert und durch Prall zerkleinert. Stücke von Aufgabegut,
die größer als der ausgebildete Spalt sind, können diesen nicht passieren und verbleiben
im Zerkleinerungsraum so lange, bis sie eine entsprechende Größe zum Passieren des
Spalts aufweisen. Derartige Rotoren werden zur Zerkleinerung von Baustoffen, wie beispielsweise
Beton oder Bauschutt, Gestein oder dergleichen eingesetzt.
[0003] Die bekannten Rotoren sind in der Regel derart aufgebaut, dass auf einer Rotorwelle
die Rotorwelle umgebende Tragscheiben angeordnet sind. Diese Tragscheiben können voneinander
beabstandet oder aneinander anliegend angeordnet sein. An einem Außenumfang der Tragscheiben
bzw. an in den Tragscheiben ausgebildeten Ausnehmungen oder Nuten sind regelmäßig
Backen angeordnet, die eine Schlagleistenaufnahme ausbilden. Die Schlagleisten können
so jeweils zwischenliegend den Backen, in axialer Richtung der Rotorwelle verlaufend,
am Außenumfang des Rotors angeordnet und befestigt werden. Die vorbeschriebenen Bauteile
des Rotors sind vergleichsweise massiv ausgebildet, um eine Schwungmasse des Rotors
zu erhalten, die einen verhältnismäßigen Gleichlauf des Rotors im Einsatz sowie eine
strömungsfreie Ableitung der auf die Schlagleistenaufnahmen wirkenden Kräfte sicherstellt.
Die Rotorwelle, die Tragscheiben und die Backen bestehen regelmäßig aus einem kostengünstigen
Baustahl und sind miteinander durch Schweißen verbunden. Dabei werden sämtliche Verbindungskanten
mit Schweißnähten versehen, um einen möglichst stabilen Rotor zu erhalten. Nach einem
Verschweißen der Bauteile wird der so ausgebildete Rotor spannungsfrei geglüht, um
eventuelle Spannungsrisse im Betrieb zu vermeiden.
[0004] Die Schlagleisten werden zwischen den Backen in der Schlagleistenaufnahme eingesetzt,
wobei die Schlagleisten formschlüssig in der Schlagleistenaufnahme befestigt werden.
Dazu kann eine Schlagleiste beispielsweise eine Nase aufweisen, die in eine übereinstimmend
ausgebildete Nut in einer Backe eingeschoben wird oder umgekehrt. Auch kann eine Schlagleiste
und eine Backe jeweils eine Nut aufweisen, in die dann beispielsweise ein Rundstab,
in axialer Richtung der Rotorwelle verlaufend, eingeschoben wird. Die auf die Schlagleiste
in radialer Richtung wirkenden Fliehkräfte werden dann über die formschlüssige Verbindung
in den Backen bzw. die Tragscheiben eingeleitet. Weiter ist die Schlagleiste regelmäßig
mit einem Spiel von 3 bis 6 mm in der Schlagleistenaufnahme angeordnet, und kann sich
während eines Betrieb des Rotors innerhalb dieser Grenzen bewegen, bzw. verkippen.
Dieses Spiel ist erforderlich, um die Schlagleiste nach einem Verschleiß derselben
wieder aus der Schlagleistenaufnahme entfernen zu können. Ein durch das Spiel gebildeter
Spalt kann dabei mit zerkleinertem Aufgabegut verfüllt sein. Gleichwohl ist es wichtig,
dass die Backen der Schlagleistenaufnahme eine vergleichsweise große und stabile Anlagefläche
für die Schlagleisten zur Verfügung stellen. Durch bei einer Rotation des Rotors auf
Außenflächen der Schlagleisten auftreffendes Aufgabegut wirken besonders große Kräfte
auf eine obere Kante einer in Rotationsrichtung des Rotors hinteren Backe sowie auf
eine untere Kante bzw. Innenfläche der Schlagleistenaufnahme einer vorderen Backe.
Hier kann es vorkommen, dass die obere Kante bzw. Fläche der hinteren Backe beschädigt
wird. Das heißt, aus der Backe kann ein Materialstück ausbrechen. Je nach Größe des
ausgebrochenen Materialstücks kann dieses durch Aufschweißen ersetzt werden. Ein Aufschweißen
birgt jedoch die Gefahr eines Bruches einer anderen Schweißnaht an dem Rotor infolge
von durch das Aufschweißen erzeugten Spannungen. Auch ist ein ergänzendes Spannungsfrei-Glühen
des Rotors erforderlich. Bei vergleichsweise großen Ausbrüchen von Material ist ein
Aufschweißen gänzlich unmöglich, so dass der Rotor vollständig durch einen neuen Rotor
ersetzt werden muss. In diesem Fall sind die Kosten eines Ersatzes des Rotors infolge
einer scheinbar geringen Beschädigung sehr hoch.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Rotor, eine Zerkleinerungsmaschine
mit einem Rotor, sowie ein Verfahren zur Instandsetzung eines Rotors vorzugschlagen,
mit dem bzw. der ein kostengünstiger Betrieb einer Zerkleinerungsmaschine ermöglicht
wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Rotor mit den Merkmalen des Anspruchs 1, eine Zerkleinerungsmaschine
mit den Merkmalen des Anspruchs 19 und ein Verfahren zur Instandsetzung eines Rotors
mit den Merkmalen des Anspruchs 20 gelöst.
[0007] Der erfindungsgemäße Rotor für einen Prallbrecher, zur Zerkleinerung von Baustoffen,
Gestein oder dergleichen, ist aus einer Rotorwelle mit in axialer Richtung der Rotorwelle
angeordneten Tragscheiben, und an den Tragscheiben angeordneten Befestigungsvorrichtungen
für Schlagleisten gebildet, wobei mittels der Befestigungsvorrichtung eine Schlagleiste
lösbar an den Tragscheiben befestigbar ist, wobei die Befestigungsvorrichtung von
zumindest zwei Backen ausgebildet ist, wobei die Backen mit den Tragscheiben fest
verbunden sind, wobei die Backen derart voneinander beabstandet an den Tragscheiben
angeordnet sind, dass die Backen eine Schlagleistenaufnahme ausbilden und die Schlagleiste
zwischenliegend den Backen anordbar ist, wobei zumindest eine erste Backe mit den
Tragscheiben mittels einer Schraubverbindung lösbar verbunden ist, wobei die erste
Backe aus einem vergleichsweise härteren Material ausgebildet ist als die Tragscheiben.
[0008] Dabei ist es unerheblich, ob die Tragscheiben seitlich aneinander anliegend oder
voneinander beabstandet auf der Rotorwelle angeordnet sind. Die Befestigungsvorrichtungen
bzw. die Schlagleistenaufnahme ist so ausgebildet, dass die Schlagleisten im Wesentlichen
in axialer Richtung der Rotorwelle verlaufend anordbar sind. Dabei können die Schlagleisten
formschlüssig in der Schlagleistenaufnahme bzw. an den Tragscheiben befestigt werden.
So kann zuverlässig verhindert werden, dass sich die Schlagleisten während eines Betriebs
des Rotors aus der Schlagleistenaufnahme unbeabsichtigt lösen. Zumindest eine erste
Backe der zumindest zwei Backen einer Schlagleistenaufnahme ist mittels der Schraubverbindung
lösbar mit den Tragscheiben verbunden. Darüber hinaus ist die erste Backe aus einem
gegenüber den Tragscheiben vergleichsweise härteren Material ausgebildet. Durch die
Verwendung eines härteren Materials für die erste Backe wird ein Ausbrechen von Material
aus der Backe infolge großer Krafteinwirkung über die Schlagleiste verhindert. Eine
Verwendung eines härteren Materials wird jedoch erst dadurch möglich, dass die erste
Backe überhaupt nicht oder nicht vollständig mit den Tragscheiben verschweißt ist.
Die erste Backe kann so nach einem Glühen an den Tragscheiben durch die Schraubverbindung
befestigt werden. Auch dadurch, dass die Befestigung mittels der Schraubverbindung
erfolgt, werden die beim Verschweißen üblichen Spannungen vermieden, wodurch sich
ein Glühen der ersten Backe nach der Montage an den Tragscheiben erübrigt. Insofern
kann die erste Backe dann eine sehr große Härte aufweisen. Durch die Schraubverbindung
wird es auch möglich, eventuell durch einen Ausbruch von Material zerstörte Backen
auszutauschen, ohne dass der gesamte Rotor ersetzt werden muss. Ein Ersatz einer Backe
kann dann im Rahmen eines Wechsels von Schlagleisten einfach erfolgen, so dass neben
den Kosten für einen neuen Rotor auch Kosten für Maschinenstillstandszeiten vermieden
werden können. Insgesamt kann der Rotor zumindest zwei an einem Umfang des Rotors
in gleichmäßigen Abständen angeordnete Schlagleisten mit jeweils Schlagleistenaufnahmen,
oder eine beliebige Anzahl von Schlagleisten aufweisen.
[0009] Bevorzugt kann eine zweite Backe mit den Tragscheiben mittels einer Schraubverbindung
lösbar verbunden sein, wobei die zweite Backe aus einem vergleichsweise härteren Material
ausgebildet sein kann als die Tragscheiben. Die zweite Backe kann demnach nach Art
der ersten Backe ausgebildet sein, so dass dann sämtliche Backen der Schlagleistenaufnahme
mit den Tragscheiben verschraubt sind und aus vergleichsweise härteren Materialien
bestehen. So können alle Arten von möglichen Beschädigungen an den Backen durch eine
größere Härte der Backen zunächst vermieden und im Falle einer Beschädigung durch
einen einfachen Austausch der betroffenen Backe leicht behoben werden.
[0010] Die Schlagleistenaufnahme kann, bezogen auf eine Drehrichtung des Rotors, eine vordere
Backe und eine hintere Backe aufweisen. Die vordere Backe kann dabei mit einem Querschnitt
kleiner ausgebildet sein als die hintere Backe. Für den Fall, dass nur eine der Backen
der Schlagleistenaufnahme aus einem härteren Material besteht und eine Schraubverbindung
mit den Tragscheiben aufweist, kann dies vorzugsweise die hintere Backe sein. Die
vordere Backe könnte dann, wie aus dem Stand der Technik bekannt, mit den Tragscheiben
verschweißt sein.
[0011] In den Tragscheiben können jeweils in axialer Richtung der Rotorwelle verlaufende
Ausnehmungen oder Nuten ausgebildet sein, in denen die Backen angeordnet sind. Dadurch
wird es möglich, die Backen nicht nur an einem Umfang bzw. einer Außenseite der Tragscheiben
zu befestigen, sondern in den Tragscheiben so zu integrieren, dass die Backen sich
an den Tragscheiben abstützen können. Auf die Backen in radialer Richtung des Rotors
wirkende Kräfte können so besonders einfach in die Tragscheiben eingeleitet werden.
[0012] Eine Backe ist besonders einfach herstellbar, wenn sie als ein Profilelement ausgebildet
ist, welches in axialer Richtung über eine gesamte Länge des Rotors verläuft. Die
Backen können beispielsweise aber auch über die gesamte Länge des Rotors unterbrochen
bzw. mehrteilig ausgebildet sein, so dass lediglich im Bereich einer Tragscheibe ein
Backenabschnitt angeordnet ist. Ein Abstand zwischen Tragscheiben wird dann nicht
von der Backe überbrückt. Insgesamt ist es dann möglich, die Backe an die jeweils
auf die Backe wirkenden Kräfte und damit den jeweiligen Anwendungsfall anzupassen.
[0013] Vorteilhaft kann die Schlagleiste in der Schlagleistenaufnahme auswechselbar und
an zumindest einer Backe formschlüssig befestigbar sein. Demzufolge kann zumindest
eine Backe so ausgebildet sein, dass eine formschlüssige Befestigung einer Schlagleiste
in der Schlagleistenaufnahme möglich ist. Optional kann die Schlagleiste auch mit
beiden Backen formschlüssig befestigbar sein.
[0014] Die Schraubverbindung kann unmittelbar zwischen der Backe und der Tragscheibe ausgebildet
sein, wobei eine Schraube in einer der Schlagleiste zugewandten Seitenfläche der Backe
eingesetzt und mit der Tragscheibe verschraubt sein kann. Zwischen der Backe und der
Tragscheibe ist dann kein weiteres Bauteil angeordnet, so dass eine auf die Backe
wirkende Kraft unmittelbar auf die Tragscheibe übertragen werden kann. Je nach Bedarf
kann eine Vielzahl von Schrauben zur Ausbildung der Schraubverbindung verwendet werden.
Auch kann vorgesehen sein, die Schrauben ausschließlich in radialer Richtung der Rotorwelle
in die Seitenfläche der Backe einzusetzen. Wesentlich bei der Ausbildung der Schraubverbindung
ist, dass ein lastabtragender, axialer Querschnitt der Tragscheiben nicht durch die
Schraubverbindung geschwächt wird. So wäre ein rückwärtiges Verschrauben der Backe
mit der Tragscheibe über eine vergleichsweise lange Bohrung in der Tragscheibe für
die Schraube für eine Festigkeit der Tragscheibe gegebenenfalls nachteilig. Dadurch,
dass die Schraube lediglich in die Tragscheibe, ausgehend von der Seitenfläche der
Backe, eingeschraubt ist, muss in der Tragscheibe lediglich eine kurze Gewindebohrung
ausgebildet werden. Eine übermäßige Schwächung eines axialen Querschnitts der Tragscheibe
kann so vermieden werden.
[0015] Vorteilhaft kann die Schraube quer durch die Backe verlaufen und aus einer Aufgabegut
abgewandten Unterseite der Backe austreten und in der Tragscheibe eingeschraubt sein.
Unter einer Aufgabegut abgewandten Unterseite wird eine einem Zerkleinerungsraum einer
Zerkleinerungsmaschine abgewandte Unterseite verstanden. Vorzugsweise kann die Schraube
so quer durch die Backe verlaufen, dass die Schraube in Richtung einer auf die Schraubverbindung
wirkenden, radialen Kraft beim Betrieb des Rotors angeordnet ist. Eine Gewindebohrung
innerhalb der Tragscheibe kann dabei auch in Richtung der Rotorwelle verlagert bzw.
angeordnet werden, so dass eine Bruchgefahr der Tragscheibe infolge eines durch die
Gewindebohrung geschwächten Querschnitts der Tragscheibe weiter vermindert wird.
[0016] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Backe mit der Tragscheibe mittels einer Verbindungssicherung
formschlüssig, kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig verbunden ist, wobei die Verbindungssicherung
zur Aufnahme einer radialen Fliehkraft der Backe ausgebildet sein kann. So kann sichergestellt
werden, dass selbst im Falle eines unbeabsichtigten Lösens oder Versagens der Schraubverbindung
zwischen der Backe und der Tragscheibe die Backe noch gesichert an der Tragscheibe
befestigt ist. Darüber hinaus kann durch die Ausbildung der Verbindungssicherung die
auf die Backe wirkende Fliehkraft während des Betriebs des Rotors über die Verbindungssicherung
in die Tragscheibe eingeleitet werden. Dabei ist es zunächst unerheblich in welcher
Art die Verbindungssicherung ausgebildet ist, wobei die Verbindungssicherung stets
eine einfache Montage bzw. ein Lösen der Backe ermöglichen sollte. Auch kann durch
die Ausbildung der Verbindungssicherung die Schraubverbindung wesentlich entlastet
werden, so dass die Schraubverbindung nur noch geringe Fliehkräfte aufnehmen muss.
[0017] In einer Ausführungsform kann die Verbindungssicherung als zumindest eine axial jeweils
in der Backe und in der Tragscheibe verlaufende Längsnut ausgebildet sein, in die
eine Passfeder eingreift. Die Passfeder kann demnach die Längsnut der Backe sowie
die Längsnut der Tragscheibe ausfüllen. Die jeweiligen Längsnuten können dann so angeordnet
sein, dass kaum eine Schwächung eines Querschnitts der Tragscheibe erfolgt und eine
auf die Backe wirkende Fliehkraft über die Passfeder in die Tragscheibe eingeleitet
werden kann.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform kann die Verbindungssicherung als zumindest eine
axial verlaufende Auskragung in der Tragscheibe ausgebildet sein, die einen übereinstimmend
ausgebildeten Absatz in der Backe übergreift. Die Backe kann demnach den Absatz ausbilden,
der unterhalb der Auskragung in der Tragscheibe eingesetzt sein kann. Die Auskragung
kann somit die Backe in Richtung einer Fliehkraft formschlüssig fixieren. Optional
ist es auch möglich, eine Mehrzahl von Auskragungen und Absätzen vorzusehen.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform kann die Verbindungssicherung als zumindest eine
Sicherungsschraubverbindung zwischen der Backe und der Tragscheibe ausgebildet sein,
wobei eine Schraube in einer Aufnahmegut zugewandten Oberseite der Backe eingesetzt
und mit der Tragscheibe verschraubt sein kann. Die Backe kann dann beispielsweise
einen in der Tragscheibe ausgebildeten Absatz übergreifen, so dass eine Schraube in
Richtung der Rotorwelle in die Tragscheibe eingeschraubt werden kann. Die Backe kann
dann auch vergleichsweise breit ausgebildet sein, wodurch der Vorteil erzielt wird,
dass ein abrasionsbedingter Verschleiß des Rotors im Bereich um die Schlagleiste vermindert
werden kann.
[0020] Auch kann die Verbindungssicherung als zumindest eine axial verlaufende Schweißnaht
zwischen der Backe und der Tragscheibe ausgebildet sein, wobei die Schweißnaht im
Wesentlichen ausschließlich an einer Aufnahmegut zugewandten Oberseite der Backe verlaufen
kann. Insbesondere dadurch, dass die Schweißnaht dann ausschließlich an der Oberseite
der Backe bzw. Tragscheibe verläuft, kann die Schweißnaht leicht entfernt und wieder
angebracht werden. Trotz der dann stoffschlüssigen Verbindung wird dennoch eine leichte
und beliebig wiederholbare Montage und Demontage der Backe an den Tragscheiben ermöglicht.
Wesentlich dabei ist, dass an schwer zugänglichen Verbindungskanten von Backe und
Tragscheibe keine Schweißnähte angebracht werden. Auch wird durch die Schweißnaht
an der Oberseite der Backe keine Spannung innerhalb des Rotors erzeugt, da die Backe
dann alleine über diese einzelne Schweißnaht mit jeweils den Tragscheiben stoffschlüssig
verbunden ist und über die Schraubverbindung eine begrenzte Positionskorrektur und
damit ein Abbau von eventuellen Spannungen erfolgen kann.
[0021] Die zuvor beschriebenen Verbindungssicherungen können auch nach Bedarf miteinander
kombiniert werden.
[0022] An den Tragscheiben kann, bezogen auf eine Drehrichtung des Rotors, vor der vorderen
Backe eine Schutzkappe des Rotors mittels einer Schraubverbindung lösbar befestigt
sein. Da sich insbesondere vor einer Schlagleiste bei einem Betrieb des Rotors Aufgabegut
ansammeln kann, kann ein starker abrasiver Verschleiß des Rotors in diesem Bereich
erfolgen. Dies kann wirkungsvoll dadurch verhindert werden, dass in diesem Bereich
die Schutzkappe angeordnet wird. Durch die lösbare Befestigung der Schutzkappe mittels
einer Schraubverbindung wird diese dann leicht auswechselbar. Auch hier kann vorgesehen
sein, die Schutzkappe aus einem vergleichsweise härteren Material auszubilden als
die Tragscheiben. Die Schutzkappe kann beispielsweise unmittelbar mit den Tragscheiben
an dafür vorgesehenen Halterungen verschraubt sein. Weiter ist ein Rotor an seinen
axialen Seitenflächen einem Verschleiß dadurch ausgesetzt, dass sich hier bei einem
Betrieb des Rotors ebenfalls Aufgabegut ansammeln und abrasiv auf diesen Bereich des
Rotors einwirken kann. Dies kann wirkungsvoll vermieden werden, wenn an den, bezogen
auf eine axiale Richtung der Rotorwelle, äußeren Tragscheiben jeweils Seitenschutzplatten
des Rotors angeordnet sind, wobei die Seitenschutzplatten dann mittels einer Schraubverbindung
an jeweils Seitenflächen der äußeren Tragscheiben lösbar befestigt sein können. Die
Seitenschutzplatten für äußere Tragscheiben können einteilig oder auch mehrteilig
ausgebildet sein. Vorzugsweise kann auch hier vorgesehen sein, die Seitenschutzplatten
aus einem vergleichsweise härteren Material als die Tragscheiben auszubilden. Somit
wird es möglich, einerseits einen Verschleiß der Seitenschutzplatten herabzusetzen
und diese bei Bedarf auszuwechseln, ohne den Rotor vollständig austauschen zu müssen.
Die Schraubverbindungen können so ausgestaltet sein, dass sie ebenfalls vor einem
Verschleiß bzw. einer abrasiven Einwirkung von Aufgabegut geschützt sind.
[0023] Vorteilhaft können die Seitenschutzplatten die äußeren Tragscheiben in radialer Richtung
überragen, wobei an den Seitenflächen der äußeren Tragscheiben oder Backen der Verschiebesicherungen
für die Schlagleisten mittels Schraubverbindungen angeordnet sein können, und wobei
dann die Seitenschutzplatten die Verschiebesicherungen in axialer Richtung überragen
können. Dadurch, dass dann die Seitenschutzplatten die äußeren Tragscheiben in radialer
Richtung überragen, kann ein Schutz der äußeren Kanten der Tragscheiben gewährleistet
werden. Auch die Verschiebesicherungen können durch die Seitenschutzplatten vor einem
Verschleiß geschützt werden. Die Verschiebesicherungen können beispielsweise stabförmige
Elemente sein, die mittels Schrauben an den äußeren Seitenflächen der Tragscheiben
und/oder Backen lösbar befestigt sind. Dabei können die Verschiebesicherungen formschlüssig
in die jeweiligen Schlagleisten derart eingreifen, dass eine axiale und eine radiale
Verschiebung der Schlagleisten verhindert wird. Beispielsweise können die Schlagleisten
an ihren Stirnseiten Nuten aufweisen, in die die Verschiebesicherungen jeweils eingreifen
können.
[0024] Wenn die Schraube eine Dehnungsschraube ist, kann eine auf die Schraubverbindung
einwirkende Kraft vorteilhaft von der Dehnungsschraube aufgenommen werden, ohne dass
es zu einer unerwünschten Bewegung der verschraubten Bauelemente kommt. Durch eine
Vorspannung der Dehnungsschraube wird auch ein unerwünschtes Lösen derselben infolge
des Betriebs des Rotors vermieden. Darüber hinaus ist der Rotor dann auch bei unterschiedlichsten
Temperaturen einsetzbar, ohne dass es zu einer Schwächung der Schraubverbindung kommt.
[0025] Die Backe ist besonders verschleißfest, wenn diese aus Stahl oder Gusseisen mit einer
Härte von zumindest 200 Brinell (HB), bevorzugt zumindest 400 Brinell (HB), besonders
bevorzugt zumindest 500 Brinell (HB), ausgebildet ist. Wenn der Rotor Schutzkappen,
Seitenschutzplatten oder Verschiebesicherungen aufweist, können diese ebenfalls aus
diesem Material ausgebildet sein. Dadurch, dass die Backe mittels der Schraubverbindung
unabhängig von der Rotorwelle mit den Tragscheiben an den Tragscheiben montierbar
ist, kann die Rotorwelle mit den Tragscheiben ohne die Backe geglüht werden, so dass
Backen mit einem vergleichsweise härteren Material nach dem Glühen an den Tragscheiben
montiert werden können.
[0026] Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsmaschine umfasst einen erfindungsgemäßen Rotor,
wobei die Zerkleinerungsmaschine Schlagleisten umfasst, wobei die Schlagleiste aus
einem Guss-Werkstoff, einem feinkörnigen Baustahl oder einer Einlage aus Keramik besteht,
wobei die Schlagleiste eine Härte von 150 bis 600 Brinell (HB), vorzugsweise 350 bis
550 Brinell (HB) aufweist. Die Schlagleisten können so besonders verschleißfest ausgebildet
werden.
[0027] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Instandsetzung eines Rotors für einen Prallbrecher,
zur Zerkleinerung von Baustoffen, Gestein oder dergleichen, ist der Rotor aus einer
Rotorwelle mit in axialer Richtung der Rotorwelle angeordneten Tragscheiben, und an
den Tragscheiben angeordneten Befestigungsvorrichtungen für Schlagleisten gebildet,
wobei mittels der Befestigungsvorrichtung eine Schlagleiste lösbar an den Tragscheiben
befestigbar ist, wobei die Befestigungsvorrichtung von zumindest zwei Backen ausgebildet
ist, wobei die Backen mit den Tragscheiben fest verbunden sind, wobei die Backen derart
voneinander beabstandet an den Tragscheiben angeordnet sind, dass die Backen eine
Schlagleistenaufnahme ausbilden und die Schlagleiste zwischenliegend den Backen anordbar
ist, wobei zumindest eine Backe durch spanende Bearbeitung oder nichtmechanisches
Abtrennen, insbesondere Brennschneiden, von den Tragscheiben entfernt wird, wobei
in einem Bereich der entfernten Backe Gewindebohrungen in den Tragscheiben ausgebildet
werden, wobei eine erste Backe mit den Tragscheiben mittels einer Schraubverbindung
lösbar verbunden wird, wobei die erste Backe aus einem vergleichsweise härteren Material
ausgebildet ist als die Tragscheiben.
[0028] Bei der ersten Backe handelt es sich folglich um eine Ersatzbacke, die die ursprünglich
an den Tragscheiben angeschweißte Backe ersetzt. Die erste Backe wird mittels der
ausgebildeten Schraubverbindung auswechselbar. Insgesamt kann so der Rotor im Falle
eines irreparablen Materialausbruchs an der angeschweißten Backe durch das erfindungsgemäße
Verfahren zur Instandsetzung weiter verwendet werden. Weiter ist es auch möglich,
den Rotor, je nach Ausbildung der ersten Backe hinsichtlich einer formschlüssigen
Verbindung mit der Schlagleiste, an eine beliebigen Art einer Schlagleiste anzupassen.
Unterschiedliche, auf dem Markt befindliche Befestigungssysteme von Schlagleisten
können so bedarfsgemäß berücksichtigt werden. Zu den weiteren Vorteilen, das erfindungsgemäße
Verfahren betreffend, wird auf die Vorteilsbeschreibungen des erfindungsgemäßen Rotors
verwiesen. Weitere Ausführungsformen des Verfahrens ergeben sich aus den auf dem Vorrichtungsanspruch
1 rückbezogenen Unteransprüchen.
[0029] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf
die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
[0030] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Rotors mit Schlagleisten in einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine Vorderansicht des Rotors aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht des Rotors aus Fig. 1;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht des Rotors aus Fig. 1 ohne Schlagleisten, Schutzkappen und Seitenschutzplatten;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht einer Schlagleiste;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht einer Schutzkappe;
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht einer Seitenschutzplatte;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht des Rotors aus Fig. 1 ohne Schlagleisten, Schutzkappen und Seitenschutzplatten;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht eines Rotors in einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 10
- eine Seitenansicht eines Rotors in einer dritten Ausführungsform;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht eines Rotors in einer vierten Ausführungsform.
[0031] Eine Zusammenschau der
Fig. 1 bis
8 zeigt einen Rotor 10 mit Schlagleisten 11. Der Rotor 10 ist aus einer Rotorwelle
12 und daran angeordneten Tragscheiben 13 und 14 ausgebildet. An den Tragscheiben
13 und 14 sind Backen 15 und 16 angeordnet, die eine Schlagleistenaufnahme 17 ausbilden.
Die Backen 15 und 16 sind in jeweils Ausnehmungen 18 in den Tragscheiben 13 bzw. 14
eingesetzt. Die Backen 15 und 16 sind aus einem vergleichsweise härteren Material
ausgebildet als die Tragscheiben 13 und 14 sowie die Rotorwelle 12. Die Tragscheiben
13 und 14 sind in einem Abstand voneinander auf der Rotorwelle 12 angeordnet und mit
dieser verschweißt. Die Backen 15 und 16 sind hingegen über eine Schraubverbindung
19 mit den Tragscheiben 13 bzw. 14 lösbar verbunden. Weiter sind an den Tragscheiben
13 und 14 Befestigungsplatten 20 für Schutzkappen 21 angeschweißt. Die Schutzkappen
21 sind in einer mit einem Pfeil 22 angegebenen Drehrichtung des Rotors 10 vor der
Backe 15 liegenden Position am Rotor 10 so mit den Befestigungsplatten 20 mittels
einer Schraubverbindung 23 lösbar befestigt, dass sie ausgetauscht werden können.
Weiter sind an Seitenflächen 24 der Tragscheiben 14 jeweils vier Seitenschutzplatten
25 mittels Schraubverbindungen 26 lösbar befestigt angeordnet. Die zwischen den Backen
15 und 16 in die Schlagleistenaufnahme 17 eingesetzten Schlagleisten 11 sind gegen
ein Verschieben mittels Verschiebesicherungen 27 gesichert. Die Verschiebesicherung
27 ist als ein Riegel 28 ausgebildet und mittels Schraubverbindungen 29 lösbar an
den Backen 15 und 16 befestigt. Der Riegel 28 greift dabei in eine Nut 30 an Stirnseiten
31 der Schlagleisten 11 ein. Insbesondere die Schutzkappen 21 und die Seitenschutzplatten
25 sind ebenfalls aus einem vergleichsweise härteren Material ausgebildet als die
Tragscheiben 13 und 14 sowie die Rotorwelle 12.
[0032] Wie aus
Fig. 8 ersichtlich, sind die Backen 15 und 16 in die Ausnehmung 18 eingesetzt, wobei Außenseiten
32 und 33 der Backen 15 bzw. 16 sich jeweils an Innenseiten 34 und 35 der Ausnehmung
18 abstützen und eng an diesen anliegen. Unterseiten 36 und 37 der Backen 15 bzw.
16 liegen an einem Boden 38 der Ausnehmung 18 an. Wie hier andeutungsweise dargestellt,
sind jeweils an Innenseiten 39 und 40 der Backen 15 bzw. 16 Bohrungen 41 ausgebildet,
die von den Innenseiten 39 und 40 zu der Unterseite 36 bzw. 37 quer durch die Backe
15 bzw. 16 hindurch verlaufen. In den jeweiligen Bohrungen 41 sind Schrauben 42 eingesetzt,
die in ein Innengewinde 43, welches jeweils in den Tragscheiben 13 und 14 ausgebildet
ist, eingreifen und so die Backen 15 bzw. 16 fest in den Ausnehmungen 18 fixieren.
An Oberseiten 44 und 45 der Backen 15 bzw. 16 sind jeweils kurze Schweißnähte 46 bzw.
47 ausgebildet, die die Backen 15 bzw. 16 an diesen Stellen mit den jeweiligen Tragscheiben
13 bzw. 14 stoffschlüssig verbinden. Die Schweißnähte 46 und 47 können hier leicht
mit einem Trennschleifer oder Winkelschleifer entfernt werden, da sie ausschließlich
an einem Außenumfang 48 der Tragscheiben 13 bzw. 14 angebracht sind.
[0033] Die
Fig. 5 zeigt die Schlagleiste 11, wobei die Schlagleiste 11 eine axial verlaufende Nut 49
aufweist. Die Backe 16 weist ebenfalls eine derart ausgebildete Nut 50 auf, die so
ausgebildet ist, dass in die Nuten 49 und 50 bei einer Anordnung der Schlagleiste
11 in der Schlagleistenaufnahme 17 zwischen den Backen 15 und 16 ein hier nicht näher
ersichtlicher Rundstab eingeschoben werden kann. Der Rundstab sorgt für eine formschlüssige
Fixierung der Schlagleiste 11 in der Schlagleistenaufnahme 17. Ein Herausrutschen
des Rundstabs aus den Nuten 49 und 50 wird dadurch vermieden, dass diese mit dem Riegel
28 im montierten Zustand abgedeckt werden. Die in die Schlagleistenaufnahme 17 eingesetzte
Schlagleiste 11 weist relativ zu den Innenseiten 39 und 40 der Backen 15 bzw. 16 ein
Spiel von 3 bis 6 mm auf, so dass sich die Schlagleiste bei einem Betrieb des Rotors
10 zumindest teilweise in der Schlagleistenaufnahme 17 bewegen kann. Dadurch ist sichergestellt,
dass die Schlagleiste 11 aus der Schlagleistenaufnahme 17 wieder entfernt werden kann,
sofern ein Austausch infolge eines Verschleißes erforderlich sein sollte.
[0034] Die
Fig. 6 zeigt die Schutzkappe 21 mit Bohrungen 51 zur Befestigung mittels hier nicht dargestellter
Schrauben über Innengewinde 52 in den jeweiligen Befestigungsplatten 20. An einer
Vorderkante 53 der Schutzkappe 21 sind Anschläge 54 angeschweißt, die sich an der
Befestigungsplatte 20 abstützen und auch eine eventuelle Beschädigung derselben vermeiden
helfen.
[0035] Die
Fig. 7 zeigt die Seitenschutzplatte 25, die so ausgebildet ist, dass sie den Außenumfang
48 der Tragscheiben 13 bzw. 14 überragt. In der Seitenschutzplatte 25 sind Ausnehmungen
55 ausgebildet, in die jeweils die Riegel 28 eingesetzt werden können. Eine Dicke
der Seitenschutzplatte 25 ist so bemessen, dass die Seitenschutzplatte 25 die Riegel
28 in axialer Richtung überragt. So kann ein unerwünschter Verschleiß der Riegel 28
vermieden werden. Die Seitenschutzplatte 25 weist eine Mehrzahl von Bohrungen 56 und
57 auf, wobei über die Bohrungen 56 mittels hier nicht näher dargestellter Schrauben
die Seitenschutzplatte 25 über Innengewinde 58 an den Tragscheiben 14 befestigbar
ist.
[0036] Die
Fig. 9 zeigt eine zweite Ausführungsform eines Rotors 59 in einer Querschnittansicht. Der
Rotor 59 ist aus einer Rotorwelle 60 und Tragscheiben 61, die mit der Rotorwelle 60
verschweißt sind, gebildet, wobei in Ausnehmungen 62 in den Tragscheiben 61 Backen
63 und 64 des Rotors 59 eingesetzt sind. Die Backen sind hier ebenfalls mittels einer
Schraubverbindung 65 mit der Tragscheibe 61 verschraubt. Darüber hinaus ist hier eine
Verbindungssicherung 66 mit einer Passfeder 67 an jeder der Backen 63 bzw. 64 ausgebildet.
In den Backen 63 und 64 sowie in der Tragscheibe 61 sind jeweils Nuten 68 und 69 ausgebildet,
die die Passfeder 67 derart aufnehmen, dass eine auf die Backen 63 und 64 wirkende
radiale Fliehkraft über die Passfeder 67 auf die Tragscheibe 61 übertragen werden
kann.
[0037] Die
Fig. 10 zeigt einen Rotor 70 in einer Querschnittansicht, wobei hier Backen 71 und 72 neben
einer Schraubverbindung 73 mit einer Tragscheibe 74 eine Verbindungssicherung 75 mit
einem Absatz 76 ausbilden. Die Tragscheibe 74 weist Auskragungen 78 und 79 auf, die
jeweils die Absätze 76 bzw. 77 übergreifen und so die Backen 71 bzw. 72 formschlüssig
in einer Ausnehmung 80 in der Tragscheibe 74 sichern.
[0038] Bei der in der
Fig. 11 gezeigten Querschnittansicht eines Rotors 81 ist neben einer Schraubverbindung 82
von Backen 83 und 84 mit einer Tragscheibe 85 eine Verbindungssicherung 86 als Sicherungsverschraubung
87 ausgebildet. In der Tragscheibe sind jeweils Absätze 88 und 89 ausgebildet, die
jeweils von Auskragungen 90 und 91 der Backen 83 bzw. 84 übergriffen werden. In den
Auskragungen 90 und 91 sind Bohrungen 92 für Schrauben 93 ausgebildet, die in ein
Innengewinde 94 in der Tragscheibe 85 eingeschraubt sind.
1. Rotor (10, 59, 70, 81) für einen Prallbrecher, zur Zerkleinerung von Baustoffen, Gestein
oder dergleichen, wobei der Rotor aus einer Rotorwelle (12, 60) mit in axialer Richtung
der Rotorwelle angeordneten Tragscheiben (13, 14, 61, 74, 85), und an den Tragscheiben
angeordneten Befestigungsvorrichtungen für Schlagleisten gebildet ist, wobei mittels
der Befestigungsvorrichtung eine Schlagleiste (11) lösbar an den Tragscheiben befestigbar
ist, wobei die Befestigungsvorrichtung von zumindest zwei Backen (15, 16, 63, 64,
71, 72, 83, 84) ausgebildet ist, wobei die Backen mit den Tragscheiben fest verbunden
sind, wobei die Backen derart voneinander beabstandet an den Tragscheiben angeordnet
sind, dass die Backen eine Schlagleistenaufnahme (17) ausbilden und die Schlagleiste
zwischenliegend den Backen anordbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine erste Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) mit den Tragscheiben
mittels einer Schraubverbindung (19, 65, 73, 82) lösbar verbunden ist, wobei die erste
Backe aus einem vergleichsweise härteren Material ausgebildet ist als die Tragscheiben.
2. Rotor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine zweite Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) mit den Tragscheiben (13, 14,
61, 74, 85) mittels einer Schraubverbindung (19, 65, 73, 82) lösbar verbunden ist,
wobei die zweite Backe aus einem vergleichsweise härteren Material ausgebildet ist
als die Tragscheiben.
3. Rotor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlagleistenaufnahme (17), bezogen auf eine Drehrichtung des Rotors (10, 59,
70, 81), eine vordere Backe (15, 63, 71, 83) und eine hintere Backe (16, 64, 72, 84)
aufweist.
4. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in den Tragscheiben(13, 14, 61, 74, 85) jeweils in axialer Richtung der Rotorwelle
(12, 60) verlaufende Ausnehmungen (18, 62, 80) oder Nuten ausgebildet sind, in den
die Backen (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) angeordnet sind.
5. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) als ein Profilelement ausgebildet ist,
welches in axialer Richtung über eine gesamte Länge des Rotors (10, 59, 70, 81) verläuft.
6. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlagleiste (11) in der Schlagleistenaufnahme (17) auswechselbar und an zumindest
einer Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) formschlüssig befestigbar ist.
7. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schraubverbindung (19, 65, 73, 82) unmittelbar zwischen der Backe (15, 16, 63,
64, 71, 72, 83, 84) und der Tragscheibe (13, 14, 61, 74, 85) ausgebildet ist, wobei
eine Schraube (42) in einer der Schlagleiste (11) zugewandten Seitenfläche (39, 40)
der Backe eingesetzt und mit der Tragscheibe verschraubt ist.
8. Rotor nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schraube (42) quer durch die Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) verläuft
und aus einer Aufgabegut abgewandten Unterseite (36, 37) der Backe austritt und in
der Tragscheibe (13, 14, 61, 74, 85) eingeschraubt ist.
9. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) mit der Tragscheibe (13, 14, 61, 74, 85)
mittels einer Verbindungssicherung (66, 75, 86) formschlüssig, kraftschlüssig und/oder
stoffschlüssig verbunden ist, wobei die Verbindungssicherung zur Aufnahme einer radialen
Fliehkraft ausgebildet ist.
10. Rotor nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungssicherung (66) als zumindest eine axial verlaufende Längsnut (68,
69) jeweils in der Backe (63, 64) und in der Tragscheibe (61) ausgebildet ist, in
die eine Passfeder (67) eingreift.
11. Rotor nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungssicherung (75) als zumindest eine axial verlaufende Auskragung (78,
79) in der Tragscheibe (74) ausgebildet ist, die einen übereinstimmend ausgebildeten
Absatz (76, 77) in der Backe (71, 72) übergreift.
12. Rotor nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungssicherung (86) als zumindest eine Sicherungsschraubverbindung (87)
zwischen der Backe (83, 84) und der Tragscheibe (85) ausgebildet ist, wobei eine Schraube
(93) in eine Aufgabegut zugewandten Oberseite der Backe eingesetzt und mit der Tragscheibe
verschraubt ist.
13. Rotor nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungssicherung als zumindest eine axial verlaufende Schweißnaht (46, 47)
zwischen der Backe (15, 16) und der Tragscheibe (13, 14) ausgebildet ist, wobei die
Schweißnaht ausschließlich an einer Aufgabegut zugewandten Oberseite (44, 45) der
Backe verläuft.
14. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Tragscheiben (13, 14, 61, 74, 85), bezogen auf eine Drehrichtung des Rotors
(10, 59, 70, 81), vor der Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) eine Schutzkappe
des Rotors mittels einer Schraubverbindung (23) lösbar befestigt ist.
15. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den, bezogen auf eine axiale Richtung der Rotorwelle (12, 60), äußeren Tragscheiben
(61, 74, 85) jeweils Seitenschutzplatten (25) des Rotors (10, 59, 70, 81) angeordnet
sind, wobei die Seitenschutzplatten mittels einer Schraubverbindung (26) an jeweils
Seitenflächen (24) der äußeren Tragscheiben lösbar befestigt sind.
16. Rotor nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seitenschutzplatten (25) die äußeren Tragscheiben (61, 74, 85) in radialer Richtung
überragen, wobei an den Seitenflächen (24) der äußeren Tragscheiben oder Backen (15,
16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) Verschiebesicherungen (27) für die Schlagleisten (11)
mittels Schraubverbindungen (29) angeordnet sind, wobei die Seitenschutzplatten die
Verschiebesicherungen in axialer Richtung überragen.
17. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schraube (42, 93) eine Dehnungsschraube ist.
18. Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) aus Stahl oder Gusseisen mit einer Härte
von zumindest 200 Brinell (HB), bevorzugt zumindest 400 Brinell (HB), besonders bevorzugt
zumindest 500 Brinell (HB), ausgebildet ist.
19. Zerkleinerungsmaschine mit einem Rotor (10, 59, 70, 81) nach einem der vorangehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zerkleinerungsmaschine Schlagleisten (11) umfasst, wobei die Schlagleiste aus
einem Guss-Werkstoff, einem feinkörnigen Baustahl oder einer Einlage aus Keramik besteht,
wobei die Schlagleiste eine Härte von 150 bis 600 Brinell (HB), vorzugsweise 350 bis
550 Brinell (HB) aufweist.
20. Verfahren zur Instandsetzung eines Rotors (10, 59, 70, 81) für einen Prallbrecher,
zur Zerkleinerung von Baustoffen, Gestein oder dergleichen, wobei der Rotor aus einer
Rotorwelle (12, 60) mit in axialer Richtung der Rotorwelle angeordneten Tragscheiben
(13, 14, 61, 74, 85), und an den Tragscheiben angeordneten Befestigungsvorrichtungen
für Schlagleisten gebildet ist, wobei mittels der Befestigungsvorrichtung eine Schlagleiste
(11) lösbar an den Tragscheiben befestigbar ist, wobei die Befestigungsvorrichtung
von zumindest zwei Backen (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) ausgebildet ist, wobei
die Backen mit den Tragscheiben fest verbunden sind, wobei die Backen derart voneinander
beabstandet an den Tragscheiben angeordnet sind, dass die Backen eine Schlagleistenaufnahme
(17) ausbilden und die Schlagleiste zwischenliegend den Backen anordbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Backe (15, 16, 63, 64, 71, 72, 83, 84) durch spanende Bearbeitung
oder nichtmechanisches Abtrennen von den Tragscheiben entfernt wird, wobei in einem
Bereich der entfernten Backe Gewindebohrungen (43) in den Tragscheiben ausgebildet
werden, wobei eine erste Backe mit den Tragscheiben mittels einer Schraubverbindung
(19, 65, 73, 82) lösbar verbunden wird, wobei die erste Backe aus einem vergleichsweise
härteren Material ausgebildet ist als die Tragscheiben.