[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Korrosionsschutzbehandlung,
bei dem eine Serie von Bauteilen mit metallischen Oberflächen von Eisen und/oder Zink
mit einer in einem Systemtank befindlichen passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
enthaltend Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan sowie eine Quelle für
Fluorid-Ionen in Kontakt gebracht wird. Im erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Teil
dieser Vorbehandlungslösung verworfen und durch einen in der Summe zumindest gleich
großen Volumenteil einer oder mehrerer solcher Ergänzungslösungen durch Zudosierung
in den Systemtank der Vorbehandlung ersetzt. Während der Verwurf in Abhängigkeit vom
molaren Verhältnis der Fluorid-Ionen zum Gehalt an Zirconium und/oder Titan einen
vorgegebenen Wert nicht unterschreiten darf, um auch bei einem vollständigen Verzicht
auf den Einsatz von Chemikalien zur Regulierung der Beizrate oder Stabilisierung der
Ionenfracht eine dauerhaft zufriedenstellende Korrosionsschutzbehandlung sicherzustellen,
geschieht die Zudosierung von Ergänzungslösung derart, dass eine Aufrechterhaltung
der Konzentration der Elemente Zirconium und/oder Titan in der passivierenden wässrigen
Vorbehandlungslösung in Form wasserlöslicher Verbindungen gewährleistet ist.
[0002] Modernen Fertigungslinien, in denen eine Vorbehandlung zur korrosionsschützenden
Beschichtung vor dem Aufbringen einer Lackierung erfolgt, wird nicht nur eine hohe
Fertigungsrate verbunden mit einem hohen Materialverbrauch pro Zeiteinheit abverlangt,
sondern auch eine hohe Flexibilität bezüglich der zu behandelnden Bauteile verbunden
mit Schwankungen bezüglich des Chemikalienverbrauchs und der Art der Belastung der
hierfür eingesetzten Bäder. So ist es nicht unüblich und in der automobilen Zulieferindustrie
häufige Praxis, dass ein und dasselbe Vorbehandlungsbad für die serielle Beschichtung
unterschiedlicher Bauteile mit unterschiedlichen Flächenanteilen verschiedener metallischer
Materialien verwendet wird. Hingegen werden in Lackierstraßen von Fertigungslinien
der Automobilindustrie üblicherweise baugleiche Karosserien bei Bandgeschwindigkeiten
von 3 - 6 m/min in Durchlaufbecken enthaltend 150 - 450 m
3 der Vorbehandlungslösung getaucht und auf diese Weise in Serie vorbehandelt, so dass
bis zu 80 Karosserien mit jeweils ca. 100 m
2 metallischer Oberfläche pro Stunde vorbehandelt werden.
[0003] Eine kontinuierliche, präzise Überwachung der Vorbehandlungsprozesse ist dabei für
eine optimale Dosierung der Aktivkomponenten und ggf. regulierend wirkender Chemikalien
in der Oberflächenbehandlung metallischer Oberflächen von Bauteilen grundsätzlich
entscheidend. Dieser Aufwand kann in modernen Fertigungslinien nur noch durch eine
weitgehend automatisierte Überwachung und Steuerung der Dosierung von Prozesschemikalien
geleistet werden, um ein dauerhaft optimales Verhältnis an Chemikalien in den Prozessbädern
aufrecht zu erhalten, um den Grundsätzen der Materialeffizienz und einer gleichbleibenden
Vorbehandlungsqualität gerecht werden zu können.
[0004] Im Speziellen ist nun die passivierende Vorbehandlung metallischer Bauteile auf Basis
saurer wässriger Vorbehandlungslösungen von Fluorometallaten der Elemente Zirconium
und/oder Titan als Alternative zum Chromatierverfahren, das wegen der toxischen Eigenschaften
von Chrom(VI)-Verbindungen zunehmend weniger Verwendung findet, seit langem bekannt
und etabliert. In der Regel sind derartigen Vorbehandlungslösungen zusätzliche Aktivkomponenten
zugesetzt, die die Korrosionsschutzwirkung und Lackhaftung weiter verbessern sollen.
Beispielhaft sei hier die
EP 1 571 237 angeführt, die eine Vorbehandlungslösung geeignet für unterschiedliche Metalloberflächen
enthaltend bis zu 5000 ppm Zirconium und/oder Titan sowie bis zu 100 ppm freies Fluorid
offenbart. Zusätzlich kann die Lösung weitere Komponenten ausgewählt aus Chlorat,
Bromat, Nitrit, Nitrat, Permanganat, Vanadat, Wasserstoffperoxid, Wolframat, Molybdat
oder jeweils die zugehörigen Säuren enthalten. Organische Polymere können ebenfalls
anwesend sein. Nach der Behandlung mit einer derartigen Lösung können die Metalloberflächen
mit einer weiteren passivierenden Lösung nachgespült werden.
[0005] Ein Vorbehandlungsbad zur Erzeugung einer passivierenden Konversionsschicht auf Metalloberflächen
bedarf im Einzelfall daher einer Vielzahl von Aktivkomponenten, die im laufenden Betrieb
eines Vorbehandlungsbades regelmäßig nachdosiert werden müssen. Im Sinne einer möglichst
hohen Materialeffizienz besteht ein steter Bedarf darin, die Vorbehandlungsverfahren
ressourcenschonender zu gestalten, d.h. unter Bedingungen zu betreiben, unter denen
die Aufwendung an Aktivkomponenten reduziert werden kann.
[0006] Die
DE 10 2008 038653 offenbart in diesem Zusammenhang ein Verfahren, bei dem die mit dem Bauteil in die
Spüle ausgeschleppten Aktivkomponenten einer Vorbehandlung in das Spülwasser vor der
eigentlichen Vorbehandlung zur Erzeugung einer Zirconium- und/oder Titan-basierter
Konversionsschicht zurückkaskadiert werden. In dieser Vorspüle bewirkt der Anteil
an zurückkaskadierten Aktivkomponenten eine partielle Passivierung, die in der nachfolgenden
Vorbehandlung abgeschlossen wird. Auf diesem Wege gelingt es bereits, die tatsächliche,
pro zu behandelndem Bauteil verwendete Menge an Aktivkomponenten zu reduzieren und
so die Materialeffizienz zu erhöhen.
[0007] Ungeachtet dieser Fortschritte hinsichtlich Materialeffizienz bleibt der Wartungsaufwand
eines Vorbehandlungsbades im laufenden Betrieb enorm groß, da die Menge der Aktivkomponenten
in einem von der Art der Vorbehandlung vorgegebenen Regelungsfenster selbstverständlich
ständig aufrechterhalten werden muss.
[0008] Daneben findet im laufenden Betrieb eines Vorbehandlungsbades eine Anreicherung von
in Wasser gelösten Komponenten statt, die entweder aus den Metalloberflächen der behandelten
Bauteile herausgebeizt werden, Reaktanden der Aktivkomponenten darstellen oder aus
vorgelagerten Behandlungsschritten, wie etwa einem nasschemischen Reinigungsschritt,
in das Vorbehandlungsbad eingeschleppt werden. Ein Vorbehandlungsbad strebt daher
je nach der materiellen Beschaffenheit der zu behandelnden Bauteile, der Art der Vorbehandlung
sowie der vorhergehenden Behandlungsschritte und der verfahrenstechnischen Prozessführung
ein stationäres Gleichgewicht an, wobei dabei mitunter Gleichgewichtskonzentrationen
für bestimmte Komponenten angestrebt werden, die sich auf das Ergebnis der Vorbehandlung
nachteilig auswirken können. Es genügt also nicht lediglich Aktivkomponenten nachzuführen.
Vielmehr wird häufig auch der Einsatz regulierend wirkender Chemikalien notwendig,
um zu verhindern, dass sich die Qualität der Vorbehandlung im laufenden Betrieb verschlechtert.
[0009] So berichtet die
DE 10 2008 014465 hinsichtlich der Korrosionsschutzbehandlung metallischer Bauteile mittels Vorbehandlungslösungen
von Fluorometallaten der Elemente Zirconium und/oder Titan, dass die Einhaltung eines
optimalen molaren Verhältnisses von Fluorid-Ionen zu Elementen der Elemente Zirconium
und/oder Titan bei serieller Vorbehandlung, also im laufenden Betrieb, entscheidend
ist. Weiterhin wird dort für eine gleichbleibend gute Qualität der korrosionsschützenden
Vorbehandlung vorgeschlagen, bestimmte Mengen an Fluorid-Fängern dem Vorbehandlungsbad
hinzu zu dosieren. Die Fluorid-Fänger stellen demnach regulierend wirkende Chemikalien
dar und sind im speziellen Fall vorzugsweise ausgewählt aus Verbindungen die Aluminium-Ionen,
Kalzium-Ionen und/oder Eisen-Ionen freisetzen. In diesem Zusammenhang wird dort wiederum
festgestellt, dass ein zu hoher relativer Anteil an Aluminium-Ionen im Vorbehandlungsbad
die Titan- und/oder Zirkon-basierte Konversionsschichtbildung insbesondere auf den
Stahloberflächen der Bauteile inhibiert, so dass tendenziell niedrigere Schichtauflagen
und damit ein ungenügender Korrosionsschutz resultieren.
[0010] Jede Zugabe eines Fluorid-Fängers als regulierend wirkende Chemikalie zur Aufrechterhaltung
der Performanz der Vorbehandlung muss demnach zu exakt vorhersehbaren Konzentrationen
der Aktivkomponenten im Vorbehandlungsbad führen, anderenfalls kann nicht gewährleistet
werden, dass die serielle Vorbehandlung von Bauteilen unter optimalen Prozessbedingungen,
nämlich unter Einhaltung der empirisch gefundenen stofflichen Parametergrenzen, erfolgt.
Hier besteht zusätzlich die Schwierigkeit, unmittelbar die Menge an Gesamt-Fluorid
oder freiem Fluorid messtechnisch zu bestimmen, da die konventionellen Methoden auf
die Bestimmung mittels ionen-selektiver Elektroden beruhen und damit auf sich langsam
einstellenden chemischen Gleichgewichten. Die Ableitung der Ist-Größe für die Einstellung
der Soll-Größe mittels Fluorid-Fänger unterliegt damit einer zeitlichen Unschärfe,
die je nach Fertigungsprozess in der Größenordnung der Behandlungszeit des metallischen
Bauteils liegen kann. Eine gleichbleibende Qualität der seriellen korrosionsschützenden
Vorbehandlung mittels saurer wässriger Vorbehandlungslösungen von Fluorometallaten
der Elemente Zirconium und/oder Titan kann daher nur mit hohem analytischen und verfahrenstechnischen
Aufwand und nicht zuletzt dem Einsatz erheblicher Mengen regulierender Chemikalien
sichergestellt werden.
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, in der seriellen korrosionsschützenden
Behandlung von metallischen Oberflächen aufweisenden Bauteilen mittels saurer wässriger
Vorbehandlungslösungen von wasserlöslichen Verbindungen der der Elemente Zirconium
und/oder Titan den verfahrenstechnischen Aufwand zur Überwachung und Steuerung der
prozessrelevanten Badparameter erheblich zu vereinfachen und gleichzeitig die Materialeffizienz
hinsichtlich der Verwendung regulierender Badchemikalien deutlich zu erhöhen. Weiterhin
bestand die Aufgabe darin, den Prozess dahingehend zu optimieren, dass eine zuverlässige
vor Korrosion schützende Konversion auf Basis der Elemente Zirconium und/oder Titan
insbesondere auf den Eisenoberflächen der in Serie behandelten Bauteile erfolgt, die
sodann im Zusammenwirken mit einer organischen Primerbeschichtung oder einem organischen
Tauchlack die hohen Anforderungen an einen permanenten Korrosionsschutz erfüllt.
[0012] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Korrosionsschutzbehandlung einer
Vielzahl von metallische Oberflächen von Zink und/oder Eisen aufweisenden Bauteilen
in Serie, bei dem jedes dieser Bauteile mit einer in einem Systemtank befindlichen
passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung bei einer Temperatur von weniger als
50 °C in Kontakt gebracht wird, wobei die passivierende wässrige Vorbehandlungslösung
ein oder mehrere wasserlösliche Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan
und ein oder mehrere wasserlösliche Verbindungen, die eine Quelle für Fluorid-Ionen
darstellen, enthält und das In-Kontakt-Bringen für eine solche Zeit erfolgt, dass
auf den metallischen Oberflächen von Zink und/oder Eisen eine Schichtauflage von zumindest
0,1 mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan resultiert, jedoch keine dieser
metallischen Oberflächen eine Schichtauflage von mehr als 0,7 mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan aufweist, und wobei während der
Korrosionsschutzbehandlung der Bauteile in Serie ein Teil der passivierenden wässrigen
Vorbehandlungslösung des Systemtanks verworfen und durch einen in der Summe zumindest
gleich großen Volumenteil einer oder mehrerer Ergänzungslösungen durch Zudosierung
in den Systemtank auf eine Weise ersetzt wird, dass eine Aufrechterhaltung der Konzentration
der Elemente Zirconium und/oder Titan in der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
in Form wasserlöslicher Verbindungen resultiert, weiterhin dadurch gekennzeichnet,
dass eine Konzentration der Elemente Zirconium und/oder Titan in der passivierenden
wässrigen Vorbehandlungslösung in Form wasserlöslicher Verbindungen von zumindest
0,05 mmol/L, aber von insgesamt weniger als 0,8 mmol/L im Systemtank aufrechterhalten
wird, und das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen (im folgenden "Gesamtmenge an Fluor"),
zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen
(im folgenden "Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder Titan") im hinzudosierten
Gesamtvolumen der Ergänzungslösungen kleiner als das gleiche Verhältnis in der passivierenden
wässrigen Vorbehandlungslösung, jedoch nicht kleiner als 4,5 ist, und der Verwurf
an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung in Liter pro in Serie behandeltem
Quadratmeter an metallischen Oberflächen von Zink und Eisen zumindest folgenden Wert
annimmt, d.h. größer gleich dem folgendem Wert ist:

VW: Verwurf an Vorbehandlungslösung in L/m
2;

Konzentration an Zirconium und/oder Titan in der Vorbehandlungslösung in mmol/L;
z
E: molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösungen mit der Maßgabe,
dass folgendes gilt:

[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren bewirkt, dass über den geregelten Verwurf der freie
Fluorid-Anteil in der Vorbehandlungslösung keine Werte überschreitet, für die bereits
eine strukturelle Veränderung der Konversionsschicht eintritt, die regelmäßig mit
einer Verschlechterung der Korrosionsschutzeigenschaften und der Lackhaftung einhergeht.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens nimmt der Verwurf
an Vorbehandlungslösung für die Erzielung desselben Zweckes zumindest folgenden Wert:

besonders bevorzugt zumindest folgenden Wert an:

[0015] Der Verwurf ist erfindungsgemäß das auf die Einheitsoberfläche (1 m
2) der zu behandelnden Bauteile normierte Flüssigkeitsvolumen an Vorbehandlungslösung,
das den Systemtank während der seriellen Vorbehandlung durch passives Ausschleppen
oder aufgrund eines kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Überlaufs pro Quadratmeter
eines behandelten Bauteils verlässt.
[0016] Eine Vorbehandlung in Serie gemäß der vorliegenden Erfindung liegt vor, wenn eine
Vielzahl von Bauteilen mit in der im Systemtank befindlichen Vorbehandlungslösung
in Kontakt gebracht wird, wobei das In-Kontakt-Bringen der einzelnen Bauteile nacheinander
und damit zeitlich voneinander getrennt erfolgt. Der Systemtank ist dabei das Behältnis,
in dem sich die Vorbehandlungslösung, zum Zwecke der passivierenden Vorbehandlung
in Serie befindet.
[0017] Der im erfindungsgemäßen Verfahren einzustellende Bereich für die Schichtauflage
bezogen auf die Elemente Zr und/oder Ti kann mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA)
nach Kalibrierung anhand von mit Lösungen bekannter Molarität an H
2ZrF
6 und H
2TiF
6 im Dry-in-Place Verfahren beschichteter Metalloberflächen bestimmt werden. Die Lösungen
bekannter Molarität werden zur Herstellung der Kalibrierprobebleche in definierter
Nassfilmdicke appliziert und der Nassfilm anschließend zur Gänze aufgetrocknet. Die
Bestimmung der tatsächlichen Schichtauflage gemäß vorliegender Erfindung kann anhand
dieser Kalibrierprobebleche sowohl nach Trocknung der vorbehandelten und gespülten
Oberflächen der Bauteile oder nach Vorbehandlung und der ersten Spüle, beispielsweise
nach Spülen einer Karosserie unmittelbar nach der Vorbehandlung beim Passieren eines
sogenannten Nasshalteringes, bei dem Spülwasser durch mehrerer Sprühventile auf die
Karosserie appliziert wird.
[0018] Verbindungen sind im Sinne der vorliegenden Erfindung "wasserlöslich", wenn ihre
Löslichkeit in entionisiertem Wasser mit einer Leitfähigkeit von nicht mehr als 1
µScm
-1 bei einer Temperatur von 20 °C zumindest 1 g/l beträgt.
[0019] Wie aus der Lösung der Aufgabe hervorgeht kann die Aufrechterhaltung der Konzentration
der Elemente Zirconium und/oder Titan durch Zudosierung einer oder mehrerer Ergänzungslösungen
in den Systemtank erfolgen. Im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösung oder
der Ergänzungslösungen soll das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form
von in Wasser gelösten Verbindungen zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder
Titan in Form von in Wasser gelösten Verbindungen nicht kleiner als 4,5 sein. Unterhalb
dieses Wertes kann die Dosierung einer erforderlichen Menge an in Wasser gelösten
Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan nicht praktikabel erfolgen, da
die Verbindungen dazu tendieren kolloidale Lösungen und damit schwerlösliche Niederschläge
zu bilden, so dass eine der Aufrechterhaltung der Aktivkomponenten in der Vorbehandlungslösung
dienende Dosierung solcher Ergänzungslösung kaum mehr zuverlässig erfolgen kann. In
einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das molare
Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder
Titan im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösungen daher nicht kleiner als
5,0, besonders bevorzugt nicht kleiner als 5,5 ist. Umgekehrt ist bevorzugt, dass
selbiges Verhältnis im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösungen in erfindungsgemäßen
Verfahren kleiner als

oder alternativ kleiner als 9,25 ist, so dass der notwendige Verwurf an Vorbehandlungslösung
eine solche obere Grenze aufweist, bei der die erfindungsgemäßen Verfahren im Wesentlichen
für alle umfassten Vorbehandlungslösungen noch wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden
können.
[0020] Im Folgenden wird zur sprachlichen Vereinfachung lediglich auf eine Ergänzungslösung
verwiesen und dennoch der Fall mit umfasst sein, dass mehrere gleich oder verschieden
zusammengesetzte Ergänzungslösungen dem Systemtank zum Ausgleich des Verwurfes und
zur Aufrechterhaltung der Konzentration an Zirconium und/oder Titan hinzudosiert werden.
Wenn also nachfolgend auf eine Ergänzungslösung und speziell auf eine extensive oder
spezifische Eigenschaft selbiger Bezug genommen wird, so ist stets die Summe aller
hinzudosierten Ergänzungslösungen eingeschlossen und die sich daraus ergebenen gemittelten
extensiven oder spezifischen Eigenschaften in summarischer Betrachtung.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren leistet aufgrund des kontrollierten Verwurfes an Badlösung
und der damit einhergehenden Nachdosierung von Ergänzungslösung, dass die Anreicherung
an freiem Fluorid in der Vorbehandlungslösung derart begrenzt wird, dass eine nachteilige
Auswirkung auf die Konversionsbeschichtung auf Basis der Elemente Zirconium und/oder
Titan unterbleibt. Hervorzuheben ist zudem, dass das erfindungsgemäße Verfahren eine
Zudosierung von Fluorid-Fängern - also Verbindungen, die freie Fluoride binden und
damit deren Konzentration reduzieren - überflüssig macht, da die freie Fluorid-Konzentration
vollständig über den Verwurf an Badlösung kontrolliert wird. Der Mindestverwurf ist
für die vorgegebenen Rahmenbedingungen bezüglich der Konzentration an Aktivkomponenten
in der Vorbehandlungslösung und der vorgesehenen Schichtauflage von maximal 0,7 mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und Titan gemäß dem semi-empirisch gefundenen
Term (1) bzw. der bevorzugten semi-empirischen Terme (1') und (1") einzustellen. Diese
Terme für den Mindestverwurf sind lediglich von der konkreten Konzentration an Zirconium
und/oder Titan in der Vorbehandlungslösung und dem Verhältnis der Elemente Fluor in
Form von in Wasser gelösten Verbindungen zur Gesamtmenge an Zirconium und/oder Titan
in Form von in Wasser gelösten Verbindungen in der Ergänzungslösung abhängt. Entsprechend
bedarf es für die Einhaltung optimaler Verfahrensbedingungen in der Vorbehandlung
lediglich der Bestimmung der Konzentration der Aktivkomponenten in Form der Elemente
Zirconium und/oder Titan, die ohnehin für eine hinreichende Konversionsschichtausbildung
regelmäßig zu kontrollieren ist. Das Monitoring der Menge an freiem Fluorid in der
Vorbehandlungslösung wird im erfindungsgemäßen Verfahren überflüssig.
[0022] Da wie bereits angeführt auf die Zudosierung von Fluorid-Fängern zur Vorbehandlungslösung
verzichtet werden kann, ist deren Anteil im erfindungsgemäß hinzudosierten Volumen
der Ergänzungslösung aus Gründen der Materialeffizienz gering. Dementsprechend sind
erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt Verfahren, für die das molare Verhältnis der
Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder Titan jeweils zur Gesamtmenge eines der
Elemente Kalzium, Magnesium, Aluminium, Bor, Eisen, Mangan oder Wolfram in Form wasserlöslicher
Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösung größer als 5 : 1,
besonders bevorzugt größer als 10 : 1 ist.
[0023] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass bereits
mit verhältnismäßig niedrigen Konzentrationen an Aktivkomponenten für den Korrosionsschutz
und die Haftung zu einem nachträglich aufgebrachten organischen Primer hinreichende
Schichtauflagen an Zirconium und/oder Titan erzielt werden. In diesem Zusammenhang
sind für die Materialeffizienz solche erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt, in denen
die passivierende wässrige Vorbehandlungslösung im Systemtank insgesamt weniger als
0,65 mmol/L, besonders bevorzugt weniger als 0,55 mmol/L, insbesondere bevorzugt insgesamt
weniger als 0,325 mmol/L an wasserlöslichen Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder
Titan enthält. Eine niedrige Konzentration an Aktivkomponenten führt auch dazu, dass
der stationäre durch Verschleppung in eine nachgelagerte Spüle eingebrachte Anteil
an diesen Verbindungen niedrig ist. Dies ist regelmäßig ebenfalls vorteilhaft, da
eine zusätzliche Kontaktzeit der Bauteile mit Zusammensetzungen enthaltend Aktivkomponenten
häufig zu einer Verschlechterung der Korrosionsschutzeigenschaften führt, so dass
die Spüle üblicherweise weitgehend frei von verschleppten Anteilen aus dem Systemtank
der Vorbehandlung zu halten ist. In den bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist dies nicht notwendig bzw. es kann auf besondere Maßnahmen zur Reduktion
der Anteile an Aktivkomponenten im Systemtank der Spüle, beispielsweise das Einstellen
eines erhöhten Überlaufs - also Verwurfes an Spüllösung-verzichtet werden.
[0024] Für ein besonders wirtschaftliches erfindungsgemäßes Verfahren und für die Sicherstellung,
dass eine hinreichende Menge an freiem Fluorid in der Vorbehandlungslösung des Systemtanks
für eine unter üblichen Prozessbedingungen zu erfolgende Konversionsschichtbildung
enthalten ist, ist es bevorzugt, wenn der Verwurf an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung
nicht größer als folgender Wert in Liter pro in Serie behandeltem Quadratmeter metallischen
Bauteils ist:

VW: Verwurf an Vorbehandlungslösung in L/m
2;

Konzentration an Zirconium und/oder Titan in der Vorbehandlungslösung in mmol/L;
z
E: molares Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösungen
[0025] Weiterhin ist es für eine gute Stabilität und Konversion der metallischen Oberflächen
der Bauteile vorteilhaft, wenn der pH-Wert der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
in einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren nicht kleiner als 3,0, besonders
bevorzugt nicht kleiner als 3,5, jedoch vorzugsweise nicht größer als 5,0, besonders
bevorzugt nicht größer als 4,5 ist.
[0026] Der "pH-Wert" gemäß vorliegender Erfindung entspricht dem negativen Logarithmus der
Hydronium-Ionen Aktivität bei 20°C und kann mittels pH-sensitiver Glaselektrode bestimmt
werden.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen
durchgeführt, so dass Verdampfungsverluste im Systemtank der Vorbehandlungslösung
vernachlässigt werden können. Dementsprechend ist in einem bevorzugten erfindungsgemäßen
Verfahren die Temperatur der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung nicht größer
als 45 °C, besonders bevorzugt nicht größer als 40 °C, besonders bevorzugt nicht größer
als 35 °C.
[0028] Der im erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehene Verwurf an Vorbehandlungslösung kann
während der Korrosionsschutzbehandlung der Vielzahl von Bauteilen prozessbedingt nur
quasikontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen. Der erfindungsgemäße Prozess
der Serienbehandlung bedingt, dass mit jedem behandelten Bauteil eine gewisse Menge
an Vorbehandlungslösung den Systemtank unwiderruflich verlässt. Der mit jedem behandelten
Bauteil ausgeschleppte Anteil am Verwurf ist seiner Natur nach diskret und damit diskontinuierlich
und von den konkreten Behandlungsbedingungen und der Geometrie der Bauteile abhängig.
Weiterhin ist der ausgeschleppte Anteil am Verwurf nur bedingt einer Regelung zugänglich,
beispielsweise durch Rotation oder Kippen der Bauteile beim Eintauchen in die Vorbehandlungslösung
oder Abblasen der Bauteile beim Hinausheben der Bauteile aus dem Systemtank der Vorbehandlung.
Derartige verfahrenstechnische Maßnahmen sind jedoch aufwendig und üblicherweise durch
keinen besonderen Mehrwert gerechtfertigt. Jedoch werden die Verfahren im Stand der
Technik grundsätzlich so betrieben, dass die Bauteile Vorbehandlungslösung nicht regelrecht
schöpfend austragen und üblicherweise weniger als 50 ml pro Quadratmeter an behandelter
Oberfläche ausgeschleppt werden. Wenn im Folgenden also auf einem quasikontinuierlichem
oder diskontinuierlichen Verwurf abgestellt wird, ist lediglich das aktiv ausgespeiste
Volumen an Vorbehandlungslösung angesprochen und zu berücksichtigen, dass der passiv
ausgeschleppte Anteil am Verwurf stets diskontinuierlich mit jedem behandelten Bauteil
verworfen wird.
[0029] Erfindungsgemäß erfolgt der Verwurf an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung
daher bevorzugt sowohl durch Ausschleppen von Vorbehandlungslösung mit jedem Bauteil
der Serie von zu behandelnden Bauteilen als auch durch aktives Ausspeisen von Vorbehandlungslösung
jeweils aus dem Systemtank der Vorbehandlung.
[0030] Für einen diskontinuierlichen Verwurf kann das aktiv auszuspeisende Volumen an Vorbehandlungslösung
an das im Vorbehandlungsschritt auf den Bauteilen abgeschiedene Schichtauflage bezogen
auf die Elemente Zirconium und/oder Titan angepasst werden, um für eine zu erzielende
Schichtauflage an Zirconium und/oder Titan zwar so viel wie erforderlich, aber nicht
mehr als nötig an Vorbehandlungslösung auszuspeisen und auf diese Weise möglichst
wirtschaftlich zu verfahren.
[0031] Im diskontinuierlichen Betrieb sind dabei solche Verfahren bevorzugt, in denen der
diskontinuierliche Verwurf VW
d an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung nach Vorbehandlung einer bestimmten
Anzahl n von Bauteilen i erfolgt, wobei der diskontinuierliche Verwurf zumindest folgenden
Wert in Liter für eine in Serie behandelte Anzahl n an Bauteilen i annimmt:

VW
d : diskontinuierlicher Verwurf in Liter;

Verwurf durch Ausschleppung durch n Bauteile in Liter mit der Maßgabe das folgendes
gilt:

Anteil von Zinkoberflächen bezogen auf die Gesamtoberfläche von Zink und Eisen des
i-ten in Serie behandelten Bauteils;

Anteil von Eisenoberflächen bezogen auf die Gesamtoberfläche von Zink und Eisen
des i-ten in Serie behandelten Bauteils;

Schichtauflage in mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Zinkoberflächen des i-ten in Serie behandelten Bauteils; und

Schichtauflage in mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Eisenoberflächen des i-ten in Serie behandelten Bauteils;
A
i: Gesamtfläche der metallischen Oberflächen von Zink und Eisen des i-ten in Serie
behandelten Bauteils; und
n: positive natürliche Zahl {n ∈ N | n ≥ 1}
[0032] Als bevorzugte Obergrenze für die diskontinuierlich ausgespeiste Vorbehandlungslösung
sind Verfahren erfindungsgemäß bevorzugt, in denen der diskontinuierliche Verwurf
in Liter für eine in Serie behandelte Anzahl n an Bauteilen i den Wert

nicht überschreitet, wobei für das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor zur
Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder Titan in der Ergänzungslösung folgende
Bedingung erfüllt vorliegt:

.
[0033] Selbstverständlich kann der erfindungsgemäß einzustellende Verwurf auch quasikontinuierlich
vorgenommen werden. Für diese Betriebsweise ist es bevorzugt, wenn der Verwurf durch
aktives Ausspeisen von passivierender wässriger Vorbehandlungslösung und das Ersetzen
verworfener Vorbehandlungslösung mit Ergänzungslösung kontinuierlich während der Vorbehandlung
der Bauteile in Serie erfolgt, besonders bevorzugt durch Einspeisen eines konstanten
Volumenstroms von ersetzender Ergänzungslösung in den Systemtank der Vorbehandlung,
wobei der kontinuierliche Verwurf an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung
vorzugsweise überwiegend durch ein Überlaufen eines offenen Systemtanks realisiert
wird.
[0034] "Überwiegend" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass mehr als 50%, vorzugsweise mehr
als 80% des einer Regelung zugänglichen Teils der verworfenen Vorbehandlungslösung,
zu dem nicht der unvermeidbare durch die schöpfende Wirkung der Bauteile oder der
durch den auf den Bauteilen anhaftenden Nassfilm hervorgerufene Teil des Verwurfes
gehört, durch einen Überlauf aus dem Systemtank entfernt wird. Der Überlauf stellt
also eine besonders bevorzugte Art des Verwurfes durch aktives Ausspeisen dar. Alternativ
kann der kontinuierliche Verwurf auch durch Ausspeisen eines konstanten Volumenstroms
aus dem Systemtank realisiert werden.
[0035] In einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren nimmt der kontinuierliche Verwurf
zumindest folgenden Wert in Liter pro in Serie behandeltem Quadratmeter an metallischen
Oberflächen von Zink und Eisen an, um für eine zu erzielende Schichtauflage an Zirconium
und/oder Titan zwar so viel wie erforderlich, aber nicht mehr als nötig an Vorbehandlungslösung
auszuspeisen und auf diese Weise möglichst wirtschaftlich zu verfahren:
- VWC :
- kontinuierlicher Verwurf in Liter;
- VWa:
- gemittelter Verwurf durch Ausschleppung in Liter mit der Maßgabe das folgendes gilt:

- xZn :
- gemittelter Anteil von Zinkoberflächen bezogen auf die Gesamtoberflächen von Zink
und Eisen einer Serie von behandelten Bauteilen;
- xFe :
- gemittelter Anteil von Eisenoberflächen bezogen auf die Gesamtoberflächen von Zink
und Eisen einer Serie von behandelten Bauteilen;
- SZn :
- gemittelte Schichtauflage in mmol/m2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Zinkoberflächen der in Serie behandelten Bauteile; und
- SFe :
- gemittelte Schichtauflage in mmol/m2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Eisenoberflächen der in Serie behandelten Bauteile
- A :
- gemittelte Fläche der Bauteile in m2
[0036] Hierbei ist zu beachten, dass für die jeweiligen Mittelwerte stets über dieselbe
behandelte metallische Oberfläche gemittelt wird, wobei die kleinste Einheit, über
die gemittelt werden kann, das jeweilige zu behandelnde Bauteil selbst ist.
[0037] Als bevorzugte Obergrenze für die kontinuierlich ausgespeiste Vorbehandlungslösung
sind Verfahren erfindungsgemäß bevorzugt, in denen der kontinuierliche Verwurf in
Liter pro in Serie behandeltem Quadratmeter an metallischen Oberflächen von Zink und
Eisen den Wert

nicht überschreitet, wobei für das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor zur
Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder Titan in der Ergänzungslösung folgende
Bedingung erfüllt vorliegt:

[0038] Verwurf und Schichtauflage sind voneinander abhängige Variable, so dass sowohl im
quasikontinuierlichen als auch im diskontinuierlichen Betrieb die Messung der tatsächlichen
Schichtauflage (S,S
i) bei Kenntnis der Badkonzentration an Zirconium und/oder Titan genügt, um über die
Einstellung des kontinuierlichen bzw. diskontinuierlichen Verwurfes den Soll-Zustand
hinsichtlich Schichtauflage für weitere Bauteile und einen optimal vor Korrosion schützenden
Lackhaftgrund vorzugeben. Im erfindungsgemäßen Verfahren kann also für den Teil des
Verwurfes, der aktiv auszuspeisen ist, ein effektive Regelung erfolgen, die lediglich
das Monitoring der Menge an Zirconium und/oder Titan in der Vorbehandlungslösung und
auf den Eisen- und Zinkoberflächen erfordert.
[0039] Die Schichtauflagen (S,S
i) bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan können dabei unmittelbar nach
der Vorbehandlung des Bauteils mittels Röntgenfluoreszenzanalyse auf der jeweiligen
behandelten Metalloberfläche wie zuvor beschrieben bestimmt werden.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der diskontinuierliche Verwurf unmittelbar
nach der ersten Spüle durchgeführt, wobei die erste Spüle vorzugsweise mittels eines
sogenannten Nasshalteringes durch Besprühen der Bauteile mit dem ersten Spülwasser
vorgenommen wird, wobei das Spülwasser wiederum vorzugsweise zumindest teilweise als
Teil der Ergänzungslösung in die Vorbehandlungslösung eingespeist wird. Hierdurch
wird gewährleistet, dass die Bestimmung der Schichtauflage möglichst zeitnah mit der
tatsächlichen Vorbehandlung erfolgt, so dass eine optimale Einstellung der Vorbehandlungslösung
über die Regelung des Verwurfes anhand der Schichtauflage nahezu unmittelbar erfolgen
kann. In diesem Zusammenhang ist es auch bevorzugt, dass der Verwurf quasikontinuierlich
oder wenn diskontinuierlich möglichst nach jeder Vorbehandlung einer nur geringen
Anzahl n an Bauteilen erfolgt.
[0041] In einer vereinfachten und daher bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Verfahren, in denen der Verwurf zumindest teilweise durch aktives kontinuierliches
oder diskontinuierliches Ausspeisen von Vorbehandlungslösung erfolgt, gilt das jeweils
zumindest folgender Verwurf einzustellen ist:

besonders bevorzugt zumindest:

insbesondere bevorzugt zumindest:

bzw. zumindest:

[0042] besonders bevorzugt zumindest:

insbesondere bevorzugt zumindest:

[0043] Die Vereinfachung bei der Einstellung des zumindest erforderlichen diskontinuierlichen
oder kontinuierlichen Verwurfes (VW
c, VW
d) besteht darin, dass die Einstellung unabhängig von der Schichtauflage erfolgt, wobei
jedoch in Kauf genommen wird, dass der Anteil an freiem Fluorid in den jeweiligen
Grenzbereichen liegt, die gerade noch eine hinreichende Konversionsschichtbildung
oder eine noch nicht nachteilige Verschlechterung derselben gewährleisten.
[0044] In einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zumindest
80% der Oberflächen des Bauteils von Oberflächen der Substrate Eisen, Zink und Aluminium
gebildet werden, wobei besonders bevorzugt zumindest 50% der Oberflächen des Bauteils
metallische Oberflächen der Substrate Eisen und/oder Zink darstellen, wobei wiederum
vorzugsweise zumindest 10%, besonders bevorzugt zumindest 20%, der metallischen Oberflächen
des Bauteils ausgewählt sind aus Oberflächen des Substrats Eisen. Als Oberflächen
der Substrate Eisen, Zink und Aluminium gelten auch deren Legierungen sofern deren
Hauptlegierungsbestandteil durch das jeweilige Substratelement gebildet wird.
[0045] Dem erfindungsgemäßen Verfahren können sich weitere Verfahrensschritte zur Oberflächenbehandlung
anschließen. In einem bevorzugten Verfahren folgt nach dem In-Kontakt-Bringen mit
der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung mit oder ohne dazwischenliegenden
Spülschritten eine Beschichtung mit einem organischen Bindemittelsystem, vorzugsweise
eine Pulverlackbeschichtung oder Tauchlackierung, besonders bevorzugt eine Elektrotauchlackierung,
insbesondere bevorzugt eine kathodische Elektrotauchlackierung. Im Fall der nachträglichen
Tauchlackierung, insbesondere einer nachträglichen Elektrotauchlackierung, erfolgt
nach dem In-Kontakt-Bringen mit der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
und vor der Tauchlackierung vorzugsweise kein Trocknungsschritt, wobei ein Trocknungsschritt
gekennzeichnet ist durch die Durchführung technische Maßnahmen zum Trocknen der Oberflächen
des Bauteils, beispielsweise durch Zuführung thermischer Energie oder durch Zuführung
eines trockenen Luftstroms.
[0046] Nach der erfindungsgemäßen Behandlung der Bauteile in Serie, also nach dem In-Kontakt-Bringen
mittels der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung, und vor einer möglichen
Beschichtung mit einem organischen Bindemittelsystem folgt in einer bevorzugten Ausführungsform
kein weiterer Behandlungsschritt mit einer wässrigen Lösung, bei dem die Lösung mehr
als 10 % des Anteils der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung an wasserlöslichen
Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan enthält, insbesondere kein weiterer
solcher Behandlungsschritt, der dazu dient auf zumindest einer Metalloberfläche des
Bauteils eine Beschichtung enthaltend substratfremde metallische oder halbmetallische
Elemente mit einer Schichtauflage von mehr als 0,1 mmol/m
2 bezogen auf diese substratfremden Elemente auszubilden. Wie bereits erwähnt ist eine
solche Nachbehandlung häufig schädlich für die zuvor erzeugte Passivierung mittels
der Vorbehandlungslösung. "Substratfremd" in diesem Zusammenhang ist jedes Element,
das nicht Hauptlegierungselement des betreffenden Substrates ist.
[0047] In einem weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt unmittelbar nach
dem In-Kontakt-Bringen mit der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung ein Spülschritt
durch In-Kontakt-Bringen der Bauteile mit einer in einem Systemtank befindlichen Spüllösung,
wobei während der Korrosionsschutzbehandlung der Bauteile in Serie ein Teil der Spüllösung
verworfen und durch einen zumindest gleich großen Volumenteil einer ergänzenden Spüllösung
ersetzt wird, die insgesamt weniger als 10
-5 mol/L an wasserlöslichen Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan und vorzugsweise
weniger als 10
-4 mol/L an wasserlöslichen Verbindungen, die eine Quelle für Fluorid Ionen darstellen,
bezogen auf das Element Fluor enthält. Auch in diesem Fall soll sichergestellt sein,
dass eine Anreicherung von Aktivkomponenten aus der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
in der Spüllösung nur bis zu einem gewissen Grad toleriert wird, da ansonsten eine
Schädigung der Passivschicht nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.
[0048] Aus wirtschaftlichen Gründen ist jedoch bevorzugt, dass im Spülschritt der Verwurf
an Spüllösung pro in Serie behandelter Gesamtoberfläche der Bauteile weniger als 2
Liter/m
2 beträgt. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Badkonzentration an Zirconium und/oder
Titan in der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung kann diese Obergrenze jedoch
stets eingehalten werden, ohne dass zusätzlich Maßnahmen zur Aufarbeitung der Spüllösung
notwendig wären.
[0049] Es ist weiterhin bevorzugt, wenn zumindest ein Teil der verworfenen Spüllösung als
Ergänzungslösung in den Systemtank der passierenden wässrigen Vorbehandlung eingespeist
wird, wobei regelmäßig zusätzlich die Dosierung einer konzentrierteren Ergänzungslösung
zur Aufrechterhaltung der Badkonzentration an wasserlöslichen Verbindungen der Elemente
Zirconium und/oder Titan in der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung notwendig
sein wird.
[0050] Die wasserlöslichen Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan sind im Rahmen
der vorliegenden Erfindung also sowohl zur Bereitstellung in der Vorbehandlungslösung
als auch in den Ergänzungslösungen auf keine bestimmte Verbindungsklasse beschränkt,
bevorzugt sind jedoch Oxyfluoride der jeweiligen Elemente, besonders bevorzugt die
Fluorosäuren sowie deren Salze. Es kann aber auch basisches Zirconiumcarbonat oder
Titanylsulfat eingesetzt werden, wobei diese Verbindungen dann allerdings aufgrund
des erfindungsgemäß vorgegebenen Verhältnisses von in Wasser gelösten Fluoriden zu
in Wasser gelösten Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan mit einer entsprechenden
Menge an Fluorid-freisetzenden Verbindungen umgesetzt werden müssen, um eine adäquate
Ergänzungslösung bilden zu können.
[0051] Wasserlösliche Verbindungen, die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, und insoweit
dem erfindungsgemäßen Verfahren zugrunde gelegt werden können, sind beispielsweise
Flußsäure, Ammoniumbifluorid und Natriumfluorid oder eben zuvor genannte Oxyfluoride
und Fluorosäuren der Elemente Zirconium und/oder Titan.
1. Verfahren zur Korrosionsschutzbehandlung einer Vielzahl von metallischen Oberflächen
von Zink und/oder Eisen aufweisenden Bauteilen in Serie, bei dem jedes dieser Bauteile
mit einer in einem Systemtank befindlichen passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
bei einer Temperatur von weniger als 50 °C in Kontakt gebracht wird, wobei die passivierende
wässrige Vorbehandlungslösung ein oder mehrere wasserlösliche Verbindungen der Elemente
Zirconium und/oder Titan und ein oder mehrere wasserlösliche Verbindungen, die eine
Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, enthält und das In-Kontakt-Bringen für eine solche
Zeit erfolgt, dass auf den metallischen Oberflächen von Zink und/oder Eisen eine Schichtauflage
von zumindest 0,1 mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan resultiert, jedoch keine dieser
metallischen Oberflächen eine Schichtauflage von mehr als 0,7 mmol/m
2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan aufweist, und wobei während der
Korrosionsschutzbehandlung der Bauteile in Serie ein Teil der passivierenden wässrigen
Vorbehandlungslösung des Systemtanks verworfen und durch einen in der Summe zumindest
gleich großen Volumenteil einer oder mehrerer Ergänzungslösungen durch Zudosierung
in den Systemtank auf eine Weise ersetzt wird, dass eine Aufrechterhaltung der Konzentration
der Elemente Zirconium und/oder Titan in der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
in Form wasserlöslicher Verbindungen resultiert,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Konzentration der Elemente Zirconium und/oder Titan in der passivierenden wässrigen
Vorbehandlungslösung in Form wasserlöslicher Verbindungen von zumindest 0,05 mmol/L,
aber von insgesamt weniger als 0,8 mmol/L im Systemtank aufrechterhalten wird, und
das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen kleiner als das gleiche Verhältnis in der passivierenden wässrigen
Vorbehandlungslösung, jedoch nicht kleiner als 4,5 ist, und der Verwurf an passivierender
wässriger Vorbehandlungslösung in Liter pro in Serie behandeltem Quadratmeter an metallischen
Oberflächen von Zink und Eisen zumindest folgenden Wert annimmt:
VW: Verwurf an Vorbehandlungslösung in L/m2;

Konzentration an Zirconium und/oder Titan in der Vorbehandlungslösung in mmol/L;
zE: molares Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen mit der Maßgabe, dass folgendes gilt:

2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass für das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen folgende Bedingung erfüllt vorliegt:
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verwurf an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung nicht größer als folgender
Wert in Liter pro in Serie behandeltem Quadratmeter metallischen Bauteils ist:
VW: Verwurf an Vorbehandlungslösung in L/m2;

Konzentration an Zirconium und/oder Titan in der Vorbehandlungslösung in mmol/L;
zE: molares Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen nicht kleiner als 5,0, vorzugsweise nicht kleiner als 5,5 ist.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das molare Verhältnis der Gesamtmenge der Elemente Zirconium und/oder Titan in Form
wasserlöslicher Verbindungen jeweils zur Gesamtmenge eines der Elemente Kalzium, Magnesium,
Aluminium, Bor, Eisen, Mangan oder Wolfram jeweils in Form wasserlöslicher Verbindungen
im hinzudosierten Gesamtvolumen der Ergänzungslösungen größer als 5 : 1 ist.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die passivierende wässrige Vorbehandlungslösung im Systemtank insgesamt weniger als
0,55 mmol/L, vorzugsweise insgesamt weniger als 0,325 mmol/L an wasserlöslichen Verbindungen
der Elemente Zirconium und/oder Titan enthält.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung nicht kleiner als 3,0,
vorzugsweise nicht kleiner als 3,5, jedoch nicht größer als 5,0, vorzugsweise nicht
größer als 4,5 ist.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung nicht größer als
45 °C, vorzugsweise nicht größer als 40 °C, besonders bevorzugt nicht größer als 35
°C ist.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verwurf an passivierender wässriger Vorbehandlungslösung durch Ausschleppen von
Vorbehandlungslösung mit jedem Bauteil der Serie von zu behandelnden Bauteilen und
durch aktives Ausspeisen von Vorbehandlungslösung jeweils aus dem Systemtank der Vorbehandlung
erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verwurf durch aktives Ausspeisen von passivierender wässriger Vorbehandlungslösung
diskontinuierlich nach Vorbehandlung einer bestimmten Anzahl n von Bauteilen i erfolgt,
wobei der diskontinuierliche Verwurf zumindest folgenden Wert in Liter für eine in
Serie behandelte Anzahl n an Bauteilen i annimmt:
VWd : diskontinuierlicher Verwurf in Liter;

Verwurf durch Ausschleppung durch n Bauteile in Liter mit der Maßgabe das folgendes
gilt:

Anteil von Zinkoberflächen bezogen auf die Gesamtoberfläche von Zink und Eisen des
i-ten in Serie behandelten Bauteils;

Anteil von Eisenoberflächen bezogen auf die Gesamtoberfläche von Zink und Eisen des
i-ten in Serie behandelten Bauteils;

Schichtauflage in mmol/m2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Zinkoberflächen des i-ten in Serie behandelten Bauteils; und

Schichtauflage in mmol/m2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Eisenoberflächen des i-ten in Serie behandelten Bauteils;
Ai: Gesamtfläche der metallischen Oberflächen von Zink und Eisen des i-ten in Serie
behandelten Bauteils; und
n: positive natürliche Zahl {n ∈ N | n ≥ 1}
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der diskontinuierliche Verwurf in Liter für eine in Serie behandelte Anzahl n an
Bauteilen i den Wert

nicht überschreitet, und
für das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen folgende Bedingung erfüllt vorliegt:
12. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verwurf durch aktives Ausspeisen von passivierender wässriger Vorbehandlungslösung
und das Ersetzen verworfener Vorbehandlungslösung mit einer oder mehreren Ergänzungslösungen
kontinuierlich während der Vorbehandlung der Bauteile in Serie erfolgt, vorzugsweise
durch Einspeisen eines konstanten Volumenstroms von ersetzender Ergänzungslösung in
den Systemtank der Vorbehandlung, wobei der kontinuierliche Verwurf an passivierender
wässriger Vorbehandlungslösung vorzugsweise überwiegend durch ein Überlaufen eines
offenen Systemtanks realisiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der kontinuierliche Verwurf zumindest folgenden Wert in Liter pro in Serie behandeltem
Quadratmeter an metallischen Oberflächen von Zink und Eisen annimmt:
VWC : kontinuierlicher Verwurf in Liter;
VWa: gemittelter Verwurf durch Ausschleppung in Liter mit der Maßgabe das folgendes gilt:
xZn : gemittelter Anteil von Zinkoberflächen bezogen auf die Gesamtoberflächen von Zink
und Eisen einer Serie von behandelten Bauteilen;
xFe : gemittelter Anteil von Eisenoberflächen bezogen auf die Gesamtoberflächen von Zink
und Eisen einer Serie von behandelten Bauteilen;
SZn : gemittelte Schichtauflage in mmol/m2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Zinkoberflächen der in Serie behandelten Bauteile; und
SFe : gemittelte Schichtauflage in mmol/m2 bezogen auf die Elemente Zirconium und/oder Titan auf den korrosionsschützend vorbehandelten
Eisenoberflächen der in Serie behandelten Bauteile
A : gemittelte Fläche der Bauteile in m2
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass der kontinuierliche Verwurf in Liter pro in Serie behandeltem Quadratmeter an metallischen
Oberflächen von Zink und Eisen den Wert

nicht überschreitet, und
für das molare Verhältnis der Gesamtmenge an Fluor in Form wasserlöslicher Verbindungen,
die eine Quelle für Fluorid-Ionen darstellen, zur Gesamtmenge der Elemente Zirconium
und/oder Titan in Form wasserlöslicher Verbindungen im hinzudosierten Gesamtvolumen
der Ergänzungslösungen folgende Bedingung erfüllt vorliegt:
15. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem In-Kontakt-Bringen mit der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
mit oder ohne dazwischenliegenden Spülschritten eine Tauchlackierung, vorzugsweise
eine Elektrotauchlackierung, besonders bevorzugt eine kathodische Elektrotauchlackierung
nachfolgt.
16. Verfahren gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem In-Kontakt-Bringen mit der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
kein weiterer Behandlungsschritt mit einer wässrigen Lösung nachfolgt, bei dem die
Lösung mehr als 10 % des Anteils der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
an wasserlöslichen Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan enthält, insbesondere
kein weiterer solcher Behandlungsschritt nachfolgt, der dazu dient auf zumindest einer
Metalloberfläche des Bauteils eine Beschichtung enthaltend substratfremde metallische
oder halbmetallische Elemente mit einer Schichtauflage von mehr als 0,1 mmol/m2 bezogen auf diese substratfremden Elemente auszubilden.
17. Verfahren gemäß Anspruch einem oder beiden der Ansprüche 15-16, dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar nach dem In-Kontakt-Bringen mit der passivierenden wässrigen Vorbehandlungslösung
ein Spülschritt durch In-Kontakt-Bringen der Bauteile mit einer in einem Systemtank
befindlichen Spüllösung erfolgt, wobei während der Korrosionsschutzbehandlung der
Bauteile in Serie ein Teil der Spüllösung verworfen und durch einen zumindest gleich
großen Volumenteil einer ergänzenden Spüllösung ersetzt wird, die insgesamt weniger
als 10-5 mol/L an wasserlöslichen Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder Titan und vorzugsweise
weniger als 10-4 mol/L an wasserlöslichen Verbindungen, die eine Quelle für Fluorid Ionen darstellen,
bezogen auf das Element Fluor enthält.